DE7314330U - Lagergehause - Google Patents
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Description
Anmelder: Ingo Hans Braun, Herbede
Gsrhard Mohn, Bergneustadt
Die Erfindung betrifft ein Lagergehäuse für Stehlager,
Planschlager, Pendellager Uodglo Lager, bestehend aus mehreren zusammensetzbaren Gehäuseteilen, in welchen mindestens
eine Lagerkammer für die Aufnahme eines Kugel- oder Rollenlagers ausgebildet ist.
Solche Lagergehäuse werden meist aus Grauguß hergestellt und weisen als Grundelemente je zwei Lagerschalen auf, zwischen
Vielehen das Kugel- oder Rollenlager angeordnet ist·
Diese Lagerschalen werden nach dem Zusammenstecken von einem oder mehreren äußeren Lagerteil1 3n zusammengehalten.
Außer der, Kammern, für das Lager besitzen sie Dichtkammern
für die Dichtringe, Ausnehmungen für Yerbindungselemente
(ζ«Ββ Ringrillen für Sprengringe), Schmierkanäle, Zentrierungen
Ues.w., welche nach dem Gießvorgang in spanabhebender
Bearbeitung ausgebildet oder nachgearbeitet werden müssen. Die äußeren Lagerteile werden in ähnlicher Nacharbeit
mit Befestigungsbohrungen, glatten Innenwänden u, dgl« vereehen.
Insbesondere wegen dieser Nacharbeit ist die Herstellung eines Lagergehäuses recht aufwendig. Dazu kommt, daß man
für jeden I-agertyp und für jeden Wellen- oder Zapfendurchmesser
ein besonderes Lagergehäuse benötigt.
Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, ein Lagergehäuse zu schaffen, das entweder gar keine oder mir ein Minimum
an Nacharbeit benötigt und entsprechend preisgünstig in der Herstellung ist. Ferner soll das erfindungsgemäße
Lagergehäuse mit einfachen Mitteln leicht veränderbar sein* Aus einem einzigen Satz von Gehäuseteilen soll man
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mit wenigen Griffen je nach Bedarf ein Stehlager, ein
Planschlager oder ein Pendellager erstellen können· Ein Gehäuselagersatz soll zwei verschiedene Wellen- oder Zapfendurohme
sser aufnehmen können· Mit den Mitteln der Erfindung
sollen die Herstellungskosten eines Lagergehäuses ganz erheblich gesenkt werden. Durch die Beschränkung
auf einen einzigen Gehäusesatz pro Wellendurchmesser soll die Lagerhaltung der einschlägigen Unternehmen auf einen
geringen Bruchteil des heute notwendigen Standes reduzierbar sein.
Um diese Erfindungsziele zu erreichen, wird das erfindungsgemäße
Lagergehäuse aus einem geeigneten Kunststoff mit ausreichender Druckfestigkeit hergestellt, ζ·Β· aus Polyvinylchlorid
oder Durethan. Die Herstellung erfolgt im Spritzgußverfahren, wodurch sämtliche Hohlräume und Ausnehmungen
in den Lagerschalen und an den äußeren Lagerteilen ohne Nacharbeit fix und fertig erstellbar sind.
Obwohl es seit langem bekannt ist, langsam drehende Wellen und Zapfen unmittelbar in Buohsen aus Teflon (Polytetrafluoräthylen)
und anderen besonders widerstandsfähigen Kunststoffen zu lagern, galt es in Fachkreisen des Maschinenbaues
bisher als Maxime, daß man für die Aufnahme von herkömmliohen Kugel- oder Rollenlagern keine Lagergehäuse
aus Kunststoff verwenden dürfe. Die Fachleute waren der einhelligen Meinung, erstens würden solche Lagergehäuse
hochgradig schwingungsanfällig sein und zu heiß werden,
und zum anderen wiesen die Kunststoffe nicht die erforderliche zulässige Druckfestigkeit auf. Wenn sich die Temperatur
im Lagermaterial dem Erweichungspunkt der Kanet^·
stoffe näherte, so folgerte man, wäre die Druckfestigkeit dahin.
