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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine flüssige, sterilisierte Nahrungsmittelzusammensetzung auf
der Basis von Milch, Ei, Sahne und Zucker, die zur Herstellung wärmeverfestigter
gelierte Produkte geeignet ist.
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Es
ist bereits bekannt, wärmeverfestigte
gelierte Produkte, wie Pudding, herzustellen. Eine Lösung besteht
aus dem Mischen eines Volumens gesüßter Kondensmilch mit zwei
Volumen Milch und drei Eiern. Die Zutaten werden dann gut gemischt und
gemäß einer
konventionellen Ofenwärmebehandlung
im Ofen behandelt. Die Eier führen
zu einer Gelbildung während
der Ofenwärmebehandlung. Nach
dem Abkühlen
ergibt sich ein schöner
gut geformter Pudding.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine gebrauchsfertige
UHT-Puddingmischung zu erzeugen. Die Hauptschwierigkeit beim Erzeugen
eines derartigen Produkts besteht darin, daß die funktionalen Eigenschaften
des Eis, d.h. hauptsächlich
die Geliereigenschaft, während
der Hocherhitzungsbehandlung verlorengehen. Das EP-Patent 186 233
betrifft ein eßfertiges
Dessertprodukt, wie einen Pudding, bei dem ein Molkenproteinkonzentrat,
das durch Ultrafiltrierung erhalten wird, einem Denaturierungsverfahren
gefolgt von einer Homogenisierung unterworfen wird, wobei dann die anderen
klassischen Zutaten zugefügt
werden, und die erhaltene Mischung wärmebehandelt wird, um den Pudding
zu erhalten. Das Problem mit diesem Weg besteht darin, daß die Zugabe
von Verdickungsmitteln, wie Stärke
und Gelatine notwendig bleibt, um die erforderliche Gelierwirkung
zu erhalten. Das EP-Patent 820 704 betrifft ein Produkt auf der
Basis von Ei, das die Fähigkeit
hat, zu emulgieren und sich auszudehnen, und beim Kochen zu gelieren:
dieses Patent beruht auf der Gegenwart von Casein und Calcium, was
das Gelieren durch Wärmebehandlung ermöglicht.
Das Problem mit der Gegenwart von Calcium besteht in der Bildung
eines unange nehmen Geschmacks, der für den Verbraucher nicht akzeptabel
ist.
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Das
japanische Patent 06 343397 betrifft eine Eiscreme und nicht ein
zu gelierendes gebrauchsfertiges Produkt. Schließlich betrifft das japanische
Patent 01 005464 einen Vanillepudding, aber vollkommen auf der Basis
der Gegenwart von Ei. Es gibt keine Erwähnung der Gegenwart von Ei.
Es gibt keine Erwähnung
der Gegenwart von Milchprotein.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, nicht ein eßfertiges
Produkt, sondern ein gebrauchsfertiges Produkt zu haben, das eine
Haltbarkeit von mehr als 6 Monate bei Raumtemperatur mit sehr genauen
Geliereigenschaften durch eine klassische Ofenwärmebehandlung ohne einem unangenehmen
Geschmack aufweist.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine flüssige, sterilisierte Nahrungsmittelzusammensetzung auf
der Basis von Milch, Ei und Zucker, die zur Herstellung wärmeverfestigter
gelierter Produkte geeignet ist, die von 4 bis 10% Proteine, bis
zu 15% Fett, bis zu 40% Kohlenhydrate aufweist, wobei der Rest Mineralstoffe
und Wasser sind.
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Unter
wärmeverfestigten
gelierten Produkte verstehen wir in der vorliegenden Beschreibung
Pudding, der irgendeine Art von Pudding umfaßt, einschließlich geschlagenen
Pudding und Vanillepudding. Die sterilisierte Nahrungsmittelzusammensetzung
gemäß der Erfindung
kann bei Raumtemperatur zwischen 6 und 12 Monate aufbewahrt werden.
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Die
Zusammensetzung gemäß der Erfindung
ist in UHT-Schachteln verpackt und wird genau dann geöffnet, wenn
der Verbraucher seinen entsprechenden Pudding oder Vanillepudding
zubereiten will.
