DE905414C - Entladungslampe mit langgestreckter Glashuelle und je einer Elektrode an beiden Enden dieser Huelle - Google Patents
Entladungslampe mit langgestreckter Glashuelle und je einer Elektrode an beiden Enden dieser HuelleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Niederdruckentladungslampen mit einer Füllung aus Edelgasen und
Quecksilber.
Zweck der Erfindung ist die Verwendung eines Gemisches von Quecksilber und Edelgasen solcher
Zusammensetzung, daß die Fluoreszenz in dem Phosphor derart erregt wird, daß annähernd ein
Maximum an ultravioletter Strahlung erzeugt wird1.
Erfindungsgemäß enthält die Lampe ein Gemisch von Argon oder Neon mit Krypton und Quecksilberdampf,
wobei das Verhältnis des Kryptons mindestens 45 °/o der Gesamtmischung ausmacht.
Eine solche Lampe hat gegenüber einer Lampe mit nur einem Edelgas in Mischung mit Quecksilberdampf
als Füllung den Vorteil des leichteren Startes; sie hat verbesserte Arbeitscharakteristiken,
einschließlich eines größeren Ultravioletteffektes und entsprechenden Leuchteffektes, und zwar bei
niedrigen Temperaturen; ihre Anwärmzeit, d.h. die zur Erzeugung eines gleichförmigen Lichtes erforderliche
Zeitspanne ist geringer; die Kosten sind bei gleicher Leistung niedriger.
Unter Bezugnahme auf die Figuren sind einige Beispiele der erfindungsgemäßen Lampe oder Röhre
erläutert.
Fig. ι zeigt einen Aufriß, teilweise im Längsschnitt,
einer erfindungsgemäßen Lampe;
Fig. 2 und 3 zeigen in Form von Kurven die Änderungen der Ultraviolettleistung bei Änderung der
Gaszusammensetzung; hierbei ist jede Kurve mit einer Ziffer versehen, die den Gasdruck in Millimeter
Quecksilbersäule angibt;
Fig. 4 und 5 zeigen ebenfalls in Form von Kurven
die Änderungen der Fluoreszenz bei Änderung der G'aszusammensetzung; hierbei ist jede KJurve
mit einer Ziffer versehen, die den Gasdruck inMillimeter
Quecksilbersäule angibt.
In den Fig. 2 bis 5 ist als Abszisse der Kryptongehalt der Gasmischung von ο bis ioo°/o aufgetragen,
wobei in den Fig. 2 und 4 als zweites Gas Argon, in den Fig. 3 und 5 als zweites Gas Neon verwendet
ist.
Die Ordinaten in den Fig. 2 und 3 geben den
Wirkungsgrad der Ultraviolettstrahlung in Prozent an, während in den Fig. 4 und 5 als Ordinaten der
relative Wirkungsgrad der Fluoreszenzleistung, ebenfalls in Prozent, aufgetragen is-ti.
Bekanntlich wird zur Erzeugung von ultravioletten Strahlungen, welche Phosphor erregen, um
sichtbare Strahlen in Leuchtröhren zu erzeugen, Quecksilberdampf in Mischung mit inertem Gas
(Edelgas), wie Argon, bei niedrigem Druck verwendet. Der Ausdruck Phosphor bezeichnet ein
fluoreszierendes Material.
Die elektrischen Charakteristiken derartiger Xiederdruckquecksilberentladungen sind bekannt.
Es hat sich gezeigt, daß bei gegebener Lampentemperatur, bei gegebenem Druck und gegebenem
Strom mit ansteigendem Atomgewicht des inerten Gases der Spannungsabfall in der Ouecksilherentladung
und der Spannungsverlust in den Elektroden abnehmen.
Der Wirkungsgrad einer solchen Niederdruckquecksilberentladungsleuchtröhre
hängt von dem Quecksilberdruck und dem Wattverbrauch bei der
Entladung ab. Bei konstanter Lampentemperatur und gegebenem Strom hat ein inertes Gas mit größerem
Atomgewicht und niedrigerem lonisations-.potential
einen höheren Wirkungsgrad als ein Gias von niedrigerem Atomgewicht und höherem Ionisationspotential.
