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Die Erfindung betrifft mehrlagige,
keramische gedruckte Leiterplatten. Spezieller betrifft die Erfindung Glaszusammensetzungen,
die gebrannte Keramiken auf Metallträgern ausbilden können, welche
in seitlichen Richtungen nicht schrumpfen.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Mehrlagige, niedrigtemperaturkeramische
Leiterplatten sind dafür
bekannt, daß sie
für eine
Verwendung mit leitfähigen
Metallen mit niedriger Schmelztemperatur, wie Silber, Gold und Kupfer,
geeignet sind. Sie haben einen niedrigen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
(TCE) und daher sind einige von ihnen zu Silicium- oder Galliumarsenid
kompatibel. Diese keramischen Leiterplatten werden aus Gläsern hergestellt,
die bei niedrigen Temperaturen, d. h. niedriger als 1000°C, gebrannt
werden können.
Die mehrlagigen Leiterplatten werden durch Mischen von Gläsern mit
organischen Materialien, einschließlich Harz, Lösungsmitteln,
Dispergiermitteln und ähnlichem,
und Ausbilden eines dünnen
flachen Bandes, bekannt als grünes
Band, hergestellt. Das grüne
Band kann gestanzt und gebrannt werden, um zuerst die organischen
Materialien zu entfernen und um anschließend das Glas in einen entglasten
Zustand zu überführen. Ein
Schaltkreis kann im Siebdruckverfahren auf das grüne oder
das gebrannte keramische Band unter Verwendung einer leitfähigen Farbstofformulierung,
die ein leitfähiges
Metallpulver, einen organischen Träger und ein pulverisiertes
Glas, das häufig
das gleiche oder ein ähnliches
Glas ist wie dasjenige, das zur Herstellung des grünen Bandes
verwendet wird, enthält,
aufgebracht werden.
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Wenn mehrere grüne Bänder mit Schaltkreisen, die
im Siebdruckverfahren darauf aufgebracht wurden, gestapelt werden
sollen, werden in dem Band Durchgangtsöffnungen ausgebildet und mit
Durchgangsfüllfarbstofformulierungen
gefüllt,
die auch aus leitfähigem
Metall, Glas und einem organischen Träger hergestellt sind, um die
Durchgangsöffnungen
zu füllen
und um einen elektrischen Kontakt zwischen den Schaltkreisen auf
den verschiedenen Lagen des grünen
Bandes bereitzustellen. Die mit Mustern versehenen Lagen des grünen Bandes
werden ausgerichtet und unter Anwendung von Hitze und Druck vor
dem Brennen zusammengepreßt.
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Diese mehrlagigen Leiterplatten waren
für einige
Jahre in kommerzieller Verwendung, aber sie haben mehrere Nachteile.
Die grünen
Bänder
schrumpfen beim Brennen um wenigstens 15% in allen Richtungen, was
vorsorglich durch Einbau von Toleranzen für die Lagen aus grünem Band
und die Durchgangsöffnungen kompensiert
werden muß.
Es ist jedoch schwierig, die Schaltkreise in engen Toleranzen zu
halten. Die thermische Leitfähigkeit
von Glas ist gering, und daher stellt Wärmeverlust ein Problem dar.
Darüber
hinaus sind die unverbundenen mehrlagigen Leiterplatten schwach
im Vergleich zu Materialien, wie Aluminiumoxid oder Aluminiumnitrid,
welche ebenfalls für
mehrlagige Leiterplatten verwendet werden. Diese letztgenannten
Materialien, obwohl sie gute thermische Leitfähigkeit und Festigkeit besitzen,
schrumpfen jedoch auch beim Brennen, und sie müssen eher bei viel höheren Temperaturen
und unter einer reduzierenden Atmosphäre gebrannt werden als an Luft
bei niedrigeren Temperaturen. Daher können niedrig schmelzende leitfähige Metalle
nicht mit unverbundenen mehrlagigen Leiterplatten verwendet werden,
und hochschmelzende feuerfeste Metalle, wie Wolfram oder Molybdän, müssen als
Schaltkreismaterialien verwendet werden. Jedoch haben diese Metalle niedrigere
Leitfähigkeiten
als Silber, Gold oder Kupfer, und daher besitzen die resultierenden
gedruckten Leiterplatten schlechtere elektrische Eigenschaften als
solche, bei denen Metalle mit niedriger Schmelztemperatur verwendet
werden, wie Silber, Gold oder Kupfer.
