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DE817818C - Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen

Info

Publication number
DE817818C
DE817818C DEM2839A DEM0002839A DE817818C DE 817818 C DE817818 C DE 817818C DE M2839 A DEM2839 A DE M2839A DE M0002839 A DEM0002839 A DE M0002839A DE 817818 C DE817818 C DE 817818C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rod
crucible
melting
rods
sintered
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEM2839A
Other languages
English (en)
Inventor
Richard Dr Phil Nat Kieffer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Metallwerk Plansee GmbH
Original Assignee
Metallwerk Plansee GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Metallwerk Plansee GmbH filed Critical Metallwerk Plansee GmbH
Application granted granted Critical
Publication of DE817818C publication Critical patent/DE817818C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B4/00Electrothermal treatment of ores or metallurgical products for obtaining metals or alloys
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22FWORKING METALLIC POWDER; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM METALLIC POWDER; MAKING METALLIC POWDER; APPARATUS OR DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR METALLIC POWDER
    • B22F3/00Manufacture of workpieces or articles from metallic powder characterised by the manner of compacting or sintering; Apparatus specially adapted therefor ; Presses and furnaces
    • B22F3/20Manufacture of workpieces or articles from metallic powder characterised by the manner of compacting or sintering; Apparatus specially adapted therefor ; Presses and furnaces by extruding
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B4/00Electrothermal treatment of ores or metallurgical products for obtaining metals or alloys
    • C22B4/04Heavy metals

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Geology (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen Die Herstellung von Formkörpern aus hochschmelzenden Metallen, wie Molybdän, Wolfram, Tantal, Niob, Zirkon oder deren Legierungen, erfolgte bisher hauptsächlich auf pulvermetallurgischem Wege, weil in diesem Falle die hohe Schmelztemperatur dieser Metalle nicht erreicht werden muß. Abgesehen davon, daß pulvermetallurgische Verfahren ziemlich kostspielig sind, gelingt es mit ihrer Hilfe, nur verhältnismäßig kleine Formkörper herzustellen.
  • Um diese Nachteile zu vermeiden, hat man auch schon daran gedacht, Ingots aus hochschmelzenden Metallen durch Niederschmelzen des hochschmelzenden Metalls im Vakuumlichtbogen zu erzeugen. Beim 'Schmelzen von Molybdän im Vakuumlichtbogen ist man bisher so vorgegangen, daß man entweder einzeln aus Metallpulver gepreßte und gesinterte Stäbe in der Schmelzapparatur zum Einsatz gebracht hat oder aber, daff man das Metallpulver im Vakuum der Schmelzapparatur in Form von Pillen verpreßt und die aneinandergereihten Pillen durch direkten Stromdurchgang zu einem Stab zusammengesintert hat. In beiden Fällen hat es sich jedoch als notwendig erwiesen, dem Metallpulver etwas Kohlenstoff beizumengen, damit eine einwandfreie Desoxydation des Metalls beim Schmelzen gewährleistet wird. Es hat sich nämlich gezeigt, daß schon ein Gehalt von einigen Hundertstel Prozent Sauerstoff genügt, um das Molybdän nach dem Schmelzen äußerst spröde und für die weitere Verarbeitung unbrauchbar zu machen. Die Beimengung von Kohlenstoff hat aber wieder den Nachteil, daß es zur Bildung von Molybdänkarbid kommt, wodurch die mechanischen Eigenschaften des Molybdäns ebenfalls verschlechtert werden.
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen durch Schmelzen im Vakuumlichtbogen und besteht darin, daß durch Strangpressen von Metallpulver mit organischen Zusätzen hergestellte und in Wasserstoffatmosphäre gesinterte Stäbe in der Schmelzapparatur zum Einsatz kommen. Durch das erfindungsgemäße Verfahren gelingt es einerseits, eine wirtschaftliche Fertigung der in der Schmelzapparatur zum Einsatz kommenden Stäbe durchzuführen, anderseits werden durch das Sintern in Wasserstoff die Stäbe aus hochschmelzendem Metall gründlich desoxydiert. Das beim Sintern sich zersetzende organische Bindemittel läßt etwas Kohlenstoff in fein verteilter Form zurück, der noch eine weitere reduzierende Wirkung beim Schmelzen im Lichtbogen zur Folge hat. In dieser fein verteilten Form übt der Kohlenstoff kaum eine störende Wirkung durch Bildung von Karbiden aus.
