-
Verfahren zum Reinigen von Streptomycin Die Erfindung bezieht sich
auf Verfahren zum Reinigen von Streptomycin und insbesondere auf neue Verfahren
zur Entfernung von Verunreinigungen aus wäßrigen, Streptomycin enthaltenden Lösungen
Lind zur Gewinnung von gereinigtem Streptomycin aus wäßrigen Lösungen.
-
Die Herstellung von Streptomycin durch Züchtung von Stämmen von Actinomyces
Griseus in geeigneten Kulturmedien ist zuerst durch Veröffentlichungen von Schatz,
B u g i e r und Wakein a n in 1'roceedings of the Society for Experimental 13iology
and Medicine 55, 66 Abis 69, 1944, bekanntgeworden. Nach dieser Veröffentlichung
wird das Streptomycin aus der Kulturflüssigkeit durch Adsorption finit Aktivkohle
bei neutraler Reaktion, Auswaschung mit verdünnter Mineralsäure und anschließende
Neutralisation der Waschflüssigkeit, Trocknen und Beseitigung vorhandener anorgnischer
Stoffe gewonnen.
-
Nach einem verbesserten Verfahren wird das Streptomycin dem Aktivkohle-Streptomycin-Adsorlbat
durch Behandlung des letzteren mit einer niedrig normalen wäßrig-alkoholischen Lösung
einer niederen aliphatischen Säure gewonnen.
-
In der gegenwärtigen Praxis .halben sich die beiden vorstehend erwähnten
Verfahren als unbefriedigend erwiesen, da beträchtliche Mengen von organischen Verunreinigungen
zusammen mit dem Streptomycin adsorbiert und ausgewaschen werden. Diese Verunreinigungen
behindern die weitere Aufarbeituug
des Streptomycins und die Verwendung
desselben für therapeutische Zwecke, @da sie die Wirksamkeit herabsetzen und toxische
Wirkung entfalten können.
-
Erfindungsgemäß wird das Streptomycin durch ein Verfahren gereinigt,
das darin besteht, daß eine wäßrige Streptomycinlösung mit einem pH-Wert von etwa
1,5 bis 5,o mit Aktivkohle behandelt, die Aktivkohle mit den adsorbierten Verunreinigungen
erbfiltriert und das gereinigte Streptomycin aus dem Filtrat, der Waschflüssigkeit
oder beiden wiedergewonnen wird. Durch dieses Verfahren kann, wie festgestellt wurde,
eine beträchtliche Menge von organischen Verunreinigungen entfernt werden und ein
Produkt von erhöhter Potenz in besseren Ausbeuten erhalten werden, insbesondere
wenn wäßrige Streptomycinlösungen von pH-Werten zwischen r und 4 mit Aktivkohle
behandelt werden. Bei dieser Behandlung werden die Verunreinigungen von der Aktivkohle
adsorbiert, während das Streptomycin vollständig oder praktisch vollständig in Lösung
bleibt. Bei PH-Werten über 4 wird etwas Streptomycin durch die Aktivkohle adsorbiert.
Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn eine Streptomycinlösung der Reinigung
unterworfen wird, deren pH-Wert etwa 2,2 beträgt. Zur Einstellung auf gewünschte
pH-Werte werden nichtoxydierende starke Säuren (Mineralsäuren oder organische Säuren)
verwendet. In Betracht kommen u. a. Chlorwasserstoffsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure.
Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure u. dgl. Oxydierende Säuren, wie z. B. Salpetersäure,
sind ungeeignet.
-
Zu der angesäuerten Lösung werden etwa r bis 5 Gewichtsprozente Aktivkohle
gegeben und die Mischung etwa 15 Minuten umgerührt. Die Aktivkohle wird alsdann
erbfiltriert pnd mit Wasser ausgewaschen. Hierfür wird vorteilhaft eine solche Menge
Wasser verwendet, die etwa ein Viertel des Volumens der angewendeten Lösung entspricht.
