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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Proteine,
die als Rezeptor-Tyrosinkinasen bekannt sind, weisen eine intrinsische
Kinaseaktivität
auf, die bei Ligandenbindung aktiviert wird. Diese Klasse von Proteinen
ist durch konservierte strukturelle Motive innerhalb der katalytischen
Domänen
(Hanks et al., Science 242: 42, 1988) gekennzeichnet und kann basierend
auf strukturellen Merkmalen der N-terminalen Regionen bis zur katalytischen
Domäne
in Familien unterteilt werden.
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Boyd
et al. (J. Biol. Chem. 267: 3262, 1992) reinigten ein Zelloberflächenglycoprotein,
das Tyrosinkinase-Aktivität
aufwies. Die N-terminale Aminosäuresequenz
identifizierte dieses Protein als ein Mitglied der Eph/Elk-Familie,
so dass das Protein als Hek (humane Eph/Elk-ähnliche Kinase) bezeichnet
wurde. Ein mit Hek immunoreaktiver monoklonaler Antikörper wurde
verwendet, um die Hek-Expression an einer Reihe von humanen Zelltypen
zu untersuchen (Boyd et al., supra). Hek-Antigen wurde auf der humanen
pre-B-Zellen-Leukämiezelllinie
LK63 (die Zelllinie, die als Immunogen verwendet wurde, gegen das
der Antikörper
gezüchtet
wurde) und der humanen T-Zellen-Leukämiezelllinie JM gefunden. Die
Raji-B-Lymphomazelllinie zeigte eine schwache Hek-Antigenexpression,
während
die restlichen getesteten Zelllinien (sowohl normale als auch Tumorzelllinien,
unter denen sich hämopoetische
Zelllinien befanden, die pre-B- und T-Zelllinien einschlossen) konsistent
negativ waren. Von den normalen und Tumorgewebebiopsieproben, die
ebenfalls auf Hek-Antigen-Expression getestet wurden, war keines
von den normalen Geweben positiv und nur ein sehr geringer Anteil
der hämopoetischen
Tumore positiv.
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Die
Expression von Hek-Transkripten in den oben beschriebenen LK63-
und JM-Zelllinien,
sowie der humanen T-Zellen-Leukämiezelllinie
HSB-2, wurde durch Northern-Blot-Analyse
nachgewiesen (Wicks et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89: 1611,
1992). Nukleotid- und Aminosäuresequenzen
für einen
isolierten Hek-cDNA-Klon werden in Wicks et al., supra präsentiert.
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Das
als Elk bezeichnete Zellenoberflächenprotein
ist ein weiteres Mitglied der Tyrosinkinaserezeptorfamilie von Proteinen.
Ein partieller Klon von Elk wurde in einer Rattenhirn-cDNA-Expressionsbibliothek
entdeckt, die auf Proteine untersucht wurde, die Tyrosinkinaseaktivität exprimieren
(Letwin et al., Oncogene 3: 621, 1988). Danach wurde eine zusammengesetzte
Sequenz, die sich über
die gesamte Elkcodierungsregion erstreckt, von partiellen Klonen
abgeleitet, die von einer Rattenhirn-cDNA-Bibliothek und einer Ratten-Kleinhirnbibliothek
unter Verwendung des partiellen Klons als Sonde isoliert wurden
(Lhotak et al., Mol. Cell: Biol. 11: 2496, 1991).
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Die
Hek- und Elk-Proteine sind eng mit einer Reihe von anderen Rezeptortyrosinkinasen
verwandt, einschließlich
der Hek-homologen Verbindungen Mek4 und Cek4 (Sajjadi et al. New
Biol. 3: 769, 1991); Eek (Chan et al. Oncogene 6: 1057, 1991); Erk
(Chan et al. supra), Eck (Lindberg et al. Mol. Cell. Biol. 10: 6316, 1990);
Cek5 (Pasquale, E. B. Cell Regulation 2: 523, 1991); und Eph (Hirai
et al. Science 238: 1717, 1987). Die Proteine dieser Unterfamilie
sind nicht nur in ihren cytoplasmatischen Domänen, sondern auch in ihren
extrazellulären
Domänen
verwandt, die 41 bis 68% identisch sind. Interessanterweise sind
die Gewebeverteilungen dieser verschiedenen Rezeptoren unterschiedlich.
So wurde zum Beispiel berichtet, dass die Expression von Elk-mRNA
auf Hoden und Hirn beschränkt
ist (Lhotak et al., supra), während
Eck nicht nur in denselben zwei Geweben, sondern auch in der Lunge,
im Darm, den Nieren, der Milz, dem Eierstock und der Haut gefunden
wird.
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Die
Liganden, die für
die Rezeptortyrosinkinasen identifiziert wurden, sind eine andere
Gruppe von Proteinen, welche das Wachstum, die Differenzierung und
das Überleben
von Zellen beeinflussen, die die Rezeptoren exprimieren. Liganden
für Hek
und Elk wurden isoliert, so wie weiter unten im Detail erläutert.
