HINTERGRUND DER ERFINDUNG
GEBIET DER ERFINDUNG
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Diese Erfindung betrifft Zusammensetzungen, die durch Kochen einer
kationischen oder amphoteren Stärke und eines kationischen, nicht-ionischen oder amphoteren
Polyacrylamids erhalten werden. Die resultierenden, modifizierte Stärke enthaltenden
Zusammensetzungen sind generell als Klärmittel zum Entfernen von Feststoffen aus
wäßrigen Dispersionen geeignet und weisen eine spezielle Eignung als Retentionsmittel
bei der Papierherstellung auf.
TECHNISCHER HINTERGRUND
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Die Papierherstellung beinhaltet die Bildung und Entwässerung einer Bahn, die in
erster Linie aus Cellulosefasern und anorganischem Füllstoff gebildet ist. Die Bahn wird
durch Ausbreiten einer wäßrigen Suspension, welche die Cellulosefasern und den
anorganischen Füllstoff enthält, über einem Gitter oder Netz und anschließendes
Entwässern gebildet, wodurch eine Bahn oder ein Blatt gebildet wird. Die wäßrige
Suspension wird in der Wirtschaft als "Papierstoff" bezeichnet, und das entfernte Wasser
wird als "Rückwasser" bezeichnet.
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Die Industrie hat lange nach Möglichkeiten gesucht, um den Prozentsatz an
kleinen Cellulosefasern und Füllstoffteilchen, die bei der Bildung der Papierbahn mit
dem Rückwasser entfernt werden, zu senken. Dies stellt nicht nur einen Materialverlust
dar, sondern trägt auch dazu bei, daß sich im Rückwasser Stoffe ansammeln, die als
"anionische Verunreinigungen" bekannt sind und die Leistungsfähigkeit der Ausrüstung
beeinträchtigen. Somit macht eine verbesserte Retention der Feinstoffe nicht nur die
Entwässerung einfacher, sondern verbessert auch die Rentabilität und Produktivität des
Papierherstellungsverfahrens.
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Im Stand der Technik werden zahlreiche Zusätze vorgeschlagen, um die
Feinstoffretention und die Naßpartieentwässerung zu verbessern. Häufig werden für diesen
Zweck kationische Stärken verwendet, insbesondere die relativ teuren kationischen
Kartoffel- und Wachsmaisstärken. Es wird auch die billigere kationische Maisstärke
verwendet, aber sie liefert im allgemeinen keine ausreichende Feinstoffretention und
Naßpartieentwässerung.
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Im Stand der Technik werden zahlreiche Vorschläge gemacht, um die Effizienz
von kationischer Stärke für diesen Zweck zu verbessern. Die PCT-Anmeldung
WO 91/07543, veröffentlicht am 30. Mai 1991, schlägt beispielsweise vor, der
Cellulosesuspension eine kationische Stärke, ein kationisches Polyacrylamid und eine
polymere Kieselsäure zuzugeben, um die Feinstoffretention und die Entwässerung zu
verbessern. Die Zugabe von großen Polyacrylamid-Mengen verteuert das
Papierherstellungsverfahren jedoch nicht nur erheblich, sondern kann den Papierstoff zu stark
ausflocken lassen, was zu einer mangelhaften Papierbildung führt. Weiterhin offenbart
das US-Patent Nr. 4,066,495 ein Material, das eine kationische Stärke und ein
anionisches Polyacrylamid enthält und das bei 90ºC 20 Minuten lang erwärmt werden
kann, um einen Zusatz für die Papierherstellung zu erzeugen.
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So besteht weiterhin ein Bedarf an Zusätzen, um die Feinstoffretention und die
Naßpartieentwässerung bei der Papierherstellung zu verbessern.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es wurde nun gefunden, daß amphotere und kationische Stärken eine verbesserte
Nutzwirkung als Retentionszusätze bei der Papierherstellung zeigen, wenn die Stärken
mit einem kationischen, nicht-ionischen oder amphoteren Polyacrylamid gekocht
werden. Demgemäß stellt die Erfindung eine modifizierte Stärke bereit, die durch
Kochen einer amphoteren Stärke oder einer kationischen Stärke mit einem
Substitutionsgrad zwischen 0,01 bis 0,2 mit mindestens einem Polyacrylamid mit einem
Molekulargewicht von mindestens 500 000, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
nicht-ionischem Polyacrylamid, amphoterem Polyacrylamid und kationischem
Polyacrylamid mit einem Substitutionsgrad zwischen 1% und 80 Gew.-% hergestellt wird,
wobei das Kochen bei einer Temperatur von mindestens etwa 60ºC in einer wäßrigen
Lösung mit einem pH-Wert über etwa 7,0 durchgeführt wird, wobei das
Gewichtsverhältnis von Stärke zu Polyacrylamid bei über 5 zu 1 liegt, und zwar so lange, daß die
Stärke wirksam modifiziert wird. Obwohl die modifizierte Stärke insbesondere bei der
Papierherstellung von Nutzen ist, ist sie auch generell sehr gut für die Entfernung von
Feststoffen aus wäßrigen Suspensionen geeignet.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine modifizierte Stärke nach Anspruch
1.
