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DE812099C - Kuenstlicher Flechtstrang fuer Schuhoberteile u. dgl. und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Kuenstlicher Flechtstrang fuer Schuhoberteile u. dgl. und Verfahren zu seiner Herstellung

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Publication number
DE812099C
DE812099C DEK1488A DEK0001488A DE812099C DE 812099 C DE812099 C DE 812099C DE K1488 A DEK1488 A DE K1488A DE K0001488 A DEK0001488 A DE K0001488A DE 812099 C DE812099 C DE 812099C
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DE
Germany
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strand
braided
cross
artificial
section
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Expired
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DEK1488A
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English (en)
Other versions
DE1618571U (de
Inventor
Wilhelm Keune
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Individual
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Individual
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Publication date
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Priority to DEK1488A priority Critical patent/DE812099C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE812099C publication Critical patent/DE812099C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D04BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
    • D04DTRIMMINGS; RIBBONS, TAPES OR BANDS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D04D1/00Ropes or like decorative or ornamental elongated trimmings made from filamentary material

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Footwear And Its Accessory, Manufacturing Method And Apparatuses (AREA)

Description

  • Künstlicher Flechtstrang für Schuhoberteile u. dgl. und Verfahren zu seiner Herstellung Die Erfindung bezieht sich auf einen künstlichen Flechtstrang für Schuhoberteile, Handtaschen, Deckchen und ähnliche Zwecke und auf ein Vertahren zu seiner Herstellung. Für geflochtene Schuhoberteile und Handtaschen verwendet mau heute überwiegend Litzchen und Kordeln aus Faserstoff, die durch einen Lacküberzug glatt und lederähnlich gemacht sind. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, künstliche Flechtstränge in Form von Kordeln oder Bändern aus Kunsthorn (Kasein) zu fertigen, wobei zur Erhöhung der Biegsamkeit und Festigkeit Fäden oder Bändchen aus Faserstoff eingearbeitet werden. Ferner ist ein als Flechtstoff zu verwendendes Kunststroh aus hochviskosen Kunststoffmassen, insbesondere Celluloseacetat, vorgeschlagen worden. Alle diese Flechtstoffe sind einfarbig und glatt. Sie weisen also keine --Musterung auf, und zwar weder eine farbige noch eine plastische --,Musterung.
  • Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen für Schuhoberteile, Handtaschen, Deckchen und ähnliche Verwendungszwecke geeigneten Flechtstoff zu schaffen, der sich einerseits durch seine Biegsamkeit und Geschmeidigkeit und damit durch leichte Verarbeitung und andererseits dadurch auszeichnet, daß er sowohl farbig als auch plastisch gemustert werden kann. Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß der Flechtstoff ein fortlaufender kordel- oder bandförmiger oder ähnlich gestalteter voller oder hohler Strang aus einem biegsamen, thermoplastischen Kunststoff, vornehmlich auf Polyvinylbasis ist, der auf verschiedenen Teilen seines Querschnittes ans unterschiedlich. gefärbtem Kunststoff besteht. Der so ausgebildete Strang ist biegsam und geschmeidig, so daß er sich beim Flechten oder bei ähnlicher Verarbeitung zu Fertigteilen bequem handhaben läßt und sich in jede gewünschte Lage im Geflecht oder Gewebe bringen läßt. Wegen seiner Herstellung aus einem weichen thermoplastischen Kunststoff hat der Flechtstrang ein ähnliches Aussehen wie Kunstleder, so daß er sich für geflochtene Schuhoberteile, Handtaschen o. dgl" bei denen regelmäßig auf einen lederartigen Charakter des Flechtmaterials Wert gelegt wird, gut eignet. Für diese Zwecke bringt der neue Flechtstrang noch eine weitere vorteilhafte Eigenschaft mit, indem er wegen seines dichten Gefüges feuchtigkeitsunempfindlich ist, also durch Witterungseinflüsse nicht beschädigt oder unansehnlich wird, während er zugleich abwaschbar ist, so daß die daraus hergestellten Gegenstände sich leicht und gut reinigen lassen. Dadurch, daß der neue Strang auf verschiedenen Teilen seines Querschnittes aus unterschiedlich gefärbtem Kunststoff besteht, erhält man mit einfachsten Mitteln eine streifenförmige Farbmusterung des Flechtstranges, die für die Herstellung von farbig gemusterten Sommerschuhen und gemusterten Handtaschen, Deckchen,u. dgl. sehr vorteilhaft ist und an diesen Gegenständen eine erheblich weitergehende Farbmusterung ermöglicht, als es durch die bisherige Verwendung von im ganzen eine unterschiedliche Farbe aufweisenden Flechtstoffen möglich ist. Die neue Streifenmusterung des Flechtstranges hat dabei zugleich den wesentlichen Vorteil, daß es sich nicht um eine bloß oberflächliche Färbung handelt, sondern daß die Färbung durch und durch geht. Es ist also nicht möglich, daß die Farbstreifen abgescheuert werden, vielmehr bleibt die 'Musterung auch bei einer etwaigen Abnutzung der Oberfläche erhalten.