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Die
Identifikation etwaiger zusätzlicher
Liganden für
Hek und Elk, die existieren mögen,
würden
sich bei der Untersuchung der Natur von zellularen Prozessen, die
mittels Signalisierung durch diese Rezeptoren reguliert werden,
als nützlich
erweisen. Wenn die Verstärkung
oder Hemmung eines bestimmten biologischen Signals, das durch diese
Rezeptoren vermittelt wird, gewünscht
ist, ist es vorteilhaft, jedes der Proteine, die eine Rolle bei
der Transduktion solcher Signale spielen, zu identifizieren. Ferner
sind Proteine, die an bestimmte Rezeptoren binden, ohne Signaltransduktion
zu starten, bekannt, einschließlich
des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonistenproteins
(Eisenberg et al., Nature 343: 341, 1990; Hannum et al., Nature
343: 336, 1990; und Carter et al., Nature 344: 633, 1990). Die Identifikation
von zusätzlichen
Proteinen, die Hek oder Elk binden, ist wünschenswert, um festzustellen,
ob solche Proteine als Antagonisten fungieren.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein neuartiges Cytokin bereit, das
als LERK-5 bezeichnet wird und an Elk und Hek bindet, die Mitglieder
der Eph/Elk-Familie von Rezeptortyrosinkinasen sind. Die vorliegende
Erfindung stellt auch isolierte DNA, die das LERK-5-Protein codiert,
und Expressionsvektoren, welche die isolierte DNA aufweisen, bereit.
Ein Verfahren zur Herstellung von LERK-5 umfasst das Züchten von
Wirtszellen, welche die Expressionsvektoren enthalten, unter Bedingungen,
die für
die Expression von LERK-5-Protein geeignet sind, und die Wiedergewinnung
des LERK-5. Es werden auch Antikörper
geoffenbart, die gegen das LERK-5-Protein gerichtet sind.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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1 stellt
eine vergleichende Anordnung von humanen LERK-5 und Maus-LERK-5-Aminosäuresequenzen
dar. Der Transmembranbereich ist durch ein Kästchen und die erste Aminosäure des
reifen Proteins für
jedes Protein durch einen Kreis angezeigt. Die Aminosäureidentitäten sind
durch vertikale Linien angezeigt.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Eine
cDNA, die ein neuartiges Protein mit der Bezeichnung LERK-5 codiert,
welches an Zellenoberflächenrezeptoren
bindet, die als Elk und Hek bekannt sind, wurde gemäß der vorliegenden
Erfindung isoliert. Ferner werden Expressionsvektoren bereitgestellt,
die LERK-5-DNA aufweisen. Verfahren zur Herstellung von rekombinanten
LERK-5-Polypeptiden schließen
das Züchten
von Wirtszellen, die mit den Expressionsvektoren unter Bedingungen
transformiert wurden, die für
die Expression von LERK-5 geeignet sind, und das Wiedergewinnen
des exprimierten LERK-5 ein. Gereinigtes LERK-5-Protein ist ebenfalls
durch die vorliegende Erfindung umfasst, einschließlich löslicher
Formen des Proteins, welche die extrazelluläre Domäne enthalten.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch LERK-5 oder Fragmente davon bereit,
die als Immunogene agieren können,
um damit reaktive Antikörper
zu erzeugen. In einer Ausführungsform
sind die Antikörper
für LERK-5
spezifische monoklonale Antikörper.
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Humane
LERK-5 cDNA wurde erfolgreich isoliert, so wie in Beispiel 1 beschrieben.
Die DNA-Sequenz der codierenden Region eines humanen LERK-5 cDNA-Klons
und die dadurch codierte Aminosäuresequenz sind
in SEQ ID NO: 1 und SEQ ID NO: 2 dargelegt. Das codierte Protein
enthält
ein N-terminales Signalpeptid (Aminosäuren –25 bis –1 von SEQ ID NO: 2), eine
extrazelluläre
Domäne
(Aminosäuren
1 bis 199), einen Transmembranbereich (Aminosäuren 200 bis 225) und eine
cytoplasmatische Domäne
(Aminosäuren
226 bis 308). Das Binden von LERK-5 an die zwei Zelloberflächenrezeptoren,
die als Elk und Hek bekannt sind, wird in Beispiel 4 gezeigt.
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Ein
Zelllysat, das einen rekombinanten Phage-λgt10-Vektor enthält, der
LERK-5 cDNA enthält,
wurde bei der American Type Culture Collection am 16. Juni 1994
hinterlegt und erhielt die Zugriffsnummer ATCC75815. Die Hinterlegung
erfolgte gemäß den Bedingungen
des Budapester Vertrags. Der rekombinante λgt10-Vektor wurde dann in Beispiel
1 isoliert und als Klon λ6
identifiziert.
