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Verfahren und Vorrichtung zum Kopieren von Laufbildern Zum Kopieren
von Laufbildern sind zwei Verfahren bekannt, die sich im wesentlichen durch die
Art des Transports des Bild- und Kopierschichtträgers unterscheiden. Nach dem einen
Verfahren werden die Träger kontinuierlich an dem Belichtungsfenster einer sogenannten
Schlitzkopiermaschine vorbeigeführt. Das zweite Verfahren besteht darin, daß die
beiden Träger bildweise in das Belichtungsfenster einer sogenannten Schrittkopiermaschine
gebracht werden.
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Bei der Herstellung von Kopien ist es erforderlich, den Einfluß der
Relativverschiebung der Träger, die durch die unvermeidliche Schrumpfung des Kopierschichtträgers
bedingt ist, soweit wie möglich auszuschalten, damit eine möglichst vollkommene
Bildschärfe erzielt wird. Außerdem ist einerseits eine große Kopiergeschwindigkeit
erwünscht, andererseits soll die Möglichkeit einer Kontrolle der kopierten Bilder
während der Belichtung bestehen.
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Im Falle kontinuierlicher Bewegung der Träger läßt sich der Einfluß
der Relativverschiebung der Träger während der Belichtung grundsätzlich nicht beseitigen.
Um trotzdem eine brauchbare Bildschärfe zu erzielen, wird das Belichtungsfenster
in der Laufrichtung der Träger sehr schmal ausgebildet, so daß die relative Verschiebung
sich jeweils auf einen kleinen Bildabschnitt beschränkt. Damit ist aber notwendigerweise
die Kopiergeschwindigkeit beschränkt, und außerdem ist eine bildweise Kontrolle
des Kopierschichtträgers unmöglich gemacht.
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Im Falle bildweiser Fortschältung kann sich die Relativverschiebung
nicht nachteilig auswirke; es ist auch eine bildweise Kontrolle ohne weiteres möglich.
Nachteilig ist aber die geringe Kopiergeschwindigkeit, die dadurch bedingt ist,
daß der hin und her gehende Greifer für die Fortschaltung der Träger nur eine beschränkte
Schaltzahl erlaubt; außerdem muß auf die Festigkeit der Träger Rücksicht genommen
werden, die keine beliebig hohe Beschleunigung nach jedem Stillstand zuläßt.
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Die Erfindung hat demgegenüber ein Verfahren zum Gegenstand, welches
den Vorteil hoher Kopiergeschwindigkeit, die an und für sich bei kontinuierlicher
Bewegung der Träger möglich ist, mit den Vorteilen des Schrumpfungsausgleichs und
der bildweisen Kontrollierbarkeit verbindet. Das erfindungsgemäße Verfahren besteht
demgemäß unter Beibehaltung der kontinuierlichen Bewegung der Bild- und Kopierschichtträger
darin, daß die Belichtung bildweise durch Lichtblitze so geringer Dauer erfolgt,
daß eine Relativverschiebung der Träger während der Belichtung
die
Bildschärfe praktisch nicht verringert. Für die Steuerung der Aufeinanderfolge der
Lichtblitze werden zweckmäßig Zackenrollen vorgesehen, welche von den Trägern mitgenommen
werden.
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Es ist für die Zwecke der Aufnahme und Wiedergabe von Laufbildern
bereits vorgeschlagen worden, eine im Rhythmus der Bildfrequent aufblitzende Lichtquelle
zu verwenden. In beiden Fällen kann jedoch das beim Kopieren vorliegende Problem,
bei bildweiser Belichtung die Relativverschiebung der beiden Träger unschädlich
zu machen, gar nicht auftreten.
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Für die Ausübung des neuen Verfahrens eignen sich Vorrichtungen mannigfacher
Art. Die Kopiervorrichtung läßt sich z. B. mit einer zeitweilig zum kurzen Aufblitzen
gebrachten Gasentladungslampe versehen. Unter Gasentladungslampe soll hierbei ein
mit Gasen, Dämpfen oder einem Gemisch von beiden gefülltes Entladungsgefäß verstanden
werden. Gegebenenfalls kann die Gasentladungslampe auch mit z. B. unter Einfluß
der von der leuchtenden Entladung ausgesandten Lichtstrahlung, insbesondere von
deren kurzwelligen Anteilen zur Fluoreszenz angeregten, jedoch nicht störend nachleuchtenden
Stoffen versehen sein oder mit diesen zusammenwirken.
