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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen retroviralen Expressionsvektor,
welcher das Guanylat Bindungsproteine 1 (GBP-1) Gen fusioniert an
ein Transportprotein (Shuttleproteine) umfasst. Das Einführen des besagten
Vektors, welcher besagtes Gen umfasst, in Zellen, kann dazu verwendet
werden, phänotypische
Veränderungen
der besagten Zellen auszulösen.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Ein
gesundes luminales Endothel besteht aus ruhenden Endothelzellen,
die eine regelmäßig organisierte
und eine relativ nicht-adhäsive
Oberfläche
gegenüber
den Blutbestandteilen bilden. Diese Verbindungsfläche ist
jedoch dynamisch und der Phänotyp
von Endothelzellen kann tiefgreifende Änderungen durchlaufen, die
zu einem aktivierten Phänotyp
führen.
Der aktivierte Phänotyp
stellt eine über
Zeit- und Dosis-integrierte Antwort auf verschiedene Stimuli dar,
die aus dem zirkulierenden Blut und/oder von benachbarten Zellen
und Geweben ausgehen. Unter diesen Stimuli wurde für inflammatorische
Zytokine (IC), wie Interleukin-1-beta (IL-1β), Tumor
Nekrose Faktor-alpha (TNF-α)
und Interferon-gamma (IFN-γ)
oder angiogener Wachstumsfaktoren (AGF), wie vaskulären endothelialen
Wachstumsfaktor (VEGF) oder dem basischen Fibroblastenwachstumsfaktor
(bFGF) gezeigt, dass diese Endothelzellen durch ein Verändern deren
Genexpressionsmuster aktivieren und dadurch deren Eigenschaften
und Phänotyp
verändern.
Mit Bezug auf die biologischen Aktivitäten von Endothelzellen können zwei
verschiedene aktivierte Phänotypen
unterschieden werden (1). Auf der einen Seite gibt
es einen adhäsionskompetenten
und nicht proliferierenden Phänotyp,
der durch IC induziert werden kann. Der andere, ziemlich gegensätzliche
Phänotyp
wird durch eine erhöhte
Beweglichkeit und Zellproliferation charakterisiert und ist durch
AGF induzierbar. Unter in vivo Bedingungen aktivieren potentiell
alle Zytokine und Wachstumsfaktoren die Endothelzellen. Dem zufolge
hängt der
Phänotyp
von Endothelzellen von deren Fähigkeit
ab, auf das lokale Gleichgewicht der Konzentration von inflammatorischen
Zytokinen und Wachstumsfaktor zu reagieren.
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Die
IC wie IL-1β,
TNF-α oder
IFN-γ werden
hauptsächlich
durch aktivierte Lymphozyten, Monozyten oder Makrophagen sezerniert.
Neben vielen anderen stimulierenden oder regulatorischen Wirkungen
auf verschieden Zelltypen ist den besagten IC's die Heraufregulierung der Expression
von Adhäsionsmolekülen – wie ICAM-1,
VCAM-1 oder ELAM-1 – an
der Oberfläche
von Endothelzellen gemeinsam. Dies führt zu einem adhäsionskompetenten
Zustand der Zellen. Dieser adhäsionskompetente
Zustand wird als die Zeitspanne definiert, in welchen eine Zelle
in der Lage ist an andere Zellen oder an eine extrazelluläre Matrix
anzuheften. Ein wohl bekanntes Beispiel ist die erhöhte Adhäsion von
aktivierten Leukozyten an das Endothel. Darüber hinaus wurde beschrieben,
dass IL-1β,
IFN-γ und
TNF-α eine
proliferationshemmende Wirkung (anti-proliferativer Effekt) auf
Endothelzellen ausüben.
Weiterhin wurde gezeigt, dass IFN-γ und TNF-α in vitro Apoptosis von Endothelzellen
auslösen
können.
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Im
Gegensatz hierzu agieren die AGFs, wie VEGF und bFGF als potente
Mitogene und chemotaktische Faktoren für Endothelzellen. bFGF ist
ein pleiotroper Faktor, der in nahe zu allen normalen Geweben gefunden
wurde und der eine breite Spezifität für eine Anzahl von Zielzellen
aufweist. Darüber
hinaus wurde gezeigt, dass bFGF in vitro und in vivo Angiogenese
induziert. VEGF ist ein sezerniertes Protein, welches eine hohe
Spezifität
für Endothelzellen
zeigt und die Angiogenese während
normalen physiologischen Abläufen
unterstützt.
Darüber
hinaus induziert VEGF deutlich eine mikrovaskuläre Permeabilität, was sich
auch als ein allgemeines Merkmal einer Tumor-assoziierten Mikrovaskularität darstellt.
Mehrere Beweislinien legen nahe, dass VEGF und bFGF, die eine synergistische
Wirkung auf die Induktion von Angiogenese in vitro und in vivo in
einem Mausmodel haben, auch zu den pathologischen Abläufen einer
Tumor-assoziierten Angiogenese beitragen könnten (Plate et al., 1992,
Vascular endothelial growth factor is a potential tumor angiogensis
factor in human gliomas in vivo. Nature 359, 845-848).
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Unter
Berücksichtigung
der Tatsache, dass die Aktivierung von Endothelzellen eine wichtige
Rolle in vielen physiologischen Anpassungen oder auch pathologischen
Fehlfunktionen, wie Entzündung,
Hämostase, Immunreaktionen,
Psoriasis, Atheriosklerose, Wundheilung, Angiogenese und Neovaskularisation
z. B. bei malignen Tumoren spielt (Cotran & Pober, 1988, Endothelial activaton:
its role in inflammatory and immune reactions. In Endothelial Cell
Biology, N. Simionescu and M. Simionescu, eds. (New York: Plenum
Press, pp. 335-347), ist es von herausragender Bedeutung die verschiedenen
Aktivierungszustände
von Endothelzellen zu verstehen, zu beeinflussen und zu kontrollieren.
Zusätzlich
wäre eine
klare Bestimmung der verschiedenen Phänotypen von Endothelzellen
von besonderem Interesse für
eine Entscheidung bezüglich
einer geeigneter therapeutischen Strategie, die einem Patienten
Erleichterung verschaffen kann, der an medizinischen Syndromen,
die in Zusammenhang mit der Aktivierung von Endothelzellen – wie sie
oben erwähnt
sind – stehen,
leidet.
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AUFGABEN DER ERFINDUNG
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Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Mittel und Verfahren
zur Hemmung der Proliferation von Zellen, z. B. Tumorzellen, bereit
zu stellen, die für
die Behandlung von Krankheiten geeignet sind.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Während der
ausführlichen
Untersuchungen der verschiedenen Aktivierungsstadien von Endothelzellen
haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung ein Gen identifiziert,
welches nahezu ausschließlich
in den, unterschiedlichen Phänotypen
von Endothelzellen exprimiert ist. Dieses Gen wurde als Guanylat
Bindungsprotein 1 (GBP-1) Gen identifiziert. Das GBP-1 Protein wurde
ursprünglich
in vitro als ein reichlich vorkommendes, Interferon-induzierendes
Protein in menschlichen oder Mausfibroblasten entdeckt (Cheng et
al., 1983, Interferon induction of fibroblast Proteins with guanylate
binding activity. J. Biol. Chem. 258, 7746-7750), welches auf Guanylat
Agarose Affinitätssäulen zurückgehalten
wurde. Im Anschluss hieran, wurde GBP-1 als das erste Mitglied eine
neuen Familie von GTP-Bindungsproteinen, den GBPs (Cheng et al.,
1991) identifiziert, welche durch Interferon (IFN) stark induzierbar
sind. Ein CaaX-Motiv am C-Terminus des menschlichen GBP-1 dient als
ein Isoprenylierungssignal, welches die Anheftung von einem 20-Kohlenstoffatommolekül erlaubt,
welches wiederum dazu dient das Protein in einer Membran zu verankern
(Schwemmle et al., 1994, The interferon-induced 67-kDA guanylate-binding
Protein (hGBP1) is a GTPase that converts GTP to GMP. J. Biol. Chem.
269: 11299-11305). Die physiologische Rolle von GBP-1 blieb bis
heute unerkannt.
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Das
Protein, welches von dem GPB-1 Gen kodiert wird, wurde nun als ein
zellulärer
Faktor identifiziert, der die Differenzierung von wenigstens zwei
bekannten Phänotypen
von aktivierten Endothelzellen induziert. Die Erfinder beschreiben
und beweisen hierin zum ersten Mal eine biologische Funktion, welche
mit der GBP-1 Genexpression zusammen hängt (2). Entsprechend
wurde hier gezeigt, dass auch die beiden unterschiedlichen Aktivierungsstadien
bzw. Phänotypen
von Endothelzellen sich in der GBP-1 Expression auf molekulare Ebene
klar unterscheiden und gegenseitig ausschließen. Dem entsprechend ist die
Differenzierung zur Zellmotilität
und Zellproliferation des angiogenen Phänotyps von Endothelzellen auf
eine Herunterregulierung der GBP-1 Genexpression durch AGF zurückzuführen. Auf
der anderen Seite wurde gezeigt, dass eine erhöhte Expression des GBP-1 Genprodukts
auf einer Induktion durch IC zurück
zu führen
ist und dass die erhöhte
Expression von GBP-1 die Differenzierung eines adhäsionskompetenten
und nicht proliferativen endothelialen Phänotyps induziert. Die Erfinder
legen Beweise vor, dass die gesamte Gruppe der inflammatorischen
Zytokine und nicht nur einige Mitglieder, wie IFN-γ, den adhäsionskompetenten
und nicht proliferativen Phänotyp
induzieren. Dies ist insbesondere für Endothelzellen überraschend,
da die Wirkung von Zytokinen vorzugsweise an Zellen des Immunsystems
untersucht wird. Ein detailliertes Verständnis der molekularen und zellulären Zusammenhänge bei
der durch GBP-1 induzierten Endothelzellaktivierung ist Voraussetzung
für die Entwicklung
von Therapeutika und Diagnostika, die in die Regulation und Differenzierung
von Zellen vorzugsweise Endothelzellen, eingreifen.
