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Fleischkutter, insbesondere zur Brätherstellung Zur Brätherstellung
wird bekanntlich das entsprechend vorbereitete Fleisch, gegebenenfalls nach dem
Hindurchführen durch die Quetsche und nachdem es gesalzen und mit Knoblauch versetzt
wurde, durch den Wolf hindurchgeführt und entsprechend zerhackt, worauf es in die
Mischmaschine oder in den Kutter gebracht und durch Zusatz von mit Salz versetztem
Wasser zu Brät verarbeitet wird. Die Herstellung des Bräts im Kutter wird jedoch
bevorzugt. Von der Bindefähigkeit des hergestellten Bräts, die eine langjährige
Erfahrung voraussetzt, hängt die Güte der später daraus erzeugten Ware ab. Das Fleisch
darf im Kutter nicht zu sehr erwärmt werden, da sich ansonsten das vom Brät überschüssig
aufgenommene Wasser bei der Räucherung der hergestellten Würste zwischen Darm und
Wurstfülle absetzt. Das Fleisch soll aber auch durch die Messer nicht zu stark zerkleinert
werden.
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Es ist bereits ein Messer für Fleischkutter o. dgl. vorgeschlagen
worden, welches blattförmig, zweischneidig und zu seiner Längsachse symmetrisch
ist, seitliche Schneiden nach ebenen Kurven oder Geraden aufweist und mit in der
Längsrichtung verlaufenden Falten oder muldenförmigen Auspressungen versehen ist.
Die gegen die Messerwellenachse schräg gestellten Flächen dieser Falte wirken als
Schaufeln, die zur Mischung des Gutes und Kühlung desselben herangezogen werden.
Da diese Flächen jedoch schlagartig auf das Gut einwirken, wird die angestrebte
Kühlwirkung wieder aufgehoben. Die Messerflügel haben daher in der Praxis keinen
Eingang gefunden.
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Die Erfindung betrifft einen Fleischkutter, insbesondere
zur
Brätherstellung, und bezweckt, jeden handelsüblichen Kutter auf einfache Weise in
eine Mischmaschine umzugestalten, in welcher das Brät einer schonenden, die Wasseraufnahme
und Bindefähigkeit fördernden Behandlung unterzogen wird, wobei das vom Wolf hergestellte
Gefüge des Fleisches möglichst beibehalten wird.
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Die Erfindung besteht darin, daß auf der Messerwelle an Stelle wenigstens
eines der üblichen Sichelmesser mit spiralig verlaufender Schneide eine ähnlich
geformte Platte mit stumpfer Umfangskante vorgesehen ist, die im Bereiche der Messerwelle
ungefähr auf halber Länge ihres Umfanges in der Ebene der Platte liegt und dann
in einen sich in der Umlaufrichtung sanft keilförmig verbreiternden seitlichen Lappen
übergeht und derart einen Mischflügel bildet.
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Ein auf diese Weise ausgestalteter Fleischkutter ermöglicht die Brätherstellung
auch durch wenig geschulte Kräfte und in kürzerer Zeit als bei der üblichen Verwendung
sämtlicher Kuttermesser, da das Brät durch die Mischflügel sehr rasch aufgeschlossen
und zur Wasseraufnahme geeignet gemacht wird, wobei die Mischflügel das Brät während
einer Umdrehung der Schüssel einer gegenüber der bisherigen Behandlung mehrfachen
Durcharbeit unterziehen, so daß es teigartig aufquillt und die Bindefähigkeit erhöht
wird.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in beispielsweiser Ausführungsform
dargestellt. Fig. i zeigt einen senkrecht durch die Messerwelle geführten Vertikalschnitt
durch die Fleischschüssel samt Deckhaube des Kutters, Fig. 2 die die Aufschließung
bewirkenden Teile des Kutters in Draufsicht und Fig.3 bis 5 den neuen Mischflügel
in Seitenansicht bzw. in Draufsicht bzw. im Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 3.
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Die in üblicher Weise aus einer ringförmigen Rinne bestehende Fleischschüssel
i wird über die lotrechte Welle :2 von der mit ungefähr 1400 Umdrehungen pro Minute
umlaufenden Messerwelle 3 über ein nicht dargestelltes Schneckengetriebe im ungefähren
Verhältnis. i : ioo in langsame Umdrehung entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil in Fig.