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In jüngerer Zeit wurden die mehrlagigen
Leiterplatten auf Trägersubstraten
angeheftet, um die Festigkeit der Verbundmaterialplatte zu erhöhen. Diese
Trägersubstrate
haben im allgemeinen einen Metallkern, der mit einer Glasur überzogen
sein kann, welche das keramische Band beim gemeinsamen Brennen an
das metallische Trägersubstrat
anheftet. Beim Brennen reduziert diese Glasur das Schrumpfen in
den seitlichen x,y-Richtungen, so daß die meiste, wenn nicht die
gesamte, Schrumpfung in z-Richtung stattfindet, d. h. senkrecht
zu dem metallischen Trägersubstrat.
Geeignete Glasurzusammensetzungen sind in der
EP-A-0 806
056 beschrieben. Die Keramik muß jedoch einen TCE besitzen,
der eng zu demjenigen des leitfähigen
Substratträgermaterials
im Bereich der Brenntemperatur paßt, um eine Entlaminierung
oder sogar ein Brechen der Keramik zu verhindern. Daher wurden auch
Glaskeramiken entwickelt, die einen TCE besitzen, der zu verschiedenen
metallischen Kernmaterialien paßt.
Es ist eine gemeinsam brennbare Keramik bekannt, die einen TCE von
9-13 ppm/°C über den
Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 250°C auf einer mit Kupfer plattierten Edelstahlplatte
hat. Eine Keramik, welche einen TCE von 4,5-6 ppm/°C über den
Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 300°C hat, zur Verwendung mit einer
mit Kupfer plattierten Molybdänmetallplatte
ist ebenfalls bekannt und wurde in der
EP-A-0 805 785 offenbart.
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Jedoch führte die Suche nach zusätzlichen
Glaszusammensetzungen, die einen TCE besitzen, der eng zu verschiedenen
Metall- oder Legierungszusammensetzungen paßt, insbesondere zu Kovar,
ein Name, der einer Gruppe von Legierungen gegeben wurde, wie einer
Legierung, die 53,8 Gew.-% Eisen, 29 Gew.-% Nickel, 17 Gew.-% Kobalt
und 0,2 Gew.-% Mangan enthält.
Diese Legierungen zeigen eine scharfe Veränderung im Ausdehnungskoeffizienten
bei bestimmten Temperaturen.
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Kovar ist ein ausgezeichnetes Material
zur Verwendung als ein Trägersubstrat,
weil Kovar einen TCE besitzt, der eng mit Galliumarsenid im Bereich
von Raumtemperatur bis 300°C übereinstimmt,
und weil es ein preiswertes Material ist. Jedoch besitzt Kovar etwas
unübliche
TCE-Eigenschaften,
wie es in 1 gezeigt
ist. 1 ist ein Diagramm
des TCE von Kovar gegenüber
der Temperatur. Der TCE bleibt ziemlich niedrig bis zu einer Temperatur
von etwa 400°C,
aber danach steigt der TCE schnell von 5 ppm/°C auf 10 ppm/°C oberhalb von
dessen Curie-Temperatur zwischen 450-800°C an.
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Dieses Verhalten kann anderen geeigneten
Trägersubstraten
gegenübergestellt
werden, wie es in 2 gezeigt ist. 2 ist ein Diagramm des TCE gegenüber der
Temperatur zwischen 100 und 600°C
für verschiedene
Trägerplattenmaterialien.
Kurve A ist mit Nickel plattiertes Molybdän; Kurve B ist mit Kupfer plattiertes
Molybdän;
Kurve C ist Molybdän
alleine; und Kurve D ist Kovar. Es ist deutlich, daß Kovar
eine ziemlich unterschiedliche Kurve gegenüber derjenigen anderer Trägersubstratmaterialien,
deren TCE mit Veränderungen
in der Temperatur ziemlich konstant bleibt, hat.
