DE2303629A1 - Verfahren zur herstellung von metallrohrkoerpern - Google Patents
Verfahren zur herstellung von metallrohrkoerpernInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Metallrohrkörpern
Die Erfindung "betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Rohrkörpers, wie z.B. eines Metallrohrs, aus einem Metallrohr, dessen Festigkeit im Betrieb über einen längeren
Zeitraum hinweg abgenommen hat.
Derzeit werden beispielsweise in Äthylen-, Wasserstoff-
und Ammoniakanlagen zahlreiche Pyrolyse- und Reformerrohre verwendet. Die meisten dieser Metallrohre werden aus einem
Stahl hergestellt, der aus 0,4$ C, 25$ Gr und 20% Fi mit
Rest Eisen (ASTMA 351-70, HK4-0) besteht, und besitzen
einen Innendurchmesser von 38 - 150 mm und eine Wanddicke
von etwa 12 mm. Wegen der schlechten maschinellen Bearbeitbarkeit wurden diese Rohre bisher im Schleuderguß hergestellt.
Rohre aus HK40-Stahl werden in auf einer Temperatur von bis zu 800 - 10000O gehaltenen Atmosphäre betrie-
Ke/Bl/Ze
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ben, da dieser Stahl das vorteilhafte Merkmal besitzt, daß bei seiner Verwendung bei diesen hohen Temperaturen
der gefügemäßig im Grundgefüge in fester Lösung vorliegende Kohlenstoff im Austenitgefüge in feiner Form ausfällt,
wodurch eine Ausseheidungshärung erreicht und mithin
die Hochtemperaturfestigkeit bzw. Kriechfestigkeit des Werkstoffs erhöht wird. Wenn der Stahl jedoch über
einen längeren Zeitraum hinweg - normalerweise mehr als drei Jahre - benutzt wird, beginnt das ausgeschiedene
Karbid, obgleich die chemische Zusammensetzung des Stahls keine "Veränderung erfährt, zu agglomerieren, wodurch die
Hochtemperaturfestigkeit des Austenitgefüges verschlechtert wird. Aus diesem G-rund ist es üblich, diese Metallrohre
aus HK40-Stahl, wie sie in verschiedenen petrochemischen Anlagen verwendet werden, etwa.alle drei Jahre
gegen neue auszuwechseln. Bisher wurden die gebrauchten Metallrohre als Schrott beseitigt, was jedoch unwirtsohaftlich
ist, speziell wenn die Rohre aus teueren Stahllegierungen, wie HK40-Stahl, bestehen.
Aufgabe der Erfindung ist demgegenüber die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung von Metallrohren durch Umschmelzen
der gebrauchten Metallrohre.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren zur Herstellung eines Metallro&rs aus einem gebrauchten Metallrohr, dessen
Eigenschaften sich durch Gebrauch verschlechtert haben, erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Anzahl von Metallstüoken
von bogenförmigem Querschnitt verwendet wird, die durch Auftrennen des gebrauchten Metallrohrs gewonnen wurden,
daß die Metallstücke in einem Elektrosohlaoke-Umsohmelzverfahren
kontinuierlich in einer Grießform aufgeschmolzen werden, die einen Formkern und eine Außenform
aufweist, welche zwischen sich einen ringförmigen Formraum .festlegen, und daß von der in der Gießform befindlichen
- 3 309832/0465
Metallschmelze kontinuierlich das angestrebte Metallrohr
abgezogen wird, das beim Abziehen von der Metallschmelze abkühlt und erstarrt.
Mit der Erfindung wird somit ein Verfahren zum Umschmelzen von Metallrohren geschaffen, die neuen Rohren völlig gleichwertig
sind.
Erfindungsgemäß wird also ein Metallrohr aus einem gebrauchten Rohr hergestellt, das bisher als Schrott beseitigt worden
wäre. Das erfindungsgemäße Verfahren ist folglich insofern vorteilhaft, als es das Problem der wirtschaftlichen
Verluste zu lösen vermag. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß, da die vorhandenen Prozentsätze der Bestandteile des
verwendeten metallischen Werkstoffs sehr hoch liegen, die
chemische Zusammensetzung der umgeschmolzenen Metallrohre im wesentlichen die gleiche ist wie bei den ursprünglich
verwendeten Metallrohren. !Darüber hinaus besitzt das uageschmolzene
Rohr eine glatte Innenfläche, die frei ist von
den charakteristischen Vertiefungen bei im Schleuderguß hergestellten Rohren. Außerdem ist ein erfindungsgemäß
wiedergewonnenes Rohr bezüglich Festigkeit und Güte den nach dem herkömmlichen Schleudergußverfahren hergestellten
neuen Metallrohren überlegen. Ein zusätzlicher Vorteil besteht noch darin, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren
die länge des umgeschmolzenen Rohrs beliebig gewählt werden kann.
Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt:
]?ig. 1 und 2 perspektivische Barstellungen zur Veranschaulichung
des beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten metallischen Werkstoffs,
, 4 -3098 3 2/0465
Mg. 3 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
und
Fig. 4 und 5 Aufsichten zur Veranschaulichung verschiedener Anordnungen des metallischen Werkstoffs.
