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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Motorradreifen und ein Verfahren
zum Herstellen desselben, und im Besonderen ein verbessertes Reifenprofil,
das in der Lage ist, die Steifigkeit des Laufflächenabschnitts zu verbessern.
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Üblicherweise
werden Motorräder
während
der Kurvenfahrt schräg
gestellt, und den Reifen wird ein relativ großer Sturzwinkel verliehen.
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Wenn
die Steifigkeit der Laufflächenschulterbereiche,
die mit dem Boden in Kontakt gelangen, niedrig ist, nimmt daher
der Grip auf der Straße
ab. Darüber
hinaus wird während
des Geradeauslaufs, insbesondere des Hochgeschwindigkeits-Geradeauslaufs,
die Konvergenz von Reifenvibrationen langsam oder schlechter, und
die Geradeauslaufstabilität
wird vermindert.
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Um
die Steifigkeit in den Laufflächenschulterbereichen
zu erhöhen,
ist es bisher bevorzugt gewesen, in jedem Schulterbereich eine Verstärkungskordschicht
anzuordnen, ein relativ steifes Kordmaterial für eine Verstärkungskordschicht
in dem Schulterbereich zu verwenden, oder die Dicke des Laufflächengummis
in den Schulterbereichen zu erhöhen.
Jedoch können
keine zufrieden stellenden Ergebnisse erhalten werden, und darüber hinaus
wird leicht die Uniformity des Reifens verdorben, und es gibt eine
Gefahr von Lagenablösung, Wärmeerzeugung
und dergleichen.
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Die
EP-A-0 294 153 betrifft einen Motorradreifen, der durch einen Breaker
verstärkt
ist, der eine Hauptverstärkungsschicht
und eine Hilfsverstärkungsschicht
umfasst. Die Hauptverstärkungsschicht
umfasst organische Korde und weist eine Breite auf, die im Wesentlichen
gleich der Breite der Lauffläche
ist. Die Breite der Hilfsverstärkungsschicht
liegt in dem Bereich von 10 bis 70% der maximalen Breite des Reifens,
um eine Spannungskonzentration an den Breakerkanten zu verringern.
Jedoch erhöht
das Versehen eines Reifens mit zusätzlichen Verstärkungsschichten
sein Gewicht.
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Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Motorradreifen
bereitzustellen, bei dem die Steifigkeit des Laufflächenabschnitts
optimiert ist, um das Reifenverhalten, wie etwa die Geradeauslaufstabilität, den Grip
bei Kurvenfahrt und dergleichen zu verbessern, ohne irgendeine zusätzliche
Verstärkung
zu benutzen.
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Es
ist darüber
hinaus eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zum Herstellen eines derartigen Motorradreifens bereitzustellen.
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Diese
Aufgaben werden durch einen Motorradreifen nach Anspruch 1 und durch
ein Verfahren zum Herstellen eines Motorradreifens nach Anspruch
4 gelöst.
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Hier
ist die Standardfelge die Felge, die für den Reifen von beispielsweise
der JATMA (Japan und Asien), der T & RA (Nordamerika), der ETRTO (Europa),
der STRO (Skandinavien) und dergleichen offiziell zugelassen ist.
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Der
Standardinnendruck ist der maximale Luftdruck für den Reifen, der von einer
solchen Organisation offiziell spezifiziert ist.
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Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden nun ausführlich in Verbindung mit den
begleitenden Zeichnungen beschrieben, in denen:
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1 eine
Querschnittsansicht eines Reifens gemäß der vorliegenden Erfindung
ist, der in einer Vulkanisierform angeordnet ist;
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2 eine
Querschnittsansicht eines Reifens ist, der auf eine Standardfelge
aufgezogen und auf einen Standarddruck aufgepumpt ist;
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3 den
Unterschied des Vulkanisationsprofils zwischen der vorliegenden
Erfindung und dem Stand der Technik zeigt;
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4 eine
schematische Querschnittsansicht ist, die das Wachstum des Laufflächenabschnitts
des Reifens zeigt, wenn er von 10% auf 100% des Standarddruckes
aufgepumpt wird; und
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5 Graphen
sind, die die Gürtelkordspannung
und die Karkasskordspannung als Funktion der axialen Position zeigen.
