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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine multifunktionale Verbindung, herstellbar in einer Säuger-Wirtszelle
als ein sekretierbares und voll funktionales Heterodimer aus zwei
Polypeptidketten, wobei eine der Polypeptidketten als einzigste
konstante Domänenregion
einer schweren Immunglobulinkette die CH1-Domäne umfaßt und die
andere Polypeptidkette die konstante CL-Domäne einer
leichten Immunglobulinkette umfaßt, wobei die multifunktionale
Verbindung weiterhin, fusioniert an die konstante(n) Domänenregion(en),
mindestens zwei und bis zu vier (Poly)peptide mit unterschiedlichen
Rezeptor- oder Ligandenfunktionen umfaßt, wobei weiterhin mindestens
zwei der unterschiedlichen (Poly)peptide keine intrinsische Affinität füreinander
haben und wobei die Polypeptidketten über die konstanten Domänenregionen
verbunden sind. Vorzugsweise liegen die Domänen mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion in Form eines scFv-Fragments vor und/oder sind
immunmodulierende Effektormoleküle.
Besonders bevorzugt umfaßt
das scFv-Fragment die VH- und die VL-Regionen des murinen anti-17-1A-Antikörpers M79,
die VH- und die VL-Regionen des anti-Lewis-Y-Antikörpers, wie
in 6 gezeigt, oder
die VH- und die VL-Regionen des anti-CD3-Antikörpers TR66
und/oder umfaßt
das immunmodulierende Effektormolekül Cytokine oder Chemokine.
Ferner betrifft die vorliegende Erfindung Polynucleotide, welche
die Polypeptidketten codieren, sowie Vektoren, umfassend diese Polynucleotide,
und damit transformierte Wirtszellen sowie die Verwendung der vorstehenden
Ausführungsformen
zur Herstellung der multifunktionalen Verbindungen. Zusätzlich werden
pharmazeutische und diagnostische Zusammensetzungen bereitgestellt,
die die vorstehend beschriebenen multifunktionalen Verbindungen,
Polynucleotide oder Vektoren umfassen. Beschrieben wird auch die
Verwendung der vorstehend erwähnten
multifunktionalen Verbindung zur Verhinderung und/oder Behandlung
eines malignen Zellwachstums, das mit Malignitäten hämatopoetischer Zellen oder
soliden Tumoren in Beziehung steht.
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Mitte der 1980er ist das Konzept
der bispezifischen Antikörper
entwickelt worden. Mit Hilfe von bispezifischen Antikörpern können unterschiedliche
Antigene, Rezeptoren oder Liganden vernetzt werden, die physiologisch
nicht miteinander in Wechselwirkung treten, wodurch neue Mittel
für das
Eingreifen in Krankheitsprozesse, zur Rekrutierung von cytotoxischen
Effektorzellen zum Abtöten
von Zielzellen, z. B. Tumorzellen oder virusinfizierte Zellen, oder
zur Erleichterung der Eliminierung von Krankheitserregern aus dem
Körper
bereitgestellt werden.
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Für
kleine bispezifische Antikörperkonstrukte
wird allgemein angenommen, daß sie
ein großes
diagnostisches und therapeutisches Potential besitzen. Im Gegensatz
zu bispezifischen Ausführungsformen
ganzer Immunglobulinmoleküle
(Merchant, Nature Biotechnology 16 (1998), 677–681) von denen erwartet wird, dass
sie die in vivo-Eigenschaften und insbesondere die lange Serumhalbwertszeit
ihrer natürlichen
monospezifischen Gegenstücke
aufweisen, werden kleine bispezifische Antikörperkonstrukte aufgrund ihres
verringerten Molekulargewichts für
Anwendungen bevorzugt, die verbesserte Bioverteilungseigenschaften
erforderlich machen. Außerdem
ist angenonmen worden, daß kleine
bispezifische Antikörper
in erheblich besseren Ausbeuten herstellbar sind als bispezifische
Ausführungsformen,
die auf ganzen Immunglobulinen basieren. Demgemäß sind mehrere rekombinante
Verfahren zur Herstellung solcher bispezifischen Antikörperfragmente entwickelt
worden, um die geringen Ausbeuten herkömmlicher Verfahren zu überkommen
(Carter, J. Hematother. 4 (1995), 463– 470).
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Bispezifische Antikörperfragmente
gemäß dem Stand
der Technik konnten üblicherweise
nicht glycosyliert werden, da sie keine Glycosylierungsstellen besitzen.
Demgemäß haben
sich die Produktionsverfahren auf E. coli als Expressionswirt konzentriert,
obwohl die funktionale Expression von Antikörperderivaten in E. coli in
Abhängigkeit
von der erfolgreichen Translokation der entsprechenden Polypeptidketten
in den periplasmatischen Raum und von der strukturellen Komplexität des rekombinanten
Proteins schwierig sein kann. So zeigte sich, daß bispezifische einkettige
Antikörper,
die aus vier variablen Ig-Regionen in einer einzigen Polypeptidkette
bestehen, nicht als funktionale Proteine im Periplasma von E. coli
exprimierbar sind. Im Gegensatz dazu können bispezifische einkettige
Antikörper
als voll funktionale, rekombinante Proteine innerhalb des sekretorischen
Weges von Säugerzellen
exprimiert werden, wodurch die Reinigung aus dem Kulturüberstand
ermöglicht
wird (Mark, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025).
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Im allgemeinen können Strategien zur Expression
von bispezifischen Antikörpern
in Zwei-Wirt- und Ein-Wirt-Systeme eingeteilt werden (Carter, J.
Hematother. 4 (1995), 463– 470).
In Zwei-Wirt-Systemen werden die zwei unterschiedlichen Spezifitäten getrennt
exprimiert und gereinigt und anschließend in vitro kombiniert, um
bispezifische Heterodimere zu bilden. In Ein-Wirt-Systemen wird
der bispezifische Antikörper
entweder in der einkettigen Form exprimiert, oder zwei unterschiedliche
Polypeptidketten bilden während
der Expression in der gleichen Wirtszelle Heterodimere. Grundsätzlich werden
Ein-Wirt-Systeme stärker
bevorzugt als Zwei-Wirt-Systeme, da die zusätzlichen in vitro-Schritte,
die bei den Zwei-Wirt-Systemen
erforderlich sind, meist die Herstellungskosten erhöhen, die
Ausbeute verringern und die erreichbare Reinheit der erhaltenen bispezifischen
Antikörper
begrenzen. Natürlich
wird die funktionale Expression von bispezifischen Antikörperderivaten
in einem geeigneten Ein-Wirt-System auch gegenüber herkömmlichen Verfahren bevorzugt,
die auf einer nichtfunktionalen Expression, gefolgt durch eine vollständige Denaturierung
des rekombinanten Proteins und eine anschließende Umfaltung, beruhen. Demgemäß werden
effiziente Verfahren für
die funktionale Expression von bispezifischen Antikörpern in
Ein-Wirt-Systemen
im Vergleich zu anderen Verfahren besonders bevorzugt.
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Zusätzlich zur funktionalen Expression
von bispezifischen einkettigen Antikörpern in Säugerzellen ist das einzige
Ein-Wirt-System, das vorwiegend bispezifische Antikörperfragmente
erzeugt und sich für
die Produktionssteigerung als geeignet erwiesen hat, die Expression
von Diabodys im Periplasma von E. coli, die auf der bevorzugten
Dimerisierung von zwei unterschiedlichen Polypeptidketten basiert
(Hollinger, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90 (1993), 6444–6448).
Jüngst
veröffentlichte
bispezifische Miniantikörper,
die auch im Periplasma von E. coli exprimiert werden (Müller, FEBS
Letters 422 (1998), 259–264),
haben dennoch deren Eignung für
eine Produktionssteigerung gezeigt. Was die funktionale Expression
von kleinen bifunktionalen Antikörperkonstrukten
anbetrifft, die mindestens einen Nicht-Immunglobulinanteil umfassen, erfüllen nur
Säuger-Wirtszellen
die Expressionsanforderungen völlig.
Dies ist darauf zurückzuführen, daß Nicht-Inununglobulinanteile
wie die extrazellulären
Domänen
von zellulären
Rezeptoren oft glycosyliert sind und häufig Ig-Antigen-Bindungsstellen hinsichtlich
der strukturellen Komplexität übertreffen.
Im Gegensatz zu Säugersystemen erfüllen E.
coli-, Hefe- oder Baculovirus-Systeme diese Anforderungen nicht
oder nur teilweise.
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Zum Beispiel kommen viele der N-verknüpften Kohlenhydrate
von Wirbeltier-Glycoproteinen
nicht in E. coli vor (z. B. Sialsäure). Solche Kohlenhydrate
haben wichtige Funktionen bei der Zell-Zell-Erkennung, Adhäsion und
Proteinfunktion. Zusätzlich
ist die O-Glycosylierung, die auch in E. coli vorkommt, grundsätzlich verschieden
zu O-Glycosylierungsprozessen in Säugern, da unter anderem unterschiedliche
Kohlenhydrate angehängt
werden.
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Wie durch Andere gezeigt worden ist
(Gerstmayer, J. Immunol. 158 (1997), 4584– 4590), ist eine geeignete
Form für
die Expression solcher bifunktionaler Antikörperkonstrukte, umfassend Nicht-Immunglobulinanteile,
in höheren
Wirtszellen die einkettige Form. Während die einkettige Form eine
Reihe von wesentlichen Vorteilen besitzt, nimmt man im allgemeinen
an, daß viele
der darin enthaltenen Nicht-Immunglobulinanteile den nativen N-Terminus innerhalb
von bifunktionalen einkettigen Molekülen benötigen, um ihre Funktion beizubehalten.
Als Folge davon muß die
Ig-Antigen-Bindungsstelle innerhalb einer solchen einzelnen Kette
am C-Terminus eingebaut werden. Jedoch geht in solchen Konstrukten
die Antigen-Bindungsaktivität
in der C-terminalen Position oft verloren (vgl. Beispiel 8). Dies
trifft selbst dann zu, wenn das vorteilhafte Säuger-Expressionssystem verwendet
wird. Daher kam man zu dem Schluß, daß der Einketten-Ansatz keine
allgemein verwendbare Form für
die funktionale Expression von bifunktionalen Antikörperkonstrukten
bereitstellt.
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Demgemäß war das technische Problem,
das der vorliegenden Erfindung zugrunde liegt, die Entwicklung einer
Molekülform
für die
funktionale Expression von bi- oder multifunktionalen Antikörperkonstrukten,
die für
Kombinationen eines bestimmten scFv-Antikörperfragments, gegebenenfalls
in Kombination mit verschiedenen Nicht-Immunglobulinanteilen, allgemein
verwendbar ist. Die Lösung
dieses technischen Problems wird durch die Bereitstellung der in
den Patentansprüchen
gekennzeichneten Ausführungsformen
erreicht.
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Demgemäß betrifft die vorliegende
Erfindung eine multifunktionale Verbindung, herstellbar in einer Säuger-Wirtszelle
als ein sekretierbares und voll funktionales Heterodimer aus zwei
Polypeptidketten, wobei eine der Polypeptidketten als einzige konstante
Domänenregion
einer schweren Immunglobulinkette die CH1-Domäne umfaßt und die
andere Polypeptidkette die konstante CL-Domäne einer
leichten Immunglobulinkette umfaßt, wobei die Polypeptidketten
weiterhin, fusioniert an die konstanten Domänenregionen, mindestens zwei
und bis zu vier (Poly)peptide mit unterschiedlichen Rezeptor- oder
Ligandenfunktionen umfassen, wobei weiterhin mindestens zwei der
unterschiedlichen (Poly)peptide keine intrinsische Affinität füreinander haben
und wobei die Polypeptidketten über
die konstanten Domänen
verbunden sind.
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Der Begriff "multifunktionale Verbindung", so wie hierin verwendet,
kennzeichnet eine Verbindung, die zwei Polypeptidketten umfaßt, wobei
die Verbindung mindestens zwei funktionale Domänen umfaßt, die unterschiedliche Funktionen
vermitteln. Solche multifunktionalen Verbindungen schließen z. B.
bi-, tri- oder tetraspezifische Heterominikörper ein. Der Begriff "Heterominikörper" bezeichnet ein Heterodimer
aus zwei unterschiedlichen Poly peptidketten, wobei die Domänen, welche
die Heterodimerisierung vermitteln, ausschließlich aus den konstanten Immunglobulin-Domänenregionen
CH1 und CL bestehen.
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Der Begriff "Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion" in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung kennzeichnet funktionale Domänen, umfassend
eine dreidimensionale Struktur, die in der Lage ist, spezifisch
an ein Molekül
zu binden oder damit in Wechselwirkung zu treten. Solche Moleküle können, aber
sind nicht darauf begrenzt, Peptide oder Polypeptide und deren posttranslationalen
Modifikationen sein. Diese posttranslationalen Modifikationen umfassen,
aber sind nicht darauf begrenzt, Glycosylierungen (Nund/oder O-Glycosylierungen),
Tyrosin-Sulfatierung, Phosphorylierung und/oder Prolin-Hydroxylierung.
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Der Begriff "unterschiedliche (Poly)peptide haben
keine intrinsische Affinität
füreinander" bedeutet in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung, daß die unterschiedlichen (Poly)peptide
natürlicherweise nicht
die Tendenz haben, sich unter physiologischen Bedingungen zusammenzulagern,
wie es zum Beispiel bei VH- und VL-Ketten der Fall ist.
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Der Begriff "voll funktional" bedeutet in Übereinstimmung mit der vorliegenden
Erfindung, daß die
erfindungsgemäßen Verbindungen,
die durch Säuger-Wirtszellen
in den Kulturüberstand
sezerniert werden, im Gegensatz zu z. B. Proteinen, die als Einschlußkörper in
E. coli exprimiert werden, keine Proteinumfaltung nach der Reinigung
erfordern. Alle Untereinheiten der erfindungsgemäßen Verbindungen sind richtig
gefaltet und zeigen folglich ihre spezifischen Funktionen einfach
dadurch, daß sie
in Säuger-Wirtszellen
exprimiert und durch diese sezerniert werden.
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Folglich stellt die vorliegende Erfindung
eine multifunktionale Verbindung bereit, die zwei unterschiedliche
Polypeptidketten umfaßt,
wobei die wirksame Heterodimerisierung der Polypeptidketten während des
Expressions- und des Sekretionsprozesses in Säuger-Wirtszellen durch die
Wechselwirkung der vorstehend spezifizierten konstanten Domänenregionen
einer leichten und einer schweren Immunglobulinkette vermittelt
wird.
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Die Heterodimerisierung von konstanten
Immunglobulindomänen
ermöglicht
die Wechselwirkung von mindestens zwei zusätzlichen, unterschiedlichen
(Poly)peptidketten, die daran fusioniert sind und keine intrinsische
Affinität
füreinander
haben, in einem einzigen Säuger-Expressionssystem,
wodurch weiterhin eine relevante posttranslationale Modifikation
ermöglicht
wird und eine sekretierbare Verbindung mit einer höheren strukturellen
Komplexizität
erhalten wird.
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Die Domänen der erfindungsgemäßen multifunktionalen
Verbindung mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion können entweder
an den C- oder den N-Terminus der einen oder der beiden konstanten
Immunglobulindomänen
gebunden sein. Daher stellt die vorliegende Erfindung multifunktionale
Verbindungen bereit, die bi-, tri- oder tetrafunktionale Moleküle umfassen
können,
wobei jede der Rezeptor- oder Ligandenfunktionen an entweder den
C- oder den N-Terminus der konstanten Immunglobulindomänen gebunden
sein kann.
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Die Bindung der funktionalen Domänen an die
konstanten Immunglobulindomänen
kann z. B. mittels der Gentechnik, wie in den Beispielen beschrieben,
bereitgestellt werden. Verfahren zur Herstellung von fusionierten
oder funktionell verbundenen Polypeptidketten und zur deren Expression
in Säugerzellen
sind auf dem Fachgebiet gut bekannt (z. B. Sambrook et al., Molecular
Cloning: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory Press,
Cold Spring Harbor, New York, 1989).
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Wie vorstehend ausführlich beschrieben
worden ist, wurde festgestellt, daß die Lösung für die verschiedenen Probleme,
die gemäß dem Stand
der Technik behandelt werden, eine Molekülform ist, die aus zwei unterschiedlichen
Polypeptidketten besteht, wobei eine Polypeptidkette die CH1-Domäne
einer schweren Immunglobulinkette enthält, und die andere Polypeptidkette
die konstante Domäne
einer leichten Immunglobulinkette enthält, wodurch eine wirksame Heterodimerisierung
der Polypeptidketten während
des Expressions- und des Sekretionsprozesses in Säuger-Wirtszellen
vermittelt wird. Diese Molekülform
stellt im Gegensatz zur einkettigen Form gemäß dem Stand der Technik vorteilhafterweise
zwei N-terminale Positionen bereit, und es wurde gezeigt, daß sie durch
Säuger-Wirtszellen
wirksam in den Kulturüberstand
sezerniert wird, wo sie als voll funktionales und hinreichend glycosyliertes,
heterodimeres Protein vorliegt, das einfach gereinigt werden kann.
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Außerdem stellt die erfindungsgemäße Molekülform zusätzlich zwei
C-terminale Positionen bereit, die durch weitere Proteindomänen besetzt
werden können,
wobei eine multifunktionale Verbindung erhalten wird, die mehr als
zwei unterschiedliche funktionale Einheiten trägt. In dem Fall, daß zwei unterschiedliche
(Poly)peptide, die keine Tendenz haben, sich unter den vorstehend
angeführten
Bedingungen zusammenzulagern, an die N-Termini der konstanten Domänenregionen
fusioniert sind, kann an jedem C-Terminus der konstanten Domänenregionen
eine VH- bzw. eine VL-Region
gefunden werden. Die Identifizierung von geeigneten Heterodimerisierungsdomänen, die
die vorstehend erwähnten
Kriterien erfüllen,
war keine einfache Aufgabe, da Strategien zum Erhalt einer bevorzugten
Heterodimerisierung in Ein-Wirt-Expressionssystemen, vorzugsweise
mit zwei unterschiedlichen Rezeptoren oder Liganden, die keine intrinsische
Affinität
füreinander
haben, unter Verwendung von Heterodimerisierungsdomänen bisher
scheiterten oder noch entwickelt werden mußten. Es wurde zum Beispiel
gezeigt, daß Heterodimerisierungsdomänen auf
der Basis von Leucin-Reißverschlüssen die
Heterodimerisierung in Ein-Wirt-Expressionssystemen von Polypeptidketten,
die eine intrinsische Tendenz, wenn auch eine sehr schwache, zu
einer Heterodimerisierung miteinander aufweisen (Chang, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 91 (1994), 11408–11412;
Kalandadze, J. Biol. Chem. 271 (1996), 20156–20162), wie die α- und β-Ketten von
T-Zell-Rezeptoren
oder MHC-Klasse II-Moleküle,
erleichtern können.
Jedoch werden im Fall von zwei unterschiedlichen Proteinen, die
keine intrinsische Affinität
füreinander
haben oder eine gewisse intrinsische Affinität füreinander haben, aber keine
Heterodimerisierungspräferenz
zeigen, wie zum Beispiel die zwei unterschiedlichen Antigen-Bindungsstellen
innerhalb von heterodimeren bispezifischen Antikörpern, die auf jun- und fos-Domänen basieren,
in Ein-Wirt-Expressionssystemen
quantitativ Homodimere anstelle von Heterodimeren hergestellt (de
Kruif, J. Biol. Chem. 271 (1996), 7630–7634). Solche jun- und fos-Homodimere
konnten in vitro dissoziiert, gemischt und Bedingungen, die die
Reassoziation ermöglichen, unterworfen
werden, wobei sich herausstellte, daß vorwiegend jun-fos-Heterodimere
erhalten werden (Kostelny, J. Immunol. 148 (1992), 1547–1553).
Ein in der Natur vorkommendes Beispiel einer Protein-Heterodimerisierung
findet man bei Immunglobulinen, wo sich schwere und leichte Ketten
zusammenlagern, um die Antigen-Bindungsstellen zu bilden. In dem
Antikörpermolekül wird die
Heterodimerisierung der variablen Domänenregionen VL und
VH, die eine intrinsische Affinität füreinander
haben, durch die konstanten Domänenregionen
CL und CH1 ermöglicht.
So war es nicht überraschend,
daß CL und CH1 auch die
Dimerisierung von scFv-Fragmenten unterstützen konnten (Müller, FEBS
Letters 422 (1998), 259–264),
da scFv-Fragmente bekanntermaßen
auch Dimere miteinander bilden, selbst ohne die Unterstützung von
speziellen Dimerisierungsdomänen
(Korff, Eur. J. Biochem. 221 (1994), 151–157; Griffiths, EMBO J. 12
(1993), 725–734).
Die autochthone Dimerisierung von scFv-Fragmenten ist höchstwahrscheinlich
auf die Disruption von hydrophoben Mustern an der Grenzlinie von
variablenkonstanten Domänen
eines Antikörpers
zurückzuführen, wodurch
Reste, die normalerweise in intakten Immunglobulinen oder in Fab-Fragmenten
abgeschirmt sind, dem Lösungsmittel ausgesetzt
werden (Nieba, Protein Eng. 10 (1997), 435– 444). So war gemäß dem Stand
der Technik bekannt, daß CL- und CH1-Domänen ähnlich wie
jun- und fos-Domänen
den autochthonen Dimerisierungsprozeß von Polypeptiden mit einer intrinsischen
Affinität
füreinander
unterstützen,
wodurch die Bildung von Heterodimeren gegenüber Homodimeren begünstigt wird.
Der Ansatz der vorliegenden Erfindung ermöglicht jedoch die Heterodimerisierung
von zwei unterschiedlichen (Poly)peptidketten, die keine intrinsische
Affinität
füreinander
haben, in einem Ein-Wirt-Expressionssystem, wobei die (Poly)peptide
an die konstanten Domänenregionen
fusioniert sind.
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So wurde überraschend festgestellt, daß CL- und CH1-Domänen (ausschließlich allein)
ausreichende Dimerisierungskräfte
bereitstellen können,
die in der Lage sind, unterschiedliche Rezeptoren oder Liganden (z.
B. CD80 und das M79scFv-Fragment, vgl. Beispiel 1) zu verknüpfen, die
sich normalerweise gar nicht autochthon zusammenlagern oder die
aus sterischen und thermodynamischen Gründen in einem gewissen Umfang
selbst gegen eine Heterodimerisierung beständig sein können. Daher ermöglicht der
Ansatz der vorliegenden Erfindung die Heterodimerisierung von zwei
unterschiedlichen (Poly)peptidketten, die keine intrinsische Affinität füreinander
haben, in einem Ein-Wirt-Expressionssystem, wobei die (Poly)peptide
an die konstanten Domänenregionen
fusioniert sind. Es ist besonders bedeutsam, daß dieser Ansatz die funktionalen
Expressions- und Sekretionsanforderungen von Säuger-Wirtszellen erfüllt, wodurch
auf der Basis einer Heterodimerisierung multifunktionale (wie bi-,
tri- oder tetrafunktionale) Verbindungen ermöglicht werden, die glycosyliert
sein können
und eine höhere
strukturelle Komplexität
aufweisen können.
Die Identifizierung von Oligomerisierungsdomänen, die im allgemeinen die
Expressions- und Sekretionsanforderungen von Säuger-Wirtszellen erfüllen, war
keineswegs selbstverständlich,
da sich herausstellte, daß die
praktische Brauchbarkeit solcher Domänen in bakteriellen Expressionssystemen
nichts über
ihre Eignung in Säuger-Wirtszellen
aussagt. Die in Beispiel 9 gezeigten Ergebnisse veranschaulichen
diesen allgemeinen Widerspruch.
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Erfindungsgemäß wurde überraschend festgestellt, wie
in den Beispielen gezeigt, daß die
als "Heterominikörper" bezeichnete, erfindungsgemäße Molekülform in
der Lage ist, viele verschiedene und eine unterschiedliche Anzahl
(bis zu 4) von Polypeptiden mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion,
fusioniert an den N- und/oder C-Terminus von CL oder
CH1, zu tragen, ohne daß die Herstellbarkeit als sekretierbares
und voll funktionales Molekül
in Säuger-Wirtszellen
verloren geht.
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Bifunktionale Antikörperderivate,
die in den Beispielen 1–4
(entsprechende Ausführungsformen
davon werden nachstehend auch beschrieben) und in Übereinstimmung
mit der erfindungsgemäßen Molekülform hergestellt
werden, bestehen aus einem scFv-Antikörperfragment,
das gegen ein Tumor-assoziiertes Antigen, z. B. 17–1A oder
Lewis-Y, gerichtet ist, und dem extrazellulären Teil von Zellrezeptoren
(z. B. CD80, CD86, CD58, CD54), die vorwiegend auf Antigen präsentierenden
Zellen, z. B. dendritische Zellen, exprimiert werden und für ihre T-Zellen
co-stimulierende und/oder Adhäsionsfunktion
bekannt sind. Eines dieser bifunktionalen Antikörperderivate, Heterominikörper M79scFvCK/CD80– CH1, wurde umfassend auf seine funktionale
Aktivität getestet.
Es wurde gezeigt, daß das
rekombinante Molekül
an sein natives Zielantigen 17–1A
auf intakten Zellen bindet, und es wurde überraschend festgestellt, daß es anschließend nicht
nur ein notwendiges co-stimulierendes Signal für naive T-Lymphocyten auf Grund
seines CD80 (B7-1)-Arms bereitstellt, sondern auch eine ausreichende
Co-Stimulierung vermittelt, um naive CD4+-
und CD8+-T-Zellen
zu primen, die gleichzeitig das erste Aktivierungssignal über einen
bispezifischen einkettigen anti-17-1A × anti-CD3-Antikörper (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021-7025), auch als M79scFv-antiCD3scFv
bezeichnet, erhalten. Die Priming-Ereignisse konnten durch die Umschaltung
des T-Zell-Oberflächenphänotyps von
naiven T-Lymphocyten (CD45RA+RO–)
zu demjenigen von geprimten T-Lymphocyten (CD45RA–-RO+)
eindeutig gezeigt werden und durch die Bestimmung der charakteristischen
Cytokine im Überstand
der T-Zellen bestätigt
werden. Die ausschließliche
Sekretion von INF-γ,
aber nicht von IL-5 und IL-4, durch in vitro geprimte CD4+-T-Lymphocyten zeigte interessanterweise
außerdem,
daß der
Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 selektiv das Priming und die Differenzierung von
CD4+-T-Zellen, die den TH1-Phänotyp zeigen,
vermittelt, wobei angenommen wird, daß auf diese Weise die zelluläre Immunantwort
gegen Tumorzellen in vivo vorteilhafterweise verlängert wird.
Für andere
bifunktionale, tumorspezifische B7 (CD80 oder CD86)-Konstrukte,
die in der Literatur beschrieben sind, ist bisher niemals gezeigt
worden, daß sie
eine ausreichende Co-Stimulierung für das Priming von naiven T-Zellen
bereitstellen (Gerstmayer, J. Immunol. 158 (1997), 4584–4590; Challita-Eid,
J. Immunol. 160 (1998), 3419–3426).
Es wird in Betracht gezogen, daß solche
co-stimulierenden Heterominikörper-Konstrukte
in vivo allein oder in Kombination mit einem bispezifischen Antikörper, der
unabhängig
von dem clonotypischen T-Zell-Rezeptor das primäre T-Zell-Aktivierungssignal bereitstellt, verwendet
werden können.
Es wird ferner in Betracht gezogen, daß eine solche Kombination durch
die strukturelle Kombination von Merkmalen beider Moleküle innerhalb
einer multifunktionalen Verbindung gemäß der erfindungsgemäßen Molekülform, wie
in Beispiel 7 beschrieben und in 23 dargestellt,
erhalten werden kann.
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Außerdem betrifft die vorliegende
Erfindung eine multifunktionale Verbindung, die aus zwei Polypeptidketten
besteht, wobei eine der Polypeptidketten als einzige konstante Domänenregion
einer schweren Immunglobulinkette die CH1-Domäne umfaßt, und
die andere Polypeptidkette die konstante CL-Domäne einer leichten
Immunglobulinkette umfaßt,
wobei die Polypeptidketten weiterhin, fusioniert an die konstanten
Domänenregionen,
mindestens zwei (Poly)peptide mit unterschiedlichen Rezeptor- oder
Ligandenfunktionen umfassen, wobei ferner mindestens zwei der unterschiedlichen
(Poly)peptide keine intrinsische Affinität füreinander haben und wobei die
Polypeptidketten über
die konstanten Domänen
verknüpft
sind. Vorteilhafterweise ist die multifunktionale Verbindung in
einer Säuger-Wirtszelle
als ein sekretierbares und voll funktionales Heterodimer herstellbar.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung mindestens drei funktionale Domänen mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion, wobei ein trispezifischer Heterominikörper bereitgestellt
wird.
