DE838801C - Elektrische Entladungseinrichtung der Niederdrucktype - Google Patents
Elektrische Entladungseinrichtung der NiederdrucktypeInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 12. MAI 1952
11657 VIII c121f
Die Erfindung bezieht sich auf elektrische Niederdruckentladungseinrichtungen mit positiver
Säule, wie etwa Fluoreszenzlampen und Niederdruckentladungseinrichtungen mit positiver Säule
für die Erzeugung einer ultravioletten Strahlung sowie auf Maßnahmen zum Betrieb solcher Lampen
und Einrichtungen.
Ein Ziel der Erfindung l>esteht darin, verbesserte
Niederdruckentladuiigseinric'htungen mit positiver
Säule, wie Fluoreszenzlampen und Generatoren für Ultraviolettstrahlung, zu schaffen, die im Betrieb
höhere Wirkungsgrade als die früheren Einrichtungen dieser Art ergeben.
Ferner 'bezweckt die Erfindung die Schaffung von Entladungseinrichtungen; die bei kleineren Abmessungen
die gleiche Strahlungsleistung wie die bisher l>ekanntcn Entladungseinrichfungen ergeben,
was eine Senkung der Herstellungskosten und damit eine Herabsetzung des Verkaufspreises der
Lampen ermöglicht. ao
Bei den gegenwärtig im Handel befindlichen Fluoreszenzlampen und Ultraviolettlampen, wie
etwa bei den keimtötenden Lampen, wird allgemein als Füllgas Argon mit einem Quecksilberzusatz
verwendet, um das Zünden der Einrichtung zu er- »5 leichtern und es zu ermöglichen, die Einrichtung
mit einem Karhodenspannungsäbfall zu betreiben, der unterhalt) der Zerstäutmngsspannung liegt. Der
Nenndruck des Argons der Gasfüllung beträgt beispielsweise bei vielen, bisher üblichen Einrichtungen
etwa 3,5 mm Quecksilbersäule. Setzt man den Druck stark unter diesen Wert herunter, dann wird
die Lebensdauer der Lampe infolge eines Anwachsens des Kathodenspannungsabfalls beim
Zünden unter so niedrigem Gasdruck verkürzt. Wenn anderseits der Gasdruck über 3,5 mm erhöht
wird, nimmt der Wirkungsgrad ab; diese Abnahme des Wirkungsgrades "bei einer Röhre mit vorgegebenen
Abmessungen beruht auf der Erhöhung des Spannungsabfalles in der Einrichtung, die mit
der Erhöhung des Gasdruckes verbunden ist.
Um die Erklärung der vorliegenden Erfindung und ihrer Vorteile gegenüber den Lampen der bisher
üblichen Bauart zu erleichtern, sei auf eine gegenwärtig übliche 40-W-Fluoreszenzlampe mit
Glühelektroden Bezug genommen, die eine Betriebsspannung von etwa 108 V und einen Betriebsstrom
von etwa 0,4 Amp. hat. Es versteht sich, daß diese Bezugnahme auf eine bestimmte Lampe die Anwendungsmöglich'keit
der Erfindung nicht auf dieses Beispiel beschränkt, sondern nur als zweckmäßige Vergleichsbasis dient. An Hand der
üblichen Niederdruckfluoreszenzlampe mit positiver Säule für 40 W, deren Hüllgefäß eine Länge von
122 cm und einen Durchmesser von 3,8 cm hat und deren ionisierbares Medium aus Quecksilber und
Argon unter einem Druck von 3,5 mm Quecksilbersäule besteht, soll gezeigt werden, in welcher Weise
bei elektrischen Niederdruckentladungseinrichtungen mit positiver Säule die zugeführte Leistung
verbraucht wird. Eine Aufgliederung ergibt, daß die zugeführte Leistung von 40 W' folgendermaßen
umgesetzt wird:
i. Energieverlust an den Elektroden, der bei der betrachteten Lampe etwa 6 W beträgt;
2. Verluste infolge der einen kontinuierlich verlaufenden Ergänzungsvorgang bildenden Wiedervereinigung
von Elektronen und Ionen an der Hüllenwandung. Dieses ist der Energieverbrauch, der für die Ermöglichung eines Stromdurchganges
durch die Entladungssäule wesentlich ist; er beträgt bei der 40-W-Lampe etwas weniger als 1 W.
