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Schaltung zur registermäßigen Herstellung von elektrischen Verschlüssen
von Weichen und Fährstraßen für elektrische Stellwerke Die Erfindung betrifft elektrische
Stellwerke, die ohne mechanische Verschlußregister und zur Verkleinerung der Stellwerksahmessungen
auch ohne 1-lehelsperren arbeiten.
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Bei den bekannten elektrischen Stellwerken dieser :1rt wird die Bedienung
durch Hebel oder Tasten unter Vermeidung mechanischer Sperren vorgenommen, wobei
die Abhängigkeiten nur elektrisch überprüft und Verschlüsse von Weichen oder Fahrstraßen
durch Unterbrechen der entsprechenden Stromkreise hergestellt werden.
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Da bei diesen Stellwerken der Steuerstromkreis beispielsweise einer
Wgic'he von einem Kontakt an derjenigen Fahrstraße, in deren Verschluß die 11'eiche
liegt, unterbrochen und die Weiche dadurch verschlossen wird, so ergab sich der
Nachteil, daß bei größeren Stellwerken, 'bei welchen beispielsweise 3o bis 40 Weichen
verschlossen werden mußten, an der betreffenden Fahrstraße auch 3o bis 4.o Kontakte
lediglich für den Verschluß von Weichen ge-, braucht wurden. Wenn auch in vielen
Fällen einzelne Kontakte durch Zusammenschaltung für mehrere Weichen verwendet werden
konnten, blieb doch bei größeren Bahnfhöfen der Aufwand an Fahrstraßenkontakten
immer noch sehr er'heb'lich.
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Hinzu kamen die immerhin sehr umfangreiche Schaltarbeit und die geringe
Übersichtlichkeit bei ,den in regelmäßigen Abständen vorzunehmenden Stellwerksprüfungen,
was einen sehr großen Nachteil gegenüber dem bisher Üblichen mechanischen
Versehlußregstec
darstellte, bei welchem bei Stellwerksprüfungen die Verschlüsse einfach abgelesen
werden konnten.
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Ein weiterer Nachteil der bisher üblichen Art der Herstellung von
elektrischen Verschlüssen gegenüber dem alten mechanischen Verschlußregister zeigte
° sich bei 'Änderungen und Umbauten, und: zwar, auf der einen Seite ein langwieriges
und zeitraubendes Ändern von Schaltungen mit anschließender genauester Prüfung,
auf der anderen Seite dagegen nur ein einfaches Einsetzen oder Herausnehmen von
mechanischen Verschlußstüdken mit anschließender schneller und ablesbarer Prüfung.
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Die Erfindung bezweckt, unter Vermeidung der vorerwähnten Nachteile
eine besonders zweckmäßige und vorteilhafte Schaltung zur registermäßigen Herstellung
von elektrischen Verschlüssen für die Weichen und Fährstraßen zu schaffen, die die
Vorteile elektrischer Verschlüsse mit den Vorteilen des alten mechanischen Verschlußregisters
vereinigt.
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Dies wird gemäß -der Erfindung dadurch erreicht, claß durch Einfügen
oder Entfernen von Ventilzellen oder sonstigen mit Ventilwirkung arbeitenden Schaltelementen
in ein vorbereitetes Schaltungssystem oder aus demselben jeder gewünschte Verschluß
ohne jede weitere Schaltungsänderung hergestellt oder entfernt werden kann. Für
jede im Verschluß einer Fahrstraße liegende Weiche wird Rückstellwicklung ' des
als Stützmagnet oder Springmagnet ausgebildeter Magnetschalter als Verschlußmagnet
verwendet. Hierbei arbeitet die Rückstellwicklung des als Stützmagnet (oder Springmagnet
ausgebildeten Verschlußmagnets mit Anzugsverzögerung. Weiterhin sieht die Erfindung
eine Einrichtung vor, die es gestattet, zur Anschaltung der @e,rschlußmagnete aller
im Verschluß einer Fährstraße liegenden Weichen und Fährstraßen nur einen Kontakt
an der vom Fahrstraßenhebel oder Fahrstraßendruckknopf betätigten oder gesteuerten
Kontaktvorrichtung zu betätigen.
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Das Wesen der Erfindung wird nachstehend an Hand des in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert (Fis. i bis 3).
