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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft Impfstoff-Formulierungen, welche Papillomavirus-Proteine
entweder als Fusionsproteine, verkürzte Proteine oder verkürzte Fusionsproteine
umfassen. Die Erfindung umfasst ferner Verfahren zur Herstellung
von Kapsomeren der Formulierungen wie auch prophylaktische und therapeutische
Verfahren zu deren Verwendung.
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HINTERGRUND
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Es
wird angenommen, dass Infektionen mit bestimmten Hochrisiko-Stämmen von
genitalen Papillomaviren bei Menschen (HPV) – beispielsweise HPV 16, 18
oder 45 – der
Hauptrisikofaktor für
die Bildung von bösartigen
Tumoren des Anogenitaltrakts sind. Von den möglichen malignen Erkrankungen
sind Gebärmutterhalskarzinome
bei weitem die häufigsten:
gemäß einer
Schätzung
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten jedes Jahr nahezu 500.000
neue Fälle
der Erkrankung auf. Aufgrund der Häufigkeit, mit der diese Pathologie
auftritt, ist die Verbindung zwischen HPV-Infektionen und Gebärmutterhalskarzinomen
intensiv untersucht worden, was zu zahlreichen Generalisierungen
geführt
hat.
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Beispielsweise
ist bekannt, dass die Vorläufer-Läsionen einer
zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN) durch Papillomavirus-Infektionen
verursacht werden [Crum, New Eng. J. Med. 310:880–883 (1984)]. DNA
aus den Genomen von bestimmten HPV-Typen, einschließlich beispielsweise der Stämme 16,
18, 33, 35 und 45, ist in mehr als 95% der Tumorbiopsien aus Patienten
mit dieser Erkrankung wie auch in primären Zelllinien, die ausgehend
von den Tumoren kultiviert worden sind, nachgewiesen worden. Es
ist festgestellt worden, dass ungefähr 50 bis 70% der aus Biopsien
stammenden CIN-Tumorzellen
DNA umfassen, die ausschließlich
von HPV16 abgeleitet ist.
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Die
Proteinprodukte der frühen
Gene E6 und E7 von HPV16 und HPV18 sind in Gebärmutterhalskarzinom-Zelllinien
wie auch in in vitro transformierten humanen Keratinozyten nachgewiesen
worden [Wettstein et al., in PAPILLOMA VIRUSES AND HUMAN CANCER,
Pfister (Hrsg.), CRC Press: Boca Raton, FL 1990, S. 155–179] und
ein signifikanter Prozentsatz von Patienten mit Gebärmutterhalskarzinomen
hat anti-E6- oder anti-E7-Antikörper. Es
ist gezeigt worden, dass die E6- und E7-Proteine an der Induktion
der zellulären DNA-Synthese
in humanen Zellen, an der Transformation von humanen Keratinozyten
und anderen Zelltypen und der Tumorbildung in transgenen Mäusen beteiligt
sind [Arbelt et al., J. Virol., 68:4358–4364 (1994); Auewarakul et
al., Mol. Cell. Biol., 14:8250–8258
(1994); Barbosa et al., J. Virol. 65:292–298 (1991); Kaur et al., J. Gen.
Virol. 70:1261–1266
(1989); Schlegel et al., EMBO J., 7:3181–3187 (1988)]. Die konstitutive
Ex pression der E6/E7-Proteine scheint notwendig zu sein, um den
transformierten Zustand von HPV-positiven Tumoren aufrechtzuerhalten.
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Trotz
der Fähigkeit
von einigen HPV-Stämmen,
in vivo und in vitro neoplastische Phänotypen zu induzieren, verursachen
noch andere HPV-Arten gutartige Feuchtwarzen, wie Condyloma acuminata,
und sind nur selten mit malignen Tumoren assoziiert [Ikenberg, in
Gross et al. (Hrsg.), GENITAL PAPILLOMAVIRUS INFECTIONS. Springer
Verlag, Berlin, S. 87–112].
Mit einem niedrigen Risiko behaftete Stämme dieses Typs umfassen beispielsweise
HPV 6 und 11.
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Am
häufigsten
werden genitale Papillomaviren zwischen Menschen während des
Geschlechtsverkehrs übertragen,
was in vielen Fällen
zu einer persistierenden Infektion in der anogenitalen Schleimhautmembran
führt.
Obwohl diese Beobachtung nahe legt, dass entweder die primäre Infektion
eine inadäquate
Immunantwort induziert oder dass das Virus die Fähigkeit entwickelt hat, die
Immunsurveillance zu umgehen, legen andere Beobachtungen nahe, dass
das Immunsystem während
einer primären
Manifestation wie auch während
der malignen Weiterentwicklung von Papillomavirus-Infektionen aktiv
ist [Altmann et al., in VIRUSES AND CANCER, Minson et al. (Hrsg.),
Cambridge University Press, (1994), S. 71–80].
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Beispielsweise
kann die klinische Manifestation einer primären Infektion durch Kaninchen-
und Rinder-Papillomaviren durch Impfung mit Warzenextrakten oder
viralen Strukturproteinen verhindert werden [Altmann et al., a.a.O.;
Campo, Curr. Top. In Microbiol. and Immunol. 186:225–266 (1994);
Yindle und Frazer, Curr. Top. In Microbiol. and Immunol. 186:217–253 (1994)].
Nager, die zuvor mit rekombinanten Vacciniaviren, die die frühen Proteine
E6 oder E7 von HPV 16 kodieren, oder mit synthetischen E6- oder
E7-Peptiden geimpft worden
sind, sind in ähnlicher
Weise vor einer Tumorbildung nach Inokulation von mit HPV 16 transformierten autologen
Zellen geschützt
[Altmann et al., a.a.O.; Campo et al., a.a.O.; Yindle und Frazer
et al., a.a.O.]. Eine Regression von Warzen kann durch den Transfer
von Lymphozyten aus Regressor-Tieren nach einer Infektion durch
tierische Papillomaviren induziert werden. Schließlich ist
bei immunsupprimierten Patienten, wie beispielsweise Empfängern von
Organtransplantaten oder Individuen, die mit HIV infiziert sind,
das Auftreten von Feuchtwarzen, CIN und anogenitalen Krebserkrankungen
erhöht.
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Virology
234, 1997, Seiten 93–111,
offenbart Verfahren, um chimäre
Papillomavirus-artige Partikel, bestehend aus HPV 16-L1- und -E7-Fusionsproteinen,
herzustellen. Li et al. (1997), J. Virology 71, 2988–2995, offenbaren
das Herstellen von Kapsomeren durch Trypsinspaltung.
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Bislang
sind keine HPV-Impfungen beschrieben worden, die das späte Protein
L1 des humanen Papillomavirus in Form von Kapsomeren, die sowohl
für prophylaktische
als auch therapeutische Zwecke geeignet sind, umfassen. Da das L1-Protein
in malignen Genitalläsionen
nicht vorkommt, hat eine Impfung mit dem L1-Protein keinerlei therapeutisches
Potential für
diese Patienten. Eine Konstruktion von chimären Proteinen, welche Aminosäurereste
aus dem L1-Protein und beispielsweise dem E6- oder E7-Protein umfassen,
welche chimäre
Kapsomere erzeugen, kombiniert prophylaktische und therapeutische
Funktionen eines Impfstoffs. Ein Verfahren zur Herstellung von chimären Kapsomeren
in großem
Ausmaß würde dementsprechend
besonders wünschenswert
sein in Hinblick auf die möglichen
Vorteile, die ein solcher Impfstoff für prophylaktische und therapeutische
Interventionen bietet.