  • Die farbigen Streifen des neuen Flechtstoffes können in Längsrichtung des Flechtstranges gerade durchlaufen. Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform besteht in der Anordnung von schraubenförmigen Farbstreifen. Diese können erfindungsgemäß dadurch erzielt werden, daß die verschiedenfarbigen Querschnittsteile im Strang schraubenförmig verlaufen, indem dieser bei seiner Herstellung um eine Längsachse verwunden worden ist.
  • Nach der Erfindung sind neben der Farbmusterung auch plastische Musterungen möglich. So kann der Flechtstrang zunächst jeden beliebigen Querschnitt erhalten, also rund, unrund, vieleckig oder beliebig anders gestaltet sein, wobei sein Querschnitt gewünschtenfalls auch aus mehreren nebeneinandergesetzten gleichen oder abweichenden geolnetrischen Figuren bestehen kann. Weiterhin kann ein beispielsweise runder oder ähnlicher Flechtstrang mit Längsnuten oder -rillen oder längs verlaufenden Rippen oder Wulsten versehen sein. Diese können vorzugsweise schraubenförmig verlaufen. Sehr wirksame Musterungen ergeben sich ferner, wenn ein Flechtstrang mit unrundem, eckigem oder aus mehreren geometrischen Figuren zusammengesetztem Querschnitt schraubenförmig verwunden ist, oder wenn ein hohler, also schlauchförmiger Flechtstrang, dessen Wandung an verschiedenen Teilen seines Querschnittes unterschiedlich dick ist, schraubenförmig verwunden wird. Bei dem Verwinden biegt sich der dünnere Wandungsteil bis zur Anlage am dickeren Wandungsteil nach innen, so daß der Querschnitt sich verändert und ein Strang in Form einer schraubenförmigen Rinne entsteht.
  • Die plastische Musterung kann mit der farbigen Musterung kombiniert werden, insbesondere in der Weise, daß die schraubenförmigen Rinnen oder Rippen o. dgl. sich durch andere Färbung von der übrigen Oberfläche des Flechtstranges besonders abheben. Die plastische Musterung kann gegebenenfalls aber auch für sich allein, d. h. ohne gleichzeitige Farbmusterung angewendet werden.
  • Die Herstellung des neuen Flachstranges kann in der Weise geschehen, daß mehrere verschiedenfarbige Ströme von durch Wärme und Druck erformbar gemachten biegsamen, thermoplastischen Kunststoffen in einer ihrem Anteil am Gesamtquerschnitt des Stranges entsprechenden Verteilung in einem Spritzkopf zusammengeführt und gemeinsam ausgepreßt werden. Wird eine schraubenförmige Musterung gewünscht, dann wird der aus dem Spritzkopf austretende Strang schraubenförmig verwunden.
  • Auf der Zeichnung ist in Fig. i ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Herstellung von Flechtsträngen dargestellt, während die übrigen Figuren Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen Flechtsträngen teils in Seitenansicht und Querschnitt, teils nur im Querschnitt wiedergeben.