  • Als organisches Bindemittel ist beispielsweise stärkehaltiger Leim geeignet, der in einer Menge von i bis 3 % den hochschmelzenden Pulvern beigemischt werden kann. Die gut vermischte Masse wird in eine Strangpresse gelegt und durchgepreßt, um einen endlosen Strang. von einem Querschnitt zu bilden, der von demjenigen des Mundstückes bestimmt wird, durch welches die plastische Masse hindurchgepreßt wird. Eine gewünschte Länge jenes Stranges wird abgeschnitten und gesintert. Während der Vorsinterung wird das Bindemittel entfernt und der Strangteil schließlich hierauf zu einem Stab von gewünschter Dichte von ungefähr 8o bis 9o % gesintert. Der Strang kann senkrecht nach abwärts oder waagerecht auf einem bandartigen Förderer ausgepreßt werden, der den Strang ununterbrochen dem Vorsinterungsofen zuführt. Der den Vorsinterungsofen verlassende Strang kann die gewünschte Länge der Zuführung haben, oder es wird diese Länge abgeschnitten und in den Ofen zum Endsintern eingebracht. Es ist auch möglich, den Strang oder einen Teil desselben im gleichen Ofen von entsprechender Länge vor- und fertigzusintern. Falls die Länge des vom endgesinterten Strang gebildeten Stabes ungenügend ist, können zwei oder mehrere solcher Stäbe in Reihe verbunden werden, wie dies vorher bei einzeln hergestellten Stäben gezeigt wurde. Der Querschnitt des Stranges kann jede gewünschte Form haben, wie eine viereckige, rechteckige, ovale oder runde. Seine Fläche kann derjenigen einer einzelnen Stabsaule entsprechen, wie in Fig. 2 dargestellt, oder derjenigen einer Mehrfachsäule, wie in Fig. 3 gezeigt.
  • Bei dem beschriebenen Strangpreßverfahren werden feine Metallpulver mit Teilchengrößen bis zu einem Bruchteil eines Mikrons bevorzugt. Als Sinteratmosphäre wird trockener oder feuchter Wasserstoff verwendet. Beim Sintern der gepreßten Stränge wird zweckmäßig die Temperatur im Sinterofen langsam und allmählich auf die Endsintertemperatur von 145o bis i6ool C erhöht, um dem
    Bindemittel eine vollständige Verdampfung und
    dem Strang ein entsprechendes Zusammenschrump-
    fen zu ermöglichen, damit ein endgesinterter Stab
    von gewünschter Länge und gewünschtem Quer-
    schnitt gebildet wird. Fig. i zeigt schematisch eine
    bekannte Einrichtung, die zum Niederschmelzen
    von Molybdän im Vakuumlichtbogen geeignet ist
    und die auch zur Ausübung des erfindungsgemäßen
    Verfahrens herangezogen werden kann. Die Fig. 2
    und 3 zeigen stabföriniges Material, das in der An-
    ordnung gemäß Fig. i zum Einsatz kommt. Einzelne
    stranggepreßte Stäbe können, wie Fig. 2 zeigt, in
    beliebiger Anzahl, z. B. durch Schweißen, vereinigt
    werden. Es ist auch möglich, eine Anzahl von
    Stäben miteinander zu bündeln, um den Querschnitt
    des zum Einsatz kommenden Stabes aus gesintertem
    hitzebeständigem Material zu vergrößern, wie in
    Fig.3 dargestellt. Die Vereinigung der einzelnen
    Stäbe 'zu einer Mehrfachsäule kann gleichfalls
    durch Schweißen vorgenommen werden.
    Die Einrichtung zum Schmelzen einzeln gesinter-
    ter Stäbe oder Bündel bzw. Stapel von Stäben ge-
    mäß Fig. i umfaßt eine Grundplatte i9 aus Stahl,
    Gußeisen o. dgl., auf die ein Schmelztiegel 2o mit
    einer Zwischenisolation 21 aus gepreßtem Asbest,
    einer hitzebeständigen Keramik o. dgl. gestellt wird.