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Bekannte keramische Zusammensetzungen
haben bei allen interessierenden Temperaturen keinen mit Kovar übereinstimmenden
TCE, und daher waren für
ein gemeinsames Brennen auf Kovar neue keramische Zusammensetzungen
erforderlich.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Wir haben verschiedene Glaszusammensetzungen
gefunden, die mit nicht kristallisierenden Gläsern unter Ausbildung von Zusammensetzungen
für grünes Band
gemischt werden können,
welche für
Leiterplatten mit metallischem Kern geeignet sind. Es können auch
oxidische Füllstoffe
hinzugegeben werden, um die Eigenschaften der gebrannten Keramik
weiter zu modifizieren. Sie können
auf dem Trägersubstrat
mit Metall- oder Legierungskern unter reduzierter Schrumpfung in
den seitlichen x- und y-Richtungen gebrannt werden, und sie besitzen
eine niedrige Brenntemperatur, die mit der Verwendung von Leitern
mit niedrigem Schmelzpunkt, wie Gold, Silber oder Kupfer, kompatibel
ist. Diese Gläser
werden unter den ZnO-MgO-B2O3-SiO2-Glassystemen ausgewählt.
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Somit liefert die Erfindung eine
kristallisierbare Glaszusammensetzung, welche von 25-30 Gew.-% ZnO,
von 20-28 Gew.-% MgO, von 15-20 Gew.-% B2O3, von 20-30 Gew.-% SiO2,
0-10 Gew.-% Al2O3 und
geringere Mengen zusätzlicher
Metalloxide enthält.
Die Glaszusammensetzungen können
auch weiterhin Co3O4 enthalten.
Die Erfindung liefert auch ein Gemisch aus einem dieser Gläser und
einem nicht kristallisierenden Glas, wobei das nicht kristallisierende
Glas PbO, Al2O3 und
SiO2 oder von 30-80 Gew.-% PbO, von 15-50 Gew.-%
SiO2, bis zu 10 Gew.-% Al2O3, bis zu 15 Gew.-% B2O3 und bis zu 10 Gew.-% ZnO enthalten kann,
und es kann zusätzlich
ZnO enthalten. Diese Gemische können
auch einen oxidischen Füllstoff
oder zwei oder mehrere oxidische Füllstoffe enthalten. Der oxidische
Füllstoff
kann aus der Gruppe ausgewählt
sein, die aus Aluminiumoxid, Cordierit, Quarz, Cristobalit, Forsterit
und Willemit besteht. Die Erfindung ist auch eine Zusammensetzung
eines grünen
Streifens, welche 40-75 Gew.-% des Glases der Erfindung, von 1,2-22,5
Gew.-% eines nicht kristallisierenden Glases, von 2-45 Gew.-% oxidische
Füllstoffe
und einen organischen Träger
umfaßt.
Diese Zusammensetzung kann sich auf einem metallischen Trägersubstrat
befinden, welches ein Kovar-Träger
sein kann. Der Kovar-Träger
kann darauf ein bindendes Glas aufweisen, welches ein Calciumoxid-Aluminiumoxid-Zinkoxid-Borat-Glas
sein kann. Die Erfindung umfaßt
auch eine leitfähige
Farbstoffzusammensetzung mit niedriger Schmelztemperatur mit einem
leitfähigen
Metallpulver, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Silber, Gold
und Kupfer besteht, dem oben genannten Gemisch aus kristallisierbaren
Glaszusammensetzungen und einem nicht kristallisierbaren Glas und
einem organischen Träger.
Die Erfindung liefert auch eine gedruckte Leiterplatte mit einem
metallischen Träger,
einschließlich
einem Kovar-Träger,
der an eine gebrannte Keramik angeheftet ist, die aus der Zusammensetzung
der oben genannten kristallisierbaren Glaszusammensetzungen und
einem nicht kristallisierenden Glas hergestellt ist.
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Leiterfarbstoffe, Durchgangsfüllfarbstoffe
und Oberleiterfarbstoffe können
auch unter Verwendung der Gläser
der Erfindung hergestellt werden, um keramische Leiterplatten herzustellen,
welche die Eigenschaften von niedrigem dielektrischem Verlust haben.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
FIGUREN
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1 ist
ein Diagramm des TCE gegenüber
der Temperatur für
eine Anzahl von Trägerplattenmaterialien.