  • Die in Fig. i gezeigte Vorrichtung hat eine drehbar gelagerte und durch ein nicht gezeichnetes Getriebe antreibbare Welle 3 mit einer längs durchgehenden Bohrung 4, die vorn bei 5 und 9 stufenförmig erweitert ist. In der vorderen Erweiterung9 ist eine als Spritzdüse dienende auswechselbare Büchse 14 befestigt und dahinter eine gleichfalls auswechselbare Platte io, die eine an die Düsenbohrung 17 sich anschließende Axialhohrung i i und zwei mit dieser verbundene radiale Bohrungen 12, 12' enthält. Die Bohrung i i ist zwischen den Mündungen der Bohrungen 12, 12' durch eine Trennwand 8 unterteilt, die von einem keilförmigen Vorsprung eines in der Erweiterung 5 der Wellenbohrung sitzenden Bolzens 6 gebildet ist. An die äußeren Enden der radialen Bohrungen 12, 12' der Platte io schließen sich zwei Schrägbohrungen 13, 13' der Welle 3 an, die am Umfang der letzteren je in eine Förderschnecke ausmünden. Die beidenFörderschnecken sind von einerkonzentrisch zur Welle 3 angeordneten und um diese drehbaren Kreisscheibe 18 gebildet, die zwischen zwei mit Hilfe von in ihnen eingebauten elektrischen Widerständen 25 beheizbaren Wänden i und 2 geführt ist und auf beiden Stirnseiten mit spiralförmig verlaufenden Nuten 20, 21 versehen ist. .Diese fördern die durch trichterförmige Öffnungen 22, 23 aufgegebenen Kunststoffe an den beheizten Wänden 1, 2 entlang nach der Mitte der Scheibe 18, wo der eine Stoff durch die Bohrungen 13, 12 und der andere durch die Bohrungen 13', 12' der Spritzdüse 14, 17 zugeführt wird. In den Förderschnecken werden die Stoffe durch Wärme und Druck verformbar gemacht, so daß sie durch den von den Schnecken erzeugten Druck aus der Spritzdüse ausgepreßt werden können.
  • Zur Herstellung des in Fig. 2 veranschaulichten Flechtstranges wird eine Düse mit zur Welle 3 gleichachsiger zylindrischer Bohrung verwendet, deren rückwärtige Öffnung durch den Keil 8 hälftig geteilt ist. Die beiden Schnecken 2o, 21 werden mit zwei verschieden gefärbten Kunststoffen gespeist und fördern deshalb zwei verschiedenfarbige Ströme von verformbar gemachten Kunststoffen zur Düse 1o, 17. In dieser werden die beiden je über den halben Düsenquerschnitt sich erstreckenden Ströme miteinander vereinigt und gemeinsam aus der Düsenbohrung herausgepreßt. Man erhält so einen zylindrischen Kunststoffstrang (Kordel), der auf beiden Hälften seines Querschnittes aus verschiedenfarbigen Kunststoffen (s. Fig. 2 bei b) bestellt, die dadurch, daß sie im verformbaren Zustand unter Druck zusammengeführt wurden, miteinander verschweißt sind. Der Strang wird zu einer Aufwickelvorrichtung geführt, wobei er sich auf (lern entsprechend lang bemessenen Weg zur Auf--,vickelvorrichtung verfestigt. Während des Auspressens des Kunststoffstranges wird die `'Felle 3 tnit der Spritzdüse gedreht, was zur Folge hat, daß der austretende Strang um seine Längsachse verwunden wird. Man erhält auf diese Weise einen Icordelartigen, zylindrischen - Flechtstrang mit schraubenförmiger Streifenmusterung, wie er in Fig. i bei a und b in Seitenansicht und Querschnitt gezeigt ist. Die Steigung der schraubenförmigen Farbstreifen kann beliebig gewählt und durch Regehtllg des Verhältnisses der Drehzahl der Welle 3 zur :1bzugsgeschwindigkeit eingestellt werden. Die Welle 3 mit dem Spritzkopf kann aber auch beim Auspressen des Kunststoffstranges stillstehen, in welchem Falle man einen zylindrischen Strang Init geradlinig verlaufenden, verschiedenfarbigen Streifen erhält.