    Der Schmelztiegel 2o besteht zum Beispiel aus einem
    hohlen Behälter 21 aus Kupfer, durch dessen Hohl=
    raum 22 eine Kühlflüssigkeit, wie Wasser, ununter-
    brochen hindurchgeleitet wird, die beispielsweise
    durch das Rohr 23 eintritt und durch das Rohr 24
    austritt. Beide Rohre oder wenigstens die damit
    verbundenen Hohlkegel 69, 73 bestehen aus einem
    festen Isoliermaterial. Die aufrecht stehende Innen-
    wand des so abgekühlten Schmelztiegels oder Be-
    hälters ist vorzugsweise nach unten leicht verjüngt,
    um die Entnahme des abgekühlten und erstarrten
    Materials zu erleichtern.
    Die Stäbe 25 aus einem getrennt gesinterten hitze-
    beständigen ,Metall von gewünschtem Querschnitt
    und gewünschter Länge werden nach abwärts oder
    aufwärts in Richtung des Doppelpfeiles 26 mittels
    Führungsrollen gefördert, von denen ein Paar 27, 28
    dargestellt ist. Die Achse 29 der Führungsrolle 27
    wird in einem Lager 88 festgehalten, das in einem
    auf der Grundplatte i9 befestigten Arm 86 gleitend
    eingebaut ist; das Lager wird von der Feder 85
    gegen den Stab 25 gepreßt. Die Welle 30 der Füh-
    rungsrolle 28 ist in einem anderen Arm von üblicher,
    nicht dargestellter Form drehbar'gelagert. Die Füh-
    rungsrollen 27, 28 bestehen entweder aus einem
    Isoliermaterial, oder sie sind mit einem Umfangs-
    belag aus Isoliermaterial versehen, das mit dem
    Stab 25 in Berührung kommt. Die Führungsrolle 28
    wird von einem Schneckenantrieb 31, 32 betrieben,
    wobei das Schneckenrad auf die Welle 30 und die
    Schnecke 32 auf die aufrecht stehende `Felle 33 auf-
    gekeilt wird, welche luftdicht durch ein Lager in
    der Grundplatte i9 hindurchgeführt wird und auf
    der Außenseite mit einem Handrad 34 zum Drehen
    der Welle 33 und damit der Welle 30 und der Rolle
    28 versehen ist; anstatt eines Handrades kann ein
    verstell- und umstellbarer elektrischer DMotorantriel)
    vorgesehen werden. Die Drehung der Welle 30 wird an die Achse 29 mittels der Eingriffgetriebe 36, 37 weitergegeben, die an der Welle 3o bzw. der Achse 29 angebracht sind.
  • Hohlelektroden 38, 39, z. B. aus Kupfer, sind an gegeniiberliegenden Seiten des Stabes 25 angeordtiet und so geformt, daß sie den Stab 25 auf einer möglichst großen Fläche berühren. Kühlflüssigkeit, z. B. Wasser, wird der Elektrode 38 durch ein steifes Rohr 4o aus Isoliermaterial zugeführt und von der Elektrode 38 zur Elektrode 39 durch die biegsamen Rohre 41, 42 aus leitfähigem Material, z. B. Kupferwellblech, geführt und verläßt die Elektrode 39 durch ein starres Rohr 43 aus Isoliermaterial. Elektrischer Strom wird der Elektrode 39 und durch die leitfähigen Rohre 41, 42 der Elektrode 38 durch den Anschluß 44 zugeführt, welcher mit der Elektrode 39 und überdies durch einen isolierten Leiter 45 mit dem Leitbolzen 46 verbunden ist, welcher in einer Isoliermuffe 47 eingebettet ist. Die Unterlagscheiben 48, 49 aus Isoliermaterial sind zwischen den Muttern an beiden Enden des Bolzens 46 und der Grundl)latte i9 eingelegt. Das untere Ende des Bolzens 46 ist durch einen Isolierleiter 5o mit dem Anschluß 51 verbunden.
  • Ein Kontakt 52 ist auf die Isolation 21 aufgebracht und durch den angeschweißten Bolzen 53 mit dem isolierten Leiter 54 verbunden, der zu dem anderen Anschluß 55 führt. Der Bolzen 53 ist von der Isoliermuffe 56 umgeben, und eine Unterlagscheibe 57 aus Isoliermaterial trennt die Muttern am unteren Ende des Bolzens 53 von der Grundplatte i9.