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Es
besteht dementsprechend in diesem Fachgebiet ein Bedarf, Impfstoffformulierungen
bereitzustellen, die HPV-Infektionen verhüten oder behandeln können. Verfahren
zur Herstellung von Impfstoffformulierungen, die Probleme, von denen
in diesem Fachgebiet bekannt ist, dass sie mit der Expression und
Reinigung von rekombinantem HPV-Protein
verbunden sind, überwinden,
würden
augenscheinlich nützlich
sein, um die Population von Individuen, die bereits mit HPV infiziert
sind, zu behandeln, wie auch nützlich
sein, um die Population von Individuen, die für eine HPV-Infektion anfällig sind,
zu immunisieren.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung stellt therapeutische und prophylaktische Impfstoffformulierungen,
welche chimäre
humane Papilloma-Kapsomere umfassen, bereit. Die Erfindung stellt
auch therapeutische Verfahren zur Behandlung von Patienten, die
mit einem HPV infiziert sind, wie auch prophylaktische Verfahren
zur Verhütung
einer HPV-Infektion bei einem anfälligen Individuum bereit. Verfahren
zur Herstellung und Reinigung von Kapsomeren und Proteinen der Erfindung
werden ebenfalls mit berücksichtigt.
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Unter
einem Aspekt der Erfindung wird an prophylaktische Impfungen zur
Verhütung
einer HPV-Infektion gedacht, die die Strukturproteine L1 und L2
des Papillomavirus beinhalten. Einer Entwicklung eines Impfstoffs
dieser Art stehen signifikante Hindernisse entgegen, da Papillomaviren
in Zellkulturen oder anderen experimentellen Systemen nicht bis
zu adäquaten
Titern vermehrt werden können,
um die viralen Proteine in ausreichender Menge für eine wirtschaftliche Impfstoffproduktion
zur Verfügung
zu stellen. Darüber
hinaus sind Methodiken der in vitro-DNA-Rekombination, um die Proteine
zu exprimieren, nicht immer geradlinig und führen oftmals zu geringer Proteinausbeute.
Unlängst
sind Virus-artige Partikel („virus-like
particles"; VLP),
die in ihrem Aufbau ähnlich
zu viralen Kapsidstrukturen sind, beschrieben worden, die in Sf-9-Insektenzellen
nach Expression der viralen Proteine L1 und L2 (oder L1 allein)
unter Verwendung von rekombinanten Vaccinia- oder Baculoviren gebildet
werden. Eine Reinigung der VLPs kann sehr einfach mittels einer
Zentrifugation in CsCl- oder Sucrose-Gradienten erzielt werden [Kimbauer
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. (USA), 99:12180–12814 (1992); Kirnbaurer et
al., J. Virol. 67:6929–6936
(1994); Proso et al., J. Virol. 6714:1936–1944 (1992); Sasagawa et al.,
Virology 2016:126–195
(1995); Volpers et al., J. Virol. 69:3258–3264 (1994); Zhou et al.,
J. Gen. Virol. 74:762–769
(1993); Zhou et al., Virology 185:251–257 (1991)]. WO 93/02184 beschreibt
ein Verfahren, in welchem Papillomavirus-artige Partikel (VLPs)
für diagnostische
Anwendungen oder als ein Impfstoff gegen durch das Papillomavirus
hervorgerufene Infektionen verwendet werden. WO 94/00152 beschreibt
eine rekombinante Produktion von L1-Protein, welches das konformationale
neutralisierende Epitop auf humanen und tierischen Papillomavirionen
nachahmt.
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Unter
einem anderen Aspekt der Erfindung werden therapeutische Impfungen
bereitgestellt, um Komplikationen von beispielsweise Gebärmutterhalskarzinomen
oder Vorläufer-Läsionen,
welche aus einer Papillomavirus-Infektion resultieren, zu lindern,
und diese stellen dementsprechend eine Alternative zu einer prophylaktischen
Intervention dar. Impfungen dieser Art können frühe Papillomavirus-Proteine,
hauptsächlich
E6 oder E7, die in den persistierend infizierten Zellen exprimiert
werden, umfassen. Es wird angenommen, dass nach einer Verabreichung
einer Impfung dieser Art möglicherweise
zytotoxische T-Zellen gegen persistierend infizierte Zellen in Genitalläsionen aktiviert
werden. Die Zielpopulation für
eine therapeutische Intervention besteht aus Patienten mit mit HPV
verbundenen prä-malignen
oder malignen Genitalläsionen.
Die PCT-Patentanmeldung WO 93/20844 offenbart, dass das frühe Protein
E7 und antigene Fragmente davon des Papillomavirus aus HPV oder
BPV therapeutisch wirksam bei der Regression, nicht aber bei der
Verhütung
von Papillomavirus-Tumoren in Säugetieren
sind. Obwohl frühe
HPV-Proteine durch
rekombinante Expression in E. coli oder geeigneten eukaryotischen
Zellarten produziert worden sind, hat sich die Reinigung der rekombinanten
Proteine als schwierig erwiesen aufgrund der inhärenten geringen Löslichkeit
und aufgrund von komplexen Reinigungsprozeduren, die im Allgemeinen
eine Kombination von Schritten, einschließlich Ionenaustauschchromatographie,
Gelfiltration und Affinitätschromatographie,
erfordern.
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Gemäß der Erfindung
werden Impfstoffformulierungen, welche Papillomavirus-Kapsomere umfassen, bereitgestellt,
die entweder umfassen: (i) verkürztes
virales Protein; (ii) ein verkürztes
virales Protein, das als ein Fusionsprotein, welches teilweise aus
Aminosäureresten
aus einem zweiten Protein gebildet wird, exprimiert wird; oder (iii)
irgendeine Kombination dieser beiden Arten von Proteinen. Gemäß der Erfindung
werden Impfstoffformulierungen bereitgestellt, welche Kapsomere
von Rinderpapillomavirus (BPV) und humanem Papillomavirus umfassen.
Bevorzugte Rindervirus-Kapsomere umfassen Protein aus dem Rinderpapillomavirus vom
Typ I. Bevorzugte humane Virus- Kapsomere
umfassen Proteine aus einem beliebigen der humanen Papillomavirus-Stämme HPV6,
HPV11, HPV16, HPV18, HPV33, HPV35 und HPV45. Die am meisten bevorzugten
Impfstoffformulierungen umfassen Kapsomere, die Proteine aus HPV16
umfassen.
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Unter
einem Aspekt der Erfindung werden Kapsomer-Impfstoffformulierungen
bereitgestellt, die aus verkürzten
viralen Proteinen bestehen, welche eine Deletion von einem oder
mehreren Aminosäureresten,
die für
die Bildung eines Virus-artigen Partikels notwendig sind, aufweisen.
Es ist bevorzugt, dass die Aminosäuredeletion die Bildung von
Kapsomeren durch das verkürzte
Protein nicht inhibiert, und es ist am meisten bevorzugt, dass die
Deletion die Kapsomer-Bildung begünstigt. Bevorzugte Impfstoffformulierungen
dieser Art umfassen Kapsomere, welche verkürztes L1-Protein mit oder ohne
virale L2-Proteine
umfassen. Besonders bevorzugte Kapsomere umfassen verkürzte L1-Proteine.