  • Statt des im ollen beschriebenen Beispiel angenominelten vollen Querschnittes könnte der Strang auch hohl ausgeführt, also schlauchförmig sein (s. Fig. 2 bei c). In dem Falle ist am Bolzen 6 ein in die l;ohrung 17 der Düse 14 eingreifender Dorn anzuordnen. Statt gleichmäßig können die verschiedenfarbigen Kunststoffe auch ungleichmäßig über den Querschnitt verteilt sein, so daß man am Strang Farbstreifen unterschiedlicher Breite erhält, wie in Fig. 3 bei d und c gezeigt. Ferner könnten mehr als zwei Farbstreifen vorgesehen sein, indem der Querschnitt des Stranges mehrfach unterteilt ist. \vie beispielsweise in Fig.3 bei f gezeigt.
  • Hei der :\ttsführtrngsfornt nach Fig. 4 ist zusätzlich zur harbntusterung eine plastische Musterung vorhanden, die darin besteht, daß der Flechtstreifen eine schratlbenförtnig verlaufende Rille enthält. Die Düse 14 hat dann all der Wandung ihrer Bohrung eine Rippe, so (laß der Querschnitt des Stranges an einer Stelle eingedrückt ist (s. Fig. 4 bei lt). Durch (las beint Drehen der Düse stattfindende Verwinden des Kunststoffstranges ergibt dieser Eindruck am Strang die in Fig. 4 bei g gezeigte Schraubenrille. Die verschiedenfarbigen Kunststoffe können auf den Querschnitt so verteilt werden, daß die Rille eine andere Farbe hat als die übrige Oberfläche des Stranges, wie aus Fig. 4 bei h ersichtlich. An Stelle einer Rille können natürlich auch mehrere Rillen vorgesehen werden.
  • Umgekehrt könnte der Flechtstrang eine öder mehrere schraubenförmigeLängsrippen oder-wulste haben, indem die Düsenbohrung so gestaltet wird, daß der Strangquerschnitt ausgebauchte oder vorspringende Teile aufweist. Einen Flechtstrang mit schraubenförmiger Wulst erhält man auch dann, wenn, wie in Fig. 5 bei k gezeigt, der runde Querschnitt an einer oder mehreren Seiten abgeflacht ist. Der flache Teil ergibt beim Auspressen unter Drehen der Düse sozusagen einen zylindrischen Kern, während der rundliche Querschnitteil eine schraubenförmige Wulst bildet (s. Fig. 5 bei i). Der runde Kern und die Wulst können dabei unterschiedliche Farbe haben.
  • Nach Fig. 6 hat der aus zwei verschiedenfarbigen Kunststoffen gebildete Strang einen länglich runden Querschnitt (s. bei n). Beim Auspressen unter gleichzeitigem Drehen wird der Strang so verwunden, daß er eine korkenzieherähnliche Form erhält (s. Fig. 6 bei m).
  • In Fig. 7 ist angenommen, daß der Flechtstrang infolge Anwendung einer Düse mit exzentrisch altgeordnetem Dorn in Form eines Schlauches ausgespritzt ist, dessen Wandung auf einer Seite dünner ist als auf der anderen (s. bei q). Bei dem Verwinden des austretenden Hohlstranges tritt eine Querschnittsverformung in der Weise ein, daß der dünnere Wandungsteil sich einwärts biegt, wodurch ein rinnenförmiger Querschnitt entsteht (s. bei p). Es ergibt so sich wieder ein Flechtstrang mit schraubenförmiger Rille oder Nut, der auch noch insofern bemerkenswert ist, als die dickeren Wandungsteile sich beim Verwinden des Schlauches gleichfalls etwas verformen, so daß die zwischen den lZillen liegenden schraubenförmigen Flächen eitre taillenförmige Einschnürung zeigen . (s. Fig. 7 hei o).