Mit anderen Wbrten, von den in Betracht kommenden Gasen erweist sich Krypton als
zweckmäßiger wie Argon und Neon, Diese Angaben gelten für die Verwendung eines der bekannten,
genannten Edelgase je für sich in Mischung mit Quecksilber. Die Erfindung beruht auf Untersuchungen
der Verwendung vorn Mischungen von inerten Gasen mit Quecksilber in E'ntladelampen.
Um ein möglichst genaues und klares Versuchsergebnis zu 'erhalten, wurde eine Speziairöhre als
Versuchslampe verwendet. Bei dieser bestand der mittlere Teil mit einer Länge von 127 mm und
einem Innendurchmesser von 38 mm aus einem Bor- [
Silikat-Glas, das ungefähr 96% gebundene Kieselerde enthält und im folgenden kurz als Α-Glas bezeichnet
wird.
An beiden Enden dieses Mittelteiles war je ein Rohr von 38 mm Durchmesser aus einem im folgenden
als B-Glas bezeichneten Glas angeschlossen. Dies ist ein gegen Hitze sehr widerstandsfähiges
Glas, zusammengesetzt aus 80% Kieselerde, 12 °/o Boroxyd (B2O3) und einem Zusatz von Natriumoxyd!
(Ha2O) und Tonerde (Al2O3). Die B-Glas-Röhren
waren mit Phosphor überzogen. Eis werden unabhängig erhitzte, mit Oxyd überzogene Kathoden
in gegenseitigem Abstand von ungefähr 61 cm verwendet. Hinzu kam ein Wassermantel von
76 mm Durchmesser, der über den Lampenkörper geschoben wurde und dessen Mittelteil ebenfalls
aus einem 127 mm langen A-Glas-Körper bestand,
an dessen beiden iEhden, z. B. mit weißem Wachs, .B-Glas-(Röhren befestigt waren. Mit dieser Spezialkonstruktion
war es möglich, die Lichtleistung des Phosphors, die Ultraviolettstrahlung des Ehtladebogens
und1 die Lichtleistung des Bogens bei verschiedenen
Gasdrücken unter bestimmten Temperaturen bei entsprechenden Spannungen und Kraftbedarf
zu verbessern.
Das beschriebene Gerät wurde an ein Entleerungssystem angeschlossen', welches einen während der
ganzen Versuchsdauer mit Trockeneis umgebenen Kühlkasten besaß. Die Diffusion der Gasmischungen
erfolgte in einem Gefäß, in welches die zur Verwendung kommenden spektralanalytisch reinen
Edelgase eingeführt wurden. Ferner war die Anlage mit einem geeichten Druckmesser zum Ablesen
der Gasdrücke ausgestattet.
Die Lampe wurde entleert und auf 475'°' C für
die Dauer von 1 Stunde erhitzt. Die Kathoden wurden so lange behandelt, bis kein Gas mehr frei
wurde. Hierauf . wurde der Wassermantel in Arbeitsstellung gebracht, so daß dessen aus A-Glas
bestehende Teile und die entsprechenden Teile der Lampe übereinstimmten; die gegenseitige Lage
wurde durch geeignete Befestigungsmittel gesichert. Der Ringraum zwischen der Lampe und dem
Wassermantel diente zur Durchflutung mit Wasser bei irgendeiner gewünschten Temperatur, die an
einem Thermometer, welches in das die Lampe umgebende Wasser tauchte, abgelesen werden könnte.
Ein Spannungsregler diente zur Kontrolle der Spannung an dem Heiztransformator, dem Entladetransformator
und dem Ultraviolettmeter.
Das Ultraviolettmeter, welches eine Tantalzelle zum Ablesen' der 2537-Ängström-Einheit-Strahlung
enthielt, wurde gegenüber dem A-Glas-Körper in Arbeitsstellung gebracht. Die photoelektrischen
Zellen wurden gegenüber dem A-Glas-Körper und den mit Phosphor überzogenen Teilen aufgestellt.