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Bevorzugte Ausführungsformen davon sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 6.
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Weiterer Gegenstand ist ein Papierstoff, der die erfindungsgemäße Stärke enthält.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER
BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Die von dieser Erfindung bereitgestellten modifizierten Stärken verbessern die
Feinstoffretention und die Naßpartieentwässerung des Papierherstellungsverfahrens,
während sie die Auswahl von kostengünstigeren Zusätzen oder geringeren Mengen
bestimmter Zusätze erlauben. Insbesondere wurde gefunden, daß kationische oder
amphotere Stärken, wenn sie mit einem kationischen, nicht-ionischen oder amphoteren
Polyacrylamid gekocht werden, die Feinstoffretention über das Maß hinaus verbessern, das
durch die getrennte Zugabe der Stärke und des Polyacrylamids während der
Papierherstellung erreicht wird.
STÄRKE
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Bei der kationischen Stärke kann es sich um eine derjenigen handeln, die schon
bisher bei der Papierherstellung verwendet wurden. Die kationische Stärke kann von
einem der üblichen stärkeerzeugenden Materialien abgeleitet sein, wie Maisstärke,
Kartoffelstärke, Wachsmaisstärke und Weizenstärke. Die Kationisierung wird durch in
der Industrie bekannte Verfahren erreicht, beispielsweise durch die Zugabe von 3-Chlor-
2-hydroxypropyltrimethylammoniumchlorid, um kationische Stärken mit verschiedenen
Stickstoff-Substitutionsgraden zu erhalten. Der Grad der kationischen Substitution der
Stärken (Gew.-% Stickstoff/Stärke) kann im Bereich von 0,01 bis 0,2, vorzugsweise
zwischen 0,02 und 0,15 liegen. Natürlich vorkommende amphotere Stärken, wie
Kartoffelstärke, oder synthetische amphotere Stärken können ebenfalls ausgewählt
werden.
POLYACRYLAMID (PAM)
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Das PAM ist nicht-ionisch, amphoter oder vorzugsweise kationisch, mit einem
Molekulargewicht von mindestens 500 000, vorzugsweise mindestens 1 000 000.
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Die kationischen oder amphoteren PAMs können einen Grad an kationischer
Substitution von 1 Gew.-% bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 10 Gew.-% bis
40 Gew.-% aufweisen. Unter "Substitutionsgrad" ist zu verstehen, daß die Polymere
statistisch verteilte Monomer-Wiederholungseinheiten aufweisen, die eine chemische
Funktionalität enthalten und die, wenn sie in Wasser gelöst werden, kationisch geladen
werden. Diese Monomereinheiten schließen Gruppen wie Amingruppen ein, sind aber
nicht darauf beschränkt. Das PAM kann ein Feststoff sein, als Pulver, als Mikroperlen,
als Wasser-in-Öl-Emulsion oder in einer anderen in der Industrie bekannten Form
vorliegen.
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Geeignete PAMs können von Allied Colloids, Suffolk, VA, und von Nalco,
Naperville, IL, sowie von anderen Quellen bezogen werden.
KOCHEN
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Die Stärke und das PAM können zusammen trockengemischt werden oder als
Aufschlämmung(en) in Wasser gemischt werden, bevor sie gekocht werden, oder sie
können während des Stärkekochens gemischt werden. Statt trockenes oder
aufgeschlämmtes PAM zu mischen, kann das PAM vorhydratisiert werden, bevor es mit der
Stärke gemischt und gekocht wird. Statt trockene oder aufgeschlämmte Stärke zu
mischen, kann die Stärke gekocht, mit dem PAM vermischt und erneut gekocht werden.
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Das Kochen wird auf bequeme Weise durchgeführt, indem man einen
Stärkekocher an der Papiermühle verwendet. Es kann ein Chargenkocher oder ein
kontinuierlicher Kocher, beispielsweise ein Strahlkocher, gewählt werden. Das kontinuierliche
Strahlkochen wird normalerweise bei Temperaturen von 80 bis 130ºC bei einem Druck
von 1 Atmosphäre oder darüber durchgeführt. Der Feststoffgehalt während des Kochens
liegt im allgemeinen bei unter 15%, aber es können auch höhere
Feststoffkonzentrationen verwendet werden, wenn ein ausreichendes Mischen erreicht werden kann.
