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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung
von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure.
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2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure wird
bekanntlich als Methionin-Analogon zur Ernährung von Zuchttieren und hierunter
hauptsächlich
Geflügel
verwendet. Dieses Produkt wird unter den Warenzeichen Rhodimet AT
88TM und AlimetTM vertrieben.
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Es
ist bekannt, 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure durch verschiedene Verfahren
zur Hydrolyse von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril
herzustellen. Die Hydrolyse wird mit einer anorganischen Säure, wie
Salzsäure
oder Schwefelsäure,
durchgeführt oder
kann auch durch enzymatische Hydrolyse bewerkstelligt werden.
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Gemäß GB-PS
915,193 ist die Hydrolyse von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril zu 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure in Gegenwart
einer anorganischen Säure
bekannt. Gemäß der genannten Patentschrift
wird 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril mit
verdünnter
Schwefelsäure
kontinuierlich hydrolysiert und die erhaltene organische Säure durch
Extraktion mit Ether gewonnen. Da die Hydrolyse kontinuierlich in
einem Rührreaktor
durchgeführt
wird, führt
das in der genannten Patentschrift beschriebene Verfahren zu einer
unvollständigen
Hydrolyse des Ausgangsnitrils und folglich zur Gegenwart von unerwünschten
Derivaten, die Tieren nicht risikolos verabreicht werden können.
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Außerdem ist
aus der US-PS 4,524,077 die Hydrolyse des gleichen Ausgangsnitrils,
bei dem es sich um 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure handelt, mit
Schwefelsäure
in zwei Schritten mit anschließender
Extraktion des Hydrolysemediums mit einem nicht-wassermischbaren
Lösungsmittel
bekannt. Bei dem Zweischrittverfahren wird in einem ersten Schritt Schwefelsäure mit
einer Konzentration zwischen 50 und 70 Gew.-% und bei einer Temperatur
zwischen 25 und 65°C
verwendet. Die Eintragung von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril
erfolgt über
einen Zeitraum von 30 bis 60 Minuten, und die Hydrolyse des Nitrils
zum entsprechenden Amid erfolgt über
einen Zeitraum von 30 bis 90 Minuten. Das 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid
wird dann durch einen nachgeschalteten Hydrolyseschritt bei einer
Temperatur im Bereich von 70 bis 120°C in 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure umgewandelt.
Der abschließende Hydrolyseschritt
wird mit einer Säure
mit einem Gehalt zwischen 30 und 50 Gew.-% durchgeführt. In
der Praxis wird dieser Gehalt durch Zugabe von Wasser erhalten.
Unter diesen Bedingungen wird 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid in
60 bis 180 Minuten in 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure umgewandelt. Für die Umwandlung
des Nitrils in die Säure
liegt das Molverhältnis
von Schwefelsäure
in bezug auf das Nitril zwischen 1 und 1,1.
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In
der US-PS 4,912,257 wird ein Verfahren beschrieben, bei dem das
gleiche Nitril, d.h. 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril derart mit
Schwefelsäure hydrolysiert
wird, daß das
Schwefelsäure-2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril-Molverhältnis zwischen 0,5
und 2 liegt, was eine Reaktionsmischung ergibt, die 20-50 Gew.%
Schwefelsäure
enthält.
Die Mischung wird in einem Rührreaktor über einen
Zeitraum von 30-60 Minuten bei einer Maximaltemperatur von 50°C gehalten.
Der zweite Reaktionsschritt wird in einem auf eine Temperatur zwischen
60 und 140°C
erhitzten zweiten Reaktor über
einen Zeitraum von ungefähr
5 bis 6 Stunden durchgeführt.