  • Ein luftdichtes Gehäuse 58 begrenzt einen Raum 82 um die bisher beschriebene Vorrichtung herum. Es kann aus Isoliermaterial bestehen und eine Glocke, wie dargestellt, bilden, oder aus einem Metall-(Eisen-)Rohr von genügender Länge hergestellt sein, an «-elches eine Deckplatte aus Metall (Eisen) luftdicht angeschweißt oder angeschraubt ist. Der Flansch 59 am unteren Ende des Gehäuses 58 liegt auf einer federnden, luftdichten und isolierenden Dichtung6o auf, welche in einer kreisrunden Aushöhlung in der Grundplatte i9 gelagert ist und an diese luftdicht durch eine geeignete Anzahl von Klammern 61 und Schrauben 62 angeklemmt ist.
  • Das Rohr 63 ist luftdicht durch die Grundplatte i9 hindurchgeführt und mit zwei Abflußöffnungen 64, 65 mit nach abwärts sich verjüngenden Löchern 66, 67 versehen, in welche kegelförmige Hohlenden 68, 69 der Rohre 40 bzw. 23 eng einpassen, um eine dichte Verbindung zu bilden. Ein anderes Rohr 70 ist luftdicht durch die Grundplatte i9 hindurchgeführt und mit den Einlaßöffnungen 71, 72 versehen, welche ähnlich den Abflußöffnungen 64, 65 geformt sind und in deren nach abwärts sich verjüngende Löcher die Hohlkegel 73, 74 am Ende der Rohre 24 bzw. 43 dicht einpassen. Eine Kühlflüssigkeit, wie Wasser, wird dem Rohr 63 durch einen Halin 75 in Richtung des Pfeiles 76 zugeführt, zweigt durch die Abflußöffnungen 64, 65 zu den Elektroden 38, 39 sowie zu dem hohlen Kühlraum 22 des Schmelztiegels 2o ab und gelangt durch die Rohre 43, 24, die Hohlkegel 73, 74 sowie die Einlaßöffnungen 71, 72 in das Rohr 70, aus welchem es durch einen anderen Hahn 77 in Richtung des Pfeiles 78 abfließt. Natürlich kann das Kühlmittel durch das beschriebene System auch in umgekehrter Richtung durchgeleitet werden.
  • Wechselstrom wird von jedweder geeigneten Quelle (nicht dargestellt) mittels eines verstellbaren Transformators 87 zu einem Doppelschalter 79 geführt, um die Anschlüsse 51, 55 und dadurch den Schmelztiegel 20 und die Elektroden 38, 39 an jene Stromquelle ein- bzw. von ihr abzuschalten.
  • Ein Rohr 8o ist luftdicht durch ein. Loch in der Grundplatte i9 hindurchgeführt und mit der Vakuumpumpe 81 verbunden.
  • Im Betrieb wird der Schmelztiege12o auf die Isolation 21 aufgebracht und der Kontakt 52 in die genannte Isolation gelegt, wobei der Hohlraum 22 des Tiegels durch die Hohlkegel 69, 73 mit den Rohrleitungen 63, 70 für die Kühlflüssigkeit verbunden wird. Ein Stab aus getrennt gesintertem hitzebeständigem Material 25 wird zwischen die Führungsrollen 27,28 gelegt und gleitet zwischen diesen sowie in Berührung mit den Elektroden 38, 39, welche vorher in die gezeigteLage gebrachtwurden, nach abwärts, um den Boden 35 des Schmelztiegels 20 zu berühren. Das Gehäuse 58 wird sodann auf seinen Platz gestellt und luftdicht an die Grundplatte i9 angeklemmt. Die Kühlflüssigkeit wird hierauf eingelassen, um durch den. Hohlraum 22 des Schmelztiegels 20 und der Elektroden 38, 39 zu kreisen, und zwar durch sachgemäßes öffnen bzw. Verstellen der Hähne 75, 77. Anschließend wird die Luft aus dem Raum 82 ausgepumpt, bis ein Vakuum von io-3 bis io-5 mm Quecksilbersäule erzeugt ist. Falls notwendig, kann ein neutrales Gas, wie Iielium, Neon oder Argon, in den evakuierten Raum eingelassen werden. Nun wird der Schalter 79 geschlossen und Wechselstrom durch den Stromkreis geführt, welcher die Elektroden 38, 39, den Teil des Stabes 25 zwischen den Elektroden und den Boden 35 des Schmelztiegels, die Außenwand 83 des Schmelztiegels und die Kontaktplatte 52 umfaßt. Sofort wird das Handrad 34 gedreht, um langsam den Stab 25 zu heben, wobei ein elektrischer Lichtbogen zwischen dem unteren Ende des Stabes 25 und der Bodenwand 35 des Schmelztiegels entsteht. Die.Stromstärke reguliert man .beispielsweise durch Verstellen der Sekundärwicklung des Transformators 87, so daß ein Strom von ungefähr 4ooo bis 6oooAmp. durch den Lichtbogen geführt wird, falls ein Molybdänstab mit einem Querschnitt von 4o X 4o mm geschmolzen wird; eine Spannung von 4 bis 6 Volt genügt.