Die vorliegende Erfindung hat mit diesem fachlichen Vorurteil vollständig aufgeräumt. Wie es in der Folge nachgewiesen
werden soll, 1st ein Lagergehäuse aus Polyvinyl-
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Chlorid, Durethan oder Polyäthylen entschieden schwingungsärmer
als ein gleich gestaltetes Lagergehäuse aus Grauguß. Gegen Ende der Beschreibung wird anhand eines Zahlenbeispiels
gezeigt, daß die zulässige Druckfestigkeit dieses Materials durchaus hinreichend groß ist, um die zulässige
Belastung des zugeordneten Kugel- oder Rollenlagers zu tragen.
Die Voraussetzungen für eine schwingungsaii.:.: e Funktion des
Kunststofflagergehäuses sind durch die Ai , der Einfassung
und Befestigung der Lagergehäuseschalen gegeben. Da die Erzeugung von Wärme in einem Lagergehäuse weitgehend von
der Sohwingungsanfälligkeit abhängt, ist es erklärlich, daß es sich in einem Kunststoffgehäuse weniger Wärme entwikkelt
als in einem Graugußgehäuse, da im Kunststoff weniger Schwingungen entstehen. Jedenfalls bleibt die Betriebstemperatur
selbst nach wochenlanger ununterbrochener Arbeitsbelastung unter ungünstigen Arbeitsbedingungen weit unter
dem Erweichungspunkt.
Das Spritzgußverfahren ermöglicht die Ausbildung von Bruchrändern und Bruchstellen, an welchen nieht-benutzta Trile
des erfindungsgemäßen Lagergehäuses von Hand abbrechbar sind. Es ist beispielsweise vorgesehen, die Öffnungen der
beim Zusammenstecken der Gehäuseeohalen entstehenden Lagerbüchse
nit an beiden Gehäuseschalen ausgebildeten Abdeokhalbscheiben
staubdicht abzudecken, welche an einem orbereiteten
Bruohrand abgebrochen uud entfernt werden können. Wenn man also das Lagergehäuse nur einseitig verwenden will,
bricht man lediglich das eine Paa* Abdeokhalbscheiben ab;
das Lagergehäuse ist dann nach der Wellenseite hin offen und nach der entgegengesetzten Seite hin staubdicht
verschlossen.
Ebenso kann man ganze Teile des Lagergehäuses an vorbereiteten Abbruchstellen abbrechen. Wenn das Gehäuse beim Verlassen
des Herstellwerks beiderseits von der Lag^rkanuner
GP 216
je eirve größere und eine kleinere Buchsendurchmesser aufweist,
kann man die eine oder die andere Lagerseite einfach abbrechen und nur denjenigen Teil des lagers verwenden,
der dem Arbeitszweck entspricht.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das zu montierende Kugel- oder Rollenlager vor dem Einbau
in einem in die Gehäuseschalen einsteckbaren Einsatzring angeordnet, der wahlweise entweder für die Aufnahme eines
Pestlagers oder eines Pendellagers ausgebildet ist» Ferner kann der Monteur dieselben Lagergehäuseteile wahlweise in
Außengehäuse für Flanschlager oder für Stehlager einstecken. Er ist daher imstande, mit nur einem einzigen Gehäusesatz
je nach Arbeitszweck Flanschlager, Stehlager, Festlager oder Pendellager zu erstellen.
Schließlich kann an mindestens einer der Gehäuseschalen ein Sperrnocken ausgebildet sein, der einer Ausnehmung an der
Innenseite des die Gehäuseschalen verbindenden äußeren Gehäuseteils zugeordnet ist.