Verkürzte
Proteine, an die im Rahmen der Erfindung gedacht wird, umfassen
jene, in welchen ein oder mehrere Aminosäurereste von dem Carboxyterminus
des Proteins deletiert sind oder ein oder mehrere Aminosäurereste
von dem Aminoterminus des Proteins deletiert sind oder ein oder
mehrere Aminosäurereste
aus einer internen Region (d.h. nicht von einem der Termini) des Proteins
deletiert sind. Bevorzugte Kapsomer-Impfstoffformulierungen umfassen Proteine,
die am Carboxyterminus verkürzt
sind. In Formulierungen, welche von HPV16 abgeleitetes L1-Protein
umfassen, ist es bevorzugt, dass 1 bis 34 carboxyterminale Aminosäurereste
deletiert sind. Es wird auch an relativ kürzere Deletionen gedacht, die
den Vorteil einer geringeren Modifizierung der antigenen Eigenschaften
der L1-Proteine und der daraus gebildeten Kapsomere bieten. Es ist
jedoch am meisten bevorzugt, dass 34 Aminosäurereste deletiert sind aus
der L1-Sequenz entsprechend den Aminosäuren 472 bis 505 in HPV16,
aufgeführt
in SEQ ID NO: 2, und kodiert durch die den Nukleotiden 1414 bis
1516 in der humanes HPV 16-L1 kodierenden Sequenz, aufgeführt in SEQ
ID NO: 1, entsprechende Polynukleotidsequenz
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Wenn
eine Kapsomer-Impfstoffformulierung aus Proteinen, die eine interne
Deletion tragen, hergestellt wird, ist es bevorzugt, dass die deletierte
Aminosäuresequenz
die Kernlokalisierungsregion des Proteins umfasst. In dem L1-Protein
von HPV16 wird das Kernlokalisierungssignal von ungefähr Aminosäurerest
499 bis ungefähr
Aminosäurerest
505 gefunden. Nach einer Expression von L1-Proteinen, in welchen
das NLS (Kernlokalisierungssignal) deletiert worden ist, tritt ein
Zusammenbau von Kapsomer-Strukturen im Zytoplasma der Wirtszelle
auf. Folglich ist eine Reinigung der Kapsomere aus dem Zytoplasma
möglich
anstatt aus dem Kern, wo intakte L1-Proteine sich zu Kapsomeren
zusammenfügen.
Kapsomere, die aus einem Zusammenbau von verkürzten Proteinen, in welchen
zusätzliche
Aminosäuresequenzen
die deletierten Proteinsequenzen nicht ersetzen, resultieren, sind
notwendigerweise nicht chimärer
Natur.
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Unter
noch einem anderen Aspekt der Erfindung werden Kapsomer-Impfstoffformulierungen
bereitgestellt, die verkürztes
virales Protein umfassen, welches als ein Fusionsprotein angrenzend
an Aminosäurereste aus
einem zweiten Protein exprimiert wird. Bevorzugte verkürzte virale
Proteine der Erfindung sind die Papillomavirus-Strukturproteine L1 und L2. Kapsomere,
die verkürztes
Virusprotein-Fusionen umfassen, können unter Verwendung von L1-
und L2-Proteinkomponenten gemeinsam oder allein von L1-Protein hergestellt
werden. Bevorzugte Kapsomere sind jene, die L1-Protein-Aminosäurereste
umfassen. Verkürztes
Virusprotein-Komponenten der Fusionsproteine umfassen jene, bei
welchen ein oder mehrere Aminosäurereste
von dem Carboxyterminus des Proteins deletiert sind oder ein oder
mehrere Aminosäurereste
von dem Aminoterminus des Proteins deletiert sind oder ein oder
mehrere Aminosäurereste
aus einer internen Region (d.h. nicht von einem der beiden Termini)
des Proteins deletiert sind. Bevorzugte Kapsomer-Impfstoffformulierungen
umfassen Proteine, die am Carboxyterminus verkürzt sind. In jenen Formulierungen,
welche von HPV16 abgeleitetes L1-Protein umfassen, ist es bevorzugt,
dass 1 bis 34 carboxyterminale Aminosäurereste deletiert sind. Es
wird auch an relativ kürzere
Deletionen gedacht, die den Vorteil einer geringfügigeren
Modifizierung der antigenen Eigenschaften der L1-Proteinkomponente
des Fusionsproteins und der daraus gebildeten Kapsomere bieten. Es
ist jedoch am meisten bevorzugt, dass 34 Aminosäurereste von der L1-Sequenz,
entsprechend den Aminosäuren
472 bis 505 in HPV16, aufgeführt
in SEQ ID NO: 2, und kodiert durch die Polynukleotidsequenz entsprechend
den Nukleotiden 1414 bis 1516 in der humanes HPV16-L1 kodierenden
Sequenz, aufgeführt
in SEQ ID NO: 1, deletiert sind. Wenn die Impfstoffformulierung
Kapsomere umfasst, die aus Proteinen, die eine interne Deletion
tragen, zusammengebaut sind, ist es bevorzugt, dass die deletierte
Aminosäuresequenz
die Kernlokalisierungsregion oder -sequenz des Proteins umfasst.
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Aminosäuren des
zweiten Proteins können
von zahlreichen Quellen abgeleitet werden, solange das Hinzufügen der
Aminosäurereste
des zweiten Proteins zu dem ersten Protein die Bildung von Kapsomeren
erlaubt. Vorzugsweise hemmt das Hinzufügen der Aminosäurereste
des zweiten Proteins die Fähigkeit
des intakten viralen Proteins, Virus-artige Partikel-Strukturen
zu bilden; am meisten bevorzugt fördern die Aminosäurereste
des zweiten Proteins die Kapsomer-Bildung. Aminosäurereste
des zweiten Proteins können
aus zahlreichen Quellen abgeleitet werden, einschließlich Aminosäureresten
aus dem ersten Protein. In einer Ausführungsform der Erfindung kann
das zweite Protein ein jegliches humanes Tumorantigen, virales Antigen
oder bakterielles Antigen sein, das bei der Stimulation einer Immunantwort
bei neoplastischen Zuständen
oder Infektionskrankheitszuständen
von Bedeutung ist. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das zweite Protein auch
ein Papillomavirus-Protein. Es ist auch bevorzugt, dass das zweite
Protein das Expressionsprodukt eines frühen Papillomavirus-Gens ist.
Es ist jedoch auch bevorzugt, dass das zweite Protein aus der Gruppe
der in dem Genom der Papillomavirus-Stämme
HPV6, HPV11, HPV18, HPV33, HPV35 oder HPV45 kodierten frühen Genprodukte
E1, E2, E3, E4, E5, E6 und E7 ausgewählt wird. Es ist am meisten
bevorzugt, dass das zweite Protein durch das E7-Gen von HPV16 kodiert
wird, dessen offenes Leseraster in SEQ ID NO: 3 aufgeführt ist. Aus
Fusionsprotein-Untereinheiten zusammengebaute Kapsomere werden hier
als chimäre
Kapsomere bezeichnet. In einer Ausführungsform umfasst die Impfstoffformulierung
der Erfindung chimäre
Kapsomere, in denen L1-Protein-Aminosäurereste
ungefähr
50 bis 99% der gesamten Aminosäurereste
des Fusionsproteins ausmachen. In einer anderen Ausführungsform
machen L1-Aminosäurereste
ungefähr
60 bis 90% der gesamten Aminosäurereste
des Fusionsproteins aus; in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
umfassen L1-Aminosäuren
ungefähr
80% der Aminosäurereste
des Fusionsproteins.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden Proteine der Impfstoffformulierungen durch
Methodiken der in vitro-DNA-Rekombination hergestellt. In Formulieren,
die verkürzte
virale Proteine umfassen, können
die Proteine aus natürlichen
Quellen als intakte Proteine isoliert und in vitro unter Verwendung
einer chemischen Hydrolyse oder eines enzymatischen Verdaus mittels
einer beliebigen von verschiedenen ortsspezifischen oder generell
wirkenden Proteasen hydrolysiert werden, das verkürzte Protein
nachfolgend modifiziert werden, um zusätzliche Aminosäurereste
mit aufzunehmen, wie oben beschrieben, um ein verkürztes Fusionsprotein
der Erfindung bereitzustellen.
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Bei
der Herstellung von Kapsomeren können
Techniken der rekombinanten Molekularbiologie eingesetzt werden,
um DNA herzustellen, die entweder das gewünschte verkürzte Protein oder das verkürzte Fusionsprotein
kodiert. Methodiken der in vitro-DNA-Rekombination, die benötigt werden,
um eine DNA herzustellen, die ein gewünschtes Protein kodiert, sind
wohlbekannt und werden in diesem Fachgebiet routinemäßig praktiziert.