  • Im Augenblick, wo sich der Lichtbogen bildet, ist das hitzebeständige Metall heruntergeschmolzen und berührt den abgekühlten Boden 35 des Schmelztiegels 2o, wobei man wirksam Wärme der Schmelze entzieht, um sie sofort zum Erstarren zu bringen. Auf der so erstarrten Schmelze wird anderes geschmolzenes Material von dem Stab 25 abgeschieden, welches zu dem zuerst abgeschiedenen hitzebeständigen Metall fließt, den gekühlten Boden 35 berührt und gleichfalls efstarrt. Dabei bildet sich nach und nach ein Ingot innerhalb des Schmelztiegels 2o, welcher aus erstarrtem und verschmolzenem hitzebeständigem Metall besteht und einen flachen flüssigen Schmelzkrater besitzt, der an das untere Ende des Stabes 25 angrenzt. Da der waagerechte Querschnitt des Schmelztiegels gröber ist als jener des Stabes 25, steigt der Spiegel des erstarrten Ingots mit dem Schmelzkrater von begrenzter Ausdehnung langsamer, als das Ende des Stabes abgeschmolzen wird; dementsprechend wird der Stab 25 durch Drehen des Handrades 34 langsam nach abwärts bewegt, so daß die Entfernung zwischen dem unteren Ende des Stabes 25 und dem steigenden Spiegel des Schmelzkraters im wesentlichen unverändert bleibt und der Lichtbogen aufrechterhalten wird.
  • Die Kühlflüssigkeit wird durch den Hohlraum 22 des Schmelztiegels 2o mit einer solchen Geschwindigkeit durchgeführt, daß seine Innenwand 21 und der Boden 35 auf einer Temperatur unter dem Schmelz- und Erweichungspunkt des Tiegelmaterials gehalten wird. Hierzu ist z. $. Kupfer oder jedwedes andere elektrisch leitfähige Material von demselben oder einem höheren Schmelzpunkt geeignet, welches bei der Temperatur des Schmelztiegels mit dem darin geschmolzenen hitzebeständigen Metall chemisch nicht reagiert.
  • Da die Innenwand 2i um einige Grade nach abwärts verjüngt ist, wird die Entfernung des fertiggestellten Ingots aus dem Schmelztiegel erleichtert. Wegen der sofortigen Abkühlung und des Erstarrens des geschmolzenen Metalls bei Berührung mit dem Boden 35 und der Wand 21 des Schmelztiegels kann keine Diffusion eintreten; die Reinheit des Metalls, aus welchem der Ingot besteht, hängt somit lediglich von der Reinheit des Stabes 25 ab. Da die Herstellung des letzteren in einem getrennten Verfahren erfolgt, das höchste Reinheit gewährleistet, erhält man sofort einen Ingot aus hochschmelzendem Metall oder einer Legierung von zwei oder mehreren hochschmelzenden Metallen in den Anteilen, in welchen sie dem Stab 25 beigegeben wurden.