Sie wurden jeweils vor und nach einer Anzahl von Ablesungen- mit einer Standardglühlampe kontrolliert
unter Benutzung eines Spannungsreglers im Stromkreis. Alle Teile wurden in ihrer gegenseitigen
Lage fixiert, so daß keine Änderung der Versuchsanordnung'eintreten
konnte. Bevor eine Ablesung vorgenommen wurde, ließ man die Lampe
einige Tage lang laufen, und zwar in Quecksilber allein, wobei während der ganzen Periode ständig
evakuiert wurde. Während dieses Versuchsabschnittes ließ man entlang der Röhre Wasser hin und her
strömen, bis die Wassertemperatur 450C betrug.
Alle Werte wurden, bei dieser Temperatur abgenommen. Die Temperatur wurde vor und nach j eder
Strcmablesung kontrolliert. Anschließend wurden bei diesem Betriebszustand der Ultravioletteffekt
des Bogens,, die Spannung,. die Ausstrahlung des Bogens an sichtbarem Licht und das Strahlungslicht
der fluoreszierenden Masse (des Phosphors) abge-
lesen. Unter denselben Bedingungen wurde nach jedem Wechsel der !Gasfüllung oder Gasmischung
gearbeitet. Nach Abschluß dieser vorbereitenden Arbeiten und Einstellung der erläuterten Werte
wurde der Versuch bei verschiedenen Gasdrücken und verschiedenen Gasmischungen durchgeführt.
Die geprüften Edelgase waren Krypton, Neon und Argon, das Gemisch aus Krypton·—Argon und
Krypton—Neon. Die Mischungen wurden so variiert,
daß zuverlässige Werte bezüglich der Differenzen in den Charakteristiken ermittelt wurden.
Jede Gasmischung ließ man mindestens i6 Stunden lang sich ausbreiten, um ein gleichmäßiges Gemisch
zu erhalten.
Eis wurden folgende Mischungen verwendet:
| .] | Krypton | Argon | Krypton | [I | Neon |
| IOO% , | 0% | 100 % | o0/o | ||
| 75%. | -25-% | 75% | 25% | ||
| 50 o/o. | 50% | 50% | 50% | ||
| 25% | 75% | 25% | 75% | ||
| 0% | 100% | 0% | 100% | ||
Alle in den Kurven der Fig. 2 bis 5 niedergelegten Werte wurden bei einem konstanten Strom von
500 Milliampere und einer konstanten Temperatur von 45° C bei verschiedenen Drücken (in Millimeter
Quecksilbersäule) ermittelt.
Spannungscharakteristiken
Für Krypton-Argon-Mischungen wurde die niedrigste Spannung bei 2 mm Gasdruck im Bereich
der ganzen Reihe von Zusammensetzungen, d. h. von 100% Krypton bis 100% Argon, erreicht. Da
die Spannung in direkter Abhängigkeit von den Ionisationspotentialen der inerten Gase variiert, besitzt
Krypton eine niedrigere Spannung als Argon. Auch besteht eine mehr oder weniger lineare Beziehung
bei dem Krypton-Argoni-Gemisch zwischen 100% Krypton und 100% Argon. Eine leichte Abweichung
von der Linearität scheint einzutreten, wenn bei Verwendung von 100% Krypton der Gasdruck
von ι mm überschritten wird. Bei 4 mm Gasdruck wurde eine Abweichung der Spannung vom
linearen Verlauf sowohl für reines Krypton wie auch für reines Argon gefunden.
Bei Krypton-Neon-Gasgemischen konnte eine solche Linearität der Spannung im Bereich zwischen
reinem Krypton und reinem Neon nicht gefunden werden; die Kurven verlaufen konkav nach oben,
und zwar bei allen Drücken, und mehr oder weniger parallel bei Drücken von 2, 3 und 4 mm. Die Spannung
ist wiederum am niedrigsten bei einem Gasdruck von 2 mm für Zusammensetzungen zwischen
100% Neon und 40% Krypton. Über dieser Zusammensetzung bis 100% Neon kreuzen sich die
Kurven, und die niedrigste Spannung wird erreicht bei einem Gasdruck von 1 mm.
