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Schieberverschluß für Bunkerausläufe
Die Erfindung bezieht sich auf
einen Schieber verschluß für Bunkerausläufe mit mechanisch angetriebenem Schieber.
der die Auslauföffnung des Bunkers abwechselnd freigibt und verschließt.
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Schieberverschlüsse dieser Art werden inshesondere bei großen nunkern
verwendet, um beispielsspeise Steinkohle laufend in abgeteilten Mengen entnehmen
zu können. I)ie Nfecbanisierung des Schieberantriebes birgt erhebliche betriebliche
Gefahren in sich. So kann beispielsweise hei elektrischem Betrieb das Ausbleiben
des Kraftstromes die Schieberbewegung sofort unterbrechen. Das gleiche kann eintreten
bei Versagen des Nfotors oder eines Getriebeteiles. In solchen Fällen ist es nicht
immer leicht möglich, den Antrieb rasch loszukuppeln, um dann den Schieber von Hand
weiterbewegen zu können. Bleibt der Schieber bei Auftreten der Störung gerade in
dieser Offenlage stehen, dann ist der sich entladende Kohlenstrom längere Zeit nicht
kontrollierbar, wodurch Verluste und Schäden unvermeidlich sind.
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Die Erfindung will diesen Mangel beseitigen.
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Nach der Erfindung geschieht dies dadurch, daß neben dem Schieher
(Hauptschieber) ein gleichfalls zum Verschließen der Auslauföffnung dienender weiterer
Schieber (Notschieber) so angeordnet ist, daß dessen Schließbewegung unabhängig
von dem Antrieb des Hauptschiebers steuerbar ist. Ein solcher Notschieher ist jederzeit
befähigt, sofort die Funktion des Hauptschiebers zu übernehmen, wenn dieser aus
irgendeinem Grunde ausfallen sollte. Es bedarf dazu lediglich einer Auslösung. da
sowohl
der Notschieber selbst als auch sein Antrieb von dem Hauptschieber
bzw. dessen Antrieb völlig unabhängig ist. Die Auslösung des Notschiebers kann dabei
von Hand oder auch mechanisch, z. B. elektrisch erfolgen.
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Zweckmäßig sind sowohl der Hauptschieber als auch der Notschieber
als Rundschieber ausgebildet, wobei beide Schieber um die gleiche Drehachse schwenkbar
sein können. In Rundschieberform lassen sich die Ergänzungsbewegungen der Schieber
besonders leicht durchführen.
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Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung dient zur Steuerung
des Notschiebers eine Klinkvorrichtung, die den Notschieber während des störungsfreien
Betriebes des Hauptschiebers in einer die Auslauföffnung freihaltenden Bereitschaftslage
hält, ihn dagegen freigibt, sobald der Hauptschieber in der vollen oder einer teilweisen
Offenlage ausfällt. Die Steuerung des Notschiebers mit Hilfe einer solchen Klinkvorrichtung
trägt in besonders hohem WIaße den robusten Verhältnissen Rechnung, die beim Betrieb
von Bunkern vorherrschend sind. Hinzu kommt, daß eine Klinkvorrichtung so gut wie
gar nicht zu unvorhergesehenen Störungen neigt.
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Um eine besondere Antriebsvorrichtung für den Notschieber im Falle
seiner Auslösung zu vermeiden, ist die Anordnung im Sinne der Erfindung so getroffen,
daß der Notschieber nach Freigabe durch die Klinkvorrichtung unter dem Einfluß seiner
eigenen Schwere die Schließlage einnimmt. Dieses Alerkmal trägt erheblich zur Vereinfachung
des Schieherverschlusses bei.
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Bei einem weiteren Merkmal der Erfindung weist der Hauptschieber
eine Anschlagfläche auf, die zur Mitnahme des mit einer entsprechenden Anschlagfläche
versehenen Notschiebers dient, wenn sich der Notschieber in einer Schließlage befindet
und in seine Bereitschaftslage zurückgeführt werden soll.
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Auch dieses blerkmal trägt zur Vereinfachung des Schieherverschlusses
bei, da ein besonderes Antriehsmittel für den Notschieber für den Fall, daß er in
seine Bereitschaftslage zurückgebracht werden soll, nicht notwendig ist.
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Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung als Beispiel
dargestellt.
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Fig. I zeigt den Schieberverschluß nach der Erfindung in der Schließlage.
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Fig. 2 veranschaulicht den Schieberverschluß in der Offenlage.
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Fig. 3 zeigt die Stellung des Schieberverschlusses, in welcher der
Notschieber die Auslauföffnung verschließt.