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Zuallererst
wird ein Beispiel des Innenaufbaus des erfindungsgemäßen Motorradreifens
gemäß den 1 und 2 beschrieben.
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Der
Reifen umfasst einen Laufflächenabschnitt 2,
ein Paar axial beabstandete Wulstabschnitte 4 jeweils mit
einem Wulstkern darin, ein Paar Seitenwandabschnitte 3,
die sich zwischen den Laufflächenkanten E
und den Wulstabschnitten 4 erstrecken, eine Karkasse 6,
die sich zwischen den Wulstabschnitten 4 durch den Laufflächenabschnitt
und Seitenwandabschnitte erstreckt, und einen Laufflächenverstärkungsgürtel 7,
der radial außerhalb
der Karkasse und innerhalb eines Laufflächengummis angeordnet ist.
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Die
Karkasse 6 umfasst mindestens eine Lage aus Korden, die
radial unter einem Winkel von 70 bis 90 Grad in Bezug auf den Reifenäquator angeordnet
sind. Bei diesem Beispiel besteht die Karkasse 6 aus einer
einzigen Lage aus Nylonkorden, die unter 90 Grad in Bezug auf den
Reifenäquator
C angeordnet sind. Die Karkasslage ist um den Wulstkern 5 neben
dem Wulstabschnitt 4 von der axialen Innenseite zur Außenseite des
Reifens umgeschlagen, um ein Paar Umschlagabschnitte und einen Hauptabschnitt
dazwischen zu bilden. Für
die Karkasskorde können
Korde aus organischer Faser, z. B. Polyester, Rayon, und dergleichen,
verwendet werden. Der Umschlagabschnitt 6b der Karkasslage
erstreckt sich bis zu einer Höhe
von nicht weniger als 80% der Laufflächenkantenhöhe TH von der Wulstbasislinie
BL. Zwischen jedem Umschlagabschnitt und dem Karkasslagenhauptabschnitt
ist ein Hartgummi-Wulstkernreiter 9 angeordnet, der sich
von dem Wulstkern 5 radial nach außen erstreckt, um die Steifigkeit
des Seitenwandabschnitts zu erhöhen.
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Der
Gürtel 7 ist
aus mindestens einer Lage aus zumindest einem Kord hergestellt,
dessen Kordwinkel im Bereich von 0 bis 35 Grad in Bezug auf den
Reifenäquator
liegt. Bei diesem Beispiel ist der Gürtel aus Korden aus aromatischem
Polyamid hergestellt, die spiralförmig unter einem kleinen Winkel
von nicht mehr als 5 Grad über
im Wesentlichen die gesamte Laufflächenbreite gewickelt sind.
Die axiale Breite ist nicht kleiner als 90% der Laufflächenbreite
TW. Der Kordzählwert
beträgt
beispielsweise 50/5 cm. Es ist möglich,
einen einzigen Kord zu wickeln, jedoch werden vorzugsweise gleichzeitig
mehrere Korde, die in Gummierungsgummi eingebettet sind, in der
Form eines Bandes oder Streifens gewickelt, um die Produktionseffektivität zu verbessern. Darüber hinaus
ist es möglich,
zusätzlich
oder statt des oben erwähnten
Spiralgürtels,
einen Breakergürtel
anzuordnen, der zumindest zwei gekreuzte Lagen aus parallelen Korden
umfasst, die unter einem kleinen Winkel von beispielsweise 10 bis
35 Grad in Bezug auf den Reifenäquator
C gelegt sind. Wenn ein Spiralgürtel
als der radial äußerste Gürtel verwendet
wird, können
die Uniformity des Reifens, die Hochgeschwindigkeitshaltbarkeit
und die Hochgeschwindigkeitslaufstabilität effektiv verbessert werden.