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Dementsprechend
stellt die vorliegende Erfindung einen retroviraler Expressionsvektor
bereit, der eine Nukleinsäuresequenz,
die das Guanylat Bindungsproteins-1 Gen (GBP-1) als ein Fusionsprotein
mit einem geeigneten Shuttleprotein kodiert, umfasst. Es ist im
Rahmen der vorliegenden Erfindung zu erwähnen, dass sich der Begriff „GBP-1
Gen", wie er hierin
verwendet wird, auf alle Nukleotidsequenzen bezieht, die für eine funktionelle
Form des GBP-1 Proteins kodieren, einschließlich spezieller, natürlich vorkommender
Varianten des menschlichen GBP-1 Genes.
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Die
vorliegende Erfindung stellt einen retroviralen Vektor bereit, der
das GBP-1 Gen im Leseraster verbleibend, fusioniert an eine Nukleinsäuresequenz,
welche ein Shuttleprotein kodiert, umfasst. Dieser Vektor kann daher
eingesetzt werden, um rekombinantes GBP-1 Fusionsprotein gemäß dem Verfahren
der Erfindung zu produzieren.
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Im
Anschluss an eine Infektion oder Transfektion eine eukaryontischen
Zielzelle mit besagtem Vektor wird das GBP-1 Gen in der Zelle exprimiert.
Auf Grund der Insertion des Vektors, welcher das GBP-1 Gen exprimiert,
erhöht
sich der intrazelluläre
Gehalt des GBP-1 Genproduktes. Überraschenderweise
wurde gezeigt, dass durch die Zunahme der Menge an intrazellulärem GBP-1
die Differenzierung von Endothelzellen in die Richtung eines adhäsionskompetenten
und/oder nicht proliferativen endothelialen Phänotyps induziert wird. Die
vermehrte Expression von GBP-1 Gen in besagten Zellen resultiert
in einer Abnahme der Proliferationsaktivität und/oder eine Zunahme der
Zell-zu-Zell Adhäsion.
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Die
bevorzugten Zielzellen, die mit dem Vektor transduziert werden,
sind Endothelzellen, insbesondere Endothelzellen, die in eine Neovaskularisation
und in das Rekrutieren von inflammatorischen Zellen im Gewebe involviert
sind. Überraschenderweise
wurde auch gezeigt, dass eine vermehrte Expression des GBP-1 Gens
in Nicht-Endothelzellen ebenso einen nicht proliferativen Phänotyp induziert.
Dies ist z. B. der Fall in inflammatorischen Zellen und Immunzellen,
wie Monozyten oder Lymphozyten, jedoch auch in anderen Zelltypen.
Dem gemäß können durch
eine gerichtete Induktion der besagten phänotypischen Veränderungen
durch die Einführung
des Vektors insbesondere pathologische Fehlfunktionen wie Krebs,
Sarkom, Lymphom, Hämangiom,
Atheriosklerose oder Restenose behandelt werden, da die Abnahme
der Proliferation und Zunahme des Zell-zu-Zell Adhäsion diese
Symptome lindert.
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Zusätzlich kann
der Vektor gemäß der vorliegenden
Erfindung auch in Zelllinien eingeführt werden, vorzugsweise Fibroblasten,
die als „Feederzellen" (Ernährer) zu
Kultivierung von komplexen oder in anderer Weise relevanten Zellen
eingesetzt werden. Sofern komplexe Zelltypen, z. B. Keratinozyten,
in vitro kultiviert werden, müssen
sie mit eine bis heute unbekann ten Zusammensetzung von Faktoren
versorgt (gefüttert)
werden. Im Fall von Keratinozyten werden diese Faktoren durch Fibroblasten
bereitgestellt, den so genannten Ernährerzellen, welche kokultiviert
werden. Eine Kokultivierung hat jedoch den Nachteil, das Fibroblasten,
die eine höherer
Wachstumsrate haben, früher
oder später
die Keratinozyten einfach überwachsen.
Daher werden Fibroblasten, die als Ernährerzellen eingesetzt werden,
normalerweise mit einem hochtoxischen Zytostatikum (Mitomycin C)
behandelt, um einen Wachstumsstillstand zu erziehen. Diese hat zur
Folge, dass auch kokultivierte Keratinozyten mit geringen Konzentrationen
des Zytostatikums in Kontakt kommen. Sofern Keratinozyten für therapeutische
Zwecke verwendet werden, muss ein solcher Kontakt jedoch vermieden
werden. Gemäß der vorliegende
Erfindung wird der Vektor gemäß der Ansprüche oder
der virale Partikel gemäß der Ansprüche in Ernährerzellen,
wie Fibroblasten, eingeführt.
Danach wird die GBP-1 Expression verstärkt und dem entsprechend das
Wachstum der besagten transduzierten Zellen reduziert. So können Fibroblasten
oder jeder andere Ernährerzelllinie
ohne den Einsatz von zytostatischen Toxinen in ihrem Wachstum arretiert
werden.
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Die
Expression der Nukleinsäuresequenz,
welche für
das GBP-1 fusioniert mit einem Shuttleprotein kodiert, steht gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegende Erfindung unter der transkriptionellen Kontrolle einer
normalen (homologen) zellulären
Sequenz, die auch die Expression eines normalen GBP-1 Genes reguliert.
Die Verwendung der normalen regulatorischen Elemente kann insbesondere
wichtig sein, wenn der Vektor, der das GBP-1 Gen trägt, in der
Gentherapie eingesetzt wird. Gewöhnlich
schließen
Verfahren der Gentherapie den Austausch eines nicht funktionierenden
Gens mit einem entsprechenden funktionierenden Gen ein. Bei einem
solchen Austausch ist es höchst
wünschenswert,
dass das neu eingeführte
Gen unter derselben physiologischen Kontrolle wie das natürliche Gen
steht. Daher ist es im Falle, dass das GBP-1 Gen in der Gentherapie
eingesetzt wird, zu bevorzugen, dass es unter der transkriptionellen
Kontrolle seines normalen Promotors steht. Dem gemäß ist das
neu eingeführte
GBP-1 Gen unter derselben physiologischen Kontrolle wie ein natürliches
GBP-1 Gen. Aufgrund des Austausches eines nicht funktionierenden
mit einem funktionierenden GBP-1 Gen kann die physiologische Aufgabe
des GBP-1 Genes wieder hergestellt werden.
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Alternativ,
gemäß einer
weiteren Ausführungsform
steht die Nukleinsäuresequenz,
die für
das GBP-1 Gen fusioniert mit einem Shuttleprotein kodiert, unter
der transkriptionellen Kontrolle eines heterologen Promotors. Der
Begriff „heterolog" wird nachfolgend
verwendet für
jede Kombination eine DNA Sequenz, die normalerweise in der Natur
nicht eng assoziiert gefunden wird. Gemäß der vorliegenden Erfindung
kann der heterologe Promotor ein Verstärkerelement oder jeder andere
Promotor, der die Genexpression anregt, sein. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind die heterologen Promotoren konstitutiv, induzier bar
und/oder zelltyplimitierte Promotoren, welcher die Expression von
GBP-1 Genen oder Teilen desselben in einem Wirtsorganismus antreiben.
Konstitutive Promotoren werden fortwährend in einer Zelle exprimiert.
Da sie oft von einem regulatorischen Element eines zellulären „house
keeping" Gens oder
eines strukturellen Gens eines Viruses abstammen, sind sie verhältnismäßig wenig
anfällig
gegenüber
den meisten inhibierenden oder aktivierenden Stimuli. Im Gegensatz
zu konstitutiven Promotoren sind induzierbare Promotoren genau reguliert
und nur in der Anwesenheit eines geeigneten „inducer molecules" aktiv. Der Vorteil
eines induzierbaren Promotors ist seine kontrollierbare Aktivierung
der Genexpression durch von außen
zugegebene Inducer- oder Repressormoleküle. Auch zelltyplimitierte
Promotoren können
als induzierbare Promotoren verstanden werden. In diesem Fall kann
besagter Promotor durch interne Inducer- oder Repressormoleküle aktiviert
werden, welche durch den bestimmten Zelltyp bereitgestellt werden.
Daher sind besagte Promotoren nur in solchen bestimmten Zelltypen
aktiv, während
in allen anderen Zellen die Transkription von besagten Promotoren
verhindert oder wenigstens reduziert wird.
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Ein
heterologer Promotor wird eingesetzt, um das GBP-1 Gen fusioniert
mit einem Shuttleprotein in der transduzierten Zelle zu überexprimieren.
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Die Überexpression
des GBP-1 Genes fusioniert mit einem Shuttleprotein ist insbesondere
geeignet die Proliferation von unkontrolliert wachsenden Zellen,
wie bei malignen Tumoren, Karzinomen oder Lymphomen zu unterbinden.
Sie ist aber auch geeignet um das weitere Einwandern von Zellen
zu verhindern, die eine Tumorangiogenese induzieren.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst der Vektor wenigstens ein Gen,
welches eine Substanz, die eine GBP-1 Genexpression induziert und/oder
verstärkt,
kodiert. Für
ein Induzieren und/oder Verstärken
der GBP-1 Expression, aktivieren besagte Substanzen die regulatorischen Elemente,
welche die GBP-1 Genexpression kontrollieren. Daher kann das in
den Vektor inserierte Gen, welches eine Substanz kodiert, die die
GBP-1 Genexpression induziert und/oder verstärkt, von den regulatorischen
Elementen und Promotoren, die die GBP-1 Genexpression kontrollieren,
abhängig
sein: z. B. kann der homologe Promotor, der die normale zelluläre GBP-1
Genexpression kontrolliert, durch Zytokine induziert sein. In dem
Fall, dass das mit einem Shuttleprotein fusioniert GBP-1 Gen des
Expressionsvektor gemäß der vorliegenden
Erfindung unter der transkriptionellen Kontrolle des normalen, homologen
Promotors steht, welcher gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung zusätzlich
wenigstens ein Zytokin wie das Gen für Interleukin, Tumor- Nekrosefaktor
oder Interferon trägt.
Die Expression des besagten Zytokins induziert oder verstärkt daher
weiter die Expression des GBP-1 Gens.
