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Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-Butendiol aus 3,4-
Epoxy-1-buten (EpB). Spezieller betrifft diese Erfindung ein heterogenes Verfahren
zur Hydrolyse von EpB zu 1,4-Butendiol, bei dem eine Mischung von EpB und
Wasser mit einem Katalysator in Kontakt gebracht wird, der ein
Katalysator-Trägermaterial und Kupfer in einer positiven Wertigkeitsstufe umfasst.
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1,4-Butandiol (BDO) ist eine wichtige industrielle Chemikalie. Beispielsweise wird es
in beträchtlichen Mengen als Monomer für eine Vielfalt von Polyestern und
Polyurethanen verwendet. Es wird auch verwendet, um das nützliche
Industrielösungsmittel Tetrahydrofuran herzustellen, und kann in γ-Butyrolacton überführt
werden, welches wiederum in Polyvinylpyrrolidon und N-Methylpyrrolidinon überführt
werden kann.
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Das meiste des kommerziell erzeugten BDO wird durch Reaktion von Acetylen mit
Formaldehyd, gefolgt von Hydrierung, hergestellt. Dieses Verfahren leidet an der
Verwendung des relativ teuren und gefährlichen Acetylens. Etwas BDO wird auch
durch die Reaktion von Essigsäure, Sauerstoff und Butadien unter Erzeugung von
1,4-Diacetoxy-2-buten, das dann hydriert und hydrolysiert wird, hergestellt. Dieses
Verfahren leidet an der Zahl der beteiligten Schritte und an der Miterzeugung von
3,4-Diacetoxy-1-buten. Andere bekannte Wege für die Herstellung von BDO
umfassen eine Butadien-Chlorierung, gefolgt von einer basischen Hydrolyse und
Hydrierung (was eine Mischung von Isomeren und Salzen erzeugt),
Maleinsäureanhydrid-Hydrierung (was strenge Betriebsbedingungen erfordert) und die
Umlagerung von Propylenoxid zu Allylalkohol, gefolgt von der Reaktion mit
Wasserstoff und Kohlenmonoxid unter Erzeugung von 4-Hydroxybutyraldehyd, der
dann zu BDO hydriert wird (was eine große Anzahl von Schritten erfordert, von
denen einer einen teuren Rhodium-Katalysator verwendet). Es gibt einen
allgemeinen Bedarf an einem BDO-Verfahren, das sicher, preiswert und einfach ist.
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Die Hydrierung von 1,4-Butendiol (auch als 2-Buten-1,4-diol bekannt) stellt einen
attraktiven Weg zu BDO dar, aber es sind keine Synthesen von 1,4-Butendiol
bekannt, die sicher, effizient und preiswert sind. EpB kann effizient aus Butadien und
Sauerstoff hergestellt werden, aber es sind keine Wege bekannt, um EpB wirksam
zu einem Produkt zu hydrolysieren, das reich an 1,4-Butendiol ist. Es besteht ein
Bedarf an einem Verfahren, das effizient 3,4-Epoxy-1-buten zu einem Produkt
hydrolysiert, das reich an 1,4-Butendiol ist.
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In J. Am. Chem. Soc. 104, 1658-1665 (1982) lehren Ross et al., dass die Säure-
katalysierte Hydrolyse von EpB eine Mischung erzeugt, die 96% 3-Buten-1,2-diol
und nur 4% 1,4-Butendiol enthält. Diese gleiche Literaturstelle führt einen dazu, zu
erwarten, dass sogar noch mehr 3-Buten-1,2-diol mit Basenkatalysierter Hydrolyse
erzeugt wird, da das verwandte Cyclohexadienoxid 99% des 1,2-Diols bei
Basenkatalysierter Hydrolyse in Anwesenheit von anderen Salzen liefert. Demgemäß
scheint weder eine Säure- noch eine Basen-Katalyse für die Hydrolyse von EpB zu
einem Produkt geeignet, das nützliche Konzentrationen des gewünschten 1,4-
Butendiols enthält.
