Gebiet der Erfindung
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Diese Erfindung betrifft die Behandlung einer Kupferfolie für gedruckte Schaltungen, und
genauer betrifft sie eine Behandlung, bei der eine Kupferfolie für gedruckte Schaltungen mit
guter Wärmebeständigkeit und guter Eignung für alkalisches Ätzen sowie nur begrenzter
Magnetisierbarkeit erzeugt werden kann. Die gemäß der Erfindung behandelte Kupferfolie ist
insbesondere für einen Gebrauch bei feingemusterten gedruckten Schaltungen und bei
flexiblen gedruckten Schaltungen (FPC) für Magnetköpfe geeignet.
Hintergrund der Erfindung
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Kupferfolien für gedruckte Schaltungen werden gewöhnlich auf ein Substrat aus
synthetischem Harz oder ähnlichem bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck laminiert, mit dem
Muster einer gewünschten Schaltung bedruckt, und unerwünschte Bereiche werden
weggeätzt. Abschließend werden die benötigten Bauteile mittels Löten in einer Stellung montiert
oder befestigt um verschiedene gedruckte Schaltungsplatinen für elektronische Geräte
auszubilden.
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Die qualitativen Anforderungen an die bei einer gedruckten Schaltungsplatine benutzte
Kupferfolie variieren mit den Seiten des Harzsubstrats, mit denen die Folie verbunden wird (die
sogenannte "matte Seite", die eine aufgerauhte Oberfläche hat) und die, mit der sie nicht
verbunden wird (die sogenannte "glänzende Seite", die eine blanke Oberfläche hat). Es ist
wichtig, die Anforderungen beider Seiten zu befriedigen.
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Hauptanforderungen für die matte Seite sind:
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(1) Keine Möglichkeit eines Anlaufens durch Oxidation während einer Lagerung.
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(2) Angemessene Widerstandsfähigkeit gegenüber Abschälen von dem Substrat, auch nach
einer Erwärmung auf hohe Temperatur, einer Naßbehandlung, Löten, einer chemischen
Behandlung, etc.
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(3) Freisein von sog. Flecken oder Fehlstellen nach einem Laminationsvorgang, die von
einer Lamination von Folie auf das Substrat oder von Ätzen herrühren können.
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Die an der glänzenden Seite erforderlichen Bedingungen beinhalten:
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(1) Einwandfreie äußere Erscheinung und kein Anlaufen aufgrund von Oxidation bei einer
Lagerung.
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(2) Gute Benetzbarkeit mit Lot.
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(3) Keine oxidative Entfärbung bei Erwärmung bei erhöhter Temperatur.
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(4) Gute Adhäsion auf Resistmaterialien zur Herstellung von gedruckten Schaltungen.
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Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurden bisher viele verschiedene Behandlungen für die
Kupferfolien für gedruckte Schaltungsplatinen eingeführt. Die Behandlungen unterscheiden
sich, je nachdem ob die Folien gewalzt oder elektrolytisch sind. Ein Verfahren, das als ein
nützlicher Ansatz entworfen wurde, besteht aus dem Vorbehandeln einer entfetteten
Kupferfolie mittels Beschichten, Aufrauhen oder ähnlichem je nach Bedarf, Legierungsbeschichten,
um eine gewünschte Oberfläche der Kupferfolie zu erzeugen, Behandeln der beschichteten
Oberfläche zur Korrosionsverhinderung, und falls nötig einer weiteren Behandlung der
Oberfläche mit Silan-Haftmittel und weiterer Wärmebehandlung.
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Das Legierungsbeschichten ist der Kern des Verfahrens, und es bestimmt die
Oberflächeneigenschaften der sich ergebenden Kupferfolie. Der Anmelder hat bereits zwei Behandlungen
mit typischen Legierungsbeschichtungstechniken vorgeschlagen und damit einigermaßen
Erfolg gehabt. Eine war eine Cu-Ni-Behandlung (JP-OS-145769/1987) und die andere war eine
Cu-Co-Behandlung (JP-AS-2158/1988).