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Die
Bedingungen für
die Zubereitung des Puddings oder des Vanillepuddings sind den Fachleuten
auf dem Gebiet bekannt, d.h. Kochen bei ungefähr 180°C Ofentemperatur in einem Wasserbad für 1,5 Stunden.
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Eier
sind in der Zusammensetzung vorhanden, aber die Wärmesterilisierung
führt zu
einem Verlust der Geliereigenschaften der Proteine der Eier, aber
nicht ihrer vorteilhaften Geschmackseigenschaften. Dieser Verlust
wird durch die Geliereigenschaft von sterilisiertem Molkenprotein
ersetzt. Bei der Zusammensetzung gemäß der Erfindung bestehen 30
bis 60% des gesamten Proteins aus Molkenprotein. Die bevorzugte
Menge an Molkenprotein beträgt
40% auf der Grundlage der Gesamtmenge an Protein. Die weiteren Proteine
sind die Proteine von Ei (Vollei oder Eigelb) und von fettfreier
Milchtrockenmasse. Normalerweise gilt, je mehr Molkenprotein in der
Zusammensetzung ist, desto fester ist das Gel des im Ofen gekochten
Desserts. Ein bevorzugter Molkenproteingehalt des flüssigen Produkts
ist 4 bis 7%. Molkenproteingehälter
höher als
7% führen
zu käseartigen
Texturen oder Aromen, die bei Dessertprodukten als nicht gut empfunden
werden.
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Der
pH der gebrauchsfertigen Zusammensetzung ist leicht in dem sauren
Bereich, d.h. zwischen 5,4 und 6. Der bevorzugte pH-Bereich liegt zwischen
5,4 und 5,8.
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Die
Gegenwart von Kohlenhydraten ist wichtig, um eine Süßungswirkung
zu erhalten. Die Art von Kohlenhydraten, die verwendet werden, ist
nicht entscheidend: zusätzlich
zu Lactose und Saccharose können
Maltodextrine oder Stärke
verwendet werden. Die Menge an Kohlenhydraten liegt normalerweise
zwischen 20 und 25%. In der gesamten Beschreibung werden die Prozentangaben
pro Gewicht des fertigen Produkts angegeben. Der Wassergehalt der
Zusammensetzung gemäß der Erfindung
liegt zwischen 60 und 70%, das bedeutet, ein Feststoffgehalt, der
zwischen 30 und 40% liegt.
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Bei
einer bevorzugten Ausführung
der Zusammensetzung der Erfindung beträgt die näherungsweise Zusammensetzung:
6% Fett, 22% Kohlenhydrate, 7% Proteine, wobei der Rest Mineralstoffe
(ca. 1%) und Wasser sind.
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Die
Erfindung betrifft außerdem
das Verfahren zur Herstellung der oben beschriebenen Zusammensetzung,
das die folgenden Schritte umfaßt
- – Herstellen
einer sauren Phase, die eine Mischung aus saurem Molkenprotein,
ggf. Zucker und Lactose und Wasser, enthält,
- – Herstellen
einer neutralen Phase, die eine Mischung aus Magermilch, Zucker,
Ei, Sahne und ggf. Magermilchpulver oder eine alternative Milchproteinquelle
umfaßt,
- – Unterwerfen
beider Phasen, getrennt voneinander, einem Sterilisierungsprozeß,
- – Vereinigen
beider Phasen in einem aseptischen Füllsystem in einer Verpackung,
die abschließend verschlossen
wird.
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Das
Ziel der Erfindung ist es, eine Zusammensetzung mit einer langen
Haltbarkeit, die gebrauchsfertig ist, herzustellen, d.h., daß die Zusammensetzung
wärmebehandelt
werden muß.
Wie es im Stand der Technik bekannt ist, verliert das Ei, wenn es
wärmebehandlet
wird, vollständig
seine Geliereigenschaft. Es ist auch bekannt, daß Sahneprotein Geliereigenschaften
aufweist, aber das Molkenprotein verliert seine Funktionalität durch
eine normale Wärmebehandlung.
Um die Geliereigenschaften von Molkenprotein zu bewahren, muß die Wärmebehandlung
bei einem sauren pH ausgeführt
werden. Unter Berücksichtigung,
daß es
nicht möglich
ist, die Wärmebehandlung
der Milch bei einem niedrigen pH zu machen, ist es gemäß des Verfahrens
der Erfindung obligatorisch, die Wärmebehandlung des sauren Molkenproteins
und der Milch- und der Eiphase getrennt voneinander zu machen.
