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DE828081C - Bohrspuelung fuer Tiefbohrungen - Google Patents

Bohrspuelung fuer Tiefbohrungen

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Publication number
DE828081C
DE828081C DEF1116A DEF0001116A DE828081C DE 828081 C DE828081 C DE 828081C DE F1116 A DEF1116 A DE F1116A DE F0001116 A DEF0001116 A DE F0001116A DE 828081 C DE828081 C DE 828081C
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DE
Germany
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content
drilling
compounds
drilling fluid
ammonium
Prior art date
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Application number
DEF1116A
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English (en)
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DE1652867U (de
Inventor
Erich Arnold
Dr Rer Nat Paul Schlack
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
KUNSTSEIDEFABRIK BOBINGEN
Original Assignee
KUNSTSEIDEFABRIK BOBINGEN
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Publication date
Application filed by KUNSTSEIDEFABRIK BOBINGEN filed Critical KUNSTSEIDEFABRIK BOBINGEN
Priority to DEF1116A priority Critical patent/DE828081C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE828081C publication Critical patent/DE828081C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09KMATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
    • C09K8/00Compositions for drilling of boreholes or wells; Compositions for treating boreholes or wells, e.g. for completion or for remedial operations
    • C09K8/02Well-drilling compositions
    • C09K8/04Aqueous well-drilling compositions
    • C09K8/14Clay-containing compositions
    • C09K8/18Clay-containing compositions characterised by the organic compounds
    • C09K8/20Natural organic compounds or derivatives thereof, e.g. polysaccharides or lignin derivatives
    • C09K8/206Derivatives of other natural products, e.g. cellulose, starch, sugars

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

  • Bohrspülung für Tiefbohrungen Es ist bekannt, Bohrspülungen, die gewöhnlich aus etwa 2o bis 4o°/oigen Aufschlämmungen von plastischen Tonen in Wasser bestehen, dadurch zu verbessern und zu stabilisieren, daß man ihnen wasserlösliche organische Kolloide, insbesondere Natriumcarboxymethylcellulose zusetzt. Meist genügen schon verhältnismäßig geringe Mengen, um die Brauchbarkeit der Spülungen wesentlich zu steigern. Vor allem wird eine stärkere Wasserbindung und damit eine Sicherung und Festigung der Bohrwand erreicht. Je nach Beschaffenheit der Spülung und den vorliegenden geologischen Verhältnissen verwendet man gewöhnlich o,2 bis 2°/o Carboxymethylcellulose, bezogen auf das Gesamtvolumen der Spülung, in besonderen Fällen, z. B. beim Durchstoßen von Salzstöcken noch mehr. Der PH -Wert solcher Carboxymethylcellulose enthaltender Bohrspülungen wird gewöhnlich zwischen 7,5 und 9 gehalten. Der Austritt von gelösten Calcium-, Magnesium- und Aluminiumverbindungen aus dem Gebirge in die Spülflüssigkeit kann nun sehr unerwünschte Steigerungen der Viskosirät verursachen. Die Masse verdickt sich schließlich so weit, daß das Umpumpen und damit die Bewegung des Bohrgestänges unmöglich wird. Man kann zwar dieser unerwünschten Konsistenzänderung durch Zugabe weiterer Mengen Natriumcarboxymethylcellulose entgegenarbeiten, aber dieser Ausweg ist verhältnismäßig kostspielig und auch aus anderen Gründen nicht immer zweckmäßig.
