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DE566769C - Verfahren zum Vorbehandeln (Beizen) von Pelzhaaren zur Filzherstellung - Google Patents

Verfahren zum Vorbehandeln (Beizen) von Pelzhaaren zur Filzherstellung

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Publication number
DE566769C
DE566769C DEP48235D DEP0048235D DE566769C DE 566769 C DE566769 C DE 566769C DE P48235 D DEP48235 D DE P48235D DE P0048235 D DEP0048235 D DE P0048235D DE 566769 C DE566769 C DE 566769C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
solution
hair
fur
felt
pickling
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP48235D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
American Hatters and Furriers Co Inc
Original Assignee
American Hatters and Furriers Co Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by American Hatters and Furriers Co Inc filed Critical American Hatters and Furriers Co Inc
Application granted granted Critical
Publication of DE566769C publication Critical patent/DE566769C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Animal Husbandry (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)
  • Cosmetics (AREA)

Description

AUSGEGEBEN AM
21. DEZEMBER 1932
ist in Anspruch genommen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbehandlung von Pelz oder Pelzhaaren bei der Herstellung von Filz, insbesondere für Hüte. Die Haare müssen bekanntlich, um verfilzt werden zu können, vorher gebeizt (karrotiert) werden. Hierunter versteht man das Entfernen der wachs- oder gummiartigen Substanzen sowie anderer Fremdkörper von den Schuppen, die die Pelzhaare umhüllen, wodurch eine gründliche Verfilzung der Pelzhaare ermöglicht wird. Dieser Beiz- oder Karrotierungsprozeß verläuft in der Weise, daß die Felle mit der Beizlösung eingebürstet und hierauf einer Trocknung unterworfen werden.
Zum Beizen verwendete man bisher hauptsächlich Ouecksilbernitrat. Obgleich dieses [Mittel bekanntlich stark giftig ist und bei der Xnchbehandlung des Filzes gesundheitliche Schädigungen der Arbeiter auftreten können, wird es doch heute noch immer allgemein zum Karrotieren benutzt. Zwar wurde auch bereits vereinzelt versucht, andere nicht giftige Lösungen zu verwenden. So ist ein Verfahren zum Beizen der zur Filzherstellimg bestimmten Haare bekannt, bei dem die Haare mit einer Lösung von Ätzkali behandelt werden. Dieses Verfahren ergibt jedoch einen Filz von ungleichmäßiger Dicke, da die Haare ungleich stark zusammenhaften. Durch das bei der weiteren Verarbeitung eintretende Schwinden machen sich diese Ungleichheiten noch stärker bemerkbar, so daß die aus diesem Filz hergestellten Hüte nicht gestreckt und geformt werden können.
Ein anderer bekannter \rorschlag betrifft die Verwendung von Wasserstoffsuperoxyd. Auch dieses Verfahren hat sich jedoch nicht durchsetzen können, da mit ihm kein einwandfreier Filz erhalten wurde. Die in dieses Verfahren gesetzten Hoffnungen haben sich so wenig erfüllt, daß man auch dort, wo längere Versuche mit Wasserstoffsuperoxyd angestellt worden waren, schließlich wieder zu dem üblichen giftigen Karrotierungsmittel zurückkehrte.
Bei dem vorliegenden Verfahren zum Vorbehandeln (Beizen) der Pelzhaare zur Filzherstellung wird mit völlig ungiftigen Substanzen unter Benutzung von Wasserstoffsuperoxyd gearbeitet, die in bekannter Weise auf der Haut in die Pelzhaare eingerieben (eingebürstet) und anschließend getrocknet werden. Bei diesem Verfahren wird jedoch ein Produkt erhalten, welches einen Filz von überraschend verbesserten Eigenschaften liefert.
Im Gegensatz zu dem erwähnten bekannten Verfahren erfolgt bei dem vorliegenden Verfahren die Behandlung mit einer Lösung von
Wasserstoffsuperoxyd und eines Alkalihydroxydes. Am einfachsten ist es, hierfür eine wässerige Lösung von Natriumsuperoxyd zur Behandlung zu verwenden. Wie durch eingehende Versuche festgestellt wurde, eignet sich eine wässerige Natriumsuperoxydlösung von einer Konzentration zwischen 21J2 und 7° Be besonders gut zum Beizen der Pelzhaare.
ίο Ähnliche superoxydhaltige Lösungen sind bereits zum Bleichen der Haare, u. a. von solchen, die für das Hutmachergewerbe oder zum Filzen bestimmt sind, empfohlen worden. Der Bleichprozeß unterscheidet sich jedoch grundlegend von dem Karrotierungsvorgang, mit dem sich die Erfindung beschäftigt. Der Bleichprozeß besteht bekanntlich aus drei Phasen, nämlich der Entfettung, der Entfärbung und der eigentlichen Bleichung. Auf die Anwendung des Bleichmittels folgt unmittelbar ein Waschprozeß. Die Haarbeize dagegen besteht darin, daß die Felle mit der Beizlösung eingebürstet und hierauf einem Trocknungsprozeß, im allgemeinen bei erhöhter Temperatur, unterworfen werden.