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2 ist
ein Diagramm des TCE gegenüber
der Temperatur für
eine Kovar-Legierung.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG
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Es sind verschiedene Materialien
zur Bereitstellung der hierin geeigneten Trägersubstrate bekannt, einschließlich Edelstahl,
mit Kupfer plattierter Edelstahl, mit Kupfer plattierter Invar®,
einer Marke von Carpenter Technology für eine Ferro-Nickel-Legierung,
die einen niedrigen TCE hat, und Kovar, eine Ferro-/Nickel-/Kobalt-Legierung
und ein Handelsname von Carpenter Technology. Ein bevorzugtes Trägersubstrat
ist aus Kovar hergestellt, welches mit etwa 25 Mikrometer Kupfer
belegt oder plattiert ist, welches wiederum mit etwa 25 Mikrometer
Nickel überzogen
ist. Diese Kern-Trägersubstrate
sind handelsüblich
erhältlich;
sie haben eine Gesamtdicke von etwa 625 Mikrometern, einen TCE von
5,8 ppm/°C
von Raumtemperatur bis 300°C
und eine thermische Leitfähigkeit
in der z-Richtung von 21,8 Watt s/m°K.
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Ein bevorzugtes Kern-Trägersubstratmaterial,
wie es oben beschrieben ist, wird für eine Anwendung hierin hergestellt
durch Wärmebehandlung
an Luft, um das Nickel zu oxidieren, was die Haftung einer anschließend abgeschiedenen
bindenden Glaslage verbessert. Das oxidierte Kern-Trägersubstrat
wird dann mit einem bindenden Glas beschichtet. Das bindende Glas
ist bekannt und wird durch Kombinieren eines geeigneten Glaspulvers,
d. h. einem Glas, das einen TCE hat, der eng zu demjenigen des Trägersubstratmaterials
paßt, mit
einem organischen Bindemittel und einem Lösungsmittel unter Ausbildung
einer durch Siebdruck druckbaren Zusammensetzung in bekannter Art
und Weise. Ein geeignetes bindendes Glas ist ein Gemisch aus den Oxiden
von Calcium-Aluminium-Zink-Bor,
wie es weiter unten beschrieben wird. Eine geringe Menge, z. B. etwa
5-6 Gew.-%, Kupferpulver kann zu dem bindenden Glas hinzugefügt werden,
um die Haftung der Keramik an dem Metallkern zu verbessern. Die
bindende Glaszusammensetzung auf dem Metallträgersubstrat wird dann an Luft
bei 700-800°C
gebrannt, um eine gebrannte Glaslage mit einer Dicke von etwa 35
Mikrometern auf dem Trägersubstrat
herzustellen.
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Lagen von grünem Band werden hergestellt,
Durchgangsöffnungen
gestanzt, welche dann mittels Siebdruck unter Verwendung von Durchgangsfüllfarbstoffen
gefüllt
werden, gefolgt von Siebdruck eines Leitermusters darauf in herkömmlicher
Art und Weise unter Verwendung konventioneller Leiterfarbstoffe.
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Die Stapel von grünem Band werden dann auf dem
vorbereiteten Trägersubstrat
angeordnet und gebrannt. Ein verbindender Klebstoff kann auf dem
glasierten Trägersubstrat
aufgebracht werden, um die Haftung der mehrlagigen grünen (ungebrannten)
Keramik auf dem Trägersubstrat
zu verbessern. Während
des Brennens des bindenden Glases (Glasur), welches eine niedrigere
Erweichungstemperatur hat als diejenige des Glases, das zur Ausbildung
des mehrlagigen keramischen grünen
Bandes verwendet wird, erweicht und haftet das grüne Band
auf dem metallischen Trägersubstrat,
wodurch eine Schrumpfung in den x,y-Richtungen während des Brennens verhindert
wird; das Ergebnis ist, daß die
gesamte Schrumpfung in der z-Richtung stattfindet. Somit bleibt
die Ausrichtung der keramischen Lagen zueinander und des Stapels
zu dem Trägersubstrat
beim Brennen ungestört.
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Wir haben herausgefunden, daß ein kristallisierendes
Glas des ZnO-MgO-B2O3-SiO2-Systems
mit einem zweiten nicht kristallisierenden Glas und mit oxidischen
Füllstoffmaterialien
zur Herstellung von Glaskeramiken, welche die gewünschten
Ausdehnungscharakteristiken und die erforderlichen Eigenschaften
haben, kombiniert werden kann.
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Die kristallisierenden Gläser der
Erfindung enthalten in Gewichtsprozent von 20-55%, vorzugsweise 25-30%
ZnO, von 10-30%, vorzugsweise 20-28% MgO, von 10-35%, vorzugsweise
15-20% B2O3, von 10-40%,
vorzugsweise 20-30% SiO2 und bis zu 10%,
vorzugsweise 3-7% Al2O3 und
von 0-3%, vorzugsweise 0-2% Co3O4.