Fig. 1 zeigt bei P allgemein ein Metallrohr, z.B. ein Pyrolyserohr zur Verwendung in einer Ithylenanlage, das
während eines langen Zeitraums in Gebrauch war und daher bezüglich seiner Hochtemperaturfestigkeit gewisse Einbußen
erlitten hat. Das Pyrolyserohr P wird lotrecht in mehrere Segmente - im dargestellten Fall in acht Segmente - aufgetrennt,
um Stücke seines metallischen Werkstoffs 1 zu erhalten, die gemäß Fig. 2 jeweils bogenförmigen Querschnitt
besitzen. An Innen- und Außenseite des gebrauchten Metallrohrs P haften Fremdkörper an, welche vor oder nach dem
Zerschneiden des Rohrs in Segmente mittels einer Schleifscheibe oder eines mechanischen Schneidwerkzeugs entfernt
werden. Querschnittsfläche und Länge jedes Werkstücks 1 werden der Querschnittsfläche und Länge des herzustellenden
Metallrohrs entsprechend gewählt. Die Werkstücke 1 können, wie bei W angedeutet, auf erforderliche Weise durch
Lichtbogenschweißen, Widerstandsschweißen oder nach einem beliebigen anderen Verfahren miteinander verbunden werden,
um metallische Werkstücke 2 der gewünschten Länge zu erhalten.
Fig. 3 veranschaulicht eine Kupfer-Gießform M, die aus einem wassergekühlten Formkern 3 und einer wassergekühlten
Außenform 4 besteht, welche konzentrisch zueinander angeordnet sind und zwischen sich einen ringförmigen Formraum
festlegen. Der zwischen Formkern S und Außenform 4 gebildete
Formraum ist an seiner Oberseite offen und besitzt
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die Form eines Trichters, während sein Mittelteil parallele
Wände "besitzt und er am unteren Ende in Form eines umgekehrten !Trichters offen ist. Die Querschnittsform des
parallelwandigen Mittelteils entspricht in ihren Abmessungen dem herzustellenden Metallrohr. Mehrere metallische
Werkstücke 2 werden jeweils in lotrechter Stellung so angeordnet, daß sich ihre unteren Enden in die obere Öffnung
der Metall-Gießform M erstrecken, wie dies in Fig. 4 oder 5 dargestellt ist. Diese metallischen Werkstücke 2 werden
durch Vorsohubrollen 9, die durch einen nicht dargestellten Antrieb synchron angetrieben werden, kontinuierlich in Abwärtsrichtung
in die Grießform M vorgeschoben. Bei 6 ist ein Boden- bzw. Anfangsstück angedeutet, das aus einem
kurzen Rohrstück praktisch derselben Querschnittsform wie das zu reproduzierende Rohr und wie der parallelwandige
Mitteilteil der Gtißform M besteht. Gemäß Fig. 3 ruht das
Anfangsstück 6 auf dem Trag-Sockel 11 einer Abzieheinrichtung
8, die durch einen entsprechenden Antrieb aufwärts und abwärts verfahrbar ist. Das Anfangsstück 6 ist um die
Achse des Sockels/herum drehbar und wird durch einen im Sockel 11 angeordneten Motor .12 über ein Getriebe 13
schwingend in Drehung versetzt oder hin- und hergedreht. Die Höhe des Anfangsstücks 6 ist so gewählt, daß sein
oberes Ende in den parallelwandigen Mittelteil der Metall-Grießform M eingeführt wird, wenn sich die Abzieheinrichtung
8 am Ende ihres Aufwärtshubs befindet. Die Vorrichtung weist ferner eine Gleichstromquelle 7 auf, die elektrisch
mit den betreffenden metallischen Werkstücken 2 und mit dem Anfangsstück 6 verbunden ist. In der Gießform
M bildet sich eine Schlaekenschmelzlaohe 5.
Im Betrieb der Vorrichtung werden mehrere metallische Werkstücke 2, die auf die in Fig. 1 und 2 gezeigte Weise von
dem gebrauchten Metallrohr P gewonnen wurden, gemäß Fig.
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3 und 4 oder 5 so angeordnet, daß sich ihre unteren Enden mit Abstand über der oberen Öffnung der Metall-Grießform M
befinden. Die Abzieheinrichtung 8 wird bis zum oberen Ende ihres Aufwärtshubs hochgefahren, so daß das von ihr getragene
Anfangsstück in den parallelwandigen Mittelteil der Gießform M und mit seiner Oberseite bis dicht an die
Unterseite ihrer oberen Öffnung herangebracht wird. Daraufhin wird die obere Öffnung der Metall-Gießform mit der
geschmolzenen Schlacke 5 gefüllt und werden die unteren Enden der Werkstücke in die Schlackenschmelze eingeführt.
