-
Rohrförmige Tankmine Eine vollkommene Tankmine muß folgenden Forderungen
entsprechen: Sie mußeine sparsame Verwendung an Sprengladung aufweisen, die bei
der gewöhnlich einfachen Ausbildung solcher Minen diese am meisten verteuert. Die
Mine muß nach dem Verlegen ein möglichst großes Feld schützen und bei in beliebiger
Richtung erfolgendem Auffahren von Raupenkettenfahrzeugen: auf das Minenfeld mit
Sicherheit explodieren; hingegen muß dieselbe Mine im entsicherten Zustand ein sicheres
überschreiten durch Fußtruppen zulassen. Eine weitere selbstverständliche Bedingung
ist eine einfache, eine leichte Erzeugung sichernde Ausführung und eine solche äußere
Form der Mine, daß sie beim Verlegen leicht gehandhabt werden kann. Ferner muß dann
die Mine in allen ihren auf Grund ihrer äußeren Form möglichen verschiedenartigen
Lagen ,eine sichere Explosion gewährleisten. Diesem: Forderungen haben die bisher
blekannten röhrenförmigen Tankminen nicht entsprochen. Es hat sich nämlich gezeigt,
daß solche frei auf dem Boden aufliegenden Minen bei einem bestimmten Anfahrwinkel
der Fahrzeugraupenkette und einer bestimmten Geschwindigkeit des Fahrzeuges nicht
explodieren, da sie nämlich gerade an der Stelle erfaßt werden können, wo sie sich
z. B. mit einem Flacheisen abstützen. Gibt diese Flacheisenstütze in solcher Belastungslage
nach, dann tritt die Zündvorrichtung nicht in Wirksamkeit. Diese Unvollkommenheit
versuchte man durch die Anordnung mehrerer über die ganze Länge der Mine verteilter
Zündvorrichtungen zu beheben, was die Herstellungskosten der ganzen Mine verteuert.
Ferner müssen solche Minen nach ihrer langwierigen Zusammenstellung in besonderer
Weise im Gelände verlegt werden, und zwar derart, daß sich die Zündvorrichtungen
oben
befinden. Oft kommt es auch vor, daß sich bei solchen mit einer äußeren und einer
inneren Hülse ausgestatteten Minen nach der Deformierung der äußeren Hülse nicht
unbedingt auch die innere Hülse der Zündvorrichtung deformiert, so daß dic-se versagen
kann. Bei Konstruktionen mit dünnwandigen Blechgehäusen kommt es häufig nur zu einer
Verformung der äußeren Hülse und einer Verklemmung der unu,irksam bleibenden Zündvorrichtung.
-
Diese Nachteile werden durch .die Erfindung vermieden. Sie findet
Anwendung an einer" rohrförmigen Tankmine mit einem die Sprengladung enthaltenden
Innenrohr und mit einem Außenrohr und besteht darin, daß das äußere Rohr mittels
dickwandiger Schienen versteift ist; die am Umfang des iZohrs gleichmäßig verteilt
sind und über seine ganze Länge verlaufen. Beim Anfahren eines Fahrzeuges setzen
sie die Zündvorrichtung der Mine in Tätigkeit. Die Druckzünder sind bei der Mine
an ihren Enden angebracht. Da die Mine in jeder Lage am Boden zur Explosion gebracht
werden kann erfordert ihr Verlegen keine besonders Aufmerksamkeit. Dieses kann deshalb
durch freies Abwerfen in das Gelände erfolgen. Weiter betrifft die Erfindung die
in den Ansprüchen angegebene Ausführung der Zündeinrichtung und der Versteifung
der dickwandigen Schienen.
-
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgebcnstandes sind in den Zeichnungen
dargestellt. Fig. i ist ein Schnitt durch die Tanl>mine in der Längsmittelebene.
-
Fig.2 ist derselbe Schnitt, aber mit deformiertem Außenrohr nach dem
Auffahren durch ein Raupenkettenfahrzeug.
-
Fig.3 ist ein Querschnitt durch die Mine. Fig. 4. ist ein Querschnitt
durch die Mine mit versteiften Schienen.
-
Fig. 5 ist ein Längsinittelschnitt durch eine Mine nach einer anderen
Ausführung. Fig.6 stellt einen Querschnitt der Ausführung nach Fig.5 dar.
-
Fig. 7 ist eine schematische Darstellung der zu einem Ring gebogenen
Tankmine. Fig. S und 9 zeigen schematisch im Aufriß und Schnitt nach der Lin e A-A
(in Fig. S) die Ausführung der rohrförmigen 1line in Kreuzform.