Die Spannung .gemäß den Spannungskurven ist am höchsten bei Neon.- Dieses Resultat stimmt
überein, mit der Tatsache, daß das Ionisatipnspotential für Neon höher ist als für Argon oder Krypton.
Bogencharakteristiken
Bei konstantem Strom und konstanter Temperatur zeigen die Kurven, welche den Wirkungsgrad
des Bogens der Entladung wiedergeben, ein Minimum bezüglich der Leistung an sichtbarem Licht
bei einem Gasgemisch von 50% Krypton und 50% Argon. Die Kurven verlaufen mehr oder weniger
parallel für alle Drücke von 1 bis 4 mm. Während aber die Spannung bei Verwendung von Krypton-Argon
am niedrigsten ist bei 2 mm Gasdruck, ergibt sich der höchste Wirkungsgrad an sichtbarem
Licht für alle Zusammensetzungen zwischen reinem Krypton und reinem Argon bei 1 mm Gasdruck. Da
bekanntlich bei konstantem Strom und konstanter Temperatur und bei einem gegebenen Dlruck die
Spannung für Krypton niedriger ist als für Argon, so folgt daraus, daß der Wirkungsgrad für reines
Krypton höher sein muß als für reines Argon, was auch beobachtet wurde. .
Bei Krypton-Neon-Mischungen wurde ein solches Minimum nicht gefunden. Aber wiederum ist der
Wirkungsgrad an sichtbarem Licht bei 1 mm Gasdruck im Bereich von 100% Krypton bis 20%
Krypton —80% Argon am größten. Über diesem Punkt tritt eine steile Abweichung im Bogen Wirkungsgrad
ein, derart, daß bei 100% Neon der Wirkungsgrad für alle bis 4 mm gezeigten Gasdrücke
am niedrigsten ist.
Ultraviolettcharakteristiken
Die Kurven, welche den Wirkungsgrad der Ultraviolettstrahlung bei konstantem Strom und konstanter
Temperatur für Krypton-ArgonjGemische wiedergeben, zeigen, wie aus Fig. 2 ersichtlich, ein
leichtes Maximum für ein Gemisch von 50 % Krypton und 50% Argon bei 2 mm Druck; dieses Maximum
aber scheint bei höheren Drücken leicht zu wechseln.
Der höchste Wirkungsgrad der Ultraviolettstrahlung wird für alle Gaszusammensetzungen zwischen
reinem Krypton und reinem Argon ungefähr bei 2 mm Gasdruck erreicht. Er ist bei allen Drücken
für reines Krypton höher als für reines Argon. Auch fällt er gegen reines Argon zu ziemlich rasch ab,
während gegen reines Krypton zu der Abfall wesentlich flacher stattfindet, so daß bei 100%
Krypton die Wirkungsgrade bei 2, 3 und 4 mm Gasdruck verhältnismäßig nahe beieinanderliegen.
Die Wirkungsgrade bei 1 und 4 mm Druck sind in den Grenzen zwischen reinem Argon und 50%
Krypton und 50% Argon im wesentlichen gleich. In Fig. 2 ist auch noch eine Kurve für 5 mm Gasdruck
eingezeichnet.
Bei Krypton-Neoni-Mischungen ist, wie aus Fig. 3
hervorgeht, das Maximum ausgeprägter und liegt ungefähr bei 75% Krypton —25% Neon für alle
vier Gasdrücke. Wiederum ist der Ultraviolettwirkungsgrad am höchsten bei ungefähr 2 mm Gasdruck,
und zwar für alle Mischungen zwischen reinem Krypton und reinem Neon. Der Ultraviolett-
wirkungsgrad für reines Krypton ist bei allen Drücken größer als für reines Neon. Die Kurven
für 2, 3 und 4 mm Gasdruck schneiden sich bei der Annäherung an reines Krypton, wo der höchste
Ultraviolettwirkungsgrad bei 3 mm Gasdruck zu Hegen scheint. Die Wirkungsgrade liegen in diesem
engen Druckbereich sehr nahe beisammen.