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Die
saure Phase des Molkeproteins wird bei einem pH zubereitet, der
zwischen 2 und 5 liegt, vorzugsweise bei einem pH von ungefähr 2,5 bis
3,5. Die bevorzugte Art von Molkenprotein, die verwendet wird, ist
von saurer Sahne (solche wie Caseinsahne), aber andere Molkenproteinquellen
können
verwendet werden. Der Vorteil, Molkenprotein zu verwenden, das aus
saurer Sahne hergestellt wird, besteht darin, daß weniger Mineralsäure erforderlich
ist, um den pH der sauren Phase einzustellen. Die bevorzugte Mineralsäure zur
Einstellung des pHs ist Phosphorsäure, obwohl andere Mineralsäuren auch
verwendet werden können,
wie z.B. Schwefelsäure
oder Salzsäure.
Die saure Phase kann auch ein Kohlenhydrat enthalten, wie Saccharose
und/oder Lactose. Die Menge an Molkenprotein in der sauren Phase liegt
zwischen 5 und 10%. Die Menge an Kohlenhydraten in dieser Phase
beträgt
normalerweise zwischen 0,1 und 10%.
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Die
neutrale Phase ist normalerweise eine Mischung von bis zu 20% Ei,
bis zu 40% Magermilch, bis zu 25% Sahne und zwischen 20 und 30%
Zucker. Diese neutrale Phase umfaßt vorzugsweise ungefähr 28% Magermilch,
ungefähr
16% Ei, 16% Sahne und 22% Zucker. Es ist auch möglich, in diese neutrale Phase
eine bestimmte Menge Magermilchpulver oder eine andere Milchproteinquelle
zuzufügen.
Der Gehalt von diesem letzten Bestandteil beträgt bis zu 10%, normalerweise
ungefähr
7%.
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Wie
bereits oben erwähnt,
müssen
beide Phasen voneinander getrennt sterilisiert werden. Diese Sterilisierung
ist vorzugsweise eine UHT-Behandlung, das bedeutet, daß eine Wärmebehandlung
bei einem Temperaturbereich von 135 bis 150°C mit Haltezeiten in dem Bereich
von 2 bis 20 s erfolgt. Die bevorzugte Weise des Erwärmens ist
durch Dampfeinleitung. Nach der Sterilisierung wird die neutrale
Phase homogenisiert.
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Nach
dem Kühlen
werden beide Phasen vereinigt, und das Füllen wird in einem aseptischen
Füllsystem
in einem Massenverhältnis
von saurer Sahne : neutraler Phase ausgeführt werden, das zwischen 1 :
1 und 1 : 2,5 liegt. Dieses Verhältnis
ist in den meisten Fällen
in der Nähe
von 1 : 1,5.
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Um
die vorliegende Patentanmeldung zu erläutern, werden Beispiele der
Zusammensetzung und Verfahren präsentiert.
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Beispiel 1
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Die
saure Phase wurde zubereitet, indem 67 g/kg saures Molkenproteinkonzentrat
(Proteingehalt 80% Feststoffgehalt) in Wasser dispergiert werden, und
der pH durch die Zugabe verdünnter
Phosphorsäure
von dem Anfangswert von 4,0 auf 3,5 korrigiert wird. Die neutrale
Phase wurde zubereitet, indem 215 g/kg Sahne (38% Fett) mit 180
g/kg Magermilch, 50 g/kg Milchpulverproteinkonzentrat (60% Protein/Feststoff),
97 g/kg Magermilchpulver, 268 g/kg kristalline Saccharose und 187
g/kg flüssiges
Vollei gemischt werden.
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Die
Sterilisierung beider Phasen wird auf die gleiche Weise ausgeführt. Das
Produkt wird auf einem Plattenwärmetauscher
auf 80°C
vorerhitzt und dann durch Dampfeinleitung auf 148°C bei einer Heizzeit
von 5 s ultrahocherhitzt. Die Phasen werden auf 78°C blitzgekühlt und
nur die neutrale Phase wird homogenisiert, vor einem abschließenden Kühlen auf
ungefähr
4°C. Beide
sterilisierten Phasen werden zu einem sterilen Tank gepumpt und
in ihm vereinigt, und von dort zu der aseptischen Füllleitung,
um in Tetra-Packs verpackt zu werden, die dann verschweißt werden.