Bei den bekannten Entfettungsverfahren, bei welchen Superoxyde zur Anwendung kommen, werden die Haare bzw. die Felle in das Bad vollständig eingetaucht und längere Zeit bei einer erhöhten Temperatur in der Flüssigkeit belassen. An eine Karrotierung ist also dort nicht gedacht worden.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß gerade beim Karrotierverfahren die Verwendung einer Lösung von Wasserstoffsuperoxyd und eines Alkalihydroxydes große \rorteile mit sich bringt.
Die Karrotierungslösung kann entweder zur Einwirkung gebracht werden, während sich die Pelzhaare noch auf der Haut befinden oder nachdem sie von der Haut entfernt sind. Wenn die Lösung durch Einbürsten in das Fell aufgebracht wird, kann die Stärke der Lösung zwischen den ungefähren Grenzen von i° Be und io° Be schwanken. Es wurde jedoch gefunden, daß die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn die Stärke der Lösung zwischen 21J2 und 70 Be gehalten wird. Selbstverständlich kann die Stärke der Lösung zwecks Erzielung der besten Ergebnisse sich je nach der Art und den Eigenschaften des zu behandelnden Felles ändern. So wurde iz. B. gefunden, daß für gewisse Fellarten eine Lösung von ungefähr 6° Be Stärke die besten Resultate ergibt. Zur Herstellung einer Lösung von ungefähr 6° Be werden etwa 453 g Natriumperoxyd in 11,35 Liter Wasser gelöst. Wenn die Konzentration der Lösung zu hoch ist, wird der Pelz beschädigt, und wenn . sie zu schwach ist, werden die gewünschten Wirkungen nicht erzielt.
Wenn lose Pelzhaare, d.h. solche, die von der Haut abgetrennt sind, behandelt werden sollen, kann die Konzentration der Lösung zwischen ungefähr 453 und 272 ° g Natriumperoxyd in 11,35 Liter Wasser schwanken. Auch hier kann selbstverständlich die Konzentration der Lösung zwecks Erzielung bester Ergebnisse je nach der Natur des zu behandelnden Materials sich ändern. Die bevorzugten Mengenverhältnisse sind jedcch 910 g Natriumperoxyd gelöst in 11,35 Liter Wasser. Diese Lösung ist am wirkungsvollsten, wenn es sich um die Behandlung von Pelz, der von der Haut getrennt ist, handelt. Ein wahrscheinlicher Grund für die relative Schwäche der zum Karrotieren von abgelösten Pelzhaaren verwendeten Lösung liegt in der Tatsache, daß die Lösung Gelegenheit findet, in die Fasern von den abgeschnittenen Enden aus einzudringen, während sie hierzu bei Behandlung ganzer Felle keine Gelegenheit hat. Bei Ausführung dieses Karrotierungsverfahrens für Pelz werden alle wachs- oder gummiartigen Stoffe entfernt oder doch so in Wasser löslich und absorbierbar gemacht, daß ein vollständiges Auswaschen, z. B. in dem darauffolgenden Verfilzungsvorgang, eintritt. Das behandelte Pelzwerk ist nicht giftig und hat entweder eine alkalische go oder neutrale Reaktion. Beim Färben wird zuerst die Farbe gleichmäßig und intensiv aufgetragen und darauf eine Säure verwendet, um die Farbe eindringen zu lassen. Um eine gleichmäßige Färbung zu erzielen, ist es daher sehr wünschenswert, daß der Pelz oder der Filz vor dem Farbauftrag frei von Säure ist, um ein vorzeitiges Setzen oder Eindringen der Farbe zu verhindern und eine gleichmäßige Färbung zu erzielen. Das gemäß der Erfindung karrotierte Pelzwerk ist besonders geeignet für eine wirkungvolle und gleichmäßige Färbung, nicht nur wegen der Abwesenheit von Säure in dem Pelz bzw. in den Pelzhaaren, sondern auch wegen der neutralisierenden Wirkung, welche das der Faser anhaftende Alkali der Imprägnierungsflüssigkeit auf irgendwelche Säure in den Farben ausübt. Auch können bei ihm hellere Farben erzielt werden, da der Karrotierungsstoff an- no fänglich eine bleichende oder aufhellende Wirkung auf den Pelz ausübt.
Bei der Herstellung von Filzhüten ist es natürlich allgemein üblich, mit dem filzenden Pelz oder Vließ, wie er genannt wird, eine gewisse Menge von Pelz zu mischen, welcher nicht oder nur wenig verfilzt, um auf diese Weise den Preis herabzusetzen und unter Umständen den damit herzustellenden Hut zu verbessern. Die verwendbare Menge dieses billigeren Pelzes oder Füllhaares ist jedoch begrenzt. Wenn das Vließ wie auch das bil-