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In einer stärker bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung vier Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion, wobei für eine multifunktionale
Verbindung/einen Heterominikörper
gesorgt wird, die/der in allen vier Positionen Effektordomänen aufweist.
Eine solche multifunktionale Verbindung kann bi-, trioder tetraspezifisch
sein.
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Die vorliegende Erfindung betrifft
in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform auch die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei mindestens zwei Domänen mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion N-terminal an die konstanten CH1-
oder CL-Domänen gebunden
sind. Zusätzlich
betrifft die vorliegende Erfindung in einer noch weiteren bevorzugten
Ausführungsform
die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei mindestens zwei Domänen mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion C-terminal an die CH1- oder
CL-Domänen
gebunden sind. In diesem Fall müssen
CH1 und/oder CL,
die keine Rezeptor- oder Ligandendomänen an ihrem N-Terminus tragen,
ein N-terminates Leaderpeptid tragen, das vorzugsweise von einer schweren
oder leichten Immunglobulinkette stammt, um die Sekretion durch
Säuger-Wirtszellen
zu ermöglichen.
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Alle der vorstehenden Ausführungsformen
ziehen multifunktionale Verbindungen/Heterominikörper in Betracht, wobei zwei
oder mehrere funktionale Domänen/Effektordomänen N- oder
C-terminal an die gleiche konstante (C) Domäne fusioniert sind. Zum Beispiel,
falls jede N- und/oder C-terminale Position der C-Domänen durch
eine Effektor-/funktionale Domäne
besetzt ist, dann können
eine oder mehrere zusätzliche
Effektor-/funktionale Domänen
an jede der Effektordomänen
in dieser Position fusioniert sein. Ein Beispiel dieses Kontrukt-Typs
ist in 52 bereitgestellt.
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Falls Polypeptide mit Rezeptor- oder
Ligandenfunktionen aus den extrazellulären Teilen von integralen Transmembranproteinen
vom Typ I oder Typ II bestehen, wird bevorzugt, daß extrazelluläre Teile
von Typ I-Proteinen an den N-Terminus von CL oder
CH1 fusioniert sind, während extrazelluläre Teile
von Typ II-Proteinen vorzugsweise an den C-Terminus von CL oder CH1 fusioniert
sind.
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Polypeptide mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion sind vorzugsweise an den N- oder C-Terminus von
CL oder CH1 über Ig-Hinge-Regionen oder
flexible Peptidlinker, z. B. über
einen Glycin-Serin-Linker, fusioniert, um die Funktionalität der Polypeptide
sicherzustellen. Linker unterschiedlicher Art oder Länge können ohne übermäßige Mühe identifiziert
werden, um die volle funktionale Aktivität von spezifischen Polypeptiden zu
erhalten.
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In einer noch anderen bevorzugten
Ausführungsform
betrifft die Erfindung die erfindungsgemäße multifunktionale Verbindung,
wobei mindestens eine der Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion in Form eines scFv-Fragments
oder eines funktionalen Teils davon vorliegt.
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Die erfindungsgemäße multifunktionale Verbindung,
wobei mindestens eine der Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion ein T-Zellen co-stimulierender
Ligand, eine Antigen-Bindungsregion, spezifisch für ein Tumor-assoziiertes
Antigen, oder eine proteinartige Verbindung ist, die das primäre Aktivierungssignal
für T-Zellen
bereitstellt, ist noch eine weitere bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung.
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Eine hinreichende Aktivierung, die
das Priming von naiven T-Zellen zur Folge hat, ist für primäre Immunantworten
entscheidend und hängt
von zwei Signalen ab, die von professionellen APCs (Antigen-präsentierenden
Zellen) wie dendritische Zellen stammen. Das erste Signal ist antigenspezifisch
und wird normalerweise durch die Stimulierung des clonotypischen
T-Zell-Antigen-Rezeptors vermittelt, der durch das prozessierte
Antigen, das im Zusammenhang mit MHC-Klasse I- oder MHC-Klasse II-Molekülen präsentiert
wird, induziert wird. Jedoch ist dieser primäre Reiz nicht ausreichend,
um die Antworten von naiven T-Zellen zu primen, und ein zweites
Signal ist erforderlich, das durch die Wechselwirkung von spezifischen
T-Zell-Oberflächenmolekülen, die
an co-stimulierende Ligandenmoleküle auf Antigen-präsentierenden
Zellen binden, bereitgestellt wird, wobei ferner die Proliferation
von geprimten T-Zellen begünstigt
wird. Der Begriff "T-Zellen
co stimulierender Ligand" verweist
daher im Hinblick auf die vorliegende Erfindung auf Moleküle, die
in der Lage sind, das Priming von naiven T-Zellen in Kombination
mit dem primären
Reiz zu unterstützen,
und die Vertreter der B7-Proteinfamilie, einschließlich B7-1
(CD80) und B7-2 (CD86), einschließen, aber nicht darauf begrenzt sind.
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Eine Antigen-Bindungsregion, spezifisch
für ein
Tumor-assoziiertes Antigen, kennzeichnet Antikörperfragmente, die gegen ein
auf dem Fachgebiet bekanntes Tumor-assozüertes Antigen, z. B. 17-1A
oder Lewis-Y, Muc1, erbB2 oder s-Tn, gerichtet sind.
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Im Hinblick auf die vorliegende Erfindung
können "proteinartige Verbindungen,
die das primäre
Aktivierungssignal für
T-Zellen bereitstellen",
anti-CD3-scFv-Fragmente, anti-T-Zell-Rezeptor-scFv-Fragmente oder
Superantigene umfassen, aber sind nicht darauf begrenzt. Superantigene
binden in einer MHC-unabhängigen
Weise direkt an die variablen Regionen bestimmter Unterfamilien
von T-Zell-Rezeptoren, wodurch das primäre T-Zell-Aktivierungssignal übermittelt wird.
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Außerdem betrifft die Erfindung
in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei das scFv-Fragment oder der funktionale Teil davon
die VH- und die VL-Regionen
des murinen anti-17-1A-Antikörpers
M79 (Göttlinger,
Int. J. Cancer 38 (1986), 47), die VH- und
die VL-Regionen des anti-Lewis-Y-Antikörpers, wie
in 6 dargestellt, die
VH- und die VL-Regionen
des anti-CD3-Antikörpers
TR66 (Traunecker, EMBO J. 10 (1991), 3655) und/oder die VH- und die VL-Regionen
des menschlichen anti-Mensch-EpCAM-Antikörpers, wie in 55 gezeigt (basierend auf dem entsprechenden menschlichen
anti-Mensch-EpCAM-Antikörper "HD70", wie in WO 98/46645
beschrieben) umfaßt.
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In einer stärker bevorzugten Ausführungsform
betrifft die Erfindung die erfindungsgemäße multifunktionale Verbindung,
wobei der T-Zellen co-stimulierende Ligand ein Zelloberflächenmolekül oder ein
Fragment davon ist, das auf Antigen-präsentierenden Zellen (APCs)
exprimiert wird.
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In einer noch mehr bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung eine Antigen-präsentierende
Zelle, die eine dendritische Zelle ist.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung außerdem die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei das Zelloberflächenmolekül auf einer
APC ein T-Zellen co-stimulierender Faktor wie B7-1 (CD80) oder B7-2 (CD86)
oder ein Adhäsionsprotein
wie LFA-3 (CD58), ICAM-1 (CD54), ICAM-2 oder ICAM-3 oder wie der
CD137-Ligand ist.
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Die erfindungsgemäße multifunktionale Verbindung,
wobei mindestens eine der Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion ein immunmodulierendes
Effektormolekül
oder ein Fragment davon ist, ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung. Ein immunmodulierendes Effektormolekül beeinflußt positiv
und/oder negativ das humorale und/oder zelluläre Immunsystem, besonders dessen
zelluläre
und/oder nichtzelluläre
Komponenten, dessen Funktionen und/oder dessen Wechselwirkungen
mit anderen physiologischen Systemen.
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In einer noch mehr bevorzugten Ausführungsform
ist das immunmodulierende Effektormolekül gewählt aus der Gruppe, bestehend
aus Cytokinen, Chemokinen, Makrophagen-Migrationshemmfaktor (MIF;
wie beschrieben unter anderem bei Bernhagen, Mol. Med. 76 (3–4) (1998),
151–161,
oder Metz, Adv. Immunol. 66 (1997), 197–223), T-Zell-Rezeptoren und löslichen
MHC-Molekülen.
Solche immunmodulierenden Effektormoleküle sind auf dem Fachgebiet
gut bekannt und sind unter anderem beschrieben bei Paul, "Fundamental Immunology", Raven Press, New
York (1989). Insbesondere sind bekannte Cytokine und Chemokine beschrieben
bei Meager, "The
Molecular Biology of Cytokines" (1998),
John Wiley & Sons,
Ltd., Chichester, West Sussex, England; Bacon, Cytokine Growth Factor
Rev. 9(2) (1998), 167–173;
Oppenheim, Clin. Cancer Res. 12 (1997), 2682– 2686; Taub, Ther. Immunol.
1(4) (1994), 229–246;
oder Michiel, Semin. Cancer Biol. 3(1) (1992), 3–15.
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Besonders bevorzugt werden Cytokine,
die gewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus Interleukin(en), Interferon(en),
TNF(s) und VEGF (Veikkola, Semin. Cancer Biol. 9(3), 211–220), wobei
das (die) Interleukin(e) IL-1α,
IL-2, IL-3, IL-4, IL-5, IL-6, IL-7, IL-8, IL-9, IL-10, IL-11, IL-12,
IL-13, IL-14, IL-15, IL-16, IL-17 und IL-18 umfaßt (umfassen), aber nicht darauf
begrenzt ist; wobei das (die) Interferone) IFN-γ sowie IFN-β und IFN-α umfaßt (umfassen); und wobei der
(die) TNF(s) Vertreter der Lymphotoxin-Superfamilie wie TNF-α und TNF-β umfaßt (umfassen)
(Gruss, Int. J. Clin. Lab. Res. 26(3) (1996), 143–159). Andere
geeignete Cytokine sind auf dem Fachgebiet gut bekannt und umfassen
unter anderem GM-CSF,
G-CSF und M-CSF. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist das immunmodulierende Effektormolekül ein Chemokin und ist gewählt aus
der Gruppe, bestehend aus IL-8, Eotaxin, GROα, GROβ, GROγ, IP-10, MCP-1, MCP-2, MCP-3, MCP-4,
MIG, MIP-1α,
MIP-1β,
NAP-2, RANTES, I309, Lymphotactin, SDF-1 und C5a.
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Im Schutzumfang der vorliegenden
Erfindung sind außerdem
multifunktionale Verbindungen eingeschlossen, wobei die Domänen unter
anderem verschiedene immunmodulierende Effektormoleküle umfassen, gegebenenfalls
in Kombination mit Domänen,
die in Form eines scFv-Fragments vorliegen. Besonders bevorzugt
werden multifunktionale Verbindungen, die einen Heterominikörper mit
C-terminal gebundenen Cytokinen wie IL-2 und GM-CSF und N-terminal
gebundenen scFvs, die zum Beispiel EpCAM erkennen, wie in den beigefügten Beispielen
veranschaulicht, umfassen können.
Diese Moleküle
sind nicht auf die Aktivierung von Effektorzellen begrenzt, die
speziell durch ein einzelnes Cytokin aktiviert werden. Durch Addition
von zwei funktionalen Domänen
mit einer Ligandenfunktion und umfassend zwei verschiedene Cytokine
kann diese multifunktionale Komponente in der Aktivierung eines
größeren Spektrums
von Effektorzellen in einer Tumorumgebung nützlich sein. Auf diese Weise
können
die Effektorzellen stimuliert werden, um eine Immunantwort gegen (umgebende)
Tumorzellen und/oder Zellen, die durch ein malignes Zellwachstum
betroffen sind, hervorzurufen. Diese Konstrukte behalten ihre geeigneten
biologischen Aktivitäten
bei, wie in dem beigefügten
Beispiel 11 veranschaulicht, und können Anwendung finden in der
Therapie und/oder bei der Verhinderung eines malignen Zellwachstums.
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In einer noch anderen bevorzugten
Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei mindestens eine der Domänen mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion ein FAS-Ligand (CD95L) oder ein Fragment davon
ist. Der FAS-Ligand (CD95L) ist auf dem Fachgebiet gut bekannt und
ist unter anderem beschrieben bei Janeway und Travers, "Immunologie", Spektrum Verlag
Heidelberg, Berlin, Oxford (1997).
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In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung außerdem die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei die Domäne(n)
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion ein Wachstumsfaktor oder
ein Fragment davon ist (sind). Der Wachstumsfaktor kann außerdem ein
modifizierter Wachstumsfaktor mit einer Bindungsaktivität für seinen
relevanten Faktor sein, aber kann auch als ein Antagonist wirksam
sein. Da viele Tumoren oder andere Zellen (die ein Ziel (Ziele)
für die
hierin beschriebenen multifunktionalen Verbindungen sein können) Rezeptoren
für Wachstumsfaktoren
auf ihrer Oberfläche
exprimieren, kann diese Molekülart
bei der zielgerechten Hinleitung nützlich sein. Wachstumsfaktoren
umfassen, aber sind nicht begrenzt auf, EGF (epidermaler Wachstumsfaktor)-Liganden
der ErbB-Rezeptorfamilie, MSH und Interleukin 1 (IL-1). Außerdem sind
Wachstumsfaktoren und Modifikationen davon auf dem Fachgebiet gut bekannt
und unter anderem beschrieben bei Gullick, Cancer Surv. 27 (1996),
339–349;
Siegall, Recent Results Cancer Res. 140 (1996), 51–60; Carrithers,
Chem. Biol. 3(7) (1996), 537–542;
oder Bresnihan, Rheum. Dis. Clin. North Am. 24(3) (1998), 615–628.
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Zusätzlich betrifft die vorliegende
Erfindung in einer besonders bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei die Domäne(n)
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion ein Angiogenese-Inhibitor
(wie unter anderem definiert bei Malonne, Clin. Exp. Metastasis
17(1) (1999), 1–14;
Veikkola, Semin. Cancer Biol. 9(3) (1999), 211–220; Desa, J. Immunother.
22(3) (1999), 186–211;
Strohmeyer, Anticancer Res. 19(2C) (1999), 1557–1561; Folkman, Nat. Med. 1(1)
(1995), 27–31)
oder ein Fragment davon ist (sind).
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Vorzugsweise umfaßt die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung funktionale Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion, die aus einem Säuger stammen.
Besonders bevorzugt sind die funktionalen Domänen menschlichen Ursprungs.
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Die erfindungsgemäße multifunktionale Verbindung,
wobei die konstante Domäne
eine leichte Immunglobulinkette vom κ-Typ ist, ist ein anderer Gegenstand
der vorliegenden Erfindung. Gegebenenfalls kann die konstante Domäne einer
leichten Immunglobulinkette vom λ-Typ
sein.
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In einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei die konstanten Immunglobulindomänen und
die vorstehend beschriebenen funktionalen Rezeptor-Liganden-Domänen durch
einen Polypeptidlinker verknüpft
sind. Dieser Polypeptidlinker, angeordnet zwischen den Immunglobulindomänen und
den funktionalen Rezeptor-Liganden-Domänen, umfaßt vorzugsweise mehrere, hydrophile,
peptidgebundene Aminosäuren,
die kovalent an diese Domänen
gebunden sind.
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In einer stärker bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
der Polypeptidlinker eine Ig-Hinge-Region
oder eine Vielzahl von Glycin-, Alanin- und/oder Serinresten.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die Ig-Hinge-Region eine IgG-Hinge-Region.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die IgG-Hinge-Region die obere Hinge-Region des menschlichen
IgG3.
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Vorzugsweise umfaßt die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung eine multifunktionale Verbindung, wobei die funktionalen
Domänen
mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion GM-CSF, IL-2 und/oder ein
oder mehrere scFv-Fragmente, umfassend die VH-
und die VL-Regionen des menschlichen anti-Mensch-EpCAM-Antikörpers, wie
in 55 gezeigt, umfassen.
Vorzugsweise sind der GM-CSF und das IL-2 C-terminal gebunden an
die CH- oder CL-Domänen, und
das eine oder die mehreren scFv-Fragmente, umfassend die VH- und die VL-Regionen
des menschlichen anti-Mensch-EpCAM-Antikörpers, sind N-terminal an die
konstanten CH1- oder CL-Domänen gebunden.
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Besonders bevorzugt sind der GM-CSF
und das IL-2 menschlichen Ursprungs. Eine solche multifunktionale
Verbindung ist für
therapeutische und diagnostische Zwecke besonders geeignet. Diese
multifunktionale Verbindung, umfassend GM-CSF, IL-2 und die scFv-Fragmente, umfassend
die VH- und die VL-Region
des menschlichen anti-Mensch-EpCAM-Antikörpers, ist in 53 dargestellt. In Anbetracht der Tatsache,
daß in dieser
multifunktionalen Verbindung alle Domänen mit einer Rezeptor- oder
Ligandenfunktion(en) sowie die Heterodimerisierungsdomänen menschlichen
Ursprungs sind, kann sie für
die Behandlung oder die Verhinderung eines malignen Zellwachstums
einen spezifischen und besonderen Wert haben. Eine solche multifunktionale
Verbindung ist möglicherweise
weniger immunogen als ein ähnliches
Molekül,
welches Domänen
aus anderen Spezies enthält.
Menschliches IL-2 und menschlicher GM-CSF sind in diesem Zusammenhang
besonders nützlich,
da diese Cytokine in der Lage sind, einen großen und meist unterschiedlichen
Bereich von Effektorzellen zu stimulieren. Ein Konstrukt, wie in 53 veranschaulicht, ist
bei der Behandlung eines malignen Zellwachstums, insbesondere zur
Behandlung von soliden Tumoren wie Karzinome, besonders nützlich.
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In einer anderen bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, wobei die CH1-Domäne ferner
einen Histidin-Marker, GST, einen Staphylococcus-Protein A-Marker,
Lex A, einen FLAG-Marker oder einen MYC-Marker umfaßt. Diese
zusätzlichen
Sequenzen, die selektiv an einen festen Träger binden können oder
für Reinigungszwecke
verwendet werden können,
können
entweder vollständige
Polypeptidsequenzen oder Fragmente davon sein. In Anbetracht der Tatsache,
daß diese
Marker an die CH1-Domäne fusioniert sind, kann die
vollständige
multifunktionale Verbindung in herkömmlicherweise Weise isoliert
werden.
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Zusätzlich betrifft die vorliegende
Erfindung eine multifunktionale Verbindung, wobei die funktionalen Domänen mit
einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion eine Nicht-Immunglobulindomäne sind oder davon abgeleitet
sind. Der Begriff "abgeleitet
von" bedeutet in
diesem Zusammenhang, daß das
Aminosäuremolekül der Nicht-Immunglobulindomäne eine
oder mehrere Substitutionen, eine oder mehrere Additionen, eine
oder mehrere Inversionen, Duplikationen, eine oder mehrere Rekombinationen
etc. umfassen kann.
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Abgesehen davon betrifft die vorliegende
Erfindung auch ein Polynucleotid, das eine und/oder zwei Polypeptidketten
der multifunktionalen Verbindung, wie vorstehend definiert, codiert.
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Das Polynucleotid kann mit geeigneten
Expressionskontrollsequenzen verknüpft sein, die auf dem Fachgebiet
bekannt sind, um die richtige Transkription und Translation der
Polypeptidketten sicherzustellen. Das Polynucleotid kann z. B. DNA,
cDNA, RNA oder eine synthetisch hergestellte DNA oder RNA oder ein
rekombinant hergestelltes, chimäres
Nucleinsäuremolekül, umfassend
eines dieser Polynucleotide entweder allein oder in Kombination
miteinander, sein. Vorzugsweise ist das Polynucleotid ein Teil eines
Vektors. Solche Vektoren können
ferner Gene wie Markergene umfassen, welche die Selektion des Vektors
in einer geeigneten Wirtszelle und unter geeigneten Bedingungen
ermöglichen.
Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Polynucleotid funktionell
verbunden mit Expressionskontrollsequenzen, um die Expression in
eukaryontischen Zellen zu ermöglichen.
Die Expression des Polynucleotids umfaßt die Transkription des Polynucleotids
in eine translatierbare mRNA. Regulatorische Elemente, welche die
Expression in eukaryontischen Zellen, vorzugsweise Säugerzellen,
sicherstellen, sind den Fachleuten gut bekannt. Sie umfassen üblicherweise
regulatorische Elemente, welche die Initiation der Transkription
sicherstellen, und gegebenenfalls Poly-A-Signale, welche die Termination
der Transkription und die Stabilisierung des Transkripts gewährleisten.
Zusätzliche
regulatorische Elemente können
transkriptionale als auch translationale Enhancer und/oder natürlicherweise
assoziierte oder heterologe Promotorregionen einschließen. Mögliche regulatorische
Elemente, welche die Expression in Säuger-Wirtszellen ermöglichen, umfassen den CMV-Promotor,
SV40-Promotor, RSV-Promotor (Roussarkom-Virus), menschlichen Elongationsfaktor
1α-Promotor,
CMV-Enhancer oder SV40-Enhancer. Neben Elementen, die für die Initiation
der Transkription verantwortlich sind, können solche regulatorischen
Elemente auch Transkriptionsterminationssignale wie die SV40-Poly-A-Stelle
oder die tk-Poly-A-Stelle stromabwärts des Polynucleotids umfassen.
In diesem Zusammenhang sind auf dem Fachgebiet geeignete Expressionsvektoren
bekannt, wie der cDNA-Expressionsvektor pcDV1 nach Okayama-Berg
(Pharmacia), pCDM8, pRc/CMV, pcDNA1, pcDNA3 (Invitrogene), pSPORT1
(Gibco-BRL) und pEF-DHFR (Mack, PNAS 92 (1995), 7021–7025). Vorzugsweise
sind die Expressionskontrollsequenzen eukaryontische Promotorsysteme
in Vektoren, die Säuger-Wirtszellen
transformieren oder transfizieren können. Sobald der Vektor in
den geeigneten Wirt eingebaut worden ist, wird der Wirt unter Bedingungen
aufrechterhalten, die für
eine hohe Expressionsrate der Nucleotidsequenzen geeignet sind,
und gegebenenfalls kann sich die Gewinnung und Reinigung des erfindungsgemäßen Polypeptids
anschließen.
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Ein Vektor, umfassend mindestens
eines der vorstehend erwähnten
Polynucleotide, ist ein anderer Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
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Der erfindungsgemäße Vektor kann z. B. ein Plasmid,
Cosmid, Virus, Bakteriophage oder ein anderer Vektor sein, der herkömmlicherweise
in der Gentechnik verwendet wird, und kann weitere Gene wie Markergene
umfassen, welche die Selektion des Vektors in einer geeigneten Wirtszelle
und unter geeigneten Bedingungen ermöglichen.
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In einer anderen Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung eine Säuger-Wirtszelle, umfassend mindestens einen
erfindungsgemäßen Vektor.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
ist die erfindungsgemäße Säuger-Wirtszelle
eine CHO-Zelle oder eine Myelomzelle.
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Die vorliegende Erfindung betrifft
außerdem
ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen multifunktionalen Verbindung,
wobei das Verfahren das Züchten
der erfindungsgemäßen Wirtszelle
unter Bedingungen, welche die Synthese der multifunktionalen Verbindung
ermöglichen,
und das Gewinnen der multifunktionalen Verbindung aus der Kultur
umfaßt.
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Folglich ermöglicht die vorliegende Erfindung
die rekombinante Herstellung von multifunktionalen Verbindungen,
die Stellen und Domänen
von T-Zellen co-stimulierenden Liganden, Antigen-Bindungsregionen, spezifisch
für ein
Tumor-assoziiertes Antigen, oder proteinartigen Verbindungen, welche
erste Aktivierungssignale für
T-Zellen bereitstellen, umfassen. Wie aus dem Vorstehenden ersichtlich
ist, stellt die Erfindung eine große Familie von multifunktionalen
Verbindungen mit Rezeptor-Liganden-Funktionen zur Verwendung in
therapeutischen und diagnostischen Ansätzen bereit.
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Für
Fachleute ist ersichtlich, daß die
erfindungsgemäßen multifunktionalen
Verbindungen ferner an andere Einheiten gekoppelt sein können, z.
B. zur Arzneistoff-Hinleitung oder für diagnostische Abbildungsanwendungen.
Eine solche Kopplung kann nach der Expression der multifunktionalen
Verbindung oder der Expression der Polypeptidketten der Erfindung
chemisch durchgeführt
werden, oder das Kopplungsprodukt kann in die erfindungsgemäßen Polynucleotide,
wie vorstehend besprochen, eingebaut werden. Die Poly nucleotide werden
dann in einem geeigneten Wirtssystem exprimiert, und die exprimierten
multifunktionalen Verbindungen werden gewonnen und gegebenenfalls
gereinigt.
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In einer anderen Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung eine Zusammensetzung, umfassend
die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, das erfindungsgemäße Polynucleotid
und/oder den erfindungsgemäßen Vektor
und gegebenenfalls eine proteinartige Verbindung, welche das primäre Aktivierungssignal
für T-Zellen
bereitstellen kann. Besonders bevorzugt ist die Zusammensetzung
ein Arzneimittel, das weiterhin gegebenenfalls einen pharmazeutisch
verträglichen
Träger
und/oder das Verdünnungsmittel und/oder
den Excipienten umfaßt.
Erfindungsgemäß sind die
proteinartigen Verbindungen, die das primäre Aktivierungssignal für T-Zellen
in pharmazeutischen und/oder diagnostischen Zusammensetzungen bereitstellen können, monospezifische
oder bispezifische Antikörper,
die mit dem CD3-Komplex, dem T-Zell-Rezeptor sowie Verbindungen
einschließlich
einem Superantigen in Wechselwirkung treten.
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Eine diagnostische Zusammensetzung,
umfassend die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung, das erfindungsgemäße Polynucleotid
und/oder den erfindungsgemäßen Vektor
und gegebenenfalls eine proteinartige Verbindung, die das primäre Aktivierungssignal
für T-Zellen
bereitstellen kann, und gegebenenfalls geeignete Nachweismittel,
ist ebenfalls ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
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In einer anderen bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen multifunktionalen
Verbindung, des erfindungsgemäßen Polynucleotids
und/oder des erfindungsgemäßen Vektors
zur Herstellung eines Arzneimittels zur Verhinderung und/oder Behandlung
eines malignen Zellwachstums.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die vorstehend beschriebene Verwendung,
wobei das maligne Zellwachstum mit Malignitäten von hämatopetischen Zellen oder von
soliden Tumoren in Beziehung steht.
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In einer noch mehr bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die erfindungsgemäße Verwendung,
wobei die Malignitäten
von hämatopetischen
Zellen Lymphome oder Leukämien
sind.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
jedoch betrifft die vorliegende Erfindung die erfindungsgemäße Verwendung,
wobei die soliden Tumoren Karzinome, Melanome oder Sarkome sind.
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Ein Kit, umfassend die erfindungsgemäße multifunktionale
Verbindung und gegebenenfalls eine proteinartige Verbindung, die
das primäre
Aktivierungssignal für
T-Zellen bereitstellen kann, ist ebenfalls ein Gegenstand der vorliegenden
Erfindung.
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In einer anderen bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung das erfindungsgemäße Arzneimittel,
die erfindungsgemäße diagnostische
Zusammensetzung oder den erfindungsgemäßen Kit, wobei die proteinartige
Verbindung, die das primäre
Aktivierungssignal für
T-Zellen bereitstellen kann, ein bispezifischer Antikörper ist,
der mit dem T-Zell-Antigen CD3 in Wechselwirkung tritt.
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Das erfindungsgemäße Arzneimittel kann ferner
einen pharmazeutisch verträglichen
Träger,
Verdünnungsmittel
und Excipienten umfassen. Beispiele geeigneter pharmazeutischer
Träger,
Verdünnungsmittel und
Excipienten sind auf dem Fachgebiet gut bekannt und schließen phosphatgepufferte
Salzlösungen,
Wasser, Emulsionen wie Öl/Wasser-Emulsionen,
verschiedene Arten von Benetzungsmitteln, sterile Lösungen etc. ein.
Zusammensetzungen, umfassend solche Träger, können durch gut bekannte herkömmliche
Verfahren formuliert werden. Diese Arzneimittel können an
das Individuum in einer geeigneten Dosis verabreicht werden. Der
proteinartige, pharmazeutisch wirksame Stoff kann in Mengen zwischen
1 ng und 10 mg pro Dosis vorliegen. Die Verabreichung der geeigneten
Zusammensetzungen kann über
unterschiedliche Wege erreicht werden, z. B. durch intravenöse, intraperitoneale,
subkutane, intramuskuläre,
topische oder intradermale Verabreichung. Das Dosierungsschema wird
durch den behandelnden Arzt und andere klinische Faktoren festgelegt.
