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Gemäß 35 U.S.C. § 202(c)
wird hiermit bestätigt,
dass die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika bestimmte
Rechte an der hierin beschriebenen Erfindung besitzt, die teilweise
mit finanzieller Unterstützung
von der National Science Foundation, Förderungsnummer MCB 93-05037,
ausgearbeitet wurde.
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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet von transgenen Pflanzen.
Genauer gesagt stellt die Erfindung Zusammensetzungen und Verfahren
zur Transformation von Plastiden in Pflanzen der Familie der Cruciferae
bereit.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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In
dieser Anmeldung werden einige andere Veröffentlichungen erwähnt, um
den Stand der Technik genauer zu beschreiben, auf den sich diese
Erfindung bezieht. Genaue Literaturangaben finden sich am Ende der
Beschreibung. Die Offenbarungen aller dieser Veröffentlichungen sind durch Verweis
in der vorliegenden Beschreibung aufgenommen, als ob sie vollständig hierin
ausgeführt
wären.
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Das
Plastiden-Genom von höheren
Pflanzen ist ein ringförmiges,
doppelsträngiges
DNA-Molekül
mit 120–160
kb, das pro Blattzelle in 1.900–50.000
Kopien vorhanden sein kann (Palmer, 1991; Bendich, 1987). Sstabile
Transformation des Tabakplastiden-Genoms (Plastom) wurde durch die
folgenden Schritte erzielt: (i) Einführung von transformierender
DNA, die für
Antibiotikaresistenz kodiert, mithilfe des biolistischen Verfahrens
(Svab et al., 1990a; Svab und Maliga, 1993) oder einer PEG-Behandlung
(Golds et al., 1993; O'Neill
et al., 1993), (ii) Integration der transformierenden DNA durch
zwei homologe Rekombinationsvorgänge
und (iii) selektive Eliminierung der Wildtyp-Genomkopien während wiederholter
Zellteilungen auf einem selektiven Medium. Spectinomycinresistenz
wurde als selektiver Marker verwendet und ist entweder in ribosomalen RNA-Genen
des mutierten Plasmids 16S kodiert (Svab et al., 1990a; Staub und
Maliga, 1992; Golds et al., 1993) oder wird durch die Expression eines
gentechnisch veränderten
bakteriellen aadA-Gens verliehen (Svab und Maliga, 1993). Vektoren,
die aadA als selektierbares Markergen nutzen und zur Insertion von
chimären Genen
in die wiederholte Region eines Tabakplasmid-Genoms dienen, stehen
zur Verfügung
(Zoubenko et al., 1994). Die Selektion von Plastiden-Transformanten
durch Kanamycinresistenz, die auf der Expression von Neomycinphosphotransferase
(kan-Gen) basiert, ist schwieriger aber ebenfalls machbar (Carrer
et al., 1993; Carrer und Maliga, 1995).
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In
Bezug auf stabile Plastiden-Transformation in höheren Pflanzen wurde bisher
nur von Tabak berichtet (Zusammenfassung in Maliga, 1993; Maliga
et al., 1993). Transplastomische Pflanzen anderer landwirtschaftlich
und pharmazeutisch wichtiger Spezies wären aber sehr wünschenswert.
Die Expression fremder Gene von Interesse in den Plastiden von höheren Pflanzen
der Familie der Cruciferae weist mehrere Vorteile gegenüber der
nuklearen Expression von fremden Genen auf. Dazu zählt, 1)
dass die Expression von exogenen DNA-Sequenzen in Plastiden die
Möglichkeit
der Übertragung
von transformierender DNA durch Pollen eliminiert; 2) dass hohe
Werte an Proteinexpression erzielt werden können; 3) dass die gleichzeitige
Expression von mehreren Genen als polycistronische Einheit möglich ist,
und 4) dass Positionseffekte und das Verstummen eines Gens, die
aus einer nuklearen Transformation resultieren können, eliminiert werden.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt verbesserte Verfahren zur Erzeugung
von stabil transformierten transplastomischen Arabidopsis- oder
Brassica-Pflanzen bereit. In einer Ausführungsform der Erfindung werden Keimblattzellen
ausreichend lange in einem an Auxin reichen Flüssigmedium kultiviert, um eine
gleichförmige Zellteilung
zu stimulieren. Die Anfangskultur weist eine hohe Dichte auf (50–200 Keimblätter/20
ml). Die Keimblätter
werden dann zur Zuführung
von exogener transformierender DNA auf ein Agar-verfestigtes Medium übertragen.
Nach der Zuführung
von transformierender DNA werden die Keimblätter in geringerer Dichte (25–30/50 ml)
auf ein Medium übertragen,
das einen hohen Cytokiningehalt aufweist und das Selektionsmittel enthält, um die
Selektion von Transformanten und die Pflanzenregeneration zu vereinfachen.
Die Gegenwart von exogener DNA im Plastiden-Genom wird dann durch
eine Southern-Blot-Analyse oder eine PCR bestätigt.
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Demgemäß stellt
die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Gewinnung von transplastomischen
Arabidopsis- oder Brassica-Pflanzen bereit, umfassend:
- a) das Kultivieren von Arabidopsis- oder Brassica-Pflanzenzellen
aus den Arabidopsis- oder Brassica-Pflanzen in hoher Dichte in einem
an Auxin reichen Flüssigmedium,
das geringe Konzentrationen an Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D)
enthält,
- b) das Übertragen
der Arabidopsis- oder Brassica-Pflanzenzellen auf Filterpapier auf
Agar-verfestigtem Medium;
- c) das Zuführen
einer transformierenden DNA zu einem Plastiden-Genom innerhalb der
Arabidopsis- oder Brassica-Pflanzenzellen, wobei das transformierende
DNA-Molekül
Folgendes aufweist:
- i) zahlreiche Targeting-Segmente, die aus Plastiden-DNA-Sequenzen
aus dem zu transformierenden Plastiden-Genom bestehen, wobei die
Targeting-Segmente homologe Rekombination der transformierenden DNA
zum Plastiden-Genom erleichtern;
- ii) 5'- und
3'-Regulationssequenzen,
abgeleitet von Plastiden-DNA, die an ein selektierbares Markergen operabel
gebunden sind, das innerhalb des Targeting-Segments angeordnet ist,
wobei diese Regulationssequenzen Expression des selektierbaren Markergens
und Stabilität
von durch dieses kodierter mRNA erleichtern, wobei das selektierbare
Markergen Resistenz gegenüber
einem Selektionsmittel in den Pflanzenzellen verleiht;
- iii) 5'- und
3'-Regulationssequenzen,
abgeleitet von Plastiden-DNA, die operabel an Sequenzen gebunden sind,
die für
ein fremdes Gen von Interesse kodieren, wodurch Expression des fremden
Gens von Interesse und Stabilität
von durch dieses kodierter mRNA erleichtert werden; und
- iv) zumindest eine Klonierstelle zur Insertion des fremden Gens
von Interesse, das neben dem selektierbaren Markergen liegt, wobei
die Insertion das Verleihen des selektierbaren Phänotyps und
die Funktion von flankierenden Plastiden-Genen nicht stört;
- d) das Übertragen
von Zellen, die wie in Schritt (c) beschrieben transformiert sind,
auf ein Kulturmedium mit hohem Cytokiningehalt in hoher Dichte für eine vorbestimmte
Zeitdauer; wobei das Kulturmedium ein Mittel enthält, das
kontinuierliche gleichförmige
Zellteilung und Pflanzenregeneration fördert;
- e) das Übertragen
der in Schritt (d) behandelten Zellen auf ein Agar-verfestigtes
Kulturmedium, das das Regenerations-fördernde Mittel und das Selektionsmittel
enthält,
wobei die transformierten Zellen gegenüber dem Selektionsmittel durch
Expression des selektierbaren Markergens resistent gemacht werden;
und
- f) das Selektieren von Zellen, die transformierte Plastiden-Genome
aufweisen, und das Induzieren von Pflanzenregeneration von diesen
ausgehend.
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Die
transformierenden DNA-Moleküle
der Erfindung weisen einige charakteristische Merkmale auf. Dazu
gehören
1) Targeting-Segmente, die das fremde Gen von Interesse flankieren
und aus Plastiden-DNA-Sequenzen von der zu transformierenden Pflanze
bestehen, wodurch eine homologe Rekombination der transformierenden
DNA zu einer vorbestimmten Region des Plastiden-Genoms erleichtert
wird; 2) ein selektierbares Markergen, das innerhalb des Target-Segments
angeordnet ist und Resistenz gegen ein Selektionsmittel verleiht;
3) 5'- und 3'-Regulationssequenzen
von Plastiden-DNA, die operabel an Sequenzen gebunden sind, die
für ein
fremdes Gen von Interesse kodieren, wodurch die Expression der transformierenden DNA
und die Stabilität
der durch dieses kodierten mRNA erleichtert werden; und 4) zumindest
eine Klonierstelle neben dem selektierbaren Markergen zur Insertion
des fremden Gens von Interesse, das selbst nicht selektierbar ist.
