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DE69809287T2 - Kontinuierliches verfahren zur hyperaktivierung von sterilisierungsflüssigkeiten - Google Patents

Kontinuierliches verfahren zur hyperaktivierung von sterilisierungsflüssigkeiten Download PDF

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DE69809287T2
DE69809287T2 DE69809287T DE69809287T DE69809287T2 DE 69809287 T2 DE69809287 T2 DE 69809287T2 DE 69809287 T DE69809287 T DE 69809287T DE 69809287 T DE69809287 T DE 69809287T DE 69809287 T2 DE69809287 T2 DE 69809287T2
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DE
Germany
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mixture
sterilizing
phase
evaporator
liquid
Prior art date
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DE69809287T
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DE69809287D1 (de
Inventor
Camillo Catelli
Marco Musatti
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Tetra Laval Holdings and Finance SA
Original Assignee
Tetra Laval Holdings and Finance SA
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Priority claimed from DE1998108318 external-priority patent/DE19808318A1/de
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Publication of DE69809287T2 publication Critical patent/DE69809287T2/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • B65CONVEYING; PACKING; STORING; HANDLING THIN OR FILAMENTARY MATERIAL
    • B65BMACHINES, APPARATUS OR DEVICES FOR, OR METHODS OF, PACKAGING ARTICLES OR MATERIALS; UNPACKING
    • B65B55/00Preserving, protecting or purifying packages or package contents in association with packaging
    • B65B55/02Sterilising, e.g. of complete packages
    • B65B55/04Sterilising wrappers or receptacles prior to, or during, packaging
    • B65B55/10Sterilising wrappers or receptacles prior to, or during, packaging by liquids or gases
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
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    • A61L2/16Methods or apparatus for disinfecting or sterilising materials or objects other than foodstuffs or contact lenses; Accessories therefor using chemical substances
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    • A61L2202/10Apparatus features
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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein kontinuierliches Verfahren zur Hyperaktivierung von Sterilisierflüssigkeiten.
  • Insbesondere, doch nicht ausschliesslich, wird die Erfindung nutzbringend zur Hyperaktivierung von sterilisierenden chemischen Agenzien verwendet, so wie Wasserstoffperoxid, Perethansäure, Chlordioxide, Hypochlorite, Chlorate, auf Brom, Jodaziden, Fluor usw. basierende Oxidationsmittel, die in der Folge zur Sterilisierung von Oberflächen jeder Art benutzt werden sollen, wie Papier, Kunststoff, organisches Material usw., welche zu verschiedenen Gegenständen der unterschiedlichsten Anwendungsgebiete gehören, wie Lebensmittel-, pharmazeutische, medizinische und elektronische Industrie.
  • Die oben erwähnten Substanzen wurden für einige Zeit zur Sterilisierung benutzt, da ihre Sterilisiereigenschaften gut bekannt sind. Ausserdem werden die sich auf ihre Benutzung bei dieser Anwendung beziehenden Daten (Konzentration, Temperatur und Kontaktdauer) allgemein durch den Hersteller selbst festgelegt.
  • Sterilisierverfahren, welche die oben erwähnten Agenzien zur Sterilisierung von Oberflächen und Behältern aus Papier oder Mehrlagenkarton, insbesondere für Lebensmittel, verwenden, sind ebenfalls seit geraumer Zeit bekannt.
  • Eines dieser Verfahren lehrt das Aufsprühen einer Sterilisierlösung auf die zu behandelnde Oberfläche und dann deren Aktivierung durch Erhitzen und Verdampfen derselben, wobei aktive Radikale, wirksam bei der Sterilisierung, in direktem Kontakt mit der zu sterilisierenden Oberfläche erhalten werden.
  • Ein anderes dieser Verfahren lehrt das Mischen der Sterilisierlösung mit einem Inertgas und das anschliessende Erhitzen der Mischung, um eine gasförmige Dampf-/Inertgasmischung zu erhalten, welche unverzüglich auf das zu sterilisierende Material geblasen wird, wo der Dampf kondensiert. Dieses zweite Verfahren ist in den US-Patenten 4742667 und 4631173 beschrieben.
  • Beide diese Verfahren haben den Nachteil, dass sie eine hohe Arbeitstemperatur erfordern, um eine grosse Anzahl an aktiven Radikalen zu erhalten, und sie können daher nicht bei Materialien angewandt werden, welche schon bei gemässigten Temperaturen um 50-70°C verderben. Ein weiteres Problem bei den Verfahren nach dem oben erwähnten Stand der Technik ist, dass die erhaltene gasförmige Dampf-/Inertgasmischung auf Grund der hohen Temperatur reich an aktiven Radikalen, aber nicht kontrollierbar ist; es besteht daher ein praktisch unverzügliches Verbinden der Radikalen miteinander, welche dazu neigen, die Sterilisierleistung der Mischung zu zerstören oder ungewiss zu machen. Aus diesem Grunde ist es wesentlich, dass die aktivierte Mischung unverzüglich in Kontakt mit dem zu sterilisierenden Material gebracht wird. Zu diesem Zweck wird bei dem ersten Verfahren die gasförmige Mischung direkt im Kontakt mit dem zu sterilisierenden Material erhalten, während bei dem zweiten Verfahren das zu sterilisierende Material sich im Kontakt mit dem Ausgangsbereich des Verdampfers befindet. Dies führt deutlich zu ernsthaften Einschränkungen betreffend die Konstruktion der Anlage, da die gasförmige Mischung in demselben Bereich verwendet werden muss, in dem sie hergestellt wird. Die Schwierigkeit der Kontrolle der gasförmigen Mischung, zusammen mit der Neigung des Verbindens der aktiven Radikalen miteinander, erhöht ebenfalls die erforderliche Zeit für eine zuverlässige Sterilisierung des Materials.
  • Hauptzweck der Erfindung ist der, die oben erwähnten Nachteile zu vermeiden, indem ein Verfahren vorgesehen wird, welches das Erhalten einer gasförmigen Sterilisiermischung erlaubt, die reich an Radikalen ist, welche aktiviert und gleichmässig in der Mischung verteilt werden, und deren chemisch-physikalischer Zustand über eine verhältnismässig lange Zeitspanne kontrolliert werden kann.
  • Ein weiterer Zweck der Erfindung ist der, ein Verfahren vorzusehen, welches den Herstellungsbereich der gasförmigen Sterilisiermischung von deren Verwendungsbereich trennt.
  • Ein weiterer Zweck der Erfindung ist der, ein Verfahren vorzusehen, welches es ermöglicht, die gasförmige Sterilisiermischung bei Temperaturen zu erhalten und zu verwenden, welche gemässigt und auf jeden Fall niedriger sind als der Siedepunkt der Sterilisierlösung. Ein Vorteil der Erfindung ist der, dass die gasförmige Sterilisiermischung zur Sterilisierung von hitzeempfindlichen Materialien benutzt werden kann.
  • Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist der, dass sie die Betriebskosten und den Verbrauch der Sterilisierverfahren reduziert und die Rückstände der sterilisierenden Agenzien auf den behandelten Oberflächen verringert.
  • Ein noch weiterer Vorteil der Erfindung ist der, dass sie das Erhalten einer gasförmigen Sterilisiermischung erlaubt, welche die Sterilisierzeiten der behandelten Oberflächen verringert. Diese und noch weitere Vorteile und Zwecke werden alle erreicht durch die Erfindung, wie sie in den anhängenden Ansprüchen gekennzeichnet ist. Einige wesentliche, ähnlich praktische Anwendungen des Verfahrens sind ebenfalls beschrieben, von denen die letzte eine detailliertere Beschreibung umfasst, unterstützt durch eine Darstellung in Form einer Zeichnung.
  • Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung gehen deutlich aus der nachstehenden detaillierten Beschreibung der verschiedenen Phasen des genannten Verfahrens hervor, ausgeführt mit Hilfe eines nicht begrenzenden Beispiels und dargestellt in der beiliegenden Zeichnung, in welcher 1 ein rein schematisches Diagramm einer Anlage zur Sterilisierung von PET-Flaschen ist, welche ihre Öffnung nach unten zeigend angeordnet haben und ihren Boden nach oben zeigend auf solche Weise, dass die Gasmischung in einer nach oben gehenden Richtung in das Innere der Flasche geblasen werden kann.
  • Das kontinuierliche Verfahren nach der Erfindung enthält eine Phase des Mischens einer Sterilisierlösung, enthaltend einen vorgegebenen Anteil an aktiven Ingredenzien, mit einem Gas, das sich im Verhältnis zu der Sterilisierlösung träge verhält (Leitgas); diese Mischung erfolgt vorzugsweise durch Zerstäuben der Sterilisierlösung in dem Leitgas, welches unter Durchwirbelung bewegt ist. Die Geschwindigkeit des Gasstromes liegt zwischen 15 und 50 m/s; die Temperatur des Leitgases ist üblicherweise nahe der Umwelttemperatur; das Leitgas wird generell durch einen Kompressor zugeführt, kann Luft, Stickstoff oder ein anderes Gas sein, welches sich im Verhältnis zu der Sterilisierlösung träge verhält oder nicht mit dieser reagiert.
  • Das Verhältnis zwischen der Strömungsgeschwindigkeit des Inertgases, ausgedrückt in Nmc/h und der Fliessgeschwindigkeit der Sterilisierflüssigkeit, ausgedrückt in 1/h, ist zwischen einschliesslich 5 und 50.
  • Durch die Mischphase wird eine Zweiphasen-Sterilisiermischung erhalten, welche in einen rohrförmigen Verdampfer gegeben wird, dessen Wände bis auf eine Temperatur unterhalb des Siedepunktes der Sterilisierlösung aufgeheizt werden, da die Flüssigkeit verdampft ohne auf den Siedepunkt gebracht zu werden, wie nachstehend deutlicher erklärt wird.
  • Wie gesagt, ist in dem Verdampfer das volumetrische Verhältnis zwischen den Fliessgeschwindigkeiten des Leitgases und der Sterilisierlösung normalerweise im Bereich 5-50 einschliesslich, während die Geschwindigkeit des Leitgases verhältnismässig hoch ist (15-50 m/s). Unter diesen Umständen wird ein kreisförmiger Bewegungszustand der Zweiphasen-Mischung erhalten: die Flüssigphase haftet an den Wänden des Austauschers und bewegt sich mit gemässigter Geschwindigkeit (0.2-0.5 m/s), während die gasförmige Phase sich in dem mittleren Bereich des Strömungsabschnittes befindet und diesen in einem wirbelnden Zustand durchströmt. Die Stärke des an den Wänden des Verdampfers anhaftenden Flüssigkeitsfilms hängt nicht ausschliesslich von der Fliessgeschwindigkeit der Flüssigkeit ab, sondern auch von der Strömungsgeschwindigkeit des Gases und ebenfalls von der Geometrie des Austauschers. Dies bedeutet, dass es möglich ist, eine beachtliche Zahl von Quadratmetern an Kontaktfläche Flüssigkeit/Gas zu erhalten, in der Lage, aktivierte Radikale zu erzeugen und diese in die gasförmige Strömung zu leiten.
  • Die Anreicherung des gasförmigen Stromes erfolgt durch Durchwirbelung mit Material, Diffusion, Sättigung des Gasstromes und durch Verdampfung.
  • Alle diese Phänomene tragen dazu bei, die aktivierten Radikalen aus der Flüssigphase zu entfernen, in welcher die Wahrscheinlichkeit des Zusammenprallens zwischen zwei Radikalen ausgesprochen hoch ist, und zwar durch Weiterleiten derselben in den gasförmigen Strom, in welchem die Wahrscheinlichkeit der Kollision um wenigstens eine Grössenordnung herabgesetzt ist. Mit anderen Worten ist es möglich, die Lebensdauer des aktivierten Komplexes durch die Herabsetzung der Wahrscheinlichkeit des Verbindens der aktiven Radikalen miteinander zu verlängern.
  • Es sollte auch berücksichtigt werden, dass in dem Zweiphasenstrom in kreisförmigem Fluss der Austauschkoeffizient für die Flüssigphase verhältnismässig niedrig ist (800-1000 Kcal/h mq°C). Dies ist sehr wesentlich, um übermässig hohe Konzentrationen des aktivierten Komplexes dicht an den Wänden zu vermeiden. Weiter ist der Austauschkoeffizient der gasförmigen Phase sehr niedrig ((50-100 Kcal/hmq °C).
  • Dies bedeutet, dass der mittlere Teil der gasförmigen Phase eigentlich kalt bleibt, wobei die Brownsche Bewegung und folglich die Wahrscheinlichkeit der Kollision der aktiven Radikalen in der gasförmigen Phase reduziert werden.
  • Die Stärke der Flüssigphase, die Bruchteile von Millimetern beträgt, kann mit Hilfe des Zweiphasenstroms im kreisförmigen Fluss kontrolliert werden.
  • Es ist klar, dass, je dünner der Flüssigkeitsfilm ist, desto wirksamer ist das Verfahren, auch wenn die Anwendung eines hohen Gas-/Flüssigkeitsverhältnisses die Kapazität der Mischung, in der Sterilisierkammer zu kondensieren, reduziert, wie nachstehend mehr im Detail erklärt wird.