Der aus Aktivkohle bestehende Filterkuchen enthält die aufgenommenen Verunreinigungen
und eine geringfügige Menge von Streptomycin. Das gereinigte Streptomycin kann aus
dem Filtrat und der beim Auswaschen der Aktivkohle. anfallenden Flüssigkeit gewonnen
werden. Auf diese Weise können verschiedene Streptomycinlösungen behandelt werden,
wie z. B. die angesäuerten Streptomycinkulturflüssigkeiten oder saure Flüssigkeiten,
welche bei dem vorstehend behandelten Reinigungsverfahren anfallen, oder andere
wäßrige Streptomycinlösungen in verschiedenen Stufen der Reinigung.
-
Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird eine Streptomycinkulturflüssigkeit
durch Alkalisieren auf einen pH-Wert von mehr als 8 eingestellt, die alkalische
Lösung mit Aktivkohle behandelt, das Aktivkohle-Streptomycin-Adsorbat erbfiltriert,
bis zur Neutralität gewaschen und mit einer verdünnten ,%-äßrigen Lösung einer starken,
nichtoxydierenden Säure behandelt, um partiell gereinigtes Streptomycin aus der
Aktivkohle herauszuwaschen und die Aktivkohle erbfiltriert, worauf das Filtrat nötigenfalls
auf den gewünschten pit-Wert eingestellt werden kann. Auf diese Weise kann man eine
wäßrige Streptomycinlösung erhaltten, welche für die Behandlung mit Aktivkohle gemäß
der Erfindung gut geeignet ist.
-
Wenn als Ausgangslösung eine saure Streptomycinlösung verwendet wird,
wie sie durch das vorstehend beschriebene Verfahren oder nach einem der vorher beschriebenen
Verfahren erhalten wird, oder eine partiell gereinigte wäßrige Lösung von Streptomycin
verwendet wird, welche durch andere Mittel erhalten worden ist, kann festes Streptomycin
durch Konzentrieren der vereinigten Filtrate und Waschflüssigkeiten z. B. durch
Erhitzung im Vakuum bei etwa 5o° auf ein geringes Volumen (o,i bis 0,3 % des ursprünglichen
Volumens) gewonnen werden, indem einem Raumteil des Konzentrats etwa 5 Raumteile
Methanol und 5o Raumteile Aceton zugefügt werden und das hierdurch ausgeschiedene
Streptomycin durch Zentrifugieren abgetrennt, mit Aceton gewaschen und getrocknet
wird.
-
Wenn als Ausgangslösung eine angesäuerte Streptomycinkulturflüssigkeit
verwendet wird, wird an die Beseitigung der Verunreinigungen durch Behandlung mit
Aktivkohle in saurem Milieu vorteilhaft eine Behandlung zur Adsorption von Streptomycin
mit Aktivkohle mit einem pH-Wert von etwa 6,5 angeschlossen und mit wäßriger oder
wäßrig-alkoholischer Säure ausgewaschen. Bei dieser Behandlung werden noch zusätzlich
gewisse Verunreinigungen beseitigt.
-
Die vorstehend erwähnten Filtrate und Waschflüssigkeiten können vereinigt
und wie folgt aufgearbeitet werden: der pa-Wert der Lösung wird durch Zufügung von
\Ihali, z. 13. 3o°/oiger Natriumhydroxydlösung auf etwa 6,6 eingestellt. Eine bei
der Neutralisation entstehende Abscheidung wird erbfiltriert und das klare Filtrat
zwecks Adsorption des Streptomycins finit etwa i bis 5 Gewichtsprozent Aktivkohle
behandelt. Die :@ktivkohle wird alsdann mit Wasser oder wäßrigem Alkohol behandelt,
anschließend vorteilhaft mit einem niedrigen aliphatischen Alkohol, z. B. Methanol,
Äthanol o. dgl., behandelt und filtriert. Zwecks Gewinnung des Streptomycins wird
nunmehr der Aktivkohle Wasser zugefügt und die Mischung mit einer starken, nicht
oxvdierenden -\lineralsäure oder organischen Säure behandelt, bis der pii-#,'%'ert
konstant bei i bis 4 bleibt und vorzugsweise etwa 2,2 beträgt, worauf filtriert
wird (wenn eine Mineralsäure verwendet wird, wird das Filtrat auf etwa PH = 6,5
neutralisiert). Das Filtrat wird dann durch Erhitzung im Vakuum bei etwa 5o° auf
ein kleines Volumen eingeengt und das Streptomycin aus dem Konzentrat durch Zugabe
von Methanolaceton, wie oben beschrieben, niedergeschlagen.