Wenn in diesem Zustand nach Verbindung der Werkstücke und des Anfangsstücks mit der Wechselstromquelle 7 ein Strom
durch die betreffenden Werkstücke 2 und das Anfangsstück
6 geleitet wird, findet ein Elektroschlacke-Umschmelzvorgang statt, wobei die betreffenden metallischen Werkstücke
2 geschmolzen werden und die abschmelzenden Schmelzmetalltropfen in die Schlackenschmelze 5 fallen und sich auf der
Oberseite des Anfangsstücks 6 absetzen. Damit der Elektroschlacke-Umschmelzvorgang
kontinuierlich abläuft, wird jedes metallische Werkstück 2 durch die Vorschubrollen 9
so zugeführt, daß sein unteres Ende ständig in die Schlakkenschmelze
5 eintaucht. Auf diese Weise sammeln sich die Schmelzmetalltropfen kontinuierlich in der oberen Öffnung
der Gießform M. Das Anfangsstück 6 wird bei der Abwärtsbewegung der Abzieheinrichtung 8 allmählich nach unten geführt,
so daß sich die ansammelnde Metallschmelze allmählich im parallelwandigen Mittelteil der Gießform M nach
unten verlagert und dabei bei der Bewegung durch den parallelwandigen Mittelteil durch den wassergekühlten
Formkern 3 und die wassergekühlte Außenform 4 abgekühlt
und verfestigt wird. Auf diese Weise wird dann ein reproduziertes bzw. umgeschmolzenes Metallrohr gewonnen. Da
hierbei die Innen- und Außenflächen des Metallrohrs 10 mit einem Schlackefilm 14 bedeckt sind, kann das Metallrohr
10 mit glatten Innen- und Außenflächen ruokfrei, d.h.
- 7 -3 0 9 8 3 2/0465
frei von ϊβstSetzungen in der Gießform, aus der Metall-Gießfö2?m
M herausgezogen werden. In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, daß Spurenmengen von Fremdkörpern,
die an der Oberfläche der Werkstücke 2 und/oder in Rissen in der Oberfläche zurückgeblieben sind, während des Durchgangs
des metallischen Werkstoffs durch die Schlackenschmelze in Form feiner Tropfen geschmolzenen Metalls beim
Elektrosehlacke-Umschmelzvorgang durch die Schlackenschmelze aus dem Werkstoff entfernt werden. Außerdem ist zu beachten,
daß durch Drehen oder Hin- und Herbewegen des Anfangsstücks mit passender Geschwindigkeit um seine eigene Achse
mittels des Antriebs-Motors 12 und des Getriebes 13, wie durch die ausgezogenen und die gestrichelten Pfeile in
Fig. 5 angedeutet, die von den betreffenden Werkstücken 2 auf die Oberseite des Anfangsstücks 6 fallenden Metallschmelzentropfen
bei der' Bildung des Metallrohrs 10 gleichmäßig verteilt werden. Aus diesem Grund läßt sich das
Metallrohr 10 praktisch ohne Schwierigkeiten bilden, auch dann, wenn die metallischen Werkstücke, wie in Fig. 5 dargestellt,
mit beträchtlichem Abstand voneinander angeordnet sind.
Zusammenfassend wird mit der Erfindung mithin ein Verfahren
zur Herstellung von Metallrohren geschaffen, insbesondere von Rohren zur Verwendung als Pyrolyserohre oder Reformerrohre
in Äthylenanlagen, Wasserstoffanlagen oder Ammoniakanlagen. Diese Metallrohre werden aus dem Metall von Rohren
hergestellt, die vorher als Pyrolyse- oder Reformerrohre benutzt wurden, die sich jedoch nicht mehr für diesen
Zweck eignen, weil sich ihre Festigkeit im Gebrauch über einen längeren Zeitraum hinweg verschlechtert hat.
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Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines Metallrohrs aus einem gebrauchten Metallrohr, dessen Eigenschaften sich durch
Gebrauch verschlechtert haben, dadurch gekennzeichnet
, daß eine Anzahl von Metallstücken von bogenförmigem Querschnitt verwendet wird,
die durch Auftrennen des gebrauchten Metallrohrs gewonnen wurden, daß die Metallstütze in einem Elektroschlacke-Umschmelzverfahren
kontinuierlich in einer Gießform aufgeschmolzen werden, die einen Formkern und eine Außenform aufweist, welche zwischen sich einen
ringförmigen Formraum festlegen, und daß von der in der Gießform befindlichen Metallschmelze kontinuierlich das
angestrebte Metallrohr abgezogen wird, das beim Abziehen von der Metallschmelze abkühlt und erstarrt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu Beginn des Elektroschlacke-Umschmelzverfahrens ein
Anfangsstück in den ringförmigen Formraum eingeführt
und abwärts bewegt wird, welches bei der Bildung des Metallrohrs um seine Achse herum gedreht oder hin-
und herbewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Metall ein Stahl verwendet wird, der aus
Ό,4$ C, 25$ Or und 20$ Ni, Rest Eisen, besteht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallrohr auf ein Format mit
einem Innendurchmesser von etwa 38 bis 150 mm und eine Wanddicke von 12 mm umgeschmolzen wird.
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| BHV | Refusal |