Anhand der Zeichnungen wird in der Folge ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und erläutert. Es zeigen:
Figur 1 den Längsschnitt (Schnitt X-X der Fig. 2) eines erfindungsgemäßen Lagergehäuses als
Flanschlagergehäuse,
Figur 2 das Flanschlager Fig· 1 in einer Frontansicht,
Figur 3 die beiden inneren Gehäuseschalen des Flanschlagergehäuses
Fig. 1, in perspektivischer Sicht,
Figur 4 das äußere Lagergehäuse des Flanschlagergehäuses mit eingesteckten inneren Gehäuseschalen,
in perspektivischer Sicht,
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Figur 5 den Längssohnltt (Schnitt Y-Y der Fig. 6) eines erfindungsgemäßen Lagergehäuseθ als
Stehlagergehäuse,
Figur 6 das Stehlagergehäuse Fig. 5 in einer Frontansicht,
Figur 7 den Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Lagergehäuses als Stehlagergehäi'.se für
zwei Wellendurchmesser (Schnitt Z-Z der Fig. 8),
Figur 8 das Stehlager Fig. 7 in einer Frontansicht,
Figur 9 den Längsschnitt eines Flanschlagergehäuses für Pendellager (Schnitt U-U der Fig« 10),
mit Kugelzonenflächenberührung Kunststoff auf Kunststoff,
Figur 10 das Pendellagergehäuse Fig. 9 in einer Frontansicht,
Figur 11 eine vergrößerte Teildarstellung (Bereich "Q") aus Fig. 9,
Figur 12 den Längsschnitt eines Pendellsgergehäuaes
wie Fig. 9, jedoch mit Kugelzonenflächenberührung Stahl auf Kunststoff,
Figur 13 eine innere G-ehäuseschale wie die auf Fig.3
dargestellte, in perspektivischer Sicht, den Abbruch eines Abdeckelements zeigend,
Figur 14 Teilansicht des Schnittes W-W der Fig. 13, die A.bbruchzone 11A" vergrößert darstellend,
GP 216
Figur 15 den Abbruch eines Gehäuseteils des Lagergehäusee
Flg. 7, in einer vergrößerten Teilansicht,
Figur 16 die inneren Gehäuseteile eines Lagergehäuses
gemäß der Erfindung, einmal in einer Befestigung als Flansohlagergehäuse (gestrichelt),
und einmal in einer Befestigung als Stehlagergehäuse (Strichpunkt), in einem
Längsschnitt,
Figur 17 einen Gehäuseeinsatzring für ein Lager mit fester Achse, in einem Längsschnitt
und
Figur 18 einen Gehäuseeinsatzring für ein Lager mit Pendelachse, ebenfalls im Längsschnitt.
Das aus Polyvinylchlorid im Spritzgußverfahren gefertigte Flanschlagergehäuse Figuren 1 bis 4 weist einen äußeren
Gehäuseteil 1 auf, in welchen zwei innere Gehäuseschalen 2,3 eingesteckt und mittels eines Sprengrings 4 festgehalten
sind, der in einer Rille 401 geführt wird. An der oberen (auf der Fig. 1 oberen) Gehäuseschale 2 ist ein Sperrnocken
5 ausgebildet, der beim Zusammenstecken des Gehäuses von einer entsprechenden Ausnehmung 6 am äußeren Gehäuseteil
1 aufgenommen wird. Der Sperrnocken 5 verhindert ein falsches Zusammenstecken sowie eine nachmalige Drehbarkeit
der Gehäuseschalen 2,3 im Verhältnis zum äußeren Gehäuseteil. Sowohl der äußere Gehäuseteil 1 als auoh die beiden
Gehäuseschalen 2,3 sind mit allen erforderlichen Lagerkammern, Bohrungen, Abstufungen, Dichtkammern, Sohmierkanäle,
Zentrierungen u.s.w· fix und fertig gespritzt. Es befinden sich am äußeren Gehäuseteil Befestigungsbohrungen 7,8 und
731^33019.7.73
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Ringkammer 9 für den Sprengring 4. An den Gehäuseschalen 2,3 sind Lagerkammern 10,11 für das Kugellager 12 sowie
Diohtkammern. 13,14 und halbzylinderförmige Ausnehmungen 15,16 für die Aufnahme der Welle 17 ausgebildet. Ferner ist
jede innere Gehäusesohale an jedem Ende von einer Abdeckhalbscheibe
18,19,20,21 überdeckt, dessen Materialstärke am Hand stark abnimmt und dort eine Bruohrille bildet, gerade
dort, wo die Abdeokhalbscheibe in die Außenfläche der Gehäusesohale übergeht, vgl. insbesondere Fig« 14« Wenn man
die Abdeckhalbscheibe am Diagonal faßt und nach außen drückt (Pfeil Fig. 13 und 14), bricht sie an dem Rand ab.
Durch diese Einrichtung ist man imstande, das Flanschlagergehäuse Fig. 1 wahlweise einseitig oder zweiseitig zu verwenden.
Auf den Figuren 5 und 6 ist ein Stehlagergehäuse aua PVG
dargestellt, bestehend aus einer oberen Gehäuseschale 22 ("obere" im Verhältnis zur Zeichnung) und einer unteren Gehäuseschale
23, die mittels zweier Sohrauben 24,25 zusammengehalten werden. Die untere Gehäuseschale 23 ist mit zwei
weiteren Schrauben 26,27 an einer Unterlage befestigt. An den zwei Gehäuseschalen sind Lagerkamnern 10,11 für das Kugellager
12 sowie Dichtkammern 13,14 und ein Schmierkanal 28 im Spritzgußverfahren ausgebildet, ferner vier Abdeckhalbscheiben
18 bis 21 mit Dichtelementen 181,191,201,211.