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Als Kopierlichtquelle kann auch eine zur zeitweiligen momentanen Lichtaussendung
gebrachte Kathodenstrahl-Fluoreszenzröhre mit sehr geringer Schirmträgheit dienen.
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Es empfiehlt sich, durch die Gasentladungslampe oder die Kathodenstrahl-Fluoreszenzröhre
hindurch elektrische Kondensatoren kurzzeitig zu entladen. Dabei können zwecks Regelung
der Kopierlichtintensität mehrere Kondensatoren zu- oder abschaltbar angeordnet
oder die Betriebsspannung veränderlich sein oder beide Maßnahmen zugleich getroffen
werden.
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Es besteht auch die Möglichkeit, die Kopiervorrichtung bei konstant
tätiger Kopierlichtquelle mit einem elektrischen Lichtventil zu versehen, bei welchem
Intensität und Zeitdauer der jeweils kurzzeitig durchgelassenen Lichtmenge im wesentlichen
von Größe und zeitlichem Verlauf der das Lichtventil steuernden kurzen elektrischen
Impulse abhängig sind. Hierzu eignet sich vorzugsweise ein elektrisches Lichtventil,
das auf der Verwendung der elektrooptischen oder magnetooptischen Effekte an polarisiertem
Licht beruht.
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Die eine Fremdsteuerung der Ionen- oder Elektronenentladungsgefäße
oder eine Steuerung des Lichtventils bewirkenden, blitzartig auftretenden Spannungs-
oder Stromstöße lassen sich erfindungsgemäß mittels einer Kondensatorkippvorrichtung
durch Stoßentladung des Kondensators sehr leicht und auch mit großer Genauigkeit
hinsichtlich ihrer Aufeinanderfolge erzeugen.
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Die Erfindung ist jedoch nicht auf die angegebenen Möglichkeiten zur
Erzeugung der kurzen elektrischen Steuerimpulse beschränkt. Beispielsweise können
die kurzen Strom- oder Spannungsstöße auch durch umlaufende oder pendelnde elektromagnetische
Stromerzeuger oder auch mit Hilfe von Elektronenröhren erzeugt werden, deren Gitterspannung
so gesteuert wird, daß der Anodenstrom die gewünschte Form von Stromstößen annimmt.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Kopiervorrichtung nach
der Erfindung schematisch dargestellt; es zeigt Fig. i eine Kopiervorrichtung mit
einer intermittierend zum Aufleuchten gebrachten Gasentladungslampe, Fig.2 eine
Kopiervorrichtung mit einer gesteuerten Kathodenstrahl-Fluoreszenzröhre als Kopierlichtquelle,
Fig. 3 eine Vorrichtung zum Kopieren eines kontinuierlich bewegten Filmstreifens
auf eine sich stetig drehende Scheibe, auf welcher die Einzelbilder spiralig aneinandergereibt
werden sollen.
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In Fig: i wird der Bildfilm i zusammen mit dem lichtempfindlichen
Band 2 stetig abgespult und bei Durchtritt durch das Bildfenster 3 von der intermittierend
aufblitzenden Gasentladungslampe 6 ausgeleuchtet. Die Steuerung der Gasentladungslampe
6 geschieht in folgender Weise: An den Klemmen g und io wird Gleichstrom zugeführt,
der über den Widerstand i i den Kondensator i2 auflädt. Parallel zu dem Kondensator
12 liegt die Gasentladungslampe 6, welche die Hauptelektroden 13 und 14 und
außerdem eine Hilfselektrode 15
besitzt. Die Elektroden 13 und 14 erhalten
ihre Potentialdifferenz von dem Kondensator 12. Die Hilfselektrode 15 hat
beispielsweise Gitterform und ist über die auf einer Unterbrecherscheibe 5 schleifenden
Kontakte 7 und 8 mit einer Hilfsbatterie 16 verbunden. Die Unterbrecherscheibe 5
besteht aus nichtleitendem Material und ist beiderseitig mit einem gemeinsamen Metallbelag
18 mit radialen Ausnehmungen 17 versehen. Die Unterbrecherscheibe 5 ist auf gleicher
Achse mit einer Zahntrommel q. angeordnet, welche ihrerseits durch die Filmstreifen
i und 2 mitgenommen wird.