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Der Hauptschieber I ist um eine Achse 2 schwenkbar, die in dem Auslauf
3 eines Bunkers 4' oder außerhalb dieses Auslaufs gelagert ist. In Fig. I ist der
Hauptschieber 1 in seiner Schließlage dargestellt, während ihn Fig. 2 in der Offenlage
zeigt. Der Hauptschieber I ist durch eine Pleuelstange 4 gelenkig mit einer Kurbel
5 verbunden, die in bekannter Weise motorisch angetrieben wird.
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Auf der Achse 2 des Hauptschiebers I ist ein weiterer Rundschieber,
nämlich der Notschieber 6 gelagert, und zwar völlig unal,hängig von dem Hauptschieber
I. Auch der Notschieber 6 vermag die Auslauföffnung 3 völlig zu schließen, wenn
sich der Hauptschieber in seiner Offenlage befindet. Eine solche Schließstellung
des Notschiebers 6 ist in Fig. 3 dargestellt. Der Notschieber 6 wird in seiner oberen
Bereitschaftslage durch eine Klinke 7 gehalten, die an einem schwenkbaren T-Stück
8 angeordnet ist. Das T-Stück 8 ist bei 9 frei schwenkbar. Seine Schwenkbewegung
nach unten ist durch einen Anschlag Io begrenzt. Das T-Stück 8 ist durch ein Seil
11 mit einem Handgriff 12 verbunden, mit dem die Klinke 7 ausgelöst werden kann.
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Während des normalen Betriebes hängt der Notschieber 6 in der Klinke
7, während dagegen der Hauptschieber I durch die Pleuelstange 4 in regelmäßigen
Zeitabständen hin und zurück bewegt wird, wobei sich die Auslauföffnung 3 abwechselnd
öffnet und schließt (vgl. Fig. 2). Eine Anschlagfläche I3 des Notschiebers dient
als Anschlag- bzw. als obere Hubbegrenzung für den Hauptschieber I. Dabei kommt
eine Anschlagfläche 14 des Hauptschiebers an der Fläche I3 des Notschiebers 6 zur
Anlage (vgl. Fig. I). Besonders zweckmäßig ist, daß dabei die Fläche I3 des Notschiebers
6 keine starre Begrenzung darstellt. Die Schwenkbarkeit des Notschiebers 6 um die
Achse 2 läßt ein gewisses Spiel zu, so daß die Gefahr eines Bruches auch dann nicht
besteht, wenn zwischen die Flächen I3 und 14 Kohlenstücke oder sonstiges Schüttgut
gelangen sollte.
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Tritt nun plötzlich eine Störung auf mit der Folge, daß der Hauptschieber
I in seiner vollen Offenlage (Fig. 2) oder in einer teilweisen Offenlage stehenbleibt,
dann kann der Notschieber 6 sofort in Tätigkeit treten. Bei Handbetrieb braucht
lediglich an dem Griff 12 gezogen zu werden, was zur Folge hat, daß der Notschieber
6 sofort seine Schließlage (vgl. Fig. 3) einnimmt, und zwar unter dem Einfluß seiner
eigenen Schwere, d. h. also ohne jegliche besondere Antriebsmittel. Nach Beseitigung
der Störung kann der normale Betrieb ohne weiteres fortgeführt werden. Der Notschieber
6 wird dabei von dem Hauptschieber I mitgenommen und in seiner oberen Bereitschaftslage
durch Einrasten der Klinke 7 verankert.
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Die Auslösung der Klinke 7 im Falle einer Störung kann aber auch
mechanisch, z. B. elektrisch erfolgen. Bei Unterbrechung des Hauptbetriebs stromes
kann in bekannter Weise ein Nebenstromkreis geschlossen werden, der dann die Auslösung
der Klinke 7 bewirkt.
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Besonders zu beachten bei dem Schieberverschluß nach der Erfindung
ist, daß der Notschieber völlig unabhängig von dem Hauptschieber in Tätigkeit gesetzt
werden kann, so daß er von irgendeiner Störung niemals in WIitleidenschaft gezogen
werden kann.
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Der Haupt- und der Notschieber können auch in umgekehrter Lage angeordnet
sein. In diesem Fall würde der Notschieber unten und der Hauptschieber oben liegen.
Der Verschluß brauchte dann lediglich mittels eines Gegengefiviclltes von unten
nach
oben bedient zu werden. Die Ausklinkung des Gegengewichtes
würde in der gleichen Form erfolgen können, wie sie oben beschrieben ist.
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PTENTANSPROCHE: I. Schieberverschluß für Bunkerausläufe mit mechanisch
angetriebenem Schieber, der die Auslauföffnung des Bunkers abwechselnd freigibt
und verschließt, dadurch gekennzeichnet, daß neben dem Schieber (Hauptschieber I)
ein gleichfalls zum Verschließen der Auslauföffnung (3) dienender weiterer Schieber
(Notschieber 6) angeordnet ist, dessen Schließbewegung unabhängig von dem Antrieb
(4, 5) des Hauptschiebers steuerbar ist.