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Scheibenrad, insbesondere für Kraftfahrzeuge Der Zweck der Erfindung
ist die Schaffung eines Autorades, das jedem Laien das Wechseln eines Luftreifens
oder Schlauches ermöglicht, unter Vermeidung der Nachteile bereits bestehender Konstruktionen.
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Kurz vor dem Kriege hat die Wirtschaftsstelle für Kraftfahrzeugreifen
ermittelt, daß von allen vorzeitigen Reifentotalschäden bei Pkws 23,90/0
auf
unsachgemäße Montage oder schadhafte Felgen zurückzuführen sind. Wie die Reparaturabteilung
des größten deutschen Reifenwerkes kürzlich feststellte, haben sich inzwischen die
Prozentzahlen für Pkws noch ganz gewaltig erhöht. Damit steht fest, daß die jetzige
Konstruktion der Autoräder zwar in der Fabrikation wirtschaftlich sind, aber nicht
im Gebrauch. Die Gewähr für die Betriebsbereitschaft eines Fahrzeuges ist dann gegeben,
wenn der Fahrer imstande ist, Schäden, die an den bekannten schwächsten Stellen
am Auto auftreten, selbst zu beheben. Eine dieser schwachen Stellen ist die Bereifung,
ihre Betriebsbereitschaft ist unberechenbar. Auch der beste Reifen ist weder gegen
Eisen, Glas, noch spitze Steine sicher. Aus diesen Gründen ist man dazu übergegangen,
das ganze Rad einfach auszuwechseln, um das Fahrzeug schnellstens wieder betriebsbereit
machen zu können. Aber im selben Moment ist die weitere Betriebssicherheit unsicher,
denn die meisten Fahrzeuge haben nur ein Reserverad wegen Platzmangels. Der Fahrer
ist jetzt in den allermeisten Fällen gezwungen, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen,
um das Reserverad wieder instandzusetzen. Grund: Er kann den Reifen weder auf- noch
abmontieren, um einen Schlauch zu wechseln. Selbst einem Fachmann kann es passieren,
daß der Schlauch dabei geklemmt wind. Da selbst Werkstätten nicht ihre besten Kräfte
an solch untergeordnete Arbeit stellen, ist die Endfolge Drahtseilbrüche u. dgl.
Ganze
Industrien leben von Montagefehlern. (Spezialwerke zur Instandsetzung
von Drahtseilbrüchen an Luftreifen.) Man hat schon mit verschiedenen Konstruktionen
versucht, das Montieren der Reifen zu erleichtern, um obige Übelstände zu verhindern,
aber für den Laien sind sie keine Lösung. Bei allen bisher bekannten Konstruktionen
sind Werkzeuge notwendig, um einen Reifenwechsel vorzunehmen; die Handhabung von
Werkzeugen setzt gewisse handwerkliche Begabung und handwerkliche Kniffe voraus,
die der Laie in den meisten Fällen nicht hat.
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Die Aufgabe war draher, die Felge so zu konstruieren, daß der Reifen
einfach mit der Hand aufgelegt werden kann ohne Werkzeuge unter Verzicht aller losen
Teile, welche ebenfalls nur mit Werkzeugen zusammengesetzt werden können.
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Nach der Erfindung ist die seitlich getrennte Felgenhälfte an den
verbleibenden festen Felgenenden an der Trennfläche drehbar gelagert. In dem Scheitelpunkt
des Felgenrandes -- befindet sich eine mit Schlitz versehene Halteplatte, in die
der am selben Punkt der festen Felge drehbar gelagerte Haltebolzen eingreift und
mittels einer mit Handgriff versehenen Mutter der lose Felgenrand mit dem festen
Rand befestigt und gelöst werden kann, während Führungsstifte der festen Felge in
durchlochte Platten der schwenkbaren Felge Paßsitz garantieren.