Laborhandbücher,
beispielsweise Sambrook et al. (Hrsg.), MOLECULAR CLONING: A LABORATORY
MANUAL, Cold Spring Harbor Press: Cold Spring Harbor, NY (1989)
und Ausubel et al. (Hrsg.), PROTOCOLS IN MOLECULAR BIOLOGY, John
Wiley & Sons,
Inc. (1994–1997),
beschrieben im Detail Techniken, die notwendig sind, um die erforderlichen
DNA-Manipulationen auszuführen.
Für eine
Produktion von chimären
Kapsomeren in großem
Maßstab
kann eine Proteinexpression ausgeführt werden unter Verwendung
von entweder viralen oder eukaryotischen Vektoren. Bevorzugte Vektoren
umfassen jegliche der wohlbekannten prokaryotischen Expressionsvektoren,
rekombinanten Baculoviren, COS-Zell-spezifischen Vektoren, rekombinanten
Vacciniaviren oder Hefe-spezifischen Expressionskonstrukten. Wenn
rekombinante Proteine verwendet werden, um Kapsomere der Erfindung
bereitzustellen, können
die Proteine zuerst aus der Wirtszelle ihrer Expression isoliert
und danach unter Bedingungen, die einen selbsttätigen Zusammenbau, um Kapsomere
bereitzustellen, erlauben, inkubiert werden. Alternativ können die
Proteine unter Bedingungen, bei welchen Kapsomere in der Wirtszelle
gebildet werden, exprimiert werden.
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Die
Erfindung zieht auch Verfahren zur Herstellung von Kapsomeren der
Impfstoffformulierungen mit in Betracht. In einem Verfahren werden
L1-Proteine ausgehend von DNA, welche sechs zusätzliche Histidine am Carboxyterminus
der das L1-Protein kodierenden Sequenz kodiert, exprimiert. L1-Proteine,
die mit zusätzlichen
Histidinen exprimiert werden (His-L1-Proteine), werden am meisten
bevorzugt in E. coli exprimiert und die His-L1-Proteine können unter Verwendung einer
Nickel-Affinitätschromatographie
gereinigt werden. His-L1-Proteine in Zelllysat werden in einem Denaturierungspuffer,
beispielsweise 6 M Guanidinhydrochlorid, oder einem Puffer von äquivalentem
Denaturierungsvermögen
suspendiert und dann einer Nickel-Chromatographie unterworfen. Aus
dem Nickel-Chromatographieschritt
eluiertes Protein wird renaturiert, beispielsweise in 150 mM NaCl,
1 mM CaCl2, 0,01% Triton-X 100,10 mM HEPES
(2-Hydroxyethylpiperazin-N'-2-ethansulfonsäure), pH
7,4. Gemäß einem
bevorzugten Verfahren der Erfindung findet der Zusammenbau von Kapsomeren
nach einer Dialyse der gereinigten Proteine statt, vorzugsweise
nach einer Dialyse gegen 150 mM NaCl, 25 mM Ca2+,
10% DMSO (Dimethylsulfoxid, 0,1 % Triton-X 100, 10 mM Tris [Tris(hydroxymethyl)aminomethan]-Essigsäure mit
einem pH-Wert von 5,0.
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Die
Bildung von Kapsomeren kann durch Elektronenmikroskopie überwacht
werden und in Fällen,
wo Kapsomere Fusionsproteine umfassen, kann das Vorhandensein von
verschiedenen Proteinkomponenten in dem zusammengebauten Kapsomer
durch Western-Blot-Analyse unter Verwendung von spezifischen Antiseren
bestätigt
werden.
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Gemäß der Erfindung
werden Impfstoffformulierungen für
eine Verwendung bei einer therapeutischen Behandlung von mit HPV
infizierten Individuen bereitgestellt.
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Eine
Verwendung der Impfstoffformulierungen ermöglicht auch eine prophylaktische
Behandlung von Individuen, die für
eine HPV-Infektion anfällig
sind. Während
infizierte Individuen leicht unter Verwendung von diagnostischen
Standardtechniken identifiziert werden können, können anfällige Individuen beispielsweise
als jene, die sexuelle Beziehungen zu einem infizierten Individuum
unterhalten, identifiziert werden. Jedoch sind aufgrund der hohen
Häufigkeit
von HPV-Infektionen alle sexuell aktiven Personen für Papillomavirus-Infektionen
anfällig.
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Eine
Verabreichung einer Impfstoffformulierung kann eine oder mehrere
zusätzliche
Komponenten, wie pharmazeutisch annehmbare Träger, Verdünnungsmittel, Adjuvantien und/oder
Puffer, umfassen. Impfstoffe können
zu einem einzigen Zeitpunkt oder zu mehreren Zeitpunkten verabreicht
werden. Eine Impfstoffformulierung der Erfindung kann über verschiedene
Routen abgegeben werden, einschließlich beispielsweise einer
oralen, intravenösen,
intramuskulären,
nasalen, rektalen, transdermalen, vaginalen, subkutanen und intraperitonealen
Verabreichung.
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Impfstoffformulierungen
der Erfindung bieten zahlreiche Vorteile, wenn sie mit herkömmlichen
Impfstoffpräparaten
verglichen werden. Als Teil einer therapeutischen Impfung können Kapsomere
die Eliminierung von persistierend infizierten Zellen bei beispielsweise
Patienten mit CIN oder Gebärmutterhalskarzinomen
fördern.
Zusätzlich
können
therapeutische Impfungen dieser Art auch einem prophylaktischen
Zweck zum Schützen
von Patienten mit CIN-Läsionen
vor einer Reinfektion dienen. Als ein zusätzlicher Vorteil können Kapsomere
einer Neutralisation durch bereits vorher existierende Antikapsid-Antikörper entrinnen
und besitzen dadurch längere
Zirkulationshalbwertszeiten verglichen mit chimären Virus-artigen Partikeln.
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Impfstoffformulierungen,
die chimäre
Kapsomere umfassen, können
den zusätzlichen
Vorteil einer erhöhten
Antigenität
von beiden Proteinkomponenten des Fusionsproteins, ausgehend von
welchem das Kapsomer gebildet wird, bieten. Beispielsweise können in
einem VLP Proteinkomponenten des zugrunde liegenden Kapsomers in
der Gesamtstruktur als Ergebnis einer internalisierten Positionierung
innerhalb des VLPs selbst vergraben sein. In ähnlicher Weise können Epitope
der Proteinkomponenten als Ergebnis eines Kapsomer-Kapsomer-Kontakts
sterisch gehindert werden und dementsprechend für die Auslösung einer Immunantwort unzugänglich sein.
Vorläufige
Ergebnisse unter Verwendung von L1/E7-Fusionsproteinen, um VLPs
herzustellen, unterstützen
diese Ansicht, indem keine Antikörperreaktion
gegen die E7-Komponente detektiert wurde. Diese Beobachtung ist
konsistent mit früheren
Ergebnissen, die anzeigen, dass die carboxyterminale Region von
L1 inter-pentamere Armstrukturen bildet, die einen Zusammenbau von
Kapsomeren zu Kapsiden ermöglichen
[Garcia et al., J. Virol. 71:2988–2995 (1997)]. In einer chimären Kapsomer-Struktur
sind mutmaßlich
beide Proteinkomponenten der Fusionsprotein-Substruktur zugänglich,
um eine Immunantwort auszulösen.