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Die Hilfsspannung der Batterie 16 verhindert die Zündung der Gasentladungslampe
6 bei voll oder annähernd voll aufgeladenem Kondensator. Wird diese Hilfsspannung
durch die Ausnehmungen 17 unterbrochen, so wird die am Gitter 15 liegende
Verzögerungsspannurig
aufgehoben, so daß nunmehr, die Zündung erfolgen
kann, wobei sich der Kondensator 12 schlagartig über die Gasentladungslampe 6 unter
Erzeugung eines sehr kurzen, aber sehr hellen Lichtblitzes entlädt. Mit Hilfe eines
Kondensators i9 wird in diesem Augenblick der Kopierfilm 2 belichtet. Der Abstand
der Ausnehmungen 17 voneinander ist zweckmäßig so bemessen, daß die Aufhebung der
Gitterspannung, also die Kondensatorenentladung durch die Gasentladungslampe jeweils
erst in dem Moment bewirkt wird, wo sich ein volles Bildchen an der Kopierbelichtungsstelle
des Bildfensters 3 befindet.
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Statt mittels einer Kontaktscheibe kann die Synchronisierung der Entladungsfrequenz
auch mit Hilfe von Kontaktmarken oder Einschnitten bewirkt werden, die z. B. am
Rande des Bildfilmstreifens neben den Einzelbildchen angeordnet sind. Es können
auch Synchronisieraufzeichnungen auf dem Bildfilm vorgesehen sein, die lichtelektrisch
abgetastet werden und, gegebenenfalls nach Verstärkung, die Entladungsfrequenz steuern.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig.2 wird eine gesteuerte Kathodenstrahl-Fluoreszenzröhre
als Kopierlichtquelle verwendet.
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In dem Entladungsgefäß 2o nach Art einer Braunschen Röhre sendet die
Glühkathode 21 Elektronen aus, die unter dem Einfluß der über die Klemmen 22, 23
zugeführten Anodenspannung beschleunigt werden und auf denn Fluoreszenzschirm 25
einen Lichtfleck erzeugen. Die Beschleunigungsspannung ist so bemessen, daß der
Lichtfleck noch nicht intensiv genug ist, um das lichtempfindliche Filmband 2 schon
durch das Bildband i hindurch zu beeinflussen. Die Gleichstromquelle lädt die Kondensatoren
26, 27 über die Widerstandsdrosseln 28, 29, 30, 31 in Parallelschaltung auf. Die
Kondensatoren 26; 27 sind in bekannter Weise über die Funkenstrecke 32a in Serie
geschaltet. Wird die kritische Spannung der Funkenstrecke 32" erreicht, so erfolgt
ein Überschlag, durch welchen die Kondensatoren 26, 27 in Serie geschaltet und über
die Hauptfunkenstrecke 32 entladen werden. Wirkt die in diesem Moment erzeugte kurzzeitige
Hauptspannung, die, wenn man eine entsprechende Anzahl von Kondensatoren und Schaltfunkenstrecken
vorsieht, ein Vielfaches der Ruhespannung beträgt, auf die parallel zur Hauptfunkenstrecke
32 geschalteten Elektroden 21 und 24 der Entladungsröhre 20, so fließt ein momentan
stark beschleunigter Elektronenstrom durch die Röhre und erzeugt auf dem Leuchtschirm
25 für kurze Zeit einen sehr hellen Lichtfleck, welcher durch den Bildfilm i hindurch
das lichtempfindliche Band 2 momentan beleuchtet. Da die Hauptspannung jeweils nur
für sehr kurze Zeit an der Röhre 2o liegt, ist es möglich, sie wesentlich höher
zu wählen, als es bei Dauerbetrieb zulässig wäre.