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Die Cu-Ni-Behandlung bewirkt eine ausgezeichnete Ablösefestigkeit (Wärmebeständigkeit
und Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzsäure). Andererseits ist die behandelte Oberfläche
schwer zu ätzen, sogar mit einem Kupferchlorid-(CuCl&sub2;)-Ätzmittel, und sie ist nicht für
gedruckte Schaltungen mit Kontaktabständen von 150 um oder weniger geeignet. Außerdem
kann sie nicht mit einer alkalischen Ätzlösung geätzt werden.
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Die Cu-Co-Behandlung erlaubt ein Ätzen mit CuCl&sub2;-Ätzmittel, um gedruckte Schaltungen
mit Kontaktabständen von 150 um oder weniger herzustellen, und sie ermöglicht außerdem
alkalisches Ätzen. Die behandelte Oberfläche ist jedoch bezüglich der Ablösefestigkeit
(Wärmebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzsäure) der Cu-Ni-behandelten
Oberfläche unterlegen.
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Neuere Tendenzen in Richtung auf eine feinere Musterung und Disversifikation von
gedruckten Schaltungen haben die Anforderungen verursacht, daß
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(i) eine Ablösefestigkeit (Wärmebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber
Salzsäure) erzielt wird, die vergleichbar mit der der Cu-Ni-behandelten ist, und
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(ii) Ätzen mit dem CuCl&sub2;-Ätzmittel möglich ist, um gedruckte Schaltungen mit einem
Kontaktabstand von 150 um oder weniger zu schaffen, und daß alkalisches Ätzen auch
durchführbar ist.
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Insbesondere wird die Schaltung durch die Wirkung des Salzsäure-Ätzmittels um so leichter
abgelöst, je feiner das Schaltungsmuster ist, und daher ist es erforderlich, Schritte gegen das
Ablösen zu unternehmen. Die feiner gemusterten Schaltungen neigen auch dazu, durch die
hohen Temperaturen während des Lötens abgelöst zu werden, wodurch wiederum eine
Schutzmaßnahme erforderlich wird. Durch die Tendenz in Richtung auf feinere Muster ist es
jetzt zwingend erforderlich, daß Ätzen mit einem CuCl&sub2;-Ätzmittel möglich ist, um gedruckte
Schaltungen mit einem Kontaktabstand von 150um oder weniger zu erzeugen. Da neue,
verschiedenartige Resists auf den Markt gebracht werden, wird alkalisches Ätzen mehr und mehr
unerläßlich.
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Noch ein weiterer bedeutender Faktor (iii) ist die Magnetisierbarkeit der gedruckten
Schaltung. Dies erregt in steigendem Maße Aufmerksamkeit, da gedruckte
Hochleistungs-Schaltungen auf den Markt gebracht werden, und sich deren Gebrauch ausweitet, insbesondere als
FPC für Magnetköpfe, bei welchen die Position der Schaltungen öfter nahe dem
Magnetmaterial liegt, als bisher. Für solche Anwendungen können stark magnetisierbare
Legierungen, für die konventionelle Cu-Co-Legierungen typisch sind, nicht benutzt werden. Ihre
Sättigungsmagnetisierung, remanente Magnetisierung und Koerzitivkraft müssen auf Werte
unterhalb vorbestimmter Pegel begrenzt werden.
Aufgabe der Erfindung
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Kupferfolie für gedruckte Schaltungen
zu schaffen, die außer daß sie die vielen zuvor beschriebenen generellen Eigenschaften als
solche besitzt, die folgenden Anforderungen erfüllt: (i) Ablösefestigkeit (Wärmebeständigkeit
und Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzsäure) vergleichbar mit der bei Cu-Ni-Behandlung
erzielten, (ii) Ätzbarkeit mit dem CuCl&sub2;-Ätzmittel zum Erzeugen von gedruckten
Schaltungen mit Kontaktabständen von 150 um oder weniger und auch Ätzbarkeit mit Alkalien und
(iii) Magnetisierbarkeit unter einem zulässigen Pegel.