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In Tetrahedron 45, 7031-7040 (1989) lehren Rao et al., dass saure, wässrige
Bedingungen das gewünschte 1,4-Butendiol in das unerwünschte 3-Buten-1,2-diol
überführen können. Diese Literaturstelle schlägt vor, dass saure Bedingungen unter
einigen Hydrolysebedingungen unerwünscht sein können. Ein Verfahren, dass
Iodwasserstoffsäure oder Iodwasserstoffsäure plus eine Übergangsmetall-Verbindung
als Katalysatoren für die Hydrolyse von EpB zu Mischungen verwendet, die 1,4-
Butendiol enthalten, ist im japanischen Kokai-Patent Nr. Sho 54[1979]-79214
beschrieben. Unter den optimalen mitgeteilten Bedingungen erzeugten diese
Bedingungen eine Diol-Mischung, die aus 53% 3-Buten-1,2-diol (nachstehend als
1,2-Butendiol bezeichnet) und 47% 1,4-Butendiol besteht (1,2-Diol/1,4-Diol-
Verhältnis = 1,15), mit einer Gesamt-Diol-Ausbeute von nur 58%. Dieses Verfahren
ergibt nicht nur eine schlechte Ausbeute, sondern weist alle Korrosions- und
Abtrennungsprobleme auf, die mit der Verwendung von wässriger
Iodwasserstoffsäure verbunden sind.
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Die japanische Kokai 54[1979]-73710 lehrt die Verwendung von sowohl Cu(I)- als
auch Cu(II)-Salzen als Katalysatoren für die Hydrolyse von EpB zu Mischungen, die
reich an 1,4-Butendiol sind. CuBr lieferte eine Mischung von Butendiolen mit einem
Verhältnis von 1,2-Isomer zu 1,4-Isomer = 2,92. CuBr&sub2; lieferte eine Mischung von
Butendiolen mit einem Verhältnis von 1,2-Isomer zu 1,4-Isomer = 4,71. Diese
Reaktionen zeigen nicht nur eine schlechte Selektivität für das gewünschte 1,4-
Butendiol, sondern es sind auch Reaktionszeiten von etwa 50 Stunden erforderlich,
damit die Reaktion die Beendigung erreicht. Es werden keine Mittel zur Verfügung
gestellt, um den Katalysator und das Produkt aus der Reaktionsmischung
abzutrennen und zu gewinnen.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-Butendiol,
welches umfasst, dass man eine Mischung aus Wasser und 3,4-Epoxy-1-buten mit
einem Kupfer-Katalysator auf Träger kontaktiert, welcher ein
Katalysator-Trägermaterial und Kupfer in einer positiven Wertigkeitsstufe umfasst. Vorzugsweise
werden Wasser und 3,4-Epoxy-1-buten bei einer Temperatur von 10 bis 80ºC in
Anwesenheit eines Kupfer-Katalysators auf Träger kontaktiert, welcher
Siliciumdioxid, Aluminiumoxid oder Siliciumdioxid-Aluminiumoxid und ein Kupfer(I)-Salz
umfasst. Weitere Ausführungsfarmen der Erfindung sind in den beigefügten
Ansprüchen angegeben.
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Die vorliegende Erfindung stellt durch die Verwendung von heterogenen
Katalysatoren, die leicht aus der Produktmischung abgetrennt und wiederverwendet
werden können, ein einfaches, effizientes Mittel für die selektive Hydrolyse von 3,4-
Epoxy-1-buten (EpB) zu einer Mischung bereit, welche reich an 1,4-Butendiol ist.
Das Verfahren der Erfindung umfasst, dass man eine Mischung von Wasser und
EpB mit einem Kupfer-Katalysator auf Träger, welcher ein Katalysator-
Trägermaterial und Kupfer in einer positiven Wertigkeitsstufe umfasst, bei einer für
die Hydrolyse wirksamen Temperatur kontaktiert. Anders als Katalysatoren des
Standes der Technik wird der im vorliegenden Verfahren verwendete Katalysator
leicht aus den flüssigen Reaktionsprodukten abgetrennt. Die Hydrolyse von EpB
mittels des heterogenen Verfahrens dieser Erfindung hat eine verbesserte
Selektivität für das gewünschte 1,4-Butendiol zum Ergebnis.