Da das selektierbare Markergen und das fremde Gen von Interesse
einen heterologen Block aus fortlaufenden Sequenzen bilden, werden
beide Gene in das Plasmiden-Genom eingebaut.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung werden Blattzellen zuerst mit einem an Auxin reichen Medium
behandelt, gefolgt von Transformation mit der transformierenden
DNA und Kultivierung in Gegenwart eines hohen Cytokiningehalts und
eines vorbestimmten Selektionsmittels. Zellen, die transformierte
Plastiden enthalten, wer den in Gegenwart des Selektionsmittels gehalten,
wodurch leichter homoplasmische Zellen erhalten werden können, aus
denen dann transplastomische Pflanzen gebildet werden können.
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Somit
stellt die vorliegende Erfindung neue Verfahren und Zusammensetzungen
zur Erzeugung von transplastomischen Pflanzen bereit. Die Gattung
Arabidopsis gehört
zur Familie des Senfs oder der Kreuzblütler (Brassicaceae oder Cruciferae),
eine weit verbreitete Familie mit etwa 340 Gattungen und 3350 Spezies. Diese
Familie ist von großer
wirtschaftlicher Bedeutung und umfasst Gemüsepflanzen, Ölsamen,
Gewürze und
einige wenige Zierpflanzen. Ein Großteil ihrer landwirtschaftlichen
Bedeutung ist auf die Gattung Brassica zurückzuführen. Beispiele für Brassica
spp. von wirtschaftlicher Bedeutung sind: Brassica napus (Ölsamen), Brassica
juncea (Ölsamen),
Brassica campestris (Ölsamen);
Brassica juncea (Ölsamen),
Brassica oleracea (Brokkoli, Karfiol, Kraut), Brassica nigra (schwarzer
Senf) und Brassica hirta (weißer
Senf).
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Als
Beispiel werden hierin Plastidtransformationen in Arabidopsis thaliana,
einer Modellspezies für
die Pflanzenforschung (Meyerowitz und Sommerville, 1994), und Brassica
spp., einer wichtigen Feldfrucht, erläutert. Diese Verfahren sind
auch für
Transformationen von Plastiden in anderen Pflanzen der Familie der
Cruciferae geeignet.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 ist eine schematische Darstellung der
Intergation von aadA in das Arabidopsis-Plastiden-Genom (ptDNA) nach einer Transformation
mit dem Plasmid pGS31A. 1A zeigt
die Karte des Transformationsvektors pGS31A, die ptDNA-Region, die
das eingebaute Spectinomycin-Resistenz-(aadA-) Gen (T-ptDNA) enthält, und
die zugehörige
Region der Wildtyp-ptDNA. 16SrDNA, rps12/7 und trnV sind Plastiden-Gene (Shinozaki
et al., 1986). 1B zeigt die Regionen der ptDNA,
die in den P1- und P2-Sonden enthalten sind. 1C ist
ein Autoradiogramm, das die Ergebnisse einer Southern-Blot-Hybridisierung
zeigt, die den Einbau von aadA in das Plastiden-Genom bestätigen. Die
P1-Targeting-Sequenz hybridisiert an ein 2,72-kb-Fragment in den
Wildtyp-(At-) Pflanzen und an ein größeres, ein 3,82-bp-Fragment
in der transplastomischen Linie (At-pGS31A-16). Man beachte die
Abwesenheit des Wildtypfragments in der transplastomischen Linie.
Die aadA-Sonde P2 hybridisiert nur an das größere, transplastomische Fragment.
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2 ist
eine schematische Darstellung der Plastiden-Transformationsvorschrift,
die für
Arabidopsis-Blätter
verwendet wird.
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3.
ist eine schematische Darstellung unterschiedlicher Arbeitsvorschriften,
die zur Gewinnung von fruchtbaren Arabidopsis-Pflanzen aus Keimblatt-Explantaten
von Arabidopsis thaliana (RLD) mit transformierten Plastiden verwendet
werden.
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4 ist
eine Karte der Plastiden-Targeting-Region von pGS7- und pGS85A-Plasmiden.
Man beachte die einzigartige HincII-Klonierstelle im Plasmid PGS7
und die KpnI-Restriktionsstelle im Plasmid pGS85 sowie das chimäre kan-Kanamycin-Resistenzgen.
Die Plastiden-Gene trnV, 16SrDNA und rps12/7 sind in Shinozaki et
al., 1986 beschrieben. Der Ort und die Richtung des Transkriptionsbeginns
ist durch waagrechte Pfeile angegeben.
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5 ist
die Sequenz der Targeting-Region des Plasmids pGS7. Die Gene, die
Resistenz gegen Kanamycin oder Spectinomycin verleihen, werden in
die markierte Hinc-II-Stelle insertiert.
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6 ist
die Sequenz der Plastiden-Targeting-Region des Plasmids pGS31A.
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7 ist
die Sequenz der Plastiden-Targeting-Region des Plasmids pGS85A.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Soweit
bekannt ist, wurde Plastiden-Transformation bisher nur in Tabak
nachgewiesen. Nun wurde eine Arbeitsvorschrift für die Transformation von Plastiden
in Arabidopsis thaliana und Brassica napus entwickelt, und die Verfahren
zur Schaffung dieser Transformanten sind nachstehend ausgeführt. Die
Verwendung von Arabidopsis und Brassica in den folgenden Beispielen
dient lediglich der Veranschaulichung der Verfahren der Erfindung.
Die hierin geoffenbarten Verfahren können auch für andere Pflanzen der Familie
der Cruciferae angepasst werden.
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Die
Plastiden von Arabidopsis thaliana wurden wie im nachstehenden Beispiel
I beschrieben durch biolistische Einbringung von transformierender
DNA in Blattzellen auf der Oberfläche von mikroskopischen (1 μm) Wolframpartikeln
transformiert. Das transformierende Plasmid pGS31A, das für diese
Versuche verwendet wird, trägt
ein Spectinomycin-Resistenz-(aadA-) Gen, das von Plastiden-DNA-Sequenzen
flankiert ist, um seine Insertion zwischen trnV und dem rps-12/7-Operon
anzupeilen. Der Einbau von aadA durch zwei homologe Rekombinationsvorgänge mithilfe
der flankierenden ptDNA-Sequenzen und selektive Amplifikation der Transplastome
auf Spectinomycin-Medium ergab spectinomycinresistente Zelllinien.
Regenerierte Pflanzen waren homoplasmisch in dem Sinne, dass die
Plastiden-Genom-Kopien durch die transformierende DNA gleichförmig verändert worden
waren. Die Effizienz der Plastiden-Transformation war mit nur 2
von 201 beschossenen Blattproben gering. Aber keine der aus den
beiden Linien gebildeten 98 Pflanzen war fruchtbar.
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Diese
Fruchtbarkeitsprobleme waren wahrscheinlich auf die längeren Behandlungszeiträume mit 2,4-D,
einem Auxin, zurückzuführen (Van
der Graaff und Hooykas, 1996). Es ist möglich, dass die Fruchtbarkeitsprobleme überwunden
werden können,
wenn die Aussetzung gegenüber
diesem Wirkstoff verkürzt
wird. Aufgrund der relativ langen Wachstumsperiode von Arabidopsis
thaliana, bis sie eine brauchbare Quelle für Blätter zur Transformation darstellt,
sind außerdem
Blätter
als Gewebequelle schlechter geeignet.
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Keimblätter und
Blätter
enthalten jeweils eine große
Anzahl an Plastiden-Genom-Kopien pro Zelle. Außerdem stellen Keimblätter eine leichter verfügbare Gewebequelle
dar. Demgemäß wurden
Keimblattzellen wie im nachstehenden Beispiel II erläutert als
Rezipienten für
transformierende DNA verwendet. Keimblattzellen sind aufgrund der
relativ kurzen (7 Tage) Kultivierungsdauer bei der Durchführung der
Verfahren der vorliegenden Erfindung gegenüber Blattzellen zu bevorzugen,
um die Zellen für
den Beschuss mit transformierender DNA herzustellen. Ein weiterer
Vorteil der Verwendung von Keimblattzellen als Zielzellen ist die
schon genannte Regeneration von fruchtbaren Arabidopsis-Pflanzen
aus unreifen Keimblättern
in Abwesenheit von 2,4-D
(Patton und Meinke, 1988). Ferner wurden Arbeitsvorschriften für die Regeneration
von fruchtbaren Arabidopsis-Pflanzen aus Blattexplantaten, ebenfalls
in Abwesenheit von 2,4-D, entwickelt (Lloyd et al., 1986; Van der
Graaff und Hooykas, 1996).