Zusammenfassung der Erfindung
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Unsere ausgiebigen Nachforschungen haben nun zu der Erkenntnis geführt, daß die obige
Aufgabe durch den Gebrauch einer binären Kuper-Kobalt-Legierung erfüllt wird, deren
Kobaltgehalt geringer als bei vorhandenen Cu-Co-Legierungen ist. Überraschenderweise
wurde nun herausgefunden, daß es möglich ist, mit der binären Legierung, die einem
gesteuerten Kobaltgehalt hat, die Magnetisierbarkeit unter die zulässige Obergrenze herabzusetzen,
während die meisten Vorteile der normalen Cu-Co-Legierungen ausgenutzt werden.
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Es wurde auch herausgefunden, daß die obige Aufgabe ebenfalls mit einer ternären
Kupferlegierung realisiert werden kann, die gegebene Prozentsätze von Kobalt und Nickel enthält.
Es ist die erste Entdeckung in der Technik, daß die ternäre Kupferlegierung mit gesteuerten
Anteilen von Kobalt und Nickel sämtliche Vorteile der zweckdienlichen Eigenschaften von
Cu-Ni- und Cu-Co-Legierungen ausnutzen und deren Nachteile ausschließen kann. Es war
nicht vorhersehbar, daß die Magnetisierbarkeit unter den zulässigen Wert herabgesetzt
werden kann, sogar wenn Kobalt in einer Menge zugesetzt wird, die ausreicht, die obige
Ätzanforderung (ii) zu erfüllen, und daß trotz der Zugabe von Kobalt der gleiche Wert der
Ablösefestigkeit (Wärmebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzsäure) wie bei der
Cu-Ni-Legierung erzielt werden kann.
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Auf der Grundlage dieser Entdeckungen schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum
Behandeln einer Kupferfolie für gedruckte Schaltungen, dadurch gekennzeichnet, daß auf der
Oberfläche der zu behandelnden Kupferfolie eine galvanische Überzugsschicht ausgebildet
wird, die aus der aus galvanisch aufgebrachten Schichten von binären Legierungen aus 20 bis
40 mg/dm² Kupfer und 100 bis 3000 ug/dm² Kobalt und von ternären Legierungen aus 20 bis
40 mg/dm² Kupfer, 100 bis 3000 ug/dm² Kobalt und 100 bis 1000 ug/dm² Nickel
bestehenden Gruppe ausgewählt ist. Folgend auf die Ausbildung der galvanischen Überzugsschicht ist
es zweckmäßig, die überzogene Oberfläche zur Korrosionsverhinderung entweder durch eine
Filmbehandlung mit Chromoxid allein oder mit einem Gemisch aus Chromoxid und
Zink/Zinkoxid zu behandeln.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
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Die bei der vorliegenden Erfindung benutzte Kupferfolie kann entweder elektrolytisch oder
gewalzt sein.
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Üblicherweise wird die Seite der Kupferfolie, die mit dem Substrat verbunden werden soll
oder die rauhe Seite, behandelt, um nach der Lamination eine verbesserte Ablösefestigkeit zu
zeigen. Zu diesem Zweck wird die Oberfläche der Kupferfolie nach einem Entfetten
aufgerauht, z.B. durch galvanisches Beschichten mit kugeligem Kupfer, was leicht durch
sogenanntes überhitztes galvanisches Beschichten erreicht wird, bei dem das Galvanisieren bei
einer Bedingung über einem Grenzwert der Stromdichte durchgeführt wird. Vor oder nach
dem Aufrauhen wird manchmal gewöhnliches Kupferbeschichten als eine
Vorbereitungsbehandlung bzw. Endbehandlung durchgeführt. Das Aufrauhen selbst kann in jeder in der
Technik bekannten Weise erfolgen. Die Behandlung unterscheidet sich, je nachdem ob die
Kupferfolie gewalzt oder elektrolytisch ist. Bei bestimmten gewalzten Kupferfolien kann der
Aufrauhschritt ausgelassen werden. Zu Zwecken der Erfindung werden solche Behandlungen
umfassend als "Vorbehandlung" bezeichnet.