Die Energie der am Entladungsvorgang beteiligten Elektronen regelt sich selbst auf einen Wert ein,
der gerade zur Kompensation der Ionen- und Elektronenverluste an der Hüllenwandung ausreicht;
3. ungefähr 20°/o der zugeführten 40 W, also etwa 8 W, gehen in der positiven Säule des Quecksilber
und Argon enthaltenden ionisierbaren Mediums verloren. Dieser Verlust kann allgemein als
Gasverlust !bezeichnet werden.
Sobald das Gleichgewicht »wischen den Wandverlusten und Erzeugung von Ionen erreicht ist,
liegt die Energie des größeren Teils der Elektronen unterhalb des minimalen Anregungs- und Ionisierungspotentials
des Füllgases. Diese Elektronen sind jedoch in der Lage, den Quecksilberdampf anzuregen
und folgende Strahlung zu erzeugen:
4. eine Strahlung mit der Leistung von 22 W und der Wellenlänge von 2537 Angström-Einheiten,
welche den Fluoreszenz stoff anregt, um eine sichtbare Strahlung zu erzeugen;
5. eine Strahlung mit der Leistung von 2 W und der Wellenlänge von 1847 Angström-Einheiten;
6. etwa ι W unmittelbar sichtbare Strahlung. Es ist zu beachten, daß in der Fluoreszenzlampe die
24 W starke Ultraviolettstrahlung (vorstehende Punkte 4 und 5) durch den Fluoreszemzstoff bei
einem Wirkungsgrad von weniger ale 50% in siehtbares
Licht umgewandelt wird.
Neben den Lampen mit Argonfüllung wurden schon früher verschiedene Versuche unternommen·,
an Stelle von Argon in Niederdruckentladungslampen, Ultraviolettgeneratoren und keimtötenden
Lampen Krypton als Füllgas zu verwenden, doch waren diese Versuche vergeblich oder praktisch
nicht ausführbar. Der Grund für das Scheitern dieser früheren Bemühungen liegt darin, daß man
in jedem Fall versuchte, eine Einrichtung mit vorgegebenen Abmessungen und mit gleichem Wattverbrauch
wie mit Argon herzustellen. Die Strahlungsleistung einer Niederdruckentladungseinrichtung
oder die Lichtmenge einer Niederdruckfluoreszenzlampe wächst aber nicht linear mit dem
Strom an, sondern strebt bei Erhöhung des Stromes einem Grenzwert zu. Wenn man daher versucht,
den gleichen Wattverbrauch wie bei einer Lampe mit Argonfüllung bloß durch Erhöhung des
Stromes zu erhalten,, dann ist die Zunahme an Lichtmenge (in Lumen) infolge der nicht linearen
Beziehung zwischen Lichtmenge und Strom verschwindend klein.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden sprunghafte Verbesserungen bei elektrischen
Niederdruckentladungseinrichtungen mit positiver Säule erreicht, indem man als ionisierbares Medium,
welches die Entladung trägt, Quecksilber und Krypton oder Xenon oder eine Mischung dieser
Gase verwendet und die Wandbelastung des Hüllgefäßes mit dem Druck des indifferenten Gases in
eine Beziehung bringt, die ein Maximum der Strahlung ergibt. In diesem Sinn werden die Betriebstemperaturen
der Einrichtung und der Druck des ionisierbaren Mediums derart eingeregelt, daß
der Betrieb der Einrichtung innerhalb desjenigen Bereiches der durch Auftragen der erzielten Strahlung
über der Hüllentemperatur gebildeten Charakteristik erfolgt, in dem dje albgehende Strahlung
nicht. mehr als 5 °/o vom Maximalwert dieser Charakteristik abweicht.
