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Spiegelreflexblende für kinematographische Kameras Die Erfindung betrifft
eine Spiegelreflexblende für kinematographische Kameras, die das Licht während der
Abdeckung des Films durch die sich drehende Spiegelrefllzxblende aus. der Filmbeleuchtungsvorrichtung
in die Betrachtungsrichtung (Sucher bzw. Bildausschnittkontrolle) ablenkt. Die Erfindung
besteht in der Kombination folgender Merkmale, und zwar in deren Gesamtheit, d.
h. ,auch nicht in- der Teilkombination einzelner Merkmale: a) der umlaufende Blendenkörper
besteht aus Preßspiegelglas; b) der Glaskörper hat im Bereich seiner wirksamen Fläche
eine geringe Wandstärke, etwa 3 mm, und ferner Versteifungsrippen; c) der Mittelteil
des umlaufenden Preßglasblendenkörpers ist tellerförmig derart vertieft ausgebildet,
daß ein Aufnahmeobjektiv auch kürzester Brennweite in die Vertiefung hineinragen
kann; d) die Welle des Blen:denkörpers und der Anlageflansch sind aus einem Stück
hergestellt. Die Spiegelfläche des Blendenkörpers und die Anlagefläche für seine
Befestigung auf der Blendenachse sind planparallel geschliffen, die Anlage reicht
bis an die öffnungen der Blende heran und liegt gegen einen gleich großen Flansch
der Welle des Blendenkörpers an. Ferner ist es` vorteilhaft, die Blende so zu gestalten,
daß zwecks Befestigung des Blendenkörpers auf der Blendenwelle mittels einer in
ein zentrisches G.ewindel.och der Welle eingeschraubten Ansatzschraube unter Zwischenlegung
elastischer oder nachgiebiger Auflagen, z. B. einer Filz-oder Gummischeibe, verspannungsfrei
an den Anlageflansch angedrückt ist. Schließlich empfiehlt sich, daß .ein zwecks
Verhinderung einer Drehung des Blendenkörpers auf der Blendenwelle vorgesehener
Stift oder eine Schraube ,an den Berührungsflächen mit dem Glaskörper mit einem
Gummiüberzug versehen ist.
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Es ist bekannt, die Blende einer kinematographischen Kamera als Spiegelblende
auszubilden, derart, daß während der Filmschaltzeiten
das durch
das Aufnahmeobjektiv einfallende Licht um 9o° umgelenkt und auf eine Betrachtungseinrichtung
geworfen-wird, die
| nach Art einer Spiegelreflexkamera eine par-. |
| allaxefreie dauernde Verfolgung der auf e |
| nommenen Vorgänge direkt durch das ` ri; |
| nahmeobjektiv ermöglicht. Die beka |
| Blende besteht entweder aus einer durchloc |
ten Spiegelfläche oder aus ,einer Scheibe, die lichtdurchlässige Stellen besitzt,
also aus Glas besteht und genau rund läuft. Es ist festgestellt worden, daß zur
Vermeidung von Fehlern (Flimmern des Bildes) die Spiegelblende nur einen außerordentlich
kleinen Schlag von beispielsweise weniger als o,oi mm besitzen muß. Diese Toleranz
ist in Anbetracht des Blendendurchmessers von i oo mm sehr schwer einzuhalten.
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Es wurde gefunden, daß sich Glas in Form eines Glaspreßteils als Baustoff
für den Blendenkörper außerordentlich gut eignet und daß es gelingt, durch Pressen
von Preßspiegelglas unter nachfolgendem Schleifen einen Blendenkörper herzustellen,
der sowohl in Bezug auf seine Festigkeit als auch in Bezug auf Genauigkeit und Beständigkeit
den zu stellenden Anforderungen entspricht, wobei die Tatsache eine Rolle spielt,
daß Glas eine geringe Wärmeausdehnung besitzt und in hohem Maße spannungsfrei hergestellt
und bekanntlich leicht in Bezug auf seine Spannungsfreiheit kontrolliert werden
kann.
