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Die Erfindung betrifft ein Verfahren der im Oberbegriff
des Anspruches 1 angegebenen Gattung.
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Ein solches Verfahren ist aus der EP-A-535755 bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dieses
Verfahren zu verbessern. Dies wird durch die
erfindungsgemäßen Merkmale erreicht, die im kennzeichnenden Teil
des Anspruches 1 beschrieben sind. Der besagte Zeitraum
kann wesentlich kürzer sein als der zeitliche Abstand
zwischen aufeinanderfolgenden Melkvorgängen und bildet
ein geeignetes Kriterium für die Entscheidung, ob ein
Tier häufiger gereinigt oder in sonstiger Weise
behandelt als gemolken wird. Dieser festgelegte Zeitraum
kann konstant sein, auf der Basis von Daten bezüglich
der körperlichen Verfassung des Tieres und/oder der
Qualität der Milch aber auch jedesmal neu festgelegt
werden. Diese Daten können sich auf den
voraussichtlichen Grad der Verschmutzung eines Tieres, die
elektrische Leitfähigkeit, die Temperatur oder die Keimzahl
der von dem Tier gewonnenen Milch beziehen.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Dauer der
Reinigung, die von dem Grad der Verschmutzung eines
Tieres abhängt, im Computer aufgezeichnet werden. Von
diesen Daten kann abgeleitet werden, welche Tiere sich
in erheblichem Maße beschmutzen, und welche relativ
sauber bleiben. Gemäß der Erfindung können die Tiere,
die sich in erheblichem Maße beschmutzen, den
obengenannten bestimmten Ort eher betreten als diejenigen,
die relativ sauber bleiben, und werden unmittelbar nach
dem Reinigen gemolken. Dasselbe gilt für Tiere, die
sich eine Krankheit zugezogen haben, und bei denen es
wichtig ist, daß der Euter oder die Zitzen häufiger
gereinigt oder mit einer Desinfektionsflüssigkeit
behandelt werden. Die letztgenannte körperliche Verfassung
beeinflußt die Temperatur des zu melkenden Tieres und
folglich die der gewonnenen Milch sowie die elektrische
Leitfähigkeit und den Keimgehalt derselben. Alle diese
Kategorien können in Verbindung mit einem bestimmten
Gewichtungsfaktor zur Ermittlung des genannten
Zeitraumes beitragen. Wenn ein Tier einmal oder zweimal
gereinigt oder in sonstiger Weise behandelt worden ist, ohne
gemolken worden zu sein, so wird dieses Tier, wenn es
sich erneut an dem obengenannten Ort einfindet,
unverzüglich gemolken, nachdem es gereinigt worden ist.
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Gemäß einem weiteren erfindungsgemäßen Merkmal kann das
Melkprogramm sofort nach Beendigung eines
Reinigungsprogrammes gestartet und der Zeitraum berechnet und
damit definiert werden, sobald das Melkprogramm beendet
ist. Durch dieses Verfahren besteht die Möglichkeit,
bei Tieren, die nicht besonders schmutzig sind oder
keine weitere Behandlung benötigen, sofort nach dem
Reinigen mit dem Melken zu beginnen. Daher ist der
festgelegte Zeitraum für die zuletzt genannte Kategorie
von Tieren länger als für diejenigen, bei denen das
Reinigen oder sonstige Behandeln des Euters oder
zumindest der Zitzen häufiger erfolgen und von dem
eigentlichen Melken getrennt werden muß. Auch in diesem Fall
kann der festgelegte Zeitraum auf der Basis von Daten
bezüglich der körperlichen Verfassung des Tieres
und/oder der Qualität der Milch jedesmal neu festgelegt
werden. Diese Daten können hier die Entwicklung der
Laktationsperiode und/oder die Brunst des zu
reinigenden oder in sonstiger Weise zu behandelnden Tieres
und/oder den Grad der Aktivität des Tieres und/oder die
Häufigkeit betreffen, mit der das Tier den
obengenannten Ort aufsucht, und/oder die elektrische
Leitfähigkeit und/oder die Temperatur und/oder den Keimgehalt
der von diesem Tier gewonnenen Milch. Insbesondere kann
der Zeitraum von verschiedenen der obengenannten
Kategorien von Daten über die körperliche Verfassung des
Tieres und/oder die Qualität der Milch bestimmt werden,
wobei jeder Kategorie ein Gewichtungsfaktor hinzugefügt
wird.
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Von den obengenannten Kriterien, die für die
Entscheidung relevant sind, ob ein Tier nacheinander gereinigt
und gemolken wird, ist ein erstes Kriterium die
Entwicklung der Laktationsperiode, die für jedes Tier in
einem Computer aufgezeichnet werden kann. Wenn also im
Verlaufe der Laktationsperiode die Milchproduktion
eines Tieres optimal ist, so wird das Tier häufiger
gemolken, als wenn es sich in einer Phase der
Laktationsperiode befindet, in der die Milchproduktion
wesentlich geringer ist.
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Als zweites Kriterium für die Entscheidung, ob ein Tier
nacheinander gereinigt und gemolken wird, kann die Höhe
des Milchertrages dienen. Bei jedem Melken eines Tieres
wird die Menge der gewonnenen Milch ermittelt und der
Milchertrag im Computer aufgezeichnet. Auf der Basis
der im Computer gespeicherten historischen Daten
bezüglich des Milchertrages kann der voraussichtliche
Milchertrag ermittelt werden; dieser voraussichtliche
Milchertrag kann die Entscheidung beeinflussen, ob ein Tier
gemolken wird oder nicht, derart, daß bei allmählichem
Anstieg des Milchertrages nach und nach die Zeit
verringert werden kann, die seit dem letzten Mal, als das
Tier nacheinander gereinigt und gemolken wurde,
verstrichen sein muß.