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Die Katalysatoren, die in der vorliegenden Erfindung nützlich sind, sind eine
Kombination eines Katalysator-Trägermaterials und einer Form von Kupfer in einer
positiven Wertigkeitsstufe, d. h. Cu(I)- und/oder Cu(II)-Ionen. Der Kupfer [Cu]-Gehalt
der Katalysatoren kann im Bereich von 0,1 bis 10 Gewichtsprozent, vorzugsweise 2
bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das gesamte Trockengewicht des Katalysators,
liegen. Ein Zweck des Trägers ist es, eine hohe Dispersion von katalytisch
wirksamen Kupferstellen bereitzustellen, während verhindert wird, daß sich signifikante
Mengen an Kupfer in dem wässrigen Medium lösen. Für diesen Zweck ist eine große
Vielfalt von Trägermaterialien zufriedenstellend. Sie umfassen Siliciumdioxid,
Aluminiumoxid, Siliciumdioxid-Aluminiumoxid, Titandioxid (TiO&sub2;), Kohlenstoff,
Magnesiumoxid (MgO) und Zeolith-Materialien. Die bevorzugten Trägermaterialien
sind Siliciumdioxid, Aluminiumoxid und Zeolith-Materialien. Die bevorzugtesten
Materialien sind gewisse Zeolith-Materialien. Bevorzugt sind Zeolithe vom Faujasit-
Typ und Zeolithe vom L-Typ. Der bevorzugteste Faujasit-Typ ist Zeolith Y, der
Natrium- oder bevorzugter Lithium-Ionen vor dem Kupferaustausch enthält.
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Die Natur des Kupfersalzes, das verwendet wird, um das Kupfer mit positiver
Wertigkeitsstufe auf Träger herzustellen, ist nicht kritisch und kann beträchtlich variieren,
abhängig von der Natur des Trägers und davon, ob eine Vorreduktionsstufe vor der
Hydrolyse verwendet wird. Wenn Nicht-Zeolith-Träger, z. B. Siliciumdioxid,
Aluminiumoxid und Siliciumdioxid-Aluminiumoxid verwendet werden, ist es
vorzuziehen, ein Kupfer(I)-Salz zu verwenden, das als Ammoniak-Komplex in wässriger
Lösung stabilisiert ist. CuCl oder CuBr in wässrigem Ammoniak sind
zufriedenstellend. Der Katalysator kann hergestellt werden, indem man den Träger mit der
wässrigen Ammoniak-Kupfer(I)-Lösung imprägniert und dann das Lösungsmittel
verdampft. Nicht-Zeolith-Materialien, die auf diese Weise hergestellt sind, sind im
Allgemeinen selektivere Katalysatoren als diejenigen, die hergestellt werden, indem
man die gleichen Träger mit Cu(II)-Salzen imprägniert. - Falls Cu(II)-Salze in
Kombination mit einem Nicht-Zeolith-Träger verwendet werden, verbessert eine
Vorreduktion in 1-2% Wasserstoff in Stickstoff bei 300ºC häufig das anfängliche
Verhalten des Katalysator.
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Wenn Zeolith-Materialien als Träger verwendet werden, kann das Kupfer entweder
durch Austausch oder durch Imprägnierung in den Träger eingeführt werden. Das
Austauschverfahren wird bevorzugt, und es können entweder Cu(I)-Salze in
wässrigem Ammoniak oder Cu(II)-Salze in Wasser oder in wässrigem Ammoniak
verwendet werden. Die Verwendung von wässrigen Lösungen von Cu(II)-Salzen für
den Austausch im Zeolith ist bevorzugt. Der Austausch von Kupfersalzen in Zeolithe
hinein ist dem Fachmann wohlbekannt. Typisch wird eine wässrige Lösung, die 0,01
Mol lösliches Kupfer(II)-Salz pro Liter Lösung enthält, 2 Stunden bei
Umgebungstemperatur unter Verwendung von 100 ml der Austauschlösung pro
Gramm Zeolith mit dem Zeolith kontaktiert. Im Allgemeinen wird der ausgetauschte
Zeolith dann mit Wasser gewaschen. Etwa 50 Molprozent der austauschbaren Ionen
in dem Zeolith (im Allgemeinen Natriumionen) werden unter den obigen
Bedingungen durch Kupferionen ersetzt. Wenn Kupfer(II)-Salze verwendet werden,
ersetzt ein Kupferion etwa zwei Alkalimetallionen. Bei zufriedenstellenden
Katalysatoren sind normalerweise zwischen etwa 1 und 100 Molprozent ihrer
austauschbaren Ionen durch Kupferionen ausgetauscht.
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Die Kupfer-haltigen Katalysatoren, die in der vorliegenden Erfindung nützlich sind,
können in Pellet-Form oder in pulverisierter Form vorliegen, obwohl im Allgemeinen
höhere Geschwindigkeiten resultieren, wenn die pulverisierte Form verwendet wird.