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Diese Erfindung befaßt sich mit der Behandlung von Kupferfolie nach der obigen
Vorbehandlung. Folgend der Vorbehandlung wird mindestens eine Seite der Kupferfolie
beschichtet, um eine Legierungsoberfläche auszubilden, die mit vielen Eigenschaften ausgestattet ist,
die sie als Oberfläche für gedruckte Schaltungen benötigt.
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Bei einem Aspekt der Erfindung wird das Legierungsbeschichten galvanisch ausgeführt, um
eine binäre Legierungsschicht aus 20-40 mg/dm² Kupfer und 100 - 3000 ug/dm² Kobalt
auszubilden. Falls der Kobaltanteil geringer als 100 ug/dm² ist, werden die Ablöseeigenschaften
(Widerstandsfähigkeit gegenüber thermischer Verschlechterung und Angriff durch Salzsäure)
gering sein, und die Ätzbarkeit wird herabgesetzt sein. Mehr als 3000 ug/dm² Kobalt sind
ebenfalls unzweckmäßig, das sich ein entsprechender Anstieg der Magnetisierung ergibt.
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Es ist schwierig, die Dicke dieser binären Cu-Co-Legierung eindeutig festzulegen, da die
Oberfläche der die Basis bildenden Kupferfolie nicht gleichförmig ist, und das wahre
spezifische Gewicht der sich ergebenden Legierung ist nicht exakt vorhersagbar.
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Falls man sich auf die wahren spezifischen Gewichte von Cu selbst und Co selbst verläßt und
die Ungleichförmigkeit der Basis vernachlässigt, berechnet sich die mittlere Dicke auf 0,2 bis
0,5 um, vorzugsweise zwischen 0,3 und 0,4 um. Eine Legierungsschicht mit einer Dicke von
weniger als 0,2 um hätte eine herabgesetzte Ablösefestigkeit und eine verminderte
Widerstandsfähigkeit gegenüber Wärme und chemischen Angriffen. Eine Dicke von über 0,5 um
würde die behandelte Schicht verspröden und dazu neigen, ungeätzte Bereiche nach dem
Ätzen zuruckzulassen.
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In der gleichen Weise berechnet sich der Co-Gehalt der binären Cu-Co-Legierung. Ein Co-
Gehalt im Bereich von 1 bis 10 Gew.% ist zweckmäßig, da ein Gehalt von weniger als 1 %
die Wärmebeständigkeit verschlechtert, während ein Gehalt von über 10 % den magnetischen
Einfluß in unerwünschter Weise erhöht.
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Allgemeine Parameter für das Beschichtungsbad und den Vorgang zum Ausbilden der
binären Legierungsschicht sind wie folgt:
Parameter der Badzusammensetzung und der Beschichtung
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Cu-Gehalt : 10-20 g/l
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Co-Gehalt : 1 - 10 g/l
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pH : 1 - 4
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Temperatur : 40 - 50 ºC
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Stromdichte, Dk : 20 - 30 A/dm²
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Dauer : 1 - 5 s
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Die so beschichtete Kupferfolie bewahrt die Eigenschaften der Ablösefestigkeit (thermische
Verschlechterungsbeständigkeit und Beständigkeit gegenüber Salzsäure) vergleichbar mit der
von bestehenden Cu-Co-Legierungen, obschon der Kobaltgehalt erheblich herabgesetzt ist.
Außerdem kann sie mit einem CuCl&sub2;-Ätzmittel geätzt werden, um gedruckte Schaltungen mit
einem Kontaktabstand von 150 um oder weniger zu schaffen, und die Magnetisierbarkeit
wird vermindert, ohne den großen Vorteil, mit alkalischen Stoffen ätzbar zu sein, zu
beeinträchtigen.
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In der Technik bekannte alkalische Ätzmittel, die für einen Gebrauch für die Zwecke der
Erfindung nützlich sind, beinhalten z.B. die Lösungen von 6 mol/l NH&sub4;OH, 5 mol/l NH&sub4;Cl
und 2 mol/l CuCl&sub2; (gebräuchliche Temperatur: 50 ºC).