Kapsomer-Impfstoffe
würden
dementsprechend den zusätzlichen
Vorteil einer erhöhten
Antigenität
bezüglich
einer jeglichen Proteinkomponente, einschließlich beispielsweise neutralisierender
Epitope aus anderen Virusproteinen, die als eine Fusion mit L1-Aminosäuresequenzen
exprimiert werden, bieten.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung wird durch die folgenden Beispiele veranschaulicht. Beispiel
1 beschreibt die Konstruktion von Expressionsvektoren, um Fusions-
oder chimäre
virale Proteine zu produzieren. Beispiel 2 betrifft die Erzeugung
von rekombinanten Baculoviren für die
Expression von viralen Proteinen. Beispiel 3 richtet sich an die
Reinigung von Kapsomeren. Beispiel 4 beschreibt ein Immunisierungsprotokoll
für die
Herstellung von Antiseren und monoklonalen Antikörpern. Beispiel 5 gibt einen
Peptid-ELISA, um die Kapsomer-Bildung
zu quantifizieren, an. Beispiel 6 beschreibt einen Antigen-Einfang-ELISA,
um die Kapsomer-Bildung zu quantifizieren. Beispiel 7 gibt einen
Hämagglutinin-Assay,
um auf die Induktion von neutralisierenden Antikörpern zu testen, an.
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Beispiel 1
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Konstruktion von chimären L1-Genen
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DNA,
welche das offene Leseraster von HPV 16-L1 kodiert, wurde aus dem
Plasmid 16-114/k-L1/L2-pSynxtVI– [Kirnbauer
et al., J. Virol. 67:6929–6936
(1994)] unter Verwendung von BglII herausgeschnitten und das resultierende
Fragment in pUC19 (New England Biolabs, Beverly, MA), der zuvor
an der einmalig vorkommenden BamHI-Restriktionsstelle linearisiert worden
war, subkloniert. Es wurden zuerst zwei grundlegende Expressionskonstrukte
erzeugt, um eine nachfolgende Insertion von DNA, um eine Fusionsprotein-Expression
zu ermöglichen,
zu erlauben. Ein Konstrukt kodierte HPV 16 L1Δ310, welches eine neun Aminosäuren-Deletion
aufwies: es war bekannt, dass die deletierte Region ein geringes
Ausmaß an
Homologie zu allen anderen Papillomavirus-L1-Proteinen zeigte. Das zweite Konstrukt,
HPV 16 L1 ΔC,
kodierte ein Protein mit einer 34 Aminosäuren-Deletion der carboxyterminalen
L1-Reste. Andere Konstrukte umfassen eine EcoRV-Restriktionsstelle
an der Position der Deletion für
eine vereinfachte Insertion von DNA, welche andere Proteinsequenzen
kodiert. Das Hinzufügen
der EcoRV-Stelle kodiert zwei Nicht-L1-Protein-Aminosäuren, Aspartat
und Isoleucin.
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A. Erzeugung eines HPV
16 L1Δ310-Expressionskonstrukts
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Es
wurden zwei Primer (SEQ ID NOs: 5 und 6) gestaltet, um den pUC19-Vektor
und die vollständige kodierende
Sequenz von HPV 16-L1 mit der Ausnahme der Nukleotide 916 bis 942
in SEQ ID NO: 1 zu amplifizieren. Die Primer wurden so synthetisiert,
dass eine einmalig vorkommende EcoRV-Restriktionsstelle (in SEQ
ID NOs: 5 und 6 unterstrichen) an den Termini des Amplifizierungsprodukts
eingeführt
wurde.
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Das
resultierende PCR-Produkt wurde mit EcoRV verdaut, um komplementäre Enden
bereitzustellen, und das Produkt des Verdaus durch Ligation zirkularisiert.
Mit ligierter DNA wurden E. coli unter Verwendung von Standardtechniken
transformiert und Plasmide aus den resultierenden Kolonien wurden
auf das Vorhandensein einer EcoRV-Restriktionsstelle gescreent. Es wurde
ein als HPV 16 L1Δ310
bezeichneter Klon derart identifiziert, dass er die geeignete siebenundzwanzig
Nukleotide-Deletion aufwies, und dieses Konstrukt wurde verwendet,
um DNA-Fragmente, die andere HPV 16-Proteine kodierten, an der EcoRV-Stelle,
wie nachfolgend diskutiert, zu inserieren.
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B. Erzeugung eines HPV
16 L1ΔC-Expressionskonstrukts
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Es
wurden zwei Primer (SEQ ID NOs: 7 und 8) komplementär zu dem
offenen Leseraster von HPV 16-L1 derart gestaltet, dass die Primer
aneinander angrenzten, um eine Amplifizierung in umgekehrten Richtungen
an der Matrizen-DNA, welche HPV 16-L1 kodierende Sequenzen in dem
oben beschriebenen pUC19 umfasste, zu erlauben.
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Jeder
Primer führte
eine EcoRV-Restriktionsstelle an dem Terminus des Amplifizierungsprodukts
ein. In dem strangabwärts
gelegenen Primer (SEQ ID NO: 8) folgte der EcoRV-Stelle ein TAA-Translationsstopcodon,
welches derart positioniert war, dass das Amplifizierungsprodukt
nach Ligation der EcoRV-Enden zur Zirkularisierung eine Deletion
der 34 carboxyterminalen Aminosäuren
von L1 umfassen würde.
Es wurde eine PCR ausgeführt,
um das partielle offene Leseraster von L1 und den kompletten Vektor
zu amplifizieren. Das Amplifizierungsprodukt wurde mit EcoRV gespalten,
mit T4-DNA-Ligase
zirkularisiert und damit E. coli DH5 α-Zellen transformiert. Plasmide
aus lebensfähigen
Klonen wurden auf das Vorhandensein einer EcoRV-Stelle, die das
Plasmid linearisieren würde,
analysiert. Es wurde ein positives Konstrukt, welches als pUCHPV16L1ΔC bezeichnet
wurde, identifiziert und verwendet, um DNA aus anderen HPV 16-Proteinen
unter Verwendung der EcoRV-Stelle zu inserieren.
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C. Insertion von DNA-Fragmenten
in HPV 16 L1Δ310
und HPV16 L1ΔC
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DNA-Fragmente
aus HPV 16-E7, welche die Aminosäuren
1-50, 1-60, 1-98, 25-75, 40-98, 50-98 in SEQ ID NO: 4 kodierten,
wurden unter Verwendung von Primern, die terminale 5'-EcoRV-Restriktionsstellen einführten, um
eine Insertion des Fragments in ent weder die modifizierte HPV 16
L1 Δ310-
oder HPV16 L1ΔC-Sequenz
zu vereinfachen, amplifiziert. In den verschiedenen Amplifizierungsreaktionen
wurde der Primer E7.1 (SEQ ID NO: 9) verwendet in Kombination mit
dem Primer E7.2 (SEQ ID NO: 10), um ein DNA-Fragment zu erzeugen, das die E7-Aminosäuren 1-50
kodierte; mit dem Primer E7.3 (SEQ ID NO: 11), um ein DNA-Fragment
zu erzeugen, welches die E7-Aminosäuren 1-60 kodierte; oder mit
dem Primer E7.4 (SEQ ID NO: 12), um ein DNA-Fragment zu erzeugen,
das die E7-Aminosäuren
1-98 kodierte. In anderen Amplifizierungsreaktionen wurden die Primerpaare
E7.5 (SEQ ID NO: 13) und E7.6 (SEQ ID NO: 14) verwendet, um ein DNA-Fragment zu amplifizieren,
welches die E7-Aminosäuren
25-75 kodierte; E7.7 (SEQ ID NO: 15) und E 7.4 (SEQ ID NO: 12) wurden
verwendet, um ein DNA-Fragment zu amplifizieren, welches die E7-Aminosäuren 40-98
kodierte; und E7.8 (SEQ ID NO: 16) und E7.4 (SEQ ID NO: 12) wurden
verwendet, um ein DNA-Fragment zu amplifizieren, welches die E7-Aminosäuren 50-98
kodierte.