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Durch diese Vorrichtung gemäß der Erfindung wird gegenüber den bekannten
Ausführungen erreicht, daß zur Auswechslung eines Reifens oder Schlauches keine
Werkzeuge erforderlich sind, keine Zerlegung der Felge in einzelne Teile erfolgt,
der ausschwenkbare Felgenrand dagegen noch eine Hilfe beim Auswechseln des Reifens
ist, die glatte Außenfläche des Rades nicht verändert, die Einheit von Felge und
Rad erhalten bleibt, das Gesamtgewicht des Rades nur unwesentlich erhöht, so daß
tatsächlich auch ein Laie imstande ist, Reifen und Schlauch auszuwechseln ohne jede
Beschädigung oder Anstrengung, dabei in einer so kurzen Zeit, wie sie von keiner
anderen bekannten Konstruktion erreicht werden kann.
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In der Zeichnung stellt dar Abb. i einen Schniitt durch Felge und
Rad, Abb. 2 eine Ansicht der Innenfläche des Rades, Abb. 3 eine seitliche Ansicht
des Rades bei ausgeschwenktem Felgenrand.
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Der Felgenrand i ist unter Stehenlassen des Tiefbettes 2 durch Längsschnitt
von dem Punkt 3 nach Punkt 4 etwas über den Halbkreis der Felge 5 hinausgehend getrennt.
Der Felgenrand i ist auf der Achse 6 in einem Gelenk 7 drehbar. Auf dem Halteblech
8 des stehengebliebenen Tiefbettes des Rades 9 befindet sich ein durch Auge i o
auf der Achse i i bewegbarer, am Ende gewindetragender Bolzen 12. In das Halteblech
13, welches am Felgenrand i befestigt ist, wind der Bolzen 12 durch einen
Schlitz 14 eingeführt und mit der mit einem Griff 15 versehenen Mutter 16 der Felgenrand
i gelöst oder befestigt. In die Führungsbleche 17, welche am Felgenrand i befestigt
sind, werden die am Rad 9 befestigten Paßstifte 18 eingeführt. * i9 ist das Auswuchtgewicht.
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Auswechslung von Reifen und Schlauch geschieht auf folgende Weise:
Die Vorderseite des Rades wird auf die Erde gelegt, dann der Reifenfuß, falls er
klebt, mit der Fußsohle vom Felgenhorn gelöst. Die Mutter 16 ist mittels Griff 15
zu lösen, und zwar so weit, daß der Bolzen 12, durch den Schlitz 14 nach unten gedrückt,
das Halteblech 13 freigibt. Darauf wird der Felgenrand i, wie in Stellung Abb.3
ersichtlich, abgeklappt. Nun wird das lose im Reifen liegende Rad an dem Punkt,
wo sich Achse 6 und Gelenk 7 am Felgenrand befinden, nach dem Reifen gedrückt, damit
sich die Reifenfüße an diesem Punkt ins Tiefbett legen. Darauf greift man mit der
Hand unter den Reifen mit Schlauch an der entgegengesetzten Seite, um ihn über den
Felgenrand i abzuziehen.
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Montage: Der Reifen wird mit der einen Hand in Gelenkgegend 7 ins
Tiefbett gedrückt und mit der anderen Hand über den Felgenrand i aufs Rad geschoben.
Der Felgenrand i wird jetzt heruntergeklappt, der Bolzen 12 am Griff 1»5 durch den
Schlitz 14 ins Halteblech 13 gebracht und die Mutter 16 mittels Griff 15 angezogen.
Das ungehinderte Auflegen des Reifens wird dadurch ermÖglicht, daß statt wie bisher
der Reifen über die Gesamtkreisfläche des Rades gezogen werden mußte, gemäß der
Erfindung durch den schwenkbaren Felgeiirand die Kreisfläche halbiert wird. Ferner
wird im Gegensatz zu Bekanntem der Befestigungsbolzen 12 von der Drehbewegung des
Rades nicht beeinflußt, da diese von den Gelenken 7 und den Paßstifbein 18 aufgenommen
wird. Dadurch wirkt sich der Reifendruck als sichernd gegen das Lösen der Mutter
16 aus.