-
Die Mine besteht aus dem inneren, mit Sprengladung gefüllten Rohr
i (Fig. i) und dem äußeren dünnwandigen Rohr 2. Auf dem Umfang dieses Rohres 2 sind
die dickwandigen Versteifungsschienen ; gleichmäßig verteilt, die sich über die
ganze Länge des: Rohres 2 erstrecken und zugleich einen Schutzmantel für die Mine
bilden.
-
In Fig.3 ist ein Ausführungsbeispiel mit drei Schienen 3 dargestellt,
die am Umfang des Rohre.: 2 gleichmäßig im Winkel von i 2o zueinander angebracht
sind. In diesem Falle sind die Schienen- , flach, nach dem Halbmesser des
Rohres 2 gebogen. in;, welchein sie fest verbunden sind. Es köntie@i aber auch mehr
als drei gleichmäßig am Umfang des Rohres 2 verteilte Scliic!ien vor-@es.ellen werden,
die man vorteilhaft mit radialen Versteifungen i 5 ausstatten kann, so daß ihr Querschnitt
dann die in Bild ,1 dargestellte Form aufweist. Die Versteifungen 15 können sich
entweder über die ganze Länge der Schiene 3 erstrecken oder aber auch nur an einigen
Stellen angeordnet- sein. Diese radiale Versteifung ergibt den `Torteil, daß sie
beim Auffahren des Raupenkettenfahrzeuges als Sporn wirkt, gegen welchen sich die
Mine abstützt.
-
Im Ausführungsheispel Fig. i ist ferner die Sprengladung in dem inneren
Rohr i an beiden Enden der Mine durch Deckel -1 verschlossen, in welchen sich der
Druclzziincfer befindet. Dieser besteht aus radialen Druckbolzen 5, die in den radialen
zylindrischen Offnungen 14 der Deckel q. lose verschiebbar sind. Die Mittellinien
der Bolzen 5 und der öffnungen 1.1 liegen in den Syinmeti-ieelieiien der Schienen
3, die durch die Mittellinie o der Mine (Fig. 3) laufen. Die radialen Druckbolzen
5 sitzen mit ihren inneren koniselien Enden 12 auf dem balligen Sitz 13 am Schlagbolzen
6 auf, während sie sich mit ihren. äußeren Enden gegen das -1,üßen:"U:1i-2 und damit
auch gegen jede Schienc:3 J) -
stützen.
-
Der Schlagbolzen 6 liegt in der Mittellinie der Mine. In der Ruhelage
t Ff". t ; seht er unter dem Druck der Schraubenfed..r und wird in dieser gespannten
Lage durch den Scherstift 8 gehalten. Beim Transport werden die Druckzünder der
Mine noch durch den Transportstecker 9 im schwachen Endteil des Schlagbolzens 6,
der aus der Mine herausragt, gehalten. Der Raum zwischen denn inneren Rohr i und
dem äußeren Rolir z ist an beiden Enden der Mine durch die Manschette to abgedichtet,
die das Eindringen von Feuchtigkeit in die Druckzünder und Sprengladung verhindert.
-
Soll die Mine scharf gemacht werden, dann werden die Transportsplinte
9 an beiden Enden der Mine herausgerissen, und die Mine wird verlegt. Dabei ist
es gleichgültig, welche Lage sie in bezug auf ihre Mittellinie einnimmt.
-
Beim Anfahren eines Fahrzeuges, g',eiciigültig an welcher Stelle (in
Fig.2 erSicI)tlich an der Stelle P) und in welcher Lage, entsteht eine. Deformation
des Außenrobres 2 i-Pig. 2) einschließlich einer oder beider Manschetten i o.. so
daß die Außenkräfte P durch
die Schienen 3 auf einen eventuell auch
auf mehrere Druckbolzen 5 übertragen werden. Diese Kräfte verschieben die Druckbolzen
5 radial, und .durch ihre inneren konischen Enden-i2 wird ,diese Radialverschiebung
in die Axialbewegung des Schlagbolzens 6 verwandelt. Dabei wird gleichzeitig der
Sicherungsstift 8 abgeschert, so daß der Schlagbolzen 6, der unter dem Druck der
Schlagbolzenfeder 7 steht, gegen die Zündkapsel i i geschleudert wird und die Mine
zur Explosion bringt (s. Fig.2).
