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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Ausnehmen vom Eingeweide von Schlachtgeflügel, und von dem im
Oberbegriff von Anspruch 1 beschriebenen Typ.
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Bei bekannten. Verfahren zum Ausnehmen der Eingeweide von
Schlachtgeflügel, insbesondere Schlachthähnchen, wird zum
Beispiel eine ringförmige Ausnahmevorrichtung verwendet, um
das Eingeweide zuerst zu lösen, bevor es teilweise entfernt
wird, das heißt, dass der größte Teil des Eingeweides, das
noch im Inneren des Schlachthähnchens verbunden ist, entlang
der Außenseite des Schlachthähnchens herunterhängt, bis es
die Veterinärkontrolle passiert hat. Es ist weiterhin
bekannt, eine plattenförmige Ausnahmevorrichtung zu
verwenden, um das Eingeweide in Kombination mit einem so
genannten Greifer zum Ausnehmen des gesamten Eingeweides zu
lösen, das aus Organen und Eingeweide besteht, die nach dem
Ausnehmen vom Greifer herunterhängen. Es besteht aber noch
die Gefahr, dass das Eingeweide die Außenseite des
Schlachthähnchens berührt, bevor das Eingeweide über einen
separaten Förderer gehängt wird, der in Bezug auf die
Veterinärprüfung synchron parallel mit dem Förderer bewegt
wird, in dem das Schlachthähnchen noch aufgehängt ist, so
dass das dazugehörige Eingeweide und das Schlachthähnchen die
Veterinärkontrolle gleichzeitig passieren. Es ist klar, dass
solche Ausnehmverfahren eine klare Möglichkeit gegenseitiger
Verunreinigung während des Schlachtvorgangs beinhalten, da
sich die einzelnen Schlachthähnchen weiter berühren können.
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Dieses bekannte Problem bei mit Bakterien infizierten
Schlachthähnchen tritt aber nicht nur in
Geflügelschlachthäusern auf. Nichtsdestoweniger kann man eine Verschlimmerung
des Problem während der bekannten Handhabung von
Schlachtgeflügel während des Schlachtvorgangs nicht vermeiden, da
sehr wenige mit Bakterien infizierte Schlachthähnchen fast
unvermeidlich bewirken, dass eine große Zahl von
Schlachthähnchen gegenseitig mit Bakterien verunreinigt
werden.
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Die EP-A1-0 539 134 offenbar einen länglich geformten
Ausnahmelöffel, der zwei längliche Seitenarme enthält, die entlang
ihrer Länge im Abstand angeordnet sind. Die Seitenarme sind
relativ zueinander schwenkbar montiert und sind in einen
ersten Modus federvorgespannt, in dem sie einen geschlossenen
länglichen Löffel ausbilden.
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Die US-A-3 711 897 offenbart ein Verfahren und einen Apparat
zum Ausnehmen von Schlachtgeflügel, bei dem ein kombinierter
Ausnahmelöffel und Greifer verwendet wird. Der
Ausnahmeapparat verwendet zwei einander gegenüberliegende
Löffelglieder, die zum Einführen in die Körperhöhlung des
auszunehmenden Geflügels angepasst sind. Die Löffel sind
getrennt schwenkbar zur Drehung in einer vertikalen Ebene auf
einem an einem Förderer angebrachten Wagen montiert.