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Der Vorgang wiederholt sich periodisch, und die Frequenz kann durch
entsprechende Dimensionierung der einzelnen elektrischen Größen geregelt werden.
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Um die gewünschte Stoßspannungsfrequenz zu erzielen, kann man auch
eine Steuerung der Schaltfunkenstrecke 32d beispielsweise mittels nicht weiter gezeichneter,
mechanisch bewegter Schaltelemente vornehmen, die ihrerseits mit der Zahntrommel4
(vgl. Fig.1), über welche die Filmstreifen i und 2 laufen, in Antriebsverbindung
stehen.
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Im übrigen kann man auch in der Weise verfahren, daß man den Kathodenstrahl,
statt ihn seiner Geschwindigkeit nach kurzzeitig zu beeinflussen, seiner Form oder
Intensität nach steuert oder ihn bei konstanter Beschleunigung erst durch ein Gitter
vor dem Schirm steuert oder ihn entsprechend kurzzeitig ablenkt und erst, z. B.
mit Hilfe von Blenden, dem abgelenkten Kathodenstrahl momentan sichtbar macht.
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In dem Ausführungsbeispiel nach Fig.3 wird ein stetig ablaufender
Bildstreifen 33 auf eine stetig gedrehte lichtempfindliche Scheibe 34 übertragen,
wobei die Einzelbildchen beispielsweise in einer Spirale aufeinanderfolgen sollen.
Zu diesem Zwecke wird bei der Scheibe 34 außer ihrer Drehung noch eine Radialverschiebung
vorgenommen. Zwischen die konstante Kopierlichtquelle 35, z. B. eine Glühlampe,
und den Bildstreifen 33 ist hier in den Lichtstrahlenweg eine Kerrzelle mit flüssiger
oder fester Füllung geschaltet, bestehend aus den beiden Kondensatorplatten 36,
37, zwischen denen sich das doppelt brechende Medium befindet, und den gekreuzten
-Nicols 38 und 39, die so angeordnet sind, daß die Lichtquelle 35 nicht auf
den Bildfilm 33 wirken kann. Die Kerrzelle wird in folgender Weise gesteuert: Der
an den Klemmen 40, 41 zugeführte Wechselstrom lädt über einen Gleichrichter42 den
Kondensator 43 äuf, der sich bei Erreichen der Zündspannung einer in den Entladungskreis
geschalteten Glimmlampe 44 durch diese und die Primärwicklung des Induktors 45 hindurch
entlädt. Dadurch entsteht an der Sekundärseite des letzteren ein kurzer Spannungsstoß,
der, an die Platten 36 und 37 der Kerrzelle gelegt, einen kurzzeitigen Durchtritt
des Lichtstroms der Kopierlichtquelle 35 und damit eine Momentbeleuchtung des Bildfilms
33 und der lichtempfindlichen Scheibe 34 bewirkt.
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Die Frequenz der so erzeugten Spannungsstöße kann beispielsweise mit
Hilfe einer
Unterbrecherscheibe 46 geregelt werden, die mit der
Kopierguttransporteinrichtung in Antriebsverbindung steht und den Strom einer Hilfsbatterie
47 periodisch ein- und ausschaltet, welche die Glimmlampe 44 in ähnlicher Weise
steuert wie in Fig. i.
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Bei Kopiervorrichtungen, die nach dem Projektionsverfahren arbeiten,
kann das elektrische Lichtventil auch in den Abbildungsstrahlengang geschaltet werden.
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Die Abbildungen sind durchweg nur als schematische Skizzen und nicht
als maßstabrichtig anzusehen; sie sollen vielmehr nur die wichtigsten Gesichtspunkte
und einige Einrichtungsgestaltungen für die erfindungsgemäßen Ausführungsformen
erläutern. Wesentliche, aber für die Kennzeichnung der Erfindung weniger belangreiche
Einzelheiten wurden übersichtlichkeitshalber fortgelassen oder durch vereinfachte
Symbole ersetzt.