Claims (3)

  1. ligere Füllhaar mit dem Karrotierungsstoff der vorliegenden Erfindung behandelt werden, zeigt sich, daß wegen der dadurch erreichten erhöhten Verfilzungswirkung eine viel größere Menge von Füllhaar verwendet werden kann, als es bei Verwendung des bekannten säurehaltigen Karrotierungsmittels möglich ist.
    Das neue Karrotierungsmittel ist nicht nur frei von giftigen Wirkungen während der von Hand erfolgenden Karrotierung, sondern auch frei von der Eigenschaft, bei der Nachbehandlung des Filzes giftige, säurehaltige oder sonstwie schädliche Dämpfe zu entwickeln, wie sie typisch für die bisher allgemein verwendete Ouecksilbernitratlösung sind. Das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung ist auch leichter und billiger mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen durchführbar.
    Pa τ ε N τ A ν S ν R ü c in·::
    I.Verfahren zum Vorbehandeln (Beizen) von Pelzhaaren zur Filzherstellung auf der Haut durch Einreiben (Einbürsten) von Wasserstoffsuperoxyd und nachheriges Eintrocknen der Lösung, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit einer Lösung von Wasserstoffsuperoxyd und eines Alkalihydroxydes erfolgt.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Behandlung eine wässerigeLösung von Natriumsuperoxyd verwendet wird.
  3. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die wässerige Natriumsuperoxydlösung eine Konzentration zwischen 21Z2 und 7° Be besitzt.
DEP48235D 1923-06-30 1924-06-07 Verfahren zum Vorbehandeln (Beizen) von Pelzhaaren zur Filzherstellung Expired DE566769C (de)

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DEP48235D Expired DE566769C (de) 1923-06-30 1924-06-07 Verfahren zum Vorbehandeln (Beizen) von Pelzhaaren zur Filzherstellung

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GB (1) GB218264A (de)

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FR583810A (fr) 1925-01-22
GB218264A (en) 1925-09-07

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