Insbesondere wurde gefunden, daß man bei Niederdruckentladungseinrichtungen mit positiver
Säule, die vorgegebene elektrische Daten bezüglich der zugeführten Leistung, also vorgegebene Spannung
und vorgegebenen Strom an den Klemmen der Einrichtung haben, in einer Einrichtung, die den
gleichen oder vorgegebenen Hüllendurchmesser, aber um 50% größere Hüllenlänge 'hat, im wesentlichen
den gleichen Strahlungsbetrag je Längen- .115 einheit und damit eine beträchtliche Vergrößerung
des Wirkungsgrades erzielen kann. Anderseits kann man unter Anwendung der erfindungsgemäßen
Lehren eine elektrische Niederdruckentladungseinriehtung
mit festgelegtem Spannung?- und Stromverbrauch herstellen, die bei gleicher Länge, aber
kleinerem Durchmesser als die Vergleichseinrichtung die gleiche Strahlungsleistung ergibt; es ist
also möglich, eine Einrichtung gleicher oder sogar größerer Strahlungsleistung infolge der Verminderung
von Größe oder Durchmesser der Röhre mit
geringerem Kostenaufwand zu erzeugen. Schließlich kann gemäß der Erfindung eine elektrische
Niederdruckentladungseinrichtung mit positiver Säule hergestellt werden, die vorgegebene Maximaldaten
für Strom und Spannung hat und einen größeren Wirkungsgrad ergibt.
Bei allen vorstehend beschriebenen Variationen der vorliegenden Erfindung werden die angegebenen
Ergebnisse dadurch erhalten, daß man den Druck
ίο des Kryptons, Xenons oder des Gemisches dieser
Gase in eine bestimmte Beziehung zu der Wandbelastung der Hüllenfläche bringt. Beispielsweise
werden nach den erfindungsgemäßen Lehren die angegebenen Verbesserungen erhalten, wenn der
Druck der indifferenten Gasfüllung 12 mm Quecksilbersäule nicht überschreitet und die Wandbelastung
der Hüllenfläche im Bereich von 7 bis einschließlich 21 mW/cm2 liegt.
Die Bezeichnung Wandbelastung, die hier verwendet wird, !bedeutet die Verlustleistung je
Flächeneinheit der Hüllenfläche, die etwa in mW/cm2 angegeben wird, und schließt die Elektrodenverluste
nicht ein. Die der positiven Säule einer elektrischen Niederdruckentladungseinrichtung
zugeführte Leistung wird durch die der Lampe zugeführte Leistung abzüglich der Elektiodenverluste
gebildet. Die Wandbelastung ist der Differenzl >etrag zwischen der eben definierten Eingangsleistung der positiven Säule und der von der Lampe
tatsächlich ausgestrahlten Leistung, dividiert durch die Fläche jenes Teils der Lampe, der die positive
Säule umgibt; in den meisten Fällen ist dies im wesentlichen die gesamte röhrenförmige Hüllenfläche.
Im Fall einer Fluoreszenzlampe der Niederdrucktype mit positiver Säule ist beispielsweise die
tatsächlich ausgestrahlte Leistung gleich dem Wattbetrag der sichtbaren Strahlung oder des Lichtes,
das von der Lampe emittiert wird, und beträgt bei einer 40-W-Kryptonlampe gemäß der Erfindung
etwa 9,3 W im Vergleich zu weniger als 8 W bei
entsprechenden Argonlampen. Im Fall einer Ultraviolettbestrahlungslampe,
etwa einer keimtötenden Lampe, die eine Strahlung mit der Wellenlänge von 2537 Angström-Einheiten erzeugt, entspricht die
von der Lampe abgestrahlte Leistung natürlich der Wattzahl dieser Strahlung mit 2537 Angström-Einheiten.
Auf diese Weise berücksichtigt die Bezeichnung Wandbelastung alle Umwandlungsverluste,
die jedoch nicht die Elektrodenverluste einschließen.
Zum besseren Verständnis der Erfindung soll nun an Hand der Zeichnung eine genauere Erläuterung
gegeben werden.
Fig. ι zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
in Anwendung auf eine Niederdruckfluoreszenzlampe mit positiver Säule;
Fig. 2 ist eine Kurvenschar, welche den Zusammenhang zwischen. Strahlungsleistung und
Lebensdauer einer erfindungsgemäß aufgebauten Fluoreszenzlampe bei verschiedenen Drucken des
als Füllgas verwendeten Kryptons zeigt;
Fig. 3 stellt die Strahlungsleistung einer solchen Lampe in Abhängigkeit von der Hüllentemperatur
dar;
Fig. 4 ist schließlich eine Charakteristik, die den Zusammenhang zwischen Strahlungsleistung
(Lumen) und Lampenstrom für verschiedene konstante Werte des- Quecksilberdampfdruckes wiedergibt.