-
Ein anderes Ausführungsbeispiel der Mine gemäß der Erfindung ist in
Fig. 5 und 6 dargestellt.
-
In diesem Ausführungsbeispiel ist die Sprengladung der Mine im Innenrohr
i an beiden Enden der Mine durch eine Lage aneinanderliegender runder Scheiben 16,
17, 18 verschlossen, deren -Zahl der Zahl der Schienen 3 gleich ist. Die innere
Scheib-a 16 hat einen äußeren hülsenförmigen Rand i9, der in dem Ende dies Innenrohres
i anliegt, und einen inneren hülsenförmigen Stutzen 2o, der an dem Ende der Schlagbolzenführungshülse
21 anliegt. Der innere Stutzen 2o ist zentral mit einer Bohrung "vers:ehen, die
als Schneidkante 22 abgeschrägt ist und durch die der Schaft 23 .des Schlagbolzens,
hindurchreicht. Dieser Schaft reicht auch dicht durch die zentralen Bohrungen 2q.,
25 der Scheiben 17 und 18. Die Bohrung z5 in der Scheibe 18 ist kegelförmig, und
der kegelförmige Kopf des Schaftes 23 paßt dicht hinein.
-
Jede der Scheiben 16, 17, 18 läuft an einer Stelle ihres Umfanges
in die Nase 26 aus. Die durch die Nasen.26 hindurchgehende Symmetrieebene, die auch
durch die Mittellinie der Mine geht, ist gleichzeitig die Symmetrieebene der Schienen
3, so daß sich jede der Scheiben 16, 17, 18 mit ihrer Nase 26 gegen den Rand des
Abschlußdeckels 27 und dadurch auch gegen das Außenrohr 2 und die Schiene ,3 in
der Symmetrieebene der Schiene 3 abstützt. Der Deckel 27 dient einerseits als wasserdichter
Endverschluß der Mine und drückt andererseits. die Scheiben 16, 17, 18 unter mäßigem
Druck aneinander.
-
Der Schaft 23 des Schlagbolzens, der an seinem inneren Ende in eine
scharfe Spitze ausläuft, wird innerhalb der Führungshülse 21 durch den Kolben 28
bei seiner Bewegung geführt, auf den die Schraubenfeder 29 drückt, die sich mit
ihrem anderen Ende gegen die Stirnfläche des inneren Stutzens 2o auf der Scheibe
16 abstützt.
-
Zur Sicherung der Mine beim Transport dienen zwei Splinte 30, die
.durch genau zentrierte Löcher in allen drei Scheiben 16, 17, 18 hindurchgehen.
-
Zum Entsichern der Mine werden nie Splinte 3o mittels des. Handgriffes
3 i herausgerissen. Wenn in irgendeiner Stellung und an irgendeiner Stelle: der
Mine eine äußere Kraft P beim Auffahren eines R.aupenkettenfahrzeuges einwirkt,
dann wird diese Kraft auf die Schienen 3 übertragen, die. das äußere Rohr 2 deformieren,
und durch den Druck auf die Nasen 26 verschieben sich die Scheiben 16, 17, 18 gegeneinander,
so daß die Schneidkanten 22 den Schaft 23 des Schla.gbolzeus durchschneiden, den
dann die Feder 29 gegen die Zündkapsel32 schleudert, wodurch die Mine zur Explosion
gebracht-wird.-Die rohrförmige Tankmine kann auch in die Form eines nicht geschlossenen
Ringes gebogen sein, wie es Fig. 7 zeigt. Dadurch wird an der beschriebenen Ausführung
und Wirkung dieser Mine nichts geändert, da die Enden der Mine in Länge der Zündeinrichtung
gerade belassen werden. Diese ringförmig gebogene Rohrmine hat den Vorteil, daß
man bei ihrem Legen ihre Grundrißlage nicht zu beachten braucht.
-
Eine andere Gestaltung zeigen Fig. 8 und 9. Hier sind zwei Rohrminen
zu einem Ganzen in Kreuzform verbunden. Dadurch wird eine große Basis, gewonnen,
mit der die Rohrmine nach dem Verlegen sicher auf dem Boden ruht und beim Anfahren
die geringste Verdrehung der Mine verhindert.
-
Die Folge davon ist, daß man bei der kreuzförmigen Rohrmine bloß zwei
Träger anzubringen braucht, deren Ausführung schematisch in Fig. 8 im Grundriß und
in Fig. 9 im Querschnitt dargestellt ist.