-
Hebevorrichtung für Fahrzeuge, insbesondere Kraftwagen Die Erfindung
betrifft Mittel zum Anheben von Motorfahrzeugen, um diese in eine Stellung zu bringen,
- welche die Vornahme aller Reparaturen oder überhölungsarbeiten gestattet, ohne
daß der Arbeiter gezwungen ist, unbequeme und ermüdende Stellungen einzunehmen.
-
Hierfür wurde das Motorfahrzeug bisher gewöhnlich auf Laufschienen
gebracht, welche über einer Besichtigungsgrube angebracht sind, in welcher der Arbeiter
steht, wobei diese Laufschienen auch gegebenenfalls auf einer Plattform angebracht
waren, welche durch eine senkrechte Verstellung angehoben wurde. In beiden Fällen
blieb das zu reparierende Fahrzeug auf seinen Rädern oder Achsen, so daß die Räder
und insbesondere die Aufhängungsmittel der von dem Gewicht des Fahrzeuges herrührenden
Belastung unterworfen waren, wodurch die Reparatur derselben praktisch unmöglich
wurde. Außerdem arbeitete der unter dem Wagen stehende Arbeiter in einer unbequemen
Stellung.
-
Es sind Hebevorrichtungen bekannt geworden, z. B. nach der amerikanischen
Patentschrift I 585 559, die mittels eines quer zur Längsachse des Automobils zwischen
dessen Vorder- und Hinterrädern eingeschobenen Fahrzeuges unter Verwendung rein
mechanischer Mittel das anzuhebende Kraftfahrzeug vom Boden abheben und Schrägstellen.
Diese Bauart ist aber als äußerst kompliziert zu bezeichnen und erfüllt die gestellte
Aufgabe nur mit erheblichem technischen Aufwand. Im Gegensatz zu dem Gegenstand
der Erfindung wird bei der vorbekan'nten Bauart das Heben bzw. Kippen des Kraftfahrzeuges
ausschließlich mit
mechanischen Mitteln vorgenommen, so daß neben
der wesentlich vereinfachten Bauweise auch in den Betätigungsmitteln keine Identität
erkannt werden kann.
-
Im Gegensatz zu Vorbekanntem bezweckt die Erfindung die Abstellung
aller bisherigen Nachteile und schlägt eine Vorrichtung sehr einfacher Bauart vor,
um mit hydraulischen Mitteln jedes beliebige Motorfahrzeug in eine solche Stellung
zu bringen, daß der Arbeiter unter günstigen Bedingungen arbeiten kann, wobei die
Räder und Achsen des Wagens vollständig unbelastet sind.
-
Eine Vorrichtung nach der Erfindung umfaßt in Kombination einen Halter,
der so ausgebildet ist, daß der Wagen auf ihm mit seinem unteren Teil, d. h. mit
seinem Fahrgestell, aufliegen kann, ohne die Räder und Achsen zu belasten, und hydraulische
Mittel, um diesen Halter in eine solche geneigte Stellung zu bringen, daß der Wagen
sowohl vom Boden abgehoben wie auch in eine Winkelstellung in bezog auf diesen gebracht
wird, und der Arbeiter den Wagen vor sich hat, anstatt ihn über seinem Kopf zu haben.
Es ist zu erkennen, daß die Form und der Aufbau des Halters zur Aufnahme des Wagens,
sowie die Art und die Ausbildung der Mittel zur Manövrierung dieses Halters auf
beliebige, in den Rahmen der Erfindung fallende Weise ausgebildet sein können, welche
ganz 'allgemein jede Vorrichtung betrifft, welche gestattet, mit hydraulischen Mitteln
einen Motorwagen anzuheben und schräg zu stellen, welcher auf dieser Vorrichtung
mit einem beliebigen gewünschten Teil seines Körpers oder Fahrgestells, außer Rädern
oder Achsen, aufliegt, so daß die Aufhängung, Steuerung, Bremsmittel und Antriebsmittel
freiliegen.
-
Die Erfindung betrifft auch besondere Mittel zur praktischen Herstellung
einer solchen Vorrichtung.
-
Gemäß einem Kennzeichen der Erfindung bildet der Halter zur Aufnahme
des Wagens eine Einheit, welche von den Mitteln getrennt ist, welche diesen Halter
in die gewünschte schräge Lage bringen sollen, wobei dieser Halter selbst Verankerungsmittel
umfaßt, um ihn mit dem Unterteil des Wagens starr zu verbinden, wonach dieser Halter
dann auf die Hebemittel aufgesetzt wird. Mit Hilfe dieses Halters kann der Wagen
gehoben werden, ohne daß eine besondere Sorgfalt erforderlich ist, um die Hebemittel
in Stellung zu bringen.