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Darüber hinaus,
wenn ein induzierbarer Promotor für die transkriptionelle Kontrolle
der GBP-1 Genexpression
verwendet wird, trägt
der Vektor gemäß der vorliegenden
Erfindung das Gen, welches das entsprechende Inducermolekül des induzierbaren
Promotors kodiert. Dem entsprechend trägt der Vektor gemäß der vorliegenden
Erfindung in dem Fall wo ein zelltyplimitierter Promotor verwendet
wird, das Gen, welches den limitierenden, zellspezifischen Faktor
kodiert, der den zelltyplimitierte Promotor induziert und/oder verstärkt. Der
Expressionsvektor, welcher das GBP-1 Gen fusioniert mit einem Shuttleprotein
kodiert, ist ein retroviraler Vektor. Der besagte viraler Vektor
umfasst daher alle Gene und Faktoren, die benötigt werden, um besagten Transfer
der heterologen genetische Information in eine Zielzelle zu ermöglichen.
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Der
Vektor der Erfindung basiert auf einem Retrovirus. Retroviren oder
retrovirale Vektoren sind ideale Vehikel für den Transport von genetische
Information in eine Zielzelle sowohl in vivo wie auch in vitro.
Zum Ersten sind Retroviren und retrovirale Vektorsysteme gut untersucht
und daher heutzutage das bevorzugte System für eine Gentherapie. Zum Zweiten
sind retrovirale Vektoren leicht zu handhaben und anzupassen. Für die Konstruktion
eines rekombinaten retroviralen Vektors wird ein DNA Plasmid gemäß einem
Standardprotokoll hergestellt, um die gewünschte genetische Information
und die essentiellen Gene für
das retrovirale Genom zu tragen. Nach der Transfektion einer Zelle
mit besagtem DNA Vektor wird das retrovirale RNA Genom transkribiert
und in ein infektiöses,
replikationskompetentes Partikel verpackt. Dieses Partikel wird
aus dem Überstand
der Zellen isoliert und dazu verwendet eine Zielzelle in vivo oder
in vitro zu infizieren. Direkt nach der Infektion wird das retrovirale
RNA Genom revers in eine DNA Kopie transkribiert, welche nachfolgend
stabil in das zelluläre
Genom integriert wird.
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Es
müssen
jedoch auch Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Die stabile
Integration des retroviralen Genoms in das Genom der Zielzelle birgt
das Risiko eines genetischen Rearangements oder eine Deregulierung
von zellulären
Faktoren, einschließlich
Proto-Onkogenen. Auch wenn die Chancen ziemlich gering sind, ist
dennoch anerkannt, dass besagtes Risiko mit der Anzahl der Infektionsereignisse
ansteigt. Daher ist der retrovirale Vektor gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung bezüglich
der Replikation defekt. Dem Genom eines derartigen retroviraler
Vektors, der bezüglich
der Replikation defekt ist, fehlt die genetische Information von
einem oder mehreren der Proteine, die zur Partikelbildung benötigt werden.
Daher wird gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung eine Produzentenzelle bereitgestellt,
welche alle Proteine, die zur Partikelbildung und zur Verpackung
des besagten Vektors benötigt
werden, kodiert und exprimiert.
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Gemäß einer
noch weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden auch virale Partikel bereitgestellt,
die den viralen Vektor gemäß der vorliegenden
Erfindung umfassen und/oder aus dem Überstand besagter Produzentenzellen
isoliert wurden. Retrovirale Partikel werden verwendet, um Zellen
entweder in vivo oder in vitro zu infizieren.
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Darüber hinaus
stellt die vorliegende Erfindung den retroviralen Provirus bereit,
wobei es sich um die integrierte DNA Kopie des retroviralen Vektors
handelt und welcher wie jedes andere natürlich vorliegende Gen in eine
mRNA transkribiert wird. Folglich stellt die vorliegende Erfindung
auch die mRNA, die dem retroviralen Provirus entspricht, die RNA
und cDNA des viralen Vektors wie oben beschrieben und die Zellen,
welche mit besagten viralen Vektoren transfiziert sind und/oder
mit besagten retroviralen bzw. viralen Partikel infiziert sind, zur
Verfügung.
Darüber
hinaus ist besagte Zelle gemäß eines
noch weiteren Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung eine Endothelzelle, sie kann jedoch auch
jede andere Zelle wie z. B. eine Immunzelle sein.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zur Einführung der Nukleinsäuresequenz,
welche das GBP-1 Gen fusioniert mit einem Shuttleprotein kodiert,
in Zellen in vitro bereitgestellt. Dieses Verfahren umfasst unter
anderem die Transfektion einer Zelle mit den Vektoren oder der RNA
gemäß der vorliegenden
Erfindung oder die Infektion besagter Zellen mit den viralen Partikeln.
Um die Menge der effizient transduzierten Zellen zu erhöhen, können die
transfizierten oder infizierten Zellen unter Selektionsdruck gesetzt
werden.
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Darüber hinaus
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung des
rekombinanten GBP-1 Fusionsproteins bereit. Zur Herstellung z. B.
in eukaryontischen Zellen werden diese Zellen mit dem eukaryontischen
Vektor, der das GBP-1 Gen fusioniert mit dem Shuttleprotein kodiert,
transfiziert und/oder mit einem viralen Partikel, welcher für das GBP-1
Gen fusioniert mit dem Shuttleprotein kodiert, infiziert. Besagte Zellen
werden unter geeigneten Bedingungen kultiviert bis das rekombinante
GBP-1 Fusionsprotein isoliert wird. Dieses Verfahren erlaubt eine
rentable Herstellung von großen
Mengen des rekombinanten GBP-1 Fusionsproteins, welches dann als
Vakzine oder zur Behandlung von proliferativen Fehlfunktionen von
Zellen verwendet werden kann.
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Wenn
das reine GBP-1 Protein extrazellulär auf Zellen aufgebracht wird,
ist es vermutlich nicht in der Lage die Zellmembranen zu durchqueren
und kann daher nicht in das Zytoplasma und/oder den Kern der Zelle eindringen.
Die vorliegende Erfindung wird daher dazu verwendet ein Fusionsprotein
des GBP-1 Proteins mit einem so genannten „Shuttleprotein" herzustellen. Es
wurde gefunden dass Shuttleproteine – extrazellulär aufgebracht – in der
Lage sind, in das Zytoplasma und/oder den Kern einzudringen. Entsprechend
wird das GBP-1 Protein in der Lage sein in die Zelle einzudringen,
wenn es an ein solches Shuttleprotein fusioniert ist. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
ist das HIV1-tat Gen an das GBP-1 Gen fusioniert, da gezeigt worden
ist, das HIV1-tat insbesondere in der Lage ist in solche Zellen
einzudringen, die ein αVβ3 Molekül auf ihre
Oberfläche
tragen. Solche Moleküle
sind unter anderen auf aktivierten Endothelzellen sowie auf Zellen
von proliferierenden Tumoren exprimiert. Dem entsprechend ist die
Aufnahme eines GBP-1-HIV1-tat Fusionsproteins in solche Zellen erleichtert.
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Darüber hinaus
offenbart die vorliegende Anmeldung Oligonukldeotide die unter stringenten
Bedingungen in Sense- oder Antisense-Orientierung an eine Nukleinsäuresequenz
hybridisieren, welche das GBP-1 Gen, Teile desselben oder regulatorische
Elemente desselben kodiert. Der Begriff „unter stringenten Bedingungen" definiert Parameter
bezüglich
Standardprotokolle, wie die Reaktionstemperatur, welche eine Hybridisierung
von DNA-DNA und/oder DNA-RNA
Sequenzen mit einer Homologie von um die oder über 70 % erlaubt. Allgemein
gesprochen können
Oligonukleotide durch einen DNA-Verdau hergestellt werden oder sie sind
chemisch, enzymatisch oder in vitro synthetisierte Nukleinsäuresequenzen,
wie RNAs oder DNAs, welche komplementär zu einer Zielnukleinsäuresequenz
sind. Die Länge
eines Oligonukleotids ist variabel und hängt in erster Linie von der
Schmelztemperatur der ausgewählten
Sequenz ab. Sofern die Schmelztemperatur eines Oligonukleotids gemäß der vorliegenden
Erfindung unter 35°C
fällt,
muss die Länge
des Oligonukleotids verlängert
werden. Darüber
hinaus können
die Oligonukleotide gemäß der vorliegende
Erfindung weiter modifizierte DNA oder RNA Moleküle sein, welche unter Verwendung
von modifizierten Nukleotiden wie z. B. Desoxy-, Phosphothioester-
oder Methoxy-modifizierten Nukleotiden synthetisiert wurden.
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Die
vorliegende Anmeldung offenbart Oligonukleotide welche in Sense-
oder Antisense-Orientierung an das GBP-1 Gen und/oder dessen regulatorische
Elemente hybridisieren. Besagte Oligonukleotide werden vorzugsweise
aus den folgenden Nukleotidsequenzen ausgewählt: 5'-CTT
TTT CTC CTT AGT TCA CG-3' (Seq
ID Nr.: 1), 5' TCC
CTT GTC TGT TCT TTT TC-3' (Seq
ID Nr.: 2), 5'-TCC
CTT GTC TGT TCT TTT TCT CCT TAG TTC-3' (Seq ID Nr.: 3), 5'-GCT CTA GAT TAG CTT ATG GTA CAT GCC
TTT CG-3' (Seq ID
Nr.: 4), 5'-CGG
AAT TCG CCG CCG CCA TGG CAT CAG AGA TCC ACA TG-3' (Seq ID Nr.: 5). Besagte Oligonukleotide
werden als Primer für
eine PCR oder RT-PCR eingesetzt, um definierte Teile des GBP-1 Genes
bzw. Genprodukts zu amplifizieren. Dem entsprechend sind solche
Oligonukleotide insbesondere für
einen sehr sensitiven Nachweis und/oder eine Quantifizierung des
GBP-1 Gens oder Genprodukts in Zellkultur oder an Gewebeproben geeignet.
Alternativ können
solche Oligonukleotide als Proben für den Nachweis und/oder die Quantifizierung
der GBP-1 spezifischen mRNA in einem Northern Blot Assay eingesetzt
werden.
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Die
Anmeldung offenbart weiterhin einen diagnostischen Bestandteil,
welcher als reaktiver Bestandteil die Oligonukleotide, wie oben
beschrieben, in einem wässrigen
Medium enthält,
wobei die eingesetzte Menge Komplexe in einer der oben beschriebenen
Techniken oder jedem anderen relevanten diagnostischen Assay bildet.