Leucht-(Fluoreszenz-) Charakteristiken
Die Kurven für den Wirkungsgrad der Leuchtkraft (Fluoreszenz) bei konstantem Strom und konstanter
Temperatur für Mischungen aus Krypton und Argon zeigen 'bei 50% Krypton und 50% Argon
ein Maximum bei einem Druck von etwa 2 mm (Fig. 4). Der höchste Wirkungsgrad der Fluoreszenz
wird für alle Mischungen zwischen reinem Krypton und reinem Argon bei 2 mm Druck erreicht.
Dieser Wirkungsgrad bei 2 mm Druck stimmt ziemlich genau überein mit der Kurve des
Wirkungsgrades der Ultraviolettstrahlung bei 2 mm Druck. Es wurde festgestellt, daß bei dieser Zusammensetzung,
bei welcher der Wirkungsgrad der Fluoreszenz ein Maximum ist, der Wirkungsgrad des sichtbaren Lichtes des Bogens ein Minimum
darstellt.
Bei Gasmischungen aus Krypton und Neon (Fig. 5) ergibt sich das Maximum bei ungefähr 75% Krypton
und 25°/o Neon. Diese Kurven stimmen wiederum ziemlich genau mit dem Maximum der
Kurven des Wirkungsgrades der Ultraviolettstrahlen überein.
Es ist des weiteren hervorzuheben, daß, während das Maximum des Wirkungsgrades für die Ultraviolettstrahlung
und für die Fluoreszenz für diese inerten Gasmischungen durchweg ungefähr bei 2mm
Gasdruck liegt, der Wirkungsgrad der Leistung des Bogens für Krypton-Argon- und Krypton-Neon-Mischungen
bei ι mm Druck am größten ist. Die einzige Ausnahme ergab sich unter 20% Krypton
und 80 % Neon, wo die Kurve für einen Druck von ι mm jene für einen Druck von 2 mm kreuzt, so
daß der Wirkungsgrad des Bogens, jener der Ultraviolettstrahlung und jener der Fluoreszenz, von
dieser Zusammensetzung bis 100% Neon in der Nähe von 2 mm Gasdruck liegen. Mit anderen
Worten, der Wirkungsgrad der Leistung an sichtbarem Licht des Bogens liegt bei 1 mm Gasdruck,
während der Wirkungsgrad der Leistung an Ultraviolettstrahlung und entsprechender Fluoreszenzwirkung
bei 2 mm Druck liegt, genau wo die Spannung der Versuchslampe ein Minimum ist.
Diese Werte ergeben ein Optimum für die Zusammensetzung
von inerten Gasmischungen, wo die Erzeugung an ultraviolettem Licht (hauptsächlich
als Quecksilbernachstrahlung) am wirksamsten ist. Die Erklärung für dieses Resultat kann die Anwesenheit
von metastabilen Atomen sein. Eis hat sich gezeigt, daß die Leistung von 2537 Ängström-Einheiten
in einer Quecksilber-Edelgas-Ehtladung abhängt von der Konzentration der metastabilen
Edelgasatome. Leistungskurven für die inerten Gase haben ihr Maximum ungefähr bei demselben Druck,
wie jener ist, bei welchem ein Maximum an metastabilen Atomen vorhanden ist. Es ist daraus zu
folgern, daß die Zusammenstöße zwischen metastabilen Bdelgasatomen und Ouecksilberatomen beträchtlich
größer sein müssen als Zusammenstöße zwischen zwei inerten iGasatomem, welche die Zerstörung
der metastabilen Zustände verursachen.
Die experimentellen Resultate wurden gewonnen unter Benutzung von getrennt geheizten Kathoden,
wodurch ein Teil der Kathodenverluste ausgeglichen wurde, jedoch nicht auf Kosten des Wirkungsgrades.
Daher werden bei den in der Praxis verwendeten Lampen, bei denen Kat'hodenverluste eintreten,
die Wirkungsgrade der Gasgemische niedriger sein als die Versuchskurven zeigen, und
zwar um einen Betrag, der abhängt von dem Prozentsatz der Zugabe, sei es von Argon, sei es von
Neon zu Krypton. Indessen ist diese Minderung nicht groß genug, um den verbesserten Wirkungsgrad
der optimalen Gemische aufzuwiegen.
