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Einfaden-Kettenstichnähmaschine
| 1):e ErIin(lung betrifft Kettetistichnähinaschinen |
| und im lwsoinileren Bitte l:iiifaden-Ketteiisticiitiäli- |
| maschine. det-c#ti Stichbildevorrichtung eilte übliche |
| Ohrnadel und eitlen sich drehenden Flügelgreifer |
| zum N@ei-ketten der von der Nadel durch das |
| .\rlieitsstiicl: hitidurchgefiihrten Fadenschleifen hat. |
| 13ei Ketteitsticlinäliinascliitieti finit Öhrnadel und |
| sich drehendem (reifer wirft dieser eine Faden- |
| sclileif<# all." wenn die Greiferspitze in die von <Iei- |
| Nadel dargebotene nächstfolgeivcle Fadenschleife |
| eintritt. Diese Fadenschleife wird darauf durch den |
| Greifer :ttisgeweitet und ihni für seinen Eintritt |
| dargehotcn. w;ilireud er eilte clar:itiffc>lgeiicle Faden- |
| srhleifc erfüllt. |
| lWi bekannten Kettenstichtiiihniaschinen, die vin-° |
| Nadelstange oder einett gleicharti;;en Teil als |
Fadetigebxr verwenden, wird der für die vom (reifer auszuweitende Nadelfadenschleife
benötigte Faden von der .vorher ausgedehnten Schleife abgezogCn. da der Fadengeber,
wenn er mit der Nadel emporsteigt, den Faden auf der Nadelseite der erfaliten Schleife
straff hält. leer gewundene Weg, Tiber den die' vorher erweiterte Fadenschleife
zwecks Abgabe von Faden an den Greifer verkürzt wird, bedingt einen Faclennachzug
von dem Vorrat und die Bildung von lockeren Stichen, insbesondere bei höheren Arbeitsgeschwindigkeiten.
'Um diesen Nachteil zu vermeiden, werden allgemein allsatzweise arbeitende Fadenklemmen
verwendet, die zeitlich so eitigesttllt sind, daß sie den Faden auf der 7tiführungsseite
des Fadengebers verriegeln, während der (reifer die Fadenschleife ausweitet.
Während
dieser Funktion der Fadenklemmen beeinträchtigen diese die Arbeitsgeschwindigkeit,
vermindern aber nicht den straffen Fadenzustand, wodurch bei der Ausweitung der
Fadenschleifen durch den Greifer Gefahr für einen Fadenbruch besteht.
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Bei bekannten Kettenstichnähmaschinen mit Flügelgreifern ist es auch
üblich, auf und ab gehende, mit Ohren versehene Fadergeber zu verwenden, wobei der
Faden bei seiner Aufnahme und bei der Festsetzung der Stiche scharf um diese Öhre
gebogen wird, wodurch die Gefahr eines Fadenbruches bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten,
insbesondere bei Verwendung von Fäden geringerer Qualität vergrößert wind.
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Ein Zweck der Erfindung ist es, diese Nachteile zu beseitigen und
eine Fadengebervorrichtung vorzusehen, die alle handelsüblichen Fäden auch bei sehr
hohen Arbeitsgeschwindigkeiten der Maschine erfolgreich handhabt.
