-
Preßkissen zum Pressen von Schuhböden Preßkissen zum Pressen von Schuhböden
werden bekanntlich in Sohlenauflege- oder Sohlenklebepressen verwendet. Gewöhnlich
sind Preßkissen dieser Art mit Luftkissen oder mit wassergefüllten Kissen versehen,
und ihre Bauart ist, insbesondere bei Anpassungsmöglichkeit an Leistensprengungen
verschiedener Art, oft sehr umständlich und teuer. Das erfindungsgemäße Preßkissen
benötigt jedoch keine Luftkissen oder Wasserkissen, und weiterhin ist es in seiner
Bauart sehr einfach, seine Einzelteile sind leicht auswechselbar, und ebenfalls
wird der Preßdruck, wie erwünscht, vornehmlich nur auf den Randteil des Schuhbodens
ausgeübt.
-
Gemäß der Erfindung hat das dargestellte Preßkissen einen weichen,
nachgiebigen Kissenteil, in dessen Oberfläche eine mittlere Ausnehmungangebracht
ist. Die Ausnehmung ist von dem Randteil scharf abgesetzt, so daß der Preßdruck
vornehmlich nur am Randteil des Schuhbodens zur Geltung kommt. Das Hinterende des
Kissenteiles liegt unter dem Absatzsitz des auf das Preßkissen aufgesetzten Schuhes,
und der vordere Randteil des Kissenteiles ist nach innen, d. h. nach der Ausnehmung
hin, geneigt. Im Gelenkteil steigen die Randteile des Kissenteiles in Anpassung
an die Sprengung des Leistens an.
-
Ebenfalls ist der aus verhältnismäßig weichem Gummi bestehende Kissenteil
in einen Block aus verhältnismäßig hartem Gummi eingesetzt, wobei der letztere insbesondere
die Seiten und den Boden des Kissenteiles umfaßt.
In den Zeichnungen
ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
-
Fig. i ist ein Längsschnitt durch das erfindungsgemäße Prellkissen.
-
Fig. 2 ist ein Querschnitt durch das Prellkissen nach der Linie II-II
der Fig. i.
-
Fig. 3 ist eine Ansicht des in seine Einzelbestandteile zerlegten
Prellkissens.
-
Das erfindungsgemäße Prellkissen sitzt in einem Gehäuse oder Kasten
io (Fig. i) bekannter Bauart. Der Kasten io hat zwei scharnierartig miteinander
verbundene Bodenteile 12 und 14, die Metallblöcke 16, 18 tragen. In bekannten Prellkissen
werden an Stelle der Metallblöcke 16 und 18 oft luftgefüllte oder wassergefüllte
Kissen verwendet. Wie Fig. 2 zeigt, ist die Oberfläche 2o des Blockes 16, der unter
dem Vorderteil des Schuhes liegt, in Anpassung 'an die Seitenneigung des Schuhbodens
nach einer Seite geneigt, so daß beimAusüben des Prelldruckes auf den Schuh dieser
nicht um seine Längsachse kippen kann. Das Hinterende des Blockes 16 ist abgerundet
(s. Fig. i) und liegt gegen die Stirnwand des Blockes 18 an, und folglich können
die Blöcke 16 und 18 die Verstellung der Bodenteile 12; 14 in Anpassung an die jeweilige
Leistensprengung ohne Schwierigkeit mitmachen.
-
Auf den Metallblöcken 16 und 18 liegt ein Block 22 aus einem nachgiebigen
Werkstoff, z. B. Gummi. Der Block 22 hat Querrillen 24 in seiner Unterfläche, so
daß er ebenfalls den Verstellungen der Bodenteile 12, 14 und Metallblöcke 16, 18
folgen kann. In seinem Oberteil hat der Block 22 eine Ausnehmung 26 (Fig. 3) die,
im Grundriß gesehen, ungefähr dem Umriß eines Schuhbodens entspricht, jedoch größer
als der größte zu bearbeitende Schuh ist.
-
In der Ausnehmung 26 des Blockes 22 sitzt ein weicher, nachgiebiger
Kissenteil 28 (Fig.3), der, im Grundriß gesehen, dem Umriß der Ausnehmung 26 entspricht,
jedoch etwas kleiner ist, sodaß er leicht aus der Ausnehmung 26 herausgehoben und
ein anderer Kissenteil 28 in die Ausnehmung 26 eingesetzt werden kann. Der Kissenteil
28 ist somit etwas größer als der Umriß des größten zu bearbeitenden Schuhes. Weiterhin
hat der Kissenteil 28 eine mittlere Ausnehmung 30, die ebenfalls, im Grundriß gesehen,
dem Umriß eines Schuhbodens entspricht, jedoch kleiner als der kleinste zu bearbeitende
Schuh ist. Diese Ausnehmung 3o des Kissenteiles 28 ist durch Steilwände 32 von dem
Randteil 34 des Kissenteiles 28 scharf abgesetzt. Wie Fig. i und 2 zeigen, sind
am Vorderteil des Kissenteiles 28 die Randteile schräg nach innen geneigt, so daß
der Rand der Sohle bei Druckausübung satt gegen den Schuhboden angelegt wird. Durch
die Ausnehmung 30 in der Mitte des Kissenteiles 28 wird der Druck vornehmlich
nur längs des Randteiles der Sohle, wo er zum Befestigen der Sohle benötigt ist,
ausgeübt.