-
Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird teilweise gereinigtes
Streptomycin, das z. B. aus der Behandlung einer wäßrigen Streptomycinlösung, z.
B. einer Streptoiiivciiil<ulturflüssigkeit mit Aktivkohle unter sauren Bedingungen
liervorgegangen ist, einer weiteren Reinigung unterworfen,
indem
eine wäßrige Lösung des partiell gereinigten Streptomycins durch Alkalizugabe auf
einen pH-Wert von mehr als 8 eingestellt wird und die so erhaltene alkalische Lösung
mit Aktivkohle behandelt, das Aktivkohle-Streptomycin-Adsoribat abfiltriert, bis
zur Neutralität gewaschen und ,das gereinigte Streptomycin aus dem Adsoribat durch
Ausziehen mit einer verdünnten wäßrigen Lösung einer starken, nichtoxN-dierenden
Säure gewonnen wird.
-
Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Streptoniycitilösung
(unter Einschluß eines sauren Filtrats), die durch Behandlung einer wäßrigen Streptomycinlösung,
z. B. einer Streptomycinkulturflüssigkeit, mit Aktivkohle unter sauren Bedingungen
und Abfiltrieren der Aktivkohle erhalten worden ist, durch Alkalisieren auf einen
pH-Wert von mehr als 8 eingestellt und dann erneut mit Aktivkohle in der oben beschriebenen
Weise behandelt.
-
[in allgemeinen betrachtet, besteht die Erfindung darin, daß eine
wäßrige Streptomycinlösung mit Aktivkohle bei einem verhältnismäßig hohen alkalischen
pH-Wert behandelt wird. Das Verfahren kann angewendet werden für die Behandlung
einer Streptomycinkulturflüssigkeit oder für die zusätzliche Reinigung von Streptomycin,
das bereits eine Vorreinigung durch Behandlung mit Aktivkohle unter sauren Bedingungen
erfahren hat, oder für die Gewinnung von hochgereinigtem Streptomycin aus Lösungen,
welche ein saures Filtrat enthalten. Das Verfahren umfaßt das Alkalisieren einer
wäßrigen Streptomycinlösung'auf pH-Werte von etwa 8 bis i i, die Behandlung der
so gebildeten alkalischen Lösung mit Aktivkohle, das Abfiltrieren der Aktivkohle
und des adsorbierten Streptomycins und die Gewinnung des gereinigten Streptomycins
aus dem Aktivkohle-Streptomycin-A@dsorbat mit Hilfe von verdünnten wäßrigen Lösungen
starker, nicht oxydierender Säuren.
-
In Ausübung der alkalischen Aktivkohlebehandlung kann die wäßrige
Streptomycinlösung auf ein pH von 8 bis i i, vorzugsweise ein ps von etwa 9,5 bis
io durch Zufügung von Alkali- oder Erdal'kalihydroxyd eingestellt werden. Hierbei
können gebräuchliche alkalische Stoffe, wie Natrium-, Kalium-, Barium-, Calciumhydroxyd
u. dgl., Verwendung finden.