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Die ausgewählten Kochzeiten und -temperaturen variieren je nach
Zusammensetzung und Ausrüstung. Die Kochbedingungen müssen ausreichen, um die Stärke zu
verkleistern und das PAM zumindest teilweise zu hydratisieren und mit der Stärke
umzusetzen. Die Koch- oder Heiztemperaturen liegen bei mindestens etwa 60ºC,
vorzugsweise mindestens 65ºC und am stärksten bevorzugt bei mindestens 80ºC bis
100ºC. Vorteile der Erfindung wurden beispielsweise schon bei Kochtemperaturen von
unter 60ºC beobachtet. Temperaturen über 100ºC können gewählt werden, wenn eine
Zersetzung der Stärke und des PAMs verhindert wird. So kann bei der Durchführung
der Erfindung ein Chargenkochen bei Drücken von über einer Atmosphäre gewählt
werden, um Kochtemperaturen von über 100ºC und sogar bis zu 130ºC oder darüber
auswählen zu können. Die gewählte Kochzeit liegt normalerweise im Bereich von
einigen Minuten bis unter einer Stunde. Für niedrigere Kochtemperaturen werden
normalerweise längere Kochzeiten benötigt.
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Wenn kationisches oder nicht-ionisches PAM verwendet wird, werden die besten
Ergebnisse erhalten, wenn die Stärke/PAM-Mischung bei einem pH-Wert von über 7
gekocht wird, obwohl auch bei einem pH-Wert von unter 7 schon eine gewisse
Verbesserung der Ascheretention gefunden wird. Der bevorzugte pH-Wert für das Kochen
von entweder kationischem oder nicht-ionischem PAM und Stärke liegt bei 8 bis 10,5.
Der pH-Wert ist nicht entscheidend, wenn ein amphoteres PAM ausgewählt wird, aber
typischerweise liegt er im Bereich von 3 bis 11.
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Der pH-Wert beim Kochen kann mit herkömmlichen Säuren, Basen oder Salzen
eingestellt werden. Die Verwendung von alkalischen Aluminiumverbindungen, wie
Natrium- und Kaliumaluminat, hat sich für diesen Zweck als besonders geeignet
erwiesen, da diese Verbindungen das Rückhaltevermögen ebenfalls erhöhen, wie in
Beispiel 6 erläutert. Überraschenderweise wird das Rückhaltevermögen dadurch sogar in
sauren Papierstoffen verbessert. Außerdem wurde gefunden, daß der Einschluß der
alkalischen Aluminiumverbindung in die Kochlösung eine modifizierte Stärke zur Folge
hat, die die Verwendung eines nicht-aluminisierten Mikropartikel-Rückhaltemittels in
sauren Papierstoffen ermöglicht, wodurch das Rückhaltevermögen weiter verbessert
wird, obwohl diese nicht-aluminisierten Rückhaltemittel in sauren Papierstoffen
normalerweise keine guten Leistungen zeigen.
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Das Gewichtsverhältnis von PAM zu Stärke variiert mit den ausgewählten
Inhaltsstoffen und dem Maß, in welchem Verbesserungen bei der Feinstoffretention und der
Naßpartieentwässerung gewünscht werden. Es wurde beispielsweise gefunden, daß
Maisstärke mit schlechter Leistung so weit verbessert werden kann, daß sie der teureren
Kartoffelstärke ebenbürtig oder überlegen ist, indem man sie mit lediglich 1 Gew.-%
PAM kocht. Normalerweise liegt das ausgewählte Gewichtsverhältnis von Stärke zu
PAM bei über 5 zu 1, vorzugsweise bei über 10 zu 1. Die PAM-Menge, die der Stärke
zugegeben wird, sollte nicht so hoch sein, daß sie ein Ausfällen der Stärke bewirkt,
wobei diese Menge abhängig von den Inhaltsstoffen und dem ausgewählten
Kochverfahren variiert.
PAPIERHERSTELLUNG
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Die gekochte Stärke/PAM-Zusammensetzung kann jedem geeigneten Papierstoff
als Retentionsmittel zugesetzt werden, um die Feinstoffretention und die
Naßpartieentwässerung zu verbessern. Der Papierstoff kann eine Reihe von Holzstoffen und
anorganischen Füllstoffen enthalten und weist normalerweise einen pH-Wert von 4 bis 10
auf. So können gebleichter Kraftzellstoff, mechanisch-thermische,
chemisch-mechanisch-thermische und Holzschliff-Zellstoffe zusammen mit Tonen, ausgefälltem oder
gemahlenem Calciumcarbonat, Titandioxid und anderen anorganischen Füllstoffen
verwendet werden, falls gewünscht,. Diese Füllstoffe werden, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Papiers, normalerweise in einer Beladung von 15 Gew.-% bis 20 Gew.-%
verwendet, können aber für spezielle Zwecke auch Anteile von 30 Gew.-% oder darüber
erreichen.