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Das
in der vorliegenden Anmeldung offenbarte neue Cytokin ist ein Ligand
für Elk,
einen Rattenzellenoberflächenrezeptor,
der ein Mitglied der Eph/Elk-Familie von Rezeptortyrosinkinasen
ist. Die Expression von Elk-mRNA wurde im Hirn und in den Hoden
von Ratten (Lhotok et al., supra) festgestellt, wobei die Möglichkeit
in Betracht gezogen wurde, dass Elk onkogenischer Aktivierung fähig sein
könnte
(Letwin et al., supra). Das Cytokin ist außerdem ein Ligand für Hek, das
ein weiteres Mitglied der Eph/Elk-Familie von Rezeptortyrosinkinasen
ist (Boyd et al., J. Biol. Chem. 267: 3262, 1992; Wicks et al.,
PNAS USA 89: 1611, 1992). Unter den Zelltypen, auf denen Hek exprimiert
wird, befinden sich bestimmte humane Leukämiezelllinien.
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Der
Begriff „LERK-5", so wie er hierin
verwendet wird, bezieht sich auf eine Gattung von Polypeptiden, die
imstande sind, Elk und Hek zu binden, und wesentliche Homologie
mit den hierin offenbarten LERK-5-Aminosäuresequenzen aufweisen. Humanes
LERK-5 liegt innerhalb des Schutzumfangs der vorliegenden Erfindung,
genauso wie LERK-5-Proteine,
die von anderen Säugerspezies
abgeleitet werden, einschließlich – ohne darauf
beschränkt
zu sein – Mäuse Ratten,
Rinder, Schweine oder verschiedene Primatenarten. So wie hierin verwendet,
schließt
der Begriff „LERK-5" membrangebundene
Proteine (die eine extrazelluläre
Domäne,
einen Transmembranbereich und eine cytoplasmatische Region enthalten)
sowie gestutzte Proteine ein, welche die Elk-bindende oder Hek-bindende
Eigenschaft beibehalten. Zu diesen gestutzten Proteinen zählt zum
Beispiel lösliches
LERK-5, das nur die extrazelluläre
(rezeptorbindende) Domäne
aufweist.
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Es
wurden andere Proteine identifiziert, die Elk und Hek binden. Das
LERK-5 der vorliegenden Erfindung ist ein neuartiges Protein, das
sich von diesen anderen Elk-bindenden und Hek-bindenden Proteinen
unterscheidet.
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Ein
Elk-Ligand ist in der PCT-Anmeldung WO 94/11384 beschrieben. Die
Nukleotidsequenz von klonierter cDNA (bezeichnet Klon tele7), welche
diesen Elk-Liganden codiert, sowie die Aminosäuresequenz, die dadurch codiert
wird, sind in WO 94/11384 dargestellt. Das Protein ist ein Typ-I-Transmembranprotein,
das 346 Aminosäuren
enthält,
einschließlich
eines N-terminalen Signalpeptids, einer extrazellulären Domäne, einer Transmembrandomäne und einer
cytoplasmatischen Domäne.
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Zwei
Hek-Ligandenproteine (durch als A2 und C6 bezeichnete Klone codiert),
die auf Ebene der Aminosäuren
zu 38% identisch sind, werden in der PCT-Anmeldung WO 95/06065 beschrieben.
Die DNA und die codierten Aminosäuresequenzen
für klonierte
cDNA, welche die zwei Hek-Ligandenproteine codiert, werden in der
Anmeldung WO 95/06065 vorgestellt. Die codierten Proteine enthalten
jeweils ein N-terminales Signalpeptid, eine extrazelluläre Domäne und eine
C-terminale hydrophobe Region, welche Signale für Glycosyl-Phosphatidylinositol(GPI)-Verankerung
enthält.
Nach posttranslationaler Verarbeitung sind beide Proteine an der
Zelloberfläche
durch GPI-Kopplung verankert.
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Ein
weiteres Protein, bei dem sich herausgestellt hat, dass es Elk und
Hek bindet, wird als B61 bezeichnet. Nukleotid- und codierte Aminosäuresequenzen
für B61-cDNA
werden in Holzman et al. präsentiert (Mol.
Cell. Biol. 10: 5830, 1990). In der Folge stellte sich heraus, dass
B61 Elk und Hek bindet, so wie in den in WO 95/06065 beschriebenen
Bindungstests beschrieben.
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Von
diesen vier Proteinen (B61 und die durch die Klone tele7, A2 und
C6 codierten Proteine) ist das LERK-5 der vorliegenden Erfindung
mit dem Elk-Liganden, der durch tele7 codiert wird (im Folgenden
als Elk-L tele7 bezeichnet) am nächsten
(strukturelle) verwandt. Die Aminosäuresequenzen der LERK-5 und
Elk-L tele7 Proteine voller Länge
sind zu 58,5% und die DNA-Sequenzen zu 61,4% identisch. Die Sequenzen,
welche das Signalpeptid und die extrazelluläre Domäne von Elk-L und LERK-5 enthalten,
sind auf Ebene der Aminosäuren zu
51,6% und auf Ebene der DNA zu 53,6% identisch. Die cytoplasmatischen
Domänen
sind auf Ebene der Aminosäuren
zu 74,7% und auf Ebene der DNA zu 75,5% identisch.