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Radial
außerhalb
des Gürtels 7 ist
ein Laufflächengummi
angeordnet, um den Laufflächenabschnitt
zu definieren. Der Laufflächengummi
weist über
seine gesamte Breite eine im Wesentlichen konstante Dicke auf.
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Im
Gegensatz zu herkömmlichen
Reifen, die über
den gesamten Laufflächenabschnitt
hinweg gleichmäßig anschwellen,
weist der Motorradreifen gemäß der vorliegenden
Erfindung ein solches Profil auf, dass, wie es in 4 gezeigt
ist, das Anschwellen des Laufflächenabschnitts 2 in
dem Schulterbereich Sh größer ist als
in dem Kronenbereich Cr, wenn der Reifen, der auf eine Standardfelge
R aufgezogen ist, von 10% auf 100% des Standardinnendruckes aufgepumpt
wird. In 4 zeigt die gestrichel te Linie
das Profil unter dem Druck von 10%, und die durchgezogene Linie
zeigt das Profil unter dem Druck von 100%. Das Profil unter dem Druck
von 100% ist derart entworfen, dass es beinahe identisch mit dem
Profil des herkömmlichen
Reifens unter dem Druck von 100% ist. Bei diesem Beispiel ist die
Reifengröße 180/55ZR17,
die Standardfelgengröße ist 17XMT5.50,
und der Standarddruck beträgt
2,9 kgf/cm2.
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Wenn
der Reifen auf eine Standardfelge aufgezogen und auf einen Standarddruck
aufgepumpt ist, weisen dementsprechend die Karkasskorde und Gürtelkorde
in dem Schulterbereich Sh eine größere Spannung auf als in dem
Kronenbereich Cr. Infolgedessen nimmt die Laufflächensteifigkeit in den Schulterbereichen Sh
zu, und die Hochgeschwindigkeits-Geradeauslaufstabilität, die Kurvenfahrstabilität, der Grip
bei Kurvenfahrt und dergleichen können verbessert werden.
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Der
oben erwähnte
Kronenbereich Cr ist als ein Bereich von 1/3 definiert, der sich
zwischen zwei Positionen erstreckt, von denen jeweils eine auf jeder
Seite des Reifenäquators
angeordnet und vom Reifenäquator
C 1/6 der Laufflächenseitenlänge entlang
der Laufflächenseite
beabstandet ist. Die Laufflächenseitenlänge ist
die Länge,
die in der Axialrichtung des Reifens entlang der Oberflächenlinie
des Laufflächenabschnitts
gemessen wird. Die Schulterbereiche Sh sind jeweils als ein Bereich
von 1/6 definiert, der sich von einer der Laufflächenkanten E zu einer axial
inneren Position, die von dem Reifenäquator C 1/3 der Laufflächenseitenlänge beabstandet
ist, entlang der Laufflächenseite
erstreckt.
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Hinsichtlich
des Ausmaßes
des Anschwellens des Laufflächenabschnitts,
das an der Laufflächenseite rechtwinklig
zur Laufflächenseite
gemessen wird, wenn der Innendruck des Reifens von 10% auf 100%
zunimmt, ist der Betrag LC am Reifenäquator C bei diesem Beispiel
ungefähr
0,8 mm, wobei der Betrag LE an den Laufflächenkanten E im Wesentlichen
gleich LC ist, und der Betrag LS an den Mittelpunkten ungefähr 1,7 mm
ist, wobei die Mittelpunkte von dem Reifenäquator C 2/3 des Abstandes
zwischen dem Reifenäquator
C und der Laufflächenkante
E entlang der Laufflächen-Oberflächenlinie
beabstandet sind. Das maximale Anschwellen tritt in der Nähe der Mittelpunkte
auf.
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Üblicherweise
betragen LC und LE ungefähr
0,5 bis 1,1 mm, und LS beträgt
ungefähr
1,1 bis 2,2 mm. Da die Größenschwankung
der Motorradreifen im Vergleich mit den Reifen der anderen Kategorien
recht klein ist, können
die Beschränkungen
LC, LE und LS auf beinahe alle Reifengrößen angewandt werden.