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Besonders günstige Ergebnisse werden erhalten, wenn der Papierstoff auch ein
anionisches anorganisches Kolloid enthält, wie es in der Papierherstellungsindustrie
üblich ist. So kann der Papierstoff beispielsweise Montmorillonit, Bentonit,
Kieselsäuresole, mit Aluminium modifizierte Kieselsäuresole, Aluminiumsilicatsole,
Polykieselsäure, Polysilicat-Microgele und Polyaluminosilcat-Microgele, einzeln oder kombiniert,
enthalten.
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Der Papierstoff kann auch andere typische Zusätze, wie Kleister,
Aluminiumverbindungen (Alaun, Aluminate, Polyaluminiumchloride usw.), kationische Polymere
(Retentionsmittel und Flockungsmittel), anionische Polymere und/oder getrennt
zugegebene Stärke, enthalten. Es hat sich gezeigt, daß insbesondere Aluminium-Verbindung
das Retentionsvermögen der gekochte Stärke und PAM enthaltenden
Zusammensetzungen erhöhen. Obwohl die genannten Inhaltsstoffe mit guten Ergebnissen in beliebiger
Reihenfolge zugegeben werden können, besteht die bevorzugte Reihenfolge der Zugabe
darin, zuerst die Aluminiumverbindungen, als nächstes das erfindungsgemäße
gekochte/PAM und dann das anorganische anionische Kolloid zuzugeben.
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Obwohl die Erfindung detailliert mit Bezug auf die Papierherstellung beschrieben
wurde, ist es zu begrüßen, daß die Zusammensetzungen auch als Klärmittel verwendet
werden können, um Feststoffe aus wäßrigen Suspensionen zu entfernen.
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Die Erfindung wird nun durch die folgenden Beispiele erläutert, aber nicht
eingeschränkt.
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Aus Gründen der Einheitlichkeit wurde in allen Beispielen die Leistung der
Testlösungen als Rückhaltemittel in einem 5 Gramm/Liter Papierstoff gemessen, der aus
35% gebleichtem Krafthartholz, 35% gebleichtem Kraftweichholz und 30%
ausgefälltem Calciumcarbonat (PCC) zusammengesetzt war. Der pH-Wert des Papierstoffs
lag bei 8,0. Der Papierstoff wurde in einem Britt Jar, der mit einem 50R-Gitter
(100 Mesh) ausgestattet war, bei 750 UpM gemischt. Die Ascheretentionen wurden aus
der Rückwasserprobe gemäß Tappi Standard T-261 ermittelt.
Beispiel 1
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Dieses Beispiel demonstriert, daß das gemeinsame Kochen von kationischer
Stärke und kationischem PAM eine bessere Retention ergibt als die getrennte, aber
gleichzeitige Zugabe der beiden Chemikalien zum Papierstoff. Es wurde eine
Trockenmischung hergestellt, indem man 3,0 Gramm kationische Stalok 300-Maisstärke von
Staley Starch mit 0,04 Gramm kationischem PAM "A" mit einem Molekulargewicht
von etwa 4 000 000 und einem Substitutionsgrad von 22 Gew.-% mischte. Diese
Mischung wurde zu 497 Gramm entionisiertem Wasser gegeben, und der pH-Wert wurde
unter Verwendung von Natriumhydroxid auf 8,5 eingestellt. Die Lösung wurde auf
einem Heizplattenrührer 30 Minuten lang erwärmt und begann nach etwa 15 Minuten
im Kochzyklus zu sieden. Nach dem Kochen wurde die Lösung von der Heizplatte
genommen und abkühlen gelassen. Die Lösung wurde erneut gewogen und das verdampfte
Wasser wurde ersetzt.
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Eine zweite Trockenmischung wurde hergestellt, indem man 3,0 Gramm
kationische BMB-40-Kartoffelstärke von Akzo Nobel mit 0,04 Gramm PAM "A" mischte.
Zu dieser Mischung wurden 497 Gramm entionisiertes Wasser gegeben, und der pH-
Wert wurde auf 8,5 eingestellt und es wurde gemäß dem oben beschriebenen Verfahren
gekocht.