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Vor diesem Hintergrund hat die Erfindung zum Ziel, ein
verbessertes Verfahren zum Handhaben von Schlachtgeflügel,
insbesondere Schlachthähnchen, während des Schlachtvorgangs
zu schaffen, so dass die Möglichkeit gegenseitiger
Verunreinigung vermieden oder vermindert werden kann - und
bei dem ein sichereres Ausnehmen der Eingeweide von
Schlachtgeflügel erreicht werden kann.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch
charakterisiert, dass der erwähnte Ausnahmelöffel mit dem
Greifer kombiniert ist, dass die Bewegung des Ausnahmelöffels
und des Greifers im Verhältnis zum Schlachthähnchen auf eine
solche Weise kontrolliert wird, dass ein vorderster gebogener
Teil des Greifers in einer gewölbten Vertiefung in einer
geschlossenen Hinterseite des Ausnahmelöffels angebracht ist,
dass der Ausnahmelöffel und der Greifer sofort nach der
Einführung von oben in den Körper des Schlachthähnchens nach
außen/nach unten nahe entlang des Brustbeins des
Schlachthähnchens geschwungen werden, bevor der
Ausnahmelöffel und der Greifer wieder nach innen/nach unten
bewegt werden und das Eingeweide umschließen, dass der
Ausnahmelöffel danach allein nach oben entlang des Rückens
des Schlachthähnchens bewegt wird, während gleichzeitig ein
vorderste Endes des Greifers geöffnet wird, dass der Rücken
des Schlachthähnchens nach außen gepresst wird, so dass der
geöffnete Greifer zwischen Vermagen (Proventrikulus) und
Kropf um die Speiseröhre greift, wenn er danach wieder
geschlossen wird, wonach der Ausnahmelöffel aus dem
Schlachthähnchen und weiter nach oben entlang einer
Hinterplatte bewegt wird, die dazu dient, dass das Eingeweide
im Ausnahmelöffel umschlossen bleibt, bis der Greifer, der
auch aus dem Schlachthähnchen bewegt wird und der immer noch
um die Speiseröhre zwischen Vormagen und Kropf greift, das
Eingeweide übernehmen kann.
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Mittels einfacher Vorkehrungen wird hierdurch erreicht, dass
der Gebrauch des kombinierten Ausnahmelöffels und Greifers in
einem präziseren Lösen und Fixieren des Eingeweides im
Greifer und gleichzeitig einem Umschließen des Eingeweides in
dem dazugehörigen hinten geschlossenen Ausnahmelöffel
resultiert, so dass das Eingeweide von der Außenseite des
Schlachthähnchen ferngehalten wird. Weiterhin wird
sorgfältigeres Lösen des Eingeweides mit verminderter Gefahr
von Aufreißen der Eingeweide erreicht, so dass weiterhin die
Möglichkeit gegenseitiger Verunreinigung vermindert oder
vermieden werden kann.
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Zweckmäßig wird gemäß der Erfindung das Eingeweide mittels
der erwähnten Hinterplatte im Ausnahmelöffel umschlossen
gehalten, bis es vom Schlachthähnchen freigeschwungen wird,
wonach das Eingeweide, das immer noch vom Greifer fixiert
ist, entweder zu einem separaten Suspensionsförderer
aufgehängt wird, oder dass es über ein anderes
Beförderungsmittel freigegeben wird, wie z. B. über einen
Bandförderer, der mit Trennwänden versehen ist.
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Weiterhin betrifft die Erfindung einen Apparat zum Ausnehmen
vom Eingeweide von Schlachtgeflügel, insbesondere
Schlachthähnchen, vgl. das beschriebene Verfahren und eine Anzahl von
Ausnahmevorrichtungen umfassend, die je aus einem
Ausnahmelöffel und aus einem Greifer bestehen, welcher
Ausnahmeapparat dadurch charakterisiert ist, dass der
Ausnahmelöffel mit dem Greifer kombiniert ist und mit einer
gewölbten geschlossenen Hinterseite versehen ist, dass der
Greifer einen gewölbten vordersten Endteil aufweist, der dazu
angepasst ist, in eine ähnliche gewölbte Vertiefung in der
Hinterwand des Ausnahmelöffels einzugreifen, wobei der
erwähnte Apparat Bewegungsmittel umfasst, die zur Bewegung
des Ausnahmelöffels und des Greifers angepasst sind, derart,
dass der Ausnahmelöffel, während der gewölbte vordere Teil
des Greifers in erwähnter hinterer Vertiefung angeordnet ist,
von oben in das Schlachthähnchen eingeführt werden kann und
nach vorne/unten entlang des Brustbeins des Schlachtkörpers
des Schlachthähnchens bewegt werden kann, bevor der
Ausnahmelöffel und der Greifer nach vorne/nach unten bewegt
werden, um das Eingeweide zu umschließen und dieses nach oben
entlang des Rückens des Schlachthähnchens zu tragen,
Kontrollmittel zum Öffnen des Greifers, Bewegungsmittel, die
dazu angepasst sind, den Rücken des Schlachthähnchens nach
vorne zu pressen, so dass der geöffnete Greifer um die
Speiseröhre zwischen Vormagen und Kropf greifen kann, wenn
der Greifer wieder geschlossen wird, Führungsplattenmittel,
die nahe zum Rücken des Schlachthähnchens angebracht sind und
die dazu angepasst sind, das Eingeweide im hohlen
Ausnahmelöffel zu umschließen, wenn dieser weiter nach oben
aus dem Schlachthähnchen bewegt wird, bis der Greifer, der
auch aus dem Schlachthähnchen bewegt wird und immer noch um
die Speiseröhre zwischen Vormagen und Kropf greift, das
Eingeweide übernehmen kann.