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Die erfindungsgemäße Einfaden-Kettenstichmaschine ist dadurch gekennzeichnet,
das die Fadengeber,in bezug auf Nadel und Greifer sich so bewegen und so angeordnet
sind, das sie jeweils während der Fadenschleifenausweitung durch den Greifer Faden
abgeben, der dem Greifer auf der Nadelseite der von ihm erfaßten Schleife zur Verfügung
steht, und das sie vom Greifer abgeworfene Fadenschleifen jeweils nach fortgeschrittener
Ausweitung der neuen Schleifen durch den Greifer festziehen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
und zwar zeigt Fih. i einen senkrechten Längsschnitt einer Nähmaschine nach der
Erfindung, teilweise in Vorderansicht; Fig.2 ist ein waagerechter Längsschnitt durch
den Maschinenarm; Fig. 3 ist ein Längsschnitt in größerem Maßstab durch die Greifervorrichtung
in einer die Drehachsen der Greiferwelle und des Greiferwellenstumpfes enthaltenden
Ebene; Fig. .4 ist ein senkrechter Schnitt quer zur Grundplatte in größerem Maßstab
durch die die Greiferwellenantriebsräder aufnehmende Ölkammer; Fi'. 5 ist eine Stirnansicht
der Maschine, wobei die Grundplatte im senkrechten Schnitt gezeichnet und die Fadengeberschutzplatte
abgenommen ist, während sich der Greifer in der schleifenerfassenden Stellung befindet;
Fig. 6 ist in größerem Maßstab eine Seitenansicht der Nadel und des Greifers in
der Stellung nach Fig. ;; Teile der Grundplatte, des von dieser getragenen Stoffes
und des Stoffschiebers sind im senkrechten Schnitt gezeichnet; Fig. 7 bis 14 sind
Ansichten ähnlich denen der Fig. 5 und 6 und zeigen verschiedene aufeinanderfolgende
Arbeitsstellungen der Nadel, des Greifers und der Fadengebervorrichtung während
eines Sticht» ldungskreislaufes.
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Die Nähmaschine besitzt ein Rahmengestell mit einer Stofftragplatte
i, von deren einem Ende der Stander 2 eines hohlen Maschinenarmes 3 emporragt, der
an seinem freien Ende in einen über der Stofftragplatte i hängenden Kopf 4 ausläuft.
Eine waagerechte, irn Maschinenarm 3 angeordnete Maschinenantriebswelle-7, die einerends
eine mit einem Handrad vereinigte Riemenscheibe 8 trägt, ist in Kugellagern 5 und
6 drehbar gelagert. Auf dem anderen Ende der Welle 7 sitzt eine Kurbelscheibe 9,
die eine Bohrung hat, in der mittels einer Schraube i i ein mit einer Schulter versehener
Kurbelzapfen io befestigt ist.
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Auf dem Kurbelzapfen ist mittels eines Nadellagers eine durchbohrte
Nabe 12 gelagert, die an dem einen Ende eines Lenkers 13 gebildet ist. An seinem
anderen Ende ist der Lenker 13 gelenkig mit einer in im Kopf 4 vorgesehenen Lagern
15, 16 auf und ab gehenden Nadelstange 14 verbunden. An ihrem unteren Ende trägt
die Nadelstange eine Ührnadel 17.
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Eine Drückerstange 18, die am unteren Ende ein°_n Drückerfuß i9 trägt,
ist zur Ausführung einer senkrechten Bewegung in dem Kopf 4 gelagert. Die Drückerstange
18 wird von einer im Maschinenarm 3 angeordneten Blattfeder 2o nachgiebig abwärts
gedrückt und ist mit einer waagerechten, im Maschinenarm 3 gelagerten DrückerfußlüftungsschwingWelle
21 kraftschlüssig verbunden. Die Schwingwelle 21 ist mit einer von dem Arbeiter
mit dem Knie zu betätigenden, innerhalb des Ständers 2 senkrecht angeordneten und
die Stofftragplatte i durchsetzenden Stange 22 verbunden.
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Die Maschinenantriebswelle 7 trägt eine mit einer UmfangsnutverseheneRiemenscheibe23,
die mittels eines Riemens 24 mit einer von einer waagerecht liegenden unteren Welle
26 getragenen, ähnlich ausgebildeten Riemenscheibe 25 verbunden ist. Das Übersetzungsverhältnis
zwischen der Maschinenantriebswelle 7 und der unteren `'Felle 26 ist i : i. Das
eine Ende der Welle 26 ist in einem Kugellager 27 drehbar gelagert, das von einem
an der Stofftr@gplatte i' vorgesehenen Auge 28 getragen wird, und das andere Ende
ist in einer Buchse 29 gelagert, die eine Wand 30 eines von der Stoff tragplatte
i herabhängenden Gehäuses 31 durchsetzt. Dieses Gehäuse dient als Schmiermittelbehälter,
in den hinein sich .die Welle 26 erstreckt. Der Boden des Behälters ist durch eine
mittels Schrauben 34 an der Unterseite des Gehäuses 31 abnehmbar befestigte Platte
33 gebildet. Auf dem der Riemenscheibe abgekehrten Ende der Welle 26 ist ein Ritzel
35 befestigt, dessen Nabe 35' eine Umfangsnut zur Aufnahme einer Ölschleuder 36
aufweist, die in den Ölvorrat im Behälter eintaucht.