-
Die alkalische Lösung wird alsdann filtriert und das Filtrat mit etwa
i bis 5 % Aktivkohle behandelt. Für Lösungen, welche höhere Konzentrationen an Streptomycin
enthalten, werden entsprechend höhere Prozentsätze von Aktivkohle verwendet. Nach
kräftigem Mischen durch Rühren wird das Streptomycinadsorbat a-bfiltriert und mit
Wasser, wäßrigem Alkohol o. dgl. gewaschen, bis der pH-Wert der Waschflüssigkeit
etwa 7,o bis 7,5 beträgt. Dies erfordert im allgemeinen ein Volumen von Wasser,
das etwa ein Viertel des Volumens des Filtrats beträgt. Wenn Calcium- oder Bariumhydroxyd
zum Alkalisieren der Ausgangslösung verwendet wurde, werden die überschüssigen Metallionen
vorzugsweise niedergeschlagen, indem die Aktivkohle in Wasser suspendiert, der pH-Wert
mit Schwefelsäure auf etwa 6,5 eingestellt und filtriert wird. Das Aktivkohleadsorbat
wird alsdann mit einem niedrigen aliphatischen Alkohol vermischt, filtriert, in
Wasser suspendiert und der pK-Wert mit Hilfe einer starken, nicht oxydierenden Säure
auf etwa z bis 3 eingestellt. Hierfür können Mineralsäuren, wie Chlorwasserstoffsäure
oder Schwefelsäure, sowie niedrige aliphatische Säuren. wie Ameisensäure, Essigsäure,
Propionsäure o. dgl., verwendet werden. Die Aktivkohle wird alsdann von der das
Streptomycin enthaltenden sauren Flüssigkeit abfiltriert.
-
Wenn das der alkalischen Aktivkohlebehandlung unterworfene Ausgangsmaterial
eine filtrierte Streptomycinkulturflüssigkeit war, kann die saure Flüssigkeit anschließend
durch Behandlung mit Aktivkohle in saurem Milieu in der oben beschriebenen Weise
weiter gereinigt werden.
-
Wenn das Ausgangsmaterial für die alkalische Aktivkohleadsorption
eine Streptomycinlösung unter Einschluß eines sauren Filtrats einer vorangegangenen
Reinigungsstufe war, wird das aus der alkalischen Aktivkohlebehandlung anfallende,
das Streptomvcin enthaltende Filtrat durch Erhitzen im Vakuum bei etwa 5o" auf ein
geringes Volumen konzentriert. Bei Verwendung einer Mineralsäure ist es vorteilhaft,
die Lösung vor der Konzentration auf pH-Werte von etwa 6,o Abis 6,6 zu neutralisieren.
Dies kann durch Zufügung von Alkali oder vorteilhaft durch Behandlung der Lösung
mit einem ionenaustauschenden Harz geschehen. ' Das Konzentrat wird in Methanol
gelöst und Streptomycin durch Zufügung von Aceton ausgeschieden. Das Volumenverhältnis
von Aceton zu Methanol kann etwa io : i betragen. Der Niederschlag wird durch Zentrifugieren
abgetrennt, mit frischem Aceton gewaschen und im Vakuum getrocknet.
-
Die Gesamtgewinnung des aktiven Produkts durch das Verfahren gemäß
Erfindung mit Hilfe der Behandlung einer sauren wäßrigen Streptomycinlösung von
PH-Werten von etwa 1,5 bis 5,0 mit Aktivkohle ist ebenso gut oder besser als die
Gewinnung von Streptomycin durch frühere Methoden. Die Reinheit oder Wirksamkeit
der Produkte gemäß Erfindung ist dagegen um mindestens 5o bis 6o % größer als die
Wirksamkeit von nach früheren Methoden gewonnenen Vergleichsprodukten.
-
Erzeugnisse von besonders hoher Wirksamkeit können durch ein kombiniertes
Verfahren erhalten werden, bei dem eine wäßrige Streptomycinlösung zuerst einer
Säurebehandlung und dann einer zur Adsorption von Streptomycin geeigneten Behandlung
bei alkalischen pH-Werten unterworfen wird. Da verschiedene Sorten von Aktivkohle
und auch verschiedene Ansätze der gleichen Aktivkohle verschiedenartige Wirkungen
entfalten können, ist die Menge der jeweils anzuwendenden Aktivkohle abhängig von
ihrer Aktivität und auch von den besonderen Anwendungsbedingungen.
