-
Axt mit blattförmiger Scheide Die bisher in der Holz- und Forstarbeit
gebräuchlichen Äxte bestehen au: einer bse, welche den Stiel umschließt, und aus
einem Blatt, dessen beide Wangen von der Öse aus keilförmig nach der Schneide zu
laufen. Man hat bisher geglaubt, das Blatt möglichst kräftig gestalten zu müssen.
damit es auch bei starker Beanspruchung nicht bricht; der spitze Winkel der Wangen
an der Schneide ist daher verhältnismäßig groß. Dies hat zur Folge, daß die Schneide
mitsprechend schwer in das Holz eindringt, weil dieses dabei zugleich ziemlich stark
aufgespalten werden muß. Um trotzdem bei jedem Schlag eine ausreichende 1-,-indringtiefe
zu erreichen, hat man die Äxte möglichst schwer gemacht, weil nur auf diese Weise
eine ausreichende Wucht beim Einschlag erzielt werden konnte. Durch (las große Gewicht
der Axt wird aber der Holzarbeiter stark belastet; die durchschnittliche Tagesleistung
eines Ilolzfällers beträgt beispielsweise hei Hartholz etwa 56oo Hiebe, hei schwächerem
Holz 75oo Hiebe. Die Arbeitskraft wird daher bei Verwendung dieser Äxte sehr stark
in Anspruch genommen, was zu vorzeitiger Ermüdung fuhrt.
-
Es sind zwar auch bereits leichtere Äxte mit kleinerem Schneidwinkel
bekanntgeworden, der dadurch gewonnen wird, daß das ursprünglich ziemlich kräftige
Blatt in seinem vordersten Teil entsprechend schwächer gehalten ist. Axtschneiden
werden aber im Gebrauch verhältnismäßig rasch stumpf und müssen dann nachgeschliffen
werden, wobei infolge des keilfö rinigen Verlaufes der Wangen der Schneidwinkel
rasch zunimmt, so (laß 111 kurzem die gleichen Nachteile auftreten, die durch (las
große :Axtgewicht überwunden werden sollen. Diese Äxte sind daher nur für leichte
Arbeiten verwendbar oder nur für verli:iltnismäßig kurze Gebrauchszeit.
Ferner
sind Äxte bekanntgeworden, bei welchen in einer Öse aus gebogenem Stahlblech eine
Schneide aus gleichem Material eingesetzt ist, wodurch eine Auswechslung der Schneide
ermöglicht werden soll. Diese Äxte sind gleichfalls nur geringen Beanspruchungen
gewachsen, weil sich sonst die Verbindung zwischen Öse und Blatt rasch lockert und
dadurch die Axt unbrauchbar wird. Eine andere bekannte Axt besitzt eine blattförmige
Schneide, die an beiden Seiten keilförmige @ Aus.= buchtungen aufweist, damit die
Axt nicht nur schneidet, sondern auch eine verstärkte Keilwirkung besitzt.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine für schwere Beanspruchung bestimmte
Axt, bei deren Formgebung die bisher bei solchen Äxten für unerläßlich gehaltenen
Richtlinien ' grundsätzlich verlassen sind, indem die Öse aus einem Stück mit einem
keilförmig an sie anschließenden dünnen Blatt geschmiedet ist, dessen beide Wangen
auf ihre ganze Länge mit geringem Abstand bis zur Schneide im wesentlichen parallel
verlaufen. An Stelle eines von der Öse bis zur Schneide gleichförmig verjüngten
Blattes tritt also hier ein auf seine ganze Erstreckung nur wenige Millimeter .(in
der Regel etwa 3 bis 5 mm) starkes Blatt, dessen Schneide unter einem kleinen Winkel
zugeschliffen ist, der auch bei wiederholtem Nachschleifen unverändert erhalten
bleibt. Infolge des spitzen Schneidwinkels und der geringen Blattstärke dringt diese
Axt mit wesentlich geringerer Reibung und deshalb viel leichter in das Holz ein;
es genügt daher zur Erzielung der gleichen Eindringtiefe eine wesentlich geringere
Massenwirkung und damit ein viel geringeres Gewicht. Versuche des Erfinders. haben
gezeigt, daß das Gewicht der Axt bei gleicher Leistung nur etwa 40% des Gewichts
der üblichen Äxte betragen muß. Dadurch wird die Arbeitskraft des Holzarbeiters
in hohem Maße geschont und die Arbeitsleistung gefördert. .
-
Ein weiterer Vorteil der neuen Axt besteht in der durch die federnde
Länge des, dünnen Blattes bedingten Elastizität, wenn die Axt aus einer geeigneten
Stahllegierung hergestellt- ist. Die elastische Federwirkung erweist sich unter
anderem besonders beim Einschlagen an Aststellen als vorteilhaft, weil sie. ein
Verwinden ohne Gefahr ein Bruches erleichtert. Ferner wird dadurch das übliche Drehen
des Stammes mit Hilfe der an der Hirnseite eingeschlagenen Axt erleichtert. Während
bei den' bisher gebräuchlichen Äxten hierbei infolge der Starrheit des Blattes leicht
die Gefahr eines Bruches des Stieles auftritt, wird das dünne Blatt der Axt nach@$er
Erfindung über die Öse hinweg durch den Stiel, etwas verwunden und erhält dadurch
eine Vötspannung, derzufolge es das Bestreben hat, selbst den Stamm zu drehen. Auch
eine Lockerung des Stieles tritt infolge der Elastizität des Blattes und des geringeren
Gewichtes der Axt nicht so leicht auf.
-
Ein Ausführungsbeispiel einer Axt nach der Erfindung ist in der Zeichnung
in schematischer Form dargestellt.
-
Fig. i ist eine Seitenansicht, Fig. 2 ein Schnitt nach der Linie A-A,
Fig. 3 ein Schnitt durch das Blatt nach der Linie B-B in Fig. i.
-
Mit i ist der Stiel bezeichnet, mit 2 die Öse, mit 3 das Blatt, das
vorn zu einer Schneide 4 zugeschliffen ist.
-
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, geht die Öse 2 unmittelbar keilförmig
in das dünne Blatt 3 über, dessen Wangen parallel zueinander verlaufen und vorn
zu einem sehr kleinen spitzen Winkel zugeschliffen sind.