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Zum Vergleich wurden Proben aus Stalok 300-Maisstärke und
BMB-40-Kartoffelstärke als 0,5 gew.-%ige Lösungen gemäß dem obigen Kochverfahren hergestellt.
Der pH-Wert dieser Stärkelösungen wurde nicht eingestellt. Eine 0,125 gew.-%ige Probe
von PAM "A" wurde getrennt hergestellt, indem man 1 Gramm PAM "A" zu
799 Gramm entionisiertem Wasser gab und die resultierende Lösung 1 Stunde lang
mischte.
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Stärke und PAM wurden dem Papierstoff bei einer Dosisrate von 15 lb/ton
(7,5 kg/Tonne) bzw. 0,25 lb/ton (0,125 kg/Tonne) getrennt zugegeben. In diesem und
den folgenden Beispielen wurde dem Papierstoff in einigen Tests eine gemäß
US 5,482,693 hergestellte Polyaluminosilicat-Microgellösung (PAS) zugegeben. Die
Reihenfolge der Chemikalienzugabe war wie folgt:
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Zeit (s) Schritt
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00 Starte Mischer
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15 Gebe Stärke zu; gebe PAM zu
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30 Gebe PAS zu
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45 Öffne Britt Jar-Ablaßventil
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50 Beginne Auffangen von Rückwasser
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80 Beende Auffangen von Rückwasser
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Die Ergebnisse für die Ascheretention sind in Tabelle I gezeigt.
Tabelle 1 % Ascheretention vs. Zugabeverfahren und PAS-Dosis
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Die Ergebnisse zeigen klar, daß die Ascheretention erheblich verbessert wird,
wenn kationische Stärke und kationisches PAM vor der Zugabe dieser Chemikalien zum
Papierstoff bei einem pH-Wert von 8,5 gemeinsam gekocht werden, und daß die
Ascheretention mit höheren PAS-Dosen ansteigt. Unter dem Gesichtspunkt der Kosten für die
Inhaltsstoffe wird besonders deutlich, daß die Leistung der Kornstärke und des PAMs,
wenn diese gemeinsam gekocht werden, der wesentlich teureren Kartoffelstärke/PAM-
Kombination, die entsprechend dem Stand der Technik getrennt zugegeben wird,
praktisch ebenbürtig ist.
Beispiel 2
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Dieses Beispiel demonstriert die Notwendigkeit, die kationische Stärke und das
kationische PAM zusammen zu kochen und sie nicht einfach bei niedrigeren
Temperaturen zu mischen.
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Probe A wurde hergestellt, indem man 3,0 Gramm Stalok 300 mit 497 Gramm
entionisiertem Wasser mischte und den pH-Wert auf 8,5 einstellte. Die Lösung mittels
des in Beispiel 1 beschriebenen Kochverfahrens gekocht. Nachdem die Probe auf 35ºC
abgekühlt war, wurden 0,04 Gramm PAM "A" zugegeben, und die resultierende Lösung
wurde vor dem Testen 1 Stunde lang gemischt.
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Probe B wurde hergestellt, indem man 3,0 Gramm Stalok 300 mit 497 Gramm
entionisiertem Wasser mischte und den pH-Wert auf 8,5 einstellte. Die Lösung wurde
mittels des in Beispiel 1 beschriebenen Kochverfahrens gekocht. Nachdem die Probe
auf 95ºC abgekühlt war, wurden 0,04 Gramm PAM "A" zugegeben, und die
resultierende Lösung wurde vor dem Testen 1 Stunde lang gemischt.
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Probe C wurde hergestellt, indem man 3,0 Gramm Stalok 300 mit 0,04 Gramm
PAM "A" mischte, dann 497 Gramm entionisiertes Wasser zugab und den pH-Wert auf
8,5 einstellte. Die Lösung wurde mittels des in Beispiel 1 beschriebenen
Kochverfahrens gekocht.
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Die nachstehende Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse für die Ascheretention. In dieser
Tabelle wird der pH-Wert der Stärkelösung oder der Stärke/PAM-Lösung vor dem
Kochen mit "a:pH" bezeichnet. Der pH-Wert nach dem Kochen wurde ebenfalls
gemessen und wird als "b:pH" bezeichnet.
Tabelle 2 % Ascheretention vs. Koch-/Misch-Verfahren und PAS-Dosis
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Die Ergebnisse zeigen ebenfalls, daß das Kochen der kationischen Stärke allein
bei einem pH-Wert von über 8,5 und das anschließende Mischen mit PAM bei 35ºC
(gemischte Probe A) oder 95ºC (gemischte Probe B) wesentlich weniger günstig für die
Verbesserung der Ascheretention ist als das gemeinsame Kochen gemäß dem
erfindungsgemäßen Verfahren (gekochte Probe C).