-
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird der oben erwähnte Halter
durch einen Zwischenrahmen mit Anschlägen gebildet, welche den Längsträgern des
Fahrgestells oder des Körpers entsprechen und so angeordnet sind, daß, wenn sich
der Halter in der richtigen Lage befindet; der Wagen nicht seitlich gegenüber diesem
Halter gleiten kann. Vorzugsweise elastische Verankerungsmittel gestatten, den Halter
so unter dem Motorwagen zu verankern, daß er während aller Betätigungen in der richtigen
Lage gehalten wird.
-
Gemäß einem weiteren Kennzeichen der Erfindung werden die Hebemittel
durch einen Schlitten gebildet, der unter den `Vagen gebracht wird, sobald der Halter
an ihm befestigt ist, wobei diese Einführung durch eine zu der Achse des Motorwagens
senkrechte Verschiebung zwischen den beiden Achsen erfolgt, wobei dieser Schlitten
einen Rahmen aufweist, der an einer Seite um eine waagerechte Querachse schwenkbar
ist, welche am Hinterende des Schlittens liegt, und daß ferner Mittel vorhanden
sind, um diesen Rahmen um seine Schwenkachse zu schwenken, so daß die gewünschte
Winkelstellung erreicht wird.
-
Gemäß einem weiteren Kennzeichen der Erfindung werden die Mittel zur
S(liw-eiikung des oben erwähnten Rahmens um seine Schwenkachse durch einen hydraulischen
Hebebock und eine durch einen Hebel betätigte Pumpe gebildet, wobei alle diese hydraulischen
Mittel von dem Schlitten getragen werden, welcher so eine einheitliche Vorrichtung
bildet.
-
Gemäß einem weiteren Kennzeichen der Erfindung ist der zur Befestigung
unter dem Motorwagen bestimmte Halterahmen so ausgebildet, daß .er dem Typ des zu
behandelnden Motorwagens angepaßt ist, wobei jeder benutzte Schlitten gegebenenfalls
mit einem besonderen Satz von Rahmen benutzt werden kann, deren jeder einem Motorwag-entyp
zugehört.
-
Gemäß einer weiteren Eigenheit der Erfindung ist jedoch auch vorgesehen,
den Halterahmen so auszubilden, daß er durch Verschiebung gewisser seiner Teile
an Motorwagen verschiedener Typen und Abmessungen angepaßt werden kann.
-
Gemäß einem weiteren Kennzeichen der Erfindung ist das Gelenk so ausgebildet,
daß der schwenkbare Rahmen des Schlittens zuerst angehoben wird, so daß die vier
Räder des Motorwagens gleichzeitig vom Boden abgehoben werden, worauf dieser Rahmen
in dieser Stellung verriegelt werden kann (Bremsprobe, Entfernung von mechanischen
Teilen, z. B. des Motorblocks, der übertragung, der Achsen, des :Motors usw.), wobei
die Bewegung zur Schrägstellung des Wagens auf diese Hebebewegung folgt.
-
Die Erfindung wird durch die Zeichnung, die beispielshalber eine Ausführungsform
der Erfindung zeigt, veranschaulicht. Fig. i ist ein lotrechter schematischer Schnitt
eines Motorwagens und eines erfindungsgemäß unter diesem Motorwagen verankerten
Halterahmens ; Fig.2 ist ein entsprechender Grundriß; Fig.3 ist ein Grundriß der
unter dem Motorwagen angeordneten erfindungsgemäßen Vorrichtung Fig. 4 ist ein Querschnitt,
welcher einen auf der erfindungsgemäßen Vorrichtung ruhenden und in die gewünschte
Schrägstellung gebrachten Motorwagen zeigt.
-
Auf den Zeichnungen zeigt i schematisch den Körper des Motorwagens
urid 2 zwei Längsträger seines Fahrgestells.
-
Der Zwischenrahmen ist bei 3 gezeigt. Er weist zwei Anschläge 4 auf,
welche, wie klar auf Fig. i
ersi;htli@h, zwis@--bcil dcii Längsträgern
2 liegen sowie elastische Vcrankeruitgsmittcl5, welche gestatten, den in die richtige
Lage gebrachten Rahmen an der Seite des Motorwagenkörpers, z. B. an dun Türscharnieren,
zu befestigen.
-
Wenn sich der Rahmen 3 in der richtigen Lage befindet, wird ein Schlitten
15 unter ihn geschoben (Fig. 3), welcher auf Rollen oder Gleitschuhen 17 und 18
gelagert ist, wobei diese Verschiebung senkrecht zu der Dingsachse des Motorwagens
erfolgt. Dieser Schlitten weist zwei miteinander verbundene Hebearme 6 auf, die
um eine Achse 8 schwenkbar sind und Anschläge 7 besitzen.