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In
der unter der Nummer WO 96/40630 veröffentlichten Patentanmeldung
wird die gleiche zweischrittige Hydrolysereaktion beschrieben. Das
bevorzugte Schwefelsäure/2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril-Verhältnis liegt
immer zwischen 1,15 und 1,25 zu Beginn der Reaktion und dann zwischen
0,9 und 1,2 und besonders bevorzugt zwischen 0,95 und 1,05, wenn
sich die Reaktion in stationärem
Zustand befindet. Es sind zahlreiche Beispiele zur Variation diese
Verhältnisses
durchgeführt
worden. alle Beispiele mit einem Verhältnis von weniger als 0,88
zeigen einen 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril-Umsatz von weniger
als 95%, was für
eine technische Nutzung bei weitem unzureichend ist. In der genannten Patentanmeldung
wird die Schlußfolgerung
gezogen, daß ein
Schwefelsäure/Nitril-Verhältnis zwischen
1,0 und 1,2 zu verwenden ist.
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Nachteilig
ist bei einer Verwendung dieser zwischen 1,0 und 1,2 mol pro Mol
2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril liegenden Schwefelsäuremengen, daß am Ende
der Reaktion den eingetragenen Schwefelsäuremengen proportionale Ammoniumsulfatmengen
anfallen. Diese großen
Sulfatmengen können
ein großes
technisches Abfallproblem verursachen, das immer schwerer zu lösen ist.
Außerdem erweist
sich das Medium, bei dem es sich um eine starke Säure handelt,
in der Wärme
als sehr korrosiv und erfordert die Verwendung von exotischen Werkstoffen.
Aus reaktionstechnischer Sicht würde
ein Verhältnis
von 0,5 ausreichend erscheinen, was sich aber unter den angewandten
Bedingungen bisher als chemisch ineffektiv erwiesen hat. Es scheint
daher unmöglich
zu sein, das Molverhältnis
der Schwefelsäure
in bezug auf das Nitril unter einen Wert von 0,88 zu senken, welcher
die äußerste Grenze
ist, die in der oben genannten Patentanmeldung effektiv zu sein
scheint.
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In
der US-A-2,938,053 wird ein Verfahren zur Herstellung von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure (HMBA)
in zwei Schritten aus 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril (HMBN)
beschrieben. Gemäß diesem Verfahren:
hydratisiert
man das HMBN unter den folgenden Bedingungen zu 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid (HMBM):
H2So4/HMBN zwischen
0,5 und 0,8, Temperatur unter 75°C; hydrolysiert
man das HMBM unter den folgenden Bedingungen: Verdünnung des
oben erhaltenen Hydratationsmediums mit Wasser bei einer Temperatur
unter 75°C;
Erhöhung
der Temperatur auf die Siedetemperatur des Mediums bei Normaldruck.
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Die
Ausbeuten der Hydratisierung von HMTBN zu HMBN liegen nicht über 75%,
bezogen auf HMBN, und diese Bedingungen erfordern eine Steuerung
der Temperatur der Hydratisierungsreaktion, die 75°C nicht überschreiten
darf.
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Es
hat sich als möglich
erwiesen, die Hydrolyse von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril
zu 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure mit
hervorragenden Ausbeuten mit einem Molverhältnis von Schwefelsäure in bezug
auf 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril zwischen
0,6 und 0,88 durchzuführen.
Vorzugsweise verwendet man ein Molverhältnis zwischen 0,7 und 0,85.
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Der
erste Schritt, bei der es sich um eine Hydratisierungsreaktion von
2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril zu 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid
handelt, wird in hochkonzentriertem Schwefelsäuremedium in Gegenwart einer
zur Durchführung
dieser Reaktion ausreichenden Menge Wasser durchgeführt. Die
Geschwindigkeit dieser Reaktion ist umgekehrt proportional zur Wassermenge.
Somit ist eine Wassermenge zwischen einem Mol und drei Mol Wasser pro
Mol 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril erforderlich. Noch weiter
bevorzugt verwendet man ein Wasser/2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril-Molverhältnis zwischen
1 und 2,5.
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Durch
diese kleine Wasserkonzentration wird im ersten Schritt die nachfolgende
Hydrolyse von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid
zu 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure
stark eingeschränkt.