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Das Ritzel 35 treibt innerhalb des Behälters 32 ein Zw,ischenri'tze137
der Greifervorrichtung an. Das Rützel37 sitzt auf dem einen Ende eines Wellenstummels
3-8 und liegt neben der antriebsseitigen Stirnfläche einer zylindrischen Buchse
39. Der Wellenstummel 38 ist in Nadellagern 4o drehbar gelagert (Fig. 3), die an
beiden Enden einer in der Buchse 39 exzentrisch angeordneten Längsbohrung 41 vorgesehen
sind. Mittels eines auf dem Wellenstummel am Greiferende neben der dem Ritzet 37
gegenüberliegenden, Endfläche der Buchse
39 angeordneten Bundes
42 ist das Ritzel 35 gegen axiales Verschieben gesichert. Der Wellenstummel 38 mit
dein Ritzel 37 ist mit einer Längsbohrung 43 und mit radialen, die Bohrung :y3 mit
den Nadellagern 40 verbindenden Ölkanälen 44 versehen. Um Schmieröl längs der Welienbohrung
43 zu den Kanälen 44 zu leiten, ist ein Docht 45 vorgesehen, der etwas über das
Antriebsende des M'ellenstumm'els 38 in den Ölbehälter vordringt.
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Das Ritze137 kämmt mit einem Ritze146 von gleicher Größe wie das Ritzel
37 und das Ritzel 35. Das Ritze146 liegt hierbei neben der antriebsseitigen L:ndfläche
der Buchse 39 und wird von dem einen Ende einer waagerechten Greiferwelle 4r7 getragen.
Die Greiferwelle 47 liegt parallel zur Stummel,welle 38 in Nadellagern 48, die an
den beiden Enden einer exzentrischen Längsbohrung 49 der Buchse 39 angeordnet sind.
Die Greiferwelle 47 erstreckt sich durch die Buchse 39 hindurch, und an dem dem
Ritzel 47 gegenüberliegenden Ende ist auf ihr ein Bund So befestigt. Ein rotierender
Flügelgreifer üblicher Bauart, der mit der Ohrnadel 17 zwecks Bildung von Einfadenkettenstichen
zusammen arbeitet, ist mittels eines Schaftes 51 in einer waagerechten Bohrung 52
der Greiferwelle 47 befestigt, wodurch das eine Ende der Längsbohrung abgeschlossen
wird. Die Greiferwelle weist ebenfalls radiale Ölkanäle 53 auf, die die Wellenbohrung
52 mit den Nadellagern 48 verbinden. In der \i'ellenhohrung 52 ist ein Docht 54
vorgesehen, der etwas über die Stirnfläche des Ritzels 46 in den Ölbehälter vordringt.
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Der sich drehende Greifer weist die übliche gekrümmte schlanke Spitze
55 auf, die an dem die Fadenschleife ausdehnenden Greiferkörper 56 vorgesehen ist,
welcher auf seiner hinteren Seite ,in eine quer verlaufende, die Fadenschleife zurückhaltende
Kehle 57 ausläuft, die schräg zur Greiferdrehachse verläuft. Ein die Fadenschleife
jeweils umwendender und spreizender Flügel 58 erstreckt sich von der Kehle
57 nach hinten und hält die Nadelfadenschleife in der für das Eintreten der Greiferspitze
erforderlichen Lage.
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Die Greifervorrichtung ist als Ganzes aus einer in einer Wand 6o des
Gehäuses 31 vorgesehenen waagerechten Öffnung 59 entfernbar und in dieser Öffnung
einstellbar gelagert. Die Buchse 39 wird mittels einer Stellschraube 61 in einer
Lage gehalten, in der die Achse der Greiferwelle 47 senkrecht über der Achse der
Welle 26 liegt.