-
Wenn der Schlitten unter den Motorwagen und den mit ihm starr verbundenen
Halterahmen 3 eingeführt ist, ruht dieser Rahlnell3 auf den Hebearmen 6, wobei eine
seiner Seiten mit den Anschlägen 7 in Berührung kommt. Um den Motorwagen anzuheben
und ihn in die in Fig.4 gezeigte Winkelstellung zu bringen, müssen die Hebearme
6 um die Achse 8 geschwenkt @verden. In dem dargestellten Beispiel wird diese Schwenkbewegung
der Arme 6 durch eine hydraulische Vorrichtung bewirkt, welche durch ein System
9 mit einer Pumpe und einem Hebebock gebildet wird, dessen Kolben bei i o gezeigt
ist, wobei dieses System 9 mit seinem Fut3 23 auf dem Längsträger 16 des
Schlittens ruht. Wenn sich der Kolben io unter der Wirkung des Betätigungshebels
14, welcher eine das Druckmittel in den Hebezylinder fördernde Pumpe betätigt, aufwärts
bewegt, wirkt er auf die Hebearme 6 über einen Stift i i und Verbindungslaschen
12 ein, welche bei 13 an die miteinander verbundenen Arme 6 angelenkt sind und die
damit in die gewünschte Schrägstellung gebracht werden. Bel 22 sind die die Bolzen
13 tragenden Querträger gezeigt.
-
(rin die Arme 6 in der Stellung zu verriegeln, in wclclTC sie gebracht
wurden und um den Hebebockkolben von der von dem Gewicht des Motorwagens herrührenden
statischen Beanspruchung zu entlasten, können beliebige Verriegelungsmittel vorgesehen
werden. In dem gezeigten Beispiel werden diese Verriegelungsmittcl durch einen Stift
24 gcbildet, welcher durch die Stange des Kolbens io gesteckt wird, welche hierfür
mit einer Reihe von Löchern versehen ist. Bei 20 sind an Streben i9 des Schlittens
angebrachte Handgriffe gezeigt. welche die Steuerung des Schlittens mittels eines
Gestänges 2 i gestatten.
-
Die Erfindung ist keineswegs auf die beschriebeiie und dargestellte
Ausführungsform beschränkt, welche nur als Beispiel angegeben ist, und zahlreiche
Abänderungen der Form und des Aufbaus des Halters, der Mittel zur Verankerung desselben
an dem Motorwagen, sowie der Gestalt und des Aufbaus des Schlittens, der Art und
der Ausbildung der Hebe- und Verriegelungsvorrichtung usw. können vorgenommen werden,
ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. So kann z. B., um eine Verschiebung
des unter den Motorwagen gebrachten Schlittens zu vermeiden, dieser Schlitten auf
beliebige geeignete Weise festgestellt werden. Es können insbesondere Hilfstrageorgane
24- vorgesehen werden, welche von dem Gestell 15 herabgelassen werden können, das
hierfür mit Ansätzen 25 versehen sein kann, wobei diese Hilfstragorgane z. B. die
hinteren Rollen 18 anheben können, um die Achse dieser Rollen von dem Gewicht des
Motorwagens zu entlasten.
-
Ebenso kann man in dem Rahmen der Erfindung weitere Zubehörteile vorsehen.
-
Beispielsweise können zur Anpassung desselben Halters 3 an Motorwagen
verschiedener Bauarten und Größen die Anschläge 4 und die Verankerungsmittel5 so
angebracht sein, daß sie in bezug auf den Rahmen 3 lösbar und einstellbar sind und
so weiter. Diese Anschläge können auch eine beliebige Form haben, welche für jeden
besonderen Motorwagen geeignet ist. So können z. B. diese Anschläge, anstatt in
der gezeigten Weise zwischen die beiden Längsträger 2 des Fahrgestells gebracht
zu werden, genau die Gestalt des Außenrandes, des Bodens des Motorwagenkörpers haben,
wenn der Motorwagen keine Längsträger besitzt.
-
Schließlich ist leicht einzusehen, daß es hinreicht, den Kolben i
o nur teilweise auszufahren, so daß er nur den Motorwagen anhebt, bis dessen Räder
nicht mehr den Boden berühren, um die üblichen Reparaturarbeiten, wie Reifenreparaturen,
Bremsregelungen usw., vorzunehmen. Gegebenenfalls können die Form der Arme 6 und
die Lage der Drehachse 8 so gewählt werden, daß diese sehr geringe Verstellung den
Motorwagen praktisch nicht schräg stellt, sondern ihn in nahezu waagerechter Stellung
läßt.