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Zweckmäßig sind die Führungsplattenmittel des
Ausnahmeapparates gemäß der Erfindung so vorgesehen, dass das Eingeweide
im Ausnahmelöffel umschlossen gehalten werden kann, bis es
vom Schlachthähnchen freigeschwungen ist.
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Weiterhin betrifft die Erfindung einen Ausnahmelöffel zum
Gebrauch durch das Verfahren bzw. den Apparat, welcher
Ausnahmelöffel dadurch charakterisiert ist, dass er mit einer
geschlossenen, gewölbten Hinterseite versehen ist, die eine
externe gewölbte Vertiefung aufweist, die dazu angepasst ist,
einen entsprechenden gewölbten Vorderteil eines Greifers zu
empfangen.
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Es folgt eine nähere Erläuterung der Erfindung unter
Bezugnahme auf die Zeichnungen, in denen:
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Fig. 1 Prinzipskizzen A-N zeigt, die die Bewegung des
Ausnahmelöffels und Grefers durch das
Verfahren gemäß der Erfindung veranschaulichen,
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Fig. 2A-2C die Relativstellung von Ausnahmelöffel und
Greller zeigen, dessen gewölbter Vorderteil
durch das Bewegungsmuster vgl. Fig. 1 A-H
geschlossen wird,
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Fig. 3A-3C die Relativstellung von Ausnahmelöffel und
Greifer zeigen, dessen gewölbter Vorderteil
durch das Bewegungsmuster vgl. Fig. 1 und M
geöffnet wird,
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Fig. 4A-4C die Relativstellung von Ausnahmelöffel und
Greifer zeigen, dessen gewölbter Vorderteil
durch das Bewegungsmuster vgl. Figur J-L und M
geschlossen wird, während
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Fig. 5A-5D eine bevorzugte Ausführungsform für einen
Ausnahmelöffel mit einer gewölbten, geschlossenen
Hinterseite gemäß der Erfindung zeigen.
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Der definierte Ausnahmeapparat ist in einer bekannten Weise
in Verbindung mit einem Drehrad eines Suspensionsförderers
aufgebaut, über den Schlachthähnchen aufeinander folgend
zugeführt werden, derart, dass die Schlachthähnchen, während
sie den Ausnahmeapparat passieren, noch an den Beinen oder
Knien aufgehängt sind, wobei die Rücken nach innen gegen die
Achse des Drehrades gedreht ist.
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Der Ausnahmeapparat enthält eine Anzahl von einheitlichen
Werkzeugen, die in bekannter Weise jeweils auf nicht
gezeigten vertikalen Gleitstangen angeordnet sind und die
jeweils einen Ausnahmelöffel 2 mit zugehörigem Greifer 4
aufweisen, wovon nur ein vorderster gewölbter Teil 6 in der
Zeichnung gezeigt ist. Die Hinterseite des Ausnahmelöffels 2
ist gewölbt und mit einer Aussparung 8 (Fig. 5C und 5D)
versehen, die dazu angepasst ist, den vordersten gewölbten
Teil 6 des Greifers 4 zu empfangen.
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In bekannter Weise ist der äußerste Endteil 7 des Greifers 4
- wie in Fig. 2B-2C, 3B-3C und 4B-4C gezeigt - dazu
angepasst, geöffnet und geschlossen zu werden, so dass der
Greifer - wie nachfolgend erwähnt - um die Speiseröhre
greifen kann.