Wie auf dem Gebiet der Medizin gut bekannt ist, hängen die
Dosierungen für
einen Patienten von vielen Faktoren ab, einschließlich der
Größe des Patienten,
der Körperoberfläche, dem
Alter, der einzelnen zu verabreichenden Verbindung, dem Geschlecht,
der Zeitdauer und dem Weg der Verabreichung, dem allgemeinen Gesundheitszustand
und anderen gleichzeitig verabreichten Arzneistoffen.
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Es ist selbstverständlich,
daß in
dieser Beschreibung und in den folgenden Patentansprüchen, sofern der
Zusammenhang keine andere Deutung erforderlich macht, das Wort "umfassen" und Variationen
wie "umfaßt" und "umfassend" die Einbeziehung
einer angegebenen ganzen Zahl oder eines angegebenen Schrittes oder
einer Gruppe von ganzen Zahlen oder Schritten beinhaltet, aber nicht
den Ausschluß einer
anderen ganzen Zahl oder eines anderen Schrittes oder einer Gruppe
von ganzen Zahlen oder Schritten.
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Die Figuren zeigen:
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1:
Molekulare Anordnung von Heterominikörper M79scFvCH1/CD80CK, dargestellt
auf der Proteinebene. CH1 und CK geben
die erste konstante Domäne
der schweren Kette des menschlichen IgG1 bzw. die konstante Region
der leichten Kappa-Kette des menschlichen Ig an, die zusammen, kovalent
verknüpft
miteinander über
eine Disulfidbrücke
(S–S),
die Heterodimerisierungseinheit bilden. VH gibt die variable Region der
schweren Ig-Kette an, und VL gibt die variable Region der leichten
Ig-Kette an.
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(B–J) Molekulare Anordnung der
Heterominikörper:
(B)
M79scFvCK/CD80CH1; (C) M79scFvCH1/CD54CK; (D) M79scFvCK/CD54CH1;
(E) M79scFvCH1/CD58CK; (F) M79scFvCK/CD58CH1; (G) M79scFvCH1/CD86CK;
(H) M79scFvCK/CD86CH1; (I) antiLeyscFvCH1/CD80CK; (J) antiLeyscFvCK/CD80CH1,
dargestellt auf der Proteinebene. Für Einzelheiten vgl. die Legende
von 1(A).
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2:
DNA-Sequenz, bezeichnet als CTI, die in die multiple Clonierungsstelle
des Bluescript KS-Vektors (GenBank-Hinterlegungsnummer X52327) unter
Verwendung der Restriktionsstellen XbaI und SalI, um die Zahl der
möglichen
Clonierungsstellen zu erhöhen,
cloniert wurde. Die CTI-abgeleiteten Restriktionsenzym-Spaltstellen sind
dargestellt.
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3:
Molekulare Anordnung von DNA-Fragmenten, codierend die einzelnen
Polypeptidketten der Heterominikörper:
(A)
M79scFvCH1/CD80CK; (B) M79scFvCK/CD80CH1; (C) M79scFvCH1/CD54CK;
(D) M79scFvCK/CD54CH1; (E) M79scFvCH1/CD58CK; (F) M79scFvCK/CD58CH1;
(G) M79scFvCH1/CD86CK; (H) M79scFvCK/CD86CH1; (I) antiLeyscFvCH1/CD80CK;
(J) antiLeyscFvCK/CD80CH1.
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Es ist anzumerken, daß einige
Heterominikörper
die gleiche Polypeptidkette gemeinsam haben. In diesen Fällen sind
die entsprechenden Polypeptidketten nur einmal dargestellt. Die
Symbole werden wie in den 1(A) und 1(B) verwendet. Der zur Clonierung
und Expression der einzelnen Ketten verwendete Expressionsvektor
pEF-DHFR oder pEF-ADA ist angegeben. Lewis-Y ist als LeY abgekürzt.
-
4:
ELISA-Analyse von Zellkulturüberständen, erhalten
aus CHO-Zellen, welche mit dem Expressionsplasmid pEF-DHFR-M79scFvCK-pEF-ADA/CD80CH1
transfiziert wurden, nach verschiedenen Amplifikationsschritten
und nach dem Subclonieren. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden
mit 50 μl
eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/ml) pro
Vertiefung inkubiert. Anschließend
wurde der rohe Zellkulturüberstand
zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis wurde mit einem biotinmarkierten
menschlichen CK-Antikörper (Pierce;
Kat. Nr. 31780), 1 : 1000 verdünnt,
und Peroxidase-konjugiertem Avidin (Dako, Hamburg; Kat. Nr. P0347),
1 : 1000 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter Salzlösung inkubiert.
Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung
eines ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen.
-
5:
FACS-Analyse der Bindung des Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1 an
17-1A-transfizierte CHO-Zellen. 200.000 17-1A-transfizierte CHO-Zellen
(vgl. Beispiel 5.2) wurden für
30 Minuten mit mehreren Verdünnungen
des Heterominikörpers
M79scFvCK/CD80CH1 im Bereich von 4 μg/ml bis 3,9 ng/ml inkubiert.
Anschließend
wurden die Zellen zweimal in PBS gewaschen und für 30 Minuten mit einem R-Phycoerythrin-konjugierten,
murinen anti-Mensch-CD80-Antikörper (Becton
Dickinson Immunocytometry Systems, San Jose, CA, USA; Kat. Nr. 340294)
inkubiert. Nach zwei letzten Waschschritten in PBS wurden die Zellen dann
mittels Durchflußcytometrie
(FACS-SCAN, Becton Dickinson Immunocytometry Systems, San Jose,
CA, USA) analysiert.
-
6:
DNA- sowie Aminosäuresequenz
eines anti-Lewis-Y-scFv-Fragments, das eine Leadersequenz an seinem
N-Terminus trägt.
Die Nucleotide 68 bis 394 codieren die variable Region der leichten
Ig-Kette, die Nucleotide 440 bis 793 codieren die variable Domäne der schweren
Ig-Kette. Die zur Clonierung wichtigen Restriktionsenzym-Spaltstellen
sind angegeben.
-
7:
ELISA-Analyse von Zellkulturüberständen, erhalten
von zwei unterschiedlichen CHO-Zell-Transfektanten, die mit entweder
den Expressionsplasmiden pEF-DHFRanti-Lewis-Y-scFv-CK und pEF-ADA-CD80-CH1
bzw. mit pEF-DHFR-CD80-CK und pEF-ADA-anti-Lewis-Y-scFv-CH1 doppelt
transfiziert wurden, nach dem ersten Genamplifikationsschritt. ELISA-Platten
mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl eines löslichen Lewis-Y-BSA-Konjugats
(30 μg/ml)
pro Vertiefung inkubiert. Anschließend wurde der rohe Zellkulturüberstand
davon zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis wurde mit einem CD80-spezifischen,
monoclonalen Antikörper
(Immunotech; Kat. Nr. 1449), 1 : 1000 verdünnt, und einem Peroxidase-konjugierten
Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper
(Dianova, Hamburg), 1 : 5000 verdünnt, durchgeführt. Als
negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter Salzlösung inkubiert.
Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel
2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen. LeY wird als Abkürzung
von anti-Lewis-Y-scFv
verwendet.
-
8:
ELISA-Analyse von Zellkulturüberständen, erhalten
von zwei unterschiedlichen CHO-Zell-Transfektanten, die mit entweder
den Expressionsplasmiden pEF-DHFRanti-Lewis-Y-scFv-CK und pEF-ADA-CD80-CH1
bzw. mit pEF-DHFR-CD80-CK und pEF-ADA-anti-Lewis-Y-scFv-CH1 doppelt
transfiziert wurden, nach dem ersten Genamplifikationsschritt. ELISA-Platten
mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl eines BSA-freien anti-His-Marker-Antikörpers (25 μg/ml) pro
Vertiefung inkubiert. Anschließend
wurde der rohe Zellkulturüberstand
zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis wurde mit einem biotinmarkierten
anti-Mensch-CK-Antikörper
(Pierce; Kat. Nr. 31780), 1 : 1000 verdünnt, und Peroxidase-konjugiertem
Avidin (Dako, Hamburg; Kat. Nr. P0347), 1 : 1000 verdünnt, durchgeführt. Als
negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter Salzlösung inkubiert.
Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel
2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen. Ley wird als Abkürzung
von anti-Lewis-Y-scFv verwendet.
-
9:
ELISA mit dem Zellkulturüberstand
der beiden Ausführungsformen
des Heterominikörpers CD80,
CD86, CD58 und CD54 (spezifischer Nachweis). Die Bindung an das
17-1A-Antigen wurde unter Verwendung eines rekombinanten 17-1A-Antigens
untersucht, das durch stabile Expression in CHO-Zellen, wie beschrieben
(Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. 92 (1995), 7021–7025, und
Beispiel 4.4), erhalten wurde. Das Antigen wurde an U-Boden-ELISA-Platten
mit 96 Vertiefungen (Nunc Maxisorb) in einer Konzentration von 50 μg/ml in phosphatgepufferter
Salzlösung,
PBS, immobilisiert. Die Beschichtung wurde bei 4°C für 12 Stunden mit 50 μl, gefolgt
durch einen Waschschritt mit PBS, 0,05% Tween, ausgeführt. Der
ELISA wurde dann für
1 Stunde mit PBS/3% Rinderserumalbumin (BSA) blockiert und noch
einmal gewaschen. Anschließend
wurde der Zellkulturüberstand
unverdünnt
und in mehreren Verdünnungen
(roh, 1 : 2, 1 : 4, 1 : 8, 1 : 16 und 1 : 32) zugegeben und für 2 Stunden
inkubiert. Der spezifische Nachweis war abhängig von der An der co-stimulierenden
Proteine, die mit den unterschiedlichen Heterokörper-Ausführungsformen assoziiert sind.
Die spezifischen Antikörper
anti-CD54, anti-CD58,
anti-CD80 und anti-CD86 wurden verwendet, alle 1 : 1000 verdünnt (für Einzelheiten
vgl. Tabelle 4.4.). Nach dreimaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20
wurde ein Peroxidase-konjugierter, polyclonaler Ziege-anti-Maus-IgG-Antikörper (Fc-spezifisch)
(Dianova, Hamburg), 1 : 5000 verdünnt, zugegeben und bei Raumtemperatur
für eine
Stunde inkubiert. Nach viermaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20
wurde der ELISA schließlich
durch Zugabe des ABTS-Substrats
entwickelt, wie in Beispiel 4.4 beschrieben. Als negative Kontrolle
wurden die Platten mit PBS anstelle der Heterominikörper-Konstrukte inkubiert.
Der farbige Niederschlag wurde unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
10:
ELISA mit dem Zellkulturüberstand
der beiden Ausführungsformen
des Heterokörpers
CD80, CD86, CD58 und CD54 (anti-Mensch-Ckappa-Nachweis).
Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit einem anti-His-Marker-Antikörper (Dianova,
Hamburg; Kat. Nr. DIA 910), 1 : 40 verdünnt, beschichtet, wie vorstehend beschrieben. Überstände aller
Heterominikörper-Ausführungsformen
wurden roh und in Verdünnungen
von 1 : 2, 1 : 4 und 1 : 8 zugegeben. Ein biotinylierter anti-Mensch-Ckappa- Antikörper (Pierce; Kat. Nr. 31780),
gefolgt durch Peroxidase-konjugiertes Streptavidin (1 : 1000) (Dako,
Hamburg; Kat. Nr. P0347), wurden zum Nachweis der gebundenen Heterominikörper verwendet
(vgl. Tabelle 4.4). Nach viermaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20
wurde der ELISA schließlich
durch Zugabe des ABTS-Substrats entwickelt, wie in Beispiel 4.4
beschrieben. Als negative Kontrolle wurden die Platten mit PBS anstelle
der Heterominikörper-Konstrukte inkubiert.
Der farbige Niederschlag wurde unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
11:
FACS-Kontrolle der CHO-Zellen nach Transfektion mit 17-1A. Die Expression
von Transmembran-17-1A wurde durch eine schrittweise Genamplifikation
erhöht,
welche induziert wurde durch die anschließende Zugabe von ansteigenden
Konzentrationen des DHFR-Inhibitors MTX bis zu einer Endkonzentration von
500 nM, wobei die Konzentrationsschritte zwischen 20 nM und 100
nM lagen. Diese Zellen wurden bei einer Konzentration von 10 μg/ml des
17-1A-spezifischen Antikörpers
M79 (Göttlinger,
Int. J. Cancer 38 (1986), 47–53),
gefolgt durch einen FITCmarkierten, polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG+IgM-(H+L)-Antikörper, 1
: 100 verdünnt
in PBS, mittels Durchflußcytometrie
auf eine Membranexpression von 17-1A getestet. Als negative Kontrolle
wurden untransfizierte CHO-Zellen verwendet, während die 17-1A-positive, menschliche
Magenkrebs-Zelllinie Kato, erhalten von ATCC, als positive Kontrolle
diente.
-
12:
BrdU-Einbau von CD4+CD45RA+-T-Zellen
nach Stimulierung mit dem Heterominikörper M79CK/CD80CH1 und/oder
M79scFv-antiCD3scFv. Nach dreitägiger
Stimulierung wurden die Zellen mit BrdU für 14 Stunden inkubiert. Der
Test wurde durchgeführt,
wie in der Produktbeschreibung von Boehringer Mannheim, Kat. Nr.
1647229, empfohlen. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405 nm
gemessen.
-
Abkürzungen:
-
- ohne CHO max = ohne 17-1A-transfizierte CHO-Zellen plus
250 ng/ml des bispezifischen, einkettigen Antikörpers M79scFv-anti-CD2scFv
plus 500 ng/ml des M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörpers.
- ohne CHO Bimax = ohne 17-1A-transflzierte CHO-Zellen plus 250
ng/ml des bispezifischen, einkettigen Antikörpers M79scFv-anti-CD2scFv.
- PBLsMBmaxBimax = 17-1A-transfizierte CHO-Zellen plus ungetrennte
einkernige Zellen aus dem peripheren Blut plus 250 ng/ml des bispezifischen,
einkettigen Antikörpers
M79scFv-anti-CD3scFv plus 500 ng/ml des M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörpers.
- PBLBimax = 17-1A-transfizierte CHO-Zellen plus ungetrennte einkernige
Zellen aus dem peripheren Blut plus 250 ng/ml des bispeziflschen,
einkettigen Antikörpers
M79scFv-anti-CD2scFv.
- PBL neg = negative Kontrolle, bestehend aus 17-1A-transfizierten
CHO-Zellen plus ungetrennte einkernige Zellen aus dem peripheren
Blut.
-
13:
Prozentsatz der CD4+CD45RA+CD45RO–-T-Zellen
nach dreitägiger
Stimulierung von CD4+CD45RA+-T-Zellen
mit dem Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3, analysiert mittels FACS.
Die CD45RA- und CD45RO-Expressionsraten wurden nach dreitägiger Stimulierung
von CD4+CD45-RA+-T-Zellen
mit 500 ng/ml des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250, 50, 10 oder 2 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv
mittels Durchflußcytometrie
analysiert. 5.4.1 zeigt
den Prozentsatz der CD4+CD45RA–CD45RO+-T-Zellen aller durchgelassenen ("gated") Zellen. 100.000
Zellen wurden einmal mit PBS gewaschen und für 30 Minuten mit einem R-Phycoerythrin-konjugierten
anti-Mensch-CD45RA-Antikörper (2H4,
Coulter), 1 : 50 verdünnt,
und mit einem FITCkonjugierten anti-Mensch-CD45RO-Antikörper (UHCL-1; Dako,
Hamburg), 1 : 50 verdünnt,
inkubiert und noch einmal mit PBS gewaschen. Als positive Kontrolle
wurden PBMCs mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79CK/CD80CH1 und/oder
250 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv stimuliert. Für negative Kontrollen wurden
unstimulierte PBMCs und gereinigte CD4+CD45RO+-T-Zellen mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79CK/CD80CH1
und/oder 250 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv ohne 17-1A-transfizierte
CHO-Zellen stimuliert. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
14:
Prozentsatz der CD4+CD45RA–CD45RO+-T-Zellen nach sechstägiger Stimulierung von CD4+CD45RA+-T-Zellen
mit dem Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3scFv, analysiert mittels FACS.
Die CD45RA- und CD45RO-Expressionsraten wurden nach sechstägiger Stimulierung von
CD4+-CD45RA+-T-Zellen mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79CK/CD80CH1
und/oder 250, 50, 10 oder 2 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv mittels Durchflußcytometrie
analysiert. 5.4.1 zeigt
den Prozentsatz der CD4+CD45RA–CD45RO+-T-Zellen
aller durchgelassenen Zellen. 100.000 Zellen wurden einmal mit PBS gewaschen
und für
30 Minuten mit einem R-Phycoerythrin-konjugierten anti-Mensch-CD45RA-Antikörper (2H4,
Coulter), 1 : 50 verdünnt,
und mit einem FITCkonjugierten anti-Mensch-CD45R0-Antikörper (UHCL-1; Dako,
Hamburg), 1 : 50 verdünnt,
inkubiert und noch einmal mit PBS gewaschen. Als positive Kontrolle wurden PBMCs
mit 500 ng/ml des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv stimuliert.
Für negative
Kontrollen wurden unstimulierte PBMCs und gereinigte CD4+CD45RO–-T-Zellen mit 500 ng/ml
des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250 ng/ml M79scFv-antiCD3-scFv, ohne 17-1A-transfizierte CHO-Zellen,
stimuliert. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
15: γ-IFN-ELISA-Analyse
von CD4+CD45RA+-T-Zellen nach dreitägiger Stimulierung mit dem Heterominikörper M79CK/CD80CH1
und/oder M79scFv-antiCD3scFv. Der Zellkulturüberstand wurde vor der ELISA-Analyse
1 : 5 verdünnt;
der γ-Standard
(bereitgestellt mit dem Testkit) wurde als positive Kontrolle verwendet.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit Zellkulturmedium
inkubiert. Der ELISA wurde gemäß den Empfehlungen
des Benutzerhandbuchs des Herstellers (Genzyme DuoSet, Genzyme Diagnostics
Cambridge, MA, USA; Kat. Nr. 80-3932-00) durchgeführt und mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung
eines ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
16: γ-IFN-ELISA-Analyse
von CD4+CD45RA+-T-Zellen nach sechstägiger Stimulierung mit dem Heterominikörper M79CK/CD80CH1
und/oder M79scFv-antiCD3-scFv.
Der Zellkulturüberstand
wurde vor der ELISA-Analyse 1 : 5 verdünnt; der γ-IFN-Standard (bereitgestellt
mit dem Testkit) wurde als positive Kontrolle verwendet. Als negative
Kontrolle wurden Vertiefungen mit Zellkulturmedium inkubiert. Der
ELISA wurde gemäß dem Benutzerhandbuch
des Herstellers (Genzyme DuoSet, Genzyme Diagnostics Cambridge,
MA, USA; Kat. Nr. 80-3932-00) durchgeführt und mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung
eines ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
17:
IL-5-ELISA-Analyse von CD4+CD45RA+-T-Zellen nach dreitägiger Stimulierung mit dem
Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3scFv. Der Zellkulturüberstand
wurde unverdünnt analysiert;
der IL-S-Standard (bereitgestellt mit dem Testkit) wurde als positive
Kontrolle verwendet. Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen
mit Zellkulturmedium inkubiert. Der ELISA wurde gemäß dem Benutzerhandbuch
des Herstellers (Genzyme DuoSet, Genzyme Diagnostics Cambridge,
MA, USA; Kat. Nr. 80-5025-00) durchgeführt und mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines
ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
18:
IL-S-ELISA-Analyse von CD4+CD45RA+-T-Zellen nach sechstägiger Stimulierung
mit dem Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3scFv. Der Zellkulturüberstand
wurde unverdünnt
analysiert; der IL-S-Standard (bereitgestellt mit dem Testkit) wurde
als positive Kontrolle verwendet. Als negative Kontrolle wurden
Vertiefungen mit Zellkulturmedium inkubiert. Der ELISA wurde gemäß dem Benutzerhandbuchm
des Herstellers (Genzyme DuoSet, Genzyme Diagnostics Cambridge,
MA, USA; Kat. Nr. 80-5025-00) durchgeführt und mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines
ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
19:
BrdU-Einbau von CD8+CD45RA+-Zellen
nach dreitägiger
Stimulierung mit dem Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3scFv. Nach dreitägiger Stimulierung
wurden die Zellen mit BrdU für
14 Stunden inkubiert. Der Test wurde durchgeführt, wie in der Produktbeschreibung
von Boehringer Mannheim, Kat. Nr. 1647229, empfohlen. Die OD-Werte
wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405 nm gemessen. Für Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
20:
Prozentsatz der CD8+CD45RA–CD45RO+-T-Zellen nach viertägiger Stimulierung von CD8+CD45RA+-T-Zellen
mit dem Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3scFv, analysiert mittels FACS.
Die CD45RA- und CD45RO-Expressionsraten wurden nach viertägiger Stimulierung
von CD8+CD45-RA+-T-Zellen
mit 500 ng/ml des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250, 50, 10 oder 2 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv
mittels Durchflußcytometrie
analysiert. 5.4.1 zeigt
den Prozentsatz der CD8+CD45RA–CD45RO+-T-Zellen aller durchgelassenen Zellen.
100.000 Zellen wurden einmal mit PBS gewaschen und für 30 Minuten
mit einem R-Phycoerythrin-konjugierten anti-Mensch-CD45RA-Antikörper (2H4, Coulter),
1 : 50 verdünnt,
und mit einem FITC-konjugierten anti-Mensch-CD45RO-Antikörper (UHCL-1;
Dako, Hamburg), 1 : 50 ver dünnt,
inkubiert und noch einmal mit PBS gewaschen. Als positive Kontrolle
wurden PBMCs mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79CK/CD80CH1 und/oder
250 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv stimuliert. Für negative Kontrollen wurden
unstimulierte PBMCs und gereinigte CD8+CD45RO–-T-Zellen
mit 500 ng/ml des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250 ng/ml M79scFv-antiCD3-scFv ohne 17-1A-transfizierte
CHO-Zellen stimuliert. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
21:
Prozentsatz der CD8+CD45RA–D45RO+-T-Zellen nach sechstägiger Stimulierung von CD8+CD45RA+-T-Zellen
mit dem Heterominikörper
M79CK/CD80CH1 und/oder M79scFv-antiCD3scFv, analysiert mittels FACS.
Die CD45RA- und CD45RO-Expressionsraten wurden nach sechstägiger Stimulierung von
CD8+CD45RA+-T-Zellen
mit 500 ng/ml des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250, 50, 10 oder 2 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv
mittels Durchflußcytometrie
analysiert. 5.4.1 zeigt
den Prozentsatz der CD8+CD45RA–CD45RO+-T-Zellen
aller durchgelassenen Zellen. 100.000 Zellen wurden einmal mit PBS gewaschen
und für
30 Minuten mit einem R-Phycoerythrin-konjugierten anti-Mensch-CD45RA-Antikörper (2H4,
Coulter), 1 : 50 verdünnt,
und mit einem FITC-konjugierten anti-Mensch-CD45R0-Antikörper (UHCL-1; Dako,
Hamburg), 1 : 50 verdünnt,
inkubiert und noch einmal mit PBS gewaschen. Als positive Kontrolle
wurden PBMCs mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79CK/CD80CH1 und/oder
250 ng/ml M79scFv-antiCD3scFv stimuliert. Für negative Kontrollen wurden
unstimulierte PBMCs und gereinigte CD8+CD45RO–-T-Zellen
mit 500 ng/ml des Heterominikörpers
M79CK/CD80CH1 und/oder 250 ng/ml M79scFv-antiCD3-scFv ohne 17-1A-transfizierte
CHO-Zellen stimuliert. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
22:
TNF-α-ELISA-Analyse
von CD8+CD45RA+-T-Zellen nach viertägiger Stimulierung mit dem Heterominikörper M79CK/CD80CH1
und/oder M79scFv-antiCD3-scFv.
Der Zellkulturüberstand
wurde unverdünnt
analysiert; der TNF-α-Standard
(bereitgestellt mit dem Testkit) wurde als positive Kontrolle verwendet. Als
negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit Zellkulturmedium inkubiert.
Der ELISA wurde gemäß dem Benutzerhandbuch
des Herstellers (Genzyme DuoSet, Genzyme Diagnostics Cambridge,
MA, USA; Kat. Nr. 80-3933-00) durchgeführt und mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung
eines ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen. Für
Abkürzungen
vgl. die Legende von 12.
-
23:
Molekulare Anordnung des Heterominikörpers M79scFv-CK-antiCD3-scFv/CD80CH1, dargestellt
auf der Proteinebene. CH1 und CK geben die erste konstante Domäne der schweren
Kette des menschlichen IgG1 bzw. die konstante Region der leichten
Kappa-Kette des menschlichen Ig an, die zusammen, kovalent verknüpft miteinander über eine
Disulfidbrücke
(S–S),
die Heterodimerisierungseinheit bilden. VH gibt die variable Region
der schweren Ig-Kette an, und VL gibt die variable Region der leichten
Ig-Kette an.
-
24:
Anordnung verschiedener bifunktionaler CD80-scFv-Konstrukte, wobei
die Konstruktionselemente auf der Proteinebene dargestellt sind.
VH gibt die variable Region der schweren Ig-Kette und VL die der leichten
Ig-Kette an.
-
25:
Anordnung verschiedener bifunktionaler CD80-scFv-Konstrukte, wobei
die Konstruktionselemente auf der DNA-Ebene dargestellt sind, sowie
der verwendeten Restriktionsenzym-Spaltstellen.
-
26:
ELISA-Analyse des Zellkulturüberstands,
erhalten aus CHO-Zellen, die mit dem Expressionsplasmid pEF-DHFR+CTI+CD80-M79scFv-(VL/VH),
einschließlich
der codierenden Sequenz des kurzen (Gly4Ser1)1-Linkers, transfiziert
wurden. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl eines löslichen 17-1A-Antigens
(50 μg/ml)
pro Vertiefung inkubiert. Anschließend wurden der rohe Zellkulturüberstand
und Verdünnungen
davon zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis wurde durch einen murinen
anti-His-Marker- IgG1-Antikörper
(Dianova, Hamburg), 1 : 1000 verdünnt, und einen Peroxidase-konjugierten,
polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova, Hamburg), 1
: 5000 verdünnt,
durchgeführt.
Der bispezifische, einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) wurde als positive Kontrolle
verwendet. Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung inkubiert.
Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel
2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
27:
ELISA-Analyse des Zellkulturüberstands,
erhalten aus CHO-Zellen, die mit dem Expressionsplasmid pEF-DHFR+CTI+CD80-M79scFv-(VL/VH),
einschließlich
der codierenden Sequenz des kurzen (Gly4Ser1)1-Linkers, transfiziert
wurden. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl eines löslichen 17-1A-Antigens (50 μg/ml) pro
Vertiefung inkubiert. Anschließend
wurden der rohe Zellkulturüberstand
und Verdünnungen
davon zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis wurde mit einem murinen
IgGI-anti-CD80-Antikörper,
1 : 1000 verdünnt,
gefolgt durch einen Peroxidase-konjugierten, polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG(Fc)-Antikörper (Dianova,
Hamburg), 1 : 5000 verdünnt,
durchgeführt.
Der bispezifische, einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) wurde als positive Kontrolle
verwendet und nachgewiesen, wie in 26 beschrieben.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel
2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
28:
ELISA-Analyse des gereinigten rekombinanten CD80-M79scFv-(VL/VH)-Konstrukts
mit einem kurzen (Gly4Ser1)1-Linker, erhalten durch Reinigung aus dem
Zellkulturüberstand
unter Verwendung einer Ni-NTA-Säule,
wie beschrieben (Mack, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021-7025).
ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden über Nacht bei 4°C mit dem
rohen Eluat aus der Ni-NTA-Säule und
mit Verdünnungen davon
beschichtet, wie angegeben. Anschließend wurde das gebundene rekombinante
Protein durch einen murinen anti-CD80- IgG1-Antikörper, 1 : 1000 verdünnt, bzw.
durch einen murinen anti-His-Marker- IgG1-Antikörper (Dianova, Hamburg), 1
: 1000 verdünnt,
gefolgt durch einen Peroxidasekonjugierten, polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova,
Hamburg), 1 : 5000 verdünnt,
nachgewiesen. Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen über Nacht
bei 4°C
mit 3% BSA in phosphatgepufferter Salzlösung beschichtet. Der ELISA
wurde mit einer ABTS-Substratlösung
entwickelt, wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden
unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405 nm gemessen.