  • Man kann diese Schwierigkeiten mit Bohrspülungen überwinden, die neben Salzen einer Carboxyalkylcellulose, insbesondere Carboxymethylcellulose, noch organische Verbindungen polarer Natur enthalten, die die Verdickung der Spülung durch Ionen mehrwertiger Metalle verlangsamen oder; verhindern. Als besonders geeignet haben sich Stickstoffverbindungen aus der Gruppe der Amide (Carbonsäureamide, Carbonsäureimide, Amidine, Harnstoffe, Guanidine, Sulfonamide) erwiesen, ferner Verbindungen aus Ammoniak und Aldehydeir oder anderer Carbonylverbindungen, weiterhin aliphatische, aromatische und heterocyclische Basen inklusive quaternärer Ammoniumverbindungen. Bekannt sind Basen, die wenigstens 6 Kohlenstoffatome besitzen. Als vorzüglich geeignet haben sich von den leicht zugänglichen Stoffen z. B. Harnstoff, Formamid, Benzolsulfamid und Phthalimid erwiesen.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind neue, ebenfalls sehr gute, Carboxyalkylcellulosen und gegebenenfalls andere übliche Zusätze, insbesondere plastische Tone enthaltende Bohrspülungen für Tiefbohrungen, die gekennzeichnet sind durch einen Gehalt an freiem oder an Säuren gebundenem Ammoniak bzw. niederen, basischen Substitutionsprodukten desselben, mit weniger als 6 Kohlenstoffatomen im Molekül, wie z. B. Methylamin, Äthanolamin, Hydrazin, und bzw. oder durch einen Gehalt an Verbindungen, die bei der Hydrolyse Ammoniak oder niedere Amine liefern, insbesondere Nitrilen.
  • Organische Carbon- und Sulfonamidverbindungen, zu denen hier auch Amidine und Guanidine gerechnet werden, ferner Schiffsche Basen des Ammoniaks, wie z. B. Aldehydammoniake, sind hier für sich allein ausgenommen. Beispielsweise können die Bohrspülungen nach der Erfindung neben oder an Stelle von freiem Ammoniak folgende Verbindungen enthalten: i. Salze des Ammoniaks mit Salpetersäure, Kohlensäure, Phosphorsäuren (Ortho-, Pyro- und Metaphosphor-, ure), Rhodenwasserstoffsäure, Chlorwasserstoffsäure, s Schwefelsäure, Amidosulfonsäure, Essigsäure, Oxalsäure. Praktisch besonders wichtig und geeignet sind Nitrate, Carbonate, Phosphate und Rhodanide; 2. niedere Amine und Salze von solchen: Methylamin, Trimethylamin, Aminoäthanol, i-Aminopropanol-2, Äthylendiamin, Diäthylentriamin, ferner die Nitrate, Carbonate, Carbaminate, Thiocarbaminate, Phosphate und andere salzartige Verbindungen solcher Amine sowie Salze niedrig molekularer quarterärer Salze, wie z. B. Tetramethylammoniummethylsulfat; 3. Hydrazin und Salze desselben mit z. B. Ameisensäure oder Phosphorsäure; 4. Nitrile: Acetonitril, Acrylnitril, ßß'-Dicyandäthyläther, Bernsteinsäuredinitril, Adipinsäuredinitril, Benzonitril, Phthalodinitril, die Anlagerungsprodukte von Acrylnitril an Verbindungen mit reaktionsfähigem Methyl oder Methylen, z. B. an Aceton, Nitromethan, Methylendimethylsulfon, ferner Methylenaminoacetonitril Phtalylglyzinnitril, die Anlagerungsprodukte von Acrylnitril an Stickstoffbasen mit reaktionsfähigem Wasserstoff, wie z. B. Methylamin, Äthylendiamin, oder an Amide, wie Formamid; 5. nicht zur Gruppe der Carbon- oder Sulfonamide oder deren Derivate im engeren Sinne gehörige Verbindungen, die durch Hydrolyse Ammoniak oder substituierte Basen liefern, wie z. B. Cyanide und Cyanate, die Anlagerungsprodukte von Hydrazin an Lactone, Amide oder Alkylamide anorganischer Säuren, wie z. B. der Schwefelsäure, der Phosphorsäure, der Salpetersäure oder der salpetrigen Säure; 6. organische Sulfoniumverbindungen, wie z. B. Trimethylsulfoniummethylsulfat und Dimethylbenzylsulfoniumchlorid.