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Nachfolgende Tabelle 1 beschreibt
die gewünschten
Eigenschaften für
die gebrannten Glaskeramikzusammensetzungen der Erfindung.
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TABELLE
1
| TCE
(25-300°C) | 5-7
ppm/°C |
| Dielektrizitätskonstante
bei 1 GHz | 5-10 ± 2% |
| Dielektrischer
Verlust bei 1 GHz (tan δ) | ≤ 0,002 |
| Spezifischer
Volumenwiderstand | ≥ 1013 Ohm-cm |
| Spezifischer
Oberflächenwiderstand | > 1012 Ohm-cm |
| Chemische
Beständigkeit | Beständig gegen
Säuren,
Alkalien und Plattierungslösungen |
| Widerstand
des beerdigten Leiters | < 4 mΩ/Quadrat |
| Widerstand
des Durchgangsleiters | < 1 mΩ/Durchgang |
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Es wurde eine Reihe von ZnO-MgO-B2O3-SiO2-Gläsern hergestellt
und deren TCE und andere Eigenschaften gemessen. Die Oxide wurden
vereinigt und bei 1550°C
für 2 Stunden
geschmolzen und das erhaltene Glas zwischen Stahlwalzen abgeschreckt
und in einer Kugelmühle
zerkleinert, bis die mittlere Teilchengröße etwa 8-13 Mikrometer (μm) betrug.
Die Zusammensetzungen der Gläser
sind nachfolgend in Tabelle II zusammengefaßt.
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Die Gläser kristallisieren beim Brennen
unter Ausbildung verschiedener Kristallphasen, einschließlich Suanit
(Mg2B2O5),
Enstatit (MgSiO3) und Willemit (Zn2SiO4). Die letztgenannte
hat eine niedrigere Ausdehnungscharakteristik als die anderen Kristallphasen.
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Aus jedem Glas wurde ein grünes Band
hergestellt, fünf
Lagen des grünen
Bandes wurden gestapelt und auf ein Kovar-Trägersubstrat laminiert, welches
mit einem verbindenden Glas aus Ca-Al-Zn-Borat beschichtet war, und das
Laminat wurde an Luft bei einer Maximaltemperatur von 850-900°C gebrannt.
Der TCE und die x,y-Schrumpfung wurden für jedes Glas gemessen, um die
TCE-Übereinstimmung
des Glases zu Kovar zu bestimmen. Die chemische Beständigkeit
jedes Glases wurde gemessen, indem das gebrannte Glas in ein stromfreies
Nickel-Plattierungsbad mit einem pH-Wert von 6,7 für eine Stunde
bei 89°C
eingetaucht und die Veränderung
an der Oberfläche
der Keramik beobachtet wurde. Eine stumpfere, pulverige Oberfläche zeigt schlechte
chemische Beständigkeit
an, wogegen eine unveränderte
Oberfläche
gute Beständigkeit
anzeigt.
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Die dielektrischen Eigenschaften
jedes Glases wurden ebenfalls an fünflagigen Bänderstapeln gemessen, die ohne
das Trägersubstrat
an Luft ebenfalls zwischen 850-900°C gebrannt wurden, wobei ein
Resonanzhohlraumwellenleiter bei einer Frequenz von 15-17 GHz in
bekannter Art und Weise eingesetzt wurde.
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Die Ergebnisse sind nachfolgend in
Tabelle III angegeben.
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Obwohl Probe Nr. 1 eine TCE-Charakteristik
hat, die zu derjenigen von Kovar paßt, und einen niedrigen Dielektrizitätsverlust,
besitzt sie schlechte chemische Beständigkeit und eine niedrige
Kristallisationstemperatur von 725°C, was das Erhärten hemmt.
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In einem Versuch, die chemische Beständigkeit
und die Erhärtung
zu verbessern, wurde dieses Glas mit nicht kristallisierenden Gläsern auf
Bleibasis gemischt. Die resultierende Keramik hatte jedoch einen
reduzierten TCE und einen erhöhten
Dielektrizitätsverlust.
Zwei dieser Keramikzusammensetzungen sind nachfolgend in Tabelle
IV angegeben.