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Das Arbeitsstück wird durch einen Stoffschieber 62 an der Stichbildevorrichtung
vorl)vigeführt. Dieser Stoffschieber wird auf bekannte Art und \Veise angetrieben
und arbeitet durch die beiden in der Stichplatte 64 vorgesehenen Schlitze 63 hindurch.
Die Stichplatte 64 ist auf der Grundplatte i Befestigt und weist das übliche Stichloch
65 (Fig.6) auf.
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Die Fadeiigebervorrichtung umfaßt eine Mehrzahl von am Faden angreifenden
Einrichtungen, die relativ -zueinander um feste parallele Achsen drehbar sind. Eine
dieser Einrichtungen weist eine kreisfnrinige Fadengeherseheihe 66.auf, die mittels
Schrauben 67 auf einem Kopf 68 am freien Ende des Kurbelzapfens io befestigt ist,
wobei die Scheibe 66 konzentrisch zur Drehachse der Maschinenantriebswelle 7 liegt.
Auf der Außenseite der Scheibe 66 ist ein konzentrischer flacher Ring 69 mittels
zweier nebeneinanderliegender und mit dem Faden in Eingriff tretender Zapfen
70 und eines einzelnen zusätzlichen Zapfens 71 angebracht, welcher gegenüber
dem zunächstHegenden Zapfen 70 ungefähr um 9o° versetzt ist. Diese Zapfen
7 0, 71 weisen denselben Radialabstand von der Achse der Welle 7 auf, und der Zapfen
71 ist im Umlaufsirn vor den Zapfen 7o angeordnet. Da :die Zapfen 70, 71 auf der
Scheibe 66 befestigt sind und somit von der Maschinenantriebswelle 7 getragen werden,
führen sie während einer jeden Aufundabbewegung der Ohrnadel eine Umdrehung aus.
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Weiter weist die Fadengebervorrichtung eine rotierende Fadengeberscheibe
72 und einen rotierenden flachen Ring 73 auf, der gegenüber der Scheibe 72 durch
zwei benachbarte Mitnehmerstifte 74 in einem gewissen seitlichen Absnand gehalten
wird. Diese Stifte 74 verbinden die Scheibe 72 und den Ring 73 zwecks gemeinsamer
Drehung miteinander und dienen gleichzeitig als Fadengeber. Der Radius des von den
Stiften 74 beschriebenen Kreises ist kleiner als der des .von den Zapfen 70, 7;1
beschriebenen Kreises. Die Scheiben und Ringe 66, 72 bzw. 69, 73 und die Zapfen
70, 71, 74 kreisen alle im gleichen Sinn. Die Nabe 75 der Hilfsfadengeberscheibe
72 ist mittels einer Schraube 76 au.f dem einen Ende einer hinter der und parallel
zur Antriebswelle 7 angeordneten Welle 77 .befestigt, wobei diese beiden Wellen
in derselben Höhenlage angeordnet sind. Die Welle 77 ist in Kugellagern 78 des liaschinenarmes
3 gelagert. An dem anderen Ende der Welle 77 ist eine mit einer Umfangsnut versehene
Riemenscheibe 79 befestigt, die mittels eines Riemens 8o mit einer ähnlich ausgebildeten,
auf der Hauptwelle 7 sitzenden Riemenscheibe 81 vet'bunden,ist. Die Scheibe 8i weist
den doppelten Durchmesser der Scheibe 79 auf, so daß sich die Welle 77 bei jeder
Umdrehung der Hauptwelle 7 zweimal dreht. Die einzelnen Fadengeberzapfen 70, 71
und 74 liegen in der gleichen Vertikalebene, so daß der Nadelfaden in einer fortlaufenden
Bewegung über die Fadengeberzapfen geführt werden kann und keine dazwischenliegenden
Fadenführer' benötigt werden.
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Eine Stirnplatte 82, die oben einen .sich teilweise um die Fadengeberscheiben
66 und 72 herum erstreckenden Schutzflansch 83 aufweist, ist am Kopf 4 befestigt.
