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Obstkorb
Gegenstand der Erfindung ist ein Obstkorb in Gestalt der üblichen
Spankörbe mit Tragegriff. Die bisher für den Transport von Obst u. dgl., sowie für
die Benutzung in Haus und Garten gebräuchlichen Spankörbe erfordern zu ihrer Herstellung
astfreies Holz, dessen Beschaffung und Verwendung besonders in Zeiten der Holzknappheit
höchst unwirtschaftlich ist. Die aus diesem Werkstoff hergestellten Körbe haben
außerdem erhebliche technische Mängel, die damit zusammenhängen, daß das Spanholz
verhältnismäßig empfindlich gegen Stoß und Druck ist, so daß sich die übereinandergestellten
Körbe beim Versand ziemlich schnell abnutzen. Auch neigt das Spanholz, besonders
bei längerer Lagerung der Körbe, zum Verspröden, wodurch die Widerstandsfähigkeit
der daraus hergestellten Behälter weiter beeinträchtigt wir. Andererseits ist infolge
des nicht immer vorauszusehenden wechselnden Bedarfs an Spankörben die Lagerhaltung
der Spankörbe umständlich.
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Man hat auch schon Transportbehälter für Obst u. dgl. aus Pappe hergestellt.
Diese haben sich aber nicht an Stelle der Spankörbe durchsetzen können, weil sie
einmal nicht die seit jeher für Spankörbe übliche Gestalt besaßen, auf die die Benutzer
und die Transporteinrichtungen nun einmal eingestellt sind, und weil sie andererseits
infolge ihrer abweichenden Gestalt und Ausführung den starken Beanspruchungen, denen
diese Behälter z. B. beim Übereinanderstellen besonders an den Rändern ausgesetzt
sind, nicht standhalten.
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Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt,
unter Beibehaltung der für Spankörbe üblichen eckigen länglichen Kastengestalt einen
Obstkorb zu schaffen, der die genannten Nachteile vermeidet. Zu diesem Zweck werden
Boden-
und Seitenwände des nach Art der üblichen Spankörbe gestalteten
Behälter aus einem einzigen, durch Aufbiegen eines Zuschnittes gebildeten Stück
Pappe, vorzugsweise Hartpappe, hergestellt, dessen oberer Rand durch eine angeheftete
Leiste bewehrt und gleichzeitig mit dem Tragegriff verbunden ist, und dessen senkrechte
Standkanten durch mehrfache Lagen des umgebogenen Pappzuschnittes verstärkt sind.
Die Randverstärkungsleisten und der Tragegriff werden dabei zweckmäßig aus dem für
diese Zwecke bewährten und wohlfeilen Spanholz hergestellt.
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Durch diese Kombination ist ein Obstkorb geschaffen worden, zu dessen
Herstellung das wertvolle Spanholz bis auf die genannten, verhältnismäßig schmalen
Leisten und Tragbügelteile eingespart wird.
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Der Gestehungspreis liegt unter demjenigen der üblichen Spankörbe,
während andererseits die Stoß-und Druckfestigkeit denen der Spankörbe überlegen
ist. Durch die Randverstärkung aus Holz wird der sonst leicht empfindliche Papprand
der Behälterwände wirksam gegen Beschädigung und Abnutzung geschützt. Die Festigkeit
der Obstkörbe nach der Erfindung ist bei gleichem Gewicht infolge der Versteifungswirkung
der senkrechten Standkanten erheblich höher als bei den entsprechenden, ganz aus
Spanholz hergestellten Körben. Ein Verspröden des Materials tritt auch bei langer
Lagerung selbst unter extrem ungünstigen Bedingungen, wie Wärme und großer Trockenheit,
nicht ein, so daß also auch die Stoßfestigkeit nicht abnimmt. Ebenso wird bei den
aus Pappzuschnitten hergestellten Obstkörben der den eigentlichen Spankörben anhaftende
Nachteil vermieden, daß beim engen Zusammenstellen und Zusammenrücken der Körbe
auf dem Transport eine gegenseitige Beschädigung der Wandungen eintritt.
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Schließlich wird auch die unter Umständen erwünschte Beschriftbarkeit
der Körbe durch die glatten Pappwandungen gegenüber den unterbrochenen und unebenen
Wandungen der Spankörbe erleichtert.
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Zum Schutz gegen Feuchtigkeitseinwirkungen kann gegebenenfalls auch
eine präparierte Hartpappe, z. B. eine mit wasserabstoßenden Stoffen getränkte,
für den Zuschnitt verwendet werden. Auch können im Boden Abfluß- und Belüftungsöffnungen
ausgestanzt werden, und ebenso können im Bedarfsfalle auch die Wandungen durch entsprechende
Belüftungsöffnungen unterbrochen sein. Zur Erhöhung der Gesamtsteifigkeit und zur
Verteilung der Druckbeanspruchungen können die an den Kanten umgebogenen Lappen
des Grundzuschnittes auch über einen Teil der Seiten-bzw. Stirnwandungen übergreifen.
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Die Herstellung der neuenObstkörbe nach der Erfindung erfolgt in
einfacher Weise unter Verwendung der bei der Spankorb-Fabrikation benutzten Heftmaschinen,
mit deren Hilfe der aus Buchenholz bestehende Griff sowie der Holzrand aus schmalem
Spanholz durch Draht- oder Stiftheftung mit dem Pappkörper verbunden werden. Ein
besonderer Vorteil liegt ferner in der erleichterten Lagerhaltung. Man hat es nicht
mehr nötig, für evtl. schnell auftretenden Bedarf große Mengen der fertig hergestellten
und sperrigen Körbe bereitzuhalten. Es genügt vielmehr, den entsprechend vorgestanzten
Pappzuschnitt auf Lager zu legen, aus dem dann bei eintretendem Bedarf schnell die
erforderlichen Behältergrößen gefaltet und mit den üblichen Heftmaschinen zusammengeheftet
werden können. Die Obstkörbe können in allen gebräuchlichen Größen, etwa für 20,
5 oder 2 Pfund Inhalt hergestellt werden.
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Solche Obstkörbe zeigen beim Gebrauch den weiteren Vorteil vor den
üblichen Spankörben, daß sie infolge ihrer glatten, nicht splitternden Seitenflächen
die Kleidung der die Körbe tragenden Personen nicht beschädigen, wie es bei den
Spankörben sonst leicht eintritt. Außer der oben erwähnten Möglichkeit der Verwendung
imprägnierter Pappen hat sich auch das Überlackieren, z. B. mittels eines einfachen
Spritzlackes als Feuchtigkeitsschutz bewährt. Der große Vorteil für das Herstellungsverfahren
liegt außerdem darin, daß der Zusammenbau der aus den evtl. vorgelochten Zuschnitten
gebildeten Körbe weniger und einfachere Handarbeit erfordert, als das Flechten und
Heften der Spankörbe, eine Arbeit, bei der die damit beschäftigten weiblichen Personen
durch das Stehen bekanntlich geschädigt werden.
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PATENTANSPROCHE: I. Obstkorb mit Tragegriff, dadurch gekennzeichnet,
daß Boden- und Seitenwände des nach Art der üblichen eckigen länglichen Spankörbe
gestalteten Rumpfes aus einem einzigen, durch Aufbiegen eines Zuschnittes gebildeten
Stück Pappe, vorzugsweise Hartpappe, besteht, dessen oberer Rand durch eine angeheftete
Leiste bewehrt und gleichzeitig mit dem Tragegriff verbunden ist und dessen senkrechte
Standkanten durch mehrfache Lagen des umgebogenen Pappzuschnittes verstärkt sind.