-
Der Gelenkteil des Kissenteiles 28 steigt, in der Längsrichtung des
Kissenteiles gesehen, steil an (s. Fig. 3) in Anpassung an den Gelenkteil des Schuhbodens.
Vorzugsweise besteht der Gelenkteil des Kissenteiles aus einem härteren Gummi als
der Vorderteil, insbesondere wenn bei einer hohen Leistensprengung der Gelenkteil
der Sohle gegen den Schuhboden angearbeitet werden muß. Unigekehrt mag der Vorderteil
des Kissenteiles aus einem härteren Gummi bestehen als der Gelenkteil, insbesondere
wenn der Vorderteil des Schuhbodens sehr flach geformt werden soll. Die Ausnehmung
30 erstreckt sich durch den Gelenkteil des Kissenteiles 28 hindurch, so daß
auch im Gelenkteil des Schuhbodens der Druck vornehmlich nur am Rand zur Geltung
kommt.
-
Vorzugsweise besteht der Block 22 aus ci<<cm härteren Gummi
als der Kissenteil 28, da die Hauptfunktion des Blockes 22 darin besteht, den K1@#Sel-ltC11
28 am Boden und auf den S°iten abzustützen. Indessen soll der Block 22 jedoch biegsam
genug sein, um an der Verstellung des Prellkissens ii, Anpassung an verschiedene
Leistensprengungen (Absatzhöhen) teilnehmen zu können. Die Nachgiebigkeit des Blockes
22 gestattet weiterhin ein geringes Ausbreiten des Kissenteiles 28 nach beiden S°iten
hin u?:ter Druck, wo'-urch der Kissenteil 28 sich satt gegen den Schubboden anlegt,
ohne jedoch am Randteil einen übermäßigen Druck auszuüben, durch den gegebenenfalls
die Sohlenränder scharf nach oben umgebogen werden könnten.
-
Die Ausnehmung 26 des Blockes 22 und folglich der Kissenteil 28 enden
in einem gewissen Abstand von dem Fersenende des zu bearbeitenden Schuhes (s. Fig.
i). Der Fersenteil des Blockes 22 hat eine ebene Druckfläche 36 (Fig. i und 3),
durch die der Absatzsitz des Schuhbodens flachgeprellt wird. Weiterhin mag der Fersenteil
des Blockes aus einem härteren Gummi bestehen als der übrige Teil des Blockes, so
d, aß dieser von dem Fersenende des Schuhes nicht zerquetscht wird.
-
Auf dem Kissenteil 28 liegt eine Decke 38, die vorzugsweise aus einer
Gummischicht 40 und einer Lederschicht 42 zusammengesetzt ist. Der Gummi des Kissens
38 ist vorzugsweise härter als der des Kissenteiles 28 und des Blockes 22. Die Decke
wird von einer Maskenplatte 44 festgeklemmt, die in Rillen 46 (Fig. 2) in der Seitenwand
48 des Kastenteiles 5o (Fig. i) eingesetzt ist. Von der Maskenplatte 44 getragene,
nach unten zeigende Stifte 52 (Fig. 3) sind durch Löcher 54 der Decke 38 gesteckt
und halten die Decke in der Arbeitslage eingestellt.
-
Damit auch das Prellkissen für extreme Leistensprengungen verwendet
werden kann, wird ein Keil 56 aus Gummi o. dgl. zwischen dem Fersenende des Blockes
22 und dem Metallblock 18 eingeschoben (s. Fig. i), wobei das Fersenende des Kissenteiles
28 in einer höheren Lage eingestellt wird, als durch Verstellung der Bodenteile
12 und 14 möglich ist.
-
Beim Gebrauch des Prellkissens werden zunächst die Bodenteile 12,
14 in Anpassung an die Leistensprengung eingestellt, und wenn erforderlich wird
der Keil 56 zwischen den Blöcken 18 und 22 eingesetzt. Der Schuh S samt der darauf
aufzuklebenden Laufsohle werden dann in Mittellage bezüglich des Kissenteiles 28
auf die Kissendecke 38 aufgesetzt, worauf dann der Druck durch einen Spitzendrücker
6o (Fig. 2) und einen nicht dargestellten Fersendrücker ausgeübt wird. Dadurch werden
der Schuh und die Decke 38 in das Prellkissen eingedrückt, wie Fig. 2 darstellt.
Auf Grund der Nachgiebigkeit des 111SSeritelleS 28, der
Kontur seines
Randteiles und der mittleren Ausnehmung 30 wird der Preßdruck vornehmlich
nur längs des Randteiles des Schuhbodens, wo er zum Sohlenkleben erforderlich ist,
ausgeübt, und der Randteil der Laufsohle wird um den Vorderteil herum und im Gelenk
etwas nach oben gebogen. Die Ausnehmung 30 ist so tief, daß selbst unter
Maximaldruck noch ein Zwischenraum zwischen der Decke 38 und dem Boden der Ausnehmung
verbleibt, so daß auf den Mittelteil des Schuhbodens nur ein verhältnismäßig geringer
Druck ausgeübt wird. Gewöhnlich liegt der Kissenteil 28 etwas oberhalb der Oberfläche
des Fersenteiles 36 des Blockes 22, so daß,das Fersenende des S@liuhboclens erst
unter Druck gesetzt wird, nachdem bereits ein ziemlich starker Druck auf den Gelenkteil
und den Vorderteil des Schuhhodens ausgeübt wor<leii ist.