Solche Komplexe sind z. B. Hybridisierungskomplexe zwischen einer
Nukleinsäuresequenz,
die aus einer biologischen Probe stammt und dem reaktiven Bestandteil.
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Darüber hinaus
offenbart die vorliegende Anmeldung einen Kit für ein diagnostisches Assay,
welcher besagte diagnostische Komponente in einem geeigneten Behälter und/oder
an einen festen Träger
gebunden, enthält.
Da das diagnostische Reagenz an einem festen Träger gebunden ist, wird das
Risiko minimiert, dass Komplexe zwischen dem diagnostischen Reagenz
und der GBP-1 RNA oder dem Protein, welches aus einer biologischen
Probe stammt verloren gehen, bevor solche Komplexe nachgewiesen
oder quantifiziert werden.
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Darüber hinaus
offenbart die vorliegende Anmeldung, dass die Oligonukleotide wie
sie hierin beschrieben sind dazu eingesetzt werden können, die
GBP-1 Genexpression in vivo oder in vitro zu modulieren. Dabei dringen
die Oligonukleotide in die Zelle ein und gelangen in den Kern der
Zelle, wo sie an spezifische Sequenzen des GBP-1 Genes binden, z.
B. eine Splicedonor oder -acceptor Stelle binden und dadurch mit
der GBP-1 Genexpression interferieren und/oder diese hemmen. Alternativ
binden solche Oligonukleotide an eine GBP-1 spezifische RNA und
verhindern die Translation der besagten RNA, wodurch die GBP-1 Proteinsynthese
gehemmt wird.
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Darüber hinaus
offenbart die vorliegende Anmeldung ein Verfahren zur Bestimmung
der zellulären
Differenzierungsstadien in Zellen, wobei die GBP-1 Expression als
Marker für
die aktivierenden Substanzen, welche eine Zellproliferation hemmen
und/oder die Adhäsionskompetenz
der Zellen erhöhen,
eingesetzt wird. Es wurde von den Erfindern gezeigt, dass bei Endothelzellen
die Expression von GBP-1 dahingehend einzigartig ist, dass sie durch
drei inflammatorischen Zytokine-Interleukin, Tumor-Nekrosefaktor,
Interferon, und/oder jedes funktionelle Analogon – schnell
induzierbar ist und durch die AGFs, nämlich VEGF und bFGF und/oder jedes
funktionelle Analogon derselben, herunter regulierbar ist. Daher
stellt das Verfahren, wie oben beschrieben, zum ersten Mal einen
gemeinsamen und spezifischen molekularen Marker für Endothelzellen
dar, die durch inflammatorische Zytokine aktiviert und/oder durch
angiogene Wachstumsfaktoren herunter reguliert sind. Gemäß besagtem
Verfahren wird die Expression des GBP-1 Gens in Zellen eines zu
untersuchenden Gewebes unter Verwendung der Oligonukleotide analysiert,
um GBP-1 mRNA oder Fragmente derselben in einer RT-PCR, einem Northern
Blot Hybridisierungsassay, einer In-situ Hybridisierung oder einer anderen
relevanten Technik nachzuweisen und/oder zu quantifizieren.
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Alternativ
kann auch markierte RNA, die komplementär zu der GBP-1 mRNA ist und
welche durch in vitro Transkription synthetisiert wurde, für den Nachwies
der GBP-1 mRNA gemäß einem
Verfahren wie es hierin offenbart ist, eingesetzt werden für diese
in vitro Transkription offenbart die vorliegende Anmeldung auch einen
Vektor, wobei die GBP-1 cDNA zur Synthese der GBP-1 Sense-RNA inter
alia unter der Kontrolle eines T7-, T3-, SP6-Promotors steht und
daher in vitro durch eine T7-, T3-, SP6-Polymerase transkribiert
werden kann.
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Die
Detektion der GBP-1 Expression in Zellen gemäß dem offenbarten Verfahren
zeigt an, dass besagte Zellen durch inflammatorische Zytokine aktiviert
wurden. Darüber
hinaus zeigt der Nachweis der GBP-1 Expression auch an, dass die
Zellen in einem adhäsionskompetenten
Zustand sind.
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Der
Nachweis einer fehlenden GBP-1 Expression zeigt an, dass die Zellen
nicht in einem adhäsionskompetenten
Zustand sind, was z. B. ein proliferations kompetenter Zustand ist.
Der molekulare Mechanismus, welcher der Herunterregulierung der
GBP-1 Expression durch VEGF und/oder bFGF zu Grunde liegt, bleibt unerkannt.
Das Verfahren ist insbesondere geeignet um frühe Veränderungen im Adhäsionsverhalten
der Zellen zur erkennen. Es wird weiterhin offenbart, dass diese
Methode vorzugsweise geeignet ist, zur besagten Bestimmung des Aktivierungszustandes – adhäsionskompetent
gegenüber
proliferativ – von
Geweben, vorzugsweise in Endothelzellen, während der Entwicklung eine
Krankheit oder im Nachgang eine medizinischen Therapie, eingesetzt
zu werden.
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Es
wird weiterhin ein Verfahren zur Bestimmung der zellulären Differenzierungsstadien
offenbart, welches auch dazu eingesetzt werden kann, das GBP-1 Protein
oder Teile desselben unter Verwendung inter alia von GBP-1 Antikörpern in
einem Western Blot Assay, einer Immunhistochemie oder einem ELISA
nachzuweisen und/oder zu quantifizieren.
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Die
Anmeldung offenbart weiterhin ein Verfahren zu Modulierung der GBP-1
Genexpression in Zellen insbesondere in Endothelzellen in vivo oder
in vitro. Hierzu wird eine Substanz, die entweder die GBP-1 Genexpression
induziert oder unterdrückt,
zugegeben. Die vorliegende Anmeldung offenbart, dass wenigstens ein
Zytokine, vorzugsweise Interleukin, Tumor-Nekrose-Faktor und/oder Interferon zu
gegeben wird, um die GBP-1 Genexpression zu induzieren und zu erhöhen. Besagte
GBP-1 Genexpression wird dann zur Hemmung der Zellproliferation
und/oder zur Erhöhung
der Adhäsionskompetenz
der Zellen verwendet.
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Auf
der anderen Seite wird durch die Zugabe wenigstens eines Wachstumsfaktors,
vorzugsweise VEGF und bFGF, die GBP-1 Genexpression reduziert. Die
Erfinder zeigten, dass sowohl die GBP-1 Expression und die biologische
Aktivität
von Il-1β und
IFN-γ in
Endothelzellen durch angiogene Wachstumsfaktoren, VEGF und bFGF,
herunterreguliert werden. Darüber
hinaus löste
die Vorbehandlungen von Endothelzellen mit VEGF und bFGF über einen
längeren
Zeitraum die GBP-1 Expression sowie die Fähigkeit IL-1β induzierte
Monozyten zu binden rasch aus. Diese Herunterregulierung der GBP-1
Genexpression ist insbesondere interessant für die in vitro Expansion von
eukaryontischen Zellkulturen, da sie die zelluläre Proliferation erhöht wird und
die Zell-zu-Zell Adhäsion
abnimmt.
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Bemerkungswerter
Weise ist besagte Herunterregulierung auch in vivo sehr nützlich,
insbesondere während
oder nach einer Organtransplantation. In der Tat kann die Abstoßung eines
transplantierten Organs vermieden werden oder zumindest verzögert werden,
wenn aufgrund der Hemmung der Adhäsion von Immunzellen an das
Endothel der relevanten Blutgefäße das Einwandern
von Immunzellen in das transplantierte Organ verhindert wird.
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Anstatt
die GBP-1 Genexpression zu modulieren kann auch die GBP-1 Proteinaktivität durch
die Zugabe geeignete Substanzen erhöht oder reduziert werden. Solche
Substanzen schließen
Moleküle
ein, die die GTPase-Funktion des GBP-1 Proteins inaktivieren sowie
auch intrazellulär
exprimierte GBP-1 Antikörper.
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Dieses
Verfahren zur Modulation der GBP-1 Genexpression oder Proteinaktivität kann eingesetzt
werden, um die Zelldifferenzierung zu beeinflussen. Es kann angewandt
werden, um eine virale Replikation z. B. die Replikation von HIV
in vivo oder in vitro zu hemmen. Es ist bekannt, dass das Stadium
der zellulären
Differenzierung, insbesondere die Aktivierung eines nicht proliferativen
Phänotypes,
eine effiziente virale Replikation in einer infizierten Zelle behindert.
Besagte Methode kann daher eingesetzt werden, um die GBP-1 Genexpression
zu erhöhen
und die GBP-1 Proteinaktivität
zu verstärken
mit dem Ziel einen nicht proliferativen Phänotyp einer Zelle zu induzieren.
Ein Virus, das besagte Zelle dann infiziert, kann gar nicht oder
weniger effizient replizieren. Durch die Herabsetzung der viralen
Replikation in infizierten Zellen, reduziert sich die Menge an freiem
Virus in einem Patienten. Im Falle eine HIV Infektion trägt besagte
Reduzierung der Menge an freiem Virus zu einem späteren Beginn
der tatsächlichen
AIDS Erkrankung bei und/oder wenigstens zur Verlängerung der symptomfreien Phase
für den
Patienten bei.
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Die
vorliegende Erfindung offenbart ein Verfahren zur Kultivierung von
eukaryotischen Zellen. Dieses Verfahren ist insbesondere geeignet – wie oben
bereits erwähnt – für die in
vitro Vermehrung von Primärzellen oder
beliebigen anderen Zellen oder Zelllinien, bei welchen die Kultivierung
oder Vermehrung in Kultur schwierig, zeitintensiv oder kostenintensiv
ist. Alternativ ist dieses Verfahren auch geeignet – wie oben
bereits erwähnt – um eine
Wachstumsarretierung bei Zellen in Kultur zu induzieren. Gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung werden die Zellen in Kultur mit eine
wirksame Menge des GBP-1 Gens, funktionellen Teilen desselben, dem
GBP-1 Protein, dem GBP-1 Fusionsprotein wie oben beschrieben, der
GBP-1 RNA in Sense- oder Antisenseorientierung welche entweder von
einem Vektor der vorliegenden Erfindung isoliert oder exprimiert
wurde, den oben beschriebener Oligonukleotiden, den oben beschriebenen
viralen Partikeln, einem Inducer oder Inhibitor der GBP-1 Genexpression
wie VEGF oder bFGF und/oder einem Verstärker oder Repressor der GBP-1
Proteinaktivität,
welcher zu dem Zellkulturmedium zugegeben werden kann, inkubiert
oder transfiziert.
