DE813C - Verfahren zum Waschen, Entfetten und Bleichen der Wolle auf den Schafhäuten - Google Patents
Verfahren zum Waschen, Entfetten und Bleichen der Wolle auf den SchafhäutenInfo
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Description
1877.
Klasse
PIERRE PUECH und AUG. PUECH in MAZAMET (Frankreich).
Verfahren zum Waschen, Entfetten und Bleichen der Wolle auf den Schaf häuten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. October 1877 ab.
Der Gegenstand unserer Erfindung betrifft ein Verfahren, die Wolle von den Schaf häuten vollkommen
im Zustande des Vliefses abzunehmen und nebenbei eine gründliche Waschung, Entfettung
und Bleichung der Wolle zu erzielen.
Die verschiedenen Operationen, welche nach den bis jetzt im Gebrauche befindlichen Verfahrungsweisen
vollzogen werden mufsten, um von den getrockneten Schaf häuten, namentlich den amerikanischen, die Wolle zu gewinnen, sie
zu waschen und zu entfetten, sind die folgenden :
i. Man läfst die Felle ungefähr 28 Stunden
lang in kaltem Wasser weichen.
• 2. Man hängt die Felle alsdann in Trockenstuben auf, worin man sie so lange läfst, bis sie in einen Zustand der Erhitzung und Gährung übergegangen sind, in welchem die Wolle von der Haut abgestreift werden kann. Damit diese Gährung vollständig, und hinreichend eintrete, sind im Sommer 24 bis 48 Stunden und im Winter 4 bis 5 Tage nöthig, manchmal noch mehr.
• 2. Man hängt die Felle alsdann in Trockenstuben auf, worin man sie so lange läfst, bis sie in einen Zustand der Erhitzung und Gährung übergegangen sind, in welchem die Wolle von der Haut abgestreift werden kann. Damit diese Gährung vollständig, und hinreichend eintrete, sind im Sommer 24 bis 48 Stunden und im Winter 4 bis 5 Tage nöthig, manchmal noch mehr.
3. Wenn die Felle aus der Trockenstube kommen, werden sie enthaart.
4. Nach dem Enthaaren kommt das Waschen der Wolle nach verschiedenen Methoden, Kältwäsche,
Warmwäsche etc. Die Wäsche erfordert die Anwendung von Maschinen, worin die Wolle
zerschlagen wird, und nur in einem Zustand der Verwirrung und Verfilzung aller Haare dieselben
verläfst.
Am Ende aller dieser Operationen, welche zusammen im Mittel eine Woche Zeit erfordern,
hat man eine durch die Maschine zerschlagene Wolle und eine durch die Behandlung in den
Trockenstuben verdorbene Haut.
Das von uns erfundene Verfahren unterscheidet sich von dem gewöhnlichen vollständig
durch die Operationen, welche es erfordert, sowie durch die Resultate, die es ergiebt. In
weniger als zwei Stunden werden damit die am schwierigsten zu behandelnden Felle fertig gemacht
und wir erlangen eine flockige und in Vliefsen zusammenhängende schöne, ungerissene
Wolle, wie sie bei dem gewöhnlichen Verfahren nie erreicht wird, sowie eine Haut, welche in
keiner Weise alterirt ist.
Auf gewöhnliche Felle angewendet, erfordert unser Verfahren kaum einige Minuten.
Nach vielen und wiederholten Versuchen hat sich unser Verfahren folgendermafsen gestaltet:
1. Man legt die trockenen aus Amerika oder aus anderen fremden Ländern stammenden Felle
8 bis 10 Minuten lang in ein lauwarmes Bad von reinem Wasser von 50 bis 60° C., dem man ·
irgend ein Entfettungsmittel, als Soda, Seife etc. zugesetzt hat. Für frischere Felle, einheimische,
welche von Thieren kommen, die erst kurze Zeit zuvor geschlachtet sind, genügt 3 bis
5 Minuten langes Eintauchen.
2. Unmittelbar nach dem Bad läfst man die Felle zwischen einer Walzenpresse durchgehen,
welche hinreichend Kraft besitzt, allen Schweifs und alles Fett, sowie den Schafmist und andere
Verunreinigungen aus der Wolle zu entfernen.
3. Von der Walzenpresse weg werden die Felle noch warm in einer Reinigungsmaschine
(Machine sabreuse du systeme Chandet ä Rouen) oder einer anderen passenden Maschine von
allen der Wolle anhängenden Unreinigkeiten und fremden Körpern befreit und gleichzeitig gründlich
gewaschen mit kaltem, lauem oder warmem Wasser, welches man im Ueberflufs zwischen
den Tambour der Maschine und die Tafel, worauf das Fell liegt, einfliefsen lassen mufs.
4. Die nun von allen fremden Körpern befreiten und vollkommen gewaschenen Felle kommen
nun ungefähr 10 Minuten lang in einen, laues Wasser enthaltenden Trog, worin die Haut
zum Zwecke des Enthaarens aufgeweicht wird.
5. Kräftiges Auspressen des Wassers mittelst einer Walzenpresse, um die Felle trocken zu
machen. Unmittelbar darauf werden dieselben in einer mit der Presse verbundenen Schlagmaschine,
welche das Fell heftig schwingt und schüttelt, bearbeitet, wodurch die Wolle sich
wieder aufstellt und noch mehr kräuselt.
6. Während die Felle noch lau sind, werden dieselben auf der Fleischseite mittelst eines
Pinsels mit irgend einer die Enthaarung befördernden Flüssigkeit bestrichen.