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Das
Verhältnis
(LS/LC) liegt vorzugsweise im Bereich von 1,5 bis 3,0, stärker bevorzugt
1,5 bis 2,5. Wenn das Verhältnis
(LS/LC) kleiner als 1,5 ist, kann keine effektive Zunahme der Steifigkeit
in dem Schulterbereich Sh erhalten werden. Wenn das Verhältnis (LS/LC)
größer als
3,0 ist, nimmt die Steifigkeit in dem Schulterbereich Sh übermäßig zu.
Wenn der Sturzwinkel zunimmt, ändert
sich daher die Steifigkeit abrupt, so dass die Kurvenfahrstabilität abnimmt
und kein lineares Handhabungsgefühl
erhalten werden kann.
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5 zeigt
die Verteilungen der Gürtelkordspannung
und der Karkasskordspannung unter einem Druck von 100%, die durch
ein Finite-Elemente-Verfahren erhalten wurden, wobei die Strichpunktlinie
die Verteilung des Reifens gemäß der vorliegenden
Erfindung zeigt und die durchge zogene Linie einen herkömmlichen
Reifen zeigt, der gleichmäßig anschwillt.
Die Zahlen 1-9, die mit Kreisen umringt sind, zeigen die Messpunkte,
die in 2 gezeigt sind.
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Hinsichtlich
des Gürtelkord-Spannungsverhältnisses
Tb, das das Verhältnis
Ts/Tc zwischen der maximalen Kordspannung Tbs in dem Schulterbereich
Sh (zwischen dem Messpunkt 3 und 4) und der maximalen Kordspannung
Tbc in dem Kronenbereich Cr (zwischen den Messpunkten 1 und 2) ist,
zeigt 5, dass das Verhältnis ungefähr 1,47 erreicht, und somit
die Spannung in dem Schulterbereich effektiv erhöht ist, wohingegen das Verhältnis des
herkömmlichen
Reifens ungefähr
1,1 ist, wobei durch dieses Verhältnis
keine Zunahme der Schultersteifigkeit erhalten werden kann.
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Hinsichtlich
des Karkasskord-Spannungsverhältnisses
Tc, das das Verhältnis
Tcs/Tcc zwischen der maximalen Kordspannung Tcs in dem Schulterbereich
Sh (zwischen den Messpunkten 7 und 8) und der maximalen Kordspannung
Tcc in dem Kronenbereich Cr (zwischen den Messpunkten 5 und 6) ist,
zeigt 5, dass das Verhältnis ungefähr 3,75 erreicht, wohingegen
das Verhältnis
des herkömmlichen
Reifens auf ungefähr
0,7 abnimmt, was bedeutet, dass die Spannung in dem Schulterbereich
niedriger wird als in dem Kronenbereich.
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Das
Karkasskord-Spannungsverhältnis
Tc liegt vorzugsweise im Bereich von 2,0 bis 3,8, stärker bevorzugt
2,0 bis 3,5. Das Gürtelkord-Spannungsverhältnis Tb
liegt vorzugsweise im Bereich von 1,2 bis 2,0. Wenn das Verhältnis Tc
kleiner als 2,0 ist und/oder das Verhältnis Tb kleiner als 1,2 ist,
hat der Effekt der Erhöhung
der Steifigkeit des Schulterbereichs Sh eine Tendenz, abzunehmen.
Wenn das Verhältnis
Tc größer als
3,8 ist, und/oder das Verhältnis
Tb größer als
2,0 ist, nimmt die Steifigkeit in dem Schulterbereich Sh übermäßig zu.
Deshalb ändert
sich mit zunehmendem Sturzwinkel die Steifigkeit abrupt, so dass
die Kurvenfahrstabilität
abnimmt und kein lineares Handhabungsgefühl erhalten werden kann.