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Diese Keramiken hatten einen erniedrigten
TCE und einen erhöhten
Dielektrizitätsverlust.
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Geeignete nicht kristallisierende
Gläser
auf Bleibasis, die hierin verwendet werden können, werden aus den folgenden
Oxiden hergestellt:
| PbO | 30-80 Gew.-% |
| SiO2 | 15-50 Gew.-% |
| Al2O3 | bis zu 10 Gew.-% |
| B2O3 | bis zu 15 Gew.-% |
| ZnO | bis zu 10 Gew.-% |
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Zusätzliche Keramiken wurden aus
Gläsern
der Proben Nr. 4, 9 und 10 hergestellt, zu welchen variierende Mengen
auf Blei basierender Gläser
und oxidischer Füllstoffe
hinzugefügt
wurden. Die Zusammensetzungen und die dielektrischen und elektrischen
Eigenschaften sind nachfolgend in Tabelle V zusammengefaßt.
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Diese Keramiken hatten einen geringfügig erhöhten TCE
im Verhältnis
zu Kovar, aber gute chemische Beständigkeit und gute dielektrische
Eigenschaften. Jedoch war die seitliche Schrumpfung zu hoch (Probe
14). Daher wurden zusätzliche
oxidische Füllstoffe
hinzugefügt,
wie es bei den Keramikproben Nr. 15-17 gezeigt ist. Die seitliche
Schrumpfung war dann stark reduziert, in einem Fall (Nr. 17) bis
auf null.
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Geeignete oxidische Füllstoffe
zur Ausbildung der vorliegenden Keramikzusammensetzungen umfassen
Aluminiumoxid, Cordierit, Quarz, Cristobalit, Forsterit und Willemit.
Diese Materialien dienen zur Steuerung der Schrumpfung und zur weiteren
Modifizierung des TCE. Mit der Zugabe eines zweiten oxidischen Füllstoffs
können
die gewünschten
dielektrischen Eigenschaften, Schrumpfungscharakteristiken und ein
TCE, der zu Kovar paßt,
alle erreicht werden.
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Die bevorzugten Glaskeramikzusammensetzungen,
welche hierin geeignet sind, enthalten die folgenden Materialien:
50-58 Gew.-%, vorzugsweise 70-80 Gew.-% kristallisierendes Glas
der Erfindung, 3-30 Gew.-%, vorzugsweise 8-12 Gew.-% auf Pb basierendes,
nicht kristallisierendes Glas, 5-35 Gew.-%, vorzugsweise 6-12 Gew.-%
eines ersten oxidischen Füllstoffs
vom hochexpandierenden Typ, und 0-25 Gew.-%, vorzugsweise 1-5 Gew.-%
eines zweiten oxidischen Füllstoffs
vom niedrigexpandierenden Typ.
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Weitere experimentelle Ergebnisse
sind nachfolgend in Tabelle VI gezeigt.
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Es wird deutlich, daß die Zusammensetzungen
Nr. 24 und 25 die beste TCE-Übereinstimmung
zu Kovar und darüber
hinaus ausgezeichnete Gesamteigenschaften haben.
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Zusammensetzungen für grünes Band
werden im allgemeinen aus etwa 40-75 Gew.-% eines Keramikgemisches
des verwendeten Glases, von 1,2-22,5 Gew.-% eines nicht kristallisierenden
Glases, von 2-45 Gew.-% eines oxidischen Füllstoffs und einem organischen
Träger
hergestellt. Eine typische Formulierung wurde aus den folgenden
Bestandteilen hergestellt: Glas Nr. 9 mit einer mittleren Teilchengröße von 10-12,5 μm, 57,34
Gew.-%; Glas C mit einer mittleren Teilchengröße von 6,5-8 μm, 6,98 Gew.-%;
Forsterit mit einer mittleren Teilchengröße von 3-5 μm, 7,27 Gew.-%; Cordierit mit
einer mittleren Teilchengröße von 2-3 μm, 1,09 Gew.-%;
ein Dispergiermittel, 0,58 Gew.-%; ein Bindemittel (Butvar B98,
ein Produkt von Monsanto Co.), 2,04 Gew.-%; ein Weichmacher (Santicizer
160 von Monsanto Co.), 1,36 Gew.-%; 11,67 Gew.-% Methylethylketon und
11,67 Gew.-% wasserfreier Ethanol. Die Formulierung wurde unter
Bildung eines Breis gemischt und zur Ausbildung eines grünen Bandes
zu einem Band gegossen.