Die Dichtelemente 181,201 der oberen Gehäuseschale 22 sind Nocken mit keilförmigem Querschnitt, die am Diagonal der
Abdeckhalbscheibe ausgebildet sind und in sr L.prechende
Dichtrillen 191,211 am Diagonal der unterer ».;deckhalbscheiben
eingreifen und so eine staubdircht^ Verbindung herstellen.
Das Lagergehäuse Fig. 5 ist für Wellen verschiedener Durchmesser eingerichtet. Die Figur zeigt, daß die stärkere Welle
17 eingesteckt worden ist, nachdem die Abdeckhalbscheiben 18,20 herausgebrochen sind. Da es beabsichtige ist, das
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Lager nur einseitig zu benutzen (Situation Figo 5)» sind die Abdeckhalbscheiben 19»21 am anderen Ende der von den
Gehäuseschalen gebildeten Lagerbuchse belassen worden und dichten hier das Lager gegen Schmutz und Feuchtigkeit ab.
Die Figuren 7 und 8 zeigen ein anderes erfindungsgemäßes Lagergehäuse für ein Stehlager· Die obere ("obere" auf der
Zeichnung) Gehäuseschale 29 und die untere Gehäuseschale werden von zwei äußeren Gehäuseteilen 31»32 mit Schrauben
33»34 zusammengehalten. An den Gehäuseschaleη 29»30 sind
halbzylindrische Ausnehmungen 35»36 für die Welle sowie Dichtkammern 13»14 und Lagekammern 10,11 für das Kugellager
12 im Spritzgußverfahren ausgestaltet· Ferner weisen die Gehäusesohalen 29,30 Abdeckhalbscheiben 18 bis 21 auf· Das
Stehlagergehäuse ist für Wellen 17 zweier Stärken eingerichtet. Das Besondere bei dieser Variante des Ausführungsbeispiels
ist die Möglichkeit, den einen Teil des Lagergehäuses (auf der Zeichnung rechts) abzubrechen, indem die Bruchstellen
an 37 und 38 vorbereitet sind, vgl· auch Fig. 15· Bricht man diesen Teil ab, wird das restliche Lagergehäuse
von einem inneren Satz Abdeckhalbscheiben 39»40 abgedichtet. Will man aber diese Seite des Lagergehäuses mit verwenden,
entweder für eine durchgehende Welle oder f1 r eine von links (an der Figur gesehen) einzusetzende Welle, dann
bricht man die Abdeckhalbscheiben 19»21 ab und stößt die
inneren Abdeckhalbsoheiben 39,40 mit einem Schraubenzieher od.dglo aus. Die inneren Abdecrhalbscheiben 39*40 sind so
gestaltet, daß man sie, wenn man sie zu einem bestimmten Arbeitszweok belassen hat, immer noch später ausbrechen
kann. Die Abbruchzonen der Abdeckhalbscheiben 18 bis 21 und 39»40 sind mit Kreisen A, B und D und diejenigen des abbrechbaren
Gehäuseteils mit C bezeichnet.
Das auf Figuren 9» 10 und 11 dargestellte Pendellagergehäuse
weist einen äußeren Gehäuseteil 41 auf, dessen Innenwände teilweise konkav-kugelzonenformig ausgebildet sind»
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Die "beiden inneren Gehäuseschaleη 42,4-3 sind mit entsprechenden
konrexen Halbkugelzonen versehen· Wenn das Pendellagergehäuse zusammengesteckt ist, gleiten die Kugelzonenflächen
der inneren Gehäuseschalen an der Kugelzonenfläche des äußeren Gehäuseteils« Die Lagerkammern 10,11 für das
Kugellager 12sJnd wie vorhin an den inneren Gehäuse schale η
42,43 ausgearbeitet« Da sowohl der äußere Gehäuseteil 41 als auch die inneren Gehäuseschalen 42,43 aus PVC hergestellt
sind, wird also während der Pendelung der Welle 17 Kunststoff auf Kunststoff gleiten, wodurch eine besonders
schwingungsarme Pendelung gewährleistet ist.