Die Selektivität der Kupfer-haltigen Katalysatoren kann verbessert werden, indem
man den Katalysator mit einer Quelle von Ammoniak in Kontakt bringt. Die
Äquilibrierung des wie oben beschrieben hergestellten Kupfer-haltigen Katalysators
mit Dampf aus einer wässrigen Ammoniak-Lösung ist eine ausgezeichnete Weise,
die korrekte geringe Menge von Ammoniak zuzusetzen, die erforderlich ist, um die
Kupfer-Katalysatoren zu aktivieren, ohne die Hydrolyse-Selektivität durch die
Reaktion von überschüssigen Mengen an basischer Ammoniak-Lösung mit 3,4-
Epoxy-1-buten nachteilig zu beeinflussen. Die resultierenden Katalysatoren sind
eine Kombination aus einem Katalysator-Trägermaterial, Kupfer in einer positiven
Wertigkeitsstufe und Ammoniak.
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Das Verfahren kann als Verfahren in heterogener flüssiger Phase durchgeführt
werden, in dem einer der oben beschriebenen Kupfer-Katalysatoren auf Träger mit
3,4-Epoxy-1-buten und Wasser kontaktiert wird. Bei einem Chargenbetrieb des
Verfahrens in flüssiger Phase liegt der Katalysator typisch in einer Konzentration
von 1-50 Gewichtsprozent, bevorzugt 5 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das
Gesamtgewicht der anfänglichen Reaktionsmischung, vor. Obwohl ein
Flüssigphasen-Betrieb bevorzugt wird, liegt die Durchführung des Verfahrens in der
Dampfphase im Rahmen der vorliegenden Erfindung. Die reaktiven Materialien (Wasser
und EpB) können in dem Verfahren in einem Gewichtsverhältnis von Wasser : EpB im
Bereich von 100 : 1 bis 1 : 1, vorzugsweise 20 : 1 bis 5 : 1, verwendet werden. Übermäßig
hohe Konzentrationen an EpB führen zu der Bildung von größeren Mengen an
oligomeren Nebenprodukten, wohingegen sehr verdünnte Konzentrationen von EpB
die Gewinnung und Reinigung der Produkte schwierig und teuer machen. Das
Verfahren kann gegebenenfalls in Anwesenheit eines inerten Lösungsmittels
durchgeführt werden, obwohl die Verwendung eines Lösungsmittels gewöhnlich
nicht bevorzugt ist. Beispiele für derartige nicht-reaktive Lösungsmittel umfassen
Nitrile, wie Acetonitril, Ketone, wie Aceton, und Ether, wie Tetrahydrofuran.
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Das Verfahren dieser Erfindung kann bei Temperaturen im Bereich zwischen 10 und
80ºC durchgeführt werden. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Geschwindigkeit
der unkatalysierten oder spontanen Hydrolyse schneller als die Geschwindigkeit der
durch das Kupfer auf Träger katalysierten Hydrolyse, was eine schlechte Ausbeute
und niedrige Geschwindigkeit zur Folge hat. Höhere Temperaturen sorgen für
höhere Geschwindigkeiten, sorgen aber nicht für eine höhere Selektivität. Die
Flüchtigkeit des EpB bei höheren Temperaturen erfordert die Verwendung von
erhöhtem Druck, um einen Verlust an unumgesetzten EpB zu verhindern.
Gewöhnlich wird die Reaktion bei Atmosphärendruck und Umgebungstemperatur
durchgeführt. Die Reaktion ist exotherm, und wenn die Reaktanten und der
Katalysator in den bevorzugten Mengen bei Umgebungstemperatur gemischt
werden, nimmt die Temperatur der Reaktion typisch um 10-15ºC zu. Die
Beobachtung des Temperaturanstiegs von und die schließliche Rückkehr zu
Umgebungstemperatur stellt einen bequemen Weg dar, um die Reaktion zu
überwachen, wenn die Reaktion auf Chargen-Weise durchgeführt wird. Häufig tritt
eine Induktionsperiode von zwischen mehreren Minuten und mehreren Stunden auf,
bevor der Katalysator merklich aktiv wird, wenn Katalysatoren anfänglich verwendet
werden, insbesondere wenn der Katalysator aus Cu(II) hergestellt ist. Das Verfahren
kann als kontinuierliches oder halbkontinuierliches Verfahren betrieben werden,
indem man die Reaktanten über Ein oder mehrere Festbetten des Katalysators leitet.