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Wie
in Beispiel III beschrieben gehören
Arabidopsis thaliana und Brassica napus zur selben Familie, Cruciferae,
weshalb ihre Plastiden-Genome einen hohen Grad an Homologie aufweisen
und im Wesentlichen identisch sind (Palmer et al., 1994). Demgemäß können Plastiden-Transformationsvektoren
und Expressionskassetten, die für
Arabidopsis entwickelt wurden, ohne Modifikation auch zur Plastiden-Transformation
und Expression von fremden Genen in Brassica-Spezies eingesetzt
werden.
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Die
folgenden Definitionen dienen zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung:
Heteroplasmisch:
bezieht sich auf die Gegenwart einer Mischpopulation von verschiedenen
Plastiden-Genomen innerhalb einer einzelnen Plastide oder in einer
Population von Plastiden, die in Pflanzenzellen oder -gewebe enthalten
sind.
Homopolasmisch: bezieht sich auf eine reine Population
von Plastiden-Genomen, entweder innerhalb einer Plastide oder innerhalb
einer Population, die in Pflanzenzellen oder -gewebe enthalten ist.
Homoplasmische Plastide, Zellen oder Gewebe sind genetisch stabil,
weil sie nur einen Plastiden-Genomtyp enthalten. Somit bleiben sie
homoplasmisch, auch nachdem der Selektionsdruck entfernt wurde,
und geselbstete Nachkommen sind ebenfalls homoplasmisch. Zum Zwecke
der vorliegenden Erfindung können
heteroplasmische Populationen von Genomen, die funktionell homoplasmisch
sind (d.h. nur geringe Populationen von Wildtyp-DNA oder transformierten
Genomen mit Sequenzvariationen enthalten) hierin als "funktionell homoplasmisch" oder "im Wesentlichen homoplasmisch" bezeichnet werden.
Diese Zell- oder Gewebearten können
durch fortgesetzte Selektion auf dem nichtletalen Selektionsmedium
leicht bis zur Homoplasmie gereinigt werden. Der Großteil der
Samennachkommenschaft ist in Abwesenheit von Selektionsdruck aufgrund
der zufälligen
Sortierung von Plastiden-Genomen homoplasmisch.
Plastome: das
Genom eines Plastids.
Transplastome: ein transformiertes Plastiden-Genom.
Transformation von Plastiden: stabiler Einbau von transformierender
DNA in das Plastiden-Genom, der an die Samennachkommenschaft von
Pflanzen weitergegeben wird, welche die transformierten Plastiden
enthalten.
Selektierbarer Marker: der Begriff "selektierbarer Marker" bezeichnet einen
Phänotyp,
der erfolgreich transformierte Organellen, Zellen oder Gewebe identifiziert,
wenn ein Gen oder Allel, das für
den selektierbaren Marker kodiert, in der fremden DNA enthalten
ist, die für
die Transformation verwendet wird.
Transformierende DNA: bezieht
sich auf homologe DNA oder heterologe DNA, die von homologer DNA
flankiert ist, die bei Einführung
in Plastiden einen Teil des Plastiden-Genoms durch homologe Rekombination
ersetzt.
Targeting-Segment: bezieht sich auf jene homologen
flankierenden Regionen, die eine homologe Rekombination zwischen
fremder DNA und dem Plastiden-Genom erleichtern.
Translationsfusioniert:
bezieht sich auf zwei kodierende DNA-Segmente innerhalb eines Konstrukts
von unterschiedlichen Quellen, die in einem Konstrukt verspleißt werden,
sodass ein chimäres
Protein exprimiert wird.
An Auxin reiches Kulturmedium: Pflanzengewebe-Kulturmedium,
das nur Auxin oder eine Kombination aus einer hohen Konzentration
an Auxin und einer sehr niedrigen Konzentration an Cytokinin enthält. Die
Reaktion einer Pflanzenzelle auf ein Auxin ist spezifisch für eine vorgegebene
taxonomische Gruppe. Auch wenn unterschiedliche Auxine gemeinsam
verwendet werden, muss das keine zusätzlichen Wirkungen bringen.
Außerdem
kann die Reaktion eines Gewebes auf Auxin durch Cytokinin verändert werden.
Demgemäß sollten
die Art und Konzentration von Auxin für die zu transformierende Spezies
empirisch bestimmt werden. Ein bevorzugtes Beispiel für ein an
Auxin reiches Medium, das in der vorliegenden Erfindung verwendet
wird, ist ein C1-Medium, das 1 mg/l Auxin-1-Naphthalinessigsäure (NAA)
und eine niedrige Konzentration (0,2 mg/l) Cytokinin-6-benzylaminopurin
(BAP) enthält.
Andere Auxine, wie z.B. Indol-3-essigsäure (IAA) und Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D)
können
ebenfalls verwendet werden, um eine gleichförmige Zellteilung zu stimulieren.
Kulturmedium
mit hohem Cytokiningehalt: wie bei an Auxin reichen Medien ist die
Reaktion von Pflanzenzellen auf Medien mit hohem Cytokiningehalt
je nach taxonomischer Gruppe spezifisch. Ein Beispiel für ein bevorzugtes
Medium mit hohem Cytokiningehalt zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung ist ein C-Medium, das 1 mg/l BAP, 2 mg/l 2iP, (6-(γ,γ-Dimethylallylamino)purin
oder IPA, N6-(Isopentyl)adenin) und eine niedrige Konzentration
der Auxin-NAA (0,1 mg/l) enthält.
Ein weiteres Cytokinin, das verwendet werden kann, ist 6-Furfurylaminopurin
(KIN oder Kinetin).
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Die
in den folgenden Beispielen bereitgestellte detaillierte Beschreibung
bezieht sich auf bevorzugte Verfahren zur Herstellung und Verwendung
der DNA-Konstrukte der vorliegenden Erfindung und zur Durchführung der
Verfahren der Erfindung. Alle molekularen Klonierungs- und DNA-Rekombinationsverfahren,
die nicht genauer beschrieben sind, werden gemäß Standardverfahren durchgeführt, wie
sie beispielsweise in Sambrook et al., DNA Cloning, A Laboratory
Manual, Cold Spring Harbor Laboratory (1989) oder Ausubel et al.,
Hrsg., Current Protocols in Molecular Biology, John Wiley and Sons
(1995) allgemein dargestellt sind.
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Die
folgenden Beispiele dienen der genaueren Beschreibung der vorliegenden
Erfindung. Sie sollen den Schutzumfang der Erfindung keineswegs
einschränken.
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BEISPIEL I
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Plastiden-Transformation
in Arabidopsis-Blättern
durch Selektion nach Spectinomycinresistenz
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Die
folgenden Materialien und Arbeitsvorschriften ermöglichen
die Durchführung
der Verfahren aus Beispiel I. Eine schematische Darstellung der
verwendeten Verfahren ist in 2 zu finden.
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Pflanzenmaterial
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Als
Rezipient für
die Transformation wurde der Arabidopsis-Ökotyp RLD verwendet. Wie berichtet
wurde, regeneriert dieser Ökotyp
leicht in Kultur (Marton und Browse, 1991).