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Ein
weiteres Mitglied der Rezeptortyrosinkinase-Familie ist Hek2 (Böhme et al.,
Oncogene 8: 2857, 1993). LERK-5 bindet an Hek2.
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Die
Nukleotidsequenz einer humanen exprimierten Sequenzmarkierung (EST)
für Chromosom
13 ist in der GenBank® unter der Zugriffsnummer
L13819 zu finden. Die Quelle der EST ist als cDNA identifiziert,
die von der mRNA aus dem Hirn eines drei Monate alten weiblichen
Menschen abgeleitet wurde. Wenn die 337 bp Sequenz, die für die EST
offenbart ist, mit der Elk-L tele7 Nukleotidsequenz ausgerichtet
wird, ist die Sequenzmarkierung zu 59,3% mit der entsprechenden
Region der Elk-L tele7 DNA identisch. Angesichts dieses Grads an
Sequenzhomologie haben die gegenwärtigen Erfinder versucht, zu
bestimmen, ob die Sequenzmarkierung Teil eines Gens war, das ein
biologisch aktives Protein, insbesondere ein Protein, das Elk oder
Hek binden würde,
codierte.
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Die
GenBankaufzeichnungen offenbart kein Polypeptid, das durch die EST
codiert wird (z.B. wird nicht angeführt, wie der Leserahmen, sollte
es einen geben, aussieht), und besagt schon gar nicht, dass ein
solches Polypeptid Elk oder Hek binden würde. Selbst wenn die Sequenzmarkierungs-DNA
im Leserahmen exprimiert würde,
der durch das Klonen der LERK-5-DNA, über die
hierin berichtet wird, aufgeklärt
wird, würden
der Aminosäuresequenz
drei der vier Cysteinreste fehlen, die in den extrazellulären der
vier oben beschriebenen Proteine, die Elk und Hek binden, konserviert
werden. Im LERK-5-Protein der vorliegenden Erfindung sind diese Cysteine
bei den Aminosäuren
37, 64, 76 und 128 von SEQ ID NO: 2 zu finden. Ein Translat der
Sequenzmarkierung würde
den Aminosäuren
79 bis 190 von SEQ ID NO: 2 entsprechen (mit einer fehlenden Übereinstimmung,
die in Beispiel 1 beschrieben ist). Somit wird nicht angenommen,
dass die 337 bp Sequenzmarkierung ein Polypeptid codiert, das imstande
ist, Elk oder Hek zu binden.
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Die
humane LERK-5-cDNA, die in Beispiel 1 unten isoliert ist, kann radioaktiv
markiert und als Sonde verwendet werden, um andere Säuger-LERK5-cDNA
durch Kreuzspezies-Hybridisierung zu isolieren. RNAs, die von verschiedenen
Zelllinien oder Geweben, die von verschiedenen Säugerspezies gewonnen werden, isoliert
sind, können
durch Northern-Hybridisierung gescreent werden, um eine geeignete
mRNA-Quelle zur Verwendung beim Klonen eines LERK-5-Gens zu identifizieren.
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DNA,
die Maus-LERK-5 codiert, wurde von einer cDNA-Bibliothek isoliert,
die aus 11,5-Tage alten Embryos hergestellt wurde. Die Maus-LERK-5-Aminosäuresequenz
wird in 1 dargestellt und mit der humanen
LERK-5-Aminosäuresequenz
ausgerichtet. Maus-LERK-5
und humanes LERK-5 sind auf Ebene der Aminosäure zu 97% identisch.
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Fragmente
des LERK-5-Proteins von SEQ ID NO: 2, die imstande sind, Elk oder
Hek zu binden, werden durch die vorliegende Erfindung erfasst. Eine
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung stellt lösliche LERK-5-Polypeptide bereit.
Lösliche
LERK-5-Polypeptide
enthalten die gesamte oder einen Teil der extrazellulären Domäne eines
nativen LERK-5, es fehlt ihnen jedoch an dem Transmembranbereich,
welcher die Retention des Polypeptids auf einer Zellmembran bewirken
würde.
Lösliche
LERK-5-Polypeptide enthalten vorteilhafterweise das native (oder
ein heterologes) Signalpeptid, wenn sie anfangs synthetisiert werden,
um Sekretion zu fördern,
aber das Signalpeptid wird bei der Sekretion von LERK-5 von der
Zelle gespalten. Die löslichen
LERK-5-Polypeptide, die verwendet werden können, behalten die Fähigkeit,
Elk oder Hek zu binden. Lösliches
LERK-5 kann auch einen Teil des Transmembranbereichs oder einen
Teil der cytoplasmatischen Domäne
oder anderer Sequenzen einschließen, vorausgesetzt, das lösliche LERK-5-Protein
kann ausgeschieden werden.