  • In Fig. 8 und 9 sind Flechtstränge gezeigt, deren Querschnitt aus zwei sich berührenden oder schneidenden Kreisen besteht. Die Spritzdüse hat also eine im wesentlichen achtförmige Bohrung. Diese ist bei der Ausführung nach Fig. 8 bei s so angeordnet, daß der eine Querschnittskreis gleichachsig zur Drehachse des Spritzkopfes 1.4, der andere dagegen exzentrich zu dieser Achse angeordnet ist. Beim N'erwinden des austretenden Stranges entstellt ein Gebilde, das gewissermaßen aus einer gerade durchlaufenden Kordel t4nd einer in Schraubenform darumgelegten zweiten Kordel besteht (s. Fig. 8 bei- r). Nach Fig. 9 sind beide Kreise der Düsenbohrung exzentrisch zur Drehachse angeordriet, was einen Strang ergibt, der gewissermaßen aus zwei miteinander verzwirnten Kordeln besteht (s. bei t). Ähnliche Formen lassen sich durch Verwendung von Querschnitten erreichen, die aus drei sich berührenden oder überschneidenden Kreisen oder aus zwei oder mehreren anderengeonietrischen Figuren zusammengesetzt sind.
  • Der in Fig. io gezeigte Flechtstrang hat einen flachen Querschnitt, also im wesentlichen Bandform. Seine Längsränder sind wulstartig verdickt und bestehen aus einem Kunststoff von anderer Farbe als der flache Mittelteil des Bandes (s. Fig. io bei w). Das flache Band kann gegebenenfalls, wie gezeigt, einen geraden Verlauf haben (Fig. io bei v). Es kann aber auch schraubenförmig verwunden sein.
  • In Fig. i i sind noch einige weitere Beispiele für die zahllosen möglichen Querschnittsformen, nämlich länglich rechteckige und quadratische, halbrunde, kreisausschnittförmige und dreieckige Querschnitte gezeigt. In allen Fällen kann die Verteilung der verschiedenfarbigen Kunststoffe auf den Strangquerschnitt beliebig erfolgen, z. B. kann bei einem rechteckigen Strang die Trennungslinie der beiden Farben in Richtung der langen oder der kurzen Querschnittsachse oder diagonal erfolgen, oder es kann an einer Breitseite ein andersfarbiger Streifen angeordnet sein, oder die Schmalseiten können eine andere Farbe aufweisen als die Breitseiten. Bei allen gezeigten Querschnitten ist es möglich, den aus der Spritzdüse austretenden Strang schraubenförmig zu verwinden.
  • Natürlich beschränkt sich die Erfindung nicht auf die dargestellten und beschriebenen Beispiele, vielmehr sind mancherlei Abänderungen derselben sowie andere Ausführungsformen und Anwendungen möglich. So können die Flechtstränge nicht bloß in zwei Farben, wie in den Beispielen der Einfachheit halber angenommen, sondern auch in mehr als zwei, z. B. drei oder vier Farben gemustert sein. Dem Spritzkopf ist dann eine entsprechend größere Zahl von beheizten Förderschnecken zuzuordnen. Zum Beispiel kann eine zweite, um die Welle 3 drehbare Kreisscheibe ähnlich der Scheibe 18 vorgesehen sein, die entweder an einer oder wieder an beiden Stirnseiten Spiralnuten enthält. Wenn der gespritzte Flechtstrang durch Profilieren und Verwinden plastisch gemustert ist, kann auf die farbige Musterung gegebenenfalls verzichtet und der Flechtstrang aus einem Kunststoff einheitlicher Farbe gespritzt sein. Wenngleich das Drehen des Spritzkopfes der Einfachheit halber vorzuziehen ist, könnte das Verwinden des Flechtstranges auch dadurch erfolgen, daß die Aufwickelvorrichtung um eine in der Längsrichtung des Stranges verlaufende Achse gedreht wird. In jedem Falle wird der Strang unmittelbar beim oder nach dem Austritt aus der Spritzdüse, also in noch verformbaremZustand verwunden, so daß er sich in der verwundenen Form verfestigt, diese also dauernd beibehält. Statt durch eine gemeinsame Öffnung oder Düse könnten die verschiedenfarbigen Kunststoffströme. auch durch getrennte öffnungen des Spritzkopfes herausgedrückt und dann durch unmittelbar danach stattfindendes schraubenförmiges Verwinden miteinander vereinigt werden. Da die Kunststoffe beim Verwinden noch nicht verfestigt sind, so tritt auch hier ein Verschweißen ein, wenn die Verbindung auch nicht so innig ist wie beim Ausspritzen aus einer gemeinsamen Düse. Bei dieser Ausführungsart des neuen Verfahrens kann der Spritzkopf mehrere entweder sämtlich exzentrisch oder teils exzentrisch, teils gleichachsig zur Welle 3 liegende Düsen oder Austrittsbohrungen haben. Statt aus ein-m Polyv inylchlorid könnte der neue Flechtstrang aus einem anderen weichen Kunststoff auf Polyvinylbasis oder einer anderen geeigneten Basis hergestellt werden.