2) versetzt. Die Messerwelle 3 trägt im mittleren Bereiche der Schüssel i einen
Sechskant q., auf dem ein Kuttermesser 5 sowie zwei Platten 6 um 120° _ gegeneinander
versetzt aufgesteckt und unter Zwischenlage von Beilagringen 1 mittels einer Spannmutter
8 gegen die Schulter eines auf der Welle 3 festen Sechskantes q gedrückt werden.
Das Kuttermesser 5 weist die übliche sichelartige Form mit spiralig verlaufender
Schneide io auf und ist im Ausführungsbeispiel den Platten 6 in der Umlaufrichtung
der Schüssel i vorausgeschaltet. Die Einstellung des Messers 5 erfolgt so, daß die
Schneide io die Bodenfläche der Schüssel i gerade noch nicht berührt. Die Platten
6 weisen von der Seite aus gesehen (Fig. i) die gleiche Form wie das Messer 5 auf,
sind jedoch an der spiralig verlaufenden Umfangskante im unmittelbaren Bereiche
der Messerwelle stumpf ausgebildet, gegebenenfalls sogar abgerundet. Auf halber
Länge der Umfangskante i i (Fig. 3) geht diese in einen sich seitlich in derUmlaufrichtung
sanft keilförmig verbreiternden Lappen 12 über und bildet derart einen Mischflügel.
Der Schlitz 13 dient zum Aufschieben der Platte 6 auf den Sechskant 4 der Messerwelle.
Beim Umlauf der Messerwelle 3 ist die Schüssel i im Bereiche des Messers 5 und der
Platten 6 durch einen Deckel 14 abgeschlossen. Auch die Platten 6 werden so eingestellt,
daß sie, ohne die Schlüssel zu berühren, knapp an ihrem Boden vorbeistreichen. Der
Lappen 12 ist durch bloße Verformung des Plattenzuschnittes gebildet, doch kann
gegebenenfalls auch ein besonderer Lappen auf der Platte befestigt werden. Er ist
so an der Platte 6 angeordnet, daß er der Umlaufrichtung der Schüssel i en.tgegengerichtet
ist.
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Beim Antrieb der Messerwelle 3 und damit der Schüssel i wird das in
der Rinne derselben gleichmäßig verteilte Fleisch am Messer 5 und hierauf an den
Platten 6 vorbeigeführt und von den Lappen 12 durchknetet und in der Zulaufrichtung
wiederholt zurückgeworfen, so daß es während einer Umdrehung der Schüssel gegenüber
der üblichen Anordnung von Fleischkuttern mit mehreren Messern rascher aufquillt
und zur Wasseraufnahme bereitgemacht wird. Der Vorgang der Brätherstellung wird
daher beschleunigt und die Fleischteilchen durch das einzige Messer nur mehr wenig
zerteilt was für die spätere Wurstherstellung von Vorteil ist. Auch ist die Überwachung
des Kutters durch Fachkräfte nicht erforderlich, da die Mischflügel das Aufschließen
des Brätes selbst vornehmen und das zugeführte Wasser unter flaumigem Abschlagen
des Fleisches rasch aufgenommen wird. Die umlaufenden Lappen 12 führen der Fleischmasse
auch Kühlluft zu, so daß eine übermäßige Erwärmung, das sog. Verbrennen des Brätes,
hintangehalten wird.
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Das Messer 5 kann gegebenenfalls auch zwischen die Mischflügel gesetzt
werden, wenn das Brät dem Kutter gröber zugeführt und eine Zerkleinerung im Kutter
angestrebt wird. Gegebenenfalls kann aber auch das Messer 5 durch einen Mischflügel
ersetzt werden, wenn bloß eine Mischung im Kutter beabsichtigt ist. Für manche Zwecke
kann auch bloß ein einziger Mischflügel genügen. Der Fleischkutter gemäß der Erfindung
eignet sich auch besonders zur Mischung verschiedener Wurstsorten, wozu die Mischflügel
entsprechend verstellt werden können. Wie Versuche ergeben haben" kann auch kaltes
Fleisch ohne Zusatz von Eis gleichfalls zu Brät verarbeitet werden.