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Lösliches
LERK-5 kann durch Trennen intakter Zellen, welche das gewünschte Protein
von dem Kulturmedium exprimieren, z.B. durch Zentrifugation, und
durch Überprüfen des
Mediums (Überstand)
auf die Gegenwart des gewünschten
Proteins identifiziert (und von seinen nicht-löslichen membrangebundenen Gegenstücken unterschieden)
werden. Die Gegenwart von LERK-5 im Medium zeigt, dass das Protein
aus den Zellen ausgeschieden wurde und somit eine lösliche Form
des gewünschten
Proteins ist. Lösliches
LERK-5 kann eine natürlich
vorkommende Form dieses Proteins sein.
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Die
Verwendung von löslichen
Formen des LERK-5 ist für
bestimmte Anwendungen vorteilhaft. Die Reinigung der Proteine aus
rekombinanten Wirtszellen wird erleichtert, da die löslichen
Proteine aus den Zellen ausgeschieden werden. Ferner sind lösliche Proteine
im Allgemeinen für
eine intravenöse
Verabreichung besser geeignet.
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Beispiele
für lösliche LERK-5
Polypeptide schließen
jene ein, welche die gesamte extrazelluläre Domäne eines nativen LERK-5-Proteins
enthalten. Ein solches lösliches
LERK-5-Protein enthält
die Aminosäuren 1
bis 199 von SEQ ID NO: 2. Wenn es anfangs innerhalb einer Wirtszelle
exprimiert wird, kann das lösliche Protein
zusätzlich
eines der unten beschriebenen heterologen Signalpeptide aufweisen,
das innerhalb der verwendeten Wirtszelle funktional ist. Alternativ
dazu kann das Protein das native Signalpeptid aufweisen, so dass das
LERK-5 Aminosäuren –25 bis
199 von SEQ ID NO: 2 enthält.
DNA-Sequenzen, die lösliche
LERK-5-Proteine codieren, werden durch die vorliegende Erfindung
erfasst.
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Gestutztes
LERK-5, einschließlich
löslicher
Polypeptide, kann durch eine von einer Reihe von herkömmlichen
Techniken hergestellt werden. Eine gewünschte DNA-Sequenz kann unter
Anwendung bekannter Techniken chemisch synthetisiert werden. DNA-Fragmente
können
auch durch Restriktionsendonuklease-Digestion einer klonierten DNA-Sequenz
voller Länge
hergestellt und durch Elektrophorese auf Agarose-Gels isoliert werden.
Oligonukleotide, welche das 5'-
oder 3'-Ende eines
DNA-Fragmentes bis zu einem gewünschten
Punkt rekonstruieren, können
synthetisiert werden. Die Oligonukleotide können eine Restriktionsendonuklease-Spaltstelle
stromaufwärts
von der gewünschten
codierenden Sequenz enthalten und ein Startcodon (ATG) am 5'-Terminus der codierenden
Sequenz anordnen. Linker, die (eine) Restriktionsendonuklease-Spaltstelle(n)
enthalten, können
verwendet werden, um das gewünschte
DNA-Fragment in einen Expressionsvektor einzufügen. Das weithin bekannte Polymerasekettenreaktionsverfahren
kann ebenfalls angewendet werden, um eine DNA-Sequenz, die ein gewünschtes
Proteinfragment codiert, zu isolieren. Oligonukleotide, welche die Termini
des gewünschten
Fragments definieren, werden als Primer in der PCR (Polymerasekettenreaktion) verwendet.
Als weitere Alternative können
bekannte Mutagenesetechniken angewendet werden, um ein Stopp-Codon
an einem gewünschten
Punkt einzufügen,
z.B. unmittelbar stromabwärts
des Codons für
die letzte Aminosäure
der extrazellulären
Domäne.
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In
Bezug auf die vorherige Besprechung der Signalpeptide und der unterschiedlichen
Domänen
des LERK-5-Proteins, wird der Fachmann erkennen, dass die oben beschriebenen
Grenzen solcher Regionen des Proteins ungefähre Angaben sind. Obwohl Computerprogramme
zur Verfügung
stehen, welche die Spaltstelle eines Signalpeptids vorhersehen,
kann zum Beispiel die Spaltung an Stellen eintreten, die nicht zu
den vorhergesehenen Stellen zählen.
Ferner wird anerkannt, dass aufgrund des Spaltens des Signalpeptids
an mehr als einer Stelle eine Proteinzubereitung eine Mischung von
Proteinmolekülen
enthalten kann, welche unterschiedliche N-terminale Aminosäuren aufweisen.