Eine ergänzende Schutzplatte 84 ist auf einem von der Stirnplatte 82 getragenen
abstandhaltenden Teil 85 (Fig. 2) befestigt und weist einen dem Flansch 83 ,gegenüberliegenden
und sich um die Scheibenringe 69, 73 herum erstreckenden Schutzflansch 86 auf.
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per von einem nicht gezeigten Fadenvorrat abgezogene Nadelfaden _N
geht durch die Öffnungen eines auf dem Kopf 4 sitzenden Fadenführers 87
hindurch.
Der Faden geht dann durch einen Schlitz des Kopfes 4 hindurch zu der üblichen Spannvorrichtung
-9und
der üblichen zugeordneten Regulierfeder 89, wobei die Spannvorrichtung eine
einstellbar gleichmäßige Spannung auf den Faden ausübt. Darauf geht der Faden um
die übliche, von der Dri.ickerstange gesteuerte Führungsstange go herum und von
dort über die Fadengeberzapfen der leiden Fadengebervorrichtungen zu einem an der
Stirnplatte 82 befestigten Fadenführer gi und dann zur Nadel 17 durch einen am Fußlager
16 der Nadelstange befestigten Fadenführer 92.
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Die Stichbildung und Handhabung des Fadens finit Hilfe der Fadengebervorrichtung
ist in aufeinanderfolIgenden Schritten in den Fig. 5 bis 14 dargestellt, wobei sich
die Fadengeberscheiben 66, 72 und der Greifer entgegen dem Uhrzeigersinn drehen.
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In Fig. 5 und 6 hat sich die Nadel 17 gerade zu lieben begonnen,
und die Greiferspitze 55 tritt in die von der aufsteigenden -Nadel gebildete Fadenschleife
\"' und ist im Begriff, in die vorher vom (-,reifer ausgeweitete und in diesem Zeitpunkt
in dessen Kehle 57 zurückgehaltene Schleife N" einzutreten. Die kreisförmig arbeitenden
Fadengeberzapfen 70 geben zusammen Faden preis, so d'aß sich schnell lockerer
Faden zwischen .der Fadengebxrvorrichtung und der Nadel bildet, während der kreisende
Hilfsfadengeberzapfen 71 in diesem Zeitpunkt den Faden nicht beeinflußt.
Ein zu diesem Moment verfügbarer Überschuß an Lockerfaden, d. h. mehr, als zur Ausweitung
der vom Greifer erfaßten Fadenschleife N' benötigt wird, hat den Vorteil, kleinere
Änderungen in der Dicke des Arbeitsstückes und der Stichlängen zu ermöglichen, ohne
daß die Fadengebxrvorrichtung neu eingestellt werden müßte.
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In Fig. 7 und 8 befindet sich die Greiferspitze 55 in einer Lage,
in der der Greifer die neuerfaßte Fadenschleife :V' auszuweiten beginnt und die
vorher gebildete Schleife N" von der Kehle 57 freigegeben hat. Der Stoffschieber
62 hat den. Stoff W immer noch nicht erfaßt, und die rotierenden Fadengeberzapfen
70, 74 geben immer noch sehr schnell lockeren Faden preis. Andererseits ist jedoch
der Hilfsfadengeberstift 71 in eine Stellung vorgerückt, in der er den Faden
erfaßt und etwas von dein iiberscllüssigen lockeren Faden aufnimmt, welcher von
den Fadengeberzapfen 70, 74 preisgegeben wurde. Die Nadel 17 befindet :ich immer
noch im Stoff.
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Der Greifer dreht sich jetzt um ungefähr go° weiter und gelangt in
die in Fig. g und 1o gezeigte Stellung, wodurch die Fadenschleife N' vom Greiferkörper
56 fast die endgültige Ausweitung erfährt. Der hierfür benötigte Faden wird durch
den Greifer von dem durch die Zapfen 70, 74 während der Nadelaufwärtsbewegung zur
Verfügung gestellten Lockerfaden abgezogen. Während der flilfszapfen 71 bei der
beschriebenen Hauptausweitung der Fadenschleife N' lockeren 1, allen aufgenommen
hat, haben sich die Zapfen 70 vom Faden N ganz gelöst, und die Zal>fetl 7d
fahren fort, lockeren Faden abzugeben. Der Hilfszapfen 71 hat also nur iiberschiissigeil
Lockerfadeil aufgenommen, der vom Greifer zur Ausweitung der Fadenschleife nicht
benötigt wurde.