Die Einbringung der zusammengesteckten inneren Gehäuseschalen 42,43 in den äußeren Gehäuseteil 41 erfolgt unter Ausübung
eines leichten Drucksc Der Kunststoff ist hinreichend
elastisch, um die Gehäuseschalen 42,43 in die Kugelzone des
äußeren Gehäuseteils 41 eindrücken zu lassen.
Auf Figo 11 ist ein vergrößerter Ausschnitt der Darstellung Figo 9 ersichtliche Hier ist der Rand der Kugelzone des äusseren
Gehäuseteils 41 mit kleinen Hecken 411 keilförmigen Querschnitts versehen, welche die Einführung der inneren
Gehäuseschalen erleichtern.
Die Darstellung des Pendellagers auf Pig© 9 ist rein schematisch und zielt lediglich darauf ab, das Prinzip der Pendellagerung
Kunststoff auf Kunststoff zu verdeutlichen. Figo 12 zeigt ein anderes erfindungsgemäßes Pendellagergehäuse,
bei welchem die Pendelbewegung von Stahl auf Kunststoff übertragen wird. Die inneren Gehäuseschalen 44,45
sind nach außen zylindrisch ausgebildet, während Ibre Innenwände
konkave Kugelzonen air.fweisenc An diesen Kugelzonenflächen
gleiten die Kugeliv^nen des Kugellagers 12, also Stahl auf Kunststoff· Die Vorteile dieser Variante des Ausführungsbeispiels
liegen darin, daß die Gesamtkonstruk'«ion einfacher ist. Das Kugellager wird nicht, so wie im vorherige
ι Beispiel, hineingedrückt, sondern in die beiden
- Saite 10 -
- 10 - GP 216
inneren Gehäuseschalen 44,45 bsi deren Zusammenfügung eingelegt»
Es ist jedoch auch möglioh, anstelle der Halbschalen 44,45 einen zusammenhängenden Ring 44,45 zu verwenden;
dann muß das Kugellager 12 wie vorhin unter Druck eingebracht werden. Die entsprechenden Quetschzonen sind mit
"Q" bezeichnet.
Sämtliche auf Figuren 9 bis 12 gezeigten Gehäuseschalen
sind genau wie die vorher beschriebenen mit Abdeckhalbscheiben ausgerüstet. Auf den Figuren 13 und 14 ist ersichtlich,
wie diese Abdeckhalbscheiben bei Nicht-Verwendung abzubrechen
sind. Fig» 14 demonstriert schematisch die Ausbildung das Bruchrandes. Ferner zeigt Figo 15, wie ein Gehäuseteil
(der rechte Teil des Lagergehäuses Figo 7) abzubrechen ist, indem zwei Abbruohrillen 46,47 gegenüber einander ausgebildet
sind. Man vergleiche auf den Figuren 13, H und 15 die durch gestrichelte Kreise A und C markierten
Abbruchbereiche.
Die Möglichkeit, mit den Mitteln der Erfindung ein universales Lagergehäuse zu schaffen, ist auf Figuren 16, 17 und
18 dargestellt. Auf Fig· 16 sind zwei innere Lagergehäusesohalen
48,49 ersichtlich, die zusammengesteckt sind und eine Kammer 50 für das Lager aufweisen« In dieser gemeinsamen
Kammer wird vor dem Zusammenstecken das Lager angebracht, und zwar in einem glatten Einsatzring 51 (Fig· 17),
wenn es sich um ein Lager mit fester Achse handelt, und in einem Einsatzring 52 mit konkaver Kugelzonen-Innenfläche
(Fig» 18), sofern ein Pendellager zu montieren ist.
Brioht man die Abdeckhalbscheiben 53,54,55,56 an den Abbruchstellen
A,B und das Lagerteil 57 an den Abbruct.stellen C ab, ist das Lagergehäuse einseitig und für eine kleinere
Welle 17 benutzbar, und zwar je nach Wahl des Einsatzrin2es
51 oder 52 für eine feste oder für eine pendelnde Achse,, Das Lagergehäuse kann als Flansohlagergehäuse befestigt
werden, wenn die Lagergehäusesohalen 48,49 in einen mit
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Befestigungsflanschen versehenen äußeren Gehäuseteil 1 (Figuren 1 bzwe 9) eingeführt und befestigt werden. Es ist
aber auch als Stehlager montierbar, sofern es von äußeren Gehäuseteilen 31,32 (Fig· 7) zusammengehalten wird, vgl·
hier den punktgestrichelten Umriß auf Fig« 16. In dieser Weise sind zahlreiche Variationsmöglichkeiten gegeben, indem
man je nach Bedarf die Abdeckhalbscheiben 5B,59 an den Abbruchstellen
D oder 60,61 an den Abbruohste .len E abbricht, bzw. den Lagergehäuseteil 62 an den Abbruc.istellen F abbricht.