Fig. ι zeigt eine Niederdruckfluoreszenzlampe mit positiver Säule als Vertreter jener Entladungseinrichtungen,
bei denen die Erfindung anwendbar ist. Die Lampe besteht aus einem Hüllgefäß 1, das
aus Glas, Quarz oder einem anderen, die emittierte Strahlung durchlassenden Material hergestellt ist
und in dem sich die im Abstand voneinander angeordneten Elektroden 2 und 3 befinden, welche als
Glüheleiktroden oder Heizfäden dargestellt sind, wenn auch die Erfindung nicht auf die Anwendung
dieser Elektrodenart 'beschränkt ist, vielmehr die Verwendung von beliebigen Elektrodenarten und
Elektrodenanordnungen zuläßt, wobei die Elektroden entweder heiß oder kalt betrieben und
aktiviert sein können oder auch nicht. Die Elektroden 2 und 3 sind aus schwer schmelzbarem
Material hergestellt, wie etwa aus Wolfram, und mit einer aktiven Schicht aus Erdalkalimetall, etwa
mit Oxyden oder Carbonaten davon, überzogen. Die Elektroden 2 und 3 werden von den Zuführungsdrähten
4, 5 bzw. 6, 7 gehalten, die auch als elektrische Verbindungen der außen zugänglich
an den Sockeln 8 bzw. 9 montierten Kontaktstifte 10, 11 bzw. 12, 13 mit den Elektroden dienen. Die
Verwendung von zwei Kontaktstiften für den Elektrodenanschluß an jedem Ende der Lampe ist
natürlich nur als Beispiel zu werten, da sich die jeweils erforderliche Konstruktion nach der Art der
verwendeten Elektroden richtet.
Im Innern der Hülle 1 sind als ionisierbares Medium eine durch das Kügeldhen 14 angedeutete
Quecksilbermenge und ein Füll- oder Zündgas vorgesehen, welches ein indifferentes Gas ist und aus
Krypton^· Xenon oder einem Gemisch davon besteht.
Die verwendete Quecksilbermenge kann diejenige Menge etwas übersteigen, die während des normalen
Betriebes der Lampe erforderlich ist; der Druck des Quecksilberdampfes kann während des
Betriebes zwischen 3 und 20 Mikron Quecksilbersäule liegen und im kalten Zustand etwa 1 bis
3 Mikron 'betragen. Der angegebene Bereich des betriebsmäßigen Quecksilberdampfdruckes entspricht no
ungefähr dem bevorzugten Bereich für die Betriebstemperatur der Hülle, der von 30 (bis 500 C reicht,
wie das in Fig. 3 angedeutet ist.
Um diesen bevorzugten Arbeitsbereich zu erhalten, soll der Druck des Kryptons oder des Xenons "5
oder des Gemisches dieser Edelgase nicht größer als 12 mm Quecksilbersäule sein und in solcher Beziehung
zur Belastung der Wandung stehen, daß diese im Bereich von 7 bis einschließlich i2mW/cm8
liegt. Bei dieser Beziehung werden die schon ange- »a°
führten Vorteile erhalten, insbesondere eine wesentliche Verbesserung im Wirkungsgrad bei der Erzeugung
der Strahlung, ob diese nun eine Ultra- < violettstratilung oder eine Strahlung sichtbaren
Lichtes ist. Zwischen der Wechselstromquelle und den Lampenanschlüssen wird zur Regelung des
Speisestromes der Lampe ein geeigneter Stromoder Spannungsregler, etwa ein zur Spannungsreglung
dienender, eine hinreichende Streuung aufweisender Autotransformator eingeschaltet.