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Herstellung des Vektors
pGS31A
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Der
Arabidopsis-Plastiden-Transformationsvektor pGS31A ist in 1 dargestellt. Der direkte Vorfahre von
pGS31A ist das Plasmid pGS7, ein Derivat des pBluescript- KS(+)-Phagemidvektors
(Strategene). Das Plasmid pGS7 trägt ein 2 kb großes HindIII-EcoRI-Arabidopsis-ptDNA-Fragment,
welches das 5'-Ende
des 16S-rRNA-Gens, trnV und einen Teil des rps12/7-Operons enthält. Während der
Herstellung des pGS7-Plasmids wurde die HindIII-Stelle durch Verdau
mit HindIII (Stelle in 16SrDNA) und KpnI (im Vektor, mit der T4-DNA-Polymerase
behandelt, um die einsträngigen Überhänge zu entfernen)
und Ligation der stumpfen Enden entfernt. Der Vektor pGS31A trägt das selektierbare
Spectinomycinresistenzgen (Prrn::aadA::TpsbA), das im Plasmid pZS197
vorhanden ist (Svab und Maliga, 1993). Die für aadA kodierende Region wird
von einem synthetischen Promotor transkribiert, der aus dem Promotor
des Tabak-rRNA-Operons besteht, das mit einer synthetischen Ribosomenbindungsstelle
(Prrn) fusioniert ist. Die aadA-mRNA wird durch Transkriptionsfusion von
Sequenzen stromab von der kodierenden Region mit der untranslatierten
3'-Region des Tabak-Plastiden-psbA-Gens
(TpsbA) stabilisiert. Das Gen in pGS31A stammt von einem modifizierten
Vorfahren von pZS197, worin die Xbal-Stelle zwischen aadA und TpsbA
durch Abstumpfung entfernt wurde. Das Plasmid pGS31A wurde erhalten,
indem das chimäre
aadA-Gen mit ECI136II (einem Isochisomer von SacI, ergibt stumpfe
Enden) und BspHI (einsträngiger Überhang,
der zum Erhalt von stumpfen Enden eingebracht wird) herausgeschnitten
wird, und zwar zur Ligation in die einzigartige HincII-Stelle des
Plasmids pGS7 zwischen trnV und dem rps12/7-Operon.
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Gewebekulturmedium
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Die
Gewebekulturvorschriften von Marton und Browse (1991) und Czako
et al. (1993) wurden angepasst. Das Arabidopsis-Gewebekulturmedium
(ARM) besteht aus Derivaten des MS-Mediums von Murashige & Skoog (1962).
ARM-Medium: MS-Salze,
3 % Saccharose, 0,8 % TC-Agar, 2 ml/l Vitaminlösung (100 mg myo-Inositol,
5 mg Vitamin B1, 0,5 mg Vitamin B6, 0,5 mg Nicotinsäure, 1 mg
Glycin und 0,05 mg Biotin pro ml). ARMI-Medium: ARM-Medium mit 3
mg Indolylessigsäure
(IAA), 0,15 mg 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D), 0,6 mg Benzyladenin
(BA) und 0,3 mg Isopentenyladenin (IPA) pro Liter. ARMIIr-Medium:
ARM-Medium, ergänzt
mit 0,2 mg/l Naphthalinessigsäure
(NAA) und 0,4 mg/l IPA. Arabidopsis-Sprosseninduktions- (ASI-N1B1-) Medium:
ARM-Medium, ergänzt
mit 1 mg/l NAA und 1 mg/l BAP. Die Arabidopsis-Sprosse wurden auf
einem ARM-Medium eingewurzelt. Arabidopsis-Einsaatkultur-(ARM5-)
Medium: ARM-Medium, ergänzt
mit 5 % Saccharose. Der Bestand an Pflanzenhormonen wurde sterilfiltriert
und nach Autoklavierung zu dem auf 45 °C abgekühlten Medium zugesetzt.
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Selektivmedien
enthielten 500 mg/l Spectinomycin-HCl und/oder Streptomycinsulfat.
Die Antibiotika (sterilfiltriert) wurden nach Autoklavierung zu
auf 45 °C
abgekühltem
Medium zugesetzt.
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Kultivierung
von Arabidopsis-Pflanzen in einer sterilen Kultur
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Zur
Oberflächensterilisierung
wurden Samen (25 mg) 5–7
Minuten lang in einem Eppendorf-Röhrchen unter gelegentlichem
Verwirbeln mit 1 ml handelsüblichem
Bleichmittel (5,25 % Natriumhypochlorit) behandelt. Die Samen wurden
zusammen mit dem Bleichmittel in eine 15 ml fassende konisches Zentrifugenglas
gegeben, das 10 ml 90 % Ethanol enthielt, und 5–7 Minuten lang inkubiert.
Das Ethanol-Bleichmittel-Gemisch
wurde abgegossen, und die Samen wurden 4-mal mit 10 ml autoklaviertem
deionisiertem Wasser gewaschen und schließlich in sterilem Wasser resuspendiert
(etwa 150 Samen/ml). Die resultierende Samensuspension (2 ml) wurde
in 10 cm tiefe (10 mm hoch) Petrischalen gegossen, die 50 ml ARM5-Medium
enthielten. Diese Samen wurden gleichmäßig verteilt, indem die Suspension
gewirbelt wurde. Das Wasser wurde dann durch Pipettierung aus den
Schalen entfernt. Die Samen keimten nach 10–15 Tagen Inkubation bei 24 °C, wobei
die Schalen 8 Stunden lang mit kaltweißen Leuchtstoffröhren (2000
Lux) beleuchtet wurden.
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Um
Pflanzen mit größeren Blättern zu
züchten,
wurden Setzlinge einzeln auf ARM5-Schalen übertragen (10 Pflanzen pro
10 cm Petrischale) und 8 Stunden lang mit kaltweißen Leuchtstofflampen
beleuchtet (Lux; 21 °C
bei Tag und 18 °C
bei Nacht). Die dicken, dunkelgrünen
Blätter
mit einer Größe von 1
cm bis 2 cm wurden nach 5–6
Wochen zum Beschießen
geerntet.
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Transformation
und Selektion von spectinomycinresistenten Linien
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Blätter (etwa
1,5 bis 30 mm lang) für
die Plastiden-Transformation wurden von aseptisch gezüchteten Pflanzen
geerntet. Um einen kreisförmigen
Bereich mit einem Durchmesser von 4 bis 5 cm zu bedecken, wurden
12 bis 18 Blätter
auf ein Agar-verfestigtes ARMI-Medium gegeben. Die pGS31A-Vektor-DNA
wurde mithilfe des biolistischen Verfahrens auf der Oberfläche von
mikroskopischen (1 μm)
Wolframteilchen unter Verwendung einer heliumbetriebenen PDS1000-Partikelkanone
in Blattchloroplasten eingeführt.
Frische Blätter wurden
mit 450 psi beschossen (Ziel 9 cm von der Berstscheibe entfernt;
Position Nr. 3 von oben in der Partikelkanone). Blätter, die
4 Tage lang auf einem ARMI-Medium kultiviert worden waren, wurden
mit 1100 psi beschossen (Ziel 12 cm von der Berstscheibe entfernt;
Position Nr. 4 von oben in der Partikelkanone).
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Das
Beschießen
von Blättern
wurde in einem ARMI-Medium durchgeführt. Nach dem Beschießen wurden
die Blätter
zwei weitere Tage im ARMI-Medium inkubiert. Nach diesem Zeitraum
werden die Blätter
mit einem Rasierklingenblock gestanzt, um eine Reihe von parallelen
Einschnitten mit einem Abstand von 1 mm zu erhalten. Schon vorher
war gezeigt worden, dass mechanische Verletzungen entscheidend dafür sind,
eine gleichförmige
Kallusbildung in der Blattspreite zu induzieren. Die gestanzten
Blätter
wurden auf das gleiche Medium (ARMI) mit Spectinomycin (500 mg/ml
transferiert, um eine präferenzielle
Replikation von Plastiden, die transformierte ptDNA-Kopien enthalten,
zu erleichtern. Das ARMI-Medium induziert eine Teilung der Blattzellen
und die Bildung von farblosen, Ebryiode bildenden Kallussen. Nach
7-10 Tagen Selektion
auf dem ARMI-Medium wurde die Spectinomycin-Selektion auf dem ARMIIr-Medium
fortgesetzt, das normalerweise eine Ergrünung induziert. Das Spectinomycin
verhindert das Ergrünen
von Wildtypzellen, und nur spectinomycinresistente Zellen bildeten
grüne Kallusse.
Sichtbare grüne
Zellcluster auf dem selektiven ARMIIr-Medium traten nach 21 bis
70 Tagen auf.
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Bei
201 beschossenen Proben wurden 19 spectinomycinresistente Linien
erhalten. Eine Pflanzenregeneration wurde in 14 spectinomycinresistenten
Linien versucht, und 10 davon waren erfolgreich. Sprosse von den
grünen
Kallussen regenerierten auf dem ASI-N1B1-Medium und wurden auf einem
ARM-Medium eingewurzelt.
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In
Tabelle 1 ist die Gewinnung von spectinomycinresistenten Zelllinien
nach einer biolistischen Anlieferung des Plasmids pGS31A zusammengefasst.
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Tabelle
1: Gewinnung von spectinomycinresistenten Linien nach dem Beschuss
von A. thaliana mit dem Plasmid pGS31A
-
- 1 Die Kontrollschalen wurden nicht
beschossen.
- 2 psi = Pfund pro Quadratzoll, der Wert
der Berstscheibe.