Durch diese vielen Variationsmöglichkeiten an einem einzigen Gehäusesatζ wird die Lagerhaltung eines einschlägigen Unternehmens
ganz erheblich vereinfacht.
Die Erfindung stellt einen bedeutenden technischen Fortschritt dar. Erstens ist durch sie das fachliche Vorurteil ausgeräumt
worden, daß man zwar Lager für relativ langsam drehende Wellen, jedoch keine Lagergehäuse für schnelldrehende
Wellen aus Kunststoff herstellen könne. Dauerversuche haben gezeigt, daß die Kunststofflagergehäuse wesentlich schwingungsärmer sind als die herkömmlichen Metallgußgehäuse, und
daß die Temperatur der Kunststoffgehäuse erheblioh weniger ansteigtο
Wie bereits eingangs gesagt, sind diese beiden Umstände voneinander bedingt* Schwingungen erzeugen Wärme, und die
Sohwingungswärme irt unter scnst gleichen Umstänc·-m größer
als die Reibungswärme.
Ein aachon erwähntes weiteres fachüiohes Vorurteil wird, damit
begründet, daß ein Kunststofflagergehäuse nicht die erforderliche
Druckfestigkeit aufweise. Dieses Vorurtail ist jedoch unter der bisher angenommenen Voraussetzung zu stiften,
daß sich das Lagergehäuse bei Dauerbelastung stark erwärmen würde. Dieses ist, wie soeben nachgewiesen, nicht der Fall.
Eine einfache Rechnung zeigt> daß die Druckfestigkeit eines
Kunststoffgehäuse θ vollständig ausreicht, um die zuläHsige
Höchstbelastung eines handelsüblichen Kugellagers zu tragen.
~ 12 - G-P 216
Bei einem Wellendurchmesser von 20 mm ist die Lagerfläohe
5,2 cm ο Die zulässige Druckfestigkeit der geeigneten Kunststoffe
PVC-NP und Durethan-BK ist 390 bzw. 440 kp/cm2, also zugegebenerweise wesentlich kleiner als z.B. die zulässige
Druckfestigkeit für Grauguß 26 - 750 kp/cm . Jedoch beträgt die Druckfestigkeit der Kunststoffe im Lagerbereich 5o2 χ
390 = 2028 kp bzw. 5.2 χ 440 = 2300 kp, während die Höchstbelastung des entsprechenden Kugellagers 1000 kp nicht übersteigen
darf. Es ist somit technisch sinnlos, ein Material mit höherer Druckfestigkeit für das Lagergehäuse zu verwenden.
Zum anderen können die erfindungsgemäßen Kunststofflagergehäuse im Spritzgußverfahren hergestellt werden, da die komplizierten
Innenräume der inneren Gehäuseschalen beide nach unten offen sind. Das Spritzgußverfahren bietet sehr weite
Möglichkeiten für die Ausbildung der erforderlichen Hohlräume, Bruchränder, Bruchrillen u.s.w. Die Abbrechteile und
abbrechbaren Abdeckhalbscheiben ermöglichen die Erstellung von wirklich universalen Lagergehäusen, die erst am Verwendungsort
angepaßt werden, indem man diejenigen Teile abbricht, die für die jeweils vorliegende Arbeitsaufgabe überflüssig
oder hinderlich sind. In Verwirklichung des Erfindungsgedankens ist es durchaus möglich, einen Universallagergehäusesatz
zu konstruieren, wie am Beispiel Tig. 16 bis 18 dargelegt.
Ein anderer schwerwiegender Vorteil ist die Wirtschaftlichkeit. Es fallen sämtliche Nachbearbeitungsvorgänge im Herstellerwerk
fort; das Lagergehäuse, das aus dem Spritzgußverfahren kommt, ist gleich fix und fertig. Es ist einleuchtend,
daß ein solches Lagergehäuse erheblich billiger ist als ein herkömmliches Lagergehäuse aus Grauguß oder Metallguß,
das erst ir einer Reihe von Bearbeitungsvorgängen gebrauchsfertig wird.