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Ein drittes anwendbares Kriterium für die Entscheidung,
ob ein Tier nacheinander gereinigt und gemolken wird
oder nicht, kann der Grad der Aktivität des Tieres
sein. Diese Aktivität kann mittels eines
Aktivitätsmessers gemessen werden. Ein solcher Aktivitätsmesser
besteht normalerweise aus einem Schrittzähler, der an dem
Tier angebracht ist und ausgelesen wird, sobald das
Tier einen Sensor passiert, der im Kuhstall angeordnet
ist, vorzugsweise an oder nahe dem bestimmten Ort zum
Reinigen und Melken. Ist ein solcher Aktivitätsmesser
zusätzlich mit einem Speicher ausgestattet, in dem der
Zählwert automatisch aufgezeichnet wird, sobald ein
festgelegter Zeitraum von beispielsweise fünf Minuten,
einer viertel Stunde, einer halben Stunde oder einer
beliebigen gewünschten Dauer verstrichen ist, so werden
alle diese im Speicher gespeicherte Zählwerte
ausgelesen, wenn das Tier den Sensor passiert, und auf diese
Weise ein sehr genauer Einblick in das Aktivitätsmuster
des Tieres während des vergangenen Zeitraumes erzielt,
d. h. während des Zeitraumes seit dem letzten Mal, als
das Tier den obengenannten bestimmten Ort aufgesucht
hat. Wenn das Tier nach dem Melken umherläuft, grast
oder Futter frißt und dann wiederkäut und die Aktivität
des Tieres während der dafür aufgewendeten Zeit
gemessen wird, kann die Entscheidung, ob das sich
einstellende Tier nacheinander gereinigt und gemolken werden
soll, mit Hilfe des ermittelten Aktivitätsmusters
getroffen werden. Nach dem Wiederkäuen wird das Tier
wegen seines schweren Euters eine relativ geringere
An
zahl von Bewegungen ausführen und nacheinander
gereinigt und gemolken werden. Wenn andererseits aus dem
Aktivitätsmuster hervorgeht, daß sich das Tier am
Melkstand einfindet, ohne die Phase des Wiederkäuens
durchlaufen zu haben, kann auf der Basis des
Aktivitätsmusters entschieden werden, daß das Tier sich noch nicht
in dem Stadium befindet, in dem es zu reinigen und
unmittelbar danach zu melken ist.
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Als viertes Kriterium für die Entscheidung, ob das Tier
nacheinander gereinigt und gemolken wird oder nicht,
kann die Entwicklung der Brunst dienen, die für jedes
Tier ebenfalls im Computer aufgezeichnet wird. Es wird
insbesondere angenommen, daß die Milchproduktion in der
Brunst, in der eine Besamung des Tieres wünschenswert
sein könnte, geringer ist. Außerdem ist in der Brunst
oft festzustellen, daß die Aktivität des Tieres etwas
ausgeprägter ist als vorher; dies gilt auch für die
Temperatur des Tieres. Als fünftes Kriterium für die
Entscheidung, ob ein Tier nacheinander gereinigt und
gemolken wird, kann demnach die Temperatur des Tieres
dienen; diese Temperatur, die in der Milch unmittelbar
oder fast unmittelbar nach ihrem Austritt aus dem Euter
gemessen werden kann, wird jeweils im Computer
aufgezeichnet, so daß die durchschnittliche Temperaturkurve
des betreffenden Tieres ermittelt werden kann.
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Ein sechstes relevantes Kriterium für die Entscheidung,
ob das Tier nacheinander gereinigt und gemolken wird
oder nicht, besteht in der Milchleitfähigkeit, die
während des Melkens ebenfalls im Computer ermittelt und
aufgezeichnet wird. Das Milchleitfähigkeitsmuster kann
von den historischen Daten abgeleitet werden, so daß es
möglich ist, eine (verborgene) Mastitis in einem sehr
frühen Stadium festzustellen; in diesem Fall muß das
Tier in relativ kürzeren Abständen gereinigt und
gemolken werden. In diesem Zusammenhang ist als weiteres
Kriterium die Entwicklung des Keimgehaltes zu nennen,
die im Computer aufgezeichnet wird.
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Schließlich ist darauf hinzuweisen, daß auch die
Häufigkeit, mit der das Tier den obengenannten bestimmten
Ort aufsucht, als Kriterium für die Entscheidung zu
berücksichtigen ist, ob das Tier nacheinander gereinigt
und gemolken wird oder nicht. Während einer
Brunstperiode ist davon auszugehen, daß das Tier den Ort häufiger
aufsuchen wird. Wenn ein Tier insbesondere in dieser
Zeit den obengenannten bestimmten Ort häufiger
aufsucht, wird die Entscheidung, dieses Tier noch nicht zu
reinigen und zu melken, häufiger getroffen werden.
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Auch hier brauchen nicht alle diese Kriterien gemeinsam
angelegt zu werden. Die Entscheidung, ob das Tier
nacheinander gereinigt und gemolken wird oder nicht, kann
auch nur aufgrund einer begrenzten Anzahl von Kriterien
getroffen werden. Zusammenfassend ist festzustellen,
daß der erforderliche zeitliche Abstand zwischen dem
letzten Mal, als das Tier nacheinander gereinigt und
gemolken wurde, und der nächsten Durchführung dieses
Verfahrens für jedes Tier auf der Basis einer Anzahl
von Kriterien ermittelt werden kann.