-
Southern-Hybridisierungsanalyse
der gesamten zellulären
DNA zur Verifizierung der Plastiden-Transformation
-
Spectinomycinrsesistenz
kann auf die Expression von aadA in Plastiden (Svab und Maliga,
1993), die Expression von aadA im Kern (Svab et al., 1990b) oder
auf eine spontane Mutation (Fromm et al., 1987; Svab und Maliga,
1991) zurückzuführen sein.
Eine Southern-Hybridisierung wurde durchgeführt, um Plasten-Transformanten
in spectinomycinresistenten Linien isoliert zu identifizieren. Die
gesamten zelluläre
DNA wurde gemäß Mettler
(1987) isoliert: Mit Restriktionsenzymen verdaute DNA wurde einer
Elektrophorese in 0,7 % Agarosegelen unterzogen und auf eine Nylonmembran
(Strategene) transferiert. Blots wurden unter Verwendung eines Schnellhybridisierungspuffers
(Amersham) mit 32P-markierten Sonden sondiert,
die durch Polypriming erhalten werden (Boehringer-Mannheim). Als
die Targeting-ptDNA als Sonde verwendet wurde, war in den Linien
AT-pGS31A-2 und AT-pGS31A-16 das 3,82 bp umfassende transgene Fragment
das einzige detektierte Fragment, das da rauf hinwies, dass die Wildtyp-DNA-Kopien
während
der Zellteilungen auf dem selektiven Medium selektiv ausverdünnt worden
waren. Das gleiche transgene Fragment hybridisierte auch mit der
aadA-Sonde (1C).
-
Von
den 19 spectinomycinresistenten Linien wurden 17 Kerntransformanten
durch ein Wildtypfragment auf Southern-Blots identifiziert, wenn
sie mit der Targeting-ptDNA-Sonde
hybridisiert wurden. Es gilt anzumerken, dass die verwendeten Southern-Blots
für die
Blatt-ptDNA mit hoher Kopienzahl (10.000 pro Zelle) optimiert wurden
und bei wenigen nuklearen aadA-Kopien kein Signal ergeben würden.
-
Bei
spontanen Mutanten wird ein Wildtyp-ptDNA-Targeting-Fragment auf
Southern-Blots und
kein PCR-amplifizierbares aadA-Gen erwartet. In der Probe mit 19
spectinomycinresistenten Linien traten keine solchen spontanen Mutanten
auf.
-
PCR-Amplifizierung
von insertierten aadA-Sequenzen
-
DNA
wurde gemäß herkömmlichen
Arbeitsvorschriften amplifiziert (1 min bei 92 °C, 1,5 min bei 58 °C, 1,5 min
bei 72 °C,
30 Zyklen). Spectinomycinresistenz als Ergebnisse von aadA-Expression
kann durch eine PCR-Amplifikation eines 407 Nucleotide umfassenden
internen Segments unter Verwendung der folgenden Primer verifiziert
werden:
5'-GGCTTGATGAAACAACGCGG-3'
5'-CCCAAGCGATCTTCTTCTTGTCCAAG-3'
-
Transplastomische Arabidopsis-Pflanzen
-
Während die
transplastomischen Arabidopsis-Pflanzen alle blühten, produzierte keine nach
einer Selbstung oder nach einer Befruchtung mit Pollen von Wildtyp-Pflanzen
Samen. Dazu gehörten
98 Pflanzen, die aus den beiden Linien regeneriert wurden, worin
die Spectinomycinresistenz auf eine Plastiden-Transformation zurückzuführen war,
und 66 Pflanzen, die aus 12 Linien regeneriert wurden, worin die
Spectinomycinresistenz auf die Expression von aadA im Kerngenom
zurückzuführen war.
-
Schlussfolgerungen
und Ausblick
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In
der vorliegenden Erfindung wird eine Plastiden-Transformation in
der Modellspezies Arabidopsis thaliana beschrieben, die einen wichtigen
landwirtschaftlichen Durchbruch darstellt. Aufgrund der oben genannten
Ergebnisse zeigte sich, dass ein chimäres aadA-Gen, wenn es in die
Arabidopsis-ptDNA-Targetin-Kassette insertiert wird, nach einer
biolistischen Anlieferung der transformierenden DNA zur Gewinnung von
Plastiden-Transformanten geeignet waren. Die Anzahl an Arabidopsis-Plastiden-Transformanten war
mit etwa 1 von 100 jedoch deutlich geringer, als aufgrund der Transformation
von Tabak-Plastiden erwartet worden war, die im Durchschnitt einen
Transformanten pro beschossener Probe ergibt (Svab und Maliga, 1993;
Zoubenko et al., 1994). Es könnte
mehrere Gründe
für die
relativ geringe Transformationseffizienz geben. Inhärente, Speziesspezifischen
Unterschiede, wie etwa ein relativ ineffizientes homologes Rekombinationssystem in
Arabidopsis-Chloroplasten, könnten
einen offensichtlichen Grund darstellen.
-
Im
Tabakvektor pZS197 ist aadA von 1,56- und 1,29-kb-ptDNA flankiert
und ergibt 1 Transformanten pro Beschuss (Svab et al., 1993). Im
Plasmid pRB15, auch ein Tabakvektor, ist aadA von größeren Targeting-Segmenten,
1,56-kb- und 3,6-kb-ptDNA,
flankiert und ergibt etwa 5 Plastiden-Transformanten pro Beschuss
(Bock und Maliga, 1995). Im Arabidopsis-Vektor pGS31A ist aadA auf
beiden Seiten von einer Plastiden-Targeting-Sequenz mit nur etwa
1 kb flankiert. Folglich könnte
die Effizienz der Plastiden-Transformation in Arabidopsis deutlich
verbessert werden, indem die Größe des Targeting-ptDNA-Fragments
gesteigert wird.
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Im
Gegensatz zu Tabak, bei dem die meisten aus Blättern regenerierten Pflanzen
fruchtbar sind, zeigte sich überraschenderweise,
dass keine der 164 regenerierten Arabidopsis-Pflanzen Samen produzierte.
Der Mangel an Fruchtbarkeit könnte
teilweise auf die extensive Polyploidie von Blattgewebe zurückzuführen sein, wie
von Galbright et al. (1991) und Mearagno et al. (1993) berichtet
wurde. Ein weiterer Grund für
die fehlende Fruchtbarkeit könnte
die längere
Aussetzung der Kulturen gegenüber
2,4-D sein (Van der Graaff und Hooykaas, 1996).
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BEISPIEL II
-
Plastiden-Transformation
in Arabidopsis-Keimblättern
durch Selektion auf Kanamycinresistenz
-
Eine
Plastiden-Transformation in Arabidopsis thaliana wurde wie in Beispiel
I beschrieben durch Selektion auf Spectinomycinresistenz in Blattkulturen
nach dem Beschuss mit DNA-beschichteten Wolframteilchen durchgeführt. Die
Plastiden-Transformation war zwar erfolgreich, aber die regenerierten
Pflanzen waren nicht fruchtbar. Diese Hindernisse wurden überwunden,
indem bestimmte Parameter der Transformationsvorschrift geändert wurden.
-
Die
entwickelte und in diesem Beispiel dargelegte Arbeitsvorschrift
wies die folgenden Hauptmerkmale auf: (1) Keimblätter, die durch Keimen von
reifen Samen erhalten wurden, sind aufgrund ihrer leichten Verfügbarkeit
und der Einfachheit, mit der große Mengen steriler Keimblätter aus
oberflächensterilisierten
Samen erhalten werden können,
von Vorteil. (2) Die Arbeitsvorschrift umfasst zwei separate Schritte.
Der erste Schritt umfasst die Verwendung eines an Auxin reichen
Mediums, um eine gleichförmige
Zellteilung im gesamten Keimblatt zu induzieren (Stufe I), und der
zweite Schritt umfasst die Verwendung eines Mediums mit hohem Cytokiningehalt,
um die Pflanzenregeneration zu induzieren (Stufen II und III). Die
Arbeitsvorschrift wurde entwickelt, um die Exposition gegenüber 2,4-D
während
der Gewebekultivierung zu minimieren, oder vorzugsweise diese Exposition
vollständig
zu eliminieren. (3) Eine anfängliche
Kultivierung der Keimblattzellen in hoher Dichte, d.h. 50–200 Keimblätter/20
ml in einem flüssigen
Kulturmedium während
der ersten 8 Tage (Stufe I, II), erwies sich als wesentlich für eine spätere starke
Pflanzenregeneration.
