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Baukasten zum Selbstzusammensetzen von Kinderfahrzeugen verschiedener
Art Begehrte Beschäftigungsmittel für Kinder jeglichen Alters sind Fahrzeuge zum
Selbstfahren. Die Ansprüche des Kindes an derartige Fahrzeuge ändern sich mit der
Zeit, insbesondere mit fortschreitendem Alter. Da die Geschicklichkeit eines Kindes
jüngeren Alters beispielsweise noch nicht dazu ausreicht, ein Fahrrad zu führen,
kommt als erstes Fahrzeug im allgemeinen ein Roller in Frage.
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Von diesem aus gehen die Ansprüche über einen Kipproller zu einem
Dreirad, wonach meist der Wunsch zum Führen eines Zweirades erwächst. Es zeigt sich
immer wieder, daB beispielsweise ein Roller dem Kinde mit wachsendem Alter nach
einer Zeit langweilig wird und das Kind den Gebrauch des Rollers bald aufgibt. Dem
Verlangen des Kindes nach \x-eiteren ihm angemessenen Fahrzeugen zu entsprechen,
bedeutet aber jedesmal eine Neuanschaffung mit erheblichem Kostenaufwand, was wirtschaftlich
meist nicht tragbar ist.
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In Erkenntnis dieser Tatsachen hat die Erfindung eine Möglichkeit
geschaffen, derartige Fahrzeuge nacheinander aus den gleichen Grundbestandteilen
unter Hinzufügung weiterer Bauelemente durch die eigene Tätigkeit des Kindes selbst
zusammenzubauen. Die Erfindung bezieht sich auf ein Baukastensystem, in welchem
die Einzelteile zum Selbstzusammenbauen handlich geordnet und gebrauchsfertig für
den Zusammenbau vereinigt sind. Dabei ist vorgesehen, Baukästen zu vertreiben, welche
die Grundelemente in sich vereinigen, die in diesem Fall zum Zusammenbau eines Rollers
genügen. Weitere Teile können dann hinzugeordnet oder nachgeliefert werden, wodurch
diesei%'
Roller 17eispieisweise ?in' einen Kipproller, ein Fahrrad, ein Fahrrad mit Sozius,
ein solches mit Beiv-agen oder in ein Fahrrad mit einem dazugehörigen Anhänger verwandelt
werden kann. Andere Baukastentypen können selbstverständlich alle Bauteile bereits
enthalten, wodurch jedes beliebige Fahrzeug dieser Art wechselweise konstruiert
werden kann.
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Es sind bisher beispielsweise schon solche Dreiräder bekanntgeworden,
welche durch Umbau in ein Zweirad verwandelt werden können und damit ebenfalls schon
den Anforderungen des heranwachsenden Kindes bis zu einem gewissen Grade Rechnung
tragen. .
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Diese Konstruktionen bezogen sich jedoch eben nur auf diesen einen
Umbau und hatten demgemäß nur eine beschränkte Bedeutung.' Die Vorteile der Erfindung
bestehen einmal darin, daß die Kosten des Gesamtbaukastens bei weitem unter dem
liegen, was die Beschaffung aller Einzelfahrzeuge erfordern würde. Zum andern bietet
der Baukasten eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder, dadurch nämlich,
daß diese sich ihre Fahrzeuge wahlweise selbst zusammenbauen können, was vor allem
von technisch interessierten Kindern begeistert begrüßt wird, da die Freude über
ein selbstgebautes Rad größer ist als über ein fabrikmäßig fertig geliefertes.
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Das Kennzeichen der Erfindung liegt darin, daß als Grundelement für
alle Fahrzeuge ein Doppelrohrrahmen mit hinten angeordneten Radnabenansätzen vorgegehen
ist, der mit Schraubverbindungen an einem Steuerkopf zu befestigen ist, weiter ein
Lenker, eine Vorderradgabel, zweckmäßig luftbereifte Räder und über diese Schutzbleche.