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Weiterhin
offenbart die vorliegende Anmeldung die Verwendung des GBP-1 Gens
des, GBP-1 Fusionsproteins wie oben beschrieben, der oben beschriebenen
Vektoren, der oben beschriebenen Produzentenzellen, des oben beschriebenen
viralen Partikels, der oben beschriebenen RNA und/oder der oben
beschriebenen Oligonukleotide zur Herstellung eines Medikaments
zur Behandlung von malignen Erkrankungen wie Krebs, Sarkom, Lymphom
aber auch zur Behandlung von Hämangiomen,
Arteriosklerose, Restenose, entzündlichen
Prozessen wie chronischen Darmerkrankungen, Psoriasis, Insektenstichen,
Erfrierungen oder Verbrennungen, Wundheilung, Morbus Crohn, und/oder
jeder anderen relevanten Krankheit und Fehlfunktion.
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Zusätzlich offenbart
die vorliegende Anmeldung ein Verfahren zu Behandlung maligner Erkrankungen oder
jeglicher anderer relevanten Erkrankungen oder Fehlfunktionen, welches
die Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge des GBP-1
Gens, des GBP-1 Proteins oder des GBP-1 Fusionsproteins wie oben beschrieben,
der oben beschriebenen Vektoren, der oben beschrieben Produzentenzelle,
des oben beschriebenen viralen Partikels, der oben beschriebene
RNA und/oder der oben beschriebenen Oligonukleotide an einen dies
benötigenden
Patienten, einschließt.
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Darüber hinaus
stellt die vorliegende Erfindung eine pharmazeutische Zusammensetzung
bereit, die in vivo oder in vitro eingesetzt wird und als einen
ersten Bestandteil eine therapeutisch wirksame Menge der oben beschriebenen
Vektoren, der oben beschrieben Produzentenzellen, des oben beschriebenen
viralen Partikels, der oben beschriebenen RNA und/oder als einen
zweiten Bestandteil eine pharmazeutische annehmbaren Träger, ein
Verdünnungsmittel
oder ein Trägermolekül enthält.
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Die
nachfolgenden detaillierten Beispiele dienen dazu ein besseres Verständnis der
vorliegenden Erfindung zu vermitteln. Es ist jedoch nicht beabsichtigt
den Anschein zu geben, dass die Erfindung auf den Inhalt der Beispiele
beschränkt
ist.
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Beispiel 1: Charakterisierung der biologischen
Funktionen des GBP-1 Genproduktes
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1. Durch Differentialdisplay RT-PCR (DDRT-PCR)
wurde GBP-1 als Gen identifiziert, das in humanen mikrovaskulären Endothelzellen
die aus der Dermis (HDMVEC) stammen, durch IL-1β, aber nicht durch VEGF induziert
wird.
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Die
meisten der Endothelzellen die an physiologischen und pathologischen
vaskulären
Prozessen beteiligt sind, haben mikrovaskuären Ursprung. Primäre humane
mikrovaskuläre
Endothelzellen der Dermis (HDMVEC) und primäre humane Endothelzellen der
Nabelschnurvene (HUVEC) wurden bei Clonetics (San Diego, CA) gekauft
und in endothelialem Basismedium (EBM, Clonetics), ergänzt mit
5 % fötalem
Rinderserum (FBS), Rinderhirnextrakt 12 mg/ml, humanem epidermalem
Wachstumsfaktor 10 ng/ml, Hydrocortison-Acetat 1 mg/ml, Gentamycin
50 mg/ml, Amphotericin 0,25 mg/ml (Clonetics), Penicillin 100 U/ml
und Streptomycin 100 mg/ml (Gibco BRL, Eggenstein, Germany), kultiviert.
Die Zellen wurden in Flaschen, die mit 0,01% Kollagen Typ I (PromoCell,
Heidelberg, Germany) beschichtet waren, vermehrt. Das Medium wurde
alle 2-3 Tage ausgetauscht und die Zellen einmal pro Woche in einem
Verhältnis
von 1:6 (HDMVEC) oder 1:10 (HUVEC) geteilt und bis zur Passage acht
(HDMVEC) oder vierzehn (HUVEC) verwendet.
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Um
mit Hilfe der DDRT-PCR Gene zu identifizieren, die spezifisch in
durch Zytokin aktivierten Zellen exprimiert werden, wurden die Muster
der Genexpression in HDMVEC (Clonetics, San Diego, CA), stimuliert mit
dem angiogenen Faktor VEGF165, mit HDMVEC, stimuliert durch das
inflammatorische Zytokin IL-1β,
verglichen. Für
die Stimulation wurde rekombinanter humaner VEGF165 von R&D Systems (R&D Systems, Minneapolis,
MN) und rekombinantes humanes IL-1β von Boehringer Mannheim (Mannheim,
Germany) erworben. HDMVEC Zellen wurden in komplettem EBM/5 % FBS
Medium (Clonetics) kultiviert, bis sie eine Konfluenz von 80 % erreicht
hatten. Anschließend,
nach einer Ruhephase von 24 Stunden in einem wenig Serum enthaltenden
(low-serum) Medium EBM/0,5 % FBS (Clonetics), wurden die Zellen
mit den beiden Zytokinen, welche dem low-serum Medium in entsprechend
verdünnter
Konzentration zugegeben wurden, stimuliert.
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Anschließend wurde
die zelluläre
Gesamt RNA, welche mit Hilfe des RNeasy Kits (QUIA-GEN, Hilden, Germany),
gemäß den Angaben
des Herstellers aus den HDMVEC isoliert wurde, die für 5 Stunden
mit oder ohne VEGF165/10 ng/ml) oder IL-1β (20 U/ml) inkubiert waren,
einer Differentialdisplay Analyse unterzogen. Hierfür wurde
1 μg der
mit DNAse-I be handelten RNA als Matrize in drei Reaktionen der reversen
Transkription verwendet, die drei verschiedene 5'-H-T11M-3' Primer (wobei H die HindIII Restriktionsschnittstelle
ist und M entweder G, C oder A sein kann) (RNAimage, GenHunter Corporation,
Brookline, MA) mit einem Einzelbasenanker enthielten, verwendet.
In Kürze,
jede RNA Probe wurde in der Gegenwart von 1 × RT Puffer (Gibco), 20 μM dNTPs und
dem 5'-H-T11M-3' Primer mit 0,2 μM in einem
Perkin Elmer 9600 Thermocycler (Perkin Elmer, Roche Molecular Systems
Inc., Branchburg, New Jersey) wie folgt inkubiert: 5 min bei 65°C, 5 min
bei 37°C,
60 min bei 42°C,
5 min bei 75°C
und dann bei 4°C
abgekühlt.
Nach 5 min bei 42°C
wurden jedem Röhrchen
100 Einheiten von Superscript-II Reverser Transkriptase (Gibco)
für die
verbleibenden 55 min bei 42°C zugegeben.
Anschließend
wurde mit 1/5 Volumen der RT-Reaktion eine PCR Amplifikation in
der Gegenwart von 1 × PCR-Puffer,
1,5 mM MgCl2, einer Einheit AmpliTaq Poymerase
(Perkin-Elmer), 2 μM
dNTPs, 0,2 μM upstream
10mer-Primer (5'-TCGATACAGG-3'), 0,2 μM korrespondierender 5'-H-T11M-3' Primer und α-[33P]dATP (Amersham, Little Chalfont, Buckinghamshire,
UK) in einem Perkin-Elmer Thermocycler 9600 wie folgt durchgeführt: 5 min
bei 95°C,
anschließend
40 Zyklen mit: 30 sec bei 94°C,
2 min bei 42°C,
30 sec bei 72°C
und abschließend
5 min bei 72°C.
5 ml der PCR-Reaktion wurden auf ein 6 %iges Sequenziergel geladen.
Das Gel wurde auf ein 3M Whatman Papier geblottet, unter Vakuum
bei 80°C
getrocknet und über
Nacht auf einem Röntgenfilm
(Amersham) exponiert. Die Gelstücke
welche die interessanten Banden enthielten wurden zusammen mit dem
3M Papier ausgeschnitten und für
15 min in 100 ml H20 gekocht. Die DNA wurde
anschließend
präzipitiert
und als Matrize in einer kalten PCR Reaktion verwendet, die wie
für DDRT-PCR
beschrieben durchgeführt
wurde, mit der Ausnahme, dass die Konzentration der dNTPs auf 20 μM angehoben wurde
und die radioaktiven Nukleotide weggelassen wurden. Die erneut vervielfältigten
Fragmente wurden durch random prime Markierung (High Prime, Boehringer
Mannheim) direkt radioaktiv markiert und als Probe in einer Northern
Blot Analyse eingesetzt. Die interessanten PCR-Fragmente wurden
in den von pBlueScript II+/– abgeleiteten
Vektor pCRScript (Stratagene, Heidelberg, Germany) gemäß der Anleitung
des Herstellers kloniert. Ein Cycle-Sequencing wurde unter der Verwendung
der ABI Prism (Perkin Elmer Applied Biosystems, Foster City, CA)
Fluoreszenzmethode durchgeführt.