Beim Betrieb einer Fluoreszenzlampe kann man feststellen, daß das den Entladungsvorgang unterhaltende Quecksilber hauptsächlich als Quelle der ultravioletten Strahlung von der Wellenlänge 2537 Angström-Einheiten dient, die ihrerseits einen Leuchtstoffbelag oder einen fluoreszierenden Stoff 15 anregt, welcher vorzugsweise an der Innenfläche der Hülle angebracht ist und die unsichtbare Ultraviolettstrahlung (die Strahlung mit der Wellenlänge 2537 Angström-Einheiten) in eine sichtbare Strah- »5 lung verwandelt.
Beim Betrieb einer Fluoreszenzlampe kann man feststellen, daß das den Entladungsvorgang unterhaltende Quecksilber hauptsächlich als Quelle der ultravioletten Strahlung von der Wellenlänge 2537 Angström-Einheiten dient, die ihrerseits einen Leuchtstoffbelag oder einen fluoreszierenden Stoff 15 anregt, welcher vorzugsweise an der Innenfläche der Hülle angebracht ist und die unsichtbare Ultraviolettstrahlung (die Strahlung mit der Wellenlänge 2537 Angström-Einheiten) in eine sichtbare Strah- »5 lung verwandelt.
Als !besonderes Beispiel für gemäß der Erfindung
mit Krypton gefüllte Lampen ikann man eine 40-W-Lampe
mit einem Leuchtstoffbelag, der ein einer Temperatur von 35000 C entsprechendes weißes
Licht liefert, mit folgenden Werten herstellen:
Zugeführte Leistung 40 W,
Strom 0,42 A,
Spannung 115 V,
Röhrenlänge i8ö cm,
Rollendurchmesser 3,8 cm,
Wandbelastung je cm8 0,013 W/cm2,
Lichtstrom in Lumen 2800 L,
Lumen je Längeneinheit ... 17,5 L/cm,
Lichtausbeute 70 L/W,
Kryptondruck 2 mm.
Zum Vergleich von Lampen oder Entladungseinrichtungen (kann man.eine der folgenden vier Größen
als Basis benutzen: gleicher Wattverbrauch, gleiche Strahlungsleistung oder Lichtergiebigkeit, gleiche
Ströme und gleiche Abmessungen. Die gemäß der vorliegenden Erfindung gebauten Einrichtungen
zeigen unabhängig von der verwendeten Vergleichsbasis die vorstehend beschriebenen Vorteile. Durch
Anwendung der erfindungsgemäßen Lehren in elektrischen Entladungseinrichtungen, wie etwa in
Fluoreszenzlampen, erreicht man eine Erhöhung der Lichtergiebigkeit gegenüber bekannten Niederdruckleuchtröhren
gleicher Abmessung, einen erhöhten Wirkungsgrad oder geringere Herstellungskosten
der Lampen und höheren Wirkungsgrad bei gleicher Lichtergiebigkeit. Um zu zeigen, auf
welche Weise diese Vorteile beim Aufbau von Lampen gemäß der Erfindung erhalten werden,
seien drei Fälle betrachtet: 1. Der Aufbau einer Lampe mit bestimmtem Strom- und ^Spannungsverbrauch;
2. der Aufbau einer Lampe mit vorgegebener Länge und einem 'bestimmten Strom-
und Spannungsverbrauch; 3. der Aufbau einer Lampe mit einer bestimmten, festgelegten Größe,
also mit festgelegter Länge und festgelegtem Durchmesser.