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In ähnlicher
Weise wurden Nukleotide aus DNA, welche das Influenza-Matrixprotein (SEQ
ID NO: 17) kodiert, unter Verwendung des Primerpaares, das in SEQ
ID NOs: 19 und 20 aufgeführt
ist, amplifiziert. Beide Primer führten eine EcoRV-Restriktionsstelle
in das Amplifizierungsprodukt ein.
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PCR-Produkte
aus jeder Amplifizierungsreaktion wurden mit EcoRV gespalten und
in die EcoRV-Stelle von entweder der HPV 16 L1 Δ310- oder der HPV16 L1ΔC-Sequenz,
die zuvor mit dem gleichen Enzym linearisiert worden waren, inseriert.
Um die Orientierung von Inserts in Plasmiden, welche die E7-Aminosäuren 25-75
und 50-98 kodierten, und einem Plasmid, welches Influenza-Matrixprotein
umfasste, zu bestimmen, wurde ein ClaI-Verdau eingesetzt, wobei
ein Vorteil aus einer Restriktionsstelle, die die neu erzeugte EcoRV-Restriktionsstelle überlappte
(GATATCGAT) und in dem strangaufwärts gelegenen
Primer enthalten war, gezogen wurde. Für die drei Expressionskonstrukte,
welche das Methionin-Startcodon von HPV16-E7 umfassten, wurde die
Insert-Orientierung unter Verwendung einer NslI-Restriktionsstelle
innerhalb der kodierenden Region von E7 bestimmt.
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Waren
einmal Expressionskonstrukte, welche die geeigneten Inserts aufwiesen,
identifiziert, wurde die Protein kodierende Region für sowohl
L1 als auch inserierte Aminosäuren
als eine Einheit unter Verwendung der Restriktionsenzyme XbaI und
SmaI herausgeschnitten und die isolierte DNA in das Plasmid pVL1393
(Invitrogen) ligiert, um rekombinante Baculoviren zu erzeugen.
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D. Beseitigung von EcoRV-Restriktionsstellen
in Expressionskonstrukten
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Die
HPV 16 L1 ΔC-Sequenz
umfasst DNA aus der EcoRV-Stelle, die zu einer Translation von Aminosäuren, die
in Wildtyp-L1-Polypeptiden normalerweise nicht gefunden werden,
führt.
Dementsprechend wurde eine Reihe von Expressionskonstrukten gestaltet,
in denen die künstliche
EcoRV-Stelle eliminiert war. Die L1-Sequenz für diese Reihe von Expressionskonstrukten
wurde als HPV16 L1ΔC*
bezeichnet.
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Um
ein Expressionskonstrukt zu erzeugen, welches die HPV16 L1ΔC*-Sequenz
enthielt, wurden zwei PCR-Reaktionen ausgeführt, um zwei überlappende
Fragmente aus dem pUC-HPV16 L1ΔC,
welcher die E7-Aminosäuren
1-50 kodierte, zu amplifizieren. Die resultierenden DNA-Fragmente überlappten
an der Position der L1/E7-Grenze, enthielten aber nicht die beiden
EcoRV-Restriktionsstellen. Es wurde ein Fragment 1 unter Verwendung
der Primer P1 (SEQ ID NO: 21) und P2 (SEQ ID NO: 22) und ein Fragment
2 unter Verwendung der Primer P3 (SEQ ID NO: 23) und P4 (SEQ ID
NO: 24) erzeugt.
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Nach
den ersten beiden Amplifizierungsreaktionen wurden die beiden gereinigten
Produkte als Matrizen in einer anderen PCR-Reaktion unter Verwendung
nur der Primer P1 und P4 verwendet. Das resultierende Amplifizierungsprodukt
wurde mit den Enzymen EcoNI und HindIII verdaut, in das oben beschriebene
HPV 16 L1ΔC-Expressionskonstrukt
nach einem Verdau mit den gleichen Enzymen inseriert. Das resultierende
Expressionskonstrukt unterschied sich von dem ursprünglichen
HPV16 L1ΔC-Konstrukt
mit DNA, welche L1 und die E7-Aminosäuren 1-50 kodiert, durch den
Verlust der beiden internen EcoRV-Restriktionsstellen. Die erste EcoRV-Stelle
wurde durch DNA, welche native L1-Alanin- und -Glycin-Aminosäuren an
dieser Position kodiert, ersetzt und die zweite wurde durch ein
Translationsstopsignal ersetzt. Zusätzlich enthielt das Expressionskonstrukt,
welches als HPV 16 L1ΔC*
E7 1-52 bezeichnet wird, die ersten 52 Aminosäuren von HPV 16-E7 als Ergebnis
einer Verwendung des Primers P4, der auch die E7-Aminosäurereste
Histidin an Position 51 und Tyrosin an Position 52 kodiert. HPV
16 L1ΔC*
E7 1-52 wurde dann verwendet, um zusätzliche HPV16 L1ΔC-Expressionskonstrukte,
die des Weiteren DNA, welche die E7-Aminosäuren 1-55 kodierte, umfassten,
unter Verwendung der Primer P1 (SEQ ID NO: 21) in Verbindung mit
Primer P5 (SEQ ID NO: 25), die E7-Aminosäuren 1-60 mit dem Primerpaar
P1 und P6 (SEQ ID NO: 26) und die E7-Aminosäuren 1-65 mit dem Primerpaar
P1 und P7 (SEQ ID NO: 27) zu erzeugen. Die zusätzlichen Aminosäure-kodierenden
DNA-Sequenzen in den Amplifizierungsprodukten resultierten aus der
Gestaltung der Primer, indem sie zusätzliche Nukleotide für die gewünschten
Aminosäuren
umfassten.
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In ähnlicher
Weise wurde HPV 16 L1ΔC*
E7 1-70 erzeugt unter Verwendung von Matrizen-DNA, welche HPV 16
L1ΔC* E7
1-66 kodierte, und des Primerpaars P1 und P8 (SEQ ID NO: 28).
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Nach
jeder PCR-Reaktion wurden die Amplifizierungsprodukte mit EcoNI
und HindIII verdaut und in zuvor mit den gleichen Enzymen verdauten
HPV16L1ΔC
inseriert. Die Sequenzen von jeglichen Konstrukten wurden unter
Verwendung eines Applied Biosystems Prism 377-Sequenzierungsgeräts mit fluoreszierenden Kettenabbruch-Didesoxynukleotiden
bestimmt [Prober et al., Science 238:336–341 (1987)].
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Beispiel 2
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Erzeugung von rekombinanten
Baculoviren
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Spodoptera
frugiperda (Sf9)-Zellen wurden in Suspensions- oder Monolayer-Kulturen bei 27° in TNMFH-Medium
(Sigma), ergänzt
mit 10% fötalem
Kälberserum
und 2 mM Glutamin, kultiviert. Für
die Konstruktion von auf HPV 16-L1-basierenden rekombinanten Baculoviren
wurden Sf9-Zellen mit 10 μg
Transfer-Plasmid zusammen mit 2 μg
linearisierter Baculo-Gold-DNA (PharMingen, San Diego, CA) transfiziert.
Rekombinante Viren wurden gemäß dem vom
Hersteller vorgeschlagenen Protokoll gereinigt.
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Um
auf eine Expression von HPV 16-L1-Protein zu testen, wurden 105 Sf9-Zellen mit rekombinanten Baculoviren
mit einer Infektionsmultiplizität
(m.o.i) von 5 bis 10 infiziert. Nach einer Inkubation für drei bis
vier Tage bei 28°C
wurden die Medien entfernt und Zellen wurden mit PBS gewaschen.
Die Zellen wurden in SDS-Probenpuffer lysiert und durch SDS-PAGE
und Western-Blotting unter Verwendung von anti-HPV16-L1- und anti-HPV
16-E7-Antikörpern
analysiert.