  • Es muss ferner bemerkt werden, dass es für die Mischung nicht notwendig ist, den Siedepunkt der sterilisierenden Agenzien zu erreichen. Dies ist äusserst wichtig, da bei dieser Temperatur die Geschwindigkeit des Zerfalls der Mischung zu hoch sein würde und das System nicht mehr leicht zu kontrollieren wäre. Es wird daher die Tendenz des Leitgases genutzt, mit Dämpfen gesättigt zu werden, so dass die Zustände des Verdampfens bei Temperaturen unterhalb des Siedepunktes erreicht werden.
  • Es ist daher möglich, bei relativ niedrigen Wandtemperaturen (40°C) zu arbeiten, auch wenn dies die Verwendung einer grösseren Austauschfläche und eine geringere Aktivierung der Radikalen mit sich bringt, was jedoch durch eine grössere Kontaktfläche ausgeglichen wird. Die Sterilisiermischung kann somit auch an hitzeempfindlichen Materialien verwendet werden.
  • Schliesslich muss noch bemerkt werden, dass die Wände des Verdampfers praktisch nicht mit den aktiven Radikalen in Kontakt kommen, welche sehr korrodierend sind; dies verringert grösstenteils das Phänomen der Korrosion, welchem man bei Geräten begegnet, die andere Arten von Verfahren verwenden.
  • Das Verfahren sieht weiter eine Phase der Temperatursteuerung der gasförmigen Mischung vor, welche entweder gleichzeitig mit oder unmittelbar nach der Verdampfungsphase erfolgen werden kann, und welche insbesondere die Kontrolle des Tauzustandes der gasförmigen Mischung möglich macht und die gasförmige Mischung in die Lage versetzt, für eine verhältnismässig lange Dauer aktiv gehalten zu werden. Diese Phase wird allgemein mit Hilfe eines Wärmeaustauschers von sehr niedriger Energie durchgeführt, oder mit einem minimalen Temperaturunterschied zwischen der erhitzten Flüssigkeit und der Heizflüssigkeit, welcher physisch von dem Verdampfer getrennt ist, aber welcher physisch auch entweder von dem Verdampfer getrennt oder in diesen eingebaut sein könnte.
  • Im Anschluss an die Verdampfungsphase sieht das betreffende Verfahren eine Wartezeit, zwischen 0.5 und 2 Sekunden einschliesslich, zwischen dem Austreten der gasförmigen Mischung aus dem Verdampfer und deren Eintreten in eine Sterilisierkammer vor, in welcher der Kontakt zwischen der gasförmigen Mischung und dem zu sterilisierenden Material erfolgt, mit der daraus sich ergebenden Sterilisierung des Materials. Es muss bemerkt werden, dass eine Wartezeit von zwischen 0.5 und 2 Sekunden einschliesslich im Verhältnis zu der Kinetik der einbezogenen Molekularmechanismen sehr lang ist.
  • Während dieser Wartezeit strömt die gasförmige Mischung durch eine Durchlaufvorrichtung, allgemein bestehend aus einem rohrförmigen Element, welches den Verdampfer mit der Sterilisierkammer verbindet, und welches in der Sterilisierkammer mit Hilfe einer Drossel mündet, beispielsweise eine Verteilerdüse, welche die in die Sterilisierkammer eintretende Mischung beschleunigt. Temperatur und Sättigungsgrad der Mischung werden in dieser Durchlaufvorrichtung auf vorgegebenen Werten gehalten. Dies erlaubt die Kontrolle der physikalischchemischen Eigenschaften der gasförmigen Mischung und macht das Verfahren sehr zuverlässig und wiederholbar.
  • Die Temperatur im Inneren der Sterilisierkammer ist geringer als der Taupunkt der gasförmigen Mischung; auf diese Weise wird im Inneren der Kammer ein aktiver Sprühnebel erzeugt, welcher das zu sterilisierende Material umgibt und es sterilisiert. Eine Kühlphase der Sterilisierkammer kann vorgesehen werden, um diese Eigenschaft zu erhalten.
  • Weil nun die Verwendung von aktivierten Komplexen und/oder Radikalen in der gasförmigen Phase noch keine wirkungsvolle Sterilisierung gewährleistet, da nur ein Bruchteil derselben die zu sterilisierende Oberfläche benetzen kann, sollte die gasförmige Mischung in der Lage sein, an der Oberfläche des zu sterilisierenden Materials und nicht anderswo zu kondensieren, da während der Kondensierung eine Rekonzentration der Radikalen in flüssiger Phase erfolgt, gefolgt von einem schnellen Zerfall des aktivierten Komplexes.
  • Um dieses Verhalten zu erreichen, muss das Leitgas mit der Sterilisierlösung gesättigt sein und dieser Zustand während der gesamten Wartezeit erhalten bleiben; wenn die gasförmige Mischung tatsächlich während der Wartezeit oder in der Durchlaufvorrichtung beginnen würde zu kondensieren, würde eine allmähliches Fluten der Verteilerdüse auftreten und vor allem ein schneller Abfall der bakteriziden Leistung. Es ist nicht unbedingt notwendig, die Sättigung zu erreichen; es ist ausreichend für die gasförmige Mischung, die durch Expansion von der Verteilerdüse aus abkühlt, eine Temperatur unterhalb des Taupunktes zu erreichen.
  • Berücksichtigt man die Wartezeit und die Geschwindigkeit der Mischung, kann auf einmal gesehen werden, dass das rohrförmige Element, welches die Durchlaufvorrichtung bildet, sehr lang sein kann (im Bereich von zig Metern); diese Tatsache ist sehr interessant betreffend die Konstruktion der Anlage, da der Bereich, in welchem die gasförmige Sterilisiermischung erzeugt wird, von dem Anwendungsbereich getrennt werden kann. Dies zusammen mit anderen Eigenschaften bedeutet, dass das Verfahren bei jedem Typ von Anlage, enthaltend einen Bereich zur Sterilisierung mit chemischen Mitteln, angewandt werden kann. Es sollte jedoch hervorgehoben werden, dass die Wartezeit auch fortfallen und die gasförmige Mischung unmittelbar nach ihrem Austritt aus dem Verdampfer verwendet werden kann, wenn dies gewünscht wird. Dies könnte zu einer, wenn auch nur leicht grösseren Wirksamkeit der gasförmigen Mischung führen, jedoch auf Kosten der Flexibilität des Verfahrens und mit geringerer Kontrolle von dessen Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit.
  • Das betreffende Verfahren wurde in Bezug auf seine grundlegenden charakteristischen Aspekte beschrieben, insofern, dass viele der Werte der einbezogenen Grössenordnungen weder übermässig wichtig noch kritisch sind, was die korrekte Anwendung des Verfahrens betrifft.
