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Schalungselement zum Einformen von Beton Die Erfindung bezieht sich
auf eine bei der Betonherstellung verwendbare Schalung bzw. auf eine Einschalungsform
zum Eingießen oder Einfüllen von Betonmischungen.
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Schalungen für Beton werden in der Regel ganz aus Holz hergestellt.
In diesem Falle bildet die Schalung eine vollständige Form, in die der Beton hineingegossen
wird. Die Verwendung von Holz ist, besonders unter den augenblicklichen Zeitumständen,
sehr teuer, sowohl vom Standpunkt seines geldlichen Wertes als auch vom Standpunkt
der Verwendung oder, besser gesagt, Verschwendung eines knappen Rohstoffes. Wenn
in der Tat auch das Holz von gebrauchten Schalungen neu verschnitten und besäumt
und dann nochmals verwendet «-erden kann, so entsteht dabei so viel Abfall, daß
erhebliche Mengen an neuem Holz benötigt werden, um eine aus alten Teilen bestehende
Schalung zu vervollständigen.
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Wenn an Stelle von natürlichen Holz künstliches Holz verwendet wird,
dann bleibt gleichwohl der Nachteil eines unproduktiven Aufwandes bestehen, wobei
darauf hinzuweisen ist, daß auch solches Kunstholz ein teuerer Werkstoff ist und
in der Hauptsache aus Holzfasern besteht.
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Die Normierung von gewissen Teilen des Schalungsgebildes führt insofern
zu einer Verbesserung, als eine mehrfache Wiederverwendung möglich wird, jedoch
bleibt die für ein gegebenes Gesamtschalungsgebilde benötigte Holzmenge nach wie
vor erheblich.
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Es ist auch bereits vorgeschlagen worden als Schalungselemente andere
Werkstoffe zu benutzen, beispielsweise Drahtgewebe, z. B. in Form von
Drahtgeflechten,
da sich gezeigt hat, daß der zähe Beton nicht in erheblichem Umfang durch Drahtgewebe
hindurchdringt, so daß man Beton zwischen Wandungen aus Drahtgewebe durch Eingießen
einformen kann. In jüngster Zeit ist Drahtgewebe verwendet worden, dem kleine, aus
Ton hergestellte Ziegelstückchen eingegliedert sind, wodurch sich natürlich ein
dichteres Gefüge ergibt.
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Drahtgewebe hat zwei Nachteile. Der erste besteht darin, daß die Sichtfläche
des Betons sehr unregelmäßig wird und dadurch unschön wirkt. Sie muß verputzt werden,
was naturgemäß sehr teuer und unbedingt abzulehnen ist, da es einen Widerspruch
in sich bedeutet, wenn man Beton nachträglich mit einem Verputz versieht. Der zweite
Nachteil besteht darin, daß Drahtgewebe eine sehr geringe Eigensteifigkeit hat und
dazu neigt, sich durchzubiegen, wodurch die Stärke der Betonmauer ungleichmäßig
und eine übergroße Betonmenge benötigt wird. Zusätzliche Vorrichtungen, um die Steifigkeit
der aus Drahtgewebe bestehenden Schalungswände zu verstärken, z. B. Spanndrähte,
Winkeleisenversteifungen usw., sind teuer.
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Es ist auch schon vorgeschlagen worden, die eigentliche Schalungswand,
d. h. den Teil, der mit dem Beton in direkte Berührung kommt, aus billigeren Werkstoffen
herzustellen, so daß es, -,wirtschaftlich gesehen, nicht soviel ausmacht, wenn die
Schalung nur einmal benutzbar ist. Beispiele für solche Werkstoffe sind imprägniertes
Papier oder Gewebe oder auch dünnes Metallblech. Die leiden zuerst genannten Werkstoffe
müssen nach einmaligem Gebrauch als endgültig verloren betrachtet werden. Metallbleche
können wieder verwendet werden, sind aber ziemlich teuer.