  • Die Bohrspülungen nach der Erfindung können mit Vorteil neben Ammoniak oder niederen Substitutionsprodukten desselben und deren Salzen oder Verbindungen, die durch Hydrolyse Ammoniak bzw. substituierte Stickstoffbasen bilden können, insbesondere Nitrilen, noch andere für sich allein schon wirksame Verbindungen enthalten, wie z. B. Amide, wie Harnstoff, Äthylidenharnstoff, Äthylidendiharnstoff, Dicyandiamid, Cyclohexylharnstoff, Diphenylharnstoff, Biguanid,N-Aminoguanidinnitrat, Dimethylformamid, Dimethylcyanamid, Acetanilid, Benzamidin bzw. dessen Nitrat, Phthalimid, Benzolsulfamid, ferner nicht zur Gruppe der Amide gehörige Basen bzw. Salze von solchen, wie m-Nitranilin, a-Naphthylamin,N-Methyltriäthylammoniummetosulfat, Dimethyloxyäthylbenzylammoniumchlorid, Pheracylpyridiniumchlorid, Aldehydammoniak, Furfuramid, Cyclohexyltrimethylentriamin, Kondensationsprodukt aus Acetaldehyd und Methylamin.
  • Die neuen Bohrspülungen werden in schwach alkalischem Zustand angewandt. Zweckmäßig liegt der pH-Wert zwischen 7,5 und io, vorzugsweise zwischen 7,8 und g. Sofern sich dieser pH-Bereich nicht schon durch zugesetzte freie oder hydrolytisch frei werdende Basen von selbst ergibt, wird er erfindungsgemäß vorzugsweise durch Zugabe von Alkalibicarbonat eingestellt. Die Bicarbonate eignen sich auch gut zur pH-Einstellung bei der Bereitung trockener, versandfertiger 'Mischungen aus Carboxymethylcellulose und den angeführten Stickstoff- oder Schwefelverbindungen. Sie greifen die zugesetzten Nitrile und die Amidverbindungen, wie z. B. Harnstoff, bei Raumtemperatur praktisch nicht an und machen auch aus Ammoniumsalzen Ammoniak nur in geringem Maße frei. Es ist besonders vorteilhaft, Mischungen herzustellen, die beispielsweise neben Natriumbicarbonat, Ammoniumsalzen, wie Ammoniumnitrat, langsam hydrolysierbare Amidverbindungen, wie Harnstoff oder Dicyandiamid, oder auch Nitrile, wie Adipinsäuredinitril, und gegebenenfalls weiterhin noch schwer oder nicht hydrolysierbare Verbindungen, wie asymetrischen Diphenylharnstoff und Benzolsulfamid, enthalten. Der Feuchtigkeitsgehalt soll in derartigen fertigen :Mischungen zweckmäßig zwischen 5 und 20, vorzugsweise zwischen 8 und 150/0 liegen.
  • An Stelle von Alkalibicarbonat kann man zum Einstellen des pH-Wertes vor allem in den geb:auchsfertigen Mischungen auch alkalisch reagierende Alkaliphosphate oder Phosphatgemische verwenden. Die Mischungen können ferner neben Bicarbonat auch mehr oder weniger erhebliche Mengen an Alkalicarbonat enthalten.
  • Carbonat und Bicarbonat enthaltende rohe Carboxymethylcellulosen entstehen ohnehin, wenn man im Reaktionsprodukt aus Alkalicellulose und chloressigsaurem Natrium das freie Ätzalkali durch Bicarbonatzusatz abstumpft. Die zum Ansetzen der Bohrspülungen geeigneten fertigen Mischungen können beispielsweise 5 bis 50°/o Ammoniumcarbonat bezogen auf Carboxyalkylcellulose enthalten oder äquivalente Menge eines anderen Amm.)niumsalzes. Vorzugsweise liegt der Gehalt an Ammoniumcarbonat zwischen io und 30°/0 oder 15 und 25°/0.