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Wie in Fig. 1A-1G veranschaulicht, wird der
Ausnahmelöffel 2, während der vorderste gewölbte Teil 6 des Greifers
4 in der gewölbten Aussparung 6 in der Hinterseite des
Löffels angeordnet ist, von oben in die Höhlung des
Schlachthähnchens eingeführt, wonach der Ausnahmelöffel dicht
am Brustbein des Schlachthähnchens entlang nach außen / nach
unten bewegt wird, bevor der Ausnahmelöffel 2 wieder nach
innen/nach unten bewegt wird (Fig. 1H) und das Eingeweide
umschließt, welches nun in der Hohlheit des Ausnahmelöffels
gegen die Hinterseite der Höhlung im Schlachthähnchen gelegt
wird. In Fig. 11 wird der Rücken des Schlachthähnchens nach
außen gedrückt, so dass die Speiseröhre zwischen Vormagen
(Proventrikulus) und Kropf in den offenen Vorderteil des
Greifers 4 bewegt wird. In Fig. 1J-1L ist dieser
geschlossen, das heißt, während das Schlachthähnchen wieder
nach hinten bewegt wird und der Ausnahmelöffel 2, vgl.
Fig. 1J-1K, entlang des Rückens des Schlachthähnchens
nach oben und entlang einer Hinterplatte 10 weiter nach oben
ganz aus dem Schlachthähnchen heraus bewegt wird, so dass das
Eingeweide im hohlen Ausnahmelöffel 2 umschlossen bleibt,
während der Vorderteil des Greifers 4 noch um die Speiseröhre
zwischen Vormagen (Provenurikulus) und Kropf greift.
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In Fig. 1L wird der Ausnahmelöffel 2 wieder nach oben bewegt,
so dass das Eingeweide - nachdem das Schlachthähnchen den
Apparat verlassen hat - aus dem Ausnahmelöffel herausfallen
gelassen wird, das heißt, dass das Eingeweide nun von dem
noch geschlossenen Vorderteil des Greifers 4 herunterhängt.
In Fig. 1M wird das Eingeweide vom Greifer 4 wieder
freigegeben, entweder um es auf einen separaten
Suspensionsförderer zu hängen (übertragen), der sicherstellt,
dass das Eingeweide, während es die Veterinärkentrolle
passiert, seinem zugehörigen Schlachthähnchen folgt, oder um
es nach in ein anderes Beförderungsmittel hinab freizugeben,
wie z. B. einen Bandförderer, der mit Trennwänden versehen
ist. In Fig. 1N ist der Ausnahmelöffel 2 - eventuell nach
Reinigung und/oder Desinfektion - wieder bereit, in ein neues
Schlachthähnchen eingeführt zu werden, usw..
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Fig. 2A, 3A und 4A zeigen die veränderliche
Relativstellung des Ausnahmelöffels 2 und des Greifers 4, bei
dem der Schließ-/Öffnungszustand seines Vorderteils 6 - wie
oben erwähnt - weiterhin in Fig. 2B - 2C, 38 - 3C und 48 -
4C erscheint, während die Form des Ausnahmelöffels 2 selbst
detaillierter in Fig. 5A-5E erscheint.
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Selbstverständlich wird das Eingeweide während des
Ausnehmbetriebs selbst in Bezug auf das Verfahren gemäß der
Erfindung so sorgfältig behandelt, dass die Eingeweide nicht
aufreißen, genau wie es dem Eingeweide zu keiner Zeit erlaubt
wird, die Außenseite des Schlachthähnchens zu berühren, da
das Eingeweide vom Ausnahmelöffel 2 umschlossen ist, bis das
Schlachthähnchen den Apparat verlassen hat.
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Mit anderen Worten betrifft die Erfindung eine sehr
beträchtliche Verbesserung im Verhältnis zum früher üblichen
Verfahren, bei dem gerade auf der zweiten Schlachtlinie, auf der
das Aufschneiden und Ausnehmen usw. durchgeführt wird,
maximale Gefahr von gegenseitiger Verunreinigung bestand, da die
Bakterien in erster Linie im Eingeweide zu finden sind.
Während des Ausnehmens der Innereien ist das Schlachthähnchen
an den Beinen oder Knien aufgehängt, wie erwähnt, das heißt,
dass Innereien in Form von Organen und Eingeweide unmittelbar
nach dem Ausnehmen unter anderem zur Veterinärprüfung früher
außen am Schlachthähnchen herunterhängen durften. Und es ist
klar, dass genau dieses alte, bekannte Ausnehmverfahren eine
freie Möglichkeit gegenseitiger Verunreinigung während des
Schlachtvorgangs schafft, da sich die einzelnen
Schlachthähnchen weiter berühren können.