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Trotz der Zugabe von Kobalt liegt die Magnetisierbarkeit unter dem zulässigen Wert. Der
Ausdruck "Magnetisierbarkeit unter dem zulässigen Wert", wie hier benutzt, bedeutet gemäß
allgemeinen Kriterien zu diesem Zeitpunkt eine Sättigungsmagnetisierung MS von 160
emu/cm³ (elektromagnetische Einheit pro Kubikzentimeter) oder weniger, eine remanente
Magnetisierung MR von 70 emu/cm³ oder weniger und eine Koerzitivkraft HC von 300 Oe
oder weniger.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es einfach, eine Sättigungsmagnetisierung MS von 50
emu/cm³ oder weniger, eine remanente Magnetisierung MR von 40 emu/cm³ und eine
Koerzitivkraft Hc von 220 Oe oder weniger zu verwirklichen.
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Bei einem anderen Aspekt der Erfindung wird das Legierungsbeschichten galvanisch
ausgeführt, so daß eine ternäre Legierungsschicht aus 20 bis 40 mg/dm² Kupfer, 100 bis 3000
g/dm² Kobalt und 100 bis 1000 ug/dm² Nickel ausgebildet wird. Falls der Kobaltgehalt
unter 100 ug/dm² liegt, ergeben sich eine niedrige Wärmebeständigkeit und eine schlechte
Ätzbarkeit. Falls er über 3000 ug/dm² liegt, steigt der Einfluß der Magnetisierung übermäßig
an. Falls der Nickelgehalt unter 100 ug/dm² liegt, sinkt die Wärmebeständigkeit, wohingegen
ein Nickelgehalt von über 1000 ug/dm² bewirkt, daß eine größere Fläche nach dem Ätzen
ungeätzt bleibt.
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Für die Dicke dieser ternären Cu-Co-Ni-Legierungsschicht trifft das gleiche zu, wie auf die
oben beschriebene binäre Legierung. Unter Verwendung der wahren spezifischen Gewichte
von Cu, Co bzw. Ni und bei Vernachlässigung der Ungleichförmigkeit der Basisoberfläche,
berechnet sich die mittlere Dicke auf 0,2 bis 0,5 um, vorzugsweise zwischen 0,3 und 0,4 um.
Eine Legierungsschicht mit einer Dicke von weniger als 0,2 um hätte eine herabgesetzte
Ablösefestigkeit und eine verminderte Widerstandsfähigkeit gegenüber Wärme und chemischen
Angriffen. Eine Dicke von über 0,5 um würde die behandelte Schicht verspröden und dazu
neigen, ungeätzte Bereiche nach dem Ätzen zurückzulassen.
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In der gleichen Weise werden der Co-Gehalt und der Ni-Gehalt in der ternären Cu-Co-Ni-
Legierung veranschlagt. Ein Co-Gehalt im Bereich von 1 bis 8 Gew.% ist zweckmäßig, da
ein Gehalt von weniger als 1 % die Wärmebeständigkeit verschlechtert, während mehr als 8
% den magnetischen Einfluß unzweckmäßig erhöhen. Der Ni-Gehalt liegt zweckmäßig im
Bereich von 0,5 bis 3 Gew.%. Falls er geringer als 0,5 % ist, sinken die Wärmebeständigkeit
und die chemische Beständigkeit, übersteigt er jedoch 3 %, ist ein Ätzen mit alkalischen
Ätzmitteln nicht mehr möglich. Die Summe aus Co-Gehalt und Ni-Gehalt liegt zweckmäßig
im Bereich von 200 bis 4000 ug/dm².