  • Tatsächlich liegt ein grundlegender Vorteil des Verfahrens darin, dass viele Verfahrensparameter je nach den betrieblichen Notwendig-keiten verändert werden können, während eine wirkungsvolle Kontrolle der gasförmigen Mischung und deren Sterilisierleistung durchweg beibehalten wird. Nachstehend werden daher durch ein Beispiel beide Elemente berücksichtigt, sei es das der allgemeinen Art zur Bestimmung von Werten für die bertreffende Grössenordnung, wie auch das der Durchführung des Verfahrens mit den zugeordneten erhaltenen Ergebnissen. Die folgenden Werte sind allgemein bekannt oder werden von dem Konstrukteur gewählt:
    • – Typ der Sterilisierlösung, welche der Konstrukteur frei aus denen von bekanntem Typ und Eigenschaften wählen kann;
    • – Typ des Leitgases, welches allgemein sterile Luft ist, aber auch frei von dem Konstrukteur gewählt werden kann;
    • – Durchfluss (QL) der Sterilisierlösung;
    • – Konzentration (X) des Sterilisieragens (generell festgelegt auf Grund der Korrosionsprobleme oder der Begrenzung von Produktresten auf der zu sterilisierenden Oberfläche);
    • – Zerfalltemperatur (TD) des Sterilisieragens (Temperatur, bei welcher die Verbindung zerfällt und ihre bakterizide Wirkung verliert);
    • – Höchsttemperatur (TP), welche die Oberfläche des zu sterilisierenden Materials aushalten kann;
    • – Temperatur (TS) der gasförmigen Sterilisiermischung, die nicht kritisch ist, welche der Konstrukteur aber als innerhalb ausreichend grosser Wertebereiche festlegen kann, vorausgesetzt, dass sie niedriger als TD sind.
  • Der Kompressor, oder eine andere technisch gleichwertige Vorrichtung zum Zuführen des Leitgasstromes, ist so ausgelegt, dass eine Strömungsgeschwindigkeit des Gases von 5 bis 50 Mal QL vorgesehen ist, mit einer Spitze entsprechend den vollständigen Ladeverlusten des Kreises, welche vorwiegend in der Verteilerdüse konzentriert sind; die Düse muss mit einer besonders hohen Geschwindigkeit arbeiten (60-120 m/s), um zusätzlich zu der Expansion eine schnelle Diffusion der gasförmigen Mischung in der Sterilisierkammer zu bewirken.
  • Mit dem Druck stromabwärts des Kompressors und den bekannten Fliessgeschwindigkeiten der Sterilisierlösung und des Leitgases kann der Taupunkt der Mischung kalkuliert werden. Die Ausgangstemperatur aus dem Verdampfer und/oder dem Wärmeaustauscher mit sehr niedriger Energie (Thermostat) sollte um wenigstens 10°C höher sein als der Taupunkt, so dass eine Kondensierung der Mischung in der Durchlaufvorrichtung verhindert wird.
  • Schliesslich ist die Temperatur der Sterilisierkammer festgelegt; sie sollte um wenigstens 10°C niedriger sein als der Taupunkt der Mischung.
  • Wenn die Sterilisiermischung (bei Temperatur TS) von der Verteilerdüse aus expandiert, sichert deren hohe Geschwindigkeit eine schnelle Abkühlung, vorwiegend zurückzuführen auf das Mischen mit der in der Sterilisierkammer vorhandenen Luft. Durch eine korrekte Auslegung der Verteilerdüse kann die mit der Temperatur TP zusammenhänge Abhängigkeit unabhängig von dem Wert der Temperatur TS eingehalten werden.
  • Wie leicht gesehen werden kann, sind in dem Verfahren nach der Erfindung keine besonders kritischen Faktoren vorhanden; der wichtigste Aspekt ist praktisch das erfolgreiche Erhalten eines kreisförmigen Zweiphasenflusses.
  • Erstes praktisches Beispiel
    • – Sterilisierlösung: 4,5% Oxonia Aktiv P3 (Henkel – Wirkstoff 5% Perethansäure) in vollentsalztem Wasser;
    • – Leitgas: sterile Luft;
    • – QL: 55 l/h;
    • – TD: 100°C;
    • – TP: 63°C (PET-Flaschen;
    • – TS: 70°C;
    • – Geschwindigkeit im Verdampfer: 20 m/s;
    • – Druck am Verdampfer: 0.5 bar;
    • – Wartezeit: 1 Sekunde
    • – Geschwindigkeit an der Verteilerdüse: 90 m/s;
    • – Temperatur der Sterilisierkammer: 15°C.
  • Unter Anwendung dieses Verfahrens zur Sterilisierung von PET-Flaschen wurde eine Zeit von gerade 3 Sekunden zur zehnfachen Reduzierung von Sporen von B. Subtilis erhalten, welche eine viel kürzere Zeit ist als die von dem Hersteller der Lösung angegebene Zeit zur Verwendung als wässrige Lösung, wie auch als die Zeit, welche bei einem versuchsweise durchgeführten Verfahren des vorher bekannten Typs festgestellt wurde, und zwar mit einer Lösung gleicher Konzentration (4,5%) und auf die gleiche Temperatur (70°C) gebracht; bei dem letzten Versuch hat man eine Zeit von etwa 30 Sekunden für eine zehnfache Reduzierung der Sporen von B. Subtilis erhalten.
  • Andere praktische Beispiele
  • Der Zweck der Sterilisierung ist erreicht durch die Erfindung, wenn das Sterilisieragens in einem Luftstrom zerstäubt und der Sprühnebel durch eine Heizquelle auf eine Temperatur zwischen 25°C und 80°C aufgeheizt wird, und dieser dann in der gasförmigen Phase mit Hilfe der Trägerluft auf die zu sterilisierende Oberfläche geblasen wird, welche eine Temperatur um 10°C bis 30°C aufweist, so dass die kondensierbaren Komponenten des Gases an den Oberflächen kondensieren. Das Sterilisieragens, welches Perethansäure in einer Konzentration von 0.1 % bis 1.5% enthält, ist flüssig und wird vorzugsweise mit Hilfe einer Hochdruckdüse in einen Luftstrom gesprüht, so dass das flüssige Sterilisieragens zu einem Sprühnebel zerstäubt wird, weshalb hier auch der Ausdruck „Zerstäubung" verwendet wird. Der Luftstrom trägt nun den Sprühnebel, also das fein in Tröpfchen unterteilte flüssige Sterilisieragens, so dass die Mischung aus Luft und Sterilisieragens transportiert wird. Der in dem Strom vorhandene Sprühnebel wird durch Heizmittel auf 25°C bis 80°B aufgeheizt, vorzugsweise in einem Wärmeaustauscher, so dass der Sprühnebel verdampft. Der gesamte Strom, das heisst die beschriebene Mischung, befindet sich nun in der gasförmigen Phase. Der Strom des Sprühnebels mit der Trägerluft wird dann auf die Oberfläche der zu sterilisierenden Verpackung geblasen. Die Temperatur der strömenden Gasmischung ist so gewählt, dass die kondensierbaren Komponenten des auf die Verpackung geblasenen Gases kondensieren, da diese zu sterilisierenden Oberflächen eine Temperatur von nur 10°C bis 30°C haben.