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Derartige dünne bzw. in jedem Falle schwache Wandungsgebilde müssen.
durch eine Verstärkungskonstruktion abgestützt werden, die beispielsweise aus einem
Gitterwerk von Stangen oder Stäben besteht. Wenn letztere aus Holz hergestellt werden,
dann ist der Holzverbrauch sehr groß und es wird Holzverschwendung getrieben. Andere
Bauarten, z. B. aus Metall, können nur bei der Herstellung von Sonderbauwerken aus
Beton angewendet werden, bei denen immer wieder die gleichen Arbeitsvorgänge vorkommen.
Sie sind z. B. nur geeignet für die sog. Gleitschalungen.
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Die vorliegende Erfindung verbindet den den genannten Wandungsteilen
in offener Bauart eigenen Vorteil eines geringen Werkstoffverbrauches mit den Vorteilen
einer abgeschlossenen Schalungswand. Erfindungsgemäß besteht die Betonschalung aus
einem skelettartigen Wandgebilde, das von einem Überzug überdeckt ist oder überdeckt
werden kann, wobei das genannte Netzwerk aus einem Gitterwerk von Stangen oder Stäben
besteht, bei welchem eine Anzahl von Stangen parallel angeordnet ist und von den
anderen, ebenfalls parallel zueinander verlaufenden Stangen gekreuzt wird, wobei
für die Erfindung vor allem kennzeichnend ist, daß die Stangen oder Stäbe in den
Schnitt-oder Kreuzungspunkten gelenkig miteinander verbunden sind, so daß sie in
der Ebene des Gitterwerkes- beweglich zueinander sind. Es wurde gefunden, daß gewisse
Papiersorten, besonders Papier mit langen Fasern, als Überzugsmaterial besonders
geeignet sind. Da ein Überzug benutzt wird, der mit dem Beton in Berührung tritt,
so braucht die in offener Bauart ausgeführte Schalungswand an sich nicht mehr so
glatt und flach ausgebildet zu sein. Tatsächlich besteht ihre Aufgabe nur noch in
der Versteifung des Überzuges. Wenn diese Versteifung derart ist, daß der Überzug
unbeschädigt und flach und glatt bleibt, dann kann die offene Schalungswand in ihrer
Stärke vergrößert werden, was im Ergebnis zu einer wesentlichen Erhöhung ihrer Steifigkeit
führt.
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Die Erfindung erstrebt weiterhin die Schaffung eines Schalungsgebildes,
bei dem der Überzug so billig oder soweit wie möglich aus dünnwandigem Werkstoff
hergestellt werden kann, während das Skelett, das die Schalungswand trägt, nicht
nur an sich billig und einfach ist, sondern auch wiederholt verwendet und den verschiedenen
:",nwendungsfällen ohne Verlust und Abfall angepaßt werden kann.
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Das skelettartige Wandgebilde nach der Erfindung stellt eine Tafel
dar, die aus einer Reihe von miteinander verbundenen Scherengliedern besteht. Sie
kann leicht und in größter Schnelligkeit in ihrer eigenen Ebene in der Umrißform
verändert werden. Wenn sie in einer Richtung ausgezogen und gestreckt wird, dann
wird sie in der dazu senkrechten Richtung schmäler und umgekehrt. Sie kann daher
für alle Arten von flachen Wandflächen verwendet werden. Besonders gut eignet sich
das skelettartige Wandgebilde als Schalung für die Herstellung eines Bodenbelages
aus Beton. Wenn die einzelnen Teile des für solche Zwecke benutzten Wandgebildes
aus Holz hergestellt werden, dann ist die insgesamt aufzuwendende Holzmenge wesentlich
geringer, als diejenige, die für eine normale, aus Brettern bestehende Verschalung
benötigt wird. Sie ist daher auch bequemer zu handhaben. Bei dem angenommenen Beispiel
besteht sie aus Holzlatten. Sie kann aber auch zum Teil oder ganz aus l@letall hergestellt
werden.
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Die 1\-laschenweite des Gitterwerkes wird so gewählt, daß sie in einem
angemessenen Verhältnis steht zur freien ungestützten Länge, die das Überzugsmaterial
auf dem Gitterwerk erfordert.
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Weitere Merkmale der Erfindung und Einzelheiten der durch sie erzielten
Vorteile ergeben sich aus der nachstellenden Beschreibung von zwei in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispielen des Erfindungsgegenstandes.