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Die
mit dieser Primerkombination (5'-HT11G-3' und TCG ATA CAG
G) erhaltenen Muster deckten das Vorkommen eines 330 bp langen Produktes
im Differential-Display auf, welches in IL-1β behandelten HDMVEC spezifisch
hochreguliert ist, nicht aber in VEGF165 behandelten oder unbehandelten
Kontrollzellen. Die differentielle Expression wurde durch Northern
Blot Hybridisierung an den korrespondierenden RNAs unter Verwendung
der radioaktiv markierten 330 bp cDNA als Probe bestätigt. Die
Klonierung und Sequenzierung deckte auf, dass das Produkt aus dem
Differential-Display mit den Nuldeotiden 1430 bis 1768 vom 3' Ende der kodierenden
Sequenz der 2,8 kB mRNA des humanen Guanylate Binding Protein-1
(GBP-1) übereinstimmt. GBP-1
ist eine GTPase mit einem Molekuargewicht von 67 kDa ohne jegliche
assoziierte biologische Funktion. Es wurde jedoch interessanterweise
als Interferon induzierbares Protein in Fibroblasten entdeckt und
Interferon-gamma gehört
zur Gruppe der inflammatorischen Zytokine. In diesen Zellen kann
GBP-1 durch α-
und γ-Interferon,
jedoch durch unterschiedliche Signalwege, induziert werden, was
unterschiedliche Muster der Induktion zur Folge hat.
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2. Dosisabhängigkeit und zeitlicher Verlauf
der GBP-1 mRNA Niveaus in Abhängigkeit
zur IL-1β Stimulation.
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Nachdem
dies der erste Bericht einer durch IL-1β induzierbaren GBP-1 Genexpression
in HDMVEV ist, haben die Erfinder diese Induktion durch einen Zeitverlauf
und eine Dosisanalyse weiter beschrieben. Nur 2 U/ml von IL-1β im Inkubationsmedium
ergaben einen 2,4-fachen
Anstieg der Menge an GBP-1 mRNA nach 5 Stunden Behandlung. Eine
maximale Induktion (zwischen 5- und 70-fach) wurde erreicht, wenn
20 U/ml IL-1β verwendet
wurden. Die Zeitverlauf Analyse zeigte, dass die Induktion der GBP-1
mRNA rasch verlief, ihr Maximum nach 5 Stunden erreichte und über einen
Zeitraum von 24 Stunden auf einem hohen Niveau verblieb. IL-1β erzeugte
ein rasches und stabiles intrazelluläres Signal, das zu einer GBP-1
Induktionskinektik führte, die
der durch IFN-γ in
diploiden Fibroblasten oder HeLa-Zellen (Decker et al., 1991, Lew
et al., 1991) erzeugten, ähnlich
ist. Solche hohen, rasch induzierbaren, Expressionsniveaus, weisen
daraufhin, dass das GBP-1 Genprodukt eine entscheidende Rolle in
der Aktivierung von Endothelzellen spielt.
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3. Auswirkung von Cycloheximid auf die
IL-1β Induktion
der GBP-1 mRNA.
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Die
rasche Reaktion des GBP-1 Gens auf IL-1β deutet an, dass bezüglich der
Induktion von GBP-1 durch IFNe in FS2 Fibroblasten in HDMVEC eine
Protein Synthese nicht erforderlich ist, um die beobachtete Induktion
von GBP-1 mRNA zu erreichen. Deshalb wurden die Zellen mit dem Protein-Synthese-Inhibitor
Cycloheximid (CHX) 15 min vor und während der 5 ständigen Inkubation
mit IL-1β,
behandelt. Daran anschließend
wurde die mRNA Menge von GBP-1 mittels Northern Blot Hybridisierung
gemessen. Dazu wurden 30 μl Aliquots
der zellulären
Gesamt-RNA auf einem vertikalen 1 % Agarose/6 % Formaldehyd Gel
fraktioniert und auf ein Nylonmembrane (Hybond N+,
Amersham) transferriert und durch UV-Bestrahlung crossgelinkt (264
nm, 2 min). Die mit 32P markierten DNA-Proben
für die
Hybridisierung wurden unter Verwendung eines random prime Markierungskits
(Boehringer, Mannheim, Deutschland) hergestellt. Die Hybridisierung
wurde bei 42°C über 16 Stunden
in 50 % Formamid, 5 × Saline-Trinatriumcitrat
(SSC), 10 % Dextransulfat, % N-Lauroylsarcosin, 100 μg/ml Sonicated
Salmon Sperm DNA und 250 μg/ml
tRNA, durchgeführt.
Radioaktiv markierte Proben (2 × 106 cpm/ml, mit einer spezifischen Aktivität von > 6 × 108 cpm/μg DNA), wurden
für die
Hybridisierung verwendet. Nach der Hybridisierung wurden die Filter
gewaschen, mit einer Endstringenz von 0.1 × SSC, 0.1 % N-Lauroylsarcosin,
bei 50°C.
Die Autoradiographie wurde bei –70°C mit einer
Verstärkermaske
durchgeführt.
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Unter
diesen Bedingungen hatte CHX keinen inhibitorischen Effekt auf das
durch IL-1β induzierte
Expressionslevel der GBP-1 mRNA. Dies deutet an, dass sämtliche
Proteine, die für
eine transkriptionelle Antwort von GBP-1 auf IL-1β in HDMVEC
erforderlich sind, bereits vor der Zugabe von IL-1β vorhanden
waren. Demnach produziert IL-1β, ähnlich wie
IFN-γ in
Fibroblasten oder HeLa, eine schnelle und lang anhaltende Induktion
von GBP-1 mRNA in HDMVEC, in der Abwesenheit von Proteinsynthese.
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4. Die Expression von GBP-1 mRNA wird
durch ICs, aber nicht durch angiogene Wachstumsfaktoren induziert
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Als
GBP-1 erstmals als Interferon induzierbares Protein beschrieben
wurde, untersuchten wir, ob in HDMVEC, IFN-γ, andere ICs, oder Wachstumsfaktoren
von den bekannt ist, dass sie endotheliale Zellen aktivieren, ebenfalls
die GPB-1 Expression regulieren konnten, oder nicht. HDMVEC wurden
für 5 Stunden
mit oder ohne IFN-γ 100
U/ml), TNF-α (300
U/ml), VEGF (10 ng/ml) oder bFGF (10 ng/ml) behandelt und die GBP-1
Expression wurde, wie oben beschrieben, durch Northern Blot Hybridisierung
analysiert. Es wurde gezeigt, dass IFN-γ und TNF-α die GBP-1 mRNA Menge in HDMVEC
drastisch nach oben regulierten, wohingegen VEGF oder bFGF dies
nicht taten. Die GBP-1 Expression, die spezifisch durch ICs, aber
nicht durch angiogene Wachstumsfaktoren nach oben reguliert wird,
stellt demnach einen potentiellen Marker für die IC Aktivierung dar.
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5. VEGF und bFGF hemmen die IL-1β Induktion
der GBP-1 mRNA in HDMVEC
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Es
wurde weiterhin getestet, ob VEGF und/oder bFGF in der Lage waren,
die IL-1β induzierte
Expression der GBP-1 mRNA zu modulieren. Deshalb wurden HDMVEC für 5 Stunden
mit IL-1β (20
U/ ml) im Beisein oder Absenz von VEGF (10 ng/ ml) und/oder bFGF
(10 ng/ml) stimuliert und das GBP-1 Expressionsniveau durch Northern
Blot, wie oben beschrieben, analysiert. Es wurde gezeigt, dass die
Gegenwart von entweder VEGF oder bFGF die GBP-1 Expression auf entsprechende
60 % und 40 % der IL-1β Induktion
(100 %) nach unten reguliert. Wenn beide angiogenen Wachstumsfaktoren
zusammen dem Inkubationsmedium gleichzeitig mit dem IL-1β zugegeben
wurden, fiel die GBP-1 mRNA Expression drastisch auf 17 %. Demzufolge
regulieren beide angiogenen Wachstumsfaktoren die IL-1β induzierte
GBP-1 Expression in HDMVEC wirksam nach unten. Außerdem scheint
die GBP-1 mRNA Expression nicht nur die IC Aktivierung widerzuspiegeln,
sondern auch die sich gegenseitig ausschließenden molekularen Veränderungen
der durch ICs oder Wachstumsfaktoren geförderten Genexpression von Endothelzellen.
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6. VEGF und bFGF hemmen die Bindung von
U397 Monozyten an IL-1β oder
IFN-γ aktivierte
HDMVEC.
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Es
wurde untersucht, ob die mit VEGF und bFGF assoziierte Herunterregulierung
der IL-1β induzierten GBP-1
mRNA Expression mit einer Modulation der biologischen Aktivität von ICs
zusammenhängt.
ICs sind dafür
bekannt, die Expression von Adhäsionsmolekülen auf
der Oberfläche
von HDMVEC nach oben zu regulieren und das Anheften der U937 Monozyten
an das aktivierte Endothel auszulösen. Deshalb wurde der Einfluss
von VEGF und bFGF auf die durch IL-1β induzierte Adhäsionskompetenz
von HDMVEC untersucht. HDMVEC wurden mit l04 Zellen/
cm2 in 8-well Mikrokammer-Objekträger (Lab-Tek,
Nunc Inc., Naperville, Illinois) eingesät und bis zu einer 90 %igen
Konfluenz in komplettem EBM/5 % FBS (Clonetics) kultiviert. Diese subkonfluenten
Endothelzellen wurden für
6 Stunden mit IL-1β bei
20 U/ml unter Zugabe angiogener Wachstumsfaktoren oder ohne, behandelt.
Dann wurden die U937 Monozyten wurden hinsichtlich ihrer Fähigkeit,
an die durch Zytokin aktivierten HDMVEC zu binden, gefordert. Dazu
wurden die U937 Monozyten mit 7 × 105 Zellen/ml
in RPMI/1640, 1 FBS bei 37°C
für 30
min vorinkubiert und anschließend
wurden HDMVEC Monolayer für
15 min zusammen mit 500 μl
dieser U937 Zellsuspension inkubiert. Nicht adherierende Monozyten
wurden durch Schwenken der Objektträger in RPMI/1640, 1 % FBS vorsichtig
abgewaschen und adherente Zellen wurden durch ein 15 minütiges Eintauchen
in RPMI/1640/1 % FBS mit 5 % Glutaraldehyd (Serva, Heidelberg, Deutschland),
fixiert. Die adherenten Zellen wurden pro beliebiger Oberflächeneinheit
unter Verwendung eines Computerprogramms (Optimas, Unterhaching,
Deutschland), gezählt.
