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Kleiderschrank für Umkleideräume Für Waschräume werden Umkleideschränke
verwendet, deren Fächer so tief sind, daß die Straßenkleidung auf einem Bügel hängend
untergebracht werden kann. Diese Forderung muß gestellt werden, da besonders die
feuchten Kleider sich leicht verziehen und dadurch unansehnlich werden. Außerdem
ist zu fordern, daß die schmutzige Arbeitskleidung getrennt von der Straßenkleidung
untergebracht wird. Zur Erfüllung dieser Forderungen muß bei den rechteckigen Schränken
die Schranktiefe in der ganzen Breite des Schrankes dem Platzbedarf der auf Bügeln
hängenden Straßenkleider entsprechen. Dadurch wird der Querschnitt der Schränke
unnötig groß. Es ist unzweckmäßig, einen Ausgleich dadurch zu schaffen, daß die
Schränke schmäler hergestellt werden, weil sonst die Türöffnungen zu klein werden
und der Platz vor den Schränken zu sehr beengt wird. Weiter sind die rechteckigen
Schränke insofern unvorteilhaft, als geöffnete Türen besonders weit in den Raum
hineinragen und vorgebaute Bänke einen zusätzlichen Platz einnehmen. Für die Aufstellung
dieser Schränke ergibt sich bei Einhaltung genügender Bewegungsfreiheit zwischen
den Schrankreihen ein großer umbauter Raum und dadurch ein erheblicher Kostenaufwand.
Es ist versucht worden, bei Doppelschränken die geöffneten Türen an den Seitenwänden
vorbei in den Schrank hineinzuschieben. Diese Bauart ist aber umständlich, empfindlich
und teuer und hat sich nicht einführen können. Entweder müssen die Kleiderstangen
und Hutböden fortfallen oder Doppelwände vorgesehen werden. Außerdem ragen die geöffneten
Türen nur in den Drehzapfen geführt in den Raum hinein, bevor sie in den Schrank
hineingeschoben werden.
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Eine wesentliche Besserung bringen die Schränke mit trapezförmigem
Querschnitt und ebenen oder kreisbogenförmig ausgebildeten Flügeltüren, die an
den
senkrecht zur Rückwand der Schränke stehenden, verkürzt ausgebildeten ebenen Seitenwänden
angeschlagen sind und deshalb beim öffnen weniger tief in den Raum hineinschlagen.
Außerdem entsteht bei diesen auf einem Sockel stehenden Schränken eine im Grundriß
dreieckförmige Bank, die gern als Sitz- oder Fußbank verwendet wird. Da die Sockelbreite
in diesem Fall der Schrankbreite entspricht, ist die Bank zwischen je zwei Schränken,
deren Breite denn Platzbedarf für die unterzubringenden Kleider entspricht, verhältnismäßig
schmal. Es wäre aber unwirtschaftlich, deswegen den ganzen Schrank breiter zu machen.
Weiter ist die Bank bei geöffneter Tür als Sitzbank nicht zu benutzen. Außerdem
ragt die geöffnete Tür immer noch über den Schranksockel hinweg in den Raum hinein
und erfordert dadurch einen zusätzlichen Platzbedarf. Bei der Lösung der gestellten
Aufgabe ist man eben auf halbem Wege stehengeblieben.
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Nach der Erfindung sind die Schranktüren nicht als Flügeltüren, sondern
als Schiebetüren ausgebildet und werden an den äußeren Seiten der zweckmäßig kreisbogenförmigen
Seitenwände vorbei gegen die Rückwand verschoben. Der Schrankboden sowie zweckmäßig
auch die Rückwand und das Dach überragen den übrigen Teil des Schrankoberteils entweder
seitlich oder seitlich und nach vorn. Der vorstehende Teil des Bodens und des Daches
wird mit winkelförmigen Abbiegungen, eingepreßten Führungsnuten, aufgesetzten Führungsleisten
o. dgl. versehen und dient dadurch zur Führung der Schiebetüren.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele dargestellt, und zwar zeigt
Abb. i und 2 im Auf- und Querschnitt einen Schrank mit kreisabschnittförmigem Querschnitt,
Abb. 3 einen trapezförmigen Schrank mit kreisbogenförmiger Tür, Abb. 4 einen trapezförmigen
Schrank mit ebener Tür und kreisbogenförmiger Türführung, Abb. 5 denselben Schrank
mit geradliniger Türführung, Abb.6 die Teilansicht der oberen Türführung des Schrankes
nach Abb. 5.
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Wie aus Abb. i und 2 hervorgeht, hat der Querschnitt des für zwei
Personen bestimmten Doppelschrankes die Form eines Kreisabschnittes. Die abgeflachte
Seite bildet die Rückwand a, deren Breite größer ist als der Durchmesser des Kreisabschnittes.