Somit ist es in diesem ersten Schritt bevorzugt, nicht mehr als
5 Gew.-% und vorzugsweise weniger als 2 Gew.-% 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure zu produzieren.
Außerdem
ist es in diesem ersten Schritt bevorzugt, eine 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid-Konzentration
von mehr als 95 Gew.-%
und vorzugsweise mehr als 98 Gew.-% zu erhalten. Die Arbeitsbedingungen
bei diesem ersten Schritt werden innerhalb von Grenzen gewählt, die
nicht zur Produktion von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure führen; daher
arbeitet man bei einer Temperatur kleiner gleich 60°C und insbesondere
zwischen 0°C
und 50°C.
Die Reaktion wird vorzugsweise in einem kontinuierlichen Reaktorsystem
und in Reihe mit einer Verweilzeit zwischen 15 Minuten und zwei
Stunden durchgeführt.
Der Reaktionsdruck wird vorzugsweise zwischen 0,01 und 3 bar gewählt.
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Bei
dem zweiten Reaktionsschritt handelt es sich um eine Hydrolyse von
2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid zu 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure, die in
Gegenwart der im ersten Schritt nicht verbrauchten Restmenge an
Schwefelsäure
und in Gegenwart einer zusätzlichen
Menge Wasser unter Vermeidung der Phasentrennung im Reaktionsmedium
durchgeführt
wird. Dieser Schritt wird vorzugsweise in Gegenwart von mindestens
28 Gew.-% Wasser durchgeführt.
Was die Reaktionsbedingungen angeht, so arbeitet man vorzugsweise
bei einer Temperatur zwischen 90 und 130°C. Vorzugsweise arbeitet man
unter einem Druck zwischen 0,5 bar und einem Druck von 5 bar. Durch
Unterdruck können
Spuren von übelriechenden
leichten Gasen, beispielsweise vom Typ Dimethylsulfid, Dimethyldisulfid
und Methylmercaptan, entfernt werden. Durch den leichten Säureüberschuß und die
Gegenwart von Ammoniumhydrogensulfat wird das Korrosionsvermögen des
Mediums bei dieser Temperatur stark eingeschränkt.
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Dem
erfindungsgemäßen Verfahren
nach wird die Hydratisierung an einer wäßrigen Lösung von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril,
die im Lauf des ersten Schritts durch Verdampfung von Wasser auf
konzentriert wird, durchgeführt.
Bei Verdampfung des in der wäßrigen Lösung von
2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril enthaltenen Wassers wird das
im ersten Schritt verdampfte Wasser vorteilhafterweise im zweiten
Schritt recykliert.
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Gemäß einem
besseren technischen Weg zur Durchführung der Erfindung verfährt man
gemäß der folgenden
Abfolge von Schritten ausgehend von einer verdünnten Lösung von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril:
2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril
mit einer Konzentration von etwa 50 Gew.-% und Schwefelsäure werden
einer Apparatur zugeführt,
in der ein Teil des durch die Reagenzien eingebrachten Wassers entfernt
wird, um zu den oben beschriebenen Bedingungen zurückzukehren,
und das 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril wird hydratisiert. So
erhält
man eine Lösung,
die 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid
enthält. Diese
Lösung
wird vor der Hydrolyse des 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramids mit
Wasser, insbesondere dem vorher abgetrennten Wasser, versetzt. Die
nach Hydrolyse erhaltene Lösung
enthält
2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure.
Aus dieser Lösung
wird die 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure gewonnen.
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Dieses
Verfahren kann man beispielsweise kontinuierlich, halbkontinuierlich
oder diskontinuierlich durchführen.
Bei kontinuierlicher Verfahrensführung
kann die für
die Hydratisierung des 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitrils verwendete
Apparatur einen unter niedrigem Druck arbeitenden ersten Rührreaktor
umfassen. Die durch die Reaktion entwickelte Wärme dient zur Verdampfung des
gegenüber
den Bedingungen des ersten Verfahrens zur Durchführung der Erfindung ausgehend
von einer konzentrierten Lösung
von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyronitril überschüssigen Wassers. Das Verfahren
kann wie oben beschrieben abgeschlossen werden.