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Es
wurde gezeigt, dass die gleichzeitige Zugabe von IL-1β und entweder
VEGF (10 ng/ml) oder bFGF (10 ng/ml) die Anzahl der adherenten Monozyten
um mehr als 40 % reduzierte, im Vergleich zu den Experimenten in
denen nur IL-1β zugeben
wurde. Die Reduktion der Anzahl an adherenten Monozyten war sogar noch
deutlicher (bis zu 60 %), wenn beide Faktoren kombiniert wurden.
Es war keine signifikante Aktivierung der Adhäsion zu beobachten, wenn die
HDMVEC mit VEGF oder bFGF alleine behandelt wurden. Diese Daten weisen
daraufhin, dass die Fähigkeit
der HDMVEC die U937 Monozyten zu binden, mit dem Expressionsmuster
der GBP-1 mRNA korreliert. Interessanterweise hemmen VEGF und/oder
bFGF die Bindung von Monozyten an IC-aktivierte HDMVEC ebenso stark,
wie sie die GBP-1 Expression hemmen. Zusammengefasst, weisen diese
Daten daraufhin, dass die GTPase GBP-1 in HDMVEC an dem durch ICs
aktivierten Signaltransduktionsweg beteiligt ist, was zur Adhäsionsfähigkeit
von endothelialen Zellen führt.
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7. VEGF und bFGF neutralisieren die durch
IL-1β und
IFN-γ induzierte
Wachstumshemmung.
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Eine
weitere Eigenschaft der inflammatorischen Zytokine ist ihre Fähigkeit
die Zellproliferation (IL-1β und
IFN-γ) zu
hemmen oder sogar die Apoptose (IFN-γ und TNF-α) von endothelialen Zellen zu
induzieren. Deshalb wurde untersucht, ob VEGF und/oder bFGF die
durch IL-1β oder
IFN-γ induzierte
Wachstumshemmung beeinflussen. Für
diesen Zweck wurden HDMVEC mit einer Dichte von 104 Zellen/cm2 12-Multiwellplatten (Costar) eingesät und für 24 Stunden
in Medium mit niedrigem Serum gehalten. Die entsprechende Kombination
an Faktoren wurde in angepasster Konzentration in frischem Medium
mit niedrigem Serumgehalt jeden zweiten Tag zugegeben. Nach 5 Tagen
Kultivierung wurden die Zellen in PBS gewaschen, durch Trypsinisierung
geerntet und die Zellzahl wurde mit einem Hemacytometer bestimmt.
Zellen, die mit VEGF (10 ng/ml) oder bFGF (10 ng/ml) behandelt wurden,
zeigten eine 2- bis 2.7-fach höhere
Proliferationsrate verglichen mit den unbehandelten Kontrollzellen.
Im Gegensatz dazu hemmten IL-1β (20
U/ml) oder IFN-γ (100
U/ml) die Proliferation der HDMVEC. Jedoch wurde die Fähigkeit
der HDMVEC zu proliferieren wieder hergestellt, wenn zu IL-1β, VEGF oder
bFGF zugeben wurden, was in einem 1.7- bis 2-fachen Anstieg der
Proliferationsrate, verglichen mit den unbehandelten Kontrollzellen,
resultierte. Dieser Effekt war sogar noch stärker ausgeprägt, wenn
VEGF und bFGF gleichzeitig zu den mit IL-1β behandelten Zellen gegeben
wurden. Auch der durch IFN-γ induzierten
Wachstumshemmung wurde durch die Zugabe von VEGF und/oder bFGF entgegengewirkt. Diese
Ergebnisse zeigen, dass die GBP-1 Expression mit der Fähigkeit
von HDMVEC zur Zellproliferation umgekehrt korreliert. Schlussgefolgert
spielt GBP-1 eine wichtige Rolle bei der durch ICs erzeugten und
der durch Wachstumsfaktoren entgegen gewirkten Wachstumshemmung
oder Apoptose.
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Zusammengefasst
korreliert das GBP-1 mRNA Expressionsmuster direkt mit der Adhäsionskompetenz
und indirekt mit der Proliferationsrate von HDMVEC, was darauf hinweist,
dass GBP-1 diese beiden Vorgänge
regulieren kann.
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Beispiel 2: Überexpression des GBP-1 Gens
in sense und anti-sense Orientierung
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1. Konstruktion von GBP-1 Vektoren.
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Um
einen direkten Nachweis der Rolle, die GBP-1 in IC-aktivierten endothelialen
Zellen einnimmt, zu erhalten, wurde als funktioneller Test untersucht,
ob eine konstitutive, rekombinante Expression von GBP-1 die biologischen
Eigenschaften von endothelialen Zellen beeinflussen kann. Deshalb
wurde ein GBP-1 Expressionsvektor konstruiert. Hierzu wurde die
für GBP-1
kodierende Volllänge-cDNA
unter Verwendung von RT-PCR an aus IFN-γ behandelten HDMVEC extrahierter
zellulärer
Gesamt-RNA, isoliert und wie nachfolgend beschrieben, in verschiedene
Vektoren kloniert. Reverse Transkription wurde an 5 μg zellulärer Gesamt-RNA, vorbehandelt
mit DNAase-I, unter Verwendung von 2 pmol des anti-sense Oligonukleotids
5'-GCT CTA GAT TAG CTT
ATG GTA CAT GCC TTT CG-3' (Seq
ID No.: 4), das als Primer an die Positionen 1824 bis 1847 der veröffentlichten
humanen GPB-1 cDNA (Cheng, Y.E., et al., 1988, „Accumulation of Guanylate-Binding
Proteins in Patients treated with Interferons", J. Interferon Res., 385-391) bindet,
0.5 μg dNTPs
und 200 Units der Superscript Reverse Transcriptase (Gibco BRL),
durchgeführt.
PCR wurde an einem Zehntel der Reverse Transkriptionsreaktion mit
10 pmol des sense Primers 2 (5'-CGG
AAT TCG CCG CCA TGG CAT CAG AGA TCC ACA TG-3'; Seq ID No.: 5) und dem anti-sense
Primer 1 in einem PCR Gesamtvolumen von 100 μl durchgeführt. Die 30 Amplifikationszyklen
waren wie folgt: Denaturierung für
60 Sekunden bei 94°C,
Bindung des Primers für
60 Sekunden bei 55°C
und Verlängerung
120 Sekunden bei 72°C.
Diese RT-PCR Reaktion erzeugte ein 1801 Bp langes Produkt, der gesamten
Kodierungssequenz von GBP-1 entsprechend und flankiert von zwei
Schnittstellen für
Restriktions-Endonuklease EcoRI und XbaI. Die PCR-Produkte wurden
zunächst
in den PCRScript Vektor (Stratagen) inseriert und komplett durchsequenziert.
Eine cDNA die eine GBP-1 Kodierungssequenz kodierte, die genau der
veröffentlichten
Sequenz entspricht, wurde dann in sense und anti-sense Orientierung
in die EcoRI Mehrfach- Klonierungsstelle
von pCDNA3 (Invitrogen), pCDNA3-GFP (ein Geschenk von Dr. J.F. Giot)
und den von MoMuLV abstammenden pBabePuro (Morgenstein, 1990), einkloniert.
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2. Produktion von retroviralen Partikeln
und Infektion.
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Die
Verpackungszelllinie PG13/J7 (Miller, 1991) wurde in modifiziertem
Dulbecco Medium, ergänzt
mit 10 % hitzeinaktiviertem fötalen
Rinderserum (Gibco), 1 × HAT
(Gibco) kultiviert und in 100 mm Schalen (Falcon) durch die Kalziumphospat
Kopräzipitatiostechnik,
mit 10 ng retroviralen DNA Konstrukten und 25 μg Träger-DNA, über Nacht transfiziert. Die
Viren wurden von isolierten stabilen Klonen der transfizierten Zelllinien erhalten.
Bei einer Konfluenz von 80 % wurde das Medium durch DMEM mit 10
% FCS ohne Puromycin ausgetauscht. 12 Stunden später wurden die Überstände der
Zellkultur geerntet und durch einen 0.45 μm Filter steril filtriert.
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Die
retrovirale Infektion wurde durch Zugabe von Polybren mit einer
Endkonzentration von 8 μg/ml
und der Inkubation der HDMVEC oder HUVEC für zweimal 4 Stunden mit unverdünnten oder
verdünnten Überständen durchgeführt, die
durch eine Inkubation in frischem normalen Endothelmedium (EBM 5
% FBS) ebenfalls für
4 Stunden, voneinander getrennt waren. 48 Stunden nach der Infektion
wurden die Zellen unter Selektion gesetzt, indem 0.5 μg/ml Puromycin
verwendet wurde. Das Medium wurde jeden dritten Tag ersetzt, bis
die resistenten Kolonien zu erkennen waren.
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Die
Titer der retroviralen Partikel, die GBP-1 in sense oder anti-sense
Orientierung trugen, wurden durch Semiquantitative PCR miteinander
verglichen. Die RNA wurde von Viren aus dem Überstand, gemäß der Angaben
des Herstellers mit dem High Pure virale RNA-Kit (Boehringer Mannheim),
extrahiert. Eine RT-PCR wurde nach der Titan One Reaktionsmethode
mit einer Reihe, für
die GBP-1 Kodierungssequenz spezifischen Primern, durchgeführt. RNA,
die aus GBP-1 Sequenz – in
sense oder anti-sense Orientierung – tragenden Viren extrahiert
wurde, wurde entweder seriell verdünnt und die verschiedenen Verdünnungen
derselben Anzahl an Amplifikationsschritten unterworfen, oder eine
konstante Verdünnung
wurde auf verschiedene Experimente mit derselben Anzahl an PCR Zyklen
verteilt. Für
jede Reaktion, unabhängig
vom experimentellen Ansatz, wurden identische Ergebnisse erzielt:
in beiden Fällen
(GBP-1 sense oder anti-sense) war das 950 bp Amplifikationsprodukt
bei derselben Matrizenverdünnung
oder Anzahl von Zyklen nachzuweisen. Dies zeigt, dass beide Virus-Stocks
(sense, antisense Konstrukte) den selben Titer hatten.
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3. Überexpression
von GBP-1 hemmt die endotheliale Zellproliferation.