  • Ein überraschender Vorteil ist, dass ein sehr grosse Palette von Verpackungen, zum Beispiel Hohlkörper und deren Deckel, in einer Zeit sterilisiert werden kann, die wesentlich kürzer als 2 Minuten ist, und dies kann trotz der niedrigen Temperatur der zu sterilisierenden Oberflächen getan werden, welche im Bereich zwischen 10°C und 30°C liegt. Dies macht es möglich, eine erhebliche Menge an Energie und an Platz zu sparen, kleinere Maschineneinheiten zu verwenden und weniger Chemikalien zu verbrauchen.
  • Nach der Erfindung ist es besonders vorteilhaft, wenn die Pe rethansäure in dem Sterilisieragens in einer Konzentration von 0.2 bis 0.3% vorhanden ist. Infolge der niedrigen Konzentration der in dem Sterilisieragens enthaltenen Chemikalien wird jede Migration in Kunststoffoberflächen erheblich verlangsamt, so dass nicht die Gefahr der Veränderung von Lebensmitteln durch Rückstände besteht, wenn die Verpackungen mit dem Verfahren nach der Erfindung sterilisiert worden sind. Nichtsdestoweniger werden bei der hier erwähnten verhältnismässig niedrigen Temperatur 99,99% der bakteriellen Sporen getötet.
  • Bei einer weiteren Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Sterilisieragens dem Luftstrom in einer Menge von 10-100 Liter pro Stunde zugeführt wird, vorzugsweise in einer Menge von 55 Liter pro Stunde. Somit werden auf Grund der niedrigen Konzentration des verwendeten Sterilisieragens nur kleine Mengen von Chemikalien über eine kurze Anwendungsdauer verwendet, und trotzdem wird eine Abtötung von 99,99% erreicht. Die oben erwähnte Menge an Sterilisieragens macht es möglich, eine Sättigung des Luftstromes mehr oder weniger bei den genannten Temperaturen zu erhalten, zum Beispiel im Bereich von 25°C bis 80°C, mit dem Ergebnis, dass, wenn die Gasmischung auf die zu sterilisierenden Oberflächen trifft, an den genannten Oberflächen auch die Kondensierung stattfindet, die zum Befeuchten der Oberflächen mit dem flüssigen Sterilisieragens führt und so mit das Abtöten sichert.
  • Nach der Erfindung ist es ausserdem vorteilhaft, wenn als Sterilisieragens Oxonia Aktiv P3 in einer Konzentration von 3% bis 10%, vorzugsweise 6%, verwendet wird. Die Verdünnung wird erhalten durch Vermischen von vollentsalztem Wasser mit dem Handelsprodukt Oxonia Aktiv. Infolge der niedrigen Konzentration sind kleinere Mengen an Sterilisieragens erforderlich als man erwartet hätte. Dadurch entsteht der weitere Vorteil, dass die Nebenerscheinungen des Sterilisierverfahrens vorteilhafter sind, weil zum Beispiel eine kleinere Menge von Komponenten mit unangenehmem Geruch zur Benutzung notwendig ist. Durch die niedrige Konzentration von Oxonia Aktiv sind weniger Zeit und/oder nicht so viel Hitze oder Luft zum Trocknen erforderlich, als man im Falle der bisher bekannten Verfahren erwarten konnte. Die Tatsache, dass das Sterilisieragens vor allem in dem Verfahren nach der Erfindung keinen speziellen Trocknungsvorgang erfordert, kann als ein weiterer Vorteil betrachtet werden. Einzig und allein ist das Spülen vorgesehen, um die Chemikalien zu entfernen.
  • Das Verfahren kann besonders vorteilhaft durchgeführt werden, wenn, wie nach der Erfindung, die Luft kontinuierlich strömt. Zur Anwendung des Sterilisieragens an der zu sterilisierenden Oberfläche wird Luft als Träger verwendet. Nach dem Durchlaufen durch einen sterilen Filters kann die genannte Luft auf eine einfache und wirtschaftliche Weise zum kontinuierlichen Strömen gebracht werden, und das flüssige Sterilisieragens wird dann dem genannten Strom beigegeben, wenn das Verfahren beginnt.
  • Es ist besonders vorteilhaft, wenn, wie nach der Erfindung, der Luftstrom einen Durchlauf von 100 bis 600 m3 pro Stunde hat, vorzugsweise einen Durchlauf um 360 m3 pro Stunde.
  • Wenn die oben erwähnten Mengen an Sterilisieragens, zum Beispiel 10-100 Liter pro Stunde, in einen Luftstrom dieser Grössenordnung gegeben werden, wird ein mit dem flüssigen Sterilisieragens gesättigtes Trägergas an der zu sterilisierenden Oberfläche erhalten. Diese Sättigung bewirkt die unverzügliche Kondensierung der kondensierbaren Komponenten der Gasmischung, wenn letztere auf die verhältnismässig kalten Oberflächen des Verpackungsteils trifft.
  • Diese Bedingungen können ebenfalls erhalten und können auch besonders vorteilhaft festgelegt werden, wenn nach einer weiteren Ausführung der Erfindung die Temperatur des Luftstroms, anfänglich bei Raumtemperatur und den Sprühnebel tragend, bis in einen Bereich zwischen 50°C und 70°C aufgeheizt wird. Die Energieeinsparung einer Anlage zum Durchführen des Sterilisierverfahrens nach der Erfindung wird erkannt, wenn es bekannt ist, dass der Luftstrom anfangs Raumtemperatur hat. Der von diesem getragene Sprühnebel wird in dem erwähnten Temperaturbereich zum Verdampfen gebracht, so dass dann in der Gasmischung beziehungsweise in dem Strom die gasförmige Phase vorhanden ist. Andererseits kann bei einer vorteilhaften Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung die zu sterilisierende Verpackung erwärmt werden, und zwar nur um 2°C über ihrer ursprünglichen Temperatur, zum Beispiel der Raumtemperatur.
  • Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung wird der den Sprühnebel tragende Luftstrom innerhalb von 5 bis 20 Sekunden, vorzugsweise von 10 Sekunden, auf die zu sterilisierende Oberfläche geblasen. Dieser Luftstrom, welcher die oben beschriebene Gasmischung sein kann, in welcher das flüssige Sterilisieragens nach dem Verdampfen des Sprühnebels vorhanden ist, wirkt somit nicht für 2 bis 3 Minuten auf die zu sterilisierende Oberfläche, sondern nur für 20 Sekunden. Infolge dieser kurzen Zyklusdauer, zusammen mit der niedrigen Konzentration des Sterilisieragens und auch der niedrigen Betriebstemperatur, sind vorteilhafterweise am Ende des Zyklus nur noch kleine Restmengen von Sterilisieragens vorhanden. Die hier gemessenen und bei Versuchen erhaltenen Werte lagen wesentlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten der gültigen Bestimmungen.