Außerdem
können
sich die exakten Grenzen eines Transmembranbereichs von den durch
ein Computerprogramm vorhergesehenen Grenzen unterscheiden. Posttranslationale Verarbeitung,
die gemäß des jeweiligen
Expressionssystems, das angewendet wird, variieren kann, kann Proteine
ergeben, die N- oder C-terminale Aminosäuren aufweisen, die sich von
den oben beschriebenen unterscheiden. Solche Varianten, welche die
gewünschte
biologische Aktivität
beibehalten, sind unter den LERK-5-Polypeptiden der vorliegenden
Erfindung zu finden.
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Die
vorliegende Erfindung stellt gereinigte LERK-5-Polypeptide bereit,
und zwar sowohl rekombinante als auch nicht-rekombinante. Varianten
und Derivate von nativen LERK-5-Proteinen,
welche die gewünschte biologische
Aktivität
beibehalten (z.B. die Fähigkeit,
Elk oder Hek zu binden), fallen ebenfalls innerhalb des Schutzumfangs
der vorliegenden Erfindung. LERK-5-Varianten können durch Mutationen von Nukleotidsequenzen
erhalten werden, die für native
LERK-5-Polypeptide codieren. Eine LERK-5-Variante, so wie hierin angeführt, ist
ein Polypeptid, das im Wesentlichen mit einem nativen LERK-5 homolog
ist, das aber eine Aminosäuresequenz
aufweist, die sich von jener eines nativen LERK-5 aufgrund einer
oder mehrerer Deletionen, Insertionen oder Substitutionen unterscheidet.
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Eine
Variante einer Nukleotid- oder Aminosäuresequenz ist vorzugsweise
mindestens zu 80% mit einer nativen LERK-5-Sequenz identisch, am
bevorzugtesten zu mindestens 90%. In einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung weist ein LERK-5-Protein
eine extrazelluläre
Domäne,
einen Transmembranbereich und eine cytoplasmatische Domäne auf,
wobei die Aminosäuresequenz
des LERK-5-Proteins zu mindestens 90% mit der Sequenz identisch
ist, die als Aminosäuren
1 bis 308 von SEQ ID NO: 2 präsentiert
wird. In einer anderen Ausführungsform
enthält
ein lösliches
LERK-5-Polypeptid, das imstande ist, Elk und Hek zu binden, eine
Aminosäuresequenz,
die zu mindestens 90% mit der Sequenz identisch ist, die als Aminosäuren 1 bis 199
von SEQ ID NO: 2 präsentiert
wird.
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Die
prozentuelle Identität
kann zum Beispiel dadurch bestimmt werden, dass Sequenzinformationen unter
Verwendung des GAP-Computerprogramms, Version 6.0, beschrieben von
Devereux et al. (Nucl. Acids Res. 12: 387, 1984) und erhältlich bei
der University of Wisconsin Genetics Computer Group (UWGCG), verglichen
werden. Das GAP-Programm
verwendet das Anordnungsverfahren von Needleman und Wunsch (J. Mol.
Biol. 48: 443, 1970), so wie von Smith und Waterman überarbeitet
(Adv. Appl. Math 2: 482, 1981). Die bevorzugten Default-Parameter
für das
GAP-Programm schließen
ein: (1) eine unäre
Vergleichsmatrix (die einen Wert von 1 für Identitäten und 0 für Nicht-Identitäten enthält) für Nukleotide
und die gewichtete Vergleichsmatrix von Gribskov und Burgess, Nucl.
Acids Res. 14: 6745, 1986, wie von Schwartz und Dayhoff, eds., Atlas of
Protein Sequence and structure, National Biomedical Research Foundation,
pp. 353–358,
1979, beschrieben; (2) eine Strafe von 3,0 für jede Lücke und eine zusätzliche
Strafe von 0,10 für
jedes Symbol in jeder Lücke; und
(3) keine Strafe für
Endlücken.
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Änderungen
der nativen Sequenz können
durch eine beliebige von einer Reihe von bekannten Techniken erzielt
werden. Mutationen können
an bestimmten Stellen durch das Synthetisieren von Oligonukleotiden eingefügt werden,
die eine mutierte Sequenz enthalten, flankiert von Restriktionsstellen,
welche die Ligation an Fragmente der nativen Sequenz ermöglichen.
Nach der Ligation codiert die resultierende rekonstruierte Sequenz
ein Analogon, das die gewünschte
Aminosäure-Insertion,
Aminosäure-Substitution
oder Aminosäure-Deletion
aufweist.