-
29:
ELISA-Analyse des Zellkulturüberstands,
erhalten aus CHO-Zellen, die mit dem Expressionsplasmid pEF-DHFR+CTI+CD80-M79scFv-(VH/VL),
einschließlich der
codierenden Sequenz des kurzen (Gly4Ser1)1-Linkers, transfiziert
wurden. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit einem löslichen 17-1A-Antigen
(50 μg/ml)
pro Vertiefung inkubiert. Anschließend wurden der rohe Zellkulturüberstand
und Verdünnungen
davon zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis wurde durch einen murinen
anti-CD80-IgG1-Antikörper,
1 : 1000 verdünnt,
gefolgt durch einen Peroxidase-konjugierten, polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova,
Hamburg), 1 : 5000 verdünnt,
durchgeführt.
Der bispezifische, einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) wurde als positive Kontrolle
verwendet und nachgewiesen, wie in 26 beschrieben.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung weiterbearbeitet,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung
eines ELISA-Lesegeräts bei
405 nm gemessen.
-
30:
DNA-Sequenz des als ACCGS15BAM bezeichneten doppelsträngigen Oligonucleotids
mit einzelsträngigen überhängenden
Enden, die mit denen der Restriktionsenzyme BspEI und BamHI kompatibel sind.
Die durch die Nucleotidsequenz codierten Aminosäuren sind dargestellt.
-
31:
ELISA-Analyse des Zellkulturüberstands
und von Verdünnungen
davon, erhalten aus CHO-Zellen, die mit dem Expressionsplasmid pEF-DHFR+CTI+CD80-M79scFv-(VH/VL),
einschließlich
der codierenden Sequenz des langen (Gly4Ser1)3-Linkers, transfiziert
wurden. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/ml)
pro Vertiefung inkubiert. Anschließend wurden der rohe Zellkulturüberstand
und Verdünnungen
davon zugegeben, wie angegeben. Das gebundene Protein wurde durch
einen murinen anti-His-Marker-Antikörper (Dianova, Hamburg), 1
: 1000 verdünnt,
gefolgt durch einen Peroxidase-konjugierten, polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova,
Hamburg), 1 : 5000 verdünnt,
nachgewiesen. Der bispezifische, einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) wurde als positive Kontrolle
verwendet. Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel
2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
32:
Molekulare Anordnung von DNA-Fragmenten, welche die einzelnen Polypeptidketten
des Heterominikörpers
M79scFv-CK-anti-CD3scFv/CD80CH1 codieren. Die Symbole werden wie
in den 1(A) und 1(B) verwendet. Der zur Clonierung
und Expression der einzelnen Ketten verwendete Expressionsvektor pEF-DHFR
oder pEF-ADA ist angegeben. Gly4Ser1 gibt einen S-Aminosäure-Glycin-Serin-Linker an.
-
33:
Phänotypwechsel
von CD45RA+/RO–-CD4-T-Zellen
zu RA–/RO+-CD4-T-Zellen, induziert durch in vitro-Priming.
Die CD45RA- und CD45RO-Expression auf PBMCs und gereinigten naiven CD4+CD45RO–-T-Zellen wurde mittels
FACS am Tag 0 analysiert. Die CD45RA- und CD45RO-Expressionsraten
von CD4+CD45-RO–-Zellen wurden weiterhin
nach sechstägiger
Stimulierung mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1 und/oder
250 ng/ml des bispezifischen, einkettigen Antikörpers M79scFv-antiCD3scFv in
Kontakt mit bestrahlten, 17-1Atransflzierten Zellen mittels Durchflußcytometrie
analysiert. Jeweils 100.000 T-Zellen wurden einmal mit PBS gewaschen
und für
30 Minuten mit einem Phycoerythrin-konjugierten anti-Mensch-CD45RA-Antikörper (2H4,
Coulter), 1 : 50 verdünnt,
und mit einem FITC-konjugierten anti-Mensch-CD45R0-Antikörper (UCHL-1;
Dako, Hamburg), ), 1 : 50 verdünnt,
inkuziert und vor der Durchflußcytometrie
noch einmal mit PBS gewaschen.
-
34:
Phänotypwechsel
von CD45RA+/RO–-CD8-T-Zellen
zu RA–/RO+-CD8-T-Zellen. Die CD45RA- und CD45RO-Expression
auf PBMCs und gereinigten naiven CD8+CD45RO–-T-Zellen
wurde mittels FACS am Tag 0 analysiert. Die CD45RA- und CD45RO-Expressionsraten
von CD4+CD45R0–-Zellen
wurden weiterhin nach sechstägiger
Stimulierung mit 500 ng/ml des Heterominikörpers M79scFv-CK/CD80CH1 und/oder
250 ng/ml des bispezifischen, einkettigen Antikörpers M79scFv-antiCD3scFv in
Kontakt mit bestrahlten, 17-1A-transfizierten Zellen mittels Durchflußcytometrie
analysiert. Jeweils 100.000 T-Zellen wurden einmal mit PBS gewaschen
und für
30 Minuten mit einem Phycoerythrin-konjugierten anti-Mensch-CD45RA-Antikörper (2H4,
Coulter), 1 : 50 verdünnt,
und mit einem FITCkonjugierten anti-Mensch-CD45RO-Antikörper (UCHL-1; Dako,
Hamburg), ), 1 : 50 verdünnt,
inkuziert und vor der Durchflußcytometrie
noch einmal mit PBS gewaschen.
-
35: 51Cr-Freisetzungstest mit naiven CD8+CD45RA+CD45RO–-T-Zellen
(vor dem Primen) und davon abgeleiteten T-Zellen durch in vitro-Priming
mit dem Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 und dem bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv
(nach dem Primen). Die T-Zellen wurden durch unterschiedliche Konzentrationen
des bispezifischen, einkettigen Antikörpers M79scFvantiCD3scFv wieder gegen
17-1A-positive Kato-Zellen gerichtet, wie angegeben. Gegebenenfalls
war der Heterominikörper M79scFvCK/CD80CH1
während
des 51Cr-Freisetzungstests in einer Konzentration
von 500 ng/ml vorhanden. PBMCs wurden als positive Kontrolle verwendet.
Die Inkubationszeit betrug 20 h bei einem E : T-Verhältnis von
20 : 1.
-
36:
SDS-PAGE (7,5%) von Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1. Die Coomassie-Färbung des
gereinigten Heterominikörpers
M79scFvCK/CD80CH1 ist unter reduzierenden (linke Bahn) und nicht-reduzierenden
(rechte Bahn) Bedingungen gezeigt. In beiden Bahnen ist ein Molekulargewichtsstandard
dargestellt.
-
37:
Bindung von Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 an untransfizierte und 17-1A-transfizierte CHO-Zellen.
200.000 Zellen jeder Zelllinie wurden für 30 Minuten mit dem gereinigten
Heterominikörper M79scFvCK/CD80CH1
in einer Konzentration von 0,2 μg/ml
inkubiert. Anschließend
wurden die Zellen zweimal in PBS gewaschen und für 30 Minuten mit einem FITC-konjugierten,
Ckappa-spezifischen anti-Mensch-Antikörper (Coulter
6604287), 1 : 10 verdünnt,
inkubiert. Nach zwei letzten Waschschritten in PBS wurden die Zellen
dann mittels Durchflußcytometrie
(FACS-SCAN, Becton Dickinson Immunocytometry Systems, San Jose,
CA, USA) analysiert.
-
38:
Bindung von Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 an CD28 auf T-Zellen. 100.000 gereinigte naive
CD8+CD11b–-T-Zellen
wurden für
30 Minuten mit 200 μg/ml
des Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1
inkubiert. Anschließend
wurden die Zellen zweimal in PBS gewaschen und für 30 Minuten mit einem FITCkonjugierten,
Ckappa-spezifischen anti-Mensch-Antikörper (Coulter
6604287), 1 : 10 verdünnt,
inkubiert. Nach zwei letzten Waschschritten in PBS wurden die Zellen
mittels Durchflußcytometrie
analysiert.
-
39:
Bindung von Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 an CTLA-4, gemessen durch einen ELISA. ELISA-Platten
mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl/Vertie fung einer löslichen
CTLA-4/Fc-Chimäre
(R & D Systems,
Minneapolis, MN, USA, Kat. Nr. 325-CT) in einer Konzentration von
10 μg/ml
inkubiert. Anschließend
wurden unterschiedliche Konzentrationen des gereinigten Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1
in phosphatgepufferter Salzlösung,
PBS, zugegeben. Der Nachweis wurde mit einem biotinmarkierten, Ckappa-spezifischen anti-Mensch-Antikörper (Pierce;
Kat. Nr. 31780), 1 : 1000 verdünnt,
gefolgt durch Peroxidase-konjugiertes Avidin (Dako, Hamburg; Kat.
Nr. P0347), 1 : 1000 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden einige Vertiefungen mit einem CD4-Ig-Fusionsprotein
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden mittels eines
ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
40:
Bindung von Heterominikörper
M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1 an ein inmobilisiertes rekombinantes
17-1A-Antigen. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit 50 μl eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/ml)
inkubiert. Anschließend
wurde der rohe Zellkulturüberstand
von CHO-Zellen zugegeben, die mit dem Heterominikörper M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1
transfiziert wurden, was einer primären Selektion (PS) oder dem
ersten Genamplifikationsschritt (1. Amp.) entspricht. Der Nachweis
des gebundenen Heterominikörpers
wurde mit einem CD80-spezifischen, monoclonalen Antikörper (Immunotech;
Kat. Nr. 1449), 1 : 1000 verdünnt,
und einem Peroxidase-konjugierten Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova,
Hamburg), 1 : 5000 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden mittels eines
ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen.
-
41:
ELISA-Analyse von Zellkulturüberständen aus
CHO-Zellen, die mit den Expressionsplasmiden pEF-DHFR-M79scFvCK-antiCD3scFv
und pEF-ADA-CD80CH1 transfiziert wurden, was einer primären Selektion
(PS) und den verschiedenen Genamplifikationsschritten (1.–3. Amp.),
wie angegeben, entspricht. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen wurden
mit 50 μl/Vertiefung
eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/ml)
inkubiert. Anschließend
wurden rohe Überstände zugegeben,
die den Heterominikörper M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1
enthielten. Der Nachweis wurde mit einem Peroxidase-markierten anti-Histidin-Marker-Antikörper (Roche, 1965085),
1 : 500 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit PBS inkubiert. Der
ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel 2.1
beschrieben. Die OD-Werte wurden mittels eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
42:
Bindung von Heterominikörper
M79seFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1 an CD3 auf menschlichen T-Zellen.
100.000 CD8+CD3+CD11b+-T-Zellen wurden für 30 Minuten mit 400 μg/ml (dicke,
schwarze Linie) und 50 μg/ml
(dünne,
graue Linie) des Heterominikörpers
M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1 inkubiert. Anschließend wurden
die Zellen zweimal in PBS gewaschen und für 30 Minuten mit einem FITCkonjugierten, Ckappa spezifischen anti-Mensch-Antikörper (Coulter
6604287), 1 : 10 verdünnt,
inkubiert. Als negative Kontrolle wurden Zellen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
(gestrichelte Linie) anstelle des Heterominikörpers inkubiert. Nach zwei
letzten Waschschritten in PBS wurden die Zellen dann mittels Durchflußcytometrie
analysiert.
-
43:
Molekulare Anordnung des Heterominikörpers bseAbM79scFv-antiCD3scFv-CK/CD80CH1, dargestellt
auf der Proteinebene. CH1 und CK geben die erste konstante Domäne der schweren
Kette des menschlichen Igel bzw. die konstante Region der leichten
Kappa-Kette des menschlichen Ig an, die zusammen, kovalent verknüpft miteinander über eine
Disulfidbrücke
(S–S),
die Heterodimerisierungseinheit bilden. VH gibt die variable Region
der schweren Ig-Kette an, und VL gibt die variable Region der leichten
Ig-Kette an.
-
44:
Anordnung der beiden Arme des Heterominikörpers bscAbM79scFv-anti-CD3seFv-CK/CD80CH1, dargestellt
auf der DNA-Ebene. Die Restriktionsenzym-Spaltstellen sind angegeben.
VH gibt die variable Region der schweren Ig-Kette an, und VL gibt
die der leichten Ig-Kette an.
-
45:
Bindung von Heterominikörper
bscAbM79scFv-antiCD3scFv-CK/CD80CH1 an ein immobilisiertes rekombinantes
17-1A-Antigen, gemessen durch einen ELISA. ELISA-Platten mit 96
Vertiefungen wurden mit 50 μl/Vertiefung
eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/ml)
inkubiert. Anschließend
wurden rohe Zellkulturüberstände von
CHO-Zellen zugegeben, die mit dem Heterominikörper bscAbM79scFvantiCD3scFv-CK/CD80CH1
transfiziert wurden, was einer primären Selektion (PS) oder dem ersten
Genamplifikationssehritt (1. Amp.) entspricht. Der Nachweis des gebundenen
Heterominikörpers
wurde mit einem Peroxidase-markierten anti-Histidin-Marker-Antikörper (Roche,
1965085), 1 : 500 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
anstelle des Heterominikörpers
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden mittels eines
ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen.
-
46:
ELISA-Analyse von Heterominikörper
bscAbM79scFv-antiCD3scFv-CK/CD80-CH1,
ausgeführt
mit einem immobilisierten anti-CD80-Antikörper. ELISA-Platten mit 96
Vertiefungen wurden mit 50 μl/Vertiefung
eines monoclonalen anti-Mensch-CD80-Antikörpers (Immunotech;
Kat. Nr. 1449), 1 : 200 verdünnt,
inkubiert. Anschließend
wurden rohe Zellkulturüberstände von
CHO-Zellen zugegeben, die mit dem Heterominikörper bscAbM79scFv-antiCD3scFv-CK/CD80CH1
transfiziert wurden, was einer primären Selektion (PS) oder dem
ersten Genamplifikationsschritt (1. Amp.) entspricht. Der Nachweis
wurde mit einem Peroxidase-markierten anti-Histidin-Marker-Antikörper (Roche,
1965085), 1 : 500 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
anstelle des Heterominikörpers
inkubiert. Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, wie in Beispiel
2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden mittels eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen.
-
47:
DNA- und Aminosäuresequenz
des M79scFv-IL2-Konstrukts, das eine Dimerisierungsdomäne enthält. Die
Nucleotide 10 bis 66 codieren ein N-terminales Leaderpeptid. Die
Nucleotide 67 bis 387 codieren die variable Region VL der leichten
Ig-Kette von M79scFv;
die Nucleotide 388 bis 432 codieren einen Glycin-Serin-Linker, gefolgt durch
die variable Domäne
VH der schweren Ig-Kette von M79scFv (Nucleotide 433 bis 777). Am
5'-Ende der oberen
Hinge-Region des murinen IgG3, beschrieben durch Pack, Biotechnology
11 (1993), 1271 (Nucleotide 784 bis 813), wurden durch die Insertion
einer EcoRI-Spaltstelle 6 Nucleotide angehängt. Die Nucleotide 814 bis
918 codieren die dHLX-Dimerisierungsdomäne, beschrieben durch Pack,
Biotechnology 11 (1993), 1271, gefolgt durch einen kurzen Peptidlinker
von Nucleotid 919 bis 936. An die IL-2-Domäne (Nucleotide 937 bis 1341)
schließen
sich ein C-terminaler His-Marker (Nucleotide 1342 bis 1359) und zwei
Stoppcodons an. Die zur Clonierung verwendeten Restriktionsenzym-Spaltstellen sind
angegeben.
-
48:
DNA- und Aminosäuresequenz
des M79scFv-IL2-Konstrukts, das eine Tetramerisierungsdomäne enthält. Die
Nucleotide 10 bis 66 codieren ein N-terminales Leaderpeptid. Die
Nucleotide 67 bis 387 codieren die variable Region VL der leichten
Ig-Kette von M79scFv; die Nucleotide 388 bis 432 codieren einen Glycin-Serin-Linker, gefolgt
durch die variable Domäne
VH der schweren Ig-Kette von M79scFv (Nucleotide 433 bis 777). Am
5'-Ende der oberen
Hinge-Region des menschlichen IgG3, beschrieben durch Rheinnecker et
al., J. Immunol. 157 (1996), 2989–2997 (Nucleotide 784 bis 816),
wurden durch die Insertion einer EcoRI-Spaltstelle 6 Nucleotide
angehängt.
Die Nucleotide 817 bis 933 codieren die menschliche p53-Tetramerisierungsdomäne (Rheinnecker
et al., J. Immunol. 157 (1996), 2989– 2997), gefolgt durch einen
kurzen Peptidlinker von Nucleotid 934 bis 954. An die IL-2-Domäne (Nucleotide
955 bis 1359) schließen
sich ein C-terminaler His-Marker
(Nucleotide 1360 bis 1377) und zwei Stoppcodons an. Die zur Clonierung
verwendeten Restriktionsenzym-Spaltstellen sind angegeben.
-
49:
DNA- und Aminosäuresequenz
des DC8scFv/erbB2EC-Konstrukts, das eine
Tetramerisierungsdomäne
enthält.
Die Nucleotide 10 bis 66 codieren ein N-terminales Leaderpeptid.
Die Nucleotide 67 bis 390 codieren die variable Region VL der leichten
Ig-Kette von DC8scFv; die Nucleotide 391 bis 435 codieren einen
Glycin-Serin-Linker,
gefolgt durch die variable Domäne
VH der schweren Ig-Kette von DC8scFv (Nucleotide 436 bis 771). Am
5'-Ende der oberen
Hinge-Region des menschlichen IgG3, beschrieben durch Rheinnecker
et al., J. Immunol. 157 (1996), 2989-2997 (Nucleotide 775 bis 807),
wurden 3 Nucleotide angehängt, wodurch
das folgende Nucleotidtriplett vervollständigt wird, um eine BspEI-Spaltstelle
zu bilden. Die Nucleotide 808 bis 924 codieren die menschliche p53-Tetramerisierungsdomäne (Rheinnecker
et al., J. Immunol. 157 (1996), 2989–2997), gefolgt durch einen
kurzen Peptidlinker von Nucleotid 925 bis 945. An die erbB2EC-Domäne (Nucleotide
946 bis 2844) schließen
sich ein C-terminaler His-Marker (Nucleotide 2845 bis 2862) und
ein Stoppcodon an. Die zur Clonierung verwendeten Restriktionsenzym-Spaltstellen
sind angegeben.
-
50:
ELISA-Analyse des Zellkulturüberstands
und des Lysats, erhalten aus CHO-Zellen, die mit dem M79scFv-IL2-Dimer-
oder -Tetramerkonstrukt transfiziert wurden. ELISA-Platten mit 96
Vertiefungen wurden mit 50 μl/Vertiefung
eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/mil)
inkubiert. Anschließend
wurde der rohe Zellkulturüberstand
oder das entsprechende Zelllysat zugegeben, wie angegeben. Der Nachweis
wurde mit einem Peroxidase-konjugierten anti-His-Marker-Antikörper (Roche;
Kat. Nr. 1965085), 1 : 500 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung
anstelle des M79scFv-IL2-Konstrukts inkubiert. Der ELISA wurde mit
einer ABTS-Substratlösung
entwickelt, wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden
mittels eines ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen.
-
51: A: ELISA-Analyse des Zellkulturüberstands
und des Lysats, erhalten aus CHO-Zellen,
die mit dem M79scFv-IL2-Tetramerkonstrukt transfiziert wurden. ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen
wurden mit 50 μl/Vertiefung
eines löslichen
17-1A-Antigens (50 μg/ml) inkubiert.
Anschließend
wurden die rohen Zellkulturüberstände oder
das entsprechende Zelllysat sowie Verdünnungen davon zugegeben, wie
angegeben. Der Nachweis wurde mit einem Peroxidasekonjugierten anti-His-Marker-Antikörper (Roche;
Kat. Nr. 1965085), 1 : 500 verdünnt,
durchgeführt.
Als negative Kontrolle wurden Vertiefungen mit phosphatgepufferter
Salzlösung anstelle
des tetrameren M79scFv-IL2-Konstrukts inkubiert. Der ELISA wurde
mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt,
wie in Beispiel 2.1 beschrieben. Die OD-Werte wurden mittels eines
ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen.
-
52:
Potential der Heterominikörper-Anordnung
für die
Addition von Effektordomänen
an deren N- und C-terminalen Positionen.
-
53:
Heterominikörper,
welcher EpCAM mit seinen N-terminalen scFv's (HD70) sowie IL-2- und GM-CSF-Rezeptor-tragende
Zellen mit seinen C-terninal gebundenen Cytokinen IL-2 und GM-CSF
erkennt.
-
54:
cDNA-Insertionen von zwei Vektoren, die zur Expression des in 53 schematisch dargestellten
Heterominikörpers
in Säugerzellen
verwendet wurden. Die Pfeile geben die verschiedenen funktionalen
Teile der Insertionen an und zeigen die 5'-3'-Orientierung an.
-
55: A. Vollständige Nucleotidsequenz und
davon abgeleitete Aminosäuresequenz,
codierend die HD70scFv-CH1-GM-CSF-Kette, welche zur Expression der
linken Hälfte
des in 53 schematisch
dargestellten Heterominikörpers
verwendet wird (oberer Teil des in 54 schematisch
dargestellten Heterominikörpers).
-
B.
Vollständige
Nucleotidsequenz und davon abgeleitete Aminosäuresequenz, codierend die HD70scFv-CK-IL-2-Kette,
welche zur Expression des rechten Teils des in 53 schematisch dargestellten Heterominikörpers verwendet
wird (unterer Teil des in 54 schematisch
dargestellten Heterominikörpers).
-
56:
Bindung eines Heterominikörpers
an CHO-Zellen, die das menschliche EpCAM exprimeren. Expressionsvektoren,
die den in 53 dargestellten
Heterominikörper
codieren, wurden in CHO-Zellen stabil transfiziert. Die Überstände solcher
Zellen wurden auf die Produktion und Sekretion eines Heterominikörpers unter
Verwendung von CHO-Zellen, die auf ihrer Oberfläche menschliches EpCAM exprimieren,
mittels FACS-Analyse (FACSCalibur, Becton Dickinson) getestet. Der
gebundene Heterominikörper
wurde mit einem zweiten Antikörper,
der an den GM-CSF-Teil des einzelnen Heterominikörpers bindet, und einem dritten
Speziesspezifisch markierten, FITC-markierten Antikörper (vgl.
Text) nachgewiesen. Oberes Bild: EpCAM exprimierende CHO-Zellen
plus Zellkulturmedium. Folgende Bilder: Überstände von Heterominikörper exprimierenden
CHO-Zellen wurden in Zellkulturmedium verdünnt (von oben nach unten: 1
: 625, 1 : 125, 1 : 25, 1 : 5 und 1 : 1) und auf eine verstärkte Bindung
an EpCAM-positive Zellen getestet.
-
57:
Die EpCAM-Bindungsaktivität
ist mit GM-CSF- und IL-2-Immunreaktivitäten in Überständen von Heterominikörper produzierenden
CHO-Zellen physisch verbunden. Der in 53 gezeigte Heterominikörper wurde
in CHO-Zellen exprimiert, und die erhaltenen Zellkulturüberstände wurden
mit der extrazellulären Domäne eines
rekombinanten EpCAM, immobilisiert an eine ELISA-Platte, inkubiert.
Nach ausgedehnten Waschschritten wurde der gebundene Heterominikörper auf
eine Immunreaktivität
mit Antikörpern,
die den menschlichen GM-CSF oder das menschliche IL-2 erkennen,
in einem ELISA untersucht.
-
58:
IL-2- und GM-CSF-Immunreaktivitäten
sind in Überständen von
Heterominikörper
produzierenden CHO-Zellen physikalisch verbunden. Der in 53 gezeigte Heterominikörper wurde
in CHO-Zellen exprimiert, und die erhaltenen Zellkulturüberstände wurden
in einer ELISA-Platte inkubiert, die mit entweder antihu-IL-2- oder
anti-hu-GM-CSF-Antikörpern
beschichtet worden waren. Der gebundene Heterominikörper wurde
dann auf eine Reaktivität
mit einem Antikörper
getestet, der das jeweilige andere Cytokin erkennt (vgl. Beispiele).
-
59:
Ein gereinigter Heterominikörper
besteht aus kovalent verknüpften
Ketten und geht eine Immunreaktion mit Antikörpern ein, die menschliche
C -, menschliche IL-2- und
menschliche GM-CSF-Proteine in Western-Blots erkennen. Der in 53 gezeigte Heterominikörper wurde
in CHO-Zellen exprimiert und in zwei Schritten aus dem Zellkulturüberstand
gereinigt. Ein Aliquot eines teilweise gereinigten Heterominikörpers wurde
durch eine Gradienten-SDS-PAGE und durch Färben des Gels auf Proteine
mit Coomassie-Blau (Bahn 1) analysiert. Aliquots des Überstands
wurden durch eine SDS-PAGE, gefolgt durch Elektroblotting auf Membranen
und eine Immunfärbung
mit Antikörpern,
die menschliches C (Bahn 2), menschliches IL-2 (Bahn 3) und menschliches
GM-CSF (Bahn 4) erkennen (vgl. Beispiele), aufgetrennt. Alkalische
Phosphatase-konjugiertes Streptavidin wurde verwendet, um die gebundenen
Primärantikörper sichtbar
zu machen. Die Position von Molekulargewichtsstandards sind in den
mit "S" bezeichneten Bahnen
gezeigt, und deren Größe ist auf den
rechten und linken Bahnen in Zahlen angegeben. Die Pfeile geben
die Position der 116 kDa-Heterominikörper-Bande an. Gestrichelte
Linien geben die Positionen von 188 kDa- und 97 kDa-Markern an.
-
60:
Bioaktivität
von Heterominikörper
gebundenem menschlichem GM-CSF. Der in 53 gezeigte Heterominikörper wurde
in CHO-Zellen hergestellt, aus Zellkulturüberständen gereinigt und anschließend in
einem Proliferationstest unter Verwendung der auf GM-CSF ansprechenden,
menschlichen Erythroleukämie-Zelllinie TF-1 getestet.
Das getestete Heterominikörper-Aliquot
enthielt > 300 IE/ml
an GM-CSF, wie mittels Titration gegen einen menschlichen GM-CSF-Standard gemessen
wurde.
-
61:
Bioaktivität
von Heterominikörper
gebundenem menschlichem IL-2. Der in 53 gezeigte Heterominikörper wurde
in CHO-Zellen hergestellt, aus Zellkulturüberständen gereinigt und anschließend in einem
Proliferationstest unter Verwendung der auf menschliches IL-2 ansprechenden,
murinen T-Zelllinie CL96 getestet. Das getestete Heterominikörper-Aliquot
enthielt > 10.000
IE/ml an menschlichem IL-2, wie mittels Titration gegen einen menschlichen
IL-2-Standard gemessen wurde.
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Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme
auf die folgenden biologischen Beispiele beschrieben, die lediglich
veranschaulichend sind und nicht als eine Begrenzung des Schutzumfangs
der vorliegenden Erfindung gedeutet werden sollen.
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Beispiel 1
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Beispiel 1.1: M79scFvCH1/CD80CK-Heterominikörper
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Ein Protein wurde konstruiert, welches
das einkettige Fv-Fragment (scFv) des murinen anti-17-1A-Antikörpers M79
(Göttlinger,
Int. J. Cancer 38 (1986), 47–53)
mit den extrazellulären
Domänen
des menschlichen CD80 aufgrund der heterodimeren Assoziation der
Immunglobulindomänen
CH1 aus der menschlichen schweren γ1-Kette und CK, die konstante
Region der menschlichen leichten Kappa-Kette, verbindet. Zu diesem
Zweck wurde M79scFv mit dem menschlichen CH1 verknüpft, und
der extrazelluläre
Teil des menschlichen CD80 wurde mit dem menschlichen Ckappa-verknüpft. Die
erhaltenen das Polypeptid codierenden Ketten, wurden in verschiedene
Expressionsvektoren inseriert, die beide in die gleiche Säuger-Wirtszelllinie
transfiziert wurden, wobei der in 1 gezeigte
CD80-Heterominikörper erhalten
wurde. Im folgenden Beispiel wird das Konstruktionsverfahren schrittweise
beschrieben.
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Beispiel 1.1.1: Konstruktion
der CD80-CK-Kette
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Zuerst wurde die CD80-Ckappa-Kette
zusammengestellt. Das CK-DNA-Fragment wurde mittels PCR unter Verwendung
von spezifischen 5'-
und 3'-Primern erhalten.