  • Wenn man präzise den Anfang und das Ende der Wirkungsdauer des Sterilisieragens bei einem genauen Versuch messen will, ist es notwendig, mit dem Beginn des Stromes der Gasmischung auf die zu sterilisierende Oberfläche anzufangen und in dem Moment aufzuhören, in dem der gerade auf die zu sterilisierende Oberfläche geblasene Gasstrom unterbrochen wird.
  • Es ist vorzuziehen, wenn, wie nach der Erfindung, die Verpackung ein Hohlkörper ist, in welchen der den Sprühnebel tragende Luftstrom entgegen der Schwerkraft eingeblasen wird. Der Strom, welcher die Gasmischung aus Luft und verdampftem Sterilisieragens enthält, wird durch die Öffnung eines Hohlkörpers mit einer vertikalen Komponente nach oben geblasen. Das Sterilisieragnes bildet die kondensierbare Komponente, kondensiert unverzüglich nach dem Auftreffen auf die innere Oberfläche des Hohlkörpers und bildet einen Flüssigkeitsfilm, der die zu sterilisierende Oberfläche befeuchtet. Diese Flüssigkeit befeuchtet die Oberfläche und der Überfluss tropft nach unten durch die Eintrittsöffnung in Richtung Schwerkraft ab. In den 5 bis 20 Sekunden der Verweilzeit des Verpackungsteils in dem Sterilisierbereich ist keine Ansammlung einer verhältnismässig grossen Menge Flüssigkeit vorhanden, so dass eine kurze Spülzeit mit vollentsalztem Wasser ausreichend ist, um alle Chemikalien zu entfernen.
  • Die Kondensierung, Befeuchtung und folgliche Sterilisierung erfolgt auch im Halsbereich eines hohlen Verpackungselementes (eine Flasche oder ähnliches). Sterilisiereffekte wurden auch an der Aussenseite und der Rückseite (ausserhalb des Bodens) des Hohlkörpers festgestellt, und zwar von einer gewissen, wenn auch reduzierten Intensität.
  • Nach einer weiteren Betrachtung der Erfindung kann die Sterilisierkammer in einer Maschine zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung einer kalten sterilen Luft ausgesetzt werden, zum Beispiel sterile Luft bei Raumtemperatur, vorzugsweise 10°C. Das Ergebnis ist dann das Abkühlen der zu sterilisierenden Verpackung und folglich eine gute Kondensierung beim Taupunkt. Das Übergehen zu kalter steriler Luft erweist sich als unabhängig von der Raumtemperatur. Auch wenn die zu sterilisierende Verpackung im Sommer oder in einem heissen Land anfangs eine Temperatur von bis zu 30°C hat, fällt deren Temperatur schnell ab, wenn sie, wie erwähnt, kalter steriler Luft ausgesetzt wird. Mit dieser kleinen zusätzlichen Massnahme kann der Kondensiereffekt erheblich verbessert werden.
  • Die bekannten offenbarten Verfahren, welche das flüssige Oxonia Aktiv einerseits und das hoch konzentrierte Wasserstoffperoxid andererseits verwenden, könnten einfacher ausgelegt werden, wenn sie die oben erklärte Lehre nach der vorliegenden Erfindung berücksichtigen.
  • Nur ein Bruchteil der Menge an Sterilisieragens ist im Vergleich mit den grossen Mengen in den bekannten Verfahren erforderlich, bei welchen Verpackungsteile, zum Beispiel Plastikflaschen (PET) vollkommen mit dem flüssigen Sterilisieragens gefüllt werden. Bei diesem Versuch wurde ein Luftstrom mit einer Temperatur von 45°C bis 150°C (vorzugsweise 50°C bis 70°C) als Träger für Oxonia Aktiv benutzt. Die Oxonia-Lösung wird mit Hilfe von Düsen in dem Luftstrom zerstäubt. Die Flüssigkeits-/Luftmischung wird dann bis auf eine Temperatur aufgeheizt, bei welcher die Luft praktisch gesättigt ist. Die Oxonia Aktiv enthaltende Luft wird an die zu sterilisierende Verpackung geleitet, wobei die Sterilisierkammer in der bei diesem Versuch berücksichtigten Abfüllmaschine auf einer Temperatur unter dem Taupunkt gehalten wird. Hier wurde das Konzept angewandt, die Sterilisierkammer mit kalter steriler Luft zu versorgen, um jederzeit eine gute Kondensierung beim Taupunkt zu erhalten. Die Verpackung mit einer Temperatur unter dem Taupunkt (vorzugsweise Raumtemperatur) wurde in die Sterilisierkammer geführt, und zwar mit der Öffnung der Verpackung nach unten zeigend angeordnet. Die das flüssige Oxonia enthaltende Luft wurde durch dünne Blasröhren in den Hohlkörper der Verpackung geblasen. Das Oxonia Aktiv kondensierte an den kalten Oberflächen der Verpackung an der Innenseite wie auch an der Aussenseite. Dies erfolgte bei einer Behandlungsdauer, wobei die Behandlung mit der im Falle der Filmkondensierung vergleichbar ist. Die Konzentration von Oxonia in dem kondensierten Film ist ungefähr die gleiche wie bei der Lösung, welche zum Zerstäuben in der Luft benutzt wurde. Nachdem der erste dieser Versuche durchgeführt war, wurden Kontaktzeiten von ein paar Minuten zum Erreichen des geforderten Abtötens der bakteriellen Sporen erwartet. Erstaunlicherweise jedoch waren die Sporen in nur wenigen Sekunden abgetötet, das heisst die Verpackung war sterilisiert.
  • Ausserdem hat die niedrige Konzentration des Sterilisieragens den Vorteil, dass keine Konosion an den gefährdeten Teilen der Sterilisier- und Abfüllmaschine auftritt. Abgesehen von dem oben erwähnten geringeren Energieverbrauch konnte vorteilhafterweise auch bewiesen werden, dass die für die zu sterilidierende Oberfläche angewandten niedrigen Temperaturen, wie Temperaturen der Verpackung unter 65°C, es überraschenderweise möglich machen, mit dem neuen Verfahren nach der Erfindung auch PET-Flaschen zu sterilisieren. Die andere, zweite Wirkung der niedrigen Temperaturen ist das geringe Absorptionsvermögen der Oberfläche einer PET-Flasche gegenüber der Absorbierung von Peroxid und Perethansäure durch Migration. Deckel und jede Art von Verschlussteilen für Verpackungen in Form von Hohlkörpern können ebenfalls sehr schnell durch das Verfahren nach der Erfindung sterilisiert werden. Die kritischen Oberflächen eines Verschlusses werden vorzugsweise direkt der Gasmischung ausgesetzt, und jene Oberflächen von solchen Teilen und Verschlüssen, welche angrenzend sind oder dahinter liegen, kommen trotzdem mit dem Sterilisieragens in Kontakt und unterliegen somit innerhalb kurzer Zeit und bei niedriger Temperatur der Sterilisierung.