-
Die Erfindung sei nachstehend an einigen Beispielen
erläutert,
welche die Vorteile der Reinigungsverfahren gemäß Erfindung veranschaulichen. Beispiel
i Bekanntes Verfahren: iooo ccm Streptomycinkulturflüssigkeit (Aktivität 121 Einheiteti/ccm)
wurden filtriert. Zu dem Filtrat wurden Zog .lktivkohle gegeben. Nach Durchmilchung
wurde die Aktivkohle abfiltriert und der Filterkuchen mit etwa 5oo ccm Wasser gewaschen
und dann in 75 ccm Äthanol aufgeschwemmt. Der Schlamm wurde filtriert und das adsorbierte
Streptomycin durch Mischen der A-Kohle mit etwa ioo ccm Wasser und Behandeln der
Mischung mit 1,0 bis
3,0 ccm Ameisensäure bis zur Erreichung des pn-Wertes
2,2 und Filtrieren von der A-Kohle getrennt. Das Filtrat wurde konzentriert durch
Evakuieren -bei 5o° his auf etwa t bis 2 ccm. Das Streptomvcinkonzentrat wurde in
5 ccm 'Methanol gelöst. und zu der Lösung 5o ccm Aceton zugegeben zwecks Erzeugung
eines Niederschlags. Der Niederschlag wurde durch Zentrifugieren abgetrennt, mit
zwei Portionen Aceton von je io ccm gewaschen und im Vakuum getrocknet. Erhalten
wurden
0,52 g eines Produktes, das eine Aktivität von 143 Einlieiten/mg hatte
(die Gesamtaktivität entspricht 620/0). Beispiel e Vorliegendes Verfahren: ioooccm
Streptonivcinkulturflüssigkeit (.Aktivität 121 Einheiten/ccm) ,%vurden Mit io bis
15 ccm 85o/oiger Phosphorsäure auf pH 2,2 eingestellt und etwa 15 Minuten lang mit
2o g A-Kohle umgerührt. Die A-Kohle wurde abfiltriert und Mit
250 ccm Wasser
gewaschen. Diese Aktivkohle enthält Verunreinigungen und eine geringfügige Menge
von Streptomycin. Das Filtrat und die Waschflüssigkeit werden vereinigt und Mit
2oo/oigem Natriumhvdroxyd auf ph 6,5 eingestellt. Eine geringe Menge eines sich
hierbei ausscheidenden flockigen Niederschlags wird abfiltriert und das klare Filtrat
Mit 20 g A-Kohle behandelt. Das Kohleadsorbat wird mit 25o ccm Wasser gewaschen,
mit 75 ccm Methanol aufgeschlämmt und filtriert. Das adsorbierte Streptomycin wurde
dann von der A-Kohle getrennt und, wie in Beispiel i beschrieben, aufgearbeitet.
Erhalten wurden
0,31 g eines Produkts mit einer Aktivität von 25o Einheiten/mg
(die Gesamtaktivität entsprach 64 0/0). Beispiel 3 Vorliegendes Verfahren: 2ooo
ccm Streptomvcinkulturfliissigkeit (Aktivität 72 Einheiten/mg) wurdet, Mit 15 bis
25 ccm Phosphorsäure auf pn 2,2 eingestellt und 15 Minuten lang mit 4o g A-Kohle
verrührt. Die A-Kohle wurde abfiltriert und mit
50 ccm Wasser gewaschen.
Diese A-Kohle, welche in der Hauptsache Verunreinigungen enthielt, wurde ausgeschaltet.