  • Wenn der Ingot fertiggebildet ist, wird der Strom bei 79 abgeschaltet. Der Zufluß der Kühlflüssigkeit wird fortgesetzt, bis der Ingot als Ganzes auf eine Temperatur abgekühlt ist, bei welcher er in Berührung mit Luft nicht oxydieren kann. Nachdem diese Temperatur erreicht ist, wird die Vakuumpumpe 81 abgestellt und Luft in den Raum 82 eingelassen. Nach Erreichung von Atmosphärendruck im Raum 82 werden die Klemmvorrichtungen 6i, 62 entfernt und das Gehäuse58 gehoben. Der nicht heruntergeschmolzene und noch zwischen den Führungsrollen 27, 28 und den Elektroden 38, 39 befindliche Teil des Stabes 25 wird durch Drehen des Handrades 34 leicht gehoben. Die Kühlflüssigkeit wird abgesperrt, indem zuerst der Hahn 75 und nach Entleerung des Hohlraumes 22 des Schmelztiegels 2o der Hahn 77 geschlossen werden. Nun wird der Schmelztiegel 2o mit dem darin befindlichen erstarrten Ingot gehoben und durch Kippen des Schmelztiegels 2o der erstarrte Ingot aus hochschmelzendem Metall ausgestürzt.
  • Durch geeignete Wahl des Schmelztiegels 2o kann man einen Ingot von gewünschter Form erhalten. Durch entsprechende Dimensionierung des Stabes 25 gemäß Fig. 2 bzw. 3 kann man einen Einsatz erhalten, der zumindest ausreicht, um einen Schmelztiegel zu füllen. Es wurde festgestellt, daß ein gekühlter Schmelztiegel aus Kupfer dem Zweck der Erfindung entspricht, und es ist gewöhnlich nicht erforderlich, seinen Boden 35 an der Stelle, wo der Stab 25 ihn berührt, um den Lichtbogen entstehen zu lassen, mit einer Platte aus hitzebeständigem Material von einem Schmelzpunkt, der gleich oder höher ist als derjenige des Stabes 25, zu verstärken. Eine solche Verstärkung kann jedoch, falls erwünscht, vorgesehen werden.
  • Sofern das Gehäuse 58 aus undurchsichtigem Material besteht, können eine oder mehrere, durch geeignetes Glas luftdicht abgeschlossene öffnungen an entsprechenden Stellen des Gehäuses vorgesehen sein, um die Beobachtung des Schmelzverfahrens zu gestatten, was insbesondere für die Bedienung des Handrades 34 wertvoll ist. Es kann gleichfalls eine automatische Vorrichtung, z. B. reversierbarer Hilfsmotor mit einstellbarer Geschwindigkeit, vorgesehen werden, welche den Stab 25 gegen den Krater im Behälter 20 in Abhängigkeit von der Dichte des den Lichtbogen speisenden Stroms, führt.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRCCIIE: i. Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen, wie Molybdän, Wolfram, Tantal, Niob, Zirkon und deren Legierungen, durch Schmelzen im Vakuumlichtbogen, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schmelzapparatur durch Strangpressen der entsprechenden Metallpulver mit organischen Zusätzen hergestellte und in Wasserstoffatmosphäre gesinterte Stäbe zum Einsatz kommen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schmelzapparatur jeweils mehrere, z. B. durch Schweißen zu einem Stabbündel vereinigte stranggepreßte Stäbe zum Einsatz kommen.
DEM2839A 1949-03-17 1950-04-18 Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen Expired DE817818C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US817818XA 1949-03-17 1949-03-17

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Publication Number Publication Date
DE817818C true DE817818C (de) 1951-10-22

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ID=585894

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DEM2839A Expired DE817818C (de) 1949-03-17 1950-04-18 Verfahren zur Herstellung von Ingots aus hochschmelzenden Metallen

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DE (1) DE817818C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1024248B (de) * 1953-03-20 1958-02-13 Plansee Metallwerk Aus einzelnen Staeben geringen Querschnitts zusammengesetzter Strang fuer das fortlaufende Niederschmelzen hochschmelzender Metalle, Metalllegierungen oder metallischer Hartstoffe mit Hilfe des Vakuumlichtbogens

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1024248B (de) * 1953-03-20 1958-02-13 Plansee Metallwerk Aus einzelnen Staeben geringen Querschnitts zusammengesetzter Strang fuer das fortlaufende Niederschmelzen hochschmelzender Metalle, Metalllegierungen oder metallischer Hartstoffe mit Hilfe des Vakuumlichtbogens

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