Der Katalysator wird in derartigen Festbetten normalerweise in pelletierter oder
anderer extrudierter oder geformter Form verwendet. Das Verfahren der Erfindung
braucht im wesentlichen das ganze 3,4-Epoxy-1-buten auf. Ein verlängerter Kontakt
des Katalysators mit dem Produkt: ändert nicht die Selektivität für 1,4-Butendiol. Der
Katalysator kann durch einfache Filtration oder Zentrifugation leicht aus den
flüssigen Produkten abgetrennt und wiedergewonnen werden. Flüssige Produkte
können durch Destillation gewonnen werden. Der wiedergewonnene Katalysator
kann mit Wasser oder anderen Lösungsmitteln gewaschen werden, um die
Entfernung von Spurenmengen von Produkten zu erleichtern, oder er kann ohne
Waschen wiederverwendet werden. Bei anschließender Verwendung des
Katalysators sind die Induktionsperioden gewöhnlich kürzer oder treten nicht auf.
Die anfängliche Induktionsperiode kann durch Vorreduktion des Katalysators in
1-2% Wasserstoff in einem Inertgas, wie Stickstoff, bei 200-300ºC ausgeschaltet
werden.
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Das durch die Erfindung bereitgestellte Verfahren wird weiter durch die folgenden
Beispiele erläutert. Die Hydrolysereaktionen wurden in einem 500
ml-Dreihalsrundkolben durchgeführt, der mit einem mechanischen Rührer, einem Stickstoffeinlass
(Stickstoffdruck abgelassen durch einen Gluckertopf) und, außer beim Experiment
von Beispiel 1, einem Thermoellement ausgestattet war. Die
Zeolith-Austauschreaktionen wurden in einem 4 l-Erlenmeyerkolben unter Verwendung von
magnetischem Rühren durchgeführt. Gaschromatographie(GC)-Analysen wurden
auf einem Hewlett-Packard Modell 5890-Gaschromatographen unter Verwendung
einer 30 Meter langen DB-5-Säule mit 0,32 mm Innendurchmesser (Filmdicke = 1,0
Mikrometer) unter Verwendung von p-Xylol als innerem Standard durchgeführt. Der
Chromatograph wurde bei 40ºC während 3 Minuten, 10ºC pro Minute auf 120ºC,
120ºC während 2 Minuten, 20ºC pro Minute auf 230ºC und 230ºC während 11,5
Minuten programmiert.
BEISPIEL 1
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Dieses Beispiel erläutert das Verfahren der Erfindung unter Verwendung eines
Nicht-Zeolith-Trägers, die Stabilität der Produktmischung nach längerem Kontakt mit
dem Katalysator und die Wiederverwendung des Katalysators.
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Kieselgel (40,0 g, Aldrich Merck, Korngröße 60) wurde mit einer Lösung von CuCI
(2,00 g), gelöst in etwa 100 ml konzentrierter wässriger Ammoniak-Lösung,
imprägniert. Das Lösungsmittel wurde auf einem Dampfbad verdampft, und der
Katalysator wurde weiter über Nacht in einem Ofen bei 80ºC getrocknet.
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Der gesamte hellblaue Katalysator wurde in Wasser (100 ml) aufgeschlämmt, und
EpB (5,0 g) wurde dazugegeben. Die Reaktion wurde unter einer statischen
Stickstoffatmosphäre gerührt. Nach 45-minütigem Rühren fühlte sich das Gefäß, das die
Reaktionsmischung enthielt, merklich warm an. Nach 6,5-stündigem Rühren wurde
das Rühren beendet, und man ließ den Katalysator sich absetzen. Eine Aliquote des
flüssigen Teils wurde entfernt und mittels GC analysiert. Das Produkt enthielt kein
EpB, 3,55 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 1,79 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol.
Man ließ den Rest der Reaktionsmischung zusätzliche 24 Stunden in Kontakt mit
dem Katalysator rühren, und eine weitere Allquote wurde entfernt und mittels GC
analysiert. Die zweite Allquote enthielt kein EpB, 3,64 Gewichtsprozent
1,2-Butendiol und 1,87 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol.