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In Fig. i ist zum besseren Verständnis der Arbeitsweise ein Gleisbild
mit Verschlußtafel dargestellt. Das Beispiel ist für drei Weichen und vier Fahrstraßen
durchgeführt.
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Fig.2 stellt ein rostartiges System von Stromschienen mit der dazu
gehörenden Schaltung dar. Laie horizontalen Fahrstraßenschienen sind mit I, I1;
111, IV, V bezeichnet, während die von den Fahrstraßenschienen isoliert angebrachten
vertikalen Verschlußstromschienen der einzelnen Weichen und Fahrstraßen mit oi bis
oio bezeichnet sind.
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Die als Ventilzellen ausgebildeten Kontaktbrücken stellen die eigentlichen
Elemente zur Herstellung der Verschlüsse dar und sind mit den großen Buchstaben
A bis T bezeichnet. Diese sind gemäß 'der Erfindung zur Veränderung
der Verschlüsse leicht einsetzbar und herausnehmbar.
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Die Stützmagnetschalter io, 11; 20, 21; 30, 31; 40; 4I;
5O,, 51;; 60, 6I; 70, 7I; 80, 8I; 90,i 91;
Zoo, ioi sind so ausgebildet,
daß die Abstützung nur einseitig erfolgt, A. h. bei dem Stützmagnetschalter i o,
i i z. B., daß der Anker des Magnets i i erst abfallen kann, nachdem der Anker des
Magnets io angezogen `hat, -der Anker des Magnets io aber bei Stromloswerden .desselben
abfallen kann, auch wenn der Ankerdes Magnets i i noch abgefallen ist. Ferner ist
der Magnet i i mit einer Einrichtung zum verzögerten Ankeranzug nach Einschaltung
des Erregerstromkreises versehen.
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In der gleichen Art sind auch die anderen Stützmägnetschalter ausgebilidet.
| Kontakt ioi wird vom Anker des Magnets io gesteuert |
| III II - |
| - 201 20 _ |
| 211 - '- - _ - 21 - |
| 301 30 _ |
| _ 311 31 - |
| 401 40 _ |
| 411 41 _ |
| 501 5o - |
| - 511 51 _ |
| - 6oi 6o _ |
| - 611 - - - - _ 61 - |
| _ 701 - _ _ _ _ 70 , . ._. . |
| _ 711 _ _ _ _ - 71 _ |
| - |
| HOI - - _ _ - 80 |
| HII - - _ _ _ $1 - |
| _ 9oi _ _ _ _ _ 9o - |
| 9ii _ _ _ _ - 91 - |
| - 100I - - - - I00 |
| _ IOII - - - - - IOI - |
Mit a
i, a 2, a
3, b und c sind Kontakte an den in Grundstellung befindlichen
FahrstraBenhebeln gleicher Bezeichnung benannt.
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Die Sicherungen sind mit I bis 7 bezeichnet. Anschließend werden die
hei Einstellung der als Beispiel herausgegriffenen Fahrstraße a i erfolgenden Vorgänge
beschrieben.
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Die Fahrstraße a i verschließt laut Verschlußtafel (Fis. i) die Fährstraßen
a 2, a 3 und c in Grundstellung sowie die Weichen 1, 2 a, 2 b und 2 c, 2
d in der Plusstellung.
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Mit dem Einstellen der Fährt a i schalten die beiden mit a i bezeichneten
Kontakte um. Es treten dann folgende Stromläufe auf: i. Von Sicherung i über Magnet
io; Stromschiene oi, Ventilzelle A, Stromschiene I, Kontakt a i zur Erde. Magnet
io zieht an, unterbricht den Kontakt ioi und entzieht dem Anker des Magnets i i
seine Abstützung, worauf der Anker des Magnets x i abfällt und seinen Kontakt t
1 i schließt. Ein weiterer nicht dargestellter Kontakt am Anker des Magnets i i
unterbricht den Minussteuerstrom der Weiche i, die damit, wenn sie in Plus liegt,
nicht mehr nach Minus umgestellt werden kann und somit in Plus verschlossen ist.
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2. Von Sicherung 2 über Magnet 30, Stromschiene 03, Ventilzelle
E, Stromschiene 1, Kontakt a i zur Erde; Magnet 30 zieht an, unterbrichst
den Kontakt 301 und entzieht dem Anker des Magnets 31
seine Abstützung,
worauf, der Anker des Magnets 31 abfällt und seinen Kontakt 3 i i schließt. Der
Verschluß der Weiche 2a, 2b in Plus erfolgt dann in gleicher Weise wie unter i.
beschrieben.