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Alternativ
dazu können
oligonukleotid-gerichtete, stellenspezifische Mutageneseverfahren
angewendet werden, um ein geändertes
Gen bereitzustellen, das bestimmte Codone aufweist, die gemäß der geforderten
Substitution, Deletion oder Insertion geändert wurden. Beispielhafte
Verfahren zur Durchführung
der oben genannten Änderungen
werden von Walder et al. (Gene 42: 133, 1986); Bauer et al. (Gene
37: 73, 1985); Craik (BioTechniques, Januar 1985, 12–19); Smith
et al. (Genetic Engineering: Principles and Methods, Plenum Press,
1981); Kunkel (Proc. Natl. Acad. Sci. USA 82: 488, 1985); Kunkel
et al. (Methods in Enzymol. 154: 367, 1987); und in den US-Patentschriften
Nr. 4,518,584 und 4,737,462 offenbart.
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Varianten
können
konservativ substituierte Sequenzen enthalten, das heißt, dass
ein bestimmter Aminosäurerest
durch einen Rest ersetzt wird, der ähnliche biochemische Eigenschaften
aufweist. Beispiele für konservative
Substitutionen schließen
die Substitution eines aliphatischen Rests durch einen anderen ein,
wie beispielsweise Ile, Val, Leu oder Ala durch einen anderen, oder
Substitutionen eines polaren Rests durch einen anderen, wie zum
Beispiel zwischen Lys und Arg; Glu und Asp; oder Gln und Asn. Andere
konservative Substitutionen dieser Art, zum Beispiel Substitutionen
ganzer Regionen mit ähnlichen
Hydrophobizitätseigenschaften
sind weithin bekannt.
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LERK-5
kann auch modifiziert werden, um LERK-5-Derivate durch Bilden kovalenter
oder aggregierender Konjugate mit anderen chemischen Anteilen wie
Glycosylgruppen, Lipiden, Phosphaten, Acetylgruppen und dergleichen
zu erzeugen. Kovalente Derivate von LERK-5 können durch Verknüpfen der
chemischen Anteile zu funktionellen Gruppen auf LERK-5-Aminosäure-Seitenketten
oder am N-Terminus oder C-Terminus eines LERK-5-Polypeptids oder
der extrazellulären
Domäne
davon hergestellt werden. Andere Derivate von LERK-5, die innerhalb
des Schutzumfangs der vorliegenden Erfindung liegen, schließen kovalente
oder aggregierende Konjugate von LERK-5 oder seinen Fragmenten mit
anderen Proteinen oder Polypeptiden ein, wie zum Beispiel durch
Synthese in rekombinanter Kultur als N-terminale oder C-terminale
Fusionen. Zum Beispiel kann das Konjugat eine Signal- oder Leader-Polypeptidsequenz
(z.B. den α-Faktor-Leader
von Saccharomyces) am N-Terminus eines LERK-5-Polypeptids enthalten.
Das Signal- oder Leader-Peptid richtet den Transfer des Konjugats
co-translational oder post-translational von seiner Synthesestelle
zu einer Stelle innerhalb oder außerhalb der Zellmembran oder
Zellwand aus.
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LERK-5-Polypeptidfusionen
können
Peptide aufweisen, welche hinzugefügt werden, um die Reinigung
und Identifikation von LERK-5 zu erleichtern. Zu solchen Peptiden
zählen
zum Beispiel poly-His oder die antigenen Identifikationspeptide,
die in der US- Patentschrift
Nr. 5,011,912 und in Hopp et al., Bio/Technology 6: 1204, 1988 beschrieben
sind. Ein solches Peptid ist das FLAG®-Peptid,
Asp-Tyr-Lys-Asp-Asp-Asp-Asp-Lys (DYKDDDDK) (SEQ ID NO: 3), das hoch
antigen ist und ein Epitop bereitstellt, das durch einen spezifischen monoklonalen
Antikörper
reversibel gebunden ist, wodurch ein rascher Test und leichte Reinigung
von exprimiertem rekombinantem Protein möglich ist. Diese Sequenz wird
auch insbesondere durch mukosale Enterokinase bei Rindern bei dem
Rest gespalten, der unmittelbar auf das Asp-Lys-Paar folgt.
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Die
vorliegende Erfindung schließt
ferner LERK-5-Polypeptide mit oder ohne dazugehörige Glycosylierung mit nativem
Muster ein. LERK-5, das in Hefe oder Säuger-Expressionssystemen (z.B. COS-7-Zellen) exprimiert
ist, kann einem nativen LERK-5 Polypeptid in Bezug auf das Molekulargewicht
und das Glycosylierungsmuster ähnlich
sein oder sich von diesem deutlich unterscheiden, je nachdem, welches
Expressionssystem gewählt
wurde. Die Expression von LERK-5-Polypeptiden in bakteriellen Expressionssystemen,
wie E. coli, stellt nicht-glycosylierte Moleküle bereit.