Das Gewichtsverhältnis
saure Phase : neutrale Phase betrug in diesem Fall 1 : 1,6.
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Das
sterile Produkt hat die folgende näherungsweise Zusammensetzung:
Protein 8,2%, Fett 5,7%, Kohlenhydrate 21,8% und Asche 1%; Gesamtfeststoffgehalt
36,8%.
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Molkenprotein
des Produkts macht ca. 34% des Gesamtproteins aus, Ei eingeschlossen.
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Die
erhaltene Zusammensetzung konnte bei Umgebungstemperatur für zumindest
6 Monate haltbar gemacht werden. Wenn der Gehalt der Packung in
einem Ofen bei 180°C
für 30
min gekocht und dann in einem Kühlschrank
gekühlt
wird, wird ein Pudding mit schönen
Textureigenschaften und einem angenehmen Geschmack erhalten.
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Beispiel 2
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Eine
saure Phase wurde hergestellt, indem 90 g/kg saures Molkenproteinkonzentrat
(80% Protein/Feststoffe) in Wasser dispergiert wurde; der sich ergebende
pH betrug 3,8. Verdünnte
Phosphorsäure wurde
verwendet, um den pH auf 3,0 zu bringen. Diese saure Phase wurde
gut bei 148° für 5 s UHT-sterilisiert.
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Eine
neutrale Phase wurde hergestellt, indem 280 g/kg Magermilch mit
160 g/kg Sahne und 190 g/kg flüssiges
Vollei gemischt wurden. 275 g/kg kristalline Saccharose und 94 g/kg
Magermilchpulver wurden in dieser Mischung aufgelöst, die
nach einer geeigneten Auflösung
der Feststoffe einer UHT-Sterilisierung unterworfen wurde, die unter
den gleichen Bedingungen wie für
die saure Phase ausgeführt wurde.
Im Gegensatz zu dem Früheren
fand ein Homogenisierungsschritt statt.
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Das
Massenverhältnis
für das
Mischen von saurer Phase und neutraler Phase betrug 1 : 1,5. Die fertige,
sterile Mischung wurde aus dem aseptischen Tank in die aseptische
Füllmaschine
gepumpt und in Kartonpackungen gefüllt.
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Das
sterile flüssige
Produkt hat die folgende ungefähre
Zusammensetzung: Protein 7,2%, Fett 4,6%, Kohlenhydrate 21% und
Asche 0,8%. Molkenprotein in dem Produkt machte ca. 46% des Gesamtproteins
(Ei eingeschlossen) aus.
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Beispiel 3
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Eine
saure Phase wurde hergestellt, indem 88 g/kg saures Molkenproteinkonzentrat
und 100 g/kg Saccharose in Wasser aufgelöst und der pH der Lösung auf
3,5 eingestellt wurde. Die Dispersion wurde, wie in den Beispielen
1 und 2, UHT-sterilisiert.
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Eine
neutrale Phase wurde hergestellt, indem 280 g/kg Saccharose mit
380 g/kg Magermilch und 225 g/kg Sahne aufgelöst wurde. 57 g/kg Magermilchpulver
wurde auch in der Mischung aufgelöst, wonach 60 g/kg pasteurisiertes
flüssiges
Eigelb, zugefügt
wurde. Die flüssige
Mischung wurde UHT-sterilisiert, wie in den Beispielen 1 und 2 beschrieben, einschließlich einer
Einstufenhomogenisierung, die bei 78 bis 70°C für die neutrale Phase ausgeführt wurde.
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Die
saure und die neutrale Phase wurden in einem sterilisierten Tank
in Gewichtsverhältnissen von
1 : 1,43 vereinigt, bevor die Mischung in die aseptische Füllmaschine
abgefüllt
wurde.
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Das
sich ergebende sterile Produkt hat die folgende ungefähre Zusammensetzung:
Protein 5,8%, Fett 5,6%, Kohlenhydrate 20% und Mineralstoffe 0,6%.
Molkenprotein machte 54% des Gesamtproteins einschließlich dem
Eigelb aus.