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Gemäß einem
anderen Verfahren zur Durchführung
der Erfindung führt
man das Ende des zweiten Schritts unter Druck durch. Die Hydrolyse
von 2-Hydroxy-4-methylthiobutyramid wird mit zunehmender Temperatur
schneller. Zur Überschreitung der
Siedetemperatur des Mediums kann man diesen Schritt unter Druck
durchführen.
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Die
erhaltene Mischung wird dann wie in den Patentschriften
US 4,524,077 oder
US 4,912,257 beschrieben
behandelt. So lehrt die US-PS 4,912,257 nach dem Hydrolyseschritt
einen Neutralisationsschritt gefolgt von einem Schritt der Zweiphasentrennung
und Trocknung jeder der beiden Phasen gefolgt von einem Filtrationsschritt
für eine
der Phasen und einem Kristallisationsschritt für die andere. Die Einstellung
des Endgehalts erfolgt durch Zugabe von Wasser.
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Die
US-PS 4,524,077 besteht aus der Durchführung einer direkten Extraktion
des Hydrolysemediums mit einem nicht-wassermischbaren Lösungsmittel
gefolgt von der Verdampfung des Lösungsmittels in Gegenwart einer
Menge Wasser zwecks Verringerung des Auftretens einer Braunfärbung des
erhaltenen Produkts. Das Lösungsmittel
wird insbesondere unter Methylethylketon, Methylisobutylketon, Methyl-tert.-butylether,
Diisopropylether und Diethylcarbonat ausgewählt.
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Das
in der US-PS 4,912,257 beschriebene Verfahren besteht aus der Durchführung einer
Zweiphasentrennung. Das Medium aus dem Hydrolyseschritt wird mit
einem Neutralisationsmittel vom Ammoniakwassertyp versetzt. Das
Medium trennt sich in eine organische Phase (1), die die gewünschte Säure und
verbliebene Salze enthält.
Die wäßrige Phase (2),
die die andere Phase bildet, enthält im wesentlichen anorganische
Salze, vor allem Ammoniumsulfat und Spuren von organischer Säure. Die
beiden Phasen können
zur Entfernung von Wasser eingedampft werden, wobei man eine organische
Lösung
von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure erhält, die kleine Mengen von kristallisierendem
Ammoniumsulfat enthält;
letzteres wird abfiltriert, und die 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure wird durch Zugabe von Wasser
auf den gewünschten
Handelsgehalt (88 Gew.-%) eingestellt. Eine andere Lösung besteht
in der Beseitigung der in der Lösung
von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure vorliegenden
anorganischen Salze durch Zugabe eines wenig wassermischbaren organischen
Lösungsmittels,
wie insbesondere Methylethylketon, Methylisobutylketon und Diethylcarbonat.
Dann beobachtet man die Abscheidung einer wäßrigen Salzphase; die organische
Phase wird durch Eindampfen vom Lösungsmittel befreit, und die
fertige Lösung
von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure wird durch Zugabe von Wasser
auf den Handelsgehalt eingestellt.
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Die
wäßrige Phase
(2) wird zur Ausfällung der
anorganischen Salze, insbesondere des Ammoniumsulfats, das als solches
vermarktet werden kann, aber Spuren von übelriechenden organische Derivaten
beinhaltet, eingedampft. Diese wäßrige Phase
kann auch zur Abreicherung von 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäure behandelt
werden. Diese Abreicherung wird durch Zugabe eines wenig wassermischbaren
Lösungsmittels,
das unter Methylethylketon, Methylisobutylketon und Diethylcarbonat ausgewählt wird,
erreicht. Die von den darin enthaltenen organischen Derivaten befreite
wäßrige Phase wird
zur Isolierung der geruchsfreien und direkt vermarktbaren anorganischen
Salze getrocknet. Die organische Abreicherungsphase wird recycliert,
beispielsweise mit der 2-Hydroxy-4-methylthiobuttersäurephase,
um die aus der wäßrigen Salzphase
extrahierten Säuremengen
zurückzugewinnen.