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Die erforderliche Festigkeit wird durch die Vorsehung der Rippen in
dem im übrigen verhältnismäßig dünnwandigen Blendenkörper ohne unzulässig hohe Gewichte
erreicht. Die Einhaltung der erforderlichen Gewichtsgrenze ohne allzu große Schwächung
der die Steifigkeit des Körpers bedingenden Wandstärke wird durch das gegenüber
Metall geringe spezifische Gewicht des Glases erleichtert.
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Das erfindungsgemäße Ziel ist aber durch die bloße Benutzung voll
geschliffenem Preßglas nicht erreichbar; es müssen die erwähnten drei weiteren Merkmale
erfüllt werden, nämlich die Wahl einer dünnen Wandstärke bei in der Technik an sich
üblicher Anwendung von Versteifungsrippen, die tellerförmige und vertiefte Ausbildung
des Mittelteils des Blendenkörpers zwecks Benutzbarkeit auch kurzbrennweitiger Objektive
und die Ausbildung der Welle des Blendenkärp:ers und des Anlageflansches als ein
einziges Stück.
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Zur schlag- und spannungsfreien Lagerung des Blendenkörpers auf der
Welle wird von den üblichen Maßnahmen Gebrauch gemacht, nämlich der Lagerung der
Blende auf einer geschliffenen Stahlwelle in Kugellagern, ferner besitzt die Welle
einen mit der Stahlweile einstückigen Flansch, gegen den eine mit der Spiegelfläche
der Blende planparallel geschliffen.-, gleich groß ausgebildete Anlagefläche des
Blendenkörper s anliegt. Beide sind so groß, daß sie bis an die Öffnungen der
| ende heranreichen. Durch zentrische An- |
| ssung des Blendenkörpers an den Flansch |
| z |
| 'In i els einer in der Achse zentrisch angeord- |
| r " en Ansatzschraube und Zwischenlegung von |
| a ss tischen bzw. nachgiebigen Mitteln, z. B. |
Gummi- oder Filzscheiben, zwischen Ansatzschraube und Blendenkörper wird gleichzeitig
die spannungsfreie Lagerung der Glasblende bewirkt. Auf der Welle selbst ist der
Blendenkörper mit verhältnismäßig großem Spiel aufgepaßt, um das Auftreten von Spannungen
infolge ungleichmäßiger Wärmeausdehnung von Stahlwelle und Glasblendenkörper zu
vermeiden. Trotz dieses radialen Spieles können Ungenauigkeiten auch in Bezug auf
die genaue zentrische Lagerung des Glaskörpers nicht auftreten, da die ganze Baueinheit,
Welle.mit Blendenkörper, ausgewuchtet ist.
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Eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Spiegelreflexblendenanordnung
ist in der Zeichnung beispielsweise und schematisch dargestellt. Es bedeuten: Abb.
i Schnitt derch die Blendeneinrichtung, Abb. 2 Ansicht des Blendenkörpers von vorn
gesehen.
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Zwischen dem Aufnahmeobjektiv i einer Filmkamera mit schrittweiser
Filmbewegung und einer Filmführung 2 mit federnd angedrückter Tür 3 und dazwischenliegendem
Filmstreifen 4. ist eine umlaufend-.- Blende 5 angeordnet, deren Vorderfläche i
i gegenüber der optischen Achse des Aufnahmeobjektivs um .15' geneigt und verspiegelt
ist. Je nach der Drehlage der Blende fallen die durch das Aufnahmeobjektiv gelangenden
Lichtstrahlen abwechselnd einmal durch die in der Blende angebrachten Öffnungssektoren
18 (Abb.2) hindurch, während sie im nächsten Augenblick durch die an die Öffnungssektoren
angrenzenden Spiegelflächen i i der Blende im rechten Winkel. abgelenkt, ,auf der
Mattscheibe 6 abgebildet und über ein Prisma oder einen weiteren Spiegel 7 der Beobachtungslinse
8 zugeführt werden. Die Mattscheibe 6 ist dabei in der Weise angeordnet, daß b°i
Scharfem- i stellung des Aufnahmeobjektivs auf den Film .1 auch auf der Mattscheibe
das Bild scharf ist. Statt der bekannten Aussparungen 18 in dem Bleifdenkörper kann
dieser an sich auch in bekannter Weise durchgehend ausgebildet wer- i den mit der
Maßgabe, daß er an den Stellen 18 unverspiegelt, also lichtdurchlässig, bleibt.