  • Zur Herstellung des neuen Flechtstranges können auch Kunststoffe unterschiedlicher Härte- bzw. Weichheitsgrade verwendet werden. Zum Beispiel kann der Strang auf einem oder mehreren Teilen seines. Querschnittes aus einetn härteren Werkstoff bestehen als auf anderen Querschnittsteilen. Der unterschiedliche Härtegrad beeinflußt dadurch, daß der härtere Werkstoff eine geringere Nachgiebigkeit hat als der weichere, die durch Verwinden bewirkte Formgebung, indem der aus härterem Stoff bestehende Teil des Stranges das Bestreben hat, eine gerade Form beizubehalten, während der weichere Teil sich leicht in Schraubenform legen läßt. Man kann so beispielsweise einen Flechtstrang ähnlich denn in Fig. 8 gezeigten unter Anwendung einer Spritzdüse mit einfacher runder oder eckiger Austrittsöffnung dadurch gewinnen, daß der Strang zum Teil aus härterem, zum Teil aus weicherem Werkstoff gespritzt wird.
  • Endlich ist es möglich, den Flechtstrang durch einen in seiner Längsachse verlaufenden Faserstofffaden oder auch einen Metallfaden zu verstärken. Das kann besonders dann vorteilhaft sein, wenn ein profilierter Flechtstrang schraubenförmig verwunden ist, so daß er eine im wesentlichen korkenzieherartige Gestaltung hat. Der eingelegte Faden sichert dann die urprüngliche Länge des Formstrangs und verhindert ein Verziehen desselben durch ungeschickte Handhabung beirrt Flechten. Der Faden wird beim Spritzen des Flechtstranges durch die Bohrung :4 der `Felle 3 und eine Bohrung im Bolzen 8 zugeführt und läuft axial durch die Düse rd hindurch, wo er mit Kunststoff umspritzt wird.
  • Es sei noch bemerkt, daß als Vorwerkstücke für gepreßte Kunsthornknöpfe Stangen oder Rohre aus Kaseinmasse bekannt sind, die aus mehreren zu einem einheitlichen Körper vereinigten Streifen aus verschiedenfarbiger Kaseinmasse bestehen. Die Stang,- n oder Rohre werden auf dem Wege des Strangpressens in der Weise erzeugt, daß mehrere Werkstoffströme in einer Düse zusammengeführt und gemeinsam ausgepreßt werden. Demgegenüber liegt die Erfindung im wesentlichen in dem streifenförmigen Aufbau eines schon ein Fertigerzeugnis darstellenden Flechtstoffes für Schuhoberteile, Handtaschen und ähnliche Zwecke in Gestalt einer biegsamen Kordel, eines biegsamen Bandes o. dgl. aus einem thermoplastischen Kunststoff. Hier wird durch den streifenförmigen Aufbau in Verbindung mit der Anwendung von weichen, biegsamen, thermoplastischen Kunststoffen ein auf dem Gebiete der Flechtstoffe wesentlicher neuer technischer Fortsc ',ritt erzielt, wie in der Einleitung bereits darge.egt. Darüber hinaus liegt die Erfindung in der plastischen #fusterung der Flechtstränge durch entsprechendes Profilieren und Verwinden.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Künstlicher Flechtstrang für die Herstellung von Schuhoberteilen, Handtaschen. Deckchen und ähnliche Zwecke, gekennzeichnet durch einen fortlaufenden kordel- oder bandförmigen oder ähnlich gestalteten vollen oder hohlen Strang aus einem biegsamen, thermoplastischen Kunststoff, vornehmlich auf Polyvinylbasis, der auf verschiedenen Teilen seines Querschnittes aus unterschiedlich gefärbtem Kunststoff besteht.