Die cDNA-Matrize für
diese PCR wurde hergestellt durch reverse Transkription der Gesamt-RNA, die aus menschlichen
einkernigen Zellen aus dem peripheren Blut gemäß Standardverfahren präpariert
wurde (Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage,
Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, New York
(1989)). Der 5'-HuCKBspEI-Primer
führt die
Restriktionsspaltstellen BspEI und BsiWI ein, sowie die Hinge-Region
von IgG3 (5'-HuCKBspEI:
5'-AAT TCC GGA ACC
CCG CTG GGT GAC ACC ACC CAC ACC CGT ACG GTG GCT GCA CCA TCT GTC
TTC-3'). Der 3'-HuCKSalNOT-Primer
führt die
Spaltstellen SalI und NotI ein (3'-HuCKSalNOT: 5'-ATA AGA ATG CGG CCG CGT CGA CTA ACA
CTC TCC CCT GTT GAA GCT C-3').
Das CD80-Fragment wurde mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR)
unter Verwendung von spezifischen Oligonucleotidprimern erhalten,
die komplementär
sind zu den 5'-
und 3'-Enden der
Nucleotidsequenz, die den extrazellulären Teil von CD80 codiert (Freeman
G. J. et al., J. Immunol. 143 (1989), 2714–2722). Diese Primer führten auch eine
EcoRI- und eine BspEI-Spaltstelle
ein (5'-CD80-Primer:
5'-GCA GAA TTC ACC
ATG GGC CAC ACA CGG AGG CAG-3';
3'-CD80-Primer:
5'-TGG TCC GGA GTT
ATC AGG AAA ATG CTC TTG CTT G-3'). Die für diese
PCR verwendete cDNA-Matrize wurde hergestellt durch reverse Transkription
der Gesamt-RNA, die aus der Burkitt-Lymphom-Zelllinie Raji gemäß Standardverfahren
präpariert
wurde (Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage,
Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, New York, (1989)).
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Das co-stimulierende CD80-Protein
gehört
zur Ig-Superfamilie. Es ist ein stark glycosyliertes Protein aus
262 Aminosäuren.
Eine ausführlichere
Beschreibung wurde durch Freeman G. J. et al., J. Immunol. 143 (1989),
2714–2722,
veröffentlicht.
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Die CD80-Ckappa Kette
wurde in mehreren Schritten unter Verwendung des bereits existierenden
Vektors pEF-DHFR-CTI-CD80-M79scFv cloniert. Dieser Vektor wurde
wie folgt hergestellt.
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Zuerst wurde ein als CTI bezeichneter
Polylinker unter Verwendung der Restriktionsenzym-Spaltstellen XbaI
und SalI (Boehringer Mannheim) in den Bluescript KS-Vektor (GenBank®-Hinterlegungsnummer X52327)
inseriert. Die Einführung
des Polylinkers CTI stellte zusätzliche
Spaltstellen bereit, sowie die Sequenz, welche einen (Gly4Ser1)1-Linker,
einen Marker aus 6 Resten der Aminosäure Histidin und ein Stoppcodon
codiert, wie in 2 gezeigt.
Der Vektor Bluescript KS-CTI wurde hergestellt durch Spalten mit
den Restriktionsenzymen EcoRV und XmaI (Boehringer Mannheim und
New England Biolabs), um ihn mit dem M79scFv-Fragment, das mit EcoRV
und BspEI gespalten worden war (Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci.
USA 92 (1995), 7021–7025),
zu ligieren (T4-DNA-Ligase, Boehringer Mannheim). Der erhaltene
Vektor Bluescript KS-CTI-M79scFv wurde wiederum mit EcoRI (Boehringer
Mannheim) und BspEI gespalten, um das CD80-PCR-DNA-Fragment zu inserieren,
das erhalten wurde, wie vorstehend beschrieben, und mit den gleichen
Enzymen gespalten worden war. Anschließend wurde das ganze CD80-M79scFv-(VLNH)-DNA-Fragment
durch Spalten des Vektors Bluescript KS-CTI-CD80-M79scFv-(VLNH)
mit EcoRI und Sall (Boehringer Mannheim) isoliert und dann in den
eukaryontischen Expressionsvektor pEF-DHFR, beschrieben bei Mack et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025, eingeführt, der
das Dihydrofolatreduktase-Gen als Selektionsmarker enthält.
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Für
den letzten Schritt der Konstruktion der CD80-Ckappa-Kette
wurde das Ckappa- Fragment, welches erhalten
wurde, wie vorstehend beschrieben, mit den Restriktionsenzymen BspEI
und SalI gespalten und unter Verwendung der gleichen Enzyme in den
Vektor pEF-DHFR-CTI-M79scFv-CD80
cloniert. Auf diese Weise wurde das M79scFv-Fragment durch Ckappa-ersetzt. Das endgültige Plasmid pEF-DHFR-CTI-CD80-Ckappa, gezeigt in 3, wurde mit dem Restriktionsenzym NdeI
(Boehringer Mannheim) linearisiert und mittels Elektroporation in
CHO-Zellen transfiziert. Die Elektroporationsbedingungen waren 260
V/960 μF
unter Verwendung einer BioRad-Gene PulserTM-Vorrichtung.
Die stabile Expression wurde in DHFR-defizienten CHO-Zellen durchgeführt, wie
durch Kaufmann R. J. et al., Methods Enzymol. 185 (1990), 537–566, beschrieben.
Die Zellen wurden zur Selektion in Nucleosid-freiem α-MEM-Medium,
supplementiert mit 10% dialysiertem FCS, 2 mM L-Glutamin, 100 E/ml
Penicillin und 100 ng/ml Streptomycin, gezüchtet.
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Beispiel 1.1.2: Konstruktion
der M79scFv-CH1-Kette
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Im nächsten Schritt wurde die M79scFv-CH1-Kette
zusammengestellt. Das CH1-Fragment
der menschlichen schweren IgG1-Kette wurde mit der gleichen cDNA-Matrize,
die zur PCR-Amplifikation der menschlichen Ckappa-Domäne verwendet
worden war, mittels PCR amplifiziert. Der 5'-PCR-Primer führte zwei Spaltstellen (BspEI
und NheI) sowie die obere Hinge-Region des menschlichen IgG3 ein
(5'-CH1huG1BspEI: AAT
TCC GGA ACC CCG CTG GGT GAC ACC ACC CAC ACC GCT AGC ACC AAG GGC
CCA TCG GTC TTC C). Der 3'-PCR-Primer
führte
die Spaltstellen BspEI und SpeI ein (3'-CH1huG1BspEI : AAT TCC GGA ACT AGT
TTT GTC ACA AGA TTT GG). Das erhaltene PCR-Fragment wurde durch
Spalten mit dem Restriktionsenzym BspEI zur Clonierung präpariert
und in den vorstehend beschriebenen BS-CTI-Vektor inseriert, der mit
BspEI und XmaI gespalten worden war. Um die Selbstligation des Vektors
zu vermeiden, wurde der Vektor mit alkalischer Phosphatase behandelt.
Anschließend
wurde das CH1-Fragment mit den Restriktionsenzymen SalI und BspEI
aus BS-CTI ausgeschnitten, um es mit dem einkettigen Fv-Fragment
von M79 zu verknüpfen, wie
nachstehend beschrieben.
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Der M79-Antikörper wurde durch Göttlinger
et al., Int. J. Cancer 38 (1986), 47–53, beschrieben. Das M79scFv-Fragment
wurde aus dem bispezifischen, einkettigen Antikörper (M79scFv-antiCD3scFv)
erhalten, welcher durch Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA
92 (1995), 7021–7025,
beschrieben wurde. Das DNA-Fragment, das diesen bispezifischen einkettigen
Antikörper
codiert, wurde aus dem Expressionsvektor pEF-DHFR ausgeschnitten und
unter Verwendung der Restriktionsenzyme EcoRI bzw. SalI in den Expressionsvektor
pEF-ADA inseriert. Der Expressionsvektor pEF-ADA wurde aus dem Expressionsvektor
pEF-DHFR (Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021-7025)
durch Ersetzen der cDNA, welche die murine Dihydrofolatreduktase
(DHFR) codiert, durch diejenige, welche die murine Desaminase codiert,
abgeleitet.
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Um das CH1-Fragment einzuführen und
auf diese Weise das anti-CD3scFv-Fragment zu ersetzen, wurde der
Vektor pEF-ADA, enthaltend den bispezifischen einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv,
mit den gleichen Restriktionsenzymen gespalten, die zur Herstellung
des CH1-Fragments verwendet wurden (BspEI und SalI). Das erhaltene
Plasmid pEF-ADA-M79scFv-CH1, gezeigt in 3, wurde mit NdeI linearisiert und in
CHO-Zellen eingeschleust, die bereits mit dem Expressionsvektor
pEF-DHFR-CTI-CD80-CK transfiziert worden waren. Die doppelt transfizierten
Zellen wurden zur Selektion in Nucleosid-freiem α-MEM-Medium, supplementiert
mit 10% dialysiertem FCS und 2 mM L-Glutamin, 100 E/ml Penicillin,
100 ng/ml Streptomycin, 0,1 μM
Desoxycoformycin (dCF) und 1 × 1.1-AAU-Zusatz, gezüchtet, wie
durch Kaufmann R. J. (Meth. Enzym. 185 (1990), 537–566) beschrieben.
Nach erfolgreicher Züchtung
der Zellen unter diesen Bedingungen wurde die dCF-Konzentration
auf 0,3 μM
erhöht
(ADA-Selektion), und MTX wurde bis zu einer Endkonzentration von 20
nM zugegeben (DHFR-Selektion), um höhere Expressionsraten des Heterominikörpers aufgrund
einer Genamplifikation zu erhalten. Eine ELISA-Analyse des Kulturüberstands
der transfizierten Zelllinien wurde ausgeführt, um die Expressionsrate
des Heterominikörpers
zu bestimmen und um dessen Bindungsspezifität für das 17-1A-Antigen zu bestätigen (vgl.
Beispiel 4.4 und die 9 und 10).
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Beispiel 1.2.1: M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper
-
Eine andere Ausführungsform des CD80-Heterominikörpers wurde
dadurch konstruiert, daß das M79scFv-
und das CD80-Fragment gegeneinander ausgetauscht wurden. Dafür wurden
die Expressionsplasmide pEF-DHFR-CTI-CD80-CK und pEF-ADA-M79scFv-CH1 mit EcoRI und
BspEI gespalten. Das M79scFv-Fragment wurde dann mit dem pEF-DHFR-CTI-CK-Fragment
ligiert, und das CD80-Fragment wurde mit dem pEF-ADA-CH1-Fragment ligiert.
Zuerst wurde der Vektor pEF-DHFR-M79scFv-CK in CHO-Zellen transfiziert
und zur Selektion gezüchtet,
wie in Beispiel 1.1 beschrieben. pEF-ADA-CD80-CH1 wurde in einem zweiten
Schritt in die gleichen CHO-Zellen transfiziert, und die erhaltenen doppelt
transfizierten CHO-Zellen wurden zur Selektion gezüchtet, wie
vorstehend beschrieben (vgl. 1 und 3).
-
1.2.2: Amplifikation,
Subclonierung und Reinigung des M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörpers
-
Die primäre Selektion wurde in Nucleosid-freiem α-MEM-Kulturmedium,
supplementiert mit 10% dialysiertem FCS und 0,1 μM Desoxycoformycin (dCF) sowie
1 × 1.1-AAU-Zusatz, ausgeführt, wie
beschrieben (Kaufmann, Methods Enzymol. 185 (1990), 537–566). Die
Expression dieses Konstruktes wird mittels Genamplifikation erhöht, welche
durch die schrittweise Steigerung der Konzentrationen des DHFR-Inhibitors
Methotrexat (MTX) und des ADA-Inhibitors Desoxycoformycin (dCF)
induziert wurde.
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Die einzelnen Amplifikationsschritte
wurden wie folgt ausgeführt:
- 1. Amplifikation: 20 nM MTX und 0,3 μM dCF,
- 2. Amplifikation: 100 μM
MTX und 1 μM
dCF,
- 3. Amplifikation: 500 nM MTX und 3 μM dCF.
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Die aus dem dritten Amplifikationsschritt
erhaltenen Zellen wurden mit Hilfe des Grenzverdünnungsverfahrens cloniert.
Dafür wurden
die Zellen in einer Konzentration von 50 Zellen pro ml, 10 Zellen
pro ml und 2 Zellen pro ml in Flachboden-Gewebekulturplatten mit
96 Vertiefungen gemäß Current
Protocols in Immunology (Coligan, Kruisbeek, Margulies, Shevach
und Strober, Wiley-Interscience, 1992) unter den Kulturbedingungen
des dritten Amplifikationsschritts überimpft. Positive Clone aus
Vertiefungen mit einer einzigen dichten Ansammlung von Zellen als
Hinweis auf ein monoclonales Wachstum wurden durch einen ELISA identifiziert, wie
in Beispiel 2.1 beschrieben.
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Ein positiver Clon wurde vermehrt
und zur Proteinherstellung verwendet. Die Antikörperproduktion im großen Maßstab wurde
in Rollerflaschen unter Verwendung von 500 ml Medium ausgeführt.
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Der M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper wurde
mit Hilfe seines C-terminalen Histidin-Schwanzes gereinigt, wie
beschrieben (Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995),
7021–7025.
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Beispiel 1.2.3: ELISA
mit Zellkulturüberständen von
CD80-Heterominikörpern
-
Um die 17-1A-Bindungseigenschaften
der beiden CD80-Heterominikörper-Ausführungsformen
zu untersuchen und um die richtige Zusammenlagerung von CH1 und
CK zu bestätigen,
wurden zwei unterschiedliche ELISAs ausgeführt. Die spezifische Bindung
an das 17-1A-Antigen wurde durch Inkubation des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten rekombinanten 17-1A-Antigen und durch
Nachweis der gebundenen CD80-Heterominikörper mit einem anti-CD80-Antikörper gezeigt.
Die heterodimere Struktur der Heterominikörper wurde durch Inkubation
des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten anti-His-Marker-Antikörper, gefolgt durch einen Nachweisschritt
mit einem anti-Mensch-Ckappa-Antikörper, bestätigt. Für Einzelheiten über beide
ELISAs vgl. Beispiel 4.4 und 9 und 10.
-
Beispiel 2: Analyse der
Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 und M79scFvCH1/CD80CK
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2.1: ELISA-Analyse des
Heterominikörpers
M79scFvCK/CD80CH1, exprimiert durch transfizierte CHO-Zelllinien,
bei unterschiedlichen Genamplifikationsschritten
-
Die der primären Selektion, der ersten und
zweiten Amplifikation und der dritten Amplifikation plus der folgenden
Zellclonierung entsprechenden Kulturüberstände wurden durch einen ELISA
getestet. Zu diesem Zweck wurden Rundboden-ELISA-Platten mit 96
Vertiefungen (Nunc Maxisorb) mit einem rekombinanten 17-1A (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021-7025) in phosphatgepufferter
Salzlösung
(PBS) beschichtet (50 μg/ml,
50 μl/Vertiefung).
Die Beschichtung wurde über
Nacht bei 4°C
durchgeführt.
Die Blockierung wurde mit 3% Rinderserumalbumin (BSA) in PBS für eine Stunde
bei Raumtemperatur ausgeführt.
Die Antikörperkonstrukte
in Form der Kulturüberstände aus
der primären
Selektion (PS) bzw. aus den verschiedenen Amplifikationsschritten
(1. Amp., 2. Amp., 3. Amp., subcloniert) (4) wurden zugegeben und für eine Stunde
bei Raumtemperatur inkubiert. Der gebundene Heterominikörper wurde
mit einem biotinmarkierten anti-Mensch-CK-Antikörper (Pierce; Kat. Nr. 31780),
1 : 1000 in PBS, 1% BSA verdünnt,
nachgewiesen. Nach dreimaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20 wurde
Avidin-Peroxidase (Dako, Hamburg; Kat. Nr. P0347), 1 : 1000 verdünnt, zugegeben
und bei Raumtemperatur für
eine Stunde inkubiert. Nach viermaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20
wurde der ELISA schließlich
durch Zugabe der folgenden Substratlösung entwickelt: 22 mg ABTS
(2,2-Azino-bis-(3-ethylbenzthiazolin-6-sulfonsäure)-Diammoniumsalz)
wurden in 10 ml 0,1 M Citratpuffer, pH 5,1, enthaltend 2,3 mg Natriumperborattetrahydrat,
gelöst.
Für die
negativen Kontrollen wurden die Platten mit PBS anstelle der bifunktionalen
Antikörperkonstrukte
inkubiert. Der farbige Niederschlag wurde unter Verwendung eines
ELISA-Lesegeräts
bei 405 nm gemessen. Wie in 4 gezeigt,
erhöhte
sich die Heterominikörper-Expression
kon tinuierlich von der primären
Selektion bis zu einem Zellclon aus dem dritten Amplifikationsschritt.
-
2.2: ELISA-Analyse der
Heterominikörper
M79scFvCK/CD80CH1 und M79scFv-CHl/CD80CK
durch unterschiedliche Kombinationen von immobilisierten Antikörpern oder
einem immobilisierten 17-1A-Antigeg mit geeigneten Nachweisantikörpern
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2.2.1: ELISA-Analyse mit
einem immobilisierten 17-1A-Antigen und einem anti-CD80-Nachweisantikörper
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Die aus dem 1. Amplifikationsschritt
erhaltenen Kulturüberstände wurden
getestet. Die ELISA-Platte wurde mit einem rekombinanten 17-1A-Antigen
beschichtet. Die gebundenen Antikörperkonstrukte wurden mit einem
CD80-spezifischen, monoclonalen Antikörper (Immunotech; Kat. Nr.
1449), 1 : 1000 in PBS, 1% BSA verdünnt, gefolgt durch einen Peroxidase-konjugierten,
polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-Antikörper (Fc-spezifisch), 1 : 1000
in PBS, 1% BSA verdünnt,
nachgewiesen. Das ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie vorstehend beschrieben.
Wie in 9 gezeigt, wurde
für beide
Heterominikörper-Ausführungsformen
gezeigt, daß sie
an das 17-1A-Antigen binden, obwohl die M79scFvCK/CD80CH1-Ausführungsform
eine wesentlich höhere
Expressionsrate als die M79scFvCH1/CD80CK-Ausführungsform
zeigte.
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2.2.2: ELISA-Analyse mit
einem immobilisierten anti-His-Marker-Antikörper und einem anti-Mensch-Ckappa-Nachweisantikörper
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Die aus dem 1. Amplifikationsschritt
erhaltenen Kulturüberstände wurden
getestet. Die ELISA-Platte wurde mit einem BSA-freien anti-Histidin-Marker-Antikörper (Dianova,
Hamburg; Kat. Nr. DIA910) beschichtet. Die gebundenen Antikörperkonstrukte
wurden mit einem biotinmarkierten anti-Mensch-Ckappa-Antikörper (Pierce;
Kat. Nr. 31780), 1 : 1000 in PBS verdünnt, gefolgt durch Avidin-Peroxidase
(Dako, Hamburg; Kat. Nr. P0347), 1 : 1000 in 1% BSA verdünnt, nachgewiesen.
Das ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie vorstehend beschrieben.
Wie in 10 gezeigt,
bestätigen
die Ergebnisse dieses ELISA die höhere Expressionsrate des Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1
und zeigen zusammen mit den Ergebnissen aus dem vorangegangenen
ELISA eindeutig die heterodimere Struktur der CD80-Heterominikörper.
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2.2.3: ELISA-Analyse mit
einem immobilisierten CTLA-4-Ig-Fusionsprotein und einem anti-Mensch-Ckappa-Nachweisantikörper
-
Um die Wechselwirkung des CD80 (B7-1)-Arms
des Heterominikörpers
M79-scFvCK/CD80CH1
mit seinem Rezeptorgegenstück
CTLA-4 zu zeigen, wurde ein im Handel erhältliches CTLA-4-Ig-Fusionsprotein (R & D Systems, Minneapolis,
MN, USA; Kat. Nr. 325-CT) auf einer ELISA-Platte immobilisiert (Beschichtungskonzentration
10 μg/ml)
und nach Blockierung mit PBS/3% BSA mit unterschiedlichen Konzentrationen
des gereinigten Heterominikörpers
(in PBS/1% BSA) inkubiert. Der gebundene Heterominikörper wurde
mit einem biotinmarkierten anti-Mensch-Ckappa-Antikörper (Pierce;
Kat. Nr. 31780), 1 : 1000 in PBS/1% BSA verdünnt, gefolgt durch Peroxidase-konjugiertes
Avidin, nachgewiesen. Als negative Kontrolle wurden einige Vertiefungen der
ELISA-Platte mit einem CD4-Ig-Fusionsprotein anstelle des CTLA-4-Ig-Fusionsproteins
beschichtet. Das allgemeine ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie
vorstehend beschrieben. Die in 39 gezeigten
Ergebnisse zeigen eindeutig die spezifische Bindung des Heterominikörpers an
menschliches CTLA-4.
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Beispiel 2.3: SDS-Proteingel
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Um die Größe des gereinigten Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1
zu bestimmen, wurde eine SDS-PAGE mit einem 10%igen Polyacrylamidgel
unter nichtreduzierenden und reduzierenden Bedingungen gemäß Laemmli
(Laemmli, Nature 227 (1970), Nr. 259, 680–685) ausgeführt. Das
Gel wurde anschließend
einer Proteinfürbung
mit ROTI®-Blau
(Carl Roth GmbH & Co.,
Karlsruhe, Deutschland; Kat. Nr. A152.1) unterzogen. Im Vergleich
zu dem verwendeten Molekulargewichtsstandard (RainbowTM,
farbiger Proteinmolekulargewichtsmarker, Bereich 14.300–2.200.000,
Amersham LIFESCIENCE, Braunschweig, Deutschland; Kat. Nr. RPN 756)
konnte eine deutliche Proteinbande unter nichtreduzierenden Bedingungen
bei etwa 115 kD beobachtet werden, die mit dem erwarteten Molekulargewicht übereinstimmt.
Unter reduzierenden Bedingungen erschienen zwei Banden von etwa
40 kD, entsprechend dem M79scFvCK-Arm des Heterominikörpers, und
von etwa 60 kD, entsprechend dem CD80CH1-Arm des Heterominikörpers. Auf
diese Weise konnte die kovalente Verknüpfung der zwei Heterominikörperarme über eine
Disulfidbrücke
bestätigt
werden, wobei die "verwischte" 60 kD-Bande die
Glycosylierung der extrazellulären
CD80-Domäne
veranschaulicht.
-
Beispiel 2.4: Analyse
des Heterominikörpers
M79scFvCK/CD80CH1 mittels Durchflußcytometrie
-
Die Bindung des Heterominikörpers M79scFvCK/CD80CH1
an das native 17-1A-Antigen
wurde mittels Durchflußcytometrie
analysiert. 200.000 17-1A-transfizierte CHO-Zellen (vgl. Beispiel 5.1) wurden für 30 Minuten
mit mehreren Verdünnungen
des gereinigten Heterominikörpers
im Bereich von 4 μg/ml
bis 3,9 ng/ml inkubiert. Anschließend wurden die Zellen zweimal
in PBS gewaschen und weitere 30 Minuten mit einem R-Phycoerythrinkonjugierten,
murinen anti-Mensch-CD80-Antikörper
(Becton Dickinson Immunocytometry Systems, San Jose, CA, USA; Kat.
Nr. 340294) inkubiert. Nach zwei letzten Waschschritten in PBS wurden
die Zellen mittels Durchflußcytometrie
(FACS-SCAN, Becton Dickinson Immunocytometry Systems, San Jose, CA,
USA) analysiert. Für
Ergebnisse vgl. 5.
-
Alternativ wurden 17-1A-transfizierte
CHO-Zellen für
30 Minuten auf Eis mit dem gereinigten Heterominikörper M79scFvCK/CD80CH1
in einer Konzentration von 0,2 mg/ml inkubiert. Nach Waschen in
PBS wurden die Zellen für
30 Minuten auf Eis mit einem FITCkonjugierten anti-Mensch-Ckappa-Antikörper (Coulter; Kat. Nr. 6604287),
1 : 10 verdünnt,
inkubiert, wiederum in PBS gewaschen und anschließend einer
Durchflußcytometrie
unterzogen. Das Ergebnis ist in 37 gezeigt.
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Um die Wechselwirkung des CD80 (B7-1)-Arms
des Heterominikörpers
M79-scFvCK/CD80CH1
mit seinem Rezeptorgegenstück
CD28 zu zeigen, wurde eine durchflußcytometrische Analyse mit
naiven CD8+CD11b–-T-Zellen,
welche gemäß Beispiel
6.1 isoliert wurden, ausgeführt.
Durch eine übliche
Durchflußcytometrie
wurde bestätigt,
daß die
Zellen CD28, aber nicht CTLA-4, das andere CD80-Rezeptorgegenstück, exprimieren.
Naive CD8+CD11b–-T-Zellen
wurden dann für
30 Minuten auf Eis mit dem gereinigten Heterominikörper M79scFvCK/CD80CH1
in einer Konzentration von 0,2 mg/ml inkubiert. Nach Waschen in
PBS wurden die Zellen für
30 Minuten auf Eis mit einem FITC-konjugierten anti-Mensch-Ckappa-Antikörper (Coulter;
Kat. Nr. 6604287), 1 : 10 verdünnt,
inkubiert, wiederum in PBS gewaschen und anschließend einer
Durchflußcytometrie
unterzogen. Das ist in 38 gezeigte
Ergebnis veranschaulicht die Bindung des Heterominikörpers M79scFvCK/CD80-CH1 an CD28. Die
Bindungsspezifität
wurde durch Blockierung des Fluoreszenzsignals mit einem im Handel
erhältlichen
CTLA-4-Ig-Fusionsprotein (R & D
Systems, Minneapolis, MN, USA; Kat. Nr. 325-CT) bestätigt.
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Beispiel 3: CD80-antiLeYscFv-Heterominikörper-Konstrukte
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3.1 Heterominikörper antiLeYscFvCH1/CD80CK-Konstrukt
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Ein CD80-Heterominikörper mit
einer anderen Antigenspezifität
(anti-Lewis-Y (LeY)) wurde konstruiert, indem die 17-1A-spezifische
Antigen-Bindungsregion M79scFv durch das scFv-Fragment eines murinen monoclonalen
Antikörpers,
der gegen das Lewis-Y-Antigen
(LeY) gerichtet ist, das auf vielen Epitheltumorzellen exprimiert
wird, ersetzt wurde. Zur Konstruktionsstrategie vgl. 1 und 3. Zur Erzeugung der antiLeyscFv-CH1-Kette
wurde der Vektor pEF-ADA-M79scFv-CH1, beschrieben in Beispiel 1.1.2
und dargestellt in 3,
mit den Restriktionsenzymen EcoRI und BspEI gespalten, wodurch das
M79scFv-Fragment
einschließlich
der N-terminalen eukaryontischen Leadersequenz freigesetzt wurde.
Dieses scFv-Fragment wurde dann durch das Fragment des LeY-spezifischen
Antikörpers
ersetzt, das auch eine eukaryontische Leadersequenz an seinem N-Terminus
trägt.
Die Sequenz des entsprechenden EcoRI/BspEI-DNA-Fragments ist in 6 dargestellt. Die Subclonierung
wurde in dem E. coli-Stamm XL-1-Blue gemäß Standardverfahren ausgeführt (Sambrook,
Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage, Cold Spring
Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY (1989)). Das erhaltene
Expressionsplasmid pEF-ADA-antiLeyscFv-CH1
wurde mit NdeI linearisiert und in CHO-Zellen transfiziert, die
bereits mit dem Expressionsplasmid pEF-DHFR-CTI-CD80-Ckappa, beschrieben
in Beispiel 1 und dargestellt in 7,
transfiziert worden waren. Die primäre Selektion der erhaltenen
Doppeltransfektanten wurde ausgeführt, wie in Beispiel 1 beschrieben.
Die Expression des Heterominikörpers
antiLeYscFvCH1/CD80CK wurde anschließend durch
eine Genamplifikation erhöht,
welche durch die Zugabe des DHFR-Inhibitors Methotrexat (MTX) bis
zu einer Endkonzentration von 20 nM und die Erhöhung von Desoxycoformycin (dCF)
bis zu einer Endkonzentration von 0,3 μM induziert wurde, wie beschrieben (Kaufmann,
Methods Enzymol. 185 (1990), 537–566).
-
3.2 Heterominikörper antiLeYscFvCK/CD80CH1
-
Zur Konstruktion des Heterominikörpers antiLeyscFvCK/CD80CH1 wurde das M79scFv-Fragment
aus dem Vektor pEF-DHFR-M79scFv-CK, beschrieben in Beispiel 1, unter
Verwendung der Restriktionsenzyme EcoRI und BspEI ausgeschnitten
und durch das EcoRI/BspEI-Fragment der Antigen-Bindungsregion des LeY-spezifischen
Antikörpers
er setzt, wie in 6 dargestellt.
Die Subclonierung wurde in dem E. coli-Stamm XL-1-Blue gemäß Standardverfahren
ausgeführt
(Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage, Cold
Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY (1989)).
