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Zeitwächter zur Überwachung der Kochzeit von Eiern Die Erfindung bezieht
sich auf ein Gerät zur Überwachung der Kochzeit von Eiern, insbesondere beim Kochen
halbweicher Eier.
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Es ist bekannt, zu diesem Zweck Eieruhren in Gestalt von Sanduhren
oder anderen reinen Zeitmessern zu verwenden. Diese haben den Nachteil, daß sie
ständig beobachtet werden müssen, um die Kochzeit genau einhalten zu können. Erfahrungsgemäß
genügt bereits die geringste Ablenkung der Hausfrau oder des Personals, um den richtigen
Zeitpunkt für die Beendigung des Kochvorganges zu verpassen und statt der weiahgekochten
Eier harte Eier zu erhalten. Man hat deshalb schon andere Arten von Eieruhren, z.
B. solche mit kippenden und ein Alarmsignal auslösenden Teilen, Zeituhren mit Klingel
u. dgl. vorgeschlagen. Diese Geräte sind jedoch entweder nicht betriebssicher genug,
zu kompliziert oder zu teuer, so daß sie sich nicht haben durchsetzen können.
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Die Erfindung hat nun erkannt, daß der Zeit-Punkt des starken Wallens
des Wassers eine sehr genaue Bestimmung des gewünschten Weichheitsgrades der Eier
ermöglicht, wenn diese mit kaltem Wasser aufgesetzt werden. Es hat sich nämlich
erwiesen, daß sie in diesem Augenblick gerade pflaumenweich gekocht sind. Von dieser
Erkenntnis macht die Erfindung Gebrauch.
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Da im Augenblick des Einsetzens der starken Wallung des Kochwassers
auch die starke Dampfbildung beginnt, ist es an sich nur nötig, ein auf diese starke
Dampfbildung ansprechendes Gerät anzuwenden. Das Nächstliegende ist, den Kochtopf
zu schließen und ihn in der beiden sogenannten Pfeifkesseln bekannten Art mit einer
durch den Dampf betätigten Pfeife oder Flöte zu versehen. Jedoch hat es sich gezeigt,
daß der hierbei entstehende leichte Überdruck die Eier zum Platzen bringt.
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Nach der Erfindung dient deshalb als Zeitwächter zum Kochen von Eiern
ein in das Kochwasser zu setzendes, unten offenes Gefäß, das einen auf den
gewünschten
Weict$leitsgrad abgestimmten Dampfräum und eine von dem entwickelten Dampf betätigte
Pfeife aufweist. Bei diesem Gerät werden also die Eier nicht einem erhöhten Dampfdruck
ausgesetzt, der beim wallenden Kochen entstehende Dampf sammelt sich vielmehr zum
Teil in dem Dampfraum und wird je nach dessen Größe die Pfeife früher oder später
zum ständigen Ertönen bringen. Dieser anhaltende Pfeifton ist ein untrügliches Zeichen
dafür, daß das Kochgut den gewünschten Zustand erreicht hat. Die Hausfrau oder das
Personal kann sonach ohne weiteres nach dem Aufsetzen des Kochwassers einer anderen
Tätigkeit nachgehen und wird durch das Pfeifen nachdrücklichst auf die Beendigung
der Kochzeit aufmerksam gemacht.
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Man kann nun das Gerät, das vorzugsweise als Glocke mit relativ großem,
unterem Durchmesser ausgebildet wird, jeweils für nur einen bestimmten Weichheitsgrad
der Eier ausbilden. Man kann jedoch die Möglichkeit vorsehen, mit dem gleichen Gerät
Eier verschiedener Weichheitsgrade zu überwachen. Man kann z. B. den Dampfraum dadurch
veränderlich gestalten, daß er teilweise aus gegeneinander verschiebbaren oder verschraubbaren
Zylinderteilen gebildet wird. ,je größer nämlich der Dampfraum im Verhältnis zur
Grundfläche ist, desto später wird der zum anhaltenden Pfeifen erforderliche Dampfdruck
erreicht, desto härter sind also die Eier. Die möglichen Weichheitsgrade, z. B.
halbflüssig, pflaumenweich, halbhart, können durch entsprechende Marken an den gegeneinander
verstellbaren Teilen des Dampfraumes kenntlich gemacht werden. Gegebenenfalls kann
auch an der Pfeifeinrichtung eine Einstellmöglichkeit vorgesehen werden, um ein
früheres oder späteres Einsetzen des Dauerpfeifens zu bewirken.
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Das Gerät wird zweckmäßig zugleich als Träger für die zu kochenden
Eier ausgestaltet, indem sein unterer Glockenrand nach oben gebogen wird. Die dadurch
entstehende Rinne kann dann die zu kochenden Eier aufnehmen. Diese Ausbildung der
Erfindung bietet den Vorteil, daß bei Eintreten des Dauertones die Eier ohne langes
Herumfischen sofort.aus der Kochflüssigkeit herausgehoben und in kaltem Wasser abgeschreckt
werden können, also ein weiteres Hartwerden verhindert wird.