Wenn es erwünscht ist, eine Lampe für eine bestimmte Stromstärke zu bauen, dann kann die
Lichtergiebigkeit für diesen Strom aus Charakteristiken entnommen werden, von denen eine in
Fig. 4 dargestellt ist, deren Kurven bei konstantem Quecksilberdruck als Parameter die Beziehung
zwischen der relativen Lichtergiebigkeit und dem Strom zeigen. Für. den Betrieb innerhalb des Bereiches
links vom Maximalwert der in Fig. 3 dargestellten Kurve sind den Kurven A und B in Fig. 4
Quedksilberdampfdrucke zugeordnet, deren Höhe in der angegebenen Buchstabenfolge zunimmt. Für
den Betrieb rechts vom Maximalwert in Fig. 3 kehrt sich die Beziehung für den Quecksillberdampf
um, d. h. der Kurve A nach Fig. 4 ist dann ein höherer konstanter Quecksilberdampfdruck als der
Kurve B zugeordnet. Wählt man die von den Verlusten in der positiven Säule herrührende Wandbelastung
der Hülle im Bereich von 7 bis einschließ-Hch 21 mW/cm2 und verwendet man als Gasfüllung
Krypton oder Xenon oder ein Gemisch davon mit einem Druck, der 12 mm Quecksilbersäule nicht
übersteigt, dann erzielt man einen Betrieb der Röhre innerhalb des Maximalbereiches der Charakteristik
nach Fig. 3, also innerhalb des zwischen 30 und 500 C dieser Charakteristik liegenden Bereiches,
in dem sich die Lichtergiebigkeit bei einer Umgebungstemperatur von etwa 250 C gegenüber
dem Maximalwert nicht mehr als 5 °/o ändert. Baut man in diesem Sinn eine Lampe so, daß sie die angegebenen
Merkmale durch Vergrößerung der Länge des Hüllgefäßes auf den zur Erzielung einer
gewünschten Spannung erforderlichen Wert erhält, dann wird die Lampe um etwa 50% länger als die
bisher üblichen Lampen mit gleichem Strom- und Spannungsvenbrauch, und sie ergibt nahezu die
gleiche Anzahl von Lumen je Längeneinheit und überdies eine Erhöhung der Lichtausbeute, die etwa
15 °/o oder mehr beträgt.
In jenen Fällen, wo die Erfindung bei einer Lampe mit festgelegter Länge und vorgegebenen
Maximaldaten für Strom und Spannung angewendet werden soll, können die gleichen Merkmale hinsichtlich
der Wandbelastung und des Druckes der Gasfüllung in der Lampe verkörpert werden, indem
man die Fläche oder den Durchmesser der Hülle derart bemißt, daß die Spannung den vorgegebenen
Wert annimmt und die Wandbelastung innerhalb des angegebenen Bereiches von 7 bis einschließlich
21 mW/cm2 Hegt. Wenn Krypton oder Xenon oder
Gemische davon bei den angegebenen Drucken angewendet werden, dann wird der Hüllendurchmesser
im Vergleich zu Lampen der bisher üblichen Bauart vermindert, doch ist die Lichtmenge oder die Gesamtzahl
der Lumen zumindest gleich derjenigen der Lampe bisher üblicher Bauart, und man erhält
den weiteren Vorteil eines zumindest gleich großen oder größeren Wirkungsgrades und verminderter
Herstellungskosten der Lampe infolge der wesentliehen Herabsetzungen von Fläche und Durchmesser
der Lampenhülle und der benötigten Menge an Fluoreszenzstoff.
Schließlich wird es durch Anwendung der erfindungsgemäßen Merkmale der Wandibelastung
und des Gasdruckes von Krypton, Xenon oder des Gemisches davon ermöglicht, Lampen zu bauen, die
bei vorgegebenen Maximaldaten für Spannung und Strom die vorstehend angeführten Verbesserungen
in bezug auf Wirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit der Herstellung aufweisen.
Wenn man als Füllgas Krypton anwendet und den Druck der Krvptongasfüllung vorzugsweise im
Bereich von ι bis einschließlich örnm Quecksilbersäule
wählt, dann haben die so aufgebauten Lampen eine gute Haltbarkeit, wie dies aus den in Fig. 2
dargestellten Kurven für verschiedene, angegebene Druckwerte hervorgeht. Diese Kurven sind nicht so
aufzufassen, daß sie den in Betracht zu ziehenden und auswertbaren Druckbereich einschränken, sondem
sollen bloß den Einfluß von Druckänderiingen zeigen.
Die vorstehend beschriebenen Vorteile, die sich aus der Anwendung von Krypton oder Xenon ergeben,
beeinträchtigen ansonsten die Wirkungsweise der Lampe nicht. Wenn es auch möglich ist,
im Vergleich zu den bei Argon angewendeten Drucken (bei Krypton oder Xenon geringere Drucke
zu verwenden, wird doch infolge des höheren Atomgewichtes von Krypton und Xenon der gleiche
Schutz der Kathode erreicht. Da es möglich ist, Krypton bei so niedrigen Drucken wie etwa 2 mm
Quecksilbersäule und weniger zu verwenden, im Gegensatz zum üblichen Argondruck von 3,5 mm,
ergibt die Anwendung geringerer Mengen von Krypton einen Ausgleich für die gegenwärtig
höheren Kosten von Krypton gegenüber Argon.