-
Die
Arbeitsvorschrift für
die Plastiden-Transformation in Arabidopsis unter Verwendung von
Keimblättern
als Zielgewebe und Kanamycinresistenz als selektiver Marker wurde
wie folgt umgesetzt. Das chimäre kan-Gen
stammt vom Plasmid pTNH7, einem pUC118-Derivat, das für Neomycinphosphotransferase
(NPTII), ein Enzym, welches das Kanamycinantibiotikum enzymatisch
inaktiviert, kodiert. Das gleiche chi märe kan-Gen wurde in einem Tabak-Targeting-Plasmid
(Plasmid pTNH32) für
eine direkte Selektion von Plastiden-Transformanten in Tabak verwendet
(Carrer et al., 1993). Die Herstellung des kan-Gens wurde an derselben
Stelle genauer beschrieben. Das Plasmid pGS85A wurde erhalten, indem
kan aus pTNH7 als SacI/PstI-Fragment
herausgeschnitten, abgestumpft und das Fragment in die HincII-Stelle
des Plasmids pGS7 kloniert wurde (4). Das
kan-Gen in pGS85A, als aadA im Plasmid pGS31A, wird in einer PrrnTTpsbA-Kassette
exprimiert. Die fünf
N-terminalen Aminosäuren
der stark exprimierten rbcL-Kodierregion wurden mit dem Neomycinphosphotransferase-N-Terminus
translationsfusioniert. Diese Translationsfusion in Tabak führt zur
Anhäufung
von NPTII in einer 10-mal höheren
Konzentration als bei identischen Konstrukten ohne das N-terminate rbcL-Segment.
Die DNA-Sequenz von pGS85A, einschließlich jener des chimären kan-Gens,
ist hierin dargelegt.
-
Zuerst
wurde die Samenproduktion in Pflanzen getestet, die mithilfe der
Gewebekulturvorschrift regeneriert wurden. Die Selektion von kanamycinresistenten
Klonen nach dem Beschuss mit DNA-beschichtetem Wolfram wurde danach
beurteilt. Diese Verbesserungen des Verfahrens eigenen sich für die Gewinnung
von fruchtbaren, transformierten Arabidopsis-Pflanzen. Die folgenden
Materialien und Arbeitsvorschriften wurden bei der Umsetzung der
Verfahren des Beispiels II verwendet.
-
Samenkeimung
-
Arabidopsis-thaliana-Samen
des Ökotyps
RLD wurden unter Verwendung eines handelsüblichen Bleichmittels (5 %
Natriumhypochlorit) 5 Minuten lang oberflächensterilisiert, gefolgt von
einer 5-minütigen
Behandlung mit 95 % Ethanol. Ein Tropfen Triton X-100 wurde zum
Bleichmittel zugesetzt, um die Oberfläche der Samen während des
Sterilisationsvorgangs zu benetzen. Nach der Sterilisation wurden
die Samen 5–6
Mal mit sterilem deionisiertem Wasser gewaschen. Die Samen wurden
auf einem GM-Medium in 10 cm hohen Petrischalen zum Keimen gebracht.
Siehe Tabelle 2. Die Petrischalen wurden 8 bis 9 Tage lang in einer
Percival-Wachstumskammer bei 23 °C
und Dauerlicht inkubiert. Tabelle
2: Zusammensetzung des Samenkeimungs-(GM-) Mediums
| Medium | Konzentration
(mq/l) |
| MS-Basissalze | 0,5 × |
| myo-Inositol | 100 |
| Thiamin | 0,1 |
| Pyridoxin | 0,5 |
| Nicotinsäure | 2,0,5 |
| Glycin | 2,0 |
| Saccharose | 30
g/l |
| pH | 5,8 |
Literaturverweis: van der Graaff und Hooykaas,
1996.
-
Gewebekulturmedium
und Kultivierungsbedingungen
-
Die
Zusammensetzungen der Gewebekulturmedien, die für die Stufen I, II und III
der Selektionsvorschrift verwendet wurden, sind in Tabelle 2 und
3 zusammengefasst. Flüssigkulturen
für die
Stufe I und Stufe II wurden hergestellt, indem zumindest 50 bis
2000 Keimblätter
aseptisch in einer Petrischal (100 mm × 20 mm) transferiert wurden,
wobei jede Schale etwa 20 ml Medium enthielt. Die Petrischalen wurden
bei 23 °C
und 60 U/min auf einem Rotationsschüttler G10 von New Brunswick
inkubiert und 16 Stunden lang mit kaltem fluoreszierendem Licht
bestrahlt. In Stufe III wurden die Keimblätter auf einem Agar-verfestigten
(0,8 % DC-Agar, JRH Bioschiences) Medium mit etwa 25–30 Keimblättern pro
Petrischale (100 mm × 20
mm) in 50 ml Medium inkubiert. Die Kulturen wurden wie für Stufe
I und II beschrieben beleuchtet.
-
Regenerierte
Pflanzen wurden direkt auf ein GM-Medium in Magenta Boxen mit Belüftungsöffnungen für den Gasaustausch
transferiert. Die Pflanzen in den Magenta Boxen wurden bei 23 °C im Kulturraum
inkubiert, und 16 Stunden lang mit kaltem fluoreszierendem Licht
beleuchtet. Die Pflanzen blühten
und produzierten Samen in den Boxen.
-
Die
für Beispiel
I beschriebenen Verfahren wurden modifiziert, um fruchtbare Arabidopsis-Pflanzen
mit transformierten Plastiden-Genomen zu erzeugen. Drei unterschiedliche
Gewebekulturstufen wurden verwendet, um Plastiden-Transformation
zu erreichen. Stufe I: Flüssigkultur,
in einem an Auxin reichen Kulturmedium, um eine gleichförmige Zellteilung
zu stimulieren. Stufe II: Flüssigkultur,
in einem an Cytokinin reichen Medium, um Pflanzenregeneration aus
den transformierten Zellen zu induzieren. Stufe III: Kultur auf
einem Agar-verfestigten Medium, das hohe Konzentrationen an Cytokinin
enthielt, ebenfalls um Pflanzenregeneration zu induzieren.
-
Eine
schematische Darstellung der zur Identifikation der besten Arbeitsvorschriften
zur Gewinnung von fruchtbaren Plastiden-Transformanten ist in 3 zu
sehen. Um eine gleichförmige
Zellteilung in einer Flüssigkultur
zu induzieren, wurden vier Medien, C1 (van der Graaff und Hooykaas,
1996), ARM I (Marton und Browse, 1991), R3 und PG1 (Feldmann und
Marks, 1986; berichtet über
die Induktion von Kallus- und/oder somatischer
Keimlingsentwicklung in Arabidopsis) verwendet. Die Behandlung der
Stufe I wurde kurz gehalten (2 Tage), um den üblichen Zeitpunkt der Übertragung
der Explantate auf ein selektives Medium nach dem Beschuss anzupassen
und die Nebenerscheinungen von 2,4-D, wenn überhaupt eingesetzt, zu minimieren.
Die Zusammensetzung des in Stufe I verwendeten Gewebekulturmediums
ist in der nachstehenden Tabelle 3 zu sehen.
-
Tabelle
3: Zusammensetzung des Gewebekulturmediums der Stufe I*
-
- * Alle Komponenten sind in mg/l angegeben. Literaturverweise:
ARM1, Marton und Browse, 1991; C1, van der Graaff und Hooykaas,
1996; R3 und PG1, Feldmann und Marks (1986).
-
Für die Kultur
der Stufe II wurde nur ein Medium (A, Tabelle 4) verwendet. Dieses
Medium war effizient zur Induktion von Pflanzenregeneration aus
unreifen Keimblättern
(Patton und Meinke, 1988). Die Keimblätter der Stufe II wurden insgesamt
6 weitere Tage in hoher Dichte in einer Flüssigkultur gehalten.
-
Für die Kultur
der Stufe III wurden die Keimblätter
in vier Arten von Agar-verfestigten Regenerationsmedium transferiert.
Dazu gehören
das A-Medium, das für
die Pflanzenregeneration aus unreifen Keimen entwickelt wurde (Patton
und Meinke, 1988); das B-Medium, das für die Pflanzenregeneration
aus Wurzelexplantaten entwickelt wurde (ARMII; Marton und Browse,
1991); das C-Medium, das hierin entwickelt wurde; und das D-Medium,
bei dem es sich um ein Keiminduktionsmedium für Wurzeln (ARMI; Marton und
Browse, 1991) und Blattexplantante (Beispiel I) handelt.
-
Tabelle
4: Pflanzenregenerationsmedien der Stufe II und Stufe III
-
Alle
Komponenten sind in mg/l angegeben. Das A-Medium basiert auf Patton
und Meinke, 1988; das B-Medium ist das gleiche wie ARMII in Marton
und Browse, 1991; das hierin entwickelte C-Medium basiert auf dem
A- und D-Medium; das D-Medium ist das gleiche wie das ARMI-Keiminduktionsmedium
in Marton und Browse, 1991.