-
Das erhaltene Expressionsplasmid
pEF-DHFR-antiLeYscFvCK wurde in CHO-Zellen transfiziert,
gefolgt durch die Transfektion des Expressionsplasmids pEF-ADA-CD80-CH1, das in Beispiel
1 beschrieben wurde. Um die Expression des Heterominikörpers anti-LeyscFvCK/CD80CH1
zu erhöhen,
wurde eine Genamplifikation ausgeführt, wie vorstehend für den Heterominikörper antiLeYscFvCH1/CD80CK
beschrieben wurde.
-
3.3.1 ELISA-Analyse des
Heterominikörpers
antiLeYscFvCK/CD80CH1 und des Heterominikörpers antiLeYscFvCH1/CD80CK mit einem immobilisierten
LeY-BSA-Konjuga einem anti-CD80-Nachweisantikörper
-
Die Kulturüberstände der entsprechenden Transfektanten,
die nach dem ersten Genamplifikationsschritt gewonnen worden waren,
wurden durch einen ELISA getestet. Zu diesem Zweck wurden U-Boden-ELISA-Platten
mit 96 Vertiefungen (Nunc Maxisorb) mit einem im Handel erhältlichen
BSA-Konjugat eines synthetischen Lewis-Y-Antigens (Alberta Research
Council, Kanada) in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS) beschichtet (30 μg/ml, 50 μl/Vertiefung).
Die Beschichtung wurde über
Nacht bei 4°C
ausgeführt.
Die Blockierung wurde mit 3% Rinderserumalbumin (BSA) in PBS für eine Stunde
bei Raumtemperatur durchgeführt.
Die Kulturüberstände aus
dem ersten Amplifikationsschritt (1. Amp.) (7) wurden zugegeben und für eine Stunde bei
Raumtemperatur bei unterschiedlichen Verdünnungen, hergestellt in PBS,
enthaltend 1% BSA, inkubiert.
-
Die gebundenen Heterominikörper wurden
mit einem CD80-spezifischen, monoclonalen Antikörper (Immunotech; Kat. Nr.
1449), 1 : 1000 in PBS, 1% BSA verdünnt, nachgewiesen. Nach dreimaligem
Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20 wurde ein Peroxidasekonjugierter,
polyclonaler Ziege-anti-Maus-IgG-Antikörper (Fc-spezifisch), 1 : 5000
verdünnt,
zugegeben und bei Raumtemperatur für eine Stunde inkubiert. Nach
viermaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20 wurde der ELISA schließlich durch
Zugabe der folgenden Substratlösung
entwickelt: 22 mg ABTS (2,2-Azino-bis-(3-ethylbenzthiazolin-6-sulfonsäure)-Diammoniumsalz) wurden
in 10 ml 0,1 M Citratpuffer, pH 5,1, enthaltend 2,3 mg Natriumperborattetrahydrat,
gelöst.
Für negative Kontrollen
wurden die Platten mit PBS anstelle der Kulturüberstände inkubiert. Der farbige
Niederschlag wurde unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405 nm gemessen. Die
Ergebnisse sind in 7 dargestellt und
zeigen die Spezifität
der beiden Heterominikörper-Ausführungsformen
für das
LeY-Antigen und deren heterodimere Struktur.
-
3.3.2 ELISA-Analyse des
Heterominikörpers
antiLeYscFvCK/CD80CH1 und des Heterominikörpers antiLeYscFvCH1/CD80CK mit einem immobilisierten
anti-His-Marker-Antikörper
und einem anti-Mensch-Ckappa-Nachweisantikörper der
entsprechenden Transfektanten, wobei die Konstrukte nach dem ersten
Genamplifikationsschritt unter Verwendung einer His-Beschichtung gewonnen
wurden
-
Die Kulturüberstände wurden durch einen ELISA
getestet. Zu diesem Zweck wurden U-Boden-ELISA-Platten (Nunc Maxisorb)
mit 96 Vertiefungen mit einem BSAfreien anti-His-Marker-Antikörper (Dianova; Kat.
Nr. 910) in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS) beschichtet (25 μg/ml, 50 μl/Vertiefung).
Die Beschichtung wurde über
Nacht bei 4°C
durchgeführt.
Die Blockierung wurde mit 3% Rinderserumalbumin (BSA) in PBS für eine Stunde
bei Raumtemperatur ausgeführt.
Die Kulturüberstände aus
dem ersten Amplifikationsschritt (1. Amp.) (8) wurden zugegeben und für eine Stunde
bei Raumtemperatur bei unterschiedlichen Verdünnungen, hergestellt in PBS,
enthaltend 1% BSA, inkubiert.
-
Die gebundenen Heterominikörper wurden
mit einem biotinmarkierten anti-Mensch-Ckappa-Antikörper (Pierce; Kat. Nr. 31780),
1 : 1000 in PBS, 1% BSA verdünnt,
nachgewiesen. Nach dreimaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20 wurde
Peroxidasekonjugiertes Avidin (Dako, Hamburg; Kat. Nr. P0347) zugegeben
und bei Raumtemperatur für
eine Stunde inkubiert. Nach viermaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20
wurde der ELISA schließlich
durch Zugabe der folgenden Substratlösung entwickelt: 22 mg ABTS
(2,2-Azino-bis-(3-ethylbenzthiazolin-6-sulfonsäure)-Diammoniumsalz)
wurden in 10 ml 0,1 M Citratpuffer, pH 5,1, enthaltend 2,3 mg Natriumperborattetrahydrat,
gelöst.
Für negative
Kontrollen wurden die Platten mit PBS anstelle des Kulturüberstands
inkubiert. Der farbige Niederschlag wurde unter Verwendung eines
ELISA-Lesegeräts bei
405 nm gemessen. Die Ergebnisse sind in 8 gezeigt und bestätigen die Ergebnisse des vorangegangenen
ELISA.
-
Beispiel 4: Konstruktion
von M79scFv-Heterominikörpern
mit unterschiedlichen co-stimulierenden Proteinen (CD54, CD58 und
CD86)
-
Heterominikörper wurden konstruiert, die
drei weitere co-stimulierende (CD86) oder Adhäsionsproteine (CD54 und CD58)
enthielten. CD54, CD58 und CD86 wurden in beide Heterominikörper-Ausführungsfornen
(vgl. Beispiel 1.1 und 1.2) eingeführt. Die CD54-, CD58- und CD86-Fragmente
wurden erhalten mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) unter Verwendung
von spezifischen Oligonucleotidprimern, die komplementär sind zu
den 5'- und 3'-Enden der Nucleotidsequenz,
die den extrazellulären
Teil dieser Proteine codiert. Die für diese PCRs verwendeten cDNA-Matrizen
wurden hergestellt durch reverse Transkription der Gesamt-RNA, die
aus verschiedenen Zelllinien, wie nachstehend erwähnt, gemäß Standardverfahren
präpariert
wurde (Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage,
Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, New York
(1989)).
-
4.1: Konstruktion von
zwei M79scFv-CD54-Heterominikörper-Ausführungsformen
-
Die CD54-Heterominikörper wurden
konstruiert, indem der extrazelluläre Teil von CD80 innerhalb
der in Beispiel 1 beschriebenen Heterominikörper durch denjenigen von CD54
ersetzt wurde (1). Die
Konstruktionsstrategie wird nachstehend beschrieben.
-
4.1.1: Konstruktion des
Heterominikörpers
M79scFvCH1/CD54CK
-
Das CD54-Antigen, bekannt als ICAM-I
(intrazelluläres
Adhäsionsmolekül-1), gehört zur Ig-Superfamilie.
Es ist ein stark glycosyliertes Protein, das auf vielen lymphoiden
Zellen, z. B. dendritischen Zellen, exprimiert wird. Eine ausführlichere
Beschreibung wurde durch Simmons D. et al., Nature 331 (1987), 624–626, veröffentlicht.
Die cDNA-Matrize wurde durch reverse Transkription der Gesamt-RNA
aus TPA-stimulierten HL-60-Zellen erhalten. Um die extrazelluläre Domäne von CD54
zu amplifizieren, wurden spezifische Primer für die 5'- und 3'-Enden verwendet. Diese Primer führten auch
die Restriktionsspaltstellen EcoRI und BspEI ein (5'-ICAM: CTC GAA TTC
ACT ATG GCT CCC AGC AGC CCC CG; und 3'-ICAM: GAT TCC GGA CTC ATA CCG GGG GGA
GAG CAC). Das weitere Clonierungs- und Expressionsverfahren entsprach
dem in Beispiel 1.1 für
den entsprechenden CD80-Heterominikörper beschriebenen, wobei doppelt
transfizierte CHO-Zellen (pEF-ADA-M79scFvCH1,
pEF-DHFR-CTI-CD54-CK; 3)
erhalten wurden, für
die gezeigt wurde, daß sie den
CD54-Heterominikörper
in das Zellkulturmedium sezernieren.
-
4.1.2: Konstruktion des
Heterominikörpers
M79scFvCK/CD54CH1
-
Eine andere Ausführungsform des CD54-Heterominikörpers wurde
konstruiert, indem das M79scFv- und das CD54-Fragment gegeneinander
ausgetauscht wurden. Zu diesem Zweck wurden die zwei Expressionsplasmide
pEF-DHFR-CTI-CD54-CK und pEF- ADA-M79scFv-CH1,
vorstehend beschrieben, mit NdeI bzw. BspEI gespalten. Das CD54
enthaltende Fragment wurde in das pEF-ADA-Vektorfragment cloniert,
das CH1 enthält.
Das erhaltene Expressionsplasmid pEF-ADA-CD54-CH1 (3) wurde in transfizierte CHO-Zellen eingeschleust
(vgl. Beispiel 1.2.1), die bereits mit pEF-DHFR-M79scFV-CK (3) transfiziert worden waren, wie
in Beispiel 1.1.1 beschrieben. Die doppelt transfizierten CHO-Zellen wurden zur
Selektion gezüchtet,
wie in Beispiel 1 beschrieben.
-
Beispiel 4.1.3: ELISA
mit Zellkulturüberständen von
M79scFv-CD54-Heterominikörpern
-
Um die 17-1A-Bindungsspezifität der beiden
CD54-Heterominikörper-Ausführungsformen
zu untersuchen und um die richtige Zusammenlagerung von CH1 und
CK zu bestätigen,
wurden zwei unterschiedliche ELISAs ausgeführt. Die spezifische Bindung
an das 17-1A-Antigen und die heterodimere Struktur der Heterominikörper wurden
durch Inkubation des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten rekombinanten 17-1A-Antigen und durch
Nachweis der gebundenen CD54-Heterominikörper mit einem anti-CD54-Antikörper nachgewiesen.
Die heterodimere Struktur der Heterominikörper wurde weiterhin durch
Inkubation des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten anti-His-Marker-Antikörper, gefolgt durch einen Nachweisschritt
mit einem anti-Mensch-Ckappa-Antikörper, bestätigt. Für Einzelheiten über beide
ELISAs vgl. Beispiel 4.4 und 9 und 10.
-
4.2: Konstruktion von
zwei M79scFv-CD58-Heterominikörper-Ausführungsformen
-
Die CD58-Heterominikörper wurden
konstruiert, indem der extrazelluläre Teil von CD80 innerhalb
der in Beispiel 1 beschriebenen Heterominikörper durch denjenigen von CD58
ersetzt wurde (1). Die
Konstruktionsstrategie wird nachstehend beschrieben.
-
4.2.1: Konstruktion des
M79scFvCH1/CD58CK-Heterominikörpers
-
CD58, auch bekannt als LFA-3 (Lymphocytenfunktion-assoziiertes
Antigen), ist ein Protein, das zur Ig-Superfamilie gehört, und
ist das Rezeptorgegenstück
von CD2. Eine ausführlichere
Beschreibung wurde durch Wallner B. P. et al., J. Exp. Med. 166
(1987), 923– 932,
veröffentlicht.
Die cDNA-Matrize wurde durch reverse Transkription der Gesamt-RNA
aus U937-Zellen erhalten. Um die extrazelluläre Domäne von CD58 zu amplifizieren
und um die Restriktionsenzym-Spaltstellen XbaI und BspEI einzuführen, wurden
spezifische 5'- und
3'-Primer verwendet
(5'-LAF-3: AA TCT
AGA ACC ATG GTT GCT GGG AGC GAC G; und 3'-LAF-3: AAG TCC GGA TCT GTG TCT TGA
ATG ACC GCT GC). Das weitere Clonierungs- und Expressionsverfahren
entsprach dem in Beispiel 1 beschriebenen, außer daß XbaI anstelle von EcoRI auf
Grund einer internen EcoRI-Stelle innerhalb des CD58-DNA-Fragments verwendet
wurde und ein dam-Methylase-defizienter E. coli-Stamm verwendet
wurde, um eine Blockierung der BspEI-Stelle am 3'-Ende des CD58-Fragments infolge einer überlappenden
dam-Stelle zu verhindern. Für
die schließlich
erhaltenen doppelt transfizierten CHO-Zellen (pEF-ADA-M79scFvCH1,
pEF-DHFR-CTI-CD58-CK; vgl. 3)
wurde gezeigt, daß sie
den CD58-Heterominikörper
in das Zellkulturmedium sezernieren.
-
4.2.2: Konstruktion des
Heterominikörpers
M79scFvCK/CD58CH1
-
Eine andere Ausführungsform des CD58-Heterominikörpers wurde
konstruiert, indem das M79scFv- und das CD58-Fragment gegeneinander
ausgetauscht wurden (vgl. 1).
Zu diesem Zweck wurden die zwei Expressionsplasmide pEF-DHFR-CTI-CD58-CK
und pEF-ADA-M79scFvCH1, vorstehend beschrieben, mit NdeI bzw. BspEI
gespalten. Das CD58 enthaltende Fragment wurde in das pEF-ADA-Vektorfragment
cloniert, das CH1 enthielt. Das erhaltene Expressionsplasmid pEF-ADA-CD58-CH1
(3) wurde in CHO-Zellen eingeschleust,
die bereits mit pEF-DHFR-M79scFV-CK transfiziert worden waren, wie
in Beispiel 1 beschrieben. Die doppelt transfizierten CHO-Zellen
wurden zur Selektion gezüchtet,
wie in Beispiel 1 beschrieben.
-
Beispiel 4.2.3: ELISA
mit Zellkulturüberständen von
M79scFv-CD58-Heterominikörpern
-
Um die 17-1A-Bindungsspezifität der beiden
CD58-Heterominikörper-Ausführungsformen
zu untersuchen und um die richtige Zusammenlagerung von CH1 und
CK zu bestätigen,
wurden zwei unterschiedliche ELISAs ausgeführt. Die spezifische Bindung
an das 17-1A-Antigen und die heterodimere Struktur der Heterominikörper wurden
durch Inkubation des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten rekombinanten 17-1A-Antigen und durch
Nachweis der gebundenen CD58-Heterominikörper mit einem anti-CD58-Antikörper gezeigt. Die
heterodimere Struktur der Heterominikörper wurde weiterhin durch
Inkubation des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten anti-His-Marker-Antikörper, gefolgt durch einen Nachweisschritt
mit einem anti-Mensch-Ckappa-Antikörper, bestätigt. Für Einzelheiten über beide
ELISAs vgl. Beispiel 4.4.
-
4.3: Konstruktion von
zwei M79scFv-CD86-Heterominikörper-Ausführungsformen
-
Die CD86-Heterominikörper wurden
konstruiert, indem der extrazelluläre Teil von CD80 innerhalb
der in Beispiel 1 beschriebenen Heterominikörper durch denjenigen von CD86
ersetzt wurde (1). Die
Konstruktionsstrategie wird nachstehend beschrieben.
-
4.3.1: Konstruktion des
M79scFvCH1/CD86CK-Heterominikörers
-
Das co-stimulierende Protein CD86,
auch bekannt als B7-2, gehört
zur Ig-Superfamilie. Es ist ein stark glycosyliertes Protein aus
306 Aminosäuren.
Eine ausführlichere
Beschreibung wurde durch Freeman G. J. et al., Science 262 (1993),
909–911,
veröffentlicht.
Die cDNA-Matrize wurde durch reverse Transkription der Gesamt-RNA
aus der Burkitt-Lymphom-Zelllinie
Raji erhalten. Um die extrazelluläre Domäne von CD86 zu amplifizieren,
wurden spezifische 5'-
und 3'-Primer verwendet
(5'-B7-2: 5'-AAG TCT AGA AAA
TGG ATC CCC AGT GCA CTA TG-3; 3'-B7-2:
5'-AAT TCC GGA TGG
GGG AGG CTG AGG GTC CTC AAG C-3').
Diese Primer führen
auch XbaI- und BspEI-Spaltstellen ein, die zur Clonierung des CD86-PCR-Fragments
in den Vektor Bluescript KS-CTI-M79scFv verwendet wurden. Das weitere
Clonierungs- und Expressionsverfahren entsprach dem in Beispiel
1 beschriebenen, außer
daß XbaI
anstelle von EcoRI aufgrund einer internen EcoRI-Stelle innerhalb
des CD86-DNA-Fragments verwendet wurde. Für die schließlich erhaltenen
doppelt transfizierten CHO-Zellen (pEF-ADA-M79scFvCH1, pEF-DHFR-CTI-CD86-CK)
wurde gezeigt, daß sie
den CD86-Heterominikörper
in das Zellkulturmedium sezernieren.
-
4.3.2: Konstruktion des
M79scFvCK/CD86CH1-Heterominikörpers
-
Eine andere Ausführungsform des CD86-Heterominikörpers wurde
konstruiert, indem das M79scFv- und das CD58-Fragment gegeneinander
ausgetauscht wurden (1).
Zu diesem Zweck wurden die zwei Expressionsplasmide pEF-DHFR-CTI-CD86-CK
und pEF-ADA-M79scFvCH1 mit NdeI bzw. BspEI gespalten. Das CD86 enthaltende
Fragment wurde in das pEF-ADA-Vektorfragment cloniert, das CH1 enthält. Das
erhaltene Expressionsplasmid pEF-ADA-CD86-CH1 (3) wurde in CHO-Zellen eingeschleust,
die bereits mit pEF-DHFR-M79scFv-CK transfiziert worden waren, wie
in Beispiel 1 beschrieben. Die doppelt transfizierten CHO-Zellen
(pEF-DHFR-M79scFv-CK, pEF-ADA-CD86-CH1; 3) wurden zur Selektion
gezüchtet,
wie in Beispiel 1 beschrieben.
-
Beispiel 4.3.3: ELISA
mit Zellkulturüberständen der
CD86-Heterominikörper
-
Um die 17-1A-Bindungsspezifität der CD86-Heterominikörper-Ausführungsformen
zu untersuchen und um die richtige Zusammenlagerung von CH1 und
CK zu bestätigen,
wurden zwei unterschiedliche ELISAs ausgeführt. Die spezifische Bindung
an das 17-1A-Antigen
und die heterodimere Struktur der Heterominikörper wurden durch Inkubation
des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten rekombinanten 17-1A-Antigen und durch
Nach weis der gebundenen CD86-Heterominikörper mit einem anti-CD86-Antikörper gezeigt.
Die heterodimere Struktur der Heterominikörper wurde weiterhin durch
Inkubation des Kulturüberstands
mit einem immobilisierten anti-His-Marker-Antikörper, gefolgt durch einen Nachweisschritt
mit einem anti-Mensch-Ckappa-Antikörper, bestätigt. Für Einzelheiten über beide
ELISAs vgl. Beispiel 4.4 und 9 und 10.
-
Beisniel 4.4: ELISA mit
Zellkulturüberständen von
M79scFv-Heterominikörpern
-
Zwei unterschiedliche ELISAs mit
Zellkulturüberständen wurden
für jeden
M79scFv-Heterominikörper ausgeführt:
-
Die Bindung an das 17-1A-Antigen
wurde unter Verwendung eines rekombinanten 17-1A-Antigens untersucht,
das durch stabile Expression in CHO-Zellen erhalten wurde, wie beschrieben
(Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025).
Das rekombinante Antigen besteht aus den ersten 264 Aminosäuren des
nativen 17-1A-Antigens, auch bekannt als GA 733-2 (Scala, Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 87 (1990), 3542–3546), gefolgt durch ein Stoppcodon.
Das Antigen wurde an U-Boden-ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen (Nunc
Maxisorb) in einer Konzentration von 50 μg/ml in phosphatgepufferter
Salzlösung,
PBS, immobilisiert. Die Beschichtung wurde bei 4°C für 12 Stunden mit 50 μl ausgeführt, gefolgt
durch das einmalige Waschen mit PBS, 0,05% Tween. Der ELISA wurde
dann für
1 Stunde mit PBS/3% Rinderserumalbumin (BSA) blockiert und wiederum
gewaschen. Anschließend
wurde der Zellkulturüberstand
unverdünnt
und in mehreren Verdünnungen
zugegeben und für
2 Stunden inkubiert. Der spezifische Nachweis war abhängig von
der An der co-stimulierenden Proteine, die mit den verschiedenen
Heterominikörper-Ausführungsformen
assoziiert sind. Für spezifische
Antikörper
und Arbeitsverdünnungen
vgl. Tabelle 1. Nach dreimaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20
wurde ein Peroxidase-konjugierter, polyclonaler Ziege-anti-Maus-IgG-Antikörper (Fc-spezifisch)
zugegeben und bei Raumtemperatur für eine Stunde inkubiert. Nach
viermaligem Waschen mit PBS, 0,05% Tween-20 wurde der ELISA schließlich durch
Zugabe der folgenden Substratlösung
entwickelt: 22 mg ABTS (2,2-Azino-bis-(3-ethylbenzthiazolin-6-sulfonsäure)-Diammoniumsalz)
wurden in 10 ml 0,1 M Citratpuffer, pH 5,1, enthaltend 2,3 mg Natriumperborattetrahydrat,
gelöst.
Für negative
Kontrollen wurden die Platten mit PBS anstelle der Kulturüberstände inkubiert.
Der farbige Niederschlag wurde unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen (9). Die
in 9 dargestellten
Ergebnisse zeigen eindeutig, daß jeder
der konstruierten M79scFV-Heterominikörper als ein voll funktionales
Heterodimer im Überstand
der entsprechenden Transfektanten nachgewiesen werden konnte.
-
Für
den zweiten ELISA wurden Platten mit 96 Vertiefungen mit einem anti-His-Marker-Antikörper (Dianova,
Hamburg; Kat. Nr. DIA 910), 1 : 40 verdünnt, beschichtet, wie vorstehend
beschrieben. Die Überstände aller
Heterominikörper-Ausführungsformen
wurden rein und in mehreren Verdünnungen
zugegeben. Ein biotinylierter anti-Mensch-Ckappa-Antikörper, gefolgt
durch Peroxidase-konjugiertes Streptavidin (1 : 1000) (Dako, Hamburg;
Kat. Nr. P0347), wurden zum Nachweis der gebundenen Heterominikörper verwendet
(vgl. Tabelle 1). Der ELISA wurde entwickelt, wie vorstehend beschrieben.
Für Ergebnisse
vgl. 10.
-
Beispiel 5: Stimulierung
von naiven CD4+CD45RO–-T-Zellen
durch den M79scFvCK/CD80-CH1-Heterominikörer
-
Beispiel 5.1: Reinigung
von naiven CD4+CD45RO–-T-Zellen
aus dem peripheren Blut von gesunden menschlichen Blutspendern
-
Um die biologische Funktion des M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörpers zu
untersuchen, wurde ein CD4+-T–Zell-Stimulierungsexperiment
durchgeführt.
CD4+CD45RO–-T-Zellen, die gewöhnlich als
naiv angesehen werden, wurden aus dem peripheren Blut von gesunden
Spendern durch negative Selektion isoliert. Zuerst wurden einkernige
Zellen aus dem peripheren Blut (PBMCs) durch einen Ficoll-Dichtegradienten
isoliert (Current Protocols of Immunology, Coligan, Kruisbeek, Margulies,
Shevach und Strober, Wiley-Interscience, 1992). Nach dreimaligem
Waschen der Zellen mit phosphatgepufferter Salzlösung (PBS), supplementiert
mit 2% fötalem
Kälberserum
(FCS), wurden CD4+-T-Zellen unter Verwendung von im Handel erhältlichen CD4+-T-Zell-Säulen (R&D Systems, Minneapolis, MN, USA;
Kat. Nr. HCD43) gereinigt. Im nächsten
Schritt wurden CD45RO+-T-Zellen durch paramagnetische
Dynabeads M450 (Dynal, Hamburg; Kat. Nr. 110.02) entfernt. Zu diesem
Zweck wurden CD4+-T-Zellen für 30 Minuten
mit dem murinen anti-Mensch-CD45R0-Antikörper (UHCL-1) in einer Konzentration
von 10 μg/ml
inkubiert. Anschließend
wurden die Zellen zweimal gewaschen und danach weitere 30 Minuten
mit magnetischen Kügelchen
inkubiert, die mit dem Schaf-anti-Maus-IgG1-Antikörper M450
konjugiert waren. Die quantitativ an die magnetischen Kügelchen
gebundenen CD4+CD45RO+-T-Zellen
wurden dann durch die Anwendung eines Magneten entfernt. Die restlichen
Zellen waren CD4+ und CD45RO– mit
einer Reinheit von 98%, wie mittels Durchflußcytometrie bestätigt wurde.
-
Beispiel 5.2: Stimulierung
von naiven CD4+CD45RO–-T-Zellen
durch gleichzeitige Inkubation mit dem M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und/oder
dem bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv
-
CD4+CD45RO–-T-Zellen
wurden gereinigt, wie vorstehend beschrieben. Die Stimulierung wurde
in Flachboden-TPP-Platten mit 96 Vertiefungen durchgeführt. Der
Stimulierungstest wurde wie folgt ausgeführt. 17-1A-transfizierte CHO-Zellen
wurden als Stimulatorzellen verwendet. Diese 17-1A-transfizierte
Zelllinie wurde erzeugt, indem ein DNA-Fragment, das die vollständige Aminosäuresequenz
des 17-1A-Antigens codiert, auch bekannt als GA733-2 (Scala, Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 87 (1990), 3542–3546), in den eukaryontischen Expressionsvektor
pEF-DHFR gemäß Standardverfahren
(Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage, Cold
Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, N.Y. (1989))
subcloniert wurde. Die Linearisierung des erhaltenen Plasmids mit
dem Restriktionsenzym NdeI und die nachfolgende stabile Transfektion
in DHFR-defiziente CHO-Zellen
wurden durchgeführt,
wie in Beispiel 1.1.1 beschrieben. Die Expression von Transmembran-17-1A
wurde durch eine Genamplifikation erhöht, die durch die schrittweise
Zugabe von ansteigenden Konzentrationen des DHFR-Inhibitors Methotrexat
(MTX) bis zu einer Endkonzentration von 500 nM induziert wurde,
wobei die Konzentrationsschritte zwischen 20 nM und 100 nM lagen
(Kaufman, Methods Enzymol. 185 (1990), 537–566).
-
Diese Zellen wurden auf eine Membranexpression
von 17-1A mittels Durchflußcytometrie
unter Verwendung des 17-1A-spezifischen monoclonalen Antikörpers M79
(Göttlinger,
Int. J. Cancer 38 (1986), 47–53) in
einer Konzentration von 10 μg/ml,
gefolgt durch einen polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG+IgM-(H + L)-Antikörper, 1
: 100 in PBS verdünnt,
getestet. Als negative Kontrolle wurden untransfizierte CHO-Zellen
verwendet, während
die 17-1A-positive menschliche Magenkrebs-Zelllinie Kato, erhalten
von der ATCC, als positive Kontrolle diente. Die Ergebnisse sind
in 11 gezeigt.
-
Vor der Verwendung dieser Zellen
zur T-Zell-Stimulierung wurden sie mit 14.000 Rad bestrahlt, zweimal
in PBS, 2% FCS gewaschen, gezählt,
in Medium verdünnt
(für Einzelheiten
vgl. nachstehend) und in Platten mit 96 Vertiefungen in einer Anzahl
von 25.000 Zellen pro Vertiefung überimpft. 50.000 CD4+CD45R0–-T-Zellen wurden zu
jeder Vertiefung zugegeben, wobei ein T-Zellen/Stimulatorzellen-Verhältnis von
2 : 1 erhalten wurde. Der M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und/oder
der bispezifische, einkettige Antikörper M79scFv-antiCD3scFv wurden
in mehreren Konzentrationen zugegeben, wie angegeben (Tabelle 2).
Die Zellen wurden in RPMI-1640-Medium, supplementiert mit 10% menschlichem
AB-Serum, 100 E/ml Penicillin, 100 mg/ml Streptomycin, 20 mM Glutamin,
1 mM Natriumpyruvat, 10 mM HEPES-Puffer und 50 μM Mercaptoethanol, bei 37°C bei 6%
CO2 und 100% Feuchtigkeit für bis zu
12 Tage gezüchtet.
-
5.3: BrdU-Proliferationstest
-
Um die Proliferationskinetik von
CD4+CD45R0–-T-Zellen
zu messen, die gleichzeitig mit dem M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und
dem bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv stimuliert
worden waren oder mit dem bispezifischen, einkettigen Antikörper allein
stimuliert worden waren, wurde ein BrdU-Proliferationstest durchgeführt. Für Einzelheiten
vgl. die Produktbeschreibung von Boehringer Mannheim; Kat. Nr. 1647229.