Das Filtrat und die Waschwässer wurden miteinander vereinigt und mit 3o°/oigem Natriumhydroxyd
auf pn 6,6 eingestellt. Hierauf wurde filtriert, um den in geringer Menge gebildeten
Niederschlag abzutrennen. Das klare Filtrat wurde mit 5o g A-Kohle behandelt, die
A-Kohle abfiltriert, mit 5oo ccm Wasser ausgewaschen und mit r 5o ccin Methanol
aufgeschlämmt. Nach Filtern wurde die A-Kohle in etwa 150 ccm Wasser suspendiert,
mit Salzsäure auf PH 3,o angesäuert, um das adsorbierte Streptomycin auszuziehen,
die Mischung filtriert und die A-Kohle mit etwa 8o ccm Wasser ausgewaschen. Alsdann
wurde Filtrat und Waschwasser miteinander vereinigt und das Ganze auf pii 6,5 neutralisiert,
worauf durch Einengen im Vakuum bei 5o° auf etwa 2 ccm konzentriert wird, und das
Streptomycinkonzentrat wurde in Methanol gelöst und alsdann Aceton zugefügt. Der
erhaltene Niederschlag wurde, ivie in Beispiel i beschrieben, aufgearbeitet. Erhalten
wurden 0,41 g eines Produktes mit einer Aktivität von 2.44 (die Gesamtaktivität
entsprach 69%). Beispiel 4 Neues kombiniertes Verfahren: 2ooo ccm einer Streptomycinkulturfliis.si,#keit
mit einer ,1lctivität vori 77 Einheiten/ccin wurden finit '#-5°/oiger Phosphorsäure
auf pH = 2,2 eingestellt und mit 40 g Aktivkohle 15 Minuten lang durchmischt. Die
Aktivkohle wurde alsdann abfiltriert und mit 25o ccm Wasser gewaschen. Das Filtrat
und die Waschflüssigkeit wurden miteinander \-ereini"t tilld mit 3oo/oiger Natronlauge
auf ein pH von io.5 alkalisiert. Die hierbei entstehende geringe Menge eines flockigen
Niederschlags wurde durch Filtration entfernt. Das alkalische Filtrat wurde mit
5,o g Aktivkohle behandelt und filtriert. Die Aktivkohle wurde mit Wasser ausgewaschen,
bis der pH-Wert der Waschflüssigkeit etwa
7,0 bis 7.5 betrug. Das A-Kohle-Streptomycin-Adsorbat
wurde in etwa 200 ccm Wasser suspendiert und das Streptomycin mit Ameisensäure ausgezogen
und in der in Beispiel i beschriebenen Weise isoliert. Erhalten wurden 20 g eines
Produktes mit einer Aktivität von 373 Einheiten/mg. Die Gesamtaktivität entspricht
si %. Beispiel 5 Früheres Verfahren: 2000 ccm der gleichen Streptomycinkulturflüssigkeit,
welche für Beispiel 4 Verwendung gefunden hat. wurden filtriert, bei Neutralität
mit Aktivkohle behandelt und zwecks Isolierung des Streptomycins in der in Beispiel
i beschriebenen Arbeitsweise aufgearbeitet. Erhalten wurden 56 g eines Produktes
mit einer Aktivität von 151 Einheiten/nig. Die Gesamtaktivität entspricht 52 0/0.
Beispiel 6 Neues Verfahren:
0,37 g partiell gereinigtes Streptomycin, das
z. B. durch ein Verfahren gemäß Beispiel 2 erhalten wurde und eine Aktivität von
232 Einheiten/mg besaß, wurden in ioo ccm Wasser gelöst und der pH-Wert durch Zugabe
von 3oo/oiger Natronlatige auf , im eingestellt. Nach Filtration wurde die Lösung
mit etwa 5,o g Aktivkohle behandelt. Die Aktivkohle enthaltende Stispension
wurde
kräftig gerührt und dann filtriert und mit Wasser gewaschen, bis der pH-Wert der
Waschflüssigkeit 7,o bis 7,5 betrug. Hierfür sind etwa 5o bis ioo ccm Wasser nötig.