-
Pflanzenregeneration
und Prüfung
der Fruchtbarkeit
-
Während der
ersten 2 Tage der Kultivierung der Stufe I blieben die Keimblätter in
allen vier Medien grün
und wurden etwas größer. Nach
2 Tagen im Kallus-/Keiminduktionsmedium wurden die Keimblätter für die Stufe
II von allen vier Medien in das flüssige A-Regenerationsmedium
transferiert. Nach 3 Tagen Kultivierung im A-Medium traten erste
grüne Kallusse
auf, und am 7. Tag waren auf den gesamten Keimblättern Kallusse vorhanden. An
diesem Punkt wurden die Kulturen in das halbfeste Medium der Stufe
III transferiert, das Keimlings-/Sprossenwachstum fördert. Kallusse
vom Medium 1 (ARMII) und 2 (C1) waren grün. Die Entwicklung von Jungpflanzen
aus diesen Explantaten wurde am 21. Tag der Kultivierung beobachtet.
Kallusse von Medium 3 (R3) und 4 (PG1) waren ebenfalls grün, aber
sehr kompakt. Der Grund dafür
ist wahrscheinlich die hohe Konzentration von 2,4-D im Medium der
Stufe I. Erst nach 30 Tagen tauchten einige wenige Jungpflanzen in
diesen Kulturen auf. Die Pflanzen aller Kulturen wurden in ein hormonfreies
GM-Medium transferiert, sobald sie 5–10 mm groß waren.
-
Die
in 3 skizzierten Arbeitsvorschriften wurden auf zwei
Ebenen bewertet: gleichförmige
Induktion von Zellteilung und Sprossenregeneration aus den Keimblättern; und
Produktion von lebensfähigen
Samen auf den regenerierten Pflanzen. Die Ergebnisse sind in Tabelle
5 zusammengefasst. In Bezug auf das erste Kriterium war die beste
Kombination 2AC, d.h. ein C1-Medium in Stufe I und ein C-Medium
in Stufe III, wobei diese Behandlungen in einer starken Sprossenregeneration
resultierend, die auf allen Explantaten zu beobachten war. Die zweitbeste
Kombination war 1AC (35 von 40 Explantaten bildeten Sprosse), mit
ARM1 in Stufe 1 und Medium C in Stufe III. Kombinationen mit Medium
3 und 4 in Stufe I führten
zu sehr schlechten Ergebnissen, wobei nur ein sehr geringer Teil
der Keimblätter
Sprosse bildete.
-
In
Bezug auf die Bildung von lebensfähigen Samen produzierten alle
außer
einer der regenerierten Pflanzen lebensfähige Samen. Siehe Tabelle 5.
Am wichtigsten ist, dass in den beiden Kombinationen (2AC und 1AC),
bei denen eine starke Sprossen regeneration zu beobachten war, keine
Nebenwirkungen auf die Fruchtbarkeit auftraten.
-
Tabelle
5 Samenproduktion
in Magenta Boxes auf Arabidopsis-thaliana-RLD-Pflanzen, die durch
die in Fig. 3 schematisch dargestellten Plastiden-Transformationsvorschriften
regeneriert wurden
-
Selektion
von Plastiden-Transformanten durch Kanamycinresistenz
-
Die
Expression von für
kan kodierender Neomycinphosphotransferase (NPTII) verleiht Resistenz
gegen Kanamycin, wenn sie in den Arabidopsis-Kern eingebracht wird.
Gentechnisch hergestellte Formen von kan wurden extensiv erwendet,
um nukleare Transformanten in Arabidopsis zu erhalten, siehe Valvekens
et al., 1988, und Brassica, siehe Radhe et al. 1992. Das kan-Gen
wurde in einen Plastiden-Marker für die Selektion von Plastiden-Transformanten
in Tabak umgewandelt (Carrer et al., 1993). Wie in Beispiel I dargelegt
wurden Arabidopsis-Plastiden-Transformanten durch Selektion auf
Spectinomycinresistenz selektiert, die durch aadA in der Tabak-Prrn/TpsbA-Kassette
verliehen wird. Prrn ist ein Promotor vom Plasmiden-rRNA-Operon und TpsbA
enthält
die 3'-untranslatierte
Plastiden-psbA-Gen-Region, die zur Stabilisierung von chimären Plastiden-mRNAs
erforderlich ist (Svab und Maliga, 1993). Ein Kanamycinresistenz-Markergen
kann durch die Expression von kan in der Prrn/Tpsba-Kassette erhalten
werden. Ein geeigneter Kanamycinresistenz-Plastiden-Transformationsvektor
von Arabidopsis und Brassica ist der pGS85A-Vektor, der das chimäre Kanamycingen
vom Plasmid pTNH32 trägt
(Carrer et al, 1993). Die Insertionsstelle in pGS85A ist die Hinc-II-Stelle
in der intergenischen trnV/rps12/7-Region. Aber auch andere intergenische
Regionen im Plastiden-Genom können als
Ziel dienen, wenn beispielsweise sichergestellt werden soll, dass
das eingeführte
Transgen die Expression der flankierenden Plastiden-Gene nicht stört.
-
Die
Plastiden-Transformation kann gemäß der oben dargelegten 1AC-
oder 2AC-Gewebekulturvorschrift durchgeführt werden. Um ein geeignetes
Zielgewebe für
die Transformation herzustellen, werden Keimblätter von 8–9 Tage alten Setzlingen in
einem flüssigen
ARM1- und C1-Medium von den Setzlingen abgeschnitten und zwei Tage
lang wie in der 1AC- und 2AC-Vorschrift vorgegeben kultiviert (3).
Nach zwei Tagen werden die Keimblätter auf Filterpapier (Whatman
Nr. 4) auf Agar-verfestigtes nichtselektives Medium mit identischer
Zusammensetzung transferiert. Etwa 50 bis 70 Keimblätter sind
erforderlich, um eine 3 cm2 große Fläche zu bedecken.
Die Keimblätter
werden dann mit dem Plasmid pGS85A, einem transformierenden Arabidopsis-Kanamycinresistenz-Vektor,
beschossen. Die Plasmidherstellung, die Beschichtung von Wolframteilchen
und das Beschießen
sollten wie für
Tabak beschrieben durchgeführt
werden (Maliga, 1995). Für
die Phänotypausprägung können die
Keimblätter
zwei Tage lang in den gleichen Schalen gelassen werden. Danach können die
Keimblätter
in ein selektives flüssiges
A-Medium transferiert werden, das 50 mg/l Kanamycinsulfat enthält, und
weitere sieben Tage kultiviert werden. Nach 7 Tagen werden die Keimblätter in
ein selektives, Agar-verfestigtes C-Medium mit 50 mg/l Kanamycin
transferiert. In einer alternativen Ausführungsform kann die Selektion
anfangs unter Verwendung von 25 mg/ml Kanamycin durchgeführt werden.
In späteren
Kultivierungsstufen wird die Kanamycinkonzentration auf 50 mg/ml
erhöht.
Das Kalluswachstum der transformierten Zellen auf dem selektiven
Medium kann schon nach einer Woche beobachtet werden. Es können jedoch
mehrere Wochen lang zusätzliche
kanamycinresistente Klone auftreten. Einige davon sind Plastiden-Transformanten, während andere
aufgrund der Expression des Plastiden-kan-Gens im Kern Resistenz
gegen Kanamycin erwerben (Carrer et al., 1993). Die beiden Klassen
von kanamycinresistenten Klonen können leicht mittels DNA-Gel-Blot-Analyse
und PCR-Analyse unterschieden werden (wie in Beispiel I beschrieben).
DNA wurde gemäß herkömmlichen
Arbeitsvorschriften amplifiziert (1 min bei 92 °C, 1,5 min bei 58 °C, 1,5 min
bei 72 °C, 30
Zyklen). Kanamycinresistenz tritt als Ergebnis der Expression des
Neomycinphosphotransferase-Gens auf, die durch PCR-Amplifikation
eines 548 Nucleotide umfassenden internen Segments unter Verwendung
der folgenden Primer verifiziert werden kann:
5'-CCGACCTGTCCGGTGCCC-3'
5'-CACGACGAGATCCTCGCCG-3'.
-
BEISPIEL III
-
Plastiden-Transformation
in Brassica-napus-Blättern
durch Selektion auf Resistenz gegen Spectinomycin und Kanamycin
-
Aufgrund
ihrer im Wesentlichen identischen Genome können Plastiden-Transformationsvektoren
und Expressionskassetten, die für
Arabidopsis entwickelt wurden, auch ohne Modifikation gut zur Plastiden-Transformation
und Expression von fremden Genen in Brassica-Spezies eingesetzt
werden.