  • An eine gute Spülung stellt der Bohrfachmann in erster Linie folgende Anforderungen: Die Spülung muß zunächst so flüssig sein, daß sie sich ohne Schwicrigkeit umpumpen läßt, soll sich aber beim Stehen im Bohrloch beim Abstellen des Bohrvorganges allmählich, z. B. in 3 Stunden so weit verdicken, daß der abgebohrte Schmand in der Schwebe gehalten wird, bis die Bohrung wieder in Gang kommt. Dann soll sie sich aber sofort wieder verflüssigen, damit Störungen beim Umpumpen vermieden werden. Diese geforderte Thixotropie der Spülung ist .bei Ansätzen nach der Erfindung in hervorragender Weise gewährleistet. In einem praktischen Fall war eine bereits Natriumcarboxymethylcellulose (CMC) enthaltende Spülung im Gebrauch so viskos geworden, daß sie sich nicht mehr umpumpen ließ. Als nun o,50;'0 einer rohen etwa .Io°/°igen Natriumcarboxymethylcellulose die bezogen auf CMC 80/0 Soda, 50/0 Natriumbicarbonat, 2o0/0 Harnstoff und io°/° Ammoniumcarbonat enthielt, zugegeben wurde, verflüssigte sie sich spontan und blieb dann, durch Umpumpen in Bewegung gehalten, gleichmäßig flüssig, auch nach zwischenzeitlicher Erhitzung auf ioo' und Wiederabkühlen. Ließ man diese Spülung ruhig stehen, so verdickte sie sich langsam und nach 3 Stunden war die Viskosität (nach Marsh gemessen) von 69 Sekunden auf 126 Sekunden angestiegen, ohne daß sich aber, wie dies bei Spülung ohne Zusatz der Fall war, an der Oberfläche Wasser abschied. Diese Viskosität blieb nun so lange praktisch konstant, bis die Spülung wieder in Bewegung gesetzt wurde. Die Versuche wurden 3 Tage lang fortgesetzt,wobei sich immerwieder nahezu die gleichen Werte ergaben. Als an Stelle von Ammoniumnitrat Ammoniumacetat, Ammoniumoxalat, Ammoniumchlorid und Ammoniumsulfat verwendet wurden, resultierten etwas weniger gute Werte.
  • Es ist in der Bohrtechnik üblich, Spülungen durch Zusatz von Polyphosphaten zu verflüssigen, jedoch zeigt sich, daß derartige Spülungen nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder anfangen sich zu verdicken. Beim wiederholten Nachsatz der Polyphosphate wird die Wirkung immer geringer. Gewöhnlich kann man sich dann nur dadurch helfen, daß man die Viskosität durch Wasserzugabe erniedrigt. Damit vermehrt man aber das Volumen der Bohrspülung, verschlechtert die Wasserbindung und gefährdet den Zusammenhalt der Bohrwand. Verwendet man statt der Polyphosphate Carboxyalkylcellulose in Verbindung mit Ammoniak oder Ammoniumsalzen und bzw. oder Amiden bzw. Nitrllen, so treten diese Schwierigkeiten nicht oder jedenfalls wesentlich weniger stark in Erscheinung.
  • Ein Gehalt an Ammoniak bzw. Ammoniumsalzen, Amiden und Nitrilen gibt auch einen Schutz gegenüber den nachteiligen Wirkungen der Salzwässer, die aus dem Gebirge in die Bohrung austreten können. Man kann diesen Effekt nachweisen, indem man zu i,5°/°igen wäßrigen Lösungen von Natriumcarboxymethylcellulose, die auf CMC berechnet 50/0 Natriumcarbonat, 50/0 Natriumbicarbonat, i50/0 Harnstoff und io°i'" Ammoniumcarbonat enthalten, tropfenweise io°/°ige Lösungen von Calciumchlorid, Aluminiumnitrat und Magnesiumsulfat zusetzt. Während ohne die stickstoffhaltigen Zusätze Flockungen eintreten, wenn auch zum Teil erst bei längerem Stehen, werden die Lösungen mit den Zusätzen praktisch nicht beeinflußt. Die unlöslichen Fällungen bleiben in Suspension und sind praktisch ohne Einfluß auf die Viskosität.
  • Die Bohrspülungen nach der Erfindung zeichnen sich durch sehr günstige analytische Kennzahlen aus: verhältnismäßig niedere Viskosität, hohe Wasserbindung und günstige Filterkuchenwerte; auch die Preßwassermengen liegen günstig, d. h. niedrig.
  • Prüft man die Bohrspülungsansätze sofort und dann wieder nach mehrstündigem Stehen, so zeigt sich, daß die Filterplattenwerte, die Preßwasser- und Filterkuchenwerte eine weitere Verbesserung erfahren, vor allem wenn der pH-Wert im günstigen Intervall zwischen etwa 8 und 8,5 liegt. Ganz vorzügliche Werte wurden mit Nitrilen, wie Adipinsäiiredinitril, erzielt.