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Die Tragrinne wird zweckmäßig mit Ablauflöchern versehen, um das Gerät
nach dem Abschrecken der Eier und dem Ablaufen des Wassers unmittelbar mit dem Kochgut
auf den Tisch bringen Zu' können. Dort kann dann die Tragrinne als Ablage für die
Eierschalen ausgenützt werden. Bei entsprechend schöner oder witziger Formung, z.
B. als Glucke oder Osterhase, kann das Gerät zu einem ansprechenden Teil des Tischservices
ausgestaltet werden.
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Nachstehend wird ein in der Zeichnung teilweise im Schnitt dargestelltes
Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
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Der Zeitwächter besteht aus dem im wesentlichen glockenförmigen Unterteil
t, der den Dampfraum bildet, dem nach oben anschließenden, verjüngten, konisch oder
zylindrisch gestalteten Mittelteil z und dem Kopfteil 3, der durch eine Querwand
4 mit einem Dampfauslaß 5 unterteilt ist. Über diesem ist im Kopfteil eine Öffnung
6 mit der Pfeifkante 7 vorgesehen. Am oberen Ende des Kopfes befindet sich ein wärmeisolierter,
z. B. als Knopf ausgebildeter Handgriff B.
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Der Unterteil i besitzt nun einen aufgebogenen Rand 9, der eine zur
Aufnahme der Eier dienende Rinne bildet. Diese ist mit Öffnungen io versehen, durch
welche das Wasser ablaufen kann, so daß das Gerät unmittelbar nach dem Kochen und
Abschrecken der Eier auf den Tisch gestellt werden kann.
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Um eine zu große Füllung des Kochtopfes mit Wasser zu vermeiden, die
statt des erwarteten Pfeifens ein Heraussprudeln kochenden Wassers aus der Pfeifenöffnung
6 zur Folge haben könnte, ist am Unterteil i eine Strichmarke i i angebracht, die
den zulässigen Wasserstand anzeigt. Bei Einhaltung dieses Wasscrstandes wird der
Vorteil erreicht, daß nur so viel Wasser eingefüllt wird, wie zum Eierkochen wirklich
erforderlich ist, nämlich so viel, daß die Eier gerade bedeckt sind. Hierdurch wird
eine nicht umvesentliche Ersparnis an Kochzeit und Brennstoff erzielt.
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Das Gerät, das aus Metall, z. 13. aus Spritzguß, aus keramischem Material
oder auch aus kochfesten Kunststoffen hergestellt werden kann, muß dabei, z. B.
durch entsprechende Stankwandigkeit, so schwer gemacht werden, daß es nicht durch
den entstehenden Dampf umgekippt werden kann, sondern diesen zwingt, nur durch die
Öffnungen 5 und 6 zu entweichen. In seiner Größe kann das Gerät ohne Schwierigkeiten
so bemessen werden, daß es für normale Kochtöpfe verwendet werden kann. So hat sich
ein Ausführungsbeispiel mit etwa i6o mm Höhe und etwa i io mm unterem Durchmesser
als sehr brauchbar erwiesen.
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Die äußere Form der Erfindung kann nun ohne weiteres vielfach verändert
werden. So kann, wie schon erwähnt, der Mittelteil aus zwei gegeneinander verschieb-
oder verschraubbaren Zylinderteilen zur Veränderung des Dampfraumes gebildet werden.
Er kann auch durch angesetzte Ausbauchungen in seinem Rauminhalt vergrößert werden.
Der Zeitpunkt des anhaltenden Pfeifens kann dadurch verändert werden, daß die Gestalt
und Größe der gegebenenfalls einstellbaren Pfeifikante 7 und der eventuell ebenfalls
veränderlichen Durchlaßöffnungen 5 und 6 variiert werden. Hierzu können auch andere,
zweckentsprechende Mittel dienen, wie die Anbringung von je nach Bedarf verschließbaren
Nebenöffnungen am Kopf 3.
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Es sei noch erwähnt, daß das neue Gerät auch zur Überwachung der Kochzeit
anderer empfindlicher Kochgüter Verwendung finden kann, bei denen es ebenfalls darauf
ankommt, daß sie bei Einsetzen des Wallens der Kochflüssigkeit nicht weiter gekocht
werden, und die, ebenso wie die Eier, beim Kochen im verschlossenen Kochgefäß durch
den entstehenden Dampfüberdruck geschädigt werden, wie z. B. Wurst, deren Haut in
diesem Falle platzt.
Das erfindungsgemäße Zeitwächtergerät ist bei
billiger und einfacher Herstellung und leichter Handhabung außerordentlich vielsaitig
verwendbar.