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Die
oben erwähnte
besondere Profiländerung
während
des Aufpumpens von 10% auf 100% kann erhalten werden, indem der
Reifen in einer Heizform 10, die ein besonderes Profil
aufweist, vulkanisiert wird.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist ein beabsichtigter Unterschied zwischen dem Profil,
wenn der Reifen auf die Standardfelge R aufgezogen und auf 100%
des Standarddruckes aufgepumpt wird, und dem Profil, wenn der Reifen
in eine Vulkanisierform 10 eingesetzt wird, vorgesehen.
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1 zeigt
ein Beispiel der Heizform 10, die eine Segmentform ist,
die eine Laufflächen-Formgebungsfläche 10b zum
Formen des Laufflächenabschnitts 2,
ein Paar axial gegenüberliegende
Seitenwand-Formgebungsflächen 10c zum
Formen der Seitenwandabschnitte 3 und ein Paar Wulst-Formgebungsflächen 10a zum
Formen der Wulstabschnitte 4 aufweist.
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Im Übrigen hat
der Reifen bei Entnahme aus der Vulkanisierform und wenn er nicht
auf eine Felge aufgezogen ist, im Wesentlichen das gleiche Profil
wie in der Heizform. Daher werden das Profil des Reifens, der nicht
auf eine Felge aufgezogen ist, und das Profil der Heizform 10 gemeinsam
beschrieben, wobei im Nachstehenden der Zweckmäßigkeit halber auf diese Profile
als das Vulkanisationsprofil Bezug genommen wird, und auf das oben
erläuterte
Profil des Reifens, wenn er auf die Standardfelge aufgezogen und
auf 100% des Standarddruckes aufgepumpt ist, als das Aufpumpprofil
Bezug genommen wird. Somit zeigt 1 das Vulkanisationsprofil
und 2 zeigt das Aufpumpprofil. 3 zeigt
das Vulkanisationsprofil der Erfindung mit einer gestrichelten Linie,
das Vulkanisationsprofil eines herkömmlichen Reifens mit einer
Strichpunktlinie und das Aufpumpprofil dieser Reifen mit einer durchgezogenen
Linie.
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In
den Vulkanisier- sowie Aufpumpprofilen ist der Laufflächenabschnitt 2 konvex
gekrümmt,
so dass die maximale Querschnittsbreite TW zwischen den Laufflächenkanten
E oder den axialen Kanten des Laufflächenabschnitts 2 liegt.
Somit ist die maximale Querschnittsbreite TW des Reifens gleich
der Laufflächenbreite.
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In
dem Vulkanisationsprofil sind die Wulstbreite BW', die der axiale Abstand zwischen den
axial äußeren Oberflächen der
Wulstabschnitte 4 ist, und die entsprechende Wulstklemmbreite
CW, die der axiale Abstand zwischen den axialen inneren Oberflächen der
Wulst-Formgebungsflächen 10a ist,
15 bis 45 mm (oder 8 bis 24% der Breite TW) breiter als die Felgenbreite
RW der Standardfelge; die axiale Breite TW' zwischen den axial äußeren Kanten E' des Laufflächenabschnittes 2 oder
der Laufflächen-Formgebungsfläche 10b ist
5 bis 25 mm (oder 2 bis 14% der Breite TW) breiter als die Breite
TW; die radiale Höhe
TH' der radial äußeren Kanten
E' der Seitenwandabschnitte 3 oder
der Seitenwand-Formgebungsflächen 10c ist
3 bis 15 mm (oder 1 bis 8% der Breite TW) höher als die radiale Höhe TH der
Kante E, jeweils von der Wulstbasislinie BL gemessen; und der Abstand
zwischen der Kante E' und
dem Wulstfersenpunkt H' ist
im Wesentlichen gleich wie der Abstand zwischen der Kante E und
dem Wulstfersenpunkt H des Aufpumpprofils.
