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Niederfrequenzverstärkerschaltung mit physiologischer Regelung Vorliegende
Erfindung bezieht sich auf eine Schaltung zum sogenannten physiologischen Verstärken
von Niederfrequenzschwingungen, z. B. zur Anwendung im Niederfrequenzverstärkerteil
eines Funkempfangsgeräts. Unter physiologischer Verstärkung wird verstanden, daß
im Eingangskreis der Verstärkerschaltung ein den Verstärkungsgrad regelnder Lautstärkeregler
eingeschaltet ist, wobei bei einer unteren Lage des beweglichen Kontakts des Lautstärkereglers,
d. li. bei einem kleinen Verstärkungsgrad der Schaltung, die niedrigen Tonfrequenzen
verhältnismäßig in der Verstärkung gegenüber den Mitteltonfrequenzen (Tieftonphysiologie)
bevorzugt bzw. die Hochtonfrequenzen gegenüber den Mitteltonfrequenzen (Hochtonphysiologie)
bevorzugt werden.
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Gewöhnlicherweise ergibt sich eine Tieftonphysiologie mit Hilfe eines
Lautstärkereglers, der neben einem Ober- und einem Fußkontakt noch einen dritten,
festen Kontakt hat, wobei der zwischen diesem dritten, festen Kontakt und dem Fuß
liegende Teil des Lautstärkereglers von einem für die Mittel- und die Hochtonfrequenzen
durchlässigen Netzwerk überbrückt wird. Die Hochtonplivsiologie kann z. B. dadurch
bewerkstelligt werden, daß der Scheitel des Lautstärkereglers mit dem beweglichen
Kontakt über ein für Hochtonfrequenzen durchlässiges Filter verbunden wird. Der
Nachteil einer Schaltung mit einer auf solche Weise kombinierten Tief- und Hochtonphysiologie
ist der, daß die Tieftonphysiologie nicht mehr geändert wird, wenn der bewegliche
Kontakt des Lautstärkereglers sich über den dritten, festen Kontakt hinausbewegt,
während hingegen die Hochtonphysiologie bei absteigender Lage des beweglichen Kontakts
noch dauernd zunimmt. Es kann dann z. B. mit Hilfe eines vierten, festen Kontakt;
und eines zweiten, für die Mittel- und Hochtonfrequenzen
durchlässigen
Netzwerks auch über den dritten, festen Kontakt hinaus noch etwas Tieftonphysiologie
bewerkstelligt werden, aber außer der Unmöglichkeit, dabei eine zufriedenstellende,
glatte Regelung zu erzielen, ist die Herstellung eines Lautstärkereglers mit mehreren
festen Zwischenkontakten (Anzapfungen) besonders kostspielig.
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Die Erfindung bezweckt, mit besonders einfachen Mitteln den erwähnten
Nachteil zu beheben. Gemäß der Erfindung wird neben der angegebenen Tief- und Hochtonphysiologie
eine Verbindung zwischen dem beweglichen Kontakt des Lautstärkereglers und einem
Tieftonphysiologie bewerkstelligenden Netzwerk angebracht. Besonders kann diese
die zusätzliche Tieftonphysiologie bewirkende Verbindung auf besonders einfache
Weise dadurch angebracht werden, daß das zwischen dem dritten Kontakt und . dem
Fuß des Lautstärkereglers liegende Netzwerk aus der Reihenschaltung eines Widerstandes
und eines Kondensators aufgebaut wird, dessen Verbindungspunkt über einen Widerstand
mit dem beweglichen Kontakt des Lautstärkereglers verbunden ist.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand des in Fig. i dargestellten
Prinzipschaltbildes des in Fig. 2 dargestellten, näher ausgeführten Ausführungsbeispiels
erläutert.