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Wegen des bis zu diesem Zeitpunkt auf der Nadelseite der Fadenschleife
\" zwecks deren Ausweitung durch den Greifer zur Verfügung stehenden Lockerfadens
bleibt die vom Greifer vorher abgeworfene Fadenschleife \"' während des Hauptteiles
der Ausweitung der Fadenschleife N' unverändert. Dies kommt auch daher, daß es zum
Zweck der N- erkürzung der Fadenschleife X" während der anfänglichen Ausweitung
der Schleife durch den Greifer notwendig ist, Faden durch die Schleife des vorher
festgesetzten Stiches hindurch quer über die Oberfläche des Arbeitsstückes nach
abwärts durch das zuletzt gebildete Stichloch im Arbeitsstück- hindurch und quer
über den verhältnismäßig scharfen Hals der Greiferspitze " zu ziehen. Der dem Nachziehen
von Faden aus -der vorher gebildeten Schleife N" entgegengesetzte Widerstand ist
somit wesentlich größer, und der Faden wird daher durch den Greifer von dein durch
die Fadengebervorrichtung gelieferten Lockerfaden abgezogen.
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Der einem Nachziehen von Faden aus der viorher gebildeten Schleife
über den erwähnten scharfen Greiferteil während der anfänglichen Ausdehnung der
Fadenschleife entgegengesetzte Widerstand ist so groß, daß beim Fehlen von genügendem
Lockerfaden eher Faden durch die Spannvorrichtung hindurch von dem Vorrat abgezogen
würde, wodurch sich aber eine mangelhafte Festsetzung der Stiche ergäbe. Um diese
Schwierigkeit zu vere= meiden, -war es bisher üblich, eine absatzweise arbeitende
Fadenklemme zu verwenden. Dadurch wurde der Faden gegen eine Bewegung durch die
Spannvorrichtung hindurch gesichert, wenn .der vom Greifer geforderte Faden für
die anfängtliche Ausweitung der Fadenschleife von der vorher von dem Greifer abgeworfenen
Fadenschleife abgezogen wird. Je größer die Arbeitsgeschwindigkeit der Nähmaschine
gewählt wurde, desto größer wurde die Notwendigkeit, eine solche albsatzweise arbeitende
Fadenklemme zu verwenden, wobei aber die Fadenklemme selbst die Arbeitsgeschwindigkeit
beschränkt.
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Mittels der beschriebenen Fadengebervorrichtung wird erreicht, daß
die vorher allgeworfene Fadenschleife während der Hauptausweitung der neuerfaßten
Fadenschleife unverändert bleibt und trotzdem ein Nachziehen von Faden von dem Vorrat
vermieden wird, wodurch die Stiche richtig festgesetzt werden und sich die Verwendung
von die Arbeitsgeschwindigkeit einschränkenden, absatzweise arbeitenden Klemmen
erübrigt.
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Nachdem der überschüssige Lockerfaden vom Zapfen 7 i aufgenommen und
die Fadenschleife N' durch den Greifer fast ganz ausgeweitet worden ist (Fig. g
und io), wird die vorher albgeworfene Fadenschleife N" sehr scirncll auf dem Arbeitsstück
festgezogen (Fig. i i und 12), Nvas während ungefähr einer Vierteluindrelititi(,
der Antriebswelle 7 stattfindet. Dieses schnelle Festziehen der Schleife N" ist
durch verschiedene Faktoren bedingt.