Es wurde beobachtet, daß bei Lampen der beschriebenen Bauart, bei denen Krypton verwendet
ist, keine Bänder (Verfärbung an den Enden) auftreten. Obgleich die Zündspannung von Kryptonlampen
etwas höher als diejenige von Argonlampen ist, bildet dieser Umstand keinen wesentlichen
Nachteil, insbesondere dann nicht, wenn eine ü'b-Iiehe
Zündvorrichtung angewendet wird. Anderseits ergibt die geringere Betriebsspannung von Kryptonlampen
unter jenen Umständen einen beachtlichen Vorteil, in denen die Leerlaufspannung der verwendeten
Ballasteinrichtungen von Bedeutung ist. Die Befolgung der vorstehend angegebenen Prinzipien
bei Niederdruckfluoreszenzlampen mit positiver Säule führt stets zu einer Verminderung der Gasverluste
der positiven Säule und daher natürlich auch zu einem verbesserten Wirkungsgrad sowie zu
einem wesentlichen Anwachsen der erzielbaren Menge von sichtbarer Strahlung. Das Anwachsen
der sichtbaren Strahlungsmenge wird natürlich infolge des erhöhten Wirkungsgrades bei der Erzeugung
der Strahlung mit der Wellenlänge von 2537 Angström-Einheiten erzielt,, welche den
Leuchtstoff (Phosphor) anregt. Beispielsweise wurden l>ei einer untersuchten Type von Argon-
Quecksilber-Dampflampen, bei der die Gasverluste in der positiven Säule 8 W betrugen, diese Gasverluste
durch Anwendung von Krypton mit einem Druck von etwa 2 mm Quecksilbersäule auf 2 W
herabgesetzt. Als weiteres Beispiel sei eine Argon-Quecksilber-Fluoreszenzlampe für 100 W angeführt,
bei der durch Anwendung der vorstehend beschriebenen Prinzipien die gleiche Lichtmenge, also
die gleiche sichtbare Strahlung erhalten wurde, wobei der Lampe nur 85 W zugeführt werden mußten,
was einer sehr erheblichen Steigerung des Wirkungsgrades entspricht.
Claims (4)
1. Elektrische Entladungseinrichtung der Niederdrucktype mit positiver Säule und einem
röhrenförmigen Hüllgefäß, in dem sich im Abstand voneinander angeordnete Elektroden und
eine ionisierbare Atmosphäre befinden, welche aus Quecksilberdampf und einem indifferenten
Gas der aus Krypton und Xenon bestehenden Gruppe oder einem Gemisch davon besteht, dadurch
gekennzeichnet, daß der Druck des indifferenten Gases innerhalb des Bereiches von
ι bis einschließlich 12 mm Quecksilbersäule liegt und die Röhre hinsichtlich ihrer Länge
und ihres Durchmessers derart bemessen ist, daß die Wandbelastung der Hüllfläche innerhalb des
Bereiches von 7 bis einschließlich 21 mW/cm2 liegt.
2. Elektrische Entladungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
indifferentes Gas Krypton mit einem Druck zwischen 1 und 6 mm Quecksilbersäule verwendet
ist.
3. Elektrische Entladungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abmessungen des Hüllgefäßes und die Nennstromstärke derart aufeinander abgestimmt
sind, daß die Temperatur der Röhrenwandung bei Nennstrom und Nennspannung der Röhre bei einer Umgebungstemperatur von
etwa 250 C zwischen 30 und 500 C liegt.
4. Elektrische Entladungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die der Röhre zugeführte Leistung mittels eines Vorschaltgerätes auf einen Wert
eingeregelt ist, bei dem die von der Lampe gelieferte Lichtmenge nicht mehr als 5V0 von
ihrem Maximalwert abweicht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
O 5115 5.52
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|---|---|
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Family Applications (1)
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| DEI1657A Expired DE838801C (de) | 1948-01-09 | 1950-07-26 | Elektrische Entladungseinrichtung der Niederdrucktype |
Country Status (3)
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| DE (1) | DE838801C (de) |
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