Das Aktivkohle-Streptomycin-Adsorbat wurde alsdann in etwa 20 ccm Wasser suspendiert
und das Streptomycin in der in Beispiel i beschriebenen Weise isoliert. Erhalten
wurden oj6 g eines Produktes mit einer Aktivität von 474 Einheiten/mg. Die Gesamtaktivität
entspricht 8o o/o. Beispiel ?
| Frühere> Verfahren: 3ooccmeiner sauren strepto- |
| mvcinhaltigen Flüssigkeit mit einer Aktivität |
| von 9o Einheiten/ccm, die durch Auswaschen eine: |
| Aktivkohleadsorbats erhalten «-orden ist, wurden im |
| Vakuum bei 5o° auf ein Volumen von 0,3 bis |
| i,o ccm eingeengt. Das Streptomycinkonzentrat |
| wurde in Methanol gelöst und durch Zufügung von |
| Aceton ein Niederschlag erzeugt. Die Aufarbeitung |
| erfolgte gemäß Beispiel i. Erhalten wurden 0,3 g |
| eines Produktes finit einer Aktivität von do F_in- |
| lieiten/nig. Die Ausbeute an Aktivitiit entsprach |
| etwa iooo/o. |
Beispiel 8
| Neues Verfahren: 300 ccm einer sauren strepto- |
| m@cinhaltigen Fliissigkeit mit einer Aktivität von |
| 9o Einlieiten/ccni, die erhalten wurde durch Aus- |
| waschen eines A-Kohle-Adsorbats, wurden mit |
| Ameisensäure auf pt = 2,2 eingestellt und mit |
| i5 g Aktivkohle behandelt. Die Mischung wurde |
| etwa 15 Minuten lang gerührt und die A-Kohle ab- |
| filtriert und mit etwa 8o ccm Wasser gewaschen. |
| Die A-Kohle enthält alsdann Verunreinigungen |
| und geringfügige Mengen von Streptomvcin. Das |
| Filtrat und die Waschwässer wurden vereinigt, im |
| \"akuuln bei 50° auf 0.3 ccin eingeengt, das Strep- |
| tomwinkonzentrat in \lethanol gelöst, durch Zu- |
| fügung von .Aceton niedergeschlagen und gemäß |
| Beispiel i aufgearbeitet. Erhalten wurden 0,203 g |
| eines Produktes mit einer Aktivität von 133 Ein- |
| heiteti/nlg. Die Wiedergewinnung von Aktivität |
| all: der :\tisgangsfliissigkeit entspricht ioo°/o. |
Beispiel 9
| Netics Verfahren: 2000 ccm einer Streptomycin- |
| kulturflüssigkeit (Aktivität 72 Einheiten/ccm) wur- |
| den finit Bariumhvdroxyd auf pH 9,5 eingestellt und |
| filtriert. Der Filterkuchen wurde mit 200 ccm Was- |
| ser gewaschen und das Filtrat und die Waschflüs- |
| sigkeit wurden nach Vereinigung mit 30 g Aktiv- |
| sohle behandelt. Die Aktivkohle wurde abfiltriert |
| und mit goo ccm Wasser gewaschen. Das A-Kohle- |
| Adsorllat wurde dann in etwa 200 ccm Wasser sus- |
| pendiert uii<1 der p11-Wert finit Schwefelsäure auf |
| 6,o eingestellt, wobei überschüssige Bariumionen |
| als I@aritinistilfat niedergeschlagen wurden. Die |
| Aktivkohle wurde erneut abfiltriert und dann mit |
| etwa 200 CCm \letli:iliol auf`reschlämint. filtriert |
| und in etwa Zoo ccm Wasser suspendiert. Der pH- |
| Wert der Suspension wurde mit 2,5 N-Chlorwasser- |
| stoffsäure auf 3,0 eingestellt. Nach gründlichem |
Durchmischen der sauren Suspension wurde die Aktivkohle abfiltriert und die Waschflüssigkeit
gemäß Beispiel 8 weiterbehandelt, wobei ein Streptomycinerzeugnis von hoher Potenz
erhalten wurde.