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Fig. i ist eine Draufsicht auf einen Teil des erfindungsgemäßen Rahmen-
oder Gitterwerkes; Fig. 2 ist ein Querschnitt nach der Linie II-11 der Fig. i ;
Fig.3 ist eine Draufsicht auf eine andere Ausführungsart; Fig. d ist ein Querschnitt
nach der Linie IV-IV der Fig. 3.
Beine Ausfülirungsl)ei:; M nach
den Fig. i und 2 beseel- das skelettartige Gitter- oder Rahmenwerk aus einer Anzahl
von parallelen Latten 1. Diese sind so angeordnet, daß sie einen steifen Rost bilden,
der durch Querlatten 2 zu einem einheitlichen Gebilde zusammengeschlossen ist. Der
so gebildete Rost wird als Teil der Wand oder des Ilodens einer Schalung benutzt.
Der Rost wird mit einer Papierbahn 6 überzogen, die genügend stark bemessen wird
und feuchtigkeitsbeständig ist oder durch Imprägnierung feuchtigkeitsbeständig gemacht
wurde. Der Beton wird dann auf das Papier 6 eingegossen oder eingefüllt. Nach dem
Abbinden des Betons kann der Rost entfernt werden. Auch das Papier kann leicht als
zusammenhängende Schicht oder in Teilen abgezogen werden.
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In manchen Fällen wird sich die Papierschicht 6 oder ein anderes Überzugsmaterial
zwischen den Latten i leicht ausbeulen, wodurch die Oberfläche des Betons leicht
gewellt erscheint. Wenn sich hieraus Schwierigkeiten ergeben, dann muß der Überzugswerkstoff
zwischen den Latten i noch zusätzlich versteift werden. Es gibt in dieser Beziehung
verschiedene Möglichkeiten. So können beispielsweise auf den unteren Latten 2, zwischen
den Latte,n 1, Klötzchen vorgesehen werden, deren Oberfläche mit den Oberflächen
der Latten i in einer Ebene liegt. Es ist auch möglich dünne Metallstreifen vorzusehen,
die quer über die Latten i laufen, so daß der Überzugswerkstoff von einem vollständigen
Gitterwerk versteift wird.
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(leim Ausführungsbeispiel nach Fig. i und 2 sind die Latten i an den
Kreuzungspunkten mit Hilfe von Nieten j gelenkig miteinander verbunden. Das Gitterwerk
kann daher leicht in seiner Form verändert werden.
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Der Üherzugswerkstoff 6 kann aus imprägniertem Papier, Asphaltpapier,
Metallblech usw. bestehen. Bei der Ausführungsform nach den Fig. 4 und 3 werden
ebenfalls parallel zueinander verlaufende llolzlatten i verwendet, die die parallelen
Holzlatte11 2 kreuzen. C her den Latten 2 sind Metallstreifen 7, beispielsweise
aus Aluminium angeordnet, die mit ihren Oberflächen in einer Ebene finit den Oberfl;ichen
der Latten i liegen. Die Streifeil 7 bewegen sich zusammen mit den Latten 2 und
bilden einen Teil von diesen. An den Stellen, an welchen sie sich mit den Latten
i kreuzen, sind letztere ausgespart, wie bei 8 angedeutet, um die Streifen aufzunehmen.
Auf diese `"eise ist sichergestellt, daß alle Teile des Gitterwerkes mit ihren Oberflächen
in einer Ebene liegen und daß auf diese Weise eine gute flache Versteifung für den
in Fig.4 bei 6 angedeuteten überzugswerkstoff erzielt wird. Schrauben halten einerseits
die Streifen 7 und die Latten 2 zusammen und bilden andererseits die Drehgelenke
für das Gitterwerk.
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Es versteht sich von selbst, daß die Erfindung auch für andere Zwecke
des Baugewerbes von Nutzen sein kann, beispielsweise als Arbeitsunterlage bei der
Herstellung oder Zusammenfügung von Teilen von Fensterrahmen. Statt aus Holz kann
das Rahmenwerk auch aus Leichtmetall hergestellt werden.