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Um
zu bestimmen, welche der chimäres
L1-Protein-Expressionskonstrukte präferentiell Kapsomere produzieren
würden,
wurden Extrakte aus transfizierten Zellen einer Gradientenzentrifugation
unterworfen. Aus dem Gradient erhaltene Fraktionen wurden hinsichtlich
des L1-Proteingehalts durch Western-Blotting und auf VLP-Bildung
durch Elektronenmikroskopie analysiert. Die Ergebnisse sind in Tabelle
1 gezeigt.
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Es
wurde gezeigt, dass das intakte HPV-L1-Protein wie auch die Expressionsprodukte
HPV 16 L1Δ310
und HPV 16 L1ΔC
jeweils Kapsomere und Virus-artige Partikel in gleichen Anteilen
produzierten. Wenn E7 kodierende Sequenzen in den HPV 16 L1Δ310-Vektor inseriert
wurden, erzeugten nur Fusionsproteine, die die E7-Aminosäuren 1 bis
50 umfassten, eine detektierbare Kapsomer-Bildung.
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Wenn
E7 kodierende DNA in den HPV 16 L1ΔC-Vektor inseriert wurde, wurde
festgestellt, dass alle Fusionsproteine Kapsomere produzierten;
chimäre
Proteine, die die E7-Aminosäurereste
40-98 umfassten, erzeugten die höchste
Konzentration von ausschließlich
Kapsomer-Strukturen. Chimäre
Proteine, welche die E7-Aminosäuren
1-98 und 25-75 umfassten, erzeugten beide überwiegend Kapsomere, auch
wenn eine Bildung von Virus-artigen Partikeln auch beobachtet wurde.
Das chimäre
Protein, welches die E7-Aminosäuren 1-60
umfasste, führte
zu nahezu gleichen Niveaus von Kapsomer- und Virus-artige Partikel-Produktion.
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Wenn
E7-Sequenzen in den HPV 16 L1Δ*C-Vektor
inseriert wurden, wurde gezeigt, dass alle Fusionsproteine Kapsomere
produzierten. Eine Insertion von DNA, welche die E7-Reste 1-52,
1-55 und 1-60 kodierte, erzeugte die höchste Konzentration von Kapsomeren,
es wurden aber gleiche Niveaus einer Produktion von Virus-artigen
Partikeln beobachtet. Während
eine Insertion von DNA, welche E7-DNA für die Reste 1-65, 1-70, 25-75, 40-98
und 1-98 kodierte, zu vergleichsweise niedrigeren Konzentrationen
oder nicht nachweisbaren Konzentrationen von Kapsid führte, wurden
Kapsomere in großen
Mengen produziert.
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Kapsomer-
und Kapsid-Bildungsvermögen
von chimären
HPV-L1-Proteinen TABELLE
1
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Beispiel 3
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Reinigung von Kapsomeren
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Trichopulsia
ni (TN) High Five-Zellen wurden bis zu einer Dichte von ungefähr 2 × 106 Zellen/ml in Serum-freiem Ex-Cell 405-Medium
(JRH Biosciences) kultiviert. Ungefähr 2 × 108 Zellen
wurden durch Zentrifugation bei 1000 × g für 15 min pelletiert, in 20
ml Medium resuspendiert und mit rekombinanten Baculoviren mit einer
m.o.i von 2 bis 5 1 h bei Raumtemperatur infiziert. Nach Zugabe
von 200 ml Medium wurden Zellen ausplattiert und 3 bis 4 Tage bei
27°C inkubiert.
Nach der Inkubation wurden Zellen geerntet, pelletiert und in 10
ml Extraktionspuffer resuspendiert.
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Die
folgenden Schritte wurden bei 4°C
ausgeführt.
Zellen wurden 45 s bei 60 Watt beschallt und das resultierende Zelllysat
wurde bei 10000 Upm in einem Sorval-SS34-Rotor zentrifugiert. Der Überstand
wurde entfernt und aufbewahrt, während
das resultierende Pellet in 6 ml Extraktionspuffer resuspendiert,
zusätzliche 3
s bei 60 Watt beschallt und erneut zentrifugiert wurde. Die beiden Überstände wurden
vereinigt, als Schicht auf einen zweistufigen Gradienten, der 14
ml 40% Sucrose auf 8 ml einer CsCl-Lösung (4,6 g CsCl pro 8 ml in Extraktionspuffer)
enthielt, aufgetragen und in einem Sorval AH629-Swinging Bucket-Rotor 2 h bei 27000
Upm bei 10°C
zentrifugiert. Die Grenzflächenregion
zwischen dem CsCl und der Sucrose wurde zusammen mit der vollständigen CsCl-Phase
in 13,4 ml-Quickseal-Röhrchen
(Beckman) gesammelt und es wurde Extraktionspuffer zugesetzt, um
das Volumen auf 13,4 ml einzustellen. Proben wurden über Nacht
bei 50000 Upm bei 20°C
in einem Beckman 70 TI-Rotor zentrifugiert. Gradienten wurden frak tioniert
(1 ml pro Fraktion), indem die Röhrchen
oben und unten mit einer 21 Gauge-Nadel durchbohrt wurden. Aus jedem
Röhrchen
wurden Fraktionen gesammelt und 2,5 μl von jeder Fraktion wurden
durch ein 10% SDS-Polyacrylamidgel und Western-Blotting unter Verwendung
eines anti-HPV16L1-Antikörpers
analysiert.
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Virus-artige
Partikel und Kapsomere wurden aus den oben identifizierten Fraktionen
durch Sedimentation auf 10 bis 50% Sucrose-Gradienten abgetrennt.
Peak-Fraktionen
aus CsCl-Gradienten wurden vereinigt und 2 h gegen 5 mM HEPES (pH
7,5) dialysiert. Die Hälfte
des Dialysats wurde verwendet, um durch Zugabe von EDTA (Endkonzentration
50 mM), EGTA (50 mM), DTT (30 mM), NaCl (100 mM) und Tris/HCl, pH
8,0, (10 mM) Kapsomere durch Auseinanderbau von intakten VLPs über Nacht
herzustellen. Als Kontrolle wurden zu der anderen Hälfte nur
NaCl und Tris/HCl zugesetzt.
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Für eine Analyse
von Kapsomeren, die aus auseinandergebauten VLPs hergestellt worden
sind, wurden EDTA, EGTA und DDT (Endkonzentrationen jeweils 5 mM)
zu den Sucrose-Kissen zugegeben, die bei 250000 × g 2 bis 4 h bei 4°C zentrifugiert
wurden. Fraktionen wurden gesammelt, indem Röhrchen von unten durchbohrt
wurden. Eine 1:10-Verdünnung von
jeder Fraktion wurde dann durch einen Antigen-Einfang-ELISA analysiert.
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Beispiel 4
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Immunisierungsprotokoll
für die
Produktion von polyklonalen Antiseren und monoklonalen Antikörpern
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Balb/c-Mäuse werden
subkutan drei Mal alle vier Wochen mit ungefähr 60 μg chimären HPV-Kapsomeren, 1:1 mit
komplettem oder nicht-komplettem Freund'-Adjuvans gemischt, in einem Gesamtvolumen
von 100 μl
immunisiert. Sechs Wochen nach der dritten Immunisierung werden
die Mäuse
getötet
und Blut wird durch Herzpunktion gesammelt.
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Beispiel 5
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Peptid-ELISA, um die Kapsomer-Bildung
zu quantifizieren
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Mikrotiterplatten
(Dynatech) werden über
Nacht mit 50 μl
Peptid E701 [Muller et al., 1982] in einer Konzentration von 10 μg/ml in PBS
beschichtet. Vertiefungen werden 2 h bei 37°C mit 100 μl eines Puffers, der 5% BSA
und 0,05% Tween 20 in PBS enthält,
blockiert und dreimal mit PBS, enthaltend 0,05% Tween 20, gewaschen.