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In
dem herkömmlichen
Reifen sind die Breiten BW' und
TW' des Vulkanisationsprofils
im Wesentlichen gleich der Felgenbreite RW und der Breite TW des
Aufpumpprofils. Darüber
hinaus ist die Laufflächenkantenhöhe TH' geringfügig niedriger
als die Laufflächenkantenhöhe TH. Daher
wird der Schulterbereich Sh kaum verformt, wenn der Reifen auf eine
Felge aufgezogen wird. Wenn der Reifen auf einen normalen Druck
aufgepumpt wird, schwillt der Laufflächenabschnitt 2 gleichmäßig an und
die Kordspannung wird im Wesentlichen gleichmäßig.
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In
dem Vulkanisationsprofil der vorliegenden Erfindung krümmt sich
der Laufflächenabschnitt
kontinuierlich derart, dass die maximale Querschnittsbreite TW' zwischen den Laufflächenkanten
liegt, und die Wulstbreite BW',
die Laufflächenbreite
TW' und die Laufflächenkantenhöhe TH' sind jeweils größer festgelegt
als die Standardfelgenbreite RW, die Laufflächenbreite TW bzw. die Laufflächenkantenhöhe TH unter
einem Druck von 100%, wie es oben erläutert wurde. Wenn der Reifen
auf eine Standardfelge aufgezogen ist, wird dementsprechend die
Wulstbreite schmal und infolgedessen wird der Schulterbereich Sh
radial nach innen gezogen. Durch eine derartige Verformung wird
in dem Schulterbereich Sh eine große Spannung erzeugt, und durch
die Zunahme des Innendruckes wird danach die Kordspannung in dem
Schulterbereich Sh weiter erhöht.
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Wenn
die Differenz zwischen der Breite BW'(= CW) und der Felgenbreite RW kleiner
als 15 mm ist, wird die Verformung des Reifens in dem Schulterbereich
Sh durch das Aufziehen auf die Felge unzureichend, um die Kordspannung
zu erhöhen.
Somit wird die Steifigkeit des Schulterbereichs Sh niedriger. Wenn
die Differenz größer als
45 mm ist, wird die Kordspannung in dem Schulterbereich Sh übermäßig erhöht.
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Unter
der Voraussetzung, dass der Reifen auf eine Standardfelge R aufgezogen
wird, wird die Differenz der Wulstbreite BW' von der Standardfelgenbreite RW im
Bereich von 15 bis 30 mm (oder 8 bis 17% der Breite TW) festgelegt.
Wenn jedoch der Reifen auf eine Felge aufgezogen wird, deren Felgenbreite
ein halbes Zoll größer ist
als die der Standardfelge, ist es bevorzugt, dass die Wulstbreite
BW' im Bereich von
27 bis 42 mm (oder 14 bis 23% der Breite TW) größer als die Standardfelgenbreite
RW festgelegt wird. Wenn der Reifen auf eine Felge aufgezogen wird,
deren Felgenbreite ein Zoll größer ist
als die der Standardfelge, ist es bevorzugt, dass die Wulstbreite
BW' ungefähr 45 mm
(oder ungefähr
24% der Breite TW) größer ist
als die Standardfelgenbreite RW. Das heißt, die Wulstbreite BW' beträgt vorzugsweise
ungefähr
das 1,1- bis 1,35-fache der Felgenbreite der vorgesehenen Felge.
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Darüber hinaus
ist in dem Vulkanisationsprofil der Krümmungsradius Rs' des Schulterbereiches
Sh größer als
der Krümmungsradius
Rc' des Kronenbereichs
Cr. Das Verhältnis
(Rs'/Rc') ist vorzugsweise
1,9 bis 4,0. Darüber
hinaus beträgt
der Krümmungsradius
Rs' des Schulterbereichs
Sh des Vulkanisationsprofils vorzugsweise das 2,0- bis 4,0-fache
des Krümmungsradius
Rs des Schulterbereichs Sh des Aufpumpprofils.
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Bei
diesem Beispiel weist das Laufflächenprofil
unter dem Druck von 100% im Wesentlichen einen einzigen Krümmungsradius
R1 auf, der kleiner ist als der Radius RS'.