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3. Von Sicherung 3 über Magnet 50, Stromschiene o5, Ventilzelle H,
Stromschiene I, Kontakt a i zur Erde. Magnet 5o zieht an, unterbricht den Kontakt
5oi und entzieht dem Anker des Magnets 51 seine Abstützung, worauf,der Anker
des Magnets 51 abfällt und seinen Kontakt, 511 schließt. Damit erfolgt in
gleicher Weise wie unter i. der Verschluß der Weiche 2 c, 2 d in Plus.
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4. Von Sicherung 5 über Fa'hrstraßenkontakt a 2, a 3, durch den überprüft
wird, daß die Fahrstraße a 2, a 3 sich in Grundstellung befindet, nach Magnet
8o, von dort über Stromschiene o8, Ventilzelle o, Stromschiene 1, Fahrstraßenkontakt
a i zur Erde. l)er Verschluß der Fährstraße a 2, a 3 erfolgt dann in gleicher
Weise wie der Verschluß einer Weiche unter i. beschrieben.
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5. Von Sicherung 7 über Fahrstraßenkontakt c, Magnet ioo, Stromschiene
oio, VentilzelleR, Stroms(2h:ieiie I, Fahrstraßen@konta'kt a i zur Erde. Der Verschluß
der Fahrstraße c erfolgt wie unter 4. beschrieben.
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Damit sind alle gemäß Verschlußtafel erforderlichen Verschlüsse erzielt.
Unbeabsichtigte Verschlüsse, wie sie etwa bei Verwendung einfacher Kontaktbrücken
an Stelle der Ventilzellen durch rückläufige Stromverzweigungen entstehen könnten,
sind nicht möglich.
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I Nach Beendigung der Fahrt a i und Rückstellung der Fahrstraße a
i wird die Stromschiene I von Erde abgeschaltet, damit werden die Magnete io, 30,
5o, 8o und ioo stromlos, ihre Anker fallen ab und schließen die Kontakte 10i, 301,
501, 801, 1001.
1)a die Kontakte 11 1, 31i, 51i, 81i und ioii durch
den vorher erfolgten Ankerabfall der Magnete i i, 31, 51, 81 und ioi
schon geschlossen sind, erhalten die Magnete 11, 31, 51, 8i und ioi
Strom und ziehen mit Anzugsverzögerung an. Mit dem Anziehen dieser Magnete wird
der bis dahin vorhandene Verschluß der entsprechenden Weichen und Fahrstraßen aufgehoben.
Da mit dem Anziehen der Magnete 1i, 31, 51, 81 und ioi auch die Ankerabsti.i.tzungender
vorherabgefallenenMagnete 1o, 30, 50, 8o und ioo wieder wirksam werden, so hleilx#n
die Magnete 1i, 31, 51, 81 und ioi auch in ihrer angezogenen Lage,
wenn die Stromzuführung zu ihnen durch die vom eigenen Anker betätigten Kontakte
111, 311, 511, 811 und ioi i abgeschaltet tv i rd.
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Sollte, während die Fahrstraße a i eingestellt und somit die Weichen
und Fahrstraßen in der vorbeschriebenen Art und Weise verschlossen sind, z. B. die
Sicherung i durchbrennen, so wird zwar der Magnet io abfallen und -seinen Ankerkontakt
ioi wieder schließen, jedoch kann der Magnet ii nicht anziehen, da er an der gleichen
Sicherung angeschlossen ist. Der Verschluß der Weiche bleibt also trotzdem bestehen.
Wird die Sicherung sofort ersetzt, so zieht ,der Magnet io sofort wieder an, während
der Magnet i i infolge seiner Anzugsverzögerung noch nicht anzieht. Bevor jedoch
die Anzugsverzögerung abgelaufen ist, !hat -der Anker-'kontakt ioi des Magnets io
die Stromzuführung zum Magnet i i erneut unterbrochen, so daß der Magnet i i nicht
anziehen kann und somit der bestehende Verschluß erhalten bleibt.
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Der gleiche Fall tritt beim Stromloswerden der Gesamtanlage ein. Sämtliche
beistehenden Verschlüsse bleiben auch beim Wiederkehren des Stromes erhalten. Damit
ist die Sicherheit der gesamten Verschlußeinrichtung gewährleistet.