  • Bei einer weiteren Ausführung der Erfindung, unter Bezugnahme auf die Abbildung in der Zeichnung, wird Luft bei Raumtemperatur in einem Kompressor 1 auf einen Druck von ungefähr 0,4 bar gebracht und wird, nachdem sie durch einen sterilen Luftfilter geströmt ist (um zu dem trägen Leitgas nach der Erfindung zu werden) in die Hauptleitung 4 gepresst. Diese hat eine Krümmung 5, an deren Aussenseite eine Zerstäuberdüse 6 montiert ist.
  • Die Düse 6 ist über eine Zuführleitung 7 an einen feststehenden Druckbehälter 8 angeschlossen. Der Behälter 8 enthält eine unter einem Druck von 3 bar stehende Sterilisierflüssigkeit 9. Wahlweise kann über ein Ventil 10 frische Sterilisierflüssigkeit 9 zugegeben werden.
  • Die Hauptleitung 4 zum Leiten des Luftstromes verläuft vertikal, stromabwärts der oberen Krümmung 5, und wird zum rohrförmigen Verdampfer 11 für die Mischung aus Sterilisierflüssigkeit und Leitgas. Der Verdampfer 11 geht durch einen Wärmeaustasucher 12 und der Luftstrom geht durch eine weitere Verlängerung des Verdampfers 11, bezeichnet als Leitung 13 für das Gas, bis zu dem Verteilerplatz einer Abfüllmaschine, die in ihrer Gesamtheit mit 15 bezeichnet ist.
  • Der Wärmeaustauscher 12 ist entlang dem Verlauf des Verdampfers 11 angeordnet und ist bei der vorliegenden Ausführung über ein Ventil 16 mit Dampf beheizt. Das Heizmittel wird dann über einen Kondensatabscheider 17 entfernt.
  • Unterhalb der Düse 6 sind die in dem unsichtbaren Luftstrom zerstäubten Flüssigkeitströpchen in Form von Sprühnebel 18 gezeigt. Die Tröpfchen sind kleiner und in einer geringeren Anzahl im Bereich des Wärmeaustauschers 12 dargestellt, in der Richtung stromabwärts des Luftstromes. Somit wird praktisch eine reine Gasmischung in Richtung des Pfeiles 19 in das Gasrohr 13 geleitet.
  • Ein schematisch dargestellter Drehtisch 21, welcher nur zwei Stationen aufweist, jede eine Verpackung tragend, enthaltend die zu sterilisierenden Oberflächen, dreht sich um die Achse 20 einer Abfüllmaschine 15, welche auch als Sterilisierkammer fungiert, wobei die Achse durch eine unterbrochene Linie dargestellt ist. Die Verpackung 22 ist eine PET-Flasche, die mit ihrer Öffnung 23 nach unten gerichtet durch die Öffnung des Drehtisches 21 gehend eingesetzt ist. Die Zuführleitung 24 wird von unten her durch die Flaschenöffnung 23 in das Innere der PET-Flasche eingeführt und endet darin bei ungefähr einem Drittel der Flaschenlänge. Die Pfeile 25 zeigen den Austritt der Gasmischung aus der Leitung 24 in das Innere der PET-Flasche. Die unterbrochene Linie 26 entlang der inneren Oberfläche der PET-Flasche stellt den Flüssigkeitsfilm der aus der gasförmigen Phase kondensierten Sterilisierflüssigkeit dar. Der Film kann nach unten abtropfen (nicht gezeigt), aussen über die Zuführleitung 24 hinaus und durch die Öffnung 23, und kann dort mit Hilfe eines Kollektors (nicht gezeigt) aufgefangen werden.
  • In dem gezeigten System und der Ausführung wird eine 6%-ige Lösung von Oxonia Aktiv P3 in einem Druckbehälter 8 bei 3 bar unter Druck gehalten und durch die Düse 6 in einen Luftstrom gesprüht, der einen Durchlauf von 360 m3 pro Stunde hat, und zwar mit einer Leistung von 55 Litern pro Stunde. Dies ergibt den Sprühnebel aus Gas und Sterilisierflüssigkeit in dem Verdampfer 11. Als Ergebnis der Verdampfung in dem Verdampfer 11, welcher durch den Wärmeaustauscher 12 aufgeheizt wird, beträgt die Temperatur der Mischung aus Gas und Sterilisierflüssigkeit in dem Gasrohr 13 70°C.
  • Diese Mischung aus Gas und Sterilisierflüssigkeit wird, wie durch die Pfeile 25 angezeigt ist, durch die Zuführleitungen 24 an die innere Oberfläche der PET-Flasche geleitet, welche etwa Raumtemperatur hat, kondensiert dort und bildet einen Kondensfilm 26. Die kondensierbaren Komponenten des Gases sind vorwiegend Wasser, Peroxid und Perethansäure.
  • Bei einem Versuch wurden etwa 25 Liter Gas für 10 Sekunden in jede PET-Flasche geleitet. Am Ende waren 99,99% der bakteriellen Sporen abgetötet, ein aussergewöhnliches Ergebnis.

Claims (18)

  1. Kontinuierliches Verfahren zur Hyperaktivierung von Sterilisierflüssigkeiten, vom Typ verwendend eine Sterilisierlösung bekannter Art und enthaltend die folgenden Phasen: – Mischen der Sterilisierlösung mit einem Gas, welches im Verhältnis zu der Sterilisierlösung träge ist, so dass eine Zweiphasen-Sterilisiermischung Inertgas/Sterilisierlösung erhalten wird; – Verdampfen der in der Mischung enthaltenen Sterilisierlösung, um eine Mischung gasförmiger Dampf/Inertgas zu bilden; – Blasen der gasförmigen Mischung auf das zu sterilisierende Material, wo dann der Dampf kondensiert; bei welchem die Verdampfungsphase durchgeführt wird durch Eingeben der Zweiphasen-Sterilisiermischung in einen rohrförmigen Verdampfer mit einer Strömung von kreisförmiger Bewegung, in welcher die Flüssigphase der Mischung über die heissen Wände des Verdampfers geleitet wird, ohne auf den Siedepunkt gebracht zu werden, und mit einer geringeren Geschwindigkeit verglichen mit der Geschwindigkeit der gasförmigen Phase der Mischung, welche durch den mittleren Bereich des Verdampfers strömt, wobei die Stärke der Flüssigphase, die an den Wänden des Verdampfers haftet, im Bereich von Bruchteilen eines Millimeters liegt, und wobei die genannte Stärke abhängig ist von der Fliessgeschwindigkeit der Flüssigkeit, der Strömungsgeschwindigkeit des Gases und der Geometrie des Verdampfers.