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Bei
der vorliegenden Erfindung wird der Reifen hergestellt, indem ein
Rohreifen unter Verwendung der Heizform 10 mit dem oben
erwähnten
Vulkanisationsprofil vulkanisiert wird. Der Rohreifen wird in die
Heizform 10 eingesetzt, und während des Erhitzens des Reifens
wird die Innenseite des Reifens unter Druck gesetzt, indem ein in
den Reifen eingesetzter Heizbalg aufgepumpt wird, so dass die Außenseite
des Reifens auf die Innenseite der Reifenheizform gepresst und somit
der Reifen mit dem Vulkanisationsprofil geformt wird. Hinsichtlich
weiterer Herstellungsprozesse und -vorrichtungen können herkömmliche
Prozesse und Vorrichtungen verwendet werden.
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Vergleichsversuche
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Es
wurden Testreifen mit dem gleichen in den 1 und 2 gezeigten
Innenaufbau versuchsweise hergestellt und auf Geradeauslaufstabilität, Kurvenfahrstabilität, Reifensteifigkeit,
Grip bei Kurvenfahrt und vertikale Federkonstante getestet. Die
Testreifen umfassten Beispielreifen 1 bis 3, die das in 3 mit
einer gestrichelten Linie gezeigte Vulkanisationsprofil aufwiesen,
und Referenzreifen 1 und 2, die das in 3 mit einer
Strichpunktlinie gezeigte Vulkanisationsprofil aufwiesen.
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Die
vertikale Federkonstante wurde unter den folgenden Bedingungen gemessen,
wobei der Sturzwinkel von 0 bis 40 Grad verändert wurde.
| Reifengröße: | 180/55R17 |
| Felgengröße: | 17XMT5.50
(Standardfelge) |
| Innendruck: | 2,5
kgf/cm2 |
| Reifenlast: | 155
kgf |
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Das
weitere Verhalten wurde durch einen Testfahrer mit fünf Rängen bewertet,
während
ein Motorrad mit einem 750 cm
3-Viertaktmotor
auf einer trockenen Asphalt-Teststrecke gefahren wurde. Die Testreifen
waren an dem Hinterrad montiert.
| Reifengröße: | 180/55R17 |
| Felgengröße: | 17XMT5.50
(Standardfelge) |
| Innendruck: | 2,9
kgf/cm2 |
| Karkasse: | 1260
d/2 Nylonkord, |
| Kordzählwert: | 38/5
cm |
| Gürtel: | eine
einzige Lage aus Spiralwicklungen von 1500 d/2 Korden aus aromatischem
Polyamid |
| Kordzählwert: | 50/5
cm |
| Kordwinkel: | 0
Grad zum Reifenäquator |
| Lagenbreite: | 205
mm |
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An
dem Vorderrad wurde der gleiche Reifen verwendet.
| Reifengröße: | 120/70R17 |
| Felgengröße: | 17XMT3.50 |
| Innendruck: | 2,5
kgf/cm2 |
| Karkasse: | 2
Lagen aus 1260d/2 Nylonkorden |
| Kordzählwert: | 41/5
cm |
| Kordwinkel: | 88
Grad zum Reifenäquator |
| Gürtel: | 2
gekreuzte Lagen aus 1500 d/2-Korden aus aromatischem Polyamid |
| Kordzählwert: | 35/5
cm |
| Kordwinkel: | 17
Grad zum Reifenäquator |
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Die
Testergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.
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Aus
den Versuchen wurde bestätigt,
dass die Geradeauslaufstabilität
und im Besonderen der Grip bei Kurvenfahrt der Beispielreifen verbessert
waren. Selbst wenn der Sturzwinkel relativ groß wurde, waren die vertikale
Federkonstante und die Steifigkeit des Schulterbereichs der Beispielreifen
denen der Referenzreifen überlegen.
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Die
vorliegende Erfindung wird geeignet auf Hinterreifen für Motorräder, deren
Reifenaspektverhältnis 40
bis 60% beträgt,
angewandt. Es ist jedoch möglich,
sie auf einen Vorderreifen und einen Reifen mit einem Aspektverhältnis außerhalb
dieses Bereichs anzuwenden.