Beispiel 3
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Dieses Beispiele demonstriert, daß der pH-Wert beim gemeinsamen Kochen von
kationischer Stärke und kationischem PAM eine deutliche Verbesserung der Retention
bewirkt. Zuerst wurden 3,0 Gramm-Proben von Stalok 300-Maisstärke mit 0,04 Gramm
verschiedener Typen von kationischem PAM trockengemischt und dann in 497 Gramm
entionisiertem Wasser dispergiert. Kationisches PAM "B" weist ein Molekulargewicht
von etwa 7 000 000 und einen Substitutionsgrad von 22 Gew.-% auf. Kationisches
(flüssiges) PAM "C" weist ein Molekulargewicht von etwa 4 000 000 und einen
Substitutionsgrad von 22 Gew.-% auf. Da PAM "C" einen Gehalt an aktiven Inhaltsstoffen
von 50% aufweist, wurden in diesem Fall 0,08 Gramm zugegeben. Der pH-Wert der
Stärke/PAM-Lösungen wurde dann auf die in Tabelle 3 angegebenen Werte eingestellt
(als "a:pH") bezeichnet und entsprechend dem in Beispiel 1 beschriebenen
Kochverfahren gekocht. NE bedeutet, daß der pH-Wert nicht eingestellt wurde. Der pH-Wert
nach dem Kochen wurde ebenfalls gemessen und wird mit "b:pH" bezeichnet.
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Die Leistung der obigen Lösungen als Retentionsmittel wurde wie zuvor getestet.
Starke und PAM wurden dem Papierstoff in einer Dosisrate von 15 lb/ton
(7,5 kg/Tonne) bzw. 0,25 lb/ton (0,125 kg/Tonne) zugegeben. In einigen Versuchen
wurde PAS, die wie in Beispiel 1 hergestellt worden war, dem Papierstoff zugegeben.
Die Reihenfolge der Chemikalienzugabe war die gleiche wie in Beispiel 1. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 3 gezeigt.
Tabelle 3 % Ascheretention vs. pH-Wert-Einstellung und PAS-Dosis
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Die Ergebnisse zeigen klar, wie die Retention durch das gemeinsame Kochen von
kationischer Stärke und kationischem PAM bei einem pH-Wert von über 5,5 verbessert
wird.
Beispiel 4
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Dieses Beispiel demonstriert, daß eine kationische Stärke, die mit
vorhydratisiertem kationischem PAM bei einem pH-Wert von 8,5 gemischt und gekocht wird, die
Retention ebenfalls verbessert. Eine Probe aus 0,125%igem kationischem PAM wurde
hergestellt, indem man 1,0 Gramm PAM "B" zu 799 Gramm entionisiertem Wasser
gab. Die Lösung wurde 1 Stunde lang hydratisieren gelassen. Dann wurden 33,3 Gramm
dieser 0,125%igen PAM-Lösung mit 464 Gramm entionisiertem Wasser und 3,0 Gramm
Stalok 300 gemischt. Der pH-Wert wurde dann auf 8,5 eingestellt, und die Lösung
wurde gemäß dem in Beispiel 1 beschriebenen Kochverfahren gekocht. Eine zweite
Stärke/PAM-Mischung wurde hergestellt, indem man 0,04 Gramm PAM "B" mit
3 Gramm Stalok 300 trockenmischte, und dann die Trockenmischung zu 497 Gramm
entionisiertem Wasser gab. Der pH-Wert wurde auf 8,5 eingestellt, und das Kochen
wurde gemäß dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren durchgeführt.
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Die Leistung der obigen Testlösungen als Retentionsmittel wurde wie zuvor
getestet. Stärke und PAM wurden dem Papierstoff in Dosisraten von 15 lb/ton
(7,5 kg/Tonne) bzw. 0,25 lb/ton (0,125 kg/Tonne zugegeben. PAS, die wie in Beispiel 1
hergestellt worden war, wurde in einigen Tests dem Papierstoff zugegeben. Die
Reihenfolge der Chemikalienzugabe war die gleiche wie in Beispiel 1. Es wurde auch ein Test
durchgeführt, bei dem die kationische Stalok 300-Maisstärke und prehydratisiertes
PAM "B" dem Papierstoff getrennt, aber gleichzeitig zugegeben wurden.