  • Die in den folgenden Beispielen angegebenen Kennzahlen (Filterplattenwert, Werte für Preßwasser auf Filterkuchen) werden nach in der Erdölindustrie standardisierten Bestimmungsmethoden mit genormten Geräten ermittelt. Zur Erklärung seien hier folgende Angaben gemacht i. Der Filterplattenwert wird mit einem Gerät bestimmt, das aus einer plangeschliffenen Rundplatte und einem in der Mitte aufgesetzten kleinen Zylinder zur Aufnahme der Bohrspülung besteht. Zwischen Platte und Zylinder ist ein Papierfilter mit einem Durchmesser von 5 cm eingelegt. Es wird dann die Zeit bestimmt, die das aus der Bohrspülung austretende Wasser benötigt, um die gesamte Filterfläche zu benetzen.
  • 2. Das Preßwasser und die Stärke des Filterkuchens wird mit Hilfe der sogenannten Baroidpresse bestimmt. Sie besteht aus einem zylindrischen Gefäß zur Aufnahme der Bohrspülung, an dessen Boden sich ein feinmaschiges mit einem Papierfilter belegtes Sieb befindet. Der Boden hat einen Auslauf von 2 mm Durchmesser. Nachdem die Presse mit Bohrspülung gefüllt ist, wird sie während 30 Minuten unter einen Druck von 7 Atmosphären (Kohlensäure, Stickstoff) gesetzt. Das bei dieser Pressung sich abscheidende Wasser wird aufgefangen und gemessen. Nach der angegebenen Zeit wird der Druck aufgehoben, die Flüssigkeit aus dem Zylinder abgegossen und die Stärke des am Boden entstandenen Filterkuchens gemessen.
  • Die Viskosität der Spülungen wird mit dem Ausflußtrichter nach Marsh bestimmt. Beispiel i Proben einer Bohrspülung der Praxis, die bereits so hochviskos geworden war, daß sie sich nicht mehr pumpen ließ, erhielten Zusätze von je 0,5 g pro Liter einer, rohen Natriumcarboxymethylcellulose, die bezogen auf CMC 8°,7° Natriumcarbonat und 5°,/° Natriumbicarbonat enthielt und jeweils einer 3o0/° Harn- Stoff, wieder bezogen auf CMC molar entsprechenden Menge verschiedener Ammoniumsalze (s. nachstehende Tabelle). Zum Vergleich wurde noch eine gleichartige Spülung mit 30010 Harnstoff, bezogen auf CMC an Stelle der Ammoniumsalze herangezogen. Verwendete Zusätze: i. Ammoniumcarbonat, 2. Ammoniumnitrat, 3. Ammoniumsulfat, 4. Ammoniumphosphat, 5. Ammoniumfluorid, 6. Harnstoff.
  • Bei der Prüfung dieser Spülungen kurz nach dem Ansetzen ergaben sich folgende Meßwerte:
    Urspülung I 2 3 4 5 6
    pji-Wert ................... 7,0 8,5 8,3 7,6 8,2 7,4 8,5
    Viskosität, Sekunden........ 152 54 62 72 64 82 69
    Filterplattenwert, Sekunden . 512 917 903 756 1072 905 io86
    Preßwasserwert, ccm ....... i9 10 il 15 9 12 8
    Filterkuchenwert, mm ...... 18 4 4 6 3 7 2
    Die Tabelle zeigt, daß die Viskosität durch die Zusätze in allen Fällen sofort bedeutend herabgesetzt wurde und daß der bei der vorliegenden Urspülung an sich schon gute Filterplattenwert durchgehend noch eine bedeutende Verbesserung erfahren hat. Dasselbe gilt für Preßwasser- und Filterkuchenwerte, die beide möglichst niedrig sein sollen.
  • Die kurz nach dem Ansetzen durchgeführten Messungen wurden nach längerem Stehen wiederholt, wobei vor allem die Filterplattenwerte weitere Verbesserungen zeigten.