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Allgemeine Parameter für das Beschichtungsbad und den Vorgang zum Ausbilden der
ternären Legierungsschicht sind wie folgt:
Parameter der Badzusammensetzung und der Beschichtung
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Cu-Gehalt : 10 - 20 g/l
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Co-Gehalt : 1 - 10 g/l
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Ni-Gehalt : 1 - 10 g/l
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pH : 1 - 4
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Temperatur : 40 - 50 ºC
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Stromdichte, Dk : 20 - 30 A/dm²
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Dauer : 1 - 5 s
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Die so beschichtete Kupferfolie zeigt mit der Cu-Ni-behandelten Folie vergleichbare
Wärmebeständigkeit, Ablösefestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzsäure, obschon der
Nickelgehalt erheblich vermindert ist und eine beträchtliche Menge Kobalt enthalten ist.
Außerdem ermöglicht sie ein Ätzen mit Alkalien, aber auch mit CuCl&sub2;-Ätzmittel, um
gedruckte Schaltungen mit einem Kontaktabstand von 150 um oder weniger auszubilden. Trotz
der Zugabe von Kobalt liegt die Magnetisierbarkeit unter dem zulässigen oberen Grenzwert,
wie er oben definiert wurde. Auch hier kann ohne weiteres eine Sättigungsmagnetisierung Ms
von 50 emu/cm³ oder weniger, eine remanente Magnetisierung MR von 40 emu/cm³ und eine
Koerzitivkraft HC von 220 Oe oder weniger verwirklicht werden.
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Die so ausgebildete binäre oder ternäre Legierungsschicht wird dann zur
Korrosionsverhinderung behandelt. Eine zweckmäßige Behandlung zur Korrosionsverhinderung gemäß der
Erfindung ist Beschichten mit entweder Chromoxid allein oder mit einem Gemisch aus
Chromoxid und Zink/Zinkoxid. Das letztere besteht aus galvanischem Beschichten der Oberfläche
der Legierungsschicht mit einem Beschichtungsbad, das ein Zinksalz oder Zinkoxid und ein
Chromat enthält, um einen Korrosions-Schutzüberzug eines aus Zink oder Zinkoxid und
Chromoxid bestehenden Gemisches auf Zink-Chrom-Basis auszubilden. Das zu benutzende
Beschichtungsbad ist typischerweise eine wässrige Lösung eines Gemisches, das aus
mindestens einem Bichromat wie z.B. K&sub2;Cr&sub2;O&sub7;, Na&sub2;Cr&sub2;O&sub7; und ähnlichem und CrO&sub3;, mindestens
einem wasserlöslichen Zinksalz, wie z.B. ZnO, ZnSO&sub4; 7H&sub2;O, und einem alkalischen
Hydroxid besteht. Typische Zusammensetzungen des Beschichtungsbades und galvanische
Bedingungen sind wie folgt:
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K&sub2;Cr&sub2;O&sub7;, (oder Na&sub2;Cr&sub2;O&sub7; oder CrO&sub3;) : 2 - 20 g/l
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NaOH oder KOH : 10-50g/l
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ZnO oder ZnSO&sub4; 7H&sub2;O : 0,05-10g/l
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pH : 7 - 13
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Temperatur des Bades : 20 - 80 ºC
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Stromdichte : 0,05 - 5 A/dm²
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Dauer : 5 - 30 s
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Anode : Pt-Ti-Platte, Platte aus rostfreiem Stahl, etc.
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In dem so gebildeten Überzug ist es erforderlich, daß die Menge von Chromoxid mindestens
15 ug/dm² an Chrom beträgt und die Menge von Zink mindestens 30 ug/dm² beträgt. Die
Dicke des Überzugs kann mit der Seite, auf der er ausgebildet wird, d.h. entweder der
aufgerauhten oder der glänzenden Seite, verschieden sein. Verfahren für solche Behandlungen zur
Korrosionsverhinderung sind z.B. in JP-AS-7077/1983, 33908/1986 und 14040/1987
offenbart. Deren Anwendbarkeit für die bei der vorliegenden Erfindung benutzten Cu-Co- oder
Cu-Co-Ni-Legierungen ist jedoch noch nicht bekannt.