Auf diesem Grundfahrzeug, einem einfachen Roller, werden sämtliche weiteren Fahrzeuge
aufgebaut, wobei die einzelnen Bauteile auf einfachste Weise durch Schraubverbindungen
mit Leichtigkeit und sicher von jedem Kinde selbst aufmontiert werden können. Sämtliche
Schraubmuttern sind von einer Größe, so daß sie mit einem einzigen Schlüssel gelöst
und angezogen werden können. Der Zusammenbau und die Verwandlung von einem Fahrzeug
in das andere können damit ohne Vorkenntnisse jederzeit ausgeführt werden, wozu
es nur weniger- einfacherHandgriffe bedarf.
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Die Erfindung -ist in den Zeichnungen in beispielsweisen Ausführungen
dargestellt, und zwar zeigt Fig. i einen Roller. in Seitenansicht; Fig. 2 einen
Roller von oben gesehen, Fig.3 Hinterteil eines Kipprollers in Seitenansicht, Fig.4
Hinterteil eines Kipprollers in Ansicht von oben, Fig. 5 den als Zweirad umgewandelten
Roller, Fig.6 den umgewandelten Roller als Zweirad mit Soziussitz, _ Fig. 7 Anhänger
in Seitenansicht,.
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Fig. 8 Anhänger in Vorderansicht, Fig. 9 Fahrrad mit Stabilisator
bzw. Seitenwagen in Seitenansicht, Fig. io Fahrrad mit Stabilisator bzw. Seitenwaggn
in Ansicht von oben.
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Das Grundelement für alle Fahrzeuge wird von einem Doppelrohrrahmen
i gebildet, dessen hintere Gabelarme Ansatzstücke 2 mit Schlitz zum Einsetzen der
Hinterradnabe tragen. Dieser Rahmen verläuft in seinem Mittelstück 3 gerade und
beim Einbau in ein Fahrzeug parallel in geringem Abstand zur Rollfläche. Der nach
vorn steil aufsteigende Teil des Doppelrohrrahmens i ist im Oberteil nach vorn zum
Teil 4 abgebogen und trägt zwischen diesen Abbiegungen eine eingeschweißte Strebe
5 in Verlängerung der Steigung des Vorderteiles des Rahmens i. Die Abbiegung 4 und
die Strebe 5 werden mit Schellen 6 eines Steuerkopfes 7 starr verschraubt. In diesen
Steuerkopf sind in bekannter Weise ein hoch- und tiefverstellbare Lenkstange 8 und
eine Gabel 9,
welche das Vorderrad io aufnimmt, eingesetzt. Schutzbleche i
i und 12 sind in ebenfalls bekannter Weise am Steuerkopf bzw. Rahmen verschraubt
und durch Streben 13 mit Befestigungen an den Naben gesichert. Zur Verwendung als
Trittroller ist auf das Mittelstück 3 des Rahmens ein flaches Brett 14 durch eine
senkrechte Halteschraube 15 mit- Schelle aufmontiert und am seitlichen Verschieben
durch ein zwischen die Rohre des Rahmens passendes Brett 16 oder Anschläge gesichert.
Eine Bowdenzugl)remse 17 und Klingel 18 vervollständigen das Fahrzeug. Auf der Hinterradachse
ist ein Zahnkranz 21 vorgesehen, der zur Verwendung kommt, wenn der Roller zu einem
Kipproller oder in ein Fahrrad umgewandelt werden soll.
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Der Aufbau eines Kipprollers erfordert lediglich den Austausch des
Brettes 14 und 16 gegen. eine Wippe i9 mit Zahnstange 2o, welche in gleicher Weise
mit Halteschraube und Schelle i5 am Rahmen befestigt ist. Die Zahnstange 2o greift
dabei in einen auf der Hinterradnabe angeordneten Zahnkranz 21 und wird durch eine
Druckrolle 22 am Ausfallende des Rahmens geführt.