  2. Verfahren nach Patentanspruch 1, bei welchem: – die Phase des Mischens der Sterilisierlösung mit einem Inertgas durchgeführt wird durch Zerstäuben der Sterilisierlösung in einem Strom von Inertgas; – die erhaltene Sterilisiermischung in den rohrförmigen Verdampfer eingegeben wird.
  3. Verfahren nach Patentanspruch 2, bei welchem der genannte Strom von Inertgas eine Geschwindigkeit hat, die zwischen 15 und 50 m/s einschliesslich liegt.
  4. Verfahren nach Patentanspruch 2, bei welchem das Verhältnis zwischen der Strömungsgeschwindigkeit des Inertgases, ausgedrückt in Nmc/h, und der Fliessgeschwindigkeit der Sterilisierflüssigkeit, ausgedrückt in 1/h, zwischen 5 und 50 einschliesslich liegt.
  5. Verfahren nach Patentanspruch 1, bei welchem die Wandtemperatur des Verdampfers geringer ist als der Siedepunkt der Sterilisierlösung.
  6. Verfahren nach Patentanspruch 1, bei welchem: – eine Wartezeit zwischen 0.5 und 2 Sekunden einschliesslich zwischen einem Austritt der gasförmigen Mischung aus dem Verdampfer und dem Eintritt derselben in eine Sterilisierkammer vorgesehen ist, in welcher Sterilisierkammer der Kontakt zwischen der gasförmigen Mischung und dem zu sterilisierenden Material stattfindet; – während der Wartezeit die gasförmige Mischung durch eine Durchlaufvonichtung strömt, welche den Verdampfer mit der Sterilisierkammer verbindet, und welche über eine Drossel in der Sterilisierkammer mündet, in welcher die Temperatur und der Sättigungsgrad der Mischung auf vorgegebenen Werten gehalten wird.
  7. Verfahren nach Patentanspruch 6, bei welchem die Temperatur im Inneren der Sterilisierkammer geringer ist als ein Taupunkt der gasförmigen Mischung.
  8. Verfahren nach Patentanspruch 1, enthaltend eine Phase der Temperaturregulierung der gasförmigen Mischung, welche Phase gleichzeitig mit oder unmittelbar nach der Verdampungsphase ausgeführt wird.
  9. Verfahren nach Patentanspruch 2, bei welchem sich der genannte Strom von Inertgas mit Durchwirbelung bewegt. 10. Verfahren nach Patentanspruch 7, enthaltend eine Kühlphase der Sterilisierkammer.
  10. Verfahren zum Sterilisieren von Verpackungen (22) mit einer Sterilisierflüssigkeit (9), enthaltend Pektinsäure in einer Konzentration von 0.1 % bis 1.5%, welche Sterilisierflüssigkeit (9) die Oberflächen der zu sterilisierenden Verpackungen (22) befeuchtet, Bakteriensporen daran abtötet und dann entfernt wird, wobei die Sterilisierflüssigkeit in einem Strom steriler Luft zerstäubt und ein sich ergebender Niederschlag (18) durch einen Wärmeaustauscher (12) auf eine Temperatur zwischen 25°C und 80°C aufgeheizt wird, bevor er mit der Mischung sterile Luft/Sterilisierflüssigkeit in einer Gasphase auf die Oberflächen der zu sterilisierenden Verpackungen (22) geblasen wird, welche Oberflächen eine Temperatur zwischen 10°C und 30°C haben und kondensierbare Bestandteile der Mischung sterile Luft/Sterilisierflüssigkeit bewirken, die an dieser zu kondensieren sind, wobei die Mischung sterile Luft/Sterilisierflüssigkeit (18) in einen rohrförmigen Verdampfer (11) mit einer Strömung von kreisförmiger Bewegung eingegeben wird, in welcher die Flüssigphase der Mischung über die Wände des Verdampfers geht, und zwar mit einer geringeren Geschwindigkeit verglichen mit der Geschwindigkeit der gasförmigen Phase der Mischung, welche durch den mittleren Bereich des Verdampfers verläuft, wobei die Stärke der Flüssigphase, die an den Wänden des Verdampfers haftet, im Bereich von Bruchteilen eines Millimeters liegt, und wobei die genannte Stärke abhängig ist von der Fliessgeschwindigkeit der Flüssigkeit, der Strömungsgeschwindigkeit des Gases und der Geometrie des Verdampfers.
  11. Verfahren nach Patentanspruch 11, bei welchem die Pektinsäure in der Sterilisierflüssigkeit (9) in einer Konzentration zwischen 0.2% und 0.3% vorhanden ist.
  12. Verfahren nach Patentanspruch 11 oder 12, bei welchem die Sterilisierflüssigkeit (9) dem Strom von steriler Luft in einer Menge von 10 bis 100 Liter pro Stunde zugegeben wird, vorzugsweise 55 Liter pro Stunde.
  13. Verfahren nach einem beliebigen der Patentansprüche von 11 bis 13, bei welchem die Sterilisierflüssigkeit (9) aktives P3-Oxonium in einer Konzentration von 3% bis 10% enthält.
  14. Verfahren nach einem beliebigen der Patentansprüche von 11 bis 14, bei welchem die sterile Luft kontinuierlich strömt.
  15. Verfahren nach einem beliebigen der Patentansprüche von 11 bis 15, bei welchem der Fluss der sterilen Luft bei einem Durchlauf von 100 bis 600 Kubikmeter pro Stunde liegt, vorzugsweise zwischen 350 und 450 Kubikmeter pro Stunde, und wirklich vorzugsweise bei 360 Kubikmeter pro Stunde.
  16. Verfahren nach einem beliebigen der Patentansprüche von 11 bis 16, bei welchem die Temperatur des Luftstromes, anfangs bei Raumtemperatur und die Sterilisierflüssigkeit in Form von Dampf mitführend, nach einem Aufheizprozess zwischen 50°C und 70°C beträgt.
  17. Verfahren nach einem beliebigen der Patentansprüche von 11 bis 17, bei welchem die Mischung sterile Luft/Sterilisierflüssigkeit in der Gasphase für eine Dauer zwischen 5 und 10 Sekunden, vorzugsweise um 10 Sekunden, auf die zu sterilisierenden Oberflächen geblasen wird.
  18. Verfahren nach einem beliebigen der Patentansprüche von 11 bis 18, bei welchem die Verpackungen (22) aus Hohlkörpern bestehen, in welche die Mischung sterile Luft/ Sterilisierflüssigkeit nach oben gerichtet eingeblasen wird.
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