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Es ist zweckmäßiger, hauptsächlich in Anbetracht der Verstärkung der Verbindung zwischen
der Kupferfolie und dem Harzsubstrat, daß zumindest die aufgerauhte Seite des Korrosions-
Schutzüberzugs einer Silan-Behandlung ausgesetzt wird, wodurch die aufgerauhte Oberfläche
mit einem Silan-Haftmittel beschichtet wird, um einen dünnen Film auf dieser auszubilden.
Der Auftrag kann durch Versprühen einer Lösung des Silan-Haftmittels, unter Verwendung
einer Beschichtungsanordnung, mittels Eintauchens, mittels Gieß- oder
Überflutungsbeschichtung oder durch andere Mittel erfolgen. Zum Beispiel lehrt JP-AS-15654/1985 eine
Verbesserung der Verbindung zwischen einer Kupferfolie und ihrem Harzsubstrat durch
Chromat-Behandlung der aufgerauhten Seite der Folie, gefolgt von einer Behandlung mit
einem Silan-Haftmittel. Nähere Einzelheiten sind unter Bezugnahme auf die Veröffentlichung
zu erhalten.
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Schließlich kann nach Bedarf eine Wärmebehandlung erfolgen, um die Formbarkeit der
Kupferfolie zu verbessern. Im Falle einer gewalzten Kupferfolie wird die Wärmebehandlung
z.B. in einer sauerstofffreien Atmosphäre (O&sub2; < 10 ppm bei 0,13 Pa (10&supmin;³ Torr) mit
Einleitung von N&sub2;-Gas) bei einer Temperatur von 150 bis 200 ºC 5 bis 9 Stunden lang
durchgeführt. Bei einer Folie aus Elektrolytkupfer wird die Temperatur auf 300 bis 500 ºC
angehoben.
Beispiele und Vergleichsbeispiele
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Eine gewalzte Kupferfolie wurde einer Vorbehandlung ausgesetzt, einschließlich dem
üblichen Aufrauhen, und mit mehreren Legierungen gemäß der vorliegenden Erfindung und auch
zu Vergleichszwecken beschichtet.
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Die Bedingungen für die Kupfer-Aufrauhbehandlung waren wie folgt:
Kupferaufrauhen
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Cu : 10-25g/l
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H&sub2;SO&sub4; : 20 - 100 g/l
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Temperatur : 20 - 40 ºC
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Dk : 30-70 A/dm²
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Dauer : 1 - 5 s
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Die Bedingungen für die Behandlungen zum Legierungsbeschichten waren wie folgt:
Konventionelles Legierungsbeschichten
Cu-Ni-Beschichten
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Cu : 5-10g/l
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Ni : 10-20g/l
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pH : 1 - 4
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Temperatur : 20 - 40 ºC
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Dk : 10-30A/dm²
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Dauer : 2 - 5 s
Cu-Co-Beschichten (hoher Co-Gehalt)
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Cu : 2,5 g/l
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Co : 20 g/l
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pH : H&sub2;SO&sub4; 5 g/l
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Temperatur : 30 ºC
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Dk : 7 A/dm²
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Dauer : 60 s
Legierungsbeschichten gemäß der Erfindung
1. Cu-Co-Beschichten (niedriger Co-Gehalt)
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Cu : 5 - 25 g/l
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Co : 3 - 15 g/l
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pH : 1 - 4
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Temperatur : 20 - 50 ºC
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Dk : 10-30A/dm²
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Dauer : 2 - 5 s
2. Cu-Co-Ni-Beschichten
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Cu : 5 - 25 g/l
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Co : 3 - 15 g/l
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Ni : 3 - 15 g/l
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pH : 1 - 4
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Temperatur : 20 - 50 ºC
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Dk : 10-30A/dm²
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Dauer : 2 - 5 s
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Diese Materialien wurden abschließend gegen Rosten behandelt und dann einer Analyse ihre
Oberflächenschicht unterzogen, und ihre Ablösefestigkeit, ihre magnetischen Eigenschaften
und ihre Ätzbarkeit wurden bewertet.
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Die magnetischen Eigenschaften wurden in der folgenden Weise behandelt.