Nach der dritten Wäsche
werden 50 μl
von Seren, die 1:5000 in BSA/Tween 20/PBS verdünnt worden sind, zu jeder Vertiefung
zugesetzt und es wird eine Inkubation für 1 h ausgeführt. Platten
werden erneut gewaschen, wie zuvor, und es werden 50 μl Ziege-anti-Maus-Peroxidase-Konjugat in einer
Verdünnung
von 1:5000 zugesetzt. Nach 1 h werden die Platten gewa schen und
unter Verwendung von ABTS-Substrat (0,2 mg/ml, 2,2'-Azinobis(3-ethylbenzthiazolin-β-sulfonsäure in 0,1
M Na-Acetat-Phosphat-Puffer (pH 4,2) mit 4 μl 30% H2O2 pro 10 ml) angefärbt. Die Extinktion wird nach
1 h bei 490 nm in einem automatisierten Dynatech-Plattenlesegerät gemessen.
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Beispiel 6
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Antigen-Einfang-ELISA,
um die Kapsomer-Bildung zu quantifizieren
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Um
eine relative Quantifizierung von Virus-artigen Partikeln und Kapsomeren
in Fraktionen von CsCl-Gradienten zu ermöglichen, wurde ein Antigen-Einfang-ELISA
eingesetzt. Mikrotiterplatten wurden über Nacht mit 50 μl/Vertiefung
einer 1:500-Verdünnung
(Endkonzentration von 2 μg
pro ml, in PBS) mit einem Protein A-gereinigten, für HPV 16-L1 immunspezifischen
monoklonalen Maus-Antikörper
(Antikörper
25/C, MM07 und Ritti 1 wurden aus Mäusen, die mit HPV 16-VLPs immunisiert
worden waren, erhalten) beschichtet. Platten wurden mit 5% Milch/PBS
1 h blockiert und 50 μl
von Fraktionen der CsCl-Gradienten wurden für 1 h bei 37°C unter Verwendung
einer 1:300-Verdünnung
(in 5% Milch/PBS) zugesetzt. Nach drei Wäschen mit PBS/0,05% Tween 20
wurden 50 μl
eines polyklonalen Kaninchen-Antiserums (1:3000-Verdünnung in
Milch/PBS), das gegen HPV 16-VLPs erzeugt worden war, zugegeben
und Platten wurden bei 37°C
1 h inkubiert. Platten wurden erneut gewaschen und weiter mit 50 μl eines Ziege-anti-Kaninchen-Peroxidase-Konjugats
(Sigma), 1:5000 in 5% Milch enthaltender PBS verdünnt, 1 h
inkubiert. Nach einem abschließenden
Waschen wurden Platten mit ABTS-Substrat 30 min angefärbt und
die Extinktion bei 490 nm in einem automatisierten Dynatech-Plattenlesegerät gemessen.
Als eine Negativkontrolle umfasste der Assay auch Vertiefungen,
die nur mit PBS beschichtet worden waren.
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Um
monoklonale Antikörper
auf Kapsomer-Spezifität
zu testen, VLPs mit EDTA/DTT, um Partikel auseinanderzubauen. Behandelte
Partikel-Präparationen
wurden in dem Antigen-Einfang-ELISA gemessen und Ablesungen mit
unbehandelten Kontrollen verglichen. Für den Auseinanderbau wurden
40 μl VLPs über Nacht bei
4°C in 500 μl Aufbrechpuffer,
enthaltend 30 mM DTT, 50 mM EGTA, 60 mM EDTA, 100 mM NaCl und 100 mM
Tris/HCl, pH 8,0, inkubiert. Aliquots von behandelten und unbehandelten
Partikeln wurden in dem obigen Einfang-ELISA in einer Verdünnung von
1:20–1:40
verwendet.
-
Beispiel 7
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Hämagglutinin-Inhibitionsassay
-
Um
das Ausmaß zu
bestimmen, in welchem chimäre
Kapsomer-Impfstoffe eine Produktion von neutralisierenden Antikörpern auslösen, wird
ein Hämagglutinations- Inhibitionsassay
ausgeführt,
wie nachfolgend kurz beschrieben. Dieser Assay basiert auf früheren Beobachtungen,
dass Virus-artige Partikel in der Lage sind, rote Blutkörperchen
zu hämagglutinisieren.
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Mäuse werden
mit einem beliebigen der chimären
Kapsomer-Impfstoffe immunisiert und Seren werden gesammelt, wie
oben in Beispiel 4 beschrieben. Als positive Kontrollen werden parallel
zu einer chimären Kapsomer-Zubereitung
HPV16-L1-Virus-artige-Partikel
(VLPs) und Rinder-PV1(BPV)L1-VLPs getestet. Um eine positive Grundlinie
zu ermitteln, werden die HPV16- oder BPV1-VLPs zuerst mit oder ohne
Seren, die aus immunisierten Mäusen
gesammelt worden sind, inkubiert, wonach rote Blutkörperchen
zugegeben werden. Das Ausmaß,
in welchem eine Vorinkubation mit Mäuseseren die Hämagglutinisierung
von roten Blutkörperchen
inhibiert, ist ein Hinweis auf das Neutralisierungsvermögen der
Mäuseseren.
Die Experimente werden dann unter Verwendung von chimären Kapsomeren
wiederholt, um die neutralisierende Wirkung der Mäuseseren
auf den Impfstoff zu bestimmen. Ein kurzes Protokoll für den Hämagglutinationstest
wird nachfolgend beschrieben.
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Einhundert
Mikroliter Heparin (1000 usp-Einheiten/ml) werden zu 1 ml frischem
Mäuseblut
hinzugegeben. Rote Blutkörperchen
werden dreimal mit PBS gewaschen, gefolgt von einer Zentrifugation
und Resuspendierung in einem Volumen von 10 ml. Als nächstes werden
Erythrozyten in 0,5 ml PBS resuspendiert und bei 4°C bis zu
drei Tage aufbewahrt. Für
den Hämagglutinin-Assay
werden 70 μl
der Suspension pro Vertiefung auf einer Platte mit 96 Vertiefungen
verwendet.
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Chimäres Kapsomer-Aliquots
aus CsCl-Gradienten werden eine Stunde gegen 10 mM Hepes (pH 7,5) dialysiert
und 100 μl
von zweifachen Reihenverdünnungen
in PBS werden zu Mäuse-Erythrozyten
in Mikrotiterplatten mit 96 Vertiefungen und rundem Boden hinzugegeben,
die 3-16 h bei 4°C
weiter inkubiert werden. Für
die Inhibition der Hämagglutination
werden Kapsomere mit Verdünnungen
von Antikörpern
in PBS 60 min bei Raumtemperatur inkubiert und dann zu den Erythrozyten
hinzugegeben. Das Ausmaß der
Erythrozyten-Hämagglutination
und dementsprechend das Vorhandensein von neutralisierenden Antikörpern wird
durch Standradmethoden bestimmt.
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In
vorläufigen
Ergebnissen wurde beobachtet, dass Mäuseseren, die gegen chimäre Kapsomere,
umfassend HPV16L1ΔC-Protein
in Kombination mit den E7-Aminosäureresten
1-98, erzeugt worden waren, die Hämagglutination durch HPV16-VLPs, nicht aber
durch BPV-VLPs inhibierten. Die Mäuseseren waren dementsprechend
positiv hinsichtlich neutralisierenden Antikörpern gegen die humanen VLPs
und diese differenzielle Neutralisierung war höchstwahrscheinlich das Ergebnis
von Antikörperspezifität für Epitope,
gegen welche die Antikörper
erzeugt worden waren.
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Es
wird erwartet, dass zahlreiche Modifikationen und Variationen in
der Erfindung, wie sie in den obigen, illustrativen Beispielen dargelegt
worden ist, den Fachleuten auf diesem Gebiet ersichtlich sein können. Folglich
sollten der Erfindung nur solche Einschränkungen auferlegt werden, wie
sie in den beigefügten
Ansprüchen
auftauchen.
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