Tabelle 4 % Ascheretention vs. PAM-Hydratisierung und PAS-Dosis
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Die in Tabelle 4 gezeigten Ergebnisse zeigen klar, daß das Kochen von
kationischer Stärke mit vorhydratisiertem kationischem PAM bei einem pH-Wert von 8,5
den gleichen Grad der Ascheretention liefert wie das Kochen von Stärke und PAM, die
trockengemischt wurden. Beide Verfahren liefern Ergebnisse, die der getrennten Zugabe
der gleichen Chemikalien zum Papierstoff überlegen sind.
Beispiel 5
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Dieses Beispiel demonstriert, daß die Zugabe einer Aluminiumverbindung zum
Papierstoff die Leistung der Mischung aus kationischer Stärke/kationischem PAM
erhöht. Eine Trockenmischung wurde hergestellt, indem man 3,0 Gramm kationische
Stalok 300-Maisstärke von Staley Starch mit 0,04 Gramm kationischem PAM "A"
mischte. Zu dieser Mischung wurden 497 Gramm entionisiertes Wasser gegeben. Der
pH-Wert wurde auf 8,6 eingestellt. Die Lösung wurde auf einem Heizplattenrührer
30 Minuten lang erwärmt und begann nach etwa 15 Minuten im Kochzyklus zu sieden.
Nach dem Kochen wurde die Lösung erneut gewogen, und das verdampfte wurde
ersetzt. Der End-pH-Wert der Lösung betrug 7,1.
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Die Leistung der obigen Lösungen als Rückhaltemittel wurden wie zuvor getestet.
Stärke und PAM wurden dem Papierstoff bei einer Dosisrate von 15 lb/ton
(7,5 kg/Tonne) bzw. 0,25 lb/ton (0,125 kg/Tonne) zugegeben. PAS, die wie in
Beispiel 1 hergestellt worden war, wurde dem Papierstoff bei 2 lb/ton (1 kg/Tonne)
zugegeben. Papierherstellungs-Alaun und Natriumaluminat wurden dem Papierstoff in
einigen Tests ebenfalls zugegeben. Die Reihenfolge der Zugabe war wie folgt:
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Zeit (s) Schritt
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00 Starte Mischer
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15 Gebe Aluminiumverbindung zu
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30 Gebe Stärke zu; Gebe PAM zu
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45 Öffne Britt Jar-Ablaßventil
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65 Beginne Auffangen von Rückwasser
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95 Beende Auffangen von Rückwasser
Tabelle 5 % Ascheretention vs. Aluminiumzugabeschritt
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Die Ergebnisse zeigen, daß die Retention durch die Zugabe einer
Aluminiumverbindung zum Papierstoff weiter verbessert wird.
Beispiel 6
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Dieses Beispiel zeigt, wie die Verwendung einer alkalischen
Aluminiumverbindung für die Einstellung des pH-Werts von kationischer Stärke/kationischem PAM auf
über 7 vor dem Kochen die Leistung der Mischung als Retentionsmittel erhöht.
Trockenmischungen wurden hergestellt, indem man 3,0 Gramm kationische Stalok 300-
Maisstärke mit 0,04 Gramm PAM "B" und verschiedenen Mengen Natriumaluminat
mischte, wie für die Beispiele D bis 6 in Tabelle 7 aufgeführt. Zu diesen Mischungen
wurden 497 Gramm entionisiertes Wasser gegeben. Der pH-Wert in der Mischung, die
kein Natriumaluminat enthielt, wurde auf 8,5 eingestellt. Der pH-Wert in den
Mischungen, die Natriumaluminat enthielten, wurde gemessen, aber nicht eingestellt, und wird
als "a:pH" bezeichnet. Die Lösung wurde auf einem Heizplattenrührer 30 Minuten lang
erwärmt und begann nach etwa 15 Minuten im Kochzyklus zu sieden. Nach dem
Kochen wurden die Lösung erneut gewogen, und das verdampfte Wasser wurde ersetzt.
Der pH-Wert der Lösung wurde erneut gemessen und wird als "b:pH" bezeichnet.
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Die Leistung der obigen Lösungen als Retentionsmittel wurde wie zuvor getestet.
Stärke und PAM wurden dem Papierstoff getrennt bei einer Dosisrate von 15 lb/ton
(7,5 kg/Tonne) bzw. 0,25 lb/ton (0,125 kg/Tonne) zugegeben. PAS, die wie in
Beispiel 1 hergestellt worden war, wurde dem Papierstoff in einigen Versuchen zugegeben.
Die Reihenfolge der Chemikalienzugabe war die gleiche wie in Beispiel 1.
Tabelle 6 % Ascheretention vs. Kochverfahren und PAS-Dosis
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Die Ergebnisse zeigen klar den Nutzen der Verwendung einer alkalischen
Aluminiumverbindung, um den pH-Wert der Mischungen aus kationischer
Stärke/kationischem PAM einzustellen.