Die in 12 dargestellten
Ergebnisse zeigen deutlich eine wesentlich erhöhte Zellproliferation, induziert
durch den Heterominikörper
plus den bispezifischen, einkettigen Antikörper, verglichen mit derjenigen,
die durch den bispezifischen Antikörper allein induziert wurde.
-
5.4: Durchflußcytometrische
Analyse von CD4+CD45RO–-T-Zellen,
stimuliert mit dem M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und/oder dem bispezifischen,
einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv
-
Die CD45RO- und CD45RA-Expressionsraten
auf stimulierten T-Zellen wurden mittels Durchflußcytometrie
(FACS-SCAN, Becton Dickinson) am Tag 3 und 6 des Stimulierungsexperiments
untersucht. Stimulierte T-Zellen sowie Kontrollen (vgl. Beispiel
5.1) wurden für
30 Minuten mit verschiedenen Kombinationen der in Tabelle 4 aufgeführten Antikörper induziert.
-
Die T-Zellen wurden mit den folgenden
drei Antikörperkombinationen
inkuziert: anti-CD45RO-FITC/anti-CD45RA-PE; anti-CD45RO-FITC/Isotyp-IgG1-PE;
und anti-CD45RA-PE/Isotyp-IgG2a-FITC.
Der Prozentsatz der geprimten T-Zellen, die auf den Oberflächenphänotyp CD45RO+/CD45RA– in
Abhängigkeit
von den Konzentrationen des Heterominikörpers und des bispezifischen Antikörpers umschalteten,
ist in den 13 und 14 entsprechend einer Stimulierungsdauer
von 3 bzw. 6 Tagen gezeigt. Das Endergebnis der T-Zell-Stimulierung
nach 6 Tagen ist auch in 33 gezeigt.
-
5.5: INF-γ-ELISA-Analyse
des Zellkulturüberstands
von stimulierten CD4+-T-Zellen
-
Um das in vitro-Priming von CD4+-T-Zellen durch die Kombination eines Heterominikörpers und
eines bispezifischen, einkettigen Antikörpers zu bestätigen, wurde
die INF-γ-Konzentration in
dem T-Zell-Kulturüberstand
unter Verwendung eines halbquantitativen INFγ-ELISA (Genzyme DuoSet, Genzyme
Diagnostics Cambridge, MA, USA; Kat. Nr. 80-3932-00) bestimmt, der gemäß dem Benutzerhandbuch
des Herstellers durchgeführt
wurde. Da INF-γ typischerweise
durch geprimte TH1-Zellen, aber nicht durch naive CD4+-T-Zellen
sezerniert wird, zeigen die in den 15 und 16 dargestellten Ergebnisse,
daß ein
T-Zell-Priming in
Gegenwart von sowohl des Heterominikörpers als auch des bispezifischen,
einkettigen Antikörpers,
aber nicht mit dem bispezifischen Antikörper allein stattgefunden hat.
Außerdem
deutet die Sekretion von INF-γ durch
die geprimten CD4+-T-Zellen stark auf die
Differenzierung dieser Zellen zum TH1-Phänotyp hin.
-
Beispiel 5.6: IL-S-ELISA-Analyse
des Zellkulturüberstands
von stimulierten CD4+-T-Zellen
-
Ein zweiter ELISA wurde durchgeführt, um
die IL-S-Sekretion von stimulierten CD4+-T-Zellen
zu untersuchen. Jedoch wurde durch den IL-S-ELISA (Genzyme DuoSet,
Genzyme Diagnostics Cambridge, MA, USA; Kat. Nr. 80-5025-00) des
T-Zell-Kulturüberstands
keine IL-S-Sekretion nachgewiesen, wie in den 17 und 18 dargestellt.
Da IL-5 typischerweise durch geprimte CD4+-T-Zellen
des TH2-Phänotyps
sezerniert wird, wurde gezeigt, daß die kombinierte T-Zell-Stimulierung
durch den M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und
den bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv überhaupt
kein Priming von TH2-T-Zellen induziert.
-
Beispiel 5.7: IL-4-ELISA-Analyse
des Zellkulturüberstands
von stimulierten CD4+-T-Zellen
-
Entsprechend zu der in Beispiel 5.6
beschriebenen IL-5-Analyse wurden T-Zell-Kulturüberstände durch einen ELISA (Pharmingen;
Kat. Nr. 2629KI) auf die Anwesenheit von IL-4 untersucht, ein anderes
Cytokin, das typischerweise durch geprimte CD4+-T-Zellen
des TH2-Phänotyps
sezerniert wird. Da kein IL-4 nachgewiesen werden konnte, wurde
bestätigt,
daß die
Stimulierung von naiven CD4+-T-Zellen mit
dem M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und
dem bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv kein
Priming von TH2-T-Zellen induziert.
-
Beispiel 6: Co-Stimulierung
von CD8+CD45RO–-T-Zellen
durch den M79scFvCK/CD80-CH1-Heterominikörper
-
Beispiel 6.1: Reinigung
von naiven CD8+CD45RO–-T-Zellen
aus dem peripheren Blut von gesunden menschlichen Spendern
-
Um die biologische Funktion des M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörpers zu
untersuchen, wurde ein CD8+-T-Zell-Stimulierungsexperiment
durchgeführt.
CD8+CD45RO–-T-Zellen, die gewöhnlich als
naiv angesehen werden, wurden aus dem peripheren Blut von gesunden
Spendern durch negative Selektion isoliert. Zuerst wurden einkernige
Zellen aus dem peripheren Blut (PBMCs) durch einen Ficoll-Dichtegradienten
isoliert (Current Protocols of Immunology, Coligan, Kruisbeek, Margulies,
Shevach und Strober, Wiley-Interscience, 1992). Nach dreimaligem
Waschen der Zellen mit phosphatgepufferter Salzlösung (PBS), supplementiert
mit 2% fötalem
Kälberserum
(FCS), wurden CD8+-T-Zellen unter Verwendung
von im Handel erhältlichen CD8+-T-Zell-Säulen (R&D Systems, Minneapolis, MN, USA;
Kat. Nr. HCD8C-1000) gereinigt. Zusätzlich zu dem Protokoll des
Herstellers wurde 1 μg/ml
eines murinen anti-Mensch-CD11b-Antikörpers zu dem bereitgestellten
Antikörper-Cocktail zugegeben,
um die Suppressor-T-Zellen zu entfernen, die CD11b+/CD28– sind.
Im nächsten
Schritt wurden CD45RO+-T-Zellen durch paramagnetische
Dynabeads M450 (Dynal, Hamburg; Kat. Nr. 110.02) entfernt. Zu diesem
Zweck wurden CD8+-T-Zellen für 30 Minuten
mit dem murinen anti-Mensch-CD45R0-Antikörper (UHCL-1) in einer Konzentration
von 10 μg/ml
inkubiert. Anschließend
wurden die Zellen zweimal gewaschen und danach weitere 30 Minuten
mit magnetischen Kügelchen
inkubiert, die mit dem Schaf-anti-Maus-IgG1-Antikörper M450 konjugiert waren.
Die quantitativ an die magnetischen Kügelchen gebundenen CD8+CD45RO+-T-Zellen
wurden dann durch die Anwendung eines Magneten entfernt. Die restlichen
Zellen waren CD8+CD45RO–CD28+ mit einer Reinheit von 95–98%.
-
Beispiel 6.2: Stimulierung
von naiven CD8+CD45RO–-T-Zellen
durch gleichzeitige Inkubation mit dem M79scFvCK/CD80CH1-Heterominikörper und/oder
dem bispezifischen, einkettigen Antikörner M79scFv-antiCD3scFv
-
CD8+CD45RO–-T-Zellen
wurden, wie in Beispiel 5 beschrieben, unter Verwendung der in Tabelle
3 gezeigten Konstruktkonzentrationen stimuliert.
-
Der BrdU-Proliferationstest sowie
die FACS-Analyse wurden durchgeführt,
wie in Beispiel 5 beschrieben. Für
Ergebnisse vgl. 19, 20, 21 und 34.
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Beispiel 6.3: TNF-α-ELISA-Analyse
des Zellkulturüberstands
von stimulierten CD8+-T-Zellen
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Um das in vitro-Priming von CD8+-T-Zellen durch die Kombination eines Heterominikörpers und
eines bispezifischen Antikörpers
zu bestätigen,
wurde die TNF-α-Konzentration
in dem T-Zell-Kulturüberstand
unter Verwendung eines halbquantitativen TNF-α-ELISA (Genzyme DuoSet, Genzyme Diagnostics
Cambridge, MA, USA; Kat. Nr. 80-3932-00) bestimmt, der gemäß dem Benutzerhandbuch
des Herstellers durchgeführt
wurde. Da TNF-α typischerweise
durch geprimte, aber nicht durch naive CD8+-T-Zellen
sezerniert wird, zeigen die in 22 dargestellten
Ergebnisse, daß ein
T-Zell-Priming in Gegenwart von sowohl des Heterominikörpers als auch
des bispezifischen Antikörpers,
aber nicht mit dem bispezifischen Antikörper allein stattgefunden hat.
-
Beispiel 6.4: Cytotoxische
Aktivität
von in vitro-geprimten CD8+-T-Lymphocyten
-
Während
des Priming-Prozesses erwerben anfänglich naive CD8+-T-Zellen üblicherweise
die Fähigkeit,
eine Zielzellen-Cytotoxizität
in einer CD80 (B7-1)-unabhängigen
Weise zu vermitteln. Die CD80 (B7-1)-Unabhängigkeit ist folglich ein hervorragender
biologischer Marker für
geprimte T-Zellen. Daher wurden anfänglich naive CD8+CD11b–-CD45RO–-T-Zellen,
die für
6 Tage geprimt worden waren, wie in Beispiel 6.2 beschrieben, als
Effektorzellen in einem 51Cr-Freisetzungstest
verwendet. Die T-Zell-Cytotoxizität wurde durch den bispezifischen,
einkettigen Antikörper
M79scFv-antiCD3scFv auf 17-1A-positive Kato-Zellen umgelenkt. Wie
in 35 dargestellt,
zeigte sich, daß in
vitro-geprimte CD8+-T-Zellen eine starke Cytotoxizität gegen
Kato-Zellen in einem 20-stündigen 51Cr-Freisetzungstest
zeigen, welche selbst die cytotoxische Aktivität von frischen PBMCs übersteigt.
Im Gegensatz dazu zeigten naive CD8+-T-Zellen
keine signifikanten cytotoxischen Wirkungen. Wie aufgrund der CD80
(B7-1)-Unabhängigkeit
erwartet, zeigten in vitrogeprimte CD8+-T-Zellen keine
erhöhte
umgelenkte Cytotoxizität
in Gegenwart des Heterominikörpers
M79scFvCK-CD80CH1. Folglich konnte das Priming von naiven CD8+-T-Zellen durch den Heterominikörper M79scFvCK/CD80CH1
in Kombination mit einem geeigneten primären Signal zusätzlich zur
Veränderung
des CD45RA/RO-Phänotyps
und der Cytokinsekretion durch einen dritten Parameter eindeutig
nachgewiesen werden. Der 51Cr-Freisetzungstest wurde
ausgeführt,
wie durch Mack, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025, beschrieben.
-
Beispiel 7: Heterominikörner M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1
-
Eine andere Ausführungsform des CD80-Heterominikörpers, dargestellt
in 23, wurde durch
Addition eines antiCD3scFv-Fragments über einen Glycin4Serin1-Linker an den C-Terminus der M79scFvCK-Polypeptidkette
konstruiert, wie in Beispiel 1 beschrieben. Zu diesem Zweck wurde
das DNA-Fragment, welches diese Polypeptidkette codiert, aus dem
in Beispiel 1 beschriebenen Expressionsplasmid pEF-DHFR-M79scFvCK
ausgeschnitten und in den Vektor pMa (Stanssens, Nucleic Acids Res.
17 (1998), 441–4454)
unter Verwendung der Restriktionsenzyme EcoRI und SalI (Boehringer
Mannheim) subcloniert. Das anti-CD3scFv-Fragment
wurde mit der DNA-Matrize, die den bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFv-antiCD3scFv
codiert, beschrieben durch Mack, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995),
7021–7025, unter
Verwendung der folgenden Primer mittels PCR amplifiziert. Der 5'-Primer VHTR66CKSAC
(5'-CCT GAG CTC
GCC CGT CAC AAA GAG CTT CAA CAG GGG AGA GTG TGG AGG TGG TGG ATC
CGA TAT C-3') führte eine
SacI-Stelle ein, und der 3'-Primer
VLTR66SalINotXba führte
die Spaltstellen SalI, NotI und XbaI ein (5'-ATT
CTA GAG CGG CCG CGT CGA CTA TTT CAG CTC CAG CTT GGT CCC AGC-3'). Das erhaltene PCR-Fragment
wurde gemäß Standardverfahren
(Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage, Cold
Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, New York (1989))
unter Verwendung der Restriktionsenzym-Spaltstellen SacI und XbaI
(Boehringer Mannheim) in den pMa-Vektor cloniert. Im letzten Schritt
wurde das gesamte M79scFvCK-antiCD3scFv-Fragment, dargestellt in 32, mit den Restriktionsenzymen
EcoRI und SalI aus dem pMa-Vektor ausgeschnitten und in den eukaryontischen
Expressionsvektor pEF-DHFR, beschrieben durch Mack, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025,
subcloniert. Das erhaltene Expressionsplasmid wurde in DHFR-defiziente
CHO-Zellen transfiziert, bevor diese mit dem Expressionsplasmid
pEF-ADA-CD80-CH1, beschrieben in Beispiel 1, transfiziert wurden.
Die doppelte Transfektion und die Selektion der CHO-Zellen sowie
die Herstellung und die Reinigung des Heterominikörpers wurden
ausgeführt,
wie in Beispiel 1 beschrieben.
-
Um die Bindung des Heterominikörpers M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1
an das 17-1A-Antigen zu zeigen und um das Vorhandensein eines richtig
gefalteten CD80 sowie die heterodimere Struktur des Heterominikörpers zu
bestätigen,
wurde ein ELISA mit Zellkulturüberständen nach
der primären
Selektion und nach dem ersten Genamplifikationsschritt ausgeführt. Ein
rekombinantes 17-1A-Antigen wurde immobilisiert, und der gebun dene
Heterominikörper
wurde mit einem anti-CD80-Antikörper
nachgewiesen, wie in Beispiel 1.2.3 beschrieben. Die Ergebnisse
sind in 40 gezeigt.
-
Die Erhöhung der Expressionsrate infolge
einer Genamplifikation wurde auch durch einen ELISA überwacht.
Dafür wurde
ein rekombinantes 17-1A-Antigen immobilisiert und mit dem Kulturüberstand
inkubiert, der den Heterominikörper
M79scFvCK-anti-CD3scFv/CD80CH1
enthält,
und der gebundene Heterominikörper wurde
mit einem Peroxidase-konjugierten anti-His-Marker-Antikörper (Roche;
Kat. Nr. 1965085), 1 : 500 verdünnt,
nachgewiesen. Die Ergebnisse sind in 41 gezeigt.
Das allgemeine ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie in Beispiel 4.4 beschrieben.
-
Die Wechselwirkung des C-terminal
angeordneten scFv-Fragments mit CD3 auf menschlichen T-Zellen wurde
mittels Durchflußcytometrie
bestätigt.
Zu diesem Zweck wurden CD11b-positive CD8+-T-Zellen
isoliert, da diese T-Zell-Untergruppe bekanntermaßen CD28-negativ
ist. Die Isolierung der CD11b-positiven CD8+-T-Zellen
wurde mit im Handel erhältlichen
CD8+-T-Zell-Säulen ausgeführt, wie in Beispiel 6.1 beschrieben,
außer
daß kein
CD11b-Antikörper
zu dem Antikörper-Cocktail
des Herstellers zugegeben wurde. Im nächsten Schritt wurden CD11b-positive
T-Zellen durch paramagnetische Dynabeads M450 (Dynal, Hamburg; Kat.
Nr. 110.02) positiv selektiert. Zu diesem Zweck wurden CD8+-T-Zellen
für 30
Minuten mit einem murinen anti-Mensch-CD11b-Antikörper in
einer Konzentration von 10 μg/ml
inkubiert. Anschließend
wurden die Zellen zweimal gewaschen und danach weitere 30 Minuten
mit magnetischen Kügelchen
inkubiert, die mit einem Schafanti-Maus-IgG-Antikörper konjugiert
waren. Die an die magnetischen Kügelchen
gebundenen CD11b-positiven CD8+-T-Zellen
wurden dann durch die Anwendung eines Magneten isoliert, und anschließend wurde
durch eine übliche
Durchflußcytometrie
bestätigt,
daß sie
weder CD28 noch CTLA-4 exprimieren. Die CD11b-positiven CD8+-T-Zellen wurden dann für 30 Minuten auf Eis mit dem
gereinigten Heterominikörper M79scFvCK-antiCD3scFv/CD80CH1
in unterschiedlichen Konzentrationen inkubiert. Nach Waschen in
PBS wurden die Zellen mit einem FITC-konjugierten anti-Mensch-Ckappa-Antikörper (Coulter; Kat. Nr. 660287),
1 : 10 verdünnt,
inkubiert, wiederum in PBS gewaschen und anschließend einer
Durchflußcytometrie
unterzogen. Die in 42 dargestellten
Ergebnisse zeigen eindeutig die Bindung des Heterominikörpers an
menschliches CD3 auf T-Zellen, da beide Rezeptorgegenstücke von
CD80 in der besonderen T-Zell-Untergruppe fehlen, die in diesem
Experiment verwendet wurde. Diese Ergebnisse veranschaulichen außerdem die
Funktionalität
eines Polypeptids mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion, wenn
es in einer C-terminalen Position innerhalb eines Heterominikörpers angeordnet
ist.
-
Ein zweites antiCD3scFv-Derivat des
Heterominikörpers
M79scFvCK/CD80CH1 wurde durch Insertion eines PCR-DNA-Fragments,
welches das antiCD3scFv-Fragment des bispezifischen, einkettigen
Antikörpers
(bscAb) M79scFv-antiCD3scFv codiert, beschrieben durch Mack, Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025, in die BspEI-Restriktionsstelle
des Expressionsplasmids pEF-DHFR-M79scFv-CK erhalten (vgl. Beispiel
1.2.1). Das antiCD3scFv-Fragment wurde mit der DNA-Matrize, die
bscAbM79scFv-antiCD3scFv codiert, unter Verwendung des 5'-Primers VHTR66BspEI
(5'-GTC ACC GTC
TCC TCC GGA G-3')
und des 3-Primers VLTR66BspEI (3'-GTG
TCC GGA TTT CAG CTC CAG CTT GGT CC-3') mittels PCR amplifiziert und vor der
Clonierung in pEF-DHFR-M79scFv-CK mit BspEI gespalten. Die richtige
Orientierung des clonierten Fragments wurde unter Verwendung des
5'-Primers VHTR66BspEI
(5'-GTC ACC GTC
TCC TCC GGA G-3'),
der unmittelbar stromaufwärts
der M79scFv-DNA-Sequenz innerhalb des Expressionsvektors pEF-DHFR
hybridisiert, und des Primers 3'-Hinge-Sequenz
(5'-GGT GTG GGT
GTC ACC-3') mittels PCR überprüft. Das
erhaltene Expressionsplasmid pEF-DHFR-bscAbM79scFvantiCD3scFv-CK
(vgl. 44) wurde zusammen
mit dem Expressionsplasmid pEF-ADA-CD80-CH1 in CHO-Zellen transfiziert,
wie in Beispiel 1.2.1 beschrieben. Es ist bemerkenswert, daß in diesem
Fall das Polypeptid mit einer Rezeptor- oder Ligandenfunktion, fusioniert an
den N-Terminus der Ckappa Domäne des erhaltenen
Heterominikörpers
(vgl. 43), mit dem
bispezifischen, einkettigen Antikörper M79scFvantiCD3scFv (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) identisch ist. Die Genamplifikation
sowie die Herstellung und Reinigung des Heterominikörpers wurden
ausgeführt, wie
in Beispiel 1.2.2 beschrieben.
-
Um die richtige Faltung des CK-Arms
des Heterominikörpers bscAbM79scFvantiCD3scFv-CK/CD80CH1
sowie die heterodimere Struktur des rekombinanten Moleküls zu bestätigen, wurde
die Bindung an ein immobilisiertes 17-1A-Antigen durch einen ELISA
nachgewiesen, der mit Zellkulturüberständen nach
der primären
Selektion und nach dem ersten Genamplifikationsschritt ausgeführt wurde.
Der gebundene Heterominikörper
wurde mit einem Peroxidase-konjugierten anti-His-Marker-Antikörper (Roche;
Kat. Nr. 1965085), 1 : 500 verdünnt,
nachgewiesen. Die Ergebnisse sind in 45 gezeigt.
Das allgemeine ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie in Beispiel 4.4 beschrieben.
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Um das Vorhandensein eines richtig
gefalteten CD80 innerhalb des Heterominikörpers bscAbM79scFv-antiCD3scFv-CK/CD80CH1
zu bestätigen,
wurde der folgende ELISA mit Zellkulturüberständen nach der primären Selektion
und nach dem ersten Genamplifikationsschritt ausgeführt:
-
Ein monoclonaler Antikörper gegen
menschliches CD80 (Immunotech; Kat. Nr. 1449), 1 : 200 verdünnt, wurde
an eine ELISA-Platte immobilisiert, gefolgt durch die Inkubation
mit Zellkulturüberständen. Anschließend wurde
der mit dem anti-CD80-Antikörper
abgefangene Heterominikörper
mit einem Peroxidase-konjugierten anti-His-Marker-Antikörper (Roche;
Kat. Nr. 1965085), 1 : 500 verdünnt,
nachgewiesen. Die Ergebnisse sind in 46 gezeigt.
Das allgemeine ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie in Beispiel 4.4 beschrieben.
-
Zusammenfassend veranschaulichen
diese Ergebnisse, daß die
Heterominikörper-Anordnung auch Polypeptide
mit komplexeren Proteinstrukturen und/oder einer komplexeren Rezeptor-
oder Ligandenfunktion, wie z. B. bispezifische, einkettige Antikörper, tragen
können.
-
Beispiel 8: CD80-M79scFv-Konstrukte
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8.1: CD80-M79scFv-(VL/VH)-Konstrukt
mit einem kurzen (Gly4Ser1)1-Linker
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Ein Protein wurde konstruiert, das
aus dem einkettigen Fv-Fragment (scFv) des murinen anti-17-1A-Antikörpers M79
und dem extrazellulären
Teil des co-stimulierenden menschlichen Proteins CD80 (B7-1), verknüpft über einen
(Gly4Ser1)1-Linker, besteht ( 24). Der M79-Antikörper wurde erhalten, wie durch
Göttlinger
et al., Int. J. Cancer 38 (1986), 47–53, beschrieben. Das M79-scFv-Fragment
wurde cloniert, wie durch Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA
92 (1995), 7021–7025,
beschrieben. Das vollständige
Plasmid wurde in mehreren Schritten cloniert. Zuerst wurde ein als
CTI bezeichneter Polylinker unter Verwendung der Restriktionsenzym-Spaltstellen
XbaI und SalI (Boehringer Mannheim) in den Bluescript KS-Vektor
(GenBank®-Hinterlegungsnummer
X52327) inseriert. Die Einführung
des Polylinkers CTI stellte zusätzliche
Spaltstellen bereit, sowie die Sequenz, die den (Gly4Ser1)1-Linker, einen
Marker aus 6 Resten der Aminosäure
Histidin und ein Stoppcodon codiert, wie in 2 gezeigt. Der Vektor Bluescript KS+CTI
wurde durch Spaltung mit den Restriktionsenzymen EcoRV und XmaI
(Boehringer Mannheim und New England Biolabs) präpariert, um ihn mit dem M79scFv-Fragment
zu ligieren (T4-DNA-Ligase, Boehringer Mannheim), das mit EcoRV
und BspEI gespalten worden war. Der erhaltene Vektor Bluescript
KS+CTI+M79scFv wurde noch einmal mit EcoRI (Boehringer Mannheim)
und BspEI gespalten, um das CD80-DNA-Fragment zu inserieren, das
vorher unter Verwendung derselben Enzyme hergestellt wurde. Vor
der Subclonierung wurde das CD80-Fragment mittels Polymerasekettenreaktion
(PCR) unter Verwendung von spezifischen Oligonucleotidprimern erhalten,
die komplementär
sind zu den 5'-
und 3'-Enden der
Nucleotidsequenz, die den extrazellulären Teil von CD80 codiert (Freeman
G. J. et al., J. Immunol. 143 (1989), 2714–2722). Diese Primer führten auch
eine EcoRI- und eine BspEI-Spaltstelle ein (5'-CD80-Primer: 5'-GCA GAA TTC ACC ATG GGC CAC ACA CGG
AGG CAG-3'; 3'-CD80-Primer: 5'-TGG TCC GGA GTT
ATC AGG AAA ATG CTC TTG CTT G-3').
Die für
diese PCR verwendete cDNA-Matrize wurde hergestellt durch reverse
Transkription der Gesamt-RNA,
die aus der Burkitt-Lymphom-Zelllinie Raji gemäß Standardverfahren (Sambrook,
Molecular Cloning: A Laboratory Manual, 2. Auflage, Cold Spring
Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, New York, (1989)) präpariert
wurde.
-
Das co-stimulierende CD80-Protein
gehört
zur Ig-Superfamilie. Es ist ein stark glycosyliertes Protein aus
262 Aminosäuren.
Eine ausführlichere
Beschreibung wurde durch Freeman G. J. et al., J. Immunol. 143 (1989),
2714–2722,
veröffentlicht.
-
Im letzten Schritt wurde das gesamte
CD80-M79scFv-(VL/VH)-DNA-Fragment (25)
durch Spaltung des Vektors Bluescript KS+CTI+CD80+M79scFv-(VL/VH)
mit EcoRI und SalI (Boehringer Mannheim) isoliert und anschließend in
den eukaryontischen Expressionsvektor pEF-DHFR, beschrieben bei
Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025, cloniert,
der das Dihydrofolatreduktase-Gen als Selektionsmarker enthält. Das
endgültige
Plasmid wurde mit dem Restriktionsenzym NdeI (Boehringer Mannheim)
linearisiert und mittels Elektroporation in CHO-Zellen eingeschleust.
Die Elektroporationsbedingungen waren 260 V/960 μF unter Verwendung einer BioRad-Gene
PulserTM-Vorrichtung. Die stabile Expression wurde in DHFR-defizienten
CHO-Zellen durchgeführt,
wie durch Kaufmann R. J. et al., Methods Enzymol. 185 (1990), 537–566, beschrieben.
Die Zellen wurden zur Selektion in Nucleosid-freiem α-MEM-Medium,
supplementiert mit 10% dialysiertem FCS und 2 mM, gezüchtet. Zur
Herstellung des bifunktionalen CD80-M79scFv(VL/VH)-Konstrukts wurden
die Zellen in Rollerflaschen (Falcon) für 7 Tage in 300 ml Kulturmedium
gezüchtet.
Das Protein wurde mit Hilfe seines His-Markers, der an den C-Terminus
gebunden ist (vgl. 24),
unter Verwendung einer Ni-NTA-Säule
(Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) gereinigt.
Um die Bindungseigenschaften zu untersuchen, wurde unterschiedliche
ELISAs durchgeführt:
-
Beispiel 8.1.1: ELISA
mit einem Zellkulturüberstand
unter Verwendung eines anti-His-Marker-Nachweises
-
Die Bindung an das 17-1A-Antigen
wurde unter Verwendung eines löslichen
17-1A-Antigens untersucht, welches, wie beschrieben (Mack et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025), erhalten wurde durch
die stabile Expression der DNA-Sequenz, welche die ersten 264 Aminosäuren des
nativen 17-1A-Antigens, auch bekannt als GA733-2 (Scala, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 87 (1990), 3542–3546),
gefolgt durch ein Stoppcodon, codiert, in CHO-Zellen. Das Antigen
wurde an U-Boden-ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen (Nunc Maxisorb)
in einer Konzentration von 50 μg/ml
in phosphatgepufferter Salzlösung,
PBS, immobilisiert. Die Beschichtung wurde bei 4°C für 12 Stunden mit 50 μl, gefolgt
durch einen Waschschritt mit PBS, 0,05% Tween, ausgeführt. Der
ELISA wurde dann für
1 Stunde mit PBS/3% Rinderserumalbumin (BSA) blockiert und wiederum
gewaschen. Nun wurde der Zellkulturüberstand unverdünnt und
in mehreren Verdünnungen
zugegeben und für
2 Stunden inkubiert. Als Nachweissystem wurden nacheinander ein
muriner IgGI-anti-His-Marker-Antikörper (Dianova, Hamburg), 1
: 200 verdünnt,
und ein Peroxidase-konjugierter, polyclonaler Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova,
Hamburg) zugegeben. Der ELISA wurde durch Zugabe einer ABTS-Substratlösung (2,2-Azino-bis-(3-ethylbenzthiazolin-6-sulfonsäure), Sigma
A-1888, Steinheim) entwickelt, wie in Beispiel 2.1 beschrieben.