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Primäre humane
Endothelzellen aus der Nabelschnurvene (HUVEC) wurden mit retroviralen
Vektoren (pBabePuro) infiziert, welche die GBP-1 mRNA entweder in
sense (pBabePuroD16=D16) oder anti-sense (pBabePuroD3=D3) Orientierung
exprimieren. Die Titer von pBabePuroD3 und pBabePuroD16, die für die Infektion
verwendet wurden, waren equivalent, wie durch Semiquantitative RT-PCR
bestimmt wurde. Nach 10 Tagen Selektion wurden zahlreiche schnell
wachsende Puromycin resistente Klone in Experimenten gewonnen, in
denen eine Infektion mit dem retroviralen Vektor (pBabePuro) alleine
oder mit pBabePuroD3 (anti-sense GBP-1) durchgeführt wurde. Im Gegensatz dazu,
wurden nur langsam wachsende Klone von den Zellen erhalten, die
mit dem das sense GPB-1 enthaltenden pBabePuroD16 infiziert waren.
Diese Ergebnisse weisen bereits daraufhin, dass GBP-1 möglicherweise
als Wachstumshemmer in HUVEC agiert. Die Charakterisierung der Transgenexpression
wurde durch Northern Blot Analyse bestätigt, indem ein 300 Bp langes
internes Fragment von GBP-1 und ein gag-pol Fragment von MMLV als
Proben verwendet wurden. Wie erwartet, wurde die Expression der
retroviralen, gag-kodierenden mRNA (2.5 Kb) in pBabePuroD3 transduzierten
Zellen nachgewiesen. In Zellen, die mit pBabePuroD3 oder pBabePuroD16
transduziert waren, wurden entsprechende 4.4 Kb mRNA kodierende
Teile der retroviralen gag-Sequenzen (2.5 Kb) und GBP-1 mRNA Sequenzen
(1.8 Kb), nachgewiesen. Als sie über
einen Zeitraum von 6 Tagen auf ihre Proliferationsfähigkeit
hin untersucht wurden, wuchsen endotheliale Zellen, die rekombinantes
GBP-1 (D16) konstitutiv exprimierten, klar langsamer, als die Kontrollzellen
oder Zellen, welche die GBP-1 mRNA in anti-sense Orientierung (D3)
exprimierten. Ausserdem erreichten die pBabePuroD16 transduzierten
Zellen in Gegenwart ansteigender Konzentrationen von VEGF und bFGF
(1, 10, 100 ng/ml) nur 58 % der Proliferationsrate, die mit pBabePuro
transduzierten Kontrollzellen unter diesen Bedingungen erreicht
wurde. Diese Werte zeigen, dass die Expression von GBP-1 in endothelialen
Zellen, die Proliferation der Zellen hemmt.
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4. Überexpression
von anti-sense GPB-1 mRNA in endothelialen Zellen wirkt einer durch
IL-1β oder
IFN-γ induzierten
Wachstumshemmung entgegen.
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Schlieflich
wurde untersucht, ob eine Hemmung der zellulären GBP-1 Expression durch
die rekombinante Expression von GPB-1 anti-sense mRNA in endothelialen
Zellen die antiproliferative Wirkung der inflammatorischen Zytokine
beeinflusst.
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HUVECs
transduziert mit pBabePuroD3 und folglich konstitutiv hohe Mengen
an GBP-1 mRNA exprimierend und Kontrollzellen transduziert mit pBabePuro,
wurden mit VEGF und bFGF (jeweils 10 ng/ml) in Medium mit niedrigem
Serumgehalt kultiviert und gleichzeitig ansteigenden Konzentrationen
von IL-1β (2-200 U/ml)
oder IFN-γ (10-1000
U/ml) ausgesetzt. Nach 6 Tagen in Kultur wurde die Zellzahl bestimmt.
In beiden Fällen
führten
IL-1β und
IFN-γ in dosisabhängiger Art
und Weise zu einer Abnahme der durch die Wachstumsfaktoren induzierten
Proliferation. Jedoch waren die pBabePuroD3 transduzierten Zellen
deutlich weniger sensitiv als die Kontrollzellen und zeigten nur
62 % und 27 % Wachstumshemmung im Vergleich zu entsprechenden 17
% und 15 % in Gegenwart der höchsten
Konzentrationen an IL-1β und IFN-γ. Die Expression
der anti-sense GBP-1 mRNA in den mit pBabePuro transduzierten Zellen
schützte
die endothelialen Zellen wirksam vor der durch IC induzierten Hemmung
der Zellproliferation.
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Beispiel 3: Visualisierung von GFP-GPB-1
in transfizierten Zellen
-
Um
zu untersuchen, ob die klonierte cDNA für ein komplettes funktionales
GBP-1 Protein kodieren kann, wurde das Molekulargewicht des kodierten
Proteins durch Western Blot bestimmt und Lokalisierungssrudien von
GBP-1 in der Zellen durchgeführt.
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Das
GBP-1 Protein trägt
ein CAAX Isoprenylierungssignal-Motiv am C-Terminus, von dem gezeigt wurde,
dass es in vitro und in in vivo funktionell ist und darauf hinweist,
dass es sich bei GBP-1 um ein Membran-assoziiertes Protein handeln
könnte.
Um die Lokalisierung des GBP-1
Proteins in eukaryontischen Zellen zu untersuchen, wurde ein chimäres Protein
aus dem green fluorescent Protein (GFP) der Qualle Aequorea victoria
und GBP-1 konstruiert. Folglich wurde das GFP an den N-Terminus
des GBP-1 Proteins fusioniert, um irgendwelche Interferenzen mit
dem am C-Terminus befindlichen Isoprenylierungs-Motiv CAAX zu vermeiden. Deshalb
wurde die komplette GBP-1 cDNA mit einer GFP cDNA (GFP-GBP-1) im
Leseraster befindlich in den Säugerexpressionsvektor
pcDNA3 inseriert. Mit diesem Plasmid kann die inserierte cDNA unter
der Kontrolle der T7-RNA Polymerase in eukaryontischen Zellen in
hohem Maße
exprimiert werden. Die T7-RNA Polymerase Expression in den entsprechenden
Zellen wird durch eine Superinfektion mit T7-RNA Polymerase kodierenden
Vaccinia Viren ausgelöst.
CV1 Zellen wurden in 6-well Platten eingesät, bis sie eine Konfluenz von
80 % erreichten, mit Optimem (Gibco) gewaschen und für eine Stunde
bei 37°C
mit 106 pfu pro well eines T7-RNA Polymerase
kodierenden Vaccinia Virus in DMEM/0 % FBS, infiziert. Nach einem
Waschschritt mit Optimem wurde die Transfektion der Zellen durch
Inkubation in einer Optimem Lösung
mit 7 μl
Lipofectamin und 2 μg Plasmid
pro Well über
Nacht durchgeführt.
Die CV1 Zellen wurden dann in PBS gewaschen und für 15 min
bei Raumtemperatur in 2 % Formaldehyd, 2 % Glutaraldehyd, 1 × PBS, fixiert.
Die Visualisierung des GFP oder des GFP-GBP-1 Fusionsproteins wurde
durch Fluoreszenzmikroskopie erreicht. Zellen die mit den Konstrukten,
die GFP alleine oder fusioniert an anti-sense GBP-1 trugen, transfiziert
waren, zeigten eine diffuse Fluoreszenz, die gleichmäßig im Zytoplasma
verteilt und geringfügig
konzentriert im Kern war. Diese Verteilung deckte sich mit früheren Berichten
der diffusen, zellulären
Lokalisierung von GFP. Im Gegensatz dazu ergab die Expression des
GFP-GBP-1 Proteins ein punktiertes, perinukleares Fluoreszenzmuster.
Dies deutete auf eine Verbindung mit inneren zellulären Membranen
hin und erinnerte an die charakteristischen Muster, die Proteine,
die an den intrazellulären
Membranen des Golgi Apparates lokalisiert sind, zeigen. Diese ausgeprägte Lokalisierung
wurde einheitlich und reproduzierbar in CV1 Zellen erhalten, aber
auch in anderen untersuchten Zelltypen wie etwa CHO, NIH-3T3 und
HeLa-Zellen.
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Die
Western Blot Analyse der transfizierten Zellen mit einem anti-GFP
Antikörper
bestätigte
die Expression von GFP (27 kDa) oder des GFP-GBP-1 Fusionsproteins
(97 kDa) in CV1 Zellen. Für
die Western Blot Analyse wurden die CV1 Zellen in T75 cm2 Flaschen angezüchtet, bis sie eine Konfluenz
von 80 % erreicht hatten und mit Lipofectamin (Gibco) transfiziert.
Nach 12 Stunden wurden die Zellen geerntet und Proteinextrakte hergestellt
unter Verwendung von RIPA-Puffer (150 mM NaCl, 1 % Na-Deoxycholat,
1 % Triton X-100, 0.1 % Dodecylsulfat (SDS) und 10 mM Tris-Cl pH
8.5) (Roux 1982) und diese sonifiziert. Die Proteinextrakte wurden
in 1 × Laemmlipuffer
(50 mM Tris/HCl pH 6.8, 100 mM Dithiothreitol (DTT), 2 % SDS, 0.1
% Bromphenolblau und 10 % Glyzerin) gekocht und einer SDS (12 %)
Polyacrylamid-Gelelektrophorese (PAGE) in Gegenwart von 10 % β-Mercaptoethanol
(reduzierende Bedingungen) unterworfen. Die Proteine wurden dann elektrophoretisch
mit einem Semidry-Blotapparat auf einer 0.2 μm PVDF-Membran (Pall Filtron)
transferriert. Eine Immunofärbung
wurde mit einem monoklonalen anti-GFP Mausantikörper (Boehringer Mannheim)
und einem an Meerrettich-Peroxidase gekoppelten anti-Maus IgG Antikörper (Dako
Diagnostika, Hamburg, Deutschland) durchgeführt. Die Immunkomplexe wurden
mit dem Chemolumineszenz Nachweissystem (ECL) (Amersham Buchler,
Braunschweig, Deutschland) dargestellt. Der Nachweis eines 97 kDa
Proteins (27 kDa vom GFP Anteil und 70 kDa vom GBP-1 Anteil) in den
Extrakten von Zellen, die mit der GFP-GBP-1 Fusionsprotein kodierenden
cDNA transfiziert waren, beweist eindeutig, dass die isolierte cDNA
für ein
komplettes GBP-1 Protein kodiert.
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