Beispiele 7
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Dieses Beispiel demonstriert, daß das gemeinsame Kochen von kationischer
Stärke und nicht-ionischem PAM bei einem pH-Wert von 10 eine bessere Retention
ergibt als die getrennte, aber gleichzeitige Zugabe beider Chemikalien zum Papierstoff.
Eine Trockenmischung wurde hergestellt, indem man 3,0 Gramm kationische Stalok 300-
Maisstärke von Staley Starch mit 0,04 Gramm nicht-ionischem PAM "D" mit einem
Molekulargewicht von etwa 14 000 000 mischte. Zu dieser Mischung wurden 497 Gramm
entionisiertes Wasser gegeben. Der pH-Wert wurde auf 10,1 eingestellt.
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Die Lösung wurde auf einem Heizplattenrührer 30 Minuten lang erwärmt und
begann nach etwa 15 Minuten im Kochzyklus zu sieden. Nach dem Kochen wurde die
Lösung erneut gewogen und das verdampfte Wasser wurde ersetzt. Der End-pH-Wert
der Lösung betrug 9,9.
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Zum Vergleich wurde eine Probe aus Stalok 300 als 0,5 gew.-%ige Lösung gemäß
dem obigen Verfahren hergestellt. Es wurde ein pH-Wert der Lösung von 7,5 ermittelt,
der nicht eingestellt wurde.
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Eine 0,125 gew.-%ige PAM "D"-Lösung wurde hergestellt, indem man 1 Gramm
PAM "D" zu 799 Gramm entionisiertem Wasser gab und die resultierende Lösung
1 Stunde lang mischte. Es wurde ein pH-Wert der Lösung von 4, 4 ermittelt, der nicht
eingestellt wurde.
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Die Leistung der obigen Lösungen als Retentionsmittel wurde getestet wie zuvor.
Stärke und PAM wurden dem Papierstoff bei einer Dosisrate von 15 lb/ton
(7,5 kg/Tonne bzw. 0,25 lb/ton (0,125 kg/Tonne) zugegeben. PAS, die in Beispiel 1
hergestellt worden war, wurde in einigen Versuchen zugegeben. Die Reihenfolge der
Zugabe war die gleiche wie in Beispiel 1.
Tabelle 7 % Ascheretention vs. Kochverfahren und PAS-Dosis
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Die Ergebnisse zeigen klar, daß die Retention durch das gemeinsame Kochen von
kationischer Stärke und nicht-ionischer Stärke bei einem pH-Wert von 10 vor der
Zugabe dieser Chemikalien zum Papierstoff verbessert wird.
Beispiel 8
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Dieses Beispiel zeigt, daß die Vorteile der Erfindung bei Kochtemperaturen unter
dem bevorzugten Bereich von 80ºC bis 100ºC erhalten werden können. Es wurden vier
verschiedene Mischungen unter Verwendung von 3,0 Gramm kationischer BMB-40-
Kartoffelstärke hergestellt, die mit 472 Gramm entionisiertem Wasser gemischt wurde,
das 2 ml 0,1 N Natriumhydroxid-Lösung und 25 Gramm prehydratisiertes kationisches
PAM "C" enthielt. Die Lösungen wurden unter Mischen während eines 30 Minuten-
Kochzyklus auf verschiedene Temperaturen erwärmt. Eine vierte Lösung wurde
hergestellt, indem man 3 Gramm BMB-40-Stärke in 497 Gramm entionisiertem Wasser
30 Minuten lang bei einem Temperatur-Sollwert von 95ºC kochte.
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Die vier Lösungen wurden als Papierherstellungs-Retentionsmittel getestet.
0,5 lb/t (0,25 kg/Tonne) Al&sub2;O&sub3; als Alaun, 20 lb/t (10 kg/Tonne) Stärke und 0,25 lb/t
(0,125 kg/Tonne) PAM wurden dem Papierstoff zugegeben. 4 nm kolloidales
Siliciumdioxid wurden dem Papierstoff ebenfalls gemäß dem Verfahren in Beispiel 1
zugegeben. Die nachstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse der Ascheretention.
Tabelle 8 % Ascheretention vs. Kochtemperatur
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Die Ergebnisse zeigen, daß die Ascheretention klar überlegen ist, wenn
kationische Stärke und kationisches PAM zusammen bei Temperaturen unter der
bevorzugten Temperatur von 95ºC für das Kochen von Kartoffelstärke gekocht werden,
verglichen mit der getrennten Zugabe der gleichen, auf normale Weise hergestellten
Chemikalien zum Papierstoff.