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Die verbleibende Reaktionsmischung wurde filtriert (pH des Filtrats = 7), der grüne
feste Katalysator wurde mit Wasser (400 ml) gewaschen, und eine frische Charge
von Wasser und EpB wurde bei 23ºC dazugegeben. Innerhalb von 20 Minuten
betrug die Temperatur der Reaktionsmischung 30ºC. Nach insgesamt einer Stunde
Reaktionszeit wurde eine Aliquote analysiert und enthielt kein 3,4-Epoxy-1-buten,
3,76 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 1,50 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol. Eine
zweite Allquote wurde nach weiteren 2 Stunden entnommen, die keine EpB, 3,72
Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 1,50 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol enthielt. Der
Rest der Reaktionsmischung wurde filtriert. Der feste Katalysator wurde mit Wasser
gewaschen und verwendet, um die Hydrolyse von frischen Lösungen von 3,4-Epoxy-
1-buten zwei weitere Male ohne merklichen Verlust an Aktivität durch das obige
Verfahren zu katalysieren.
BEISPIEL 2
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Dieses Beispiel erläutert die Verwendung eines Kupfer(II)-ausgetauschten Y-
Zeoliths für die Hydrolyse und die Wiederverwendung des wiedergewonnenen
Katalysators.
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Aus Kupfersulfatpentahydrat (7,86 g) und Wasser (4 Liter) wurde eine Lösung bei
pH 4 hergestellt. Zeolith NaY-Pulver (40,0 g) wurde zu der gerührten Lösung
gegeben. Die Mischung wurde 2 Stunden gerührt und dann filtriert. Der pH des
farblosen Filtrats betrug 7. Der hellblaue Festkörper wurde mit Wasser (200 ml)
gewaschen und über Nacht in einem Ofen bei 80ºC getrocknet. Der Zeolith enthielt
4,17 Gewichtsprozent Natrium und 4,56 Gewichtsprozent Kupfer, wie durch induktiv
gekoppelte optische Plasma-Emissionsspektroskopie unter Verwendung eines
Perkin-Elmer-Plasma 2000-Instruments bestimmt.
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Eine Portion des Zeolith-Katalysators (20,0 g) wurde in Wasser (200 ml)
aufgeschlämmt. EpB (10,0 g) wurde dazugegeben, und die Mischung wurde wie in
Beispiel 1 gerührt. Die anfängliche Temperatur der Mischung betrug 24,5ºC, und die
Temperatur verblieb 25 Minuten bei diesem Wert. Nach weiteren 20 Minuten betrug
die Temperatur 26,7ºC und nach weiteren 20 Minuten wurde eine maximale
Temperatur von 32,1ºC erreicht. Nach zusätzlichen 3 Stunden war die Temperatur
auf 23,5ºC gefallen, und die Mischung wurde filtriert. Das Filtrat mit pH 7 enthielt
kein nachweisbares EpB, 3,72 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol, 1,96 Gewichtsprozent
1,4-Butendiol.
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Der hellgrüne Zeolith-Katalysator wurde mit Wasser (400 ml) gewaschen, und eine
identische frische Charge von Wasser und EpB wurde dazugegeben. Der
Temperaturanstieg erfolgte unmittelbar nach der Zugabe des EpB. Das Produkt
wurde auf die gleiche Weise isoliert und enthielt kein nachweisbares EpB, 3,52
Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 1,86 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol. Der Zeolith-
Katalysator wurde auf dem Filter mit Wasser (300 ml in Portionen) gewaschen und
auf dem Filter bei Umgebungstemperatur getrocknet.
BEISPIEL 3
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Dieses Beispiel erläutert die vorteilhafte Wirkung von Ammoniak auf die Selektivität,
die von einem Kupfer(II)-ausgetauschten Y-Zeolith bereitgestellt wird.
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Aus Kupfersulfatpentahydrat (7,86 g), Wasser (4 Liter) und konzentriertem
wässrigem Ammoniak (44 g) wurde eine Lösung hergestellt. Zeolith NaY-Pulver
(40,0 g) wurde zu der gerührten Lösung gegeben, und das Rühren wurde 2 Stunden
fortgesetzt. Man ließ den Zeolith-Katalysator sich absetzen, und dann wurde das
meiste der Flüssigkeit abdekantiert. Der pH der nahezu farblosen abdekantierten
Flüssigkeit betrug 11. Der Zeolith-Katalysator wurde in Wasser (4 Liter) wieder
aufgeschlämmt, 30 Minuten gerührt, sich absetzen gelassen, und das meiste der
Flüssigkeit mit pH 10 wurde abdekantiert. Das Verfahren der
Wiederaufschlämmung, des Rührens, des Absetzens und des Dekantierens wurde ein weiteres
Mal wiederholt, und dann wurde der Zeolith-Katalysator filtriert und auf dem Filter mit
Wasser (2 Liter in Portionen) gewaschen. Der pH des Endfiltrats betrug 9. Der
Zeolith-Katalysator wurde dann über Nacht in einem Ofen bei 80ºC getrocknet. Der
Katalysator enthielt 3,55 Gewichtsprozent Natrium und 4,93 Gewichtsprozent
Kupfer.