-
Bestimmte
Plastiden-Expressionsignale von evolutionär entfernten Spezies funktionieren
auch in Arabidopsis- und Brassica-Plastiden. Diese Beobachtung wird
durch die in Beispiel 1 beschriebenen Ergebnisse unterstützt, die
zeigen, dass die Tabak-Prrn/TpsbA-Kassette
zur Expression des selektierbaren Spectinomycin-Resistenzgens (aadA)
in Arabidopsis-Plastiden verwendet werden können. Aber nicht jedes Tabak-Expressionssignal
funktioniert in Arabidopsis richtig. Untersuchungen mit einem Vektor,
der mit PSGS31A identisch war, mit der Ausnahme, dass das Terminationssignal
TpsbA durch das Signal Trps16 ersetzt worden war, zeigten dramatische
Auswirkungen auf die Gewinnung von Plastiden-Transformanten. Dieses
Plasmid-Gen wurde durch Insertion der Prrn/Trps16-Kassette in eine
Targeting-Stelle im pGS7-Vektor erhalten. Siehe 4.
In 416 Proben, die mit diesem Plasmid beschossen wurden, wurde kein
Transformant erhalten. Wie oben erwähnt wurden, wenn eine PrrnTTpsbA-Kassette
(die Kassetten sind in Staub und Maliga, Plant Journal 6, 547–553 (1994)
und Svab und Maliga, 1993, dessen Inhalt durch Verweis hierin aufgenommen
ist) zur Transformation von Arabidopsis-Blättern verwendet wurde, in 2
von 210 beschossenen Proben Plastiden-Transformanten erhalten.
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Aufgrund
ihrer taxonomischen Verwandtschaft reagieren Arabidopsis- und Brassica-Spezies in Gewebekulturen ähnlich auf
Pflanzenhormone oder Antibiotika. Folglich können Pflanzenregeneration aus
kultivierten Zellen und Selektion von transgenen Linien durch Antibiotikaresistenz
durch im Wesentlichen die gleiche Arbeitsvorschrift erreicht werden.
Sowohl Arabidopsis- als auch Brassica-Blätter und -Keimblattexplantate
reagieren auf 500 mg/l Spectinomcyin mit starkem Kalluswachstum
in nichttransformiertem Wildtyp-Gewebe auf einem Sprossenregenerationsmedium,
wie z.B. dem Medium C aus Tabelle 6. Diese Reaktion unterscheidet sich
deutlich von der in Tabak-Blattgewebe, worin das Aussetzen gegenüber 500
mg/ml Spectinomycin zu einer deutlichen Hemmung der Kallusproliferation
auf einem Sprosseninduktionsmedium führt. Somit könne Tabak-Plastiden-(und
Kerngen-) Transformanten leicht auf einem Sprosseninduktionsmedium
regeneriert werden, das 500 mg/l Spectinomycin enthält (Svab
und Maligam, 1993). Unglücklicherweise
verhindert eine rasche Kallusproliferation auf einem spectinomycinhältigen C-Sprossen/Keimregenerationsmedium
(siehe Tabelle 6) die Gewinnung von Arabidopsis- und Brassica-Plastiden-Transformanten.
Die Kultivierungsbedingungen müssen
verbessert werden, um rasches Kalluswachstum zu unterdrücken und
die Gewinnung von Plastiden-Transformanten zu vereinfachen. Diese
Bedingungen sind in Beispiel I erläutert. Zwar war die Selektion machbar
und Plastiden-Transformanten wurden unter Verwendung des Verfahrens
aus Beispiel I erhalten, aber die erhaltenen transplastomischen
Pflanzen waren nicht fruchtbar. Angesichts der höheren Toleranz von Brassica
gegenüber
2,4-D (Radke et al., 1992) könnte
die in Beispiel I beschriebene Arbeitsvorschrift aber zur Verwendung
in Brassica angepasst werden.
-
Die
Daten aus Beispiel II zeigen, dass die Kanamycinselektion mit den
beschriebenen Regenerationsvorschriften kompatibel ist. Demgemäß ist Kanamycin
das bevorzugte Antibiotikum für
die Selektion von Plastiden-Transformanten in der taxonomischen
Cruciferae-Gruppe.
-
Beispiel
I und II offenbaren Arbeitsvorschriften für die Regeneration von transgenen
Pflanzen aus Arabidopsis-Blättern
und -Keimblättern.
Eine Arbeitsvorschrift für
die Regeneration von transgenen Pflanzen in Brassica würde eine
zweistufige Arbeitsvorschrift (Anwendung von zwei unterschiedlichen
Medien) für
Blätter und
eine dreistufige Arbeitsvorschrift (Anwendung von drei unterschiedlichen
Medien) für
Keimblätter
umfassen. Die dreistufige Arbeitsvorschrift, die in Beispiel II
zur Verwendung bei der Plastiden-Transformation von Arabidopsis-Keimblättern beschrieben
ist, ist auch zur Verwendung in Brassica geeignet. Demgemäß werden nachstehend
nur die Verfahren zur Transformation von Brassica-Blatt-Plastiden
in einem zweistufigen Verfahren beschrieben.
-
Plastiden-Transformation
in Brassica unter Verwendung von Blättern als Zielgewebe und Kanamycinresistenz als
selektierbarer Marker
-
Brassica-Kulturen
I führen
in Stufe I zu einer gleichförmigen
Zellteilung in Blättern
oder Keimblättern. Das
Ziel von Stufe II ist die Regeneration von transgenen Pflanzen.
Ein geeignetes Medium für
Stufe I zur Induktion einer Zellteilung wäre das in Beispiel I und II
erläuterte
ARMI-Medium. Ein geeignetes Regenerationsmedium für Stufe
II wäre
das B-Medium (ARMII in Marton und Browse, 1991), C-Medium (diese
Studie) und E-Medium (Pelletier et al., 1983), die in Tabelle 6
aufgelistet sind.
-
Tabelle
6: Stufe-II-Brassica-Pflanzen-Regenerationsmedium*
-
- * Alle Komponenten sind in mg/l angegeben. Das B-Medium
ist das gleiche wie ARMII in Marton und Browse, 1991; das C-Medium
wurde in dieser Studie entwickelt; das E-Medium ist das Cruciferae-Regenerationsmedium
von Pelletier et al., 1983.
-
Zur
Selektion von Plastiden-Transformanten sollten Westar-Samen von
Brassica napus cv. oberflächensterilisiert
und aseptisch in Magenta Boxen zum Keimen gebracht werden, wie in
Beispiel II beschrieben ist. Nach drei bis vier Wochen werden die
Blätter
geerntet und direkt auf ein Whatman-Filterpapier gegeben, das auf
ein Agar-verfestigtes nichtselektives Stufe-I-Medium gegeben wird.
Nach Beschuss des geeigneten Plastiden-Transformationsvektors, der
einen selektierbaren Kanamycinresistenzmarker trägt, mit DNA, wie es in Beispiel
II beschrieben ist, werden die Schalen zwei Tage lang bei Licht
(16 Stunden) und 25 °C
inkubiert. Nach 2 Tagen werden die Blätter mit eine Rasierklingenblock
geschnitten und auf das gleiche Stufe-I-Medium transferiert, das
mit 50 mg/l Kanamycinsulfat ergänzt
wurde. In einer alternativen Ausführungsform kann die Selektion
anfangs unter Verwendung von 25 mg/ml Kanamycin durchgeführt werden.
In späteren
Kultivierungsstufen wird die Kanamycinkonzentration auf 50 mg/ml
erhöht.
Nach zwei Wochen auf dem selektiven Medium der Stufe I werden die
Blätter
auf ein Stufe-II-Medium zur Pflanzenregeneration transferiert. Kanamycinresistente
Klone werden durch ihr rasches Wachstum und ihre Sprossenregeneration
auf dem Selektionsmedium identifiziert. Die Kanamycinresistenz kann
auf die Plastiden-Transformation oder die Integration des Kanamycin-Markergens
in das Kerngenom zurückzuführen sein.
Die Plastiden-Transformation wird durch PCR- und DNA-Gel-Blot-Analyse
an Gewebeprobe von kanamycinresistenten Kallussen und regenerierenden Sprossen
verifiziert. Die regenerierten Sprossen werden dann eingewurzelt
und gemäß herkömmlichen
Arbeitsvorschriften in den Boden eines Gewächshauses transferiert.
-
Literaturverzeichnis
-
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