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In dem in Fig. i dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Verstärkerröhre
7 angegeben, in deren Eingangskreis ein Lautstärkeregler 4 enthalten ist, der nicht
nur mit den beiden Endkontakten i i und 17, sondern auch mit einem dritten, festen
Kontakt 12 versehen ist. Am Lautstärkeregler 4 werden zwischen dem Scheitel 17 und
dem Fuß ii die zu verstärkenden Schwingungen wirksam gemacht, wobei der Verstärkungsgrad
der Schaltung mit Hilfe des beweglichen Kontaktes 6 regelbar ist. Zwischen dem dritten,
festen Kontakt 12 und dem Fuß ii des Lautstärkereglers liegt ein für Mittel- und
Hochtonfrequenzen durchlässiges, die Niedertonphysiologie bewerkstelligendes Filter,
z. B. eine Widerstand- und Kapazitätskombination 15, 16, und die Hochtonphysiologie
wird z. B. mit Hilfe eines nur für Hochtonfrequenzen durchlässigen Netzwerks 18,
i9 erzielt, das zwischen dem Scheitel 17 und dem beweglichen Kontakt 6 des Lautstärkereglers
angebracht ist. Bewegt sich der bewegliche Kontakt 6 abwärts, so werden auf diese
Weise sowohl die niedrigen als auch die hohen Töne mehr und mehr verhältnismäßig
gegenüber den Mitteltonfrequenzen bevorzugt. Der Nachteil der bisher beschriebenen
Schaltung besteht darin, daß über den festen Kontakt 12 hinaus keine weitere Bevorzugung
der niedrigen Töne stattfindet, während hingegen die Bevorzugung der hohen Töne
noch dauernd zunimmt. Um diesen Nachteil zu beheben, ist nach der Erfindung außerdem
noch eine Verbindung zwischen dem beweglichen Kontakt 6 und einem Netzwerk angebracht,
das Tieftonphysiologie bewerkstelligt. Ein solches Netzwerk kann z. B. aus der Reihenschaltung
eines Widerstands und einer Kapazität bestehen, die zum Lautstärkeregler 4 parallel
geschaltet und z. B. mit dem Scheitel 17 bzw. dem Fuß ii verbunden sind. Eine besonders
einfache Lösung wird gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung darin gefunden,
daß der Verbindungspunkt des Widerstands 16 und des Kondensators 15 des die Tieftonphysiologie
bewerkstelligenden Netzwerks über einen Widerstand 41 mit dem beweglichen Kontakt
6 verbunden wird.
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In der Einzeldarstellung der Schaltung nach Fig. 2, bei der gleiche
Bezugsziffern entsprechende Schaltkontakte in Fig. i bezeichnen, ist der Fuß des
Lautstärkereglers 4 mit einer Quelle negativer Rückkopplungsspannung verbunden,
die von einer Anzapfung c-e der Sekundärwicklung io eines im Ausgangskreis der Entladungsröhre
7 liegenden Ausgangstransformators 8 gebildet wird, während der Scheitel 17 dieses
Lautstärkereglers über Impedanzen 14 und 2o mit einer Quelle positiver Rückkopplungsspannung
verbunden ist, die von der Anzapfung c-d dieser Sekundärwicklung io gebildet wird.
Die M'iderstände des Lautstärkereglers 4 und der Impedanzen 14 und 2o sind derart
bemessen, daß am Scheitel 17 des Lautstärkereglers 4 nahezu keine oder nur eine
geringe negative Rückkopplung wirksam ist, während am Fuß des Lautstärkereglers
eine starke negative Rückkopplung wirksam ist. So wird in bekannter Weise eine sogenannte
verlustfreie negative Rückkopplung der Schaltung erzielt. Außerdem sind Impedanzen
13, 14 in Kombination mit Impedanzen 15, 16 angebracht, so daß auf der Höhe des
dritten, festen Kontakts 12 des Lautstärkereglers 4 eine starke, negative Rückkopplung
der Mitteltonfrequenzen stattfindet. Das die Hochtonphysiologie bewerkstelligende
Filter 18, i9 ist z. B. zwischen dem beweglichen Kontakt 6 und dem Verbindungspunkt
der Widerstände 14 und 2o angebracht. Es kann ferner die Impedanz 15, 16 durch einen
Widerstand 40 überbrückt und mit einer Quelle negativer Rückkopplungsspannung c-b
verbunden werden, die annähernd von gleicher Größenordnung ist wie die Quelle positiver
Rückkopplungsspannung c-d, wobei die mit dem Fuß ii des Lautstärkereglers 4 verbundene
Quelle negativer Rückkopplungsspannung c-a größer ist als die Quelle c-b, während
die Impedanz zwischen der Anzapfung b und dem dritten, festen Kontakt
12 gegenüber der des Widerstandsteils des Lautstärkereglers 4 zwischen dem
dritten, festen Kontakt 12 und dem Fuß ii klein bemessen wird. Dies ermöglicht eine
krachfreie physiologische Regelung. Es ist dabei empfehlenswert, mit Hilfe eines
Trennkondensators 42, z. B. in Reihe mit dem Widerstand 41 oder gewünschtenfalls
in Reihe mit dem Widerstand 16, zu vermeiden, daß der Kreis des beweglichen Kontakts
6 von Gleichstrom durchflossen wird.