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Eine Portion des Zeolith-Katalysators (20,0 g) wurde in Wasser (200 ml)
aufgeschlämmt, und EpB (10,0 g) wurde dazugegeben. Das thermische Verhalten der
Reaktion war dem in Beispiel 2 ähnlich, außer dass die thermische
Induktionsperiode etwa 40 Minuten betrug. Die Reaktionsmischung wurde 3 Stunden 20
Minuten nach der Zugabe des EpB filtriert. Das Filtrat mit pH 8 enthielt kein
nachweisbares EpB, 2,78 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 2,59 Gewichtsprozent 1,4-
Butendiol.
BEISPIEL 4
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Dieses Beispiel erläutert die Aquilibrierung eines vorher verwendeten,
Kupferausgetauschten Y-Zeoliths mit Ammoniak und die verbesserte Selektivität, die mit
diesem Katalysator bei der Hydrolyse von EpB beobachtet wird.
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Eine Verdampfungsschale, die den aus Beispiel 2 wiedergewonnenen Katalysator
enthielt, wurde in einen Exsikkator gegeben, der konzentrierte wässrige Ammoniak-
Lösung enthielt. Man ließ den Katalysator 7 Stunden mit dem Dampf äquilibrieren
und entfernte ihn dann aus dem Exsikkator und ließ ihn über Nacht mit
Umgebungsluft in Kontakt treten. Der Katalysator wurde in Wasser (200 ml) aufgeschlämmt, und
EpB (10,0 g) wurde dazugegeben. Man ließ die Reaktion gemäß dem in Beispiel 2
beschriebenen Verfahren vonstatten gehen. Die filtrierte Produktlösung enthielt kein
nachweisbares EpB, 2,62 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 2,44 Gewichtsprozent
1,4-Butendiol.
BEISPIEL 5
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Dieses Beispiel erläutert die Wirkung des Ersatzes von Natriumionen in Zeolith Y
durch sowohl Kupfer als auch ein weiteres Metall.
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Zeolith NaY-Pulver (100,0 g) wurde zu einer Lösung von Lithiumbromid (86,85 g) in
Wasser (4 Liter) gegeben. Die Mischung wurde 4 Stunden gerührt, absetzen
gelassen, und dann wurde das meiste der Lösung von dem abgesetzten Zeolith
abgesaugt. Das Verfahren des Austausches, des Absetzens und des Absaugens
wurde zwei weitere Male unter Verwendung von frischer Lithiumbromid-Lösung
wiederholt. Nach dem letzten Lithiumbromid-Austausch wurde der Zeolith filtriert, mit
Wasser (1 Liter in Portionen) gewaschen und 7 Tage in einem Ofen bei 80ºC
getrocknet. Der Zeolith wurde in einer Lösung aufgeschlämmt, die aus
Kupfersulfatpentahydrat (19,65 g) und Wasser (4 Liter) hergestellt worden war. Die Mischung
wurde 6 Stunden gerührt, dann ließ man sie absetzen. Die Lösung wurde von dem
Zeolith-Katalysator abgesaugt, der dann filtriert und mit Wasser (750 ml in
Portionen) gewaschen wurde. Der Katalysator wurde über Nacht bei 80ºC
getrocknet.
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3,4-Epoxy-1-buten (10,0 g) wurde zu einer Aufschlämmung einer Portion des oben
beschriebenen Zeolith-Katalysators (20,0 g) in Wasser (200 ml) gegeben, und man
ließ die Reaktion vonstatten gehen, wie in Beispiel 2 beschrieben. Die filtrierte
Produktlösung enthielt kein nachweisbares EpB, 3,79 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol
und 2,08 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol. Der wiedergewonnene Katalysator wurde
mit Wasser (400 ml in Portionen) gewaschen, und man ließ ihn bei Raumtemperatur
auf dem Filter trocknen.
BEISPIEL 6
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Dieses Beispiel erläutert die Verbesserung der Selektivität, die das Ergebnis der
Behandlung von wiedergewonnenem Kupfer/Lithium-ausgetauschten Zeolith Y mit
Ammoniak ist.