  • Ein Vergleichsversuch mit Rhodanammonium bei verhältnismäßig niederem pH-Wert (7,2) zeigte beim Stehenlassen ebenfalls noch erhebliche Verbesserungen, vor allem bezüglich Filterplattenwert, während bei Ammoniumoxalat und Ammoniumacetat bei ähnlich niederen PH-Werten nur noch eine geringe Steigerung eintrat. Offenbar zeigt hier auch das Anion eine spezifische `%'irkung, wie dies früher schon bei Guanidinrhodanid im Vergleich zu anderen Guanidinsalzen beobachtet wurde.
  • Beispiel 2 Die gleiche Bohrspülung wurde mit o,50/0 der in Beispiel i benutzten Natriumcarboxymethylcellulose und mit 30% Harnstoff, bezogen auf CMC, molar entsprechenden Mengen an folgenden Verbindungen versetzt: i. Äthanolaminnitrat, 2. Äthylendiamindinitrat, 3. Diammoniumphthalat, 4. Adipinsäuredinitril. Die Ergebnisse der Messungen sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt
    1 2 3 4
    pH-Wert .................. 8,2 7,6 7;5 8,7
    Viskosität, Sekunden ....... 72 86 74 62
    Filterplattenwert, Sekunden . 876 715 786 1241
    Preßwasserwert, ccm ....... 12 13 12 6
    Filterkuchenwert, mm ...... 8 9 6 2
    Wie ersichtlich, erhält man mit Adipinsäuredinitril bereits bei der ersten Messung hervorragende Werte. Beim Stehen besserten sich aber alle Mischungen noch erheblich und die Filterplattenwerte überstiegen schließlich 2400 Sekunden.
  • Beispiel 3 Proben derselben Bohrspülung, die für die Versuche nach Beispiel i und 2 verwendet worden war, wurden, wie im vorangehenden Falle, mit 0,5o/'0 etwa 40°/o CMC enthaltender roher Natriumcarboxymethylcellulose und verschiedenen Ammoniumsalzen bzw. mit Adipinsäuredinitril und mit Harnstoff versetzt und die Viskosität im Auslauftrichter nach Marsh sowohl nach vorausgehender Bewegung wie nach ruhigem Stehenlassen bestimmt. Die erhaltenen Viskositätswerte (Auslaufsekunde) geben ein Bild der Thixotropieeigenschaften der Spülungen.
    Viskosität nach Marsh
    in Bewegung in der Ruhe
    Zusätze zur Bohrspülung PH Ausgangs- nach iö 20' 30' 1 Std. 2 Std. 3 Std.
    wert
    Ammoniumcarbonat ........ 8,5 92 54 61 59 85 101 148
    Ammoniumnitrat ........... 8,3 94 62 71 69 94 94 152
    Ammoniumphosphat ........ 8,2 96 81 84 64 86 128 131
    Ammoniunioxalat .......... 7,0 126 115 112 117 131 139 148
    Adipinsäuredinitril ......... 8,7 88 71 62 63 86 Ioi 130
    Harnstoff.................. 8,5 86 69 67 61 75 88 126
    Aus den Zahlen ist zu erkennen, daß zunächst durch die Bewegung der thixotropen Spülflüssigkeit die Viskosität absinkt und daß die Viskositätsverminderung zum Teil nach 3o Minuten langer Bewegung noch nicht ganz zur Konstanz gekommen zu sein scheint. Beim Stehenlassen in der Ruhe tritt allmählich wieder Verdickung ein, die schließlich ztt praktisch konstant bleibenden Werten führt. Diese Verdickung soll in der Praxis im Laufe von etwa 3 Stunden eintreten. Vorzeitige Verdickung, wie sie hier im Falle des Oxalats bei p$ 7,o eingetreten ist, ist unerwünscht.