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Die
vorliegende Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele, die
die Erfindung nicht einschränken
sollen, näher
erläutert.
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VERGLEICHSBEISPIEL 1:
Versuch in geschlossenem Reaktor bei einem H2SO4/Cyanhydrin-Verhältnis von 1,2.
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In
einem 250-ml-Glasreaktor mit:
- – Doppelmantel,
dessen Temperatur durch Ölzirkulation
reguliert wird,
- – Rührer,
- – Kühler,
- – Thermoelement
werden
89 g Cyanhydrin mit einer Konzentration von 78 Gew.-% in Wasser
und 45 g Wasser vorgelegt. So erhält man Cyanhydrin mit einer
Konzentration von 52 Gew.-% in Wasser. Man gibt allmählich 65,5
g, 95%ige Schwefelsäure
zu (somit ist das Schwefelsäure/Cyanhydrin-Molverhältnis gleich
1,2 und das Wasser/Cyanhydrin-Molverhältnis gleich 7,11), wobei man
die Temperatur der Reaktionsmischung unter 60°C hält.
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Die
Analyse des Mediums zeigt, daß nur 55%
des Cyanhydrins umgewandelt worden sind. Die HMTBM-Selektivität und die
HMTBA-Selektivität betragen
91% bzw. 9%.
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Die
Mischung wird zur Vervollständigung
der Reaktion zum Sieden (112°C)
erhitzt. Nach 90 Minuten unter diesen Bedingungen zeigte die Analyse
des Mediums, daß:
- – das
gesamte Cyanhydrin umgewandelt worden ist,
- – die
HMTBM-Selektivität
und die HMTBA-Selektivität
0,4% bzw. 99,6% betragen. Das Gewichtsverhältnis des angefallenen Ammoniumsulfats
in bezug auf HMTBA beträgt
1,05.
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VERGLEICHSBEISPIEL 2:
Vergleichsversuch in geschlossenem Reaktor bei einem H2SO4/Cyanhydrin-Verhältnis
von 0,81.
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In
einem Glasreaktor mit:
- – Doppelmantel, dessen Temperatur
durch Ölzirkulation
reguliert wird,
- – Rührer,
- – Kühler,
- – Thermoelement
werden
60 g Cyanhydrin mit einer Konzentration von 78 Gew.-% in Wasser
und 60 g Wasser vorgelegt.
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Man
gibt allmählich
30 g, 95%ige Schwefelsäure
zu (somit ist das Schwefelsäure/Cyanhydrin-Molverhältnis gleich
0,81 und das Wasser/Cyanhydrin-Molverhältnis gleich 44,27), wobei
man die Temperatur der Reaktionsmischung unter 60°C hält.
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Da
das Reaktionsmedium heterogen ist, gibt man zum Erhalt einer homogenen
Mischung 210 g Wasser zu.
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Man
hält 30
Minuten bei 60°C.
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Die
Analyse des Mediums zeigt, daß:
- – 15%
des Cyanhydrins umgewandelt worden sind,
- – die
HMTBM-Selektivität
und die HMTBA-Selektivität
64% bzw. 36% betragen.
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Die
Mischung wird zum Sieden gebracht (104°C).
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Nach
160 Minuten unter diesen Bedingungen zeigt die Analyse des Mediums,
daß:
- – nur
29% des Cyanhydrins umgewandelt worden sind,
- – die
HMTBM-Selektivität
und die HMTBA-Selektivität
2% bzw. 98% betragen. Das Gewichtsverhältnis des angefallenen Ammoniumsulfats
in bezug auf HMTBA beträgt
0,72.
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BEISPIEL 1: Versuch in
kontinuierlichem Reaktor unter Vakuum (12 Torr) bei einem H2SO4/Cyanhydrin-Verhältnis von
0,78.