Die aufgeführten Versuchsresultate beweisen eine beträchtliche Verbesserung beim Arbeiten unter
niedrigen Temperaturen. Sie zeigen, daß bei Lampen mit erfindungsgemäßer Gasfülhlung die Wand- und
Umgebungstemperaturen der Lampe, bei welchen die Streifenbildung verschwindet, wesentlich niedriger sind.
| Umgebungs temperatur |
°C | 100 ο,. 0 | Zeit bi glei Kr |
s zur Erzeugung chförmigen Lieh 750ZoKr |
eines tes ^5 0ZoNe |
| 24,0 | 0C | O | Min. | 0 Min. | 0 Min. |
| 21,0 | 0C | ι bis i, | 5 - | 0 - | 0 - |
| l8,0 | 0C | 3 bis 4 | 0 - | 0 - | |
| I5.5 | 0C | 5 bis 6 | - | ι bis 1,5 ■- | ι bis 1,5 - |
| I3.0 | 0C* | ΪΟ | - | 2 bis 3 - | 2 bis 3 - |
| 10,0 | 0C* | 3 bis 4 - | 3 bis 4 - | ||
| 7.0 | 7,5 bis 8 - | 7.5 bis 8- |
*) Streifenbildutig bleibt bestehen mit Kr.
Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, daß die erfin-' dungsgemäße Gasfüllung mehr als 70% der Lampenanwärmzeit
einspart, die notwendig bei gewöhnliehen Kryptonlampen eingehalten werden mußte,
bis das Licht aufhörte zu flackern und gleichförmig wurde.
Zusammenfassend ist zu sagen, daß bei diesen Versuchen mit Krypton-Argon- und Krypton-Neon-Gasgemischen
in Gegenwart von Quecksilberdampf bei niedrigem Druck (ungefähr 9 μ Quecksilbersäule
entsprechend einer Wandtemperatur von etwa 45° C, die als für die Arbeitsweise wirksamste
Temperatur zu gelten hat, obwohl nahezu der gleiche Wirkungsgrad1 bei Temperaturen zwischen
40 und 45°'C und einem entsprechenden Ouecksilberdampfdruck
zwischen 6 und 13 μ erreicht wird) das Maximum des Wirkungsgrades des Ultraviolettlichtes
und der Fluoreszenz bei einem D'ruck von 2 mm und einem Mischungsverhältnis von 50 %
-Krypton und 50% Argon bzw. 75% Krypton und 25% Neon eintritt. Dies zeigt, daß zur Erzielung
bester Resultate das Mischungsverhältnis liegen soll zwischen 45 bis 55% Krypton und 55 bis 45%
Argon bzw. zwischen 70 bis 80% Krypton und
30 bis 20°/o Neon bei Druck von 2 bzw. zwischen
2 und 31 mm und einer Temperatur von 450'C oder
annähernd 45° C (praktisch zwischen40 und 500C).
Handelsübliche Leuchtröhren, von denen eine in Fig. ι gezeigt ist, bestätigen diese experimentellen
Ergebnisse. Zusätzlich zeigen sie den entscheidenden Vorteil von reinen Kryptonlampen, daß sie bei
niedriger Wandtemperatur und Umgebungstemperatur ohne Streifenbildung arbeiten. Die Röhre oder
Lampe der Figur besteht aus einer langgestreckten, durchsichtigen Glashülle 11 mit erhitzten Fadenelektroden
12 und 13 an 'jedem Ebde und einer Füllung
aus Edelgasgemisch und etwas Quecksilber, das durch ein Kügekhen 14 angedeutet ist. Bei
Leuchtlampen wird der gewählte Phosphor an der Innenoberfläche der Hülle 11 aufgetragen.