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Ein gemeinsam brennbarer, auf Silber
basierender Dickfilmleiterfarbstoff, basierend auf den Glaszusammensetzungen
der Erfindung, wurde ebenfalls entwickelt und getestet. Ein typischer
Farbstoff umfaßt 83,78
Gew.-% Silberpulver, 0,65 Gew.-% eines Glases der Erfindung, 1,22
Gew.-% eines Dispergiermittels, 0,88 Gew.-% eines Ethylzelluloseharzes,
0,80 Gew.-% eines Harzes, wie Elvacite 2045 von ICI Americas, Inc., 3,32
Gew.-% Texanol, ein Lösungsmittel
von Eastman Chemical Products, Inc., 6,81 Gew.-% Terpineol-Lösungsmittel
und 2,54 Gew.-% Butylcarbitol. Dieser Farbstoff kann im Siebdruckverfahren
auf das grüne
Band zur Ausbildung einer gedruckten Schaltung aufgebracht werden.
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Ein Silber-Palladium-Leiterfarbstoff,
basierend auf den Glaszusammensetzungen der Erfindung, wurde ebenfalls
entwickelt und als ein Oberleitertarbstoff getestet. Ein typischer
Oberleiterfarbstoff umfaßt
ein Silber-Palladium-Pulver, wie K1P 3030-1-Pulver der Degussa Corporation,
77,48 Gew.-%; 6,30 Gew.-% eines Glases, hergestellt aus (bezogen
auf das Gewicht) 25,61 % BaO, 9,88% B2O3, 6,24% Calciumoxid, 8,36% SiO2 und
49,91 % Bi2O3, 0,16%
Kupferpulver, 1,29% eines Dispergiermittels, 0,93% Ethylzellulose,
0,85% Elvacite 2045-Harz, ein Produkt von ICI Americas, Inc., 3,50%
Texanol, 7,21 % Terpineol und 2,29% Butylcarbitol.
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Eine alternative Gold-Oberleiterfarbstofformulierung
wurde aus dem folgenden hergestellt: 84,39% Goldpulver, 0,93% eines
Dispergiermittels, 0,47% Ethylzellulose, 0,22% Elvacite 2045, 0,17%
eines Verdickungsmittels, Thixatrol ST, ein Produkt von Rheox, Inc.,
1,69% Texanol, 2,38% Terpineol und 3,05% Butylcarbitol, alle Prozentangaben
bezogen auf das Gewicht.
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Es wurde auch ein Durchgangsfüllfarbstoff
aus dem folgenden hergestellt: 55,84% Silberpulver, 22,30% Füllmittel
Glas B, 1,15% Dispergiermittel, 0,70% Ethylzellulose, 8,01 % Butylcarbitol,
1,77% Elvacite 2045, 5,31 % Terpineol, 1,40% Thixatrol ST und 3,54%
eines Weichmachers, alle Prozentangaben bezogen auf das Gewicht.
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Drei bis fünf Lagen des oben genannten
grünen
Bandes, hergestellt mit der Keramikzusammensetzung Nr. 25 und jedes
mit gestanzten Durchgängen
mit einem Durchmesser von 200 μm, gefüllt mit
dem Durchgangsfüllfarbstoff,
und mit einem darauf im Siebdruckverfahren aufgebrachten Leitermuster,
wie oben, wurden aufeinander gestapelt und auf einem mit Nickel
plattierten Kovar-Trägersubstrat
befestigt und gebrannt. Ein nachgebrannter Ag-Pd-Oberleiterfarbstoff
wurde auf der Oberseite des gebrannten Substrates in einem Muster
abgeschieden.
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Obwohl die Erfindung anhand spezieller
Zusammensetzungen beispielhaft erläutert wurde, ist klar, daß ein Fachmann
auf dem Gebiet die genauen Bestandteile und deren Mengen variieren
kann, ohne von dem Gedanken der Erfindung abzuweichen. Diese Variationen
sollen hierin eingeschlossen sein. Die Erfindung soll nur durch
den Umfang der anhängenden
Patentansprüche
begrenzt sein. Die Erfindung umfaßt eine gedruckte Leiterplatte,
bei der die gebrannte Keramik auf beiden Seiten des Kovar-Trägers befestigt
ist.