7. Endlich erfolgt das Enthaaren der Felle entweder durch Hand oder auf mechanischem
Wege. Sodann läfst man die Felle trocknen.
Die so erhaltene Wolle ist flockige Wolle. Um vliefsige oder daunige Wolle zu erhalten,
folgt auf das angegebene Verfahren noch das nachfolgende.
Claims (1)
- 8. Durchziehen der flockigen Wolle, wie sie auf die eben beschriebene Weise erhalten wird, durch laues, in einem Troge befindliches Wasser, worin sie mittelst einer Gabel zwei oder dreimal umgespült wird.9. Starkes Ausdrücken des Wassers aus der Wolle, entweder durch eine Walzenpresse oder irgend eine andere Presse.10. Trocknen der so behandelten Wolle. Man erhält somit die Wolle, wie beabsichtigt, in flockigem, vliefsigem und daunigem Zustande.Nachdem man mit den Fellen die fünf ersten Operationen durchgemacht hat, kann man sie, anstatt die Enthaarungsflüssigkeit aufzustreichen, wie es unter 6 angegeben ist, in die Trockenstube bringen, wie man dies bei dem bekannten Verfahren bisher that. Die Enthaarung der Felle wird nun viel leichter und schneller vorgenommen werden können, weil die Felle noch ganz warm ■ in die Trockenstube kommen, und in diesem Zustande die Wolle sich leichter von der Haut trennt.Die von den Häuten getrennte Wolle kann nun den Operationen 8, 9 und 10 unterworfen werden und man wird eine ebenso flockige und gekräuselte Wolle erhalten, als wenn man sich der Enthaarungscomposition bedient hätte, nur mit dem bemerkenswerthen Unterschied, dafs die Wolle durch den Aufenthalt in den Trockenstuben gelblich wird und weniger weifs. Die Bleiche ist eine ganz im Belieben stehende Operation, welche im Zusammenhang mit dem oben beschriebenen Verfahren durch Hinzufügung einer bleichenden Substanz zu dem unter 4 erwähnten lauen Bade ausgeführt werden kann, während die Felle eingetaucht werden. Man läfst die Felle 10 Minuten länger in der Flüssigkeit und fährt dann mit den Operationen in der Ordnung, wie oben beschrieben, fort.Paten τ-Ansprüche:Das beschriebene Verfahren, speciell für trockene amerikanische und andere Häute oder Wollfelle bestimmt, ohne jedoch inländische und frische Felle auszuschliefsen, um diese Wollfelle gründlich zu waschen, zu entfetten und die Wolle auf der Schafhaut zu bleichen und eine flockige, vliefsige Wolle zu erhalten, d. h. um sie im Zustande eines Vliefses zu erhalten. Kurz gefafst, besteht unser Verfahren in folgendem:Einweichen der trockenen Felle, wie sie z. B. aus Amerika kommen, in einem warmen Bad, um sie zu entfetten, Pressen derselben, um Fett und Schweifs und Unreinigkeiten zu entfernen, Behandlung in der Schlagmaschine und gleichzeitiges Abspülen mit am besten heifsem Wasser, Einweichen in lauem Wasser, kräftiges Auspressen des Wassers und Enthaarung der Felle mit und ohne Anwendung einer Enthaarungsflüssigkeit.Die so erhaltene gekräuselte Wolle wird nun zur vliefsigen und daunigen, indem man sie in lauem Wasser mit Gabeln umspült, sie dann ausdrückt und trocknet. Die charakteristischen Punkte unseres Verfahrens beruhen daher in jeder der aufeinander folgenden Operationen, aus welchen es besteht, und auf den neuen technischen Resultaten, welche wir erzielen, namentlich:Die vollkommene Wäsche und Entfettung der Wolle, ohne die Länge, die Haltbarkeit und die Regelmäfsigkeit der Wollfasern zu alteriren, wodurch ein viel schöneres Product, als mit den nach älteren Verfahren behandelten Fellen erzielt werden kann, namentlich eine flockige, daunige und vliefsige Wolle und eine durchaus nicht alterirte Haut.Der Vortheil der Zeitersparnifs, weil wir in 2 Stunden erreichen, was mit den älteren Verfahren in einer Woche erreicht wird, und mit frischen Häuten in wenigen Minuten erzielen, abgesehen von dem besseren Product.Wir behalten uns die Anwendung unseres Verfahrens auch auf frische Haut vor, um es alsdann der Natur der Felle nach abzuändern, ohne indessen das Wesen der ursprünglichen Erfindung umzuändern.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE813T | 1877-10-16 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE813C true DE813C (de) |
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ID=70918031
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE813DA Expired - Lifetime DE813C (de) | 1877-10-16 | 1877-10-16 | Verfahren zum Waschen, Entfetten und Bleichen der Wolle auf den Schafhäuten |
| DE1317DA Expired - Lifetime DE1317C (de) | 1877-10-16 | 1877-11-28 | Verfahren zum Waschen, Reinigen und Entfetten der Wolle auf den Schafhäuten |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1317DA Expired - Lifetime DE1317C (de) | 1877-10-16 | 1877-11-28 | Verfahren zum Waschen, Reinigen und Entfetten der Wolle auf den Schafhäuten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE813C (de) |
-
1877
- 1877-10-16 DE DE813DA patent/DE813C/de not_active Expired - Lifetime
- 1877-11-28 DE DE1317DA patent/DE1317C/de not_active Expired - Lifetime
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1317C (de) |
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