  2. 2. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß seine verschiedenfarbigen Querschnittsteile im Strang schraubenförmig verlaufen (Fig. 2 und 3).
  3. 3. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, dafi ein Flechtstrang von im wesentlichen rundem Querschnitt schraubenförmig verlaufende Längsrillen aufweist, (Fig. ¢). .
  4. 4. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Flechtstrang von im wesentlichen rundem Querschnitt schraubenförmig verlaufende Längsrippen oder Wulste aufweist (Fig. 5).
  5. 5. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i oder 2 und 3 oder .4, dadurch gekennzeichnet, daß der Strang auf dem die Rille oder Rippe aufweisenden Teil seines Querschnittes eine andere Farbe hat als auf dem ungerillten oder ungerippten Querschnittsteil.
  6. 6. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Strang von unrundem oder eckigem Querschnitt schraubenförmig verwunden ist (Fig. 6).
  7. 7. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein Strang von etwa achtförmigem Querschnitt schraubenförmig verwunden ist (Fig. 8 und 9). B. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein runder schlauchförmiger Strang unter Einbuchtung eines Teiles der Schlauchwandung schraubenförmig verwunden ist (Fig. 7). g. Künstlicher Flechtstrang nach Anspruch 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein schraubenförmig verwundener Strang von un-Lindem, eckigem oder achtförmigem oder ähn-Vchem Querschnitt aus einfarbigem Kunststoff besteht. io. Künstlicher Flechtstrang nach einem der voraufgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß er einen aus einem Faserstoff-oder -Metallfaden bestehenden Kern enthält. i i. Verfahren zur Herstellung von künstlichen Flechtsträngen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere verschiedenfarbige Ströme von durch Wärme und Druck verformbar gemachten, biegsamen, thermoplastischen Kunststoffen in einer ihrem Anteil am Gesamtquerschnitt des Stranges entsprechenden Verteilung in einem Spritzkopf zusammengeführt und gemeinsam ausgepreßt werden. 12. Verfahren nach Anspruch i i zur Herstellung von Flechtsträngen nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der aus der Spritzdüse austretende Strang schraubenförmig verwunden wird. 13. Verfahren nach Anspruch i i und 12, dadurch gekennzeichnet, daß das schraubenförmige Verwinden des Stranges durch Umlauf des Spritzkopfes bewirkt wird. i.l. -'erfahren nach Anspruch i i und 12 zur Herstellung von Flechtsträngen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Spritzkopf ein Schlauch mit exzentrischem Hohlraum ausgepreßt und schraubenförmig verwunden wird. 15. Verfahren nach Anspruch i i und 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Flechtstrang auf verschiedenen Teilen seines Querschnittes aus Kunststoffen von unterschiedlichen Härte- oder Weichheitsgraden gefertigt wird.
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Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1073983B (de) * 1960-01-28 William Prym-Werke Kommandit-Gesellschaft, Stolberg (RhId.) Reißverschluß und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1260218B (de) * 1959-02-19 1968-02-01 Hoechst Ag Reissverschluss
US3402546A (en) * 1964-10-28 1968-09-24 Bekaert Pvba Leon Twisted flat wires and method of making said wires
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US4002795A (en) * 1974-03-25 1977-01-11 Rhone-Poulenc-Textile Crimped yarns and method for making them

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