6 Ansprüche
Claims (2)
1. Lagergehäuse für Stehlager, Flansohlager, Stützlager,
Pendellager Uodglo Lager, bestehend aus mehreren zusammensetzbaren
Gehäuseteilen, in welchen mindestens eine Lagerkammer für die Aufnahme eines Kugel- oder Bollenlagers
ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet» daß das aus Kunststoff bestehende
Lagergehäuse an mindestens einigen der Gehäuseteile vorbereitete Abbruohzonen (A,B,0,D,E,F) aufweist, an welchen je
naoh Bedarf Gehäuseteile (18 bis 21, 53 bis 61) abbrechbar sind»/
2. Lagergehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die öffnungen (15,16,35,36) der von den inneren Gehäusesohalen
(2,3,22,23,44,45,57,62) gebildeten Lagerbuchse beiderseits von an beiden Gehäusesohalen ausgebildeten
Abdeckhalbscheiben (18 bis 21, 39,40,53 bis 56, 58 bis 61) abgedeckt sind, welche beim Zusammensetzen der Gehäuseschalen mittels ineinandergreifender Dichtnocken (181,191)
und entsprechender Diohtrillen (201,211) staubdicht abschließen und an einem vorbereiteten Abbruchrand (A,B,
D,E) abbrechbar sind./
3« Lagergehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager (12) in einen in die Gehäuseschalen (2,3,
22,23,42 bis 45) ainsteckbaren Einsatzring ; Lagert ist,
der whlweise für eine Aufnahme von Festlag.:·: (Einsatzring
51) und von Pendellager (Einsatzring 5< ) ausgestaltet
ist.
/
/
- Seite H -
-H- (IP 216
(noch Schutzansprüche)
Lagergehäuse naoh Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Teile der ßehäuseschalen (57,62) nicht nur an den äußeren Buchsenb'ffnungen, sondern auch an den öffnungen
zur Lagerkammer (50) hin mit Abdeckhalbscheiben (55»56,
58,59) ausgerüstet sind. /
Lagergehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dieselben Lagergehäuseschalen (2,3,22,23,44,45,57,62)
nach Abbrechung entsprechender Gehäuseteile (57) wahlweise
j.n einen Befestigungsteil (1,41) für Planschlagergehäuse
oder in Befestigungsteile (31,32) für Stehlagergehäuse einbringbar gestaltet sind.,
Lagergehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine innere Lagergehäuseschale (2,3) mit
einem Sperrnocken (5) versehen ist, der eine Ausnehmung (6) an der Innenwand des die inneren Gehäuseschalen umschließenden
und dieser Gehäuseschale zugeordneten äusseren Gehäuseteile (1) zugeordnet ist,
Für die Anmelden
yer Arentod Patentanwalt
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE7314330U true DE7314330U (de) | 1973-07-19 |
Family
ID=1292226
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE7314330U Expired DE7314330U (de) | Lagergehause |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE7314330U (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2437215A1 (de) * | 1974-08-02 | 1976-02-12 | Duerkoppwerke | Lagergehaeuse fuer streckwerks-unterwalzennadellager |
| DE2807821A1 (de) * | 1977-03-29 | 1978-10-05 | Singer Co | Lagerabstuetzung fuer einen in einem gehaeuse drehbaren rotor |
| DE3811592A1 (de) * | 1988-04-07 | 1989-10-19 | Klein Schanzlin & Becker Ag | Kreiselpumpe |
| DE10045417A1 (de) * | 2000-09-14 | 2002-04-04 | Trelleborg Automotive Tech Ct | Lagerbock |
-
0
- DE DE7314330U patent/DE7314330U/de not_active Expired
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2437215A1 (de) * | 1974-08-02 | 1976-02-12 | Duerkoppwerke | Lagergehaeuse fuer streckwerks-unterwalzennadellager |
| DE2807821A1 (de) * | 1977-03-29 | 1978-10-05 | Singer Co | Lagerabstuetzung fuer einen in einem gehaeuse drehbaren rotor |
| DE3811592A1 (de) * | 1988-04-07 | 1989-10-19 | Klein Schanzlin & Becker Ag | Kreiselpumpe |
| DE10045417A1 (de) * | 2000-09-14 | 2002-04-04 | Trelleborg Automotive Tech Ct | Lagerbock |
| DE10045417B4 (de) * | 2000-09-14 | 2004-02-05 | Trelleborg Automotive Technical Centre Gmbh | Radiallager |
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