Das ist besonders wichtig, weil dadurch eine Reihe von nebeneinanderstehenden Schränken
eine geschlossene Rückwand bildet. Der Schrank besteht aus den kreisbogenförmigen
Seitenwänden -b und Türen c, dem Boden d, dem Dach e, der Trennwand
f, den auf den Stangen g verschiebbaren Zwischenwänden h, der Türanschlagleiste
i und den Füßen k. Jedes Fach des Doppelschrankes wird durch die verschiebbare
Zwischenwand h nochmals unterteilt zur Aufnahme der Straßen- und Arbeitskleider.
Der kreisabschnittförmige Querschnitt entspricht dem dafür erforderlichen Platzbedarf
in besonders günstiger Weise. In der Mitte ist der Schrank so tief, daß die Straßenkleider
bequem auf einem Bügel hängen können, während die Schranktiefe an den Seitenwänden
zum Aufhängen der Arbeitskleider an verschiebbaren Haken genügt. Die beiden Seitenwände
b sind zur Verbindung mit der Rückwand und zu deren Versteifung nach außen zu Winkeln
l abgebogen. Der Boden d und das Dach e
überragen seitlich und
nach vorn den einen abgeflachten Zylinder bildenden Schrank, um auch für die Führung
der beiden Türen verwendet werden zu können. Das Dach hat zu diesem Zweck eine winkelförmige
Abbiegung m, während in den Boden eine Führungsnut n eingepreßt ist. Beide werden
zweckmäßig um den Schrank geführt. Zwischen der Tür und dem Dath ist so viel Platz,
daß erstere ohne weiteres senkrecht aus- und eingesetzt werden kann. Die Seitenwände
und Türen sind zur Versteifung gefalzt oder mit abgewinkelten Rändern o versehen.
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Bei nebeneinanderstehenden Schränken bilden die Böden zwischen je
zwei Schränken bei geschlossenen Türen eine dreieckförmige Bank p, die gern zum
Sitzen oder aber zum Aufstellen der Füße verwendet wird. Der gegenüber dem Schrankzylinder
verbreiterte Boden erhöht auch die Bequemlichkeit dieser Bank. Außerdem wirkt der
Zwischenraum zwischen je zwei Schrankzylindern architektonisch besonders günstig.
Insofern wirkt sich die größere Breite des Bodens in dreifacher Hinsicht günstig
aus, und zwar auf die Türführung, auf die Sitzbänke und auf das Aussehen der Schrankreihen.
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Auch die zur Raumeinsparung verwendeten, an sich bei rechteckigen"
Schränken und Regalen bekannten Schiebetüren haben noch die überraschende Wirkung,
daß die Sitzbank zwischen je zwei Schränken bei geöffneten Türen in die Schränke
hinein verbreitert wird. Es entsteht eine rechteckige Sitzbank mit einer aus den
beiden Türwänden gebildeten Rücklehne. Selbst wenn nur eine Tür geöffnet ist, genügt
die vorhandene Sitzfläche. Bei den trapezförmigen Schränken mit Flügeltüren wird
dagegen die Sitzbankfläche zwischen zwei Schränken durch die geöffnete Tür halbiert,
so daß die Bank höchstens zum Aufstellen der Füße benutzt werden kann.
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Die Bauart des Schrankes nach Abb. 3 weicht von der nach Abb. i und
2 insofern ab, als die-beiden Seitenwände b eben sind.
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Der Schrank nach Abb. 4 hat außerdem noch ebene Türen, die oben und
unten mit Drehzapfen g versehen sind. Der untere Zapfen wird in einer kreisbogenförmigen
Nut n und der obere Zapfen q nach Abb. 6 in der auf dem Dach e befestigten Führungsleiste
r geführt. Das Dachblech ist mit einer Nut versehen, die der der Führungsleiste
entspricht. Die Tür c ist in an sich bekannter Weise als kombinierte Flügel- und
Schiebetür anzusehen. Sie wird wie eine Flügeltür geschwenkt und wie eine Schiebetür
verschoben.
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Der in Abb. 5 dargestellte Schrank hat an Stelle der kreisbogenförmigen
eine gerade Türführung. Die Tür wird erst ganz geöffnet und dann verschoben. Die
Platzausnutzung ist bei diesem Schrank
besonders günstig. Damit
die Tür nicht zuweit geöffnet wird, ist unter dem Dachblech e die Anschlagleiste
s angebracht. Zwischen der Tür und dem Boden bzw. Dachblech ist nur ein geringer
Spielraum, damit die Tür nicht kanten kann.
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Diese Ausführungsform kann naturgemäß ohne weiteres auch bei Schränken
mit rechteckigem Querschnitt angewandt werden.