Proben
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Jede behandelte Folie wurde gestanzt, um kleine kreisförmige Proben mit einem Durchmesser
von 5,5 mm zu erhalten. Zwanzig solche Proben wurden gestapelt und mit einem Vibrations-
Magnetometer (VSM) ausgemessen. Die behandelte Oberfläche S betrug 0,0475 dm².
Ausgewertete Größen
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Sättigungsmagnetisierung Ms, emu/cm³
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Remanente Magnetisierung MR, emu/cm³
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Koerzitivkraft HC, Oe
Messungen
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Unter Verwendung eines von Toei Kogyo Co. hergestellten VSM wurden Hysteresekurven
aufgenommen, und die charakteristischen Werte wurden abgelesen. Das maximale
aufgebrachte Magnetfeld betrug 10 kOe. Bezüglich der remanenten Magnetisierung und der
Koerzitivkraft wurden die Ergebnisse der Ablesungen sowohl an der Plus als auch der Minus-
Seite benutzt.
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Für die Ablösefestigkeit wurde jede Probe auf eine Epoxydharzplatte auf Glasfaserbasis
laminiert und mit dieser verbunden, und die normale (Raumtemperatur) Ablösefestigkeit (in
kg/cm) wurde gemessen. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber einer thermischen
Verschlechterung wurde im Sinne der Verschlechterungsrate (%) der Ablösefestigkeit nach einer
Erwärmung bei 180 ºC für 48 Stunden gemessen. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber
Salzsäure
ergab sich als die Verschlechterungsrate (%) der Ablösefestigkeit einer Schaltung mit
einem Kontaktabstand von 0,2 mm nach einstündigem Eintauchen in 18 % Salzsäure.
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Das alkalische Ätzen oder die Ätzbarkeit wurde durch visuelle Beobachtung jeder mit dem
zuvor erwähnten alkalischen Ätzmittel geätzten Probe bewertet.
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Die Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen 1 und 2 zusammengefaßt.
Tabelle 1
diese Erfindung
Vergleichsbeispiele
bewertete Größe
aufgerauhtes Cu
Analytische Werte *
Ablösefestigkeiten
normal, kg/cm
Beständigkeit gegen thermische Verschlechterung
Beständigkeit gegen HCL-Verschlechterung
Magnetische Eigenschaften
Alkalisches Ätzen
* in Einheiten von ug/dm², die Werte in Klammern sind in Gew.% angegeben
gut
Tabelle 2
Vergleichsbeispiel
diese Erfindung
Vergleichsbeispiel
bewertete Größe
aufgerauhtes Cu
Analytische Werte *
Ablösefestigkeiten
normal, kg/cm
Beständigkeit gegenthermische Verschlechterung
Beständigkeit gegen HCL-Verschlechterung
Magnetische Eigenschaften
Alkalisches Ätzen
* in Einheiten von ug/dm², die Werte in Klammern sind in Gew.% angegeben
schlecht
gut
Vorteile der Erfindung
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Diese Erfindung schafft ein Verfahren zur Behandlung einer Kupferfolie, so daß sie mit den
neueren Tendenzen in Richtung auf höhere Dichten und größere Vervielfältigung der
Schichten von gedruckten Schaltungen sowie dem raschen Fortschritt in der Technik der
Halbleiterbauteile Schritt halten kann. Die gemäß der Erfindung behandelte Kupferfolie hat
eine gute Ablösefestigkeit, sogar nach Erwärmung und Eintauchen in Salzsäure. Sie kann mit
einem CuCl&sub2;-Ätzmittel geätzt werden, um gedruckte Schaltungen mit einem Kontaktabstand
von 150 um oder weniger auszubilden, und sie kann auch mit Alkalien geätzt werden. Mit
Bezug auf die magnetischen Eigenschaften, die zunehmend bedeutender werden, wird ihre
Magnetisierbarkeit erfolgreich auf einen Wert unter den zulässigen oberen Grenzwert
gesenkt. Die Kupferfolie gemäß der Erfindung ist insbesondere für einen Gebrauch für
feingemusterte gedruckte Schaltungen und für flexible gedruckte Schaltungen für Magnetköpfe
geeignet.