Dic hinteren Fadengeberzapfen
74, die mit der doppelten Gescliw itidigkeit der vorderen FadenäelxrzaPfen
70 umlaufen, erfassen nämlich den Faden und fangen sofort an, die
Wirkung des Zapfens 71 zu unterstützen. Unmittelbar darauf wirken auch die vorderen
,Fadengeberzapfen 7o auf den Faden und nehmen Faden auf. Das Arbeitsstück ff" wird
vorgerückt, wodurch ebenfalls Faden nachgezogen wird, und die endgültige Ausweitung
der Fadenschleife \-' durch den Greifer (Fig. t t und 12) vervollständigt das Heraufziehen
der Fadetisclileife.\"" und die Festsetzung des Stiches. Während des Heraufziehens
der Schleife N" geht die Schleife N' um den breiteren Teil des Greiferkorbes
56 herum.
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Die Sticlifestsetzungsstelluttg der Teile (Fig. ii und 12) kann sich
je nach der Dicke .des Arbeitsstückes und der Stichlänge etwas ändern. Wenn die
Schleife X' maximal ausgeweitet .worden ist, wie das in Fig. i i und 12 gezeigt
ist, ziehen die Zapfen 70, 7 t und 74 Faden durch die Spannvorrichtung hindurch
und von dem Vorrat ab, bis die l,' adeti,gel@er die in Fig. 13 und 14 gezeigte Stellung
erreichen. Es stellt sich also die durch die Fadengeber von cleni Vorrat abgezogene
Fadenlänge automatisch je nach Erfordernis ein.
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Lei der Le%vegutig des Greifers über die in Fig. i i und 12 gezeigte
Stellung hinaus erfaßt der Greiferftügel 58 den inneren Schenkel der Sc:lilei,fe
.\" und verdreht diesen nach außen, während der- äußere Schleifenschenkel längs
der abgerundeten Kante des Flügels 58 gleitet und dadurch einwärts gelenkt wird
(Fig. 13 und 14). Die Faciensclrleife N' wird dadurch in die Kehle 57 des Greifers
hineiti@gezogen und für dien darauffolgenden 1?ititritt der Greiferspitze 55 gespreizt
und in einer Stellung gehalten, die dem Greifer das darauffolgende =abwerfen der
Schleife ermöglicht.
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Die Fadengebervorrichtung arbeitet also mit einem Flügelkettenstichgreifer
zur Ausführung folgender Operationen zusammen: Erstens wird während der Aufwärtsbewegung
-der Nadel lockerer Faden dein Greifer zwecks hauptsächlicher Ausweitung der von
ihm von der Nadel erfaßten Fadensclileife lxereitgestallt, wodurch ein Abziehen
von Faden von dem Vorrat vermieden wird; zweitens wird ivälirend dieser Ausweitung
der Fadenschleife überschüssiger Lockerfaden aufgenommen, wobei Änderungen in der
Dicke des Arbeitsstückes und der Stichlänge selbsttätig berücksichtigt werden und
gleichzeitig ein Zustand hergestellt wird, der für ein nachfolgendes schnelles Heraufziehen
der vorher gebildeten Schleife dienlich ist; drittens werden die Stiche gleichmäßig
festgesetzt, und viertens wird die erforderliche Fadenlänge von dem \-tirrat abgezogen.
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\\"ährend die abgeworfene Fadenschleife N"' notwendigerweise sehr
schnell heraufgezogen wird, verhindert das leichte Wischen des Fadens über die mit
verschiedener Geschwindigkeit rotierenden und in einem gewissen Abstand voneinander
angeordneten Fadengeber das bei der Verwendung bekannter Fadengeberöhre, um die
der Faden scharf gebogen oder verdoppelt wird, auftretende Zerreißen des Fadens.
Die beschriebene Kombination der vorliegenden Fadengebervorricht-ung und des Flügelgreifers
ermöglicht daher auch die Verwendung von handelsüblichen Fäden schlechterer und
auch besserer Qualität. Da die Fadengeber um feste Achsen rotieren, können sie mit
jeder Geschwindigkeit angetrieben werden, die für die anderen Teile ,der Nähmaschine
zulässig ist, und die Fadengebervorrichtung beeinträchtigt somit den Geschwindigkeitsbereich
in keiner Weise.