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Eine Verdampfungsschale, die den aus Beispiel 5 wiedergewonnenen Katalysator
enthielt, wurde in einen Exsikkator gegeben, der konzentrierten wässrigen
Ammoniak enthielt. Man ließ den Zeolith-Katalysator 6 Stunden mit dem Dampf
äquilibrieren und entfernte ihn dann aus dem Exsikkator und ließ ihn über Nacht mit
Umgebungsluft in Kontakt treten.
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EpB (10,0 g) wurde zu einer Aufschlämmung des obigen Zeolith-Katalysator in
Wasser (200 ml) gegeben, und man ließ die Reaktion gemäß dem Verfahren von
Beispiel 2 vonstatten gehen. Die filtrierte Produktlösung enthielt kein nachweisbares
EpB, 2,69 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 2,59 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol.
BEISPIEL 7
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Dieses Beispiel erläutert, dass die Vorreduktion des Kupfer-Zeolith-Katalysators die
Induktionsperiode ausschaltet, die anderenfalls auftritt.
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Eine lose agglomerierte Probe von frischem Kupfer-ausgetauschtem NaY-Zeolith
(20,0 g), die nicht durch ein 20 Mesh-Sieb trat, wurde in eine Quarzrohr eingeführt.
Die Probe wurde in einen Röhrenofen gegeben und mit 1 Volumenprozent
Wasserstoff in Stickstoff bei 200-300ºC behandelt, bis sich die Farbe der gesamten
Katalysatorfarbe von blau nach weiss verändert hatte. Man ließ den Katalysator sich
auf Umgebungstemperatur abkühlen und überführte ihn dann unter einem
Stickstoffstrom zu einer gerührten Mischung von 3,4-Epoxy-1-buten (10,27 g) in Wasser (200
ml). Beim Kontakt des Katalysators mit der Wasser/EpB-Mischung stieg die
Temperatur von Umgebungstemperatur auf 35,8ºC. Die Temperatur stieg über die
nächsten 2-3 Minuten weiter auf 38,7ºC an. Die Reaktion wurde, wie in Beispiel 2
beschrieben, gerührt, bis die Temperatur auf Umgebungstemperatur (22,2ºC)
zurückgekommen war. Die filtrierte Produktlösung enthielt kein EpB, 3,56
Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 2,08 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol.
BEISPIEL 8
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Dieses Beispiel erläutert die Wirkung der Abänderung der Zeolith-Gerüststruktur.
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Zeolith L-Pulver (40,0 g) wurde zu einer Lösung von Kupfersulfatpentahydrat (7,86
g) und Wasser (4 Liter) gegeben, und die Mischung wurde 3 Stunden gerührt. Man
ließ den Zeolith-Katalysator sich aus der blauen Lösung absetzen, und das meiste
des Wassers wurde vom Katalysator abgesaugt. Der Zeolith-Katalysator wurde
filtriert, mit Wasser (200 ml in Portionen) gewaschen und über das Wochenende in
einem Ofen bei 80ºC getrocknet. Der hellgrüne Zeolith-Katalysator enthielt 2,67
Gewichtsprozent Kupfer, 10,1 Gewichtsprozent Kalium und 77 Teile pro Million
(ppm) Natrium.
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EpB (10,0 g) wurde zu einer Aufschlämmung eines Teils des Zeoliths (20,0 g) in
Wasser (200 ml) gegeben, und man ließ die Reaktion gemäß Beispiel 2 vonstatten
gehen. Die thermische Induktionsperiode betrug 2 Stunden, bevor die
Reaktionsexotherme stattfand. Die filtriere Produktlösung enthielt 0,02 Gewichtsprozent EpB,
13,15 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und 1,88 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol.
VERGLEICHSBEISPIEL
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Dieses Beispiel erläutert, wie die Verwendung von Kupfer in löslicher Form dem
Verfahren der Erfindung unterlegen ist. EpB (10,0 g) wurde zu einer Lösung von
Kupfersulfatpentahydrat (2,4 g) in Wasser (200 ml) gegeben, und die Mischung
wurde gemäß dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren gerührt. Die unfiltrierte
Mischung enthielt kein nachweisbares EpB, 5,17 Gewichtsprozent 1,2-Butendiol und
0,58 Gewichtsprozent 1,4-Butendiol.