Die Ergebnisse wurden unter Verwendung eines ELISA-Lesegeräts bei 405
nm gemessen. Die Ergebnisse sind in 26 gezeigt.
Es konnte erkennbar keine Bindungsaktivität gemessen werden. Als negative
Kontrollen wurden die Platten mit PBS anstelle der Antikörperkonstrukte
inkubiert. Als positive Kontrolle diente der bereits beschriebene
(Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) bispezifische,
einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper.
-
8.1.2: ELISA mit einem
Zellkulturüberstand
unter Verwendung eines anti-CD80-Nachweises
-
Die Immobilisierung des 17-1A-Antigens,
die Blockierung und die Inkubation der Zellkulturüberstände wurden
durchgeführt,
wie vorstehend beschrieben. Der Nachweis wurde mit einem murinen
IgGI-anti-CD80-Antikörper
(Dianova, Hamburg), 1 : 1000 verdünnt, gefolgt durch einen Peroxidase-konjugierten,
polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper (Dianova, Hamburg), 1
: 5000 verdünnt,
ausgeführt.
Der ELISA wurde mit einer ABTS-Substratlösung entwickelt, und die OD-Werte
wurden gemessen, wie vorstehend beschrieben. Jedoch konnte wieder
keine Bindungsaktivität
nachgewiesen werden. Als positive Kontrolle wurde der bispezifische,
einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper (Mack et al., Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025)
verwendet und mit dem beschriebenen anti-His-Marker-Antikörper nachgewiesen.
Die Ergebnisse sind in 27 gezeigt.
-
8.1.3: ELISA-Analyse eines
gereinigten rekombinanten CD80-M79scFv-Konstrukts
-
Da die ELISAs mit Zellkulturüberständen zum
Nachweis einer spezifischen Antigenbindung alle negativ waren, wurde
lösliches
CD80-M79scFv mittels Proteinreinigung aus dem Überstand einer Rollerflaschenkultur
(300 ml) erhalten, um die Möglichkeit
auszuschließen,
daß kein
rekombinantes Protein in den Überstand sezerniert
wurde. Die Reinigung wurde unter Verwendung einer Nickel-NTA-Säule ausgeführt, wie
beschrieben (Mack M. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995),
7021–7025).
Die ELISA-Vertiefungen wurden mit dem Protein beschichtet, das aus
der Nickel-NTA-Säule
eluiert wurde. Der Nachweis des bifunktionalen CD80-M79scFv-Konstrukts
wurde unabhängig
von seiner 17-1A-Antigen-Bindungsaktivität unter Verwendung von entweder
einem anti-His-Marker-Antikörper (vgl.
Beispiel 8.1.1) als auch einem anti-CD80-Antikörper (vgl. Beispiel 8.1.2)
in verschiedenen Experimenten, gefolgt jeweils durch einen anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper, durchgeführt. Die
Entwicklung des ELISA sowie die Messung der OD-Werte wurden ausgeführt, wie
vorstehend beschrieben. Die Ergebnisse sind in 28 dargestellt und bestätigen das
Vorhandensein des CD80-M79scFv-Konstrukts im Zellkulturüberstand.
-
8.2: CD80-M79scFv-(VH/VL)-Konstrukt
mit einem (Gly4Ser1)1-Linker
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Um die Anordnung der variablen Ig-Regionen
innerhalb des M79scFv-Fragments von VL/VH in VH/VL zu verändern, wurde
eine zweistufige Fusions-PCR unter Verwendung der Oligonucleotidprimer
5'-VHBSRRV: AGG
TGT ACA CTC CGA TAT C(A,C)A (A,G)CT GCA G(G,C)A GTC (A,T)GG; 3'-VHGS 15: 5'-GGA GCC GCC GCC
GCC AGA ACC ACC ACC ACC TGA GGA GAC GGT GAC CGT GGT CCC TTG GCC
CCA G-3'; 5'-VLGS15: 5'-GGC GGC GGC GGC
TCC GGT GGT GGT GGT TCT GAC ATT CAG CTG ACC CAG TCT CCA-3'; und 3'-VLBspEI: 5'-AAT CCG GAT TTG
ATC TCG AGC TTG GTC CC-3' gemäß dem durch
Mack et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021-7025, beschriebenen
Verfahren durchgeführt
(vgl. auch Beispiel 2.1). Das PCR-Fragment, das das VH/VL-scFv-Fragment
codiert, wurde mit den Restriktionsenzymen EcoRV/BspEI gespalten
und in den Vektor Bluescript KS+CTI inseriert, der bereits durch
Spaltung mit EcoRV/XmaI präpariert
worden war (vgl. Beispiel 8.1). Anschließend wurde das umgedrehte M79scFv-(VH/VL)-Fragment
mit den Restriktionsenzymen BspEI/SalI ausgeschnitten und in das
Plasmid pEF-DHFR+CTI+CD80-M79scFv-(VLNH) unter Verwendung von BspEUSalI
eingeführt,
wodurch das M79scFv-VLNH-Fragment ersetzt wurde (vgl. 25). Die Transfektion und
die Zellkulturverfahren wurden ausgeführt, wie vorstehend beschrieben.
Die Analyse der Antigenbindung wurde unter Verwendung des beschriebenen
17-1A-ELISA durchgeführt
(Beispiel 8.1.2). Jedoch konnte keine 17-1A-Bindungsaktivität des anders
angeordneten CD80-M79scFv-Konstrukts nachgewiesen werden. Die Ergebnisse
sind in 29 dargestellt.
-
8.3: CD80-M79scFv-(VH/VL)-Konstrukt
mit einem langen (Gly4Ser1)3-Linker
-
Zuerst wurde das M79scFv-(VH/VL)-Fragment
durch eine zweistufige Fusions-PCR
erhalten, wie vorstehend in Beispiel 8.2 beschrieben. Das PCR-Fragment,
welches das VH/VL-scFv-Fragment codiert, wurde mit den Restriktionsenzymen
EcoRVBspEI gespalten und in den mit EcoRV/XmaI gespaltenen Bluescript KS+CTI-Vektor
subcloniert (vgl. Beispiel 8.1). In einem weiteren Schritt wurde
ein längerer
Glycin-Serin-Linker (GlyaSer1)3,
bestehend aus 15 Aminosäuren,
eingeführt.
Dafür mußte ein
anderer Oligonucleotidlinker (ACCGS15BAM), welcher derart konstruiert
wurde, daß er
den (Gly4Ser1)3-Linker codiert und mit BspEI und BamHI
kompatible überhängende Enden
bereitstellt, in den Bluescript KS+CTI+M79scFv-(VH/VL)-Vektor (Beispiel
8.2) inseriert werden. Die Nucleotidsequenz des Linkers ist in 30 gezeigt.
-
Das Plasmid Bluescript KS+CTI+M79scFv-(VH/VL)
einschließlich
der codierenden Sequenz des (Gly4Ser1)3-Linkers wurde
mit BspEI und SalI gespalten, und das erhaltene DNA-Fragment (Gly4Ser1)3+M79scFv-(VH/VL)
wurde in den mit BspEUSalI gespaltenen Vektor pEF-DHFR inseriert,
der das CD80 codierende Fragment enthält (Beispiel 8.1). Auf diese
Weise wurde das M79scFv-(VLNH)-Fragment zusammen mit dem kurzen
(Gly4Ser1)1-Linker
ersetzt (vgl. 25).
Zur Transfektion und für
das Zellkulturverfahren vgl. Beispiel 8.1. Die Antigen-spezifische
Bindung wurde durch einen 17-1A-ELISA untersucht, wie vorstehend
beschrieben (Beispiel 8.1.1), und der Nachweis des funktionalen
rekombinanten Proteins in dem Zellkulturüberstand wurde mit einem anti-His-Marker-Antikörper, gefolgt
durch einen anti-Maus-IgG-(Fc)-Antikörper durchgeführt (vgl.
Beispiel 8.1.1). Der bispezifische, einkettige anti-17-1A/anti-CD3-Antikörper (Mack
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) diente
als positive Kontrolle. Die Entwicklung des ELISA und die Messung
der OD-Werte wurden ausgeführt,
wie vorstehend beschrieben (Beispiel 8.1.1). Jedoch war keine Antigenbindung
nachweisbar. Die Ergebnisse sind in 31 dargestellt.
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Beispiel 9: Unvorhersagbare
Expressionsergebnisse in Säuger-Wirtszellen
von rekombinanten Proteinen, die Oligomerisierungsdomänen tragen,
welche in E. coli etabliert wurden
-
Um herauszufinden, ob die Durchführbarkeit
von Polypeptid-Oligomerisierungsstrategien in Säuger-Wirtszellen durch ihre
erfolgreiche Verwendung in E. coli vorhergesagt werden kann, wurde
zwei unterschiedliche Oligomerisierungsdomänen, die in bakteriellen Expressionssystemen
charakterisiert worden waren, in Fusionsproteinen getestet, die
durch Säugerzellen
exprimiert werden (Pack, Biotechnology 11 (1993), 1271; Rheinnecker,
J. Immunol. 157 (1996), 2989). Das erste Fusionsprotein, das getestet
wurde, besteht aus zwei funktionalen Domänen, dem 17-1A-spezifischen
M79scFv-Fragment am N-Terminus und dem menschlichen IL-2 am C-Terminus.
Zwischen diesen zwei funktionalen Domänen wurde entweder eine Dimerisierungs- oder
eine Tetramerisierungsdomäne
inseriert, wobei die in 47 bzw.
48 gezeigten Polypeptidketten erhalten wurden. Die entsprechenden
DNA-Fragmente wurden
mit den Restriktionsenzymen EcoRI und SalI in den Expressionsvektor
pEF-DHFR cloniert und in DHFR-defiziente CHO-Zellen transfiziert,
wie beschrieben (Mack, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025) (es
wird angemerkt, daß die
beiden in 47 und 48 gezeigten DNA-Sequenzen
eine interne Erkennungsstelle für
EcoRI tragen, so daß eine
teilweise Spaltung mit diesem Restriktionsenzym erforderlich ist).
Die Kulturüberstände der
transfizierten CHO-Zellen sowie die entsprechenden Zelllysate, hergestellt
gemäß Standardverfahren,
wurden durch einen ELISA getestet. Ein immobilisiertes rekombinantes
17-1A-Antigen wurde mit dem Kulturüberstand oder dem Zelllysat
imkubiert, und das gebundene Konstrukt wurde mit einem Peroxidase-konjugierten
anti-His-Marker-Antikörper (Roche;
Kat. Nr. 1965085), 1 : 500 verdünnt,
nachgewiesen. Das allgemeine ELISA-Verfahren wurde durchgeführt, wie
in Beispiel 4.4 beschrieben. Die in 50 dargestellten
Ergebnisse zeigen, daß nur
das tetramere, aber nicht das dimere Konstrukt in dem Überstand
vorkommt und folglich als ein sekretierbares und voll funktionales
Protein in Säugerzellen
hergestellt wird, obwohl beide im Zelllysat gut nachweisbar sind.
Zusammenfassend wurde gezeigt, daß die Dimerisierungsdomäne nicht
allgemein für
Oligomerisierungsstrategien in Säuger-Wirtszellen verwendbar
ist.
-
Um die vielversprechende Tetramerisierungsdomäne weiter
zu testen, wurde sie in ein anderes Fusionsprotein inseriert, das
dem M79scFv-IL-2-Konstrukt sehr ähnlich
ist.
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Dieses Polypeptid besteht aus dem
DC8scFv-Fragment (Schäkel,
Eur. J. Immunol. 28 (1998), 4084–4093) am N-Terminus und der
extrazellulären
Domäne
des menschlichen erbB2 am C-Terminus (es wird angemerkt, daß die extrazelluläre Domäne des menschlichen
erbB2 so gut wie menschliches IL-2 durch Säugerzellen sezerniert wird).
Die vollständige
Polypeptidkette ist in 49 dargestellt.
Das entsprechende DNA-Fragment wurde mit den Restriktionsenzymen
EcoRI und SalI auch in den Expressionsvektor pEF-DHFR cloniert und
in DHFR-defiziente CHO-Zellen transfiziert, wie beschrieben (Mack,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92 (1995), 7021–7025). Der Kulturüberstand
der transfizierten CHO-Zellen sowie das entsprechende Zelllysat, hergestellt
gemäß Standardverfahren,
wurden mit einem erbB2-spezifischen
Sandwich-ELISA getestet, der auf zwei anti-erbB2-Antikörpern (chimärer 7C1
und muriner Her81) basierte, die unterschiedliche Epitope erkennen,
wodurch die gleichzeitige Bindung an das Antigen ermöglicht wird.
Der chimäre
7C1, immobilisiert an eine ELISA-Platte, wurden mit mehreren Verdünnungen
des Kulturüberstands
oder des Zelllysats inkubiert, wodurch das tetramere DC8scFv-erbB2EC-Konstrukt abgefangen wurde, das dann mit
dem murinen Her81, gefolgt durch einen Fc-spezifischen, Peroxidase-konjugierten,
polyclonalen Ziege-anti-Maus-IgG-Antikörper (Dianova, Hamburg; Kat.
Nr. 115-035-071), 1 : 5000 verdünnt,
nachgewiesen werden konnte. Als positive Kontrolle wurden äquivalente
Verdünnungen
des Kulturüberstands
und des Zelllysats des tetrameren M79scFv-IL-2-Konstrukts parallel zu dem vorstehend
beschriebenen ELISA untersucht. Die Ergebnisse sind in 51A dargestellt. Das allgemeine
ELISA-Verfahren wurde durchgeführt,
wie in Beispiel 4.4 beschrieben.
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Die in 51B dargestellten Ergebnisse zeigen,
daß im
Gegensatz zu dem tetrameren M79scFv-IL-2-Konstrukt das eng verwandte
tetramere DC8scFv-erbB2EC-Konstrukt in dem Überstand
nicht nachweisbar ist und folglich nicht als ein sekretierbares
und voll funktionales Protein in Säuger-Wirtszellen herstellbar
ist, obwohl es zweifelsfrei in dem Zelllysat vorhanden ist. Zusammenfassend
wurde gezeigt, daß auch die
Tetramerisierungsdomäne
nicht allgemein für
Oligomerisierungsstrategien in Säuger-Wirtszellen
verwendbar ist.
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Obwohl beide Oligomerisierungsdomänen für die Polypeptid-Oligomerisierung
in E. coli gut etabliert sind und in der Literatur als geeignet
für Fusionsproteine
wie die in diesem Beispiel getesteten in Betracht gezogen werden
(Rheinnecker, J. Immunol. 157 (1996), 2989), versagen sie im allgemeinen
eindeutig beim Erreichen dieses Ziels in Säuger-Wirtszellen. Folglich scheint es ein
häufiges
Prinzip zu sein, daß die
erfolgreiche Verwe ndung von Oligomerisierungsdomänen in E. coli nichts über deren
allgemeine Verwendbarkeit in Säuger-Wirtszellen
aussagt.
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Beispiel 10: Konstruktion
eines Heterominikörpers
mit Effektordomänen,
die in allen vier Positionen vorliegen
-
Die Heterominikörper-Anordnung ermöglicht prinzipiell
die Addition von vier verschiedenen Effektordomänen an die zwei N- und die
zwei C-terminalen Positionen, die im Kern der über eine Disulfidbrücke verknüpften CH1- und Ckappa-Domänen vorhanden
sind (vgl. 52). Obwohl
die vorherigen Beispiele zeigten, daß Effektordomänen wie
einkettige Fv's(scFv's) und co-stimulierende
Moleküle
ihre Funktionalität
an den N-Termini des Heterominikörpers
beibehalten, ist unklar, ob zwei Effektordomänen an die C-terminalen Positionen von
CH1 und CK (kappa)
gleichzeitig funktionell gebunden sein können. Eine ungeeignete Faltung,
eine sterische Behinderung durch die N-terminalen Sequenzen oder
eine gegenseitige Behinderung können
die Aktivität
von Effektordomänen,
die an die C-Termini von Heterominikörpern gebunden sind, beeinträchtigen
oder die Expression solcher Heterominikörper in Säugerzellen verhindern.
-
Um zu zeigen, daß erstens Heterominikörper hergestellt
werden können,
wobei alle vier Positionen mit Effektordomänen verbunden sind, und daß zweitens
zwei C-terminal angehängte
Domänen
ihre biologische Aktivität
beibehalten, wurde der in 53 dargestellte
Heterominikörper
konstruiert. In diesem Molekül
entspricht ein einkettiges Fv-Fragment
("HD70-scFv") den Nucleotiden
96 bis 842, wie in den beiden in 55a und 55b gezeigten Nucleotidsequenzen
veranschaulicht ist. Der entsprechende Antikörper HD70, beschrieben in WO
98/46645, ist N-terminal an die menschliche CH1-Domäne gebunden,
die an ihrem C-Terminus den menschlichen entzündlichen Cytokin-Granulocyten/Makrophagen
koloniestimulierenden Faktor (GM-CSF) plus eine Hexahistidinsequenz
zur Erleichterung der Reinigung trägt. Für die zweite Polypeptidkette
wies auch die menschliche CK-Domäne ein HD70-scFv-Fragment
gebunden an deren N-Terminus auf, wobei aber das menschliche entzündliche
Cytokin Interleukin-2 (IL-2) an deren C-Terminus gebunden war. Um
eine flexible Bindung bereitzustellen, wurde ein Serin-Glycin-Linker
zwischen die CH1- und CK-Domänen und
den C-terminal gebundenen Cytokinen eingeführt. Das HD70-scFv erkennt
spezifisch das menschliche Epithelzellen-Adhäsionsmolekül (EpCAM; auch als 17-1A-Antigen bezeichnet).
-
Plasmidexpressionsvektoren, die HD70--CH1--GM-CSF-
und HD70-CK-IL-2-Ketten codieren, wurden konstruiert. Die vorher
erwähnten
Säuger-Expressionsvektoren
wurden verwendet (pEF-DHFR; pEF-ADA). Die Anordnung der verschiedenen
Domänen
codierenden DNA-Sequenzen in den zwei Expressionsvektoren ist in 54 gezeigt. Für eine geeignete
Sekretion in Säugerzellen
wurde eine Sequenz, die eine Peptid-Leadersequenz aus IgG codiert,
an die 5'-Enden
der Konstrukte angehängt.
Die vollständigen
Nucleotid- und Aminosäuresequenzen
der zwei codierenden Sequenzen für
die HD70--CH1--GM-CSF- und HD70-CK-IL-2-Ketten sind auch in 55 gezeigt.
-
Beispiel 11: Herstellung
und Charakterisierung eines anti-EpCAM-Heterominikörpers mit
zwei verschiedenen Cytokinen, gebunden an dessen C-Termini
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Um zu testen, ob der in 53 gezeigte Heterominikörper exprimiert
und sezerniert wird, wurden Ovarzellen des Chinesischen Hamsters
(CHO-Zellen) unter Verwendung von Superfect (Qiagen) nacheinander
mit den Vektoren transfiziert, welche die zwei Ketten des Heterominikörpers codieren,
und stabil exprimierende Zellen wurden selektiert, wie bereits beschrieben.
Zellkulturüberstände von
stabil transfizierten CHO-Zellen wurden mittels FACS auf das Vorhandensein
einer Bindungsaktivität
für CHO-Zellen
untersucht, die das menschliche EpCAM stabil exprimieren (vgl. vorherige
Beispiele). Zum Nachweis der Heterominikörper-Bindung an EpCAM-positive
CHO-Zellen wurde ein Maus-anti-Mensch-GM-CSF-Antikörper (Biosource; Kat. Nr. AHC
2812) verwendet. Der zweite Antikörper wurde durch einen FITC-markierten
Schaf-anti-Maus-Antikörper
(Sigma; Kat. Nr. F6257) nachgewiesen. Mit dem Überstand aus untransfizierten
CHO-Zellen wurde keine Bindung beobachtet (56, oberes Bild). Ansteigende Mengen
des Überstands
aus stabil transfizierten CHO-Zellen riefen eine zunehmende Verschiebung
des Fluoreszenz-Mittelwerts nach rechts hervor, was auf ein zunehmendes
Ausmaß der
Heterominikörper-Bindung
an EpCAM-positive CHO-Zellen hinweist (56, unteres Bild). Dies zeigt, daß mindestens
eine der Ketten exprimiert und sezerniert wurde, während ein
funktionales EpCAMspezifisches scFv an deren N-Terminus beibehalten
wird.
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Anschließend wurde untersucht, ob die
EpCAM-Aktivität
im Überstand
von transfizierten CHO-Zellen mit der Immunreaktivität für die Cytokine
GM-CSF und IL-2 physikalisch verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde
ein ELISA entwickelt, der anti-EpCAMscFv's durch ihre Bindung an die rekombinante
extrazelluläre
Domäne
von EpCAM abfängt
(Micromet), welches verwendet wurde, um die ELISA-Platten zu beschichten.
Die gebundenen Moleküle
wurden dann mit spezifischen Antikörpern auf das Vorhandensein
einer Immunreaktivität für menschliches
IL-2 (Pharmingen; Kat. Nr. 18951D, + FITCmarkierter Ziege-anti-Ratte-Antikörper (Sigma; Kat.
Nr. F6258)) bzw. menschlichen GM-CSF
(Biosource; Kat. Nr. AHC 2812, + FITC-markierter Schaf-anti-Maus-Antikörper (Sigma;
Kat. Nr. F6257)) getestet. Wie in 57 (Spalte
2) gezeigt, fing das gebundene EpCAM tatsächlich eine Aktivität ab, die
mit Antikörpern
gegen sowohl IL-2 als auch GM-CSF
stark immunreaktiv war. Diese Reaktivitäten wurden im Überstand
von untransfizierten CHO-Zellen (Spalte 1) nicht beobachtet. Diese
Daten zeigen, daß beide
Heterominikörperketten
exprimiert und sezerniert wurden und daß die Cytokine, die C-terminal
an die Heterominikörperketten
gebunden sind, in einer Konformation vorliegen, die durch ihre jeweiligen
Antikörper
erkannt werden kann.
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Ein wichtiges Merkmal der Heterominikörper-Anordnung
ist die feste physikalische Bindung der zwei Polypeptidketten. Um
zu untersuchen, ob IL-2 und GM-CSF, die Teil verschiedener Polypeptidketten
sind (vgl. 53), in
einem Heterominikörper
tatsächlich
physikalisch verknüpft
sind, wurde ein ELISA entwickelt, bei dem die Moleküle, die
in dem CHO-Zellkulturüberstand
enthalten sind, an der ELISA-Platte durch einen Antikörper gegen
menschlichen GM-CSF (Biosource, vgl. vorstehend) abgefangen und
anschließend
auf eine Reaktivität
mit einem anti-IL-2-Antikörper
(Pharmingen, vgl. vorstehend, und alkalische Phosphatase-konjugiertes
Streptavidin, Dako; Kat. Nr. D0396) untersucht. Desgleichen wurde
das Abfangen mit einem anti-IL-2-Antikörper (vgl. vorstehend) ausgeführt, und
der anschließende
Nachweis wurde unter Verwendung eines biotinylierten anti-GM-CSF-Antikörpers (Biosource;
Kat. Nr. AHC 2919), gefolgt durch alkalische Phosphatase-konjugiertes
Streptavidin (Dako; Kat. Nr. D0396) durchgeführt. Die in 58 (Spalte 2) dargestellten Ergebnisse zeigen,
daß Antikörper gegen
GM-CSF oder IL-2 tatsächlich
in der Lage sind, IL-2-
bzw. GM-CSF-Immunreaktivitäten
auszufällen.
Dies zeigt, daß sowohl
GM-CSF als auch IL-2 innerhalb eines Moleküls eng verbunden sind. Der Überstand
von Kontroll-CHO-Zellen zeigen keine der Reaktivitäten (58, Spalte 1).
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Ein anderes wichtiges Merkmal der
Heterominikörper-Anordnung
ist die kovalente Verknüpfung
der zwei Ketten über
eine Disulfidbrücke.
Um zu zeigen, daß die
Expression der zwei Ketten in CHO-Zellen ein kovalent verknüpftes Molekül ergab,
das Reaktivitäten
für sowohl
IL-2 als auch GM-CSF zeigt, wurde ein Heterominikörper aus
stabil transfizierten CHO-Zellen mit Hilfe einer Kationenaustauscher-
und Kobaltchelat-Affinitätschromatographie
gereinigt. Wie in 59 (Bahn
1) gezeigt, ergab diese Reinigung eine deutlich sichtbare Bande
mit einem apparenten Molekulargewicht von 116 kDa nach einer nichtreduzierenden
SDS-PAGE, gefolgt durch eine Coomassie-Blau-Färbung. Die Übereinstimmung dieser Bande
mit dem richtig zusammengelagerten Heterominikörper wurde durch ein Western-Blot-Verfahren
unter Verwendung eines biotinylierten Antikörpers gezeigt, der für die menschliche
Cκ-Domäne spezifisch
ist (Pierce; Kat. Nr. 31780). Der Antikörper wurde durch ein Streptavidin/alkalische
Phosphatase-Konjugat (Dako; Kat. Nr. D0396) nachgewiesen. Die Immunfärbung für Cκ wanderte
gleichzeitig mit der Coomassie-Blaugefärbten 116 kDa-Bande (59, Bahn 2). Das Molekulargewicht
von 116 kDa steht im Einklang mit der Summne der berechneten Molekulargewichte
der HD70--CH1--GM-CSF (54,4 kDa)- und HD70--CK--IL-2 (55,4 kDa)-Ketten.
Kohlenhydrateinheiten, die an die N-Glycosylierungsstellen in den zwei VH-HD70-Domänen gebunden
sind, können
zu dem Unterschied von 6,2 kDa beitragen. Wie durch das Western-Blot-Verfahren
gezeigt wurde, war das Heterominikörpermolekül von 116 kDa auch mit Antikörpern immunreaktiv,
die für
menschliches IL-2 (59,
Bahn 3) und menschlichen GM-CSF (Bahn 4) spezifisch sind. Diese
Daten zeigen, daß es
möglich
ist, ein richtig zusammengelagertes Heterominikörpermolekül in CHO-Zellen herzustellen,
das für
zwei verschiedene Cytokine immunreaktiv ist.
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Die Herstellung von pharmazeutisch
nützlichen
Heterominikörpern
erfordert, daß N-
und C-terminal gebundene Effektordomänen ihre richtigen biologischen
Aktivitäten
beibehalten. Um zu testen, ob die C-terminal gebundenen Cytokine
GM-CSF und IL-2 in dem Heterominikörper noch biologisch aktiv
waren, wurde deren Aktivität
in einem Proliferationstest bestimmt. Sowohl IL-2 als auch GM-CSF
kann die Proliferation von Immunzellen initiieren, die deren jeweilige
Rezeptoren mit einer hohen Affinität tragen. Der gereinigte Heterominikörper wurde
zu Zellkulturen von TF-1 (eine menschliche Erythroleukämie-Linie;
bereitgestellt durch DSMZ, Braunschweig, Deutschland) und CL96 (eine
murine T-Zelllinie; beschrieben bei Marcucci, Nature 291 (1981), 79–81) zugegeben,
die in Antwort auf den menschlichen GM-CSF bzw. das menschliche
IL-2 proliferieren. In beiden Fällen
wurde eine Zellproliferation, gemessen durch das Reagens WST-1 (Boehringer
Mannheim; Kat. Nr. 1644807), durch GM-CSF in TF-1-Zellen (60) und durch IL-2 in CL96-Zellen
( 61) in einer Form induziert,
wobei die Cytokine physikalisch an die C-Termini des Heterominikörpers gebunden
sind (53). Dies zeigt,
daß beide
Effektorfunktionen in den zwei C-terminalen Positionen des Heterominikörpers ihre
volle biologische Aktivität
beibehalten können.
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Zusammenfassend wurde gezeigt, daß die Heterominikörper-Anordnung
die Herstellung von multivalenten, hochgradig aktiven Molekülen ermöglicht,
die bis zu vier funktionale Effektordomänen aufweisen können, welche
in entweder ihren N- oder C-terminalen Positionen gebunden sind.
Es wird in Betracht gezogen, daß noch
andere Effektordomänen
an die N- und C-Termini der gebundenen Effektordomänen angehängt werden
können
(vgl. 52).
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