  • Die Versuchsreihe zeigt, daß eine dick und praktisch unbrauchbar gewordene Spülung (Ausgangsviskositätswert 152") durch die Zusätze ganz rasch wieder in eine zum Weiterarbeiten geeignete Form gebracht werden kann. Ferner veranschaulicht sie das sehr günstige thixotrope Verhalten der Spülungen nach der Erfindung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Carboxyalkylcellulosen und gegebenenfalls andere übliche Zusätze, insbesondere plastische Tone enthaltende Bohrspülung für Tiefbohrungen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an freiem oder an Säuren gebundenen Ammoniak bzw. niederen basischen Substitutionsprodukten desselben mit weniger als 6 Kohlenstoffatomen im Molekül der Base und bzw. oder durch einen Gehalt an Verbindungen, die bei der Hydrolyse Ammoniak oder andere Amine liefern, insbesondere Nitrile, wobei aber Verbindungen aus der Gruppe der organischen Carbon- und Sulfonamide einschl. der Amidine und Guanidine, ferner die Schiffsehen Basen des Ammoniaks als alleinige wirksame Stoffe ausgenommen sein sollen. z. Bohrspülung nach Anspruch i, gekennzeichnet durch den Gehalt an Stickstoffverbindungen nach Anspruch i in Verbindung mit organischen Amidverbindungen. 3. Bohrspülung nach den Ansprüchen i und 2, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Stickstoffverbindungen nach Anspruch i und organischen Basen oder Salzen von solchen mit basischen Gruppen, die mindestens zum Teil nicht amidartigen Charakter besitzen mit wenigstens 6 Kohlenstoffatomen im Molekül. 4. Bohrspülung nach Anspruch i, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Stickstoffverbindungen nach Anspruch i in Verbindung mit quartären Ammoniumverbindungen. 5. Bohrspülung nach Anspruch i, in denen die dort angegebenen Stickstoffverbindungen ganz oder teilweise ersetzt sind durch organische Sulfoniumveibindungen, gegebenenfalls in Verbindung mit weiteren Zusätzen nach Ansprüchen 2 bis 4. 6. Bohrspülung nach Anspruch i, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 5 bis 50% von der Carboxyalkylcellulose an Ammoniumcarbonat oder einer äquivalenten Menge eines anderen Ammoniumsalzes. 7. Bohrspülung nach den Ansprüchen i bis 6, gekennzeichnet durch einen Gehalt an io bis 3000 an Ammoniumcarbonat, bezogen auf Carboxyalkylcellulose oder einer äquivalenten Menge eines anderen Ammoniumsalzes. B. Bohrspülung nach den Ansprüchen i bis 7, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 15 bis 25°/0 an Ammoniumcarbonat, bezogen auf Carboxyalkylcellulose oder der äquivalenten Menge eines anderen Ammoniumsalzes. g. Bohrspülung nach den Ansprüchen i bis 8, gekennzeichnet durch einen px-Wert von 7,5 bis io, vorzugsweise zwischen 7,8 bis g. io. Bohrspülung nach den Ansprüchen i bis g, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Carboxyalkylcellulose, einem Ammoniumsalz und bzw. oder einem Nitril und einem Alkalibicarbonat. ii. Trockenmischung zur Herstellung von Bohrspülungen nach den Ansprüchen i bis io, bestehend aus Carboxyalkylcellulose, einem Ammoniumsalz und bzw. oder einem Nitril und Alkalibicarbonat sowie geringe Mengen Wasser und gegebenenfalls noch plastischen Ton. 12. Trockenmischung zur Herstellung von Bohrspülungen nach den Ansprüchen i bis io, bestehend aus Carboxyalkylcellulose, einem Ammoniumsalz und bzw. oder einem Nitril, einer oder mehreren Amidverbindungen und Alkalibicarbonat. 13. Trockenmischung zur Herstellung von Bohrspülungen nach den Ansprüchen ii und 12, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Alkalicarbonat und Alkalibicarbonat. 14. Trockenmischung zur Herstellung von Bohrspülungen nach den Ansprüchen i bis io, bestehend aus dem Natriumsalz der Carboxymethylcellulose, einem oder mehreren der vorstehend genannten wirksamen Stoffe, Natriumbicarbonat, 5 bis 2o0'/0 Wasser und gegebenenfalls noch einem plastischen Ton und Natriumcarbonat.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE974073C (de) * 1952-09-19 1960-09-08 Deutsche Erdoel Ag Verfahren zur Stabilisierung organischer Schutzkolloide in Bohrspuelungen

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DE974073C (de) * 1952-09-19 1960-09-08 Deutsche Erdoel Ag Verfahren zur Stabilisierung organischer Schutzkolloide in Bohrspuelungen

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