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Der Grundaufbau eines Fahrrades ist prinzipiell der gleiche, wie aus
Fig. 5 ersichtlich. Hier wird an Stelle der Wippe i9 mit einer gleichen Halteschraube
15 der Schelle ein komplettes Tretlager 23 mit Getriebe auf die Streben des Rahmens
i aufgespannt. Die geschlossene Kette 24 wird über den Zahnkranz 21 gelegt, und
die Kettenspannung erfolgt durch Verschieben des Tretlagers nach vorn. Das Sattelstützrohr
25 wird in eine Klemmmuffe 26 am Getriebe eingeführt, und zwei hinterbaustreben
27 werden zwischen Sitzrohr und Aus= fallende des Rahmens geschraubt. Der Sattel
28
ist mittels Sattelstütze 28a in das Stützrohr 25 iti bekannter Weise höhenverstellbar
eingesetzt;- so daß der Lenker in jeder Höhe eingestellt werden kann. Zum Aufsatz
eines Soziussitzes ist, . wie Fig. 6 zeigt, ein Bügel 29 vorgesehen, welcher sich
auf die Hinterradstreben am, Ausfallende des Rahmens stützt und dort verschraubt
ist: Eifl Vers bindungssteg 3o, der mit den Hinterbaustreben 27 mittels einer Klemmschraube
27a verbunden ist; gewährleistet einen festen Sitz des Bügels, in
dessen
Klemmring 29" ein weiterer Sattel 31 mit Sattelstütze 31a eingesetzt ist. Der Antrieb
bleibt wie bei dem Fahrrad nach Fig. 5 durch das Tretlager 23 über die Kette 24
zum Zahnrade 21 auf der Hinterradachse.
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Der Verbindungssteg 3o besitzt an seinem Ende noch eine Bohrung, in
der ein Verbindungsteil einer Anhängerkupplung 41 befestigt werden kann. Unter Verwendung
weiterer Zusatzbauteile kann letztbeschriebenes Zweirad in ein solches mit Stabilisator,
also in ein Dreirad, umgewandelt werden zum leichteren Erlernen des Radfahrens der
Kinder. Hierzu wird ein weiteres Rad 32 in eine Gabel 33 eingesetzt und diese über
Haltestreben 34 mit dem Ausfallende des Rahmens verschraubt. Das Zweirad wird somit
durch das dritte Rad 32 seitlich abgestützt.
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Von diesem Zweirad mit Stabilisator kann auf einfachste Weise ein
Fahrrad mit einem Seitenwagen entwickelt werden. Dazu wird ein Abstützrolir aus
einem gebogenen Teil 35 und einem geraden Teil 36 zusammengesteckt, mit letzterem
auf dein Stabilisator und mit dein Ende des ersteren am Steuerkopf 7 befestigt.
Ein Kasten 37, dessen Wände mittels Stiften zusammengesteckt sind, wird auf die
Haltestreben 34 in Längsrichtung aufgeschraubt und am Abstützrohr mittels einer
Schelle 36a gesichert, so daß die notwendige Bewegungsfreiheit für die Tretkurbeln
gegeben ist. Die einzelnen Bauteile des oben beschriebenen Seitenwagens können unter
, Hinzufügung eines weiteren Rades zum Zusammenstellen eines Anhängers dienen. Hierbei
sind die Haltestreben 34 einerseits mit der das Rad 32 aufnehmenden Gabel 33 und
auf der anderen Seite mit einer ebensolchen 38 mit Rad 39 verschraubt. Der gebogene
Rohrteil 35, welcher beim Seitenwagen als Abstützrohr diente, findet nunmehr
Verwendung als Deichsel und ist in der Mitte zwischen den Rädern an den Haltestreben
34 nach vorn ausladend befestigt mittels Halteschraube 42 und durch seitliche Abstützungen
4o gesichert. Der Kasten 37 ruht wiederum auf den Haltestreben 34 und füllt in seiner
Länge den Tragraum auf den Haltestreben 34 zwischen den beiden Rädern aus. Die Deichsel
kann mit einer Kupplung 41 an den Verbindungssteg 3o des Fahrrades angehängt werden,
so daß das Zweirad mit Anhänger gefahren werden kann.