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Eine
Mischung aus 163 g/h Cyanhydrin mit einer Konzentration von 80%
und 62 g/h Wasser (was 225 g/h HMTBN mit einer Konzentration von
58 Gew.-% entspricht) einerseits und 80 g/h 95%iger Schwefelsäure andererseits
werden zugeführt.
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Das
Schwefelsäure/Cyanhydrin-Molverhältnis ist
somit gleich 0,78.
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Die
Reaktortemperatur wird bei 50°C
gehalten. Der Druck wird auf 12 Torr eingestellt.
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Unter
diesen Bedingungen beobachtet man im stationären Zustand, daß:
- – 65
g/h Wasser verdampft werden und das Wasser Cyanhydrin-Molverhältnis gleich
1,88 ist,
- – der
Cyanhydrin-Umsatz 90% beträgt.
Die HMTBM-Selektivität und die
HMTBA-Selektivität betragen
98% bzw. 2%.
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Dann
hört man
mit der Reagenzienzufuhr auf, hebt das Vakuum auf, hält die Temperaturregulierung
bei 50°C
und läßt das Reaktionsmedium
abreagieren. Der Cyanhydrin-Umsatz
wird verfolgt:
- – 2 Minuten nach dem Aufhören beträgt der Cyanhydrin-Umsatz
99%,
- – 13
Minuten nach dem Aufhören
beträgt
der Cyanhydrin-Umsatz 100%. Die HMTBM-Selektivität und die HMTBA-Selektivität betragen
95% und 5%. Das Gewichtsverhältnis
des angefallenen Ammoniumsulfats in bezug auf HMTBA beträgt 0,69.
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Dann
gibt man die 65 g des im ersten Teil des Versuchs verdampften Wassers
sowie zusätzliche
39 g Wasser zu und bringt die Mischung eine Stunde zum Sieden (110°C). Die Analyse
des Mediums zeigt, daß die
HMTBM-Selektivität und die
HMTBA-Selektivität
0,4% und 99,6 betragen.
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BEISPIEL 2: Versuch in
kontinuierlichem Reaktor unter Vakuum (12 Torr) bei einem H2SO4/Cyanhydrin-Verhältnis von
0,6.
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Eine
Mischung aus 165 g/h Cyanhydrin mit einer Konzentration von 80%
einerseits und 57 g/h Wasser und 62 g/h 95%iger Schwefelsäure andererseits
werden zugeführt.
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Das
Schwefelsäure/Cyanhydrin-Molverhältnis ist
somit gleich 0,6.
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Die
Reaktortemperatur wird bei 50°C
gehalten. Der Druck wird auf 12 Torr eingestellt.
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Unter
diesen Bedingungen beobachtet man im stationären Zustand, daß:
- – 65
g/h Wasser verdampft werden und das Wasser Cyanhydrin-Molverhältnis gleich
1,71 ist,
- – der
Cyanhydrin-Umsatz 80% beträgt.
Die HMTBM-Selektivität und die
HMTBA-Selektivität betragen
98% bzw. 2%.
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Dann
hört man
mit der Reagenzienzufuhr auf, hebt das Vakuum auf, hält die Temperaturregulierung
bei 50°C
und läßt das Reaktionsmedium
abreagieren. Der Cyanhydrin-Umsatz
wird verfolgt:
- – 5 Minuten nach dem Aufhören beträgt der Cyanhydrin-Umsatz
98%,
- – 20
Minuten nach dem Aufhören
beträgt
der Cyanhydrin-Umsatz 99,5. Die HMTBM-Selektivität und die HMTBA-Selektivität betragen
95% und 5%. Das Gewichtsverhältnis
des angefallenen Ammoniumsulfats in bezug auf HMTBA beträgt 0,52.
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Dann
kann man Wasser (beispielsweise das in diesem Schritt verdampfte
Wasser) zusetzen und die Mischung zur Bewerkstelligung der Hydrolyse des
so gebildeten HMTBM zu HMTBA zum Sieden bringen.