Bei den oben erläuterten Versuchen wurde Phosphor in der Zusammensetzung von Zink, Berylliumsilikat
und Magnesium-Wolfram-saurem Salz verwendet; für den praktischen Gebrauch kann aber
auch irgendein Phosphor verwendet werden, der eine hohe Absorption von ultravioletten Strahlungen
im Bereich von 2537 Angström-Einheiten (das ist die Quecksilberresonanzstrahlung) und daher
eine starke Ultraviolettwiedergabe, die eine gute Lichtleistung liefert, besitzt. !Andere Beispiele für
verwendbare Phosphore sind Halo-PhosphaKPhosphore.
Die Tatielle gibt die durchschnittlichen Resultate
eines 300 Stunden dauernden Versuches an handelsüblichen Lampen oder Röhren mit Halo-Phosphat-Phosphor
an, und zwar in vergleichender Gegenüberstellung des Wirkungsgrades und der Haltbarkeit
von Lampen mit erfindungsgemäßer Füllung aus einem Krypton-Neon-Gemisch und identischen
Lampen mit nur Kryptonfüllung.
Gasfüllung
Watt
ο Stunden
LPW
Watt 100 Stunden
I L LPW
Watt
300 Stunden
L LPW
75 Kr und 25 Ne-Hg.
Krypton—Hg
Krypton—Hg
25,8
25,0
25,0
1453 1363
56,3 54-5
25.7 24,9 1373
1275
1275
53-4
51,2
51,2
25.4
24,6
24,6
1360 1243
53-5 50,5
In dieser Tabelle bezeichnet L Lumen und LPW Lumen pro Watt.
Die weitere Tabelle gibt die durchschnittlichen Resultate eines o-Stunden-Versuches mit einer
handelsüblichen Lampe oder Röhre, die mit HaIo-Phosphat-P'hosp'hor
überzogen war, und zwar in vergleichender Gegenüberstellung des Wirkungsgrades einer Lampe, die mit Gasgemisch aus Krypton
und Argon, und einer Lampe, die nur mit Argon gefüllt war.
| Gasfüllung | Watt | Lumen | LPW |
| Krypton—Hg 40 Kr—A-Hg |
24.7 25.4 |
1296 1470 |
52,6 57.8 |
Wenn die Lampe zur Bakterientötung oder für andere Zwecke verwendet wird1, wo ultraviolettes
Licht erforderlich ist, besteht die Hülle selbstverständlich aus für Ultraviolett hochdurchlässigem
Glas, z. B. aus dem obengenannten Α-Glas oder einem anderen, für diesen Zweck bekannten Glas.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Entladungslampe, 'bestehend aus einer langgestreckten Glashülle und je einer Elektrode an beiden Enden dieser Hülle, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle ein Gemisch aus Krypton und Neon oder Krypton und Argon in Verbindung mit Quecksilberdampf enthält, wobei der Anteil des Kryptons mindestens 45°/o und der des anderen Gases so groß ist, daß annähernd ein Maximum an ultravioletter Strahlung erzeugt wird.
- 2. Lampe nach Anspruch 1 mit einer Füllung aus einem Gemisch von Krypton und Neon, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasanteile zwischen 70 und 80% Krypton und zwischen 30 und 20% Neon liegen.
- 3. Lampe nach Anspruch 1 mit einer Füllung aus einem Gemisch von Krypton und Argon, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasanteile zwischen 45 und 55% Krypton und zwischen 55 und 45% Argon liegen.
- 4. Lampe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gasgemisch in der Hülle einen Druck zwischen 2 und 3 mm Quecksilbersäule aufweist.
- 5. Lampe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebstemperatur zwischen 40 und 500O liegt.
- 6. Lampe nach einem der vorhergehenden Ansprüche für die Erzeugung von sichtbarem Licht, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenoberfläche der Glashülle ein Überzug aus fluoreszierendem Stoff vorgesehen ist, der ultraviolette Strahlen von 2537 Ängström-Einheiten Wellenlänge für die Erzeugung von sichtbaren Strahlen benötigt.Angezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 589856; USA.-Patentschrift Nr. 1977688.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen® 5782 2.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE905414C true DE905414C (de) | 1954-03-01 |
Family
ID=22287666
Family Applications (1)
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| DE (1) | DE905414C (de) |
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