Mit Rücksicht auf die hierbei bedingten Lichtverluste wird man allerdings im allgemeinen
diese Konstruktion nicht bzw. nur dann wählen, wenn ein außerordentlich lichtdurchlässiges
Glas mit einer Absorption von beispielsweise
nur wenigen Prozent
zur Verfügung steht Moder aus irgendwelchen anderen Gründen die Lichtabsorption
nicht störend in Erscheinung tritt.
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Der Blendenkörper 5 besteht aus Preßspiegelglas und sitzt auf einer
Achse g aus Chromnickelstahl mit einer Festigkeit von 8o kg/mm2. Der Blendenkörper
besitzt eine Wandstärke von etwa 3 mm und ist durch Rippen io versteift, derart,
daß ein Verziehen trotz der geringen Wandstärke nicht eintreten kann. Die Vorderfläche
i i ist plan geschliffen und ioptisch poliert und verspiegelt, während die rückwärtige
Anlagefläche 12
planparallel zu .der Vorderfläche i i geschliffen ist. Die
Nabe des Blendenkörpers besitzt ebenfalls eine Stärke von nur etwa 3,5 mm. An der
Vorderseite des Spiegels ist eine Vertiefung 13 vorgesehen, deren Ränder unter 45°
geneigt sind, derart, daß die Vorderkante des Aufnahmeobjektivs i in diese Vertiefung
hinein vorzuspringen vermag. Die Fläche 12 liegt gegen die ebenso. groß ausgebildete
Varderfläche 14 des Flansches 15 an, die zwecks völlig spannungsfreier Lagerung
des Spiegelkörpers 5 ebenfalls fein geschliffen ist, und zwar mit einer außerordentlichen
Genauigkeit, derart, daß der höchstzulässige Seitenschlag o,ooi mm beträgt. Die
Lagerflächen 16 und 17 der Achse g sind mit der gleichen Genauigkeit geschliffen,
während sämtliche übrigen Flächen mit einer Genauigkeit entsprechend einem Schlag
von höchstens o,oi mm geschliffen sind. Der Spiegelkörper hat eine Bohrung zum Durchtritt
des Endes i g der Achse und wird durch eine Ansatzschraube 2o mit Zwischenlage 21
aus Gummi :oder Filz leicht gegen die Flanschfläche 14 gedrücktund durch einen Stift
oder eine Schraube 22, die in eine Bohrung der Fläche 12 ,eingreift und deren. die
Bohrung berührender Kopf mit einem Gummiüberzug versehen ist, gegen Verdrehung auf
der Achse gesichert. Hierbei dienen die Schrauben 20 und 22 nur zur Sicherung der
Lage des Blendenkörpers. Die genaue Passung der beiden Flächen 12 und 14 bewirkt
bereits ein Zusammenhaften der beiden Flächen, ähnlich wie zwei geschliffene Glasplatten
aneinanderhaften.
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Die Achse g ist in Kugellagern 23 und 24 mit Haltern 25 und 26 gelagert.
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Der äußere Umfang des Blendenkörpers 5 ist unter 45° abgeschrägt,
wodurch die Spiegelfläche nahe an den Film 4 herangebracht werden kann.