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N-Glycosylierungsstellen
in der LERK-5 extrazellulären
Domäne
können
modifiziert werden, um Glycosylierung auszuschließen. Solche
Stellen in eukaryotischen Polypeptiden sind durch eine Aminosäure-Dreiergruppe
Asn-X-Y gekennzeichnet, wobei X irgendeine Aminosäure mit
Ausnahme von Pro ist, und Y für
Ser oder Thr steht. Das humane LERK-5-Protein enthält zwei
solcher Dreiergruppen bei den Aminosäuren 11–13 und 114–116 von SEQ ID NO: 2. Geeignete
Modifikationen an der Nukleotidsequenz, welche diese Dreiergruppe
codiert, führt
zu Substitutionen, Additionen oder Deletionen, welche ein Anheften
von Kohlenhydratresten an der Asn-Seitenkette verhindern. Eine Änderung
eines einzelnen Nukleotids, die so gewählt wird, dass Asn durch eine
andere Aminosäure
ersetzt wird, ist zum Beispiel ausreichend, um eine N-Glycosylierungsstelle
zu deaktivieren. Bekannte Verfahren für das Deaktivieren von N-Glycosylierungsstellen
in Proteinen schließen jene
Verfahren ein, die in der US-Patentschrift 5,071,972 und in
EP 276,846 beschrieben werden.
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In
einem anderen Beispiel können
Sequenzen, die Cys-Reste codieren, die für die biologische Aktivität nicht
wesentlich sind, geändert
werden, um zu bewirken, dass die Cys-Reste entfernt oder durch andere Aminosäuren ersetzt
werden, wodurch die Bildung von inkorrekten intramolekularen Disulfidbrücken bei
Renaturierung verhindert wird. Andere Varianten werden durch Modifikation
von benachbarten zweibasischen Aminosäureresten hergestellt, um die
Expression in Hefesystemen zu verstärken, in denen KEX2-Proteaseaktivität vorhanden
ist.
EP 212,914 offenbart
die Verwendung von stellenspezifischer Mutagenese, um KEX2-Proteaseverarbeitungsstellen
in einem Protein zu deaktivieren. KEX2-Proteaseverarbeitungsstellen werden
durch Entfernen, Hinzufügen
oder Ersetzen von Resten deaktiviert, um Arg-Arg, Arg-Lys und Lys-Arg-Paare
zu ändern
und so das Auftreten dieser benachbarten basischen Reste zu beseitigen.
Lys-Lys-Paare sind weitaus weniger anfällig für KEX2-Spaltung, und die Umwandlung
von Arg-Lys oder Lys-Arg in Lys-Lys stellt einen konservativen und
bevorzugten Ansatz für
das Deaktivieren von KEX2-Stellen dar. Humanes LERK-5 enthält vier KEX2-Proteaseverarbeitungsstellen
bei den Aminosäuren
228–229,
229–230,
232–233
und 251–252
von SEQ ID NO:2.
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Natürlich vorkommende
LERK-5-Varianten werden ebenfalls durch die vorliegende Erfindung
erfasst. Beispiele solcher Varianten sind Proteine, die aus alternativen
mRNA-Spleißereignissen
oder proteolytischem Spalten des LERK-5-Proteins resultieren, wobei
die Elk-bindende oder Hek-bindende Eigenschaft beibehalten wird.
Alternatives Spleißen
von mRNA kann ein gestutztes, aber biologisch aktives LERK-5-Protein
ergeben, wie zum Beispiel eine natürlich vorkommende lösliche Form
des Proteins. Variationen, die auf Proteolyse zurückzuführen sind,
schließen
zum Beispiel Unterschiede in den N- oder C-Termini bei Expression
in verschiedenen Arten von Wirtszellen ein, und zwar aufgrund proteolytischen
Entfernens von einer oder mehreren terminalen Aminosäuren aus
dem LERK-5-Protein (im Allgemeinen von 1–5 terminale Aminosäuren).
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Varianten,
welche die erforderliche Fähigkeit
zum Binden von Elk oder Hek aufweisen, können durch einen beliebigen,
geeigneten Test ermittelt werden. Die biologische Aktivität einer
LERK-5-Variante kann zum Beispiel durch Analyse der Fähigkeit
der Variante bestimmt werden, mit LERK-5 in Bezug auf das Binden
an Elk oder Hek zu konkurrieren (d.h. in Konkurrenzbindungstests).
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Konkurrenzbindungstests
können
unter Anwendung von standardmäßigen Techniken
ausgeführt
werden. Zum Beispiel kann radioaktiv markiertes LERK-5 verwendet
werden, um mit einer LERK-5-Variante zu konkurrieren, um das Binden
an zelloberflächengebundenem
Elk oder Hek zu prüfen.
Qualitative Ergebnisse können
durch kompetitive autoradiografische Plattenbindungstests erhalten
werden, oder es können Scatchard-Plots verwendet werden,
um quantitative Ergebnisse zu erzielen. Anstatt intakter Zellen
könnte
man lösliches
Elk oder Hek, das an eine feste Phase gebunden ist (z.B. ein lösliches
Elk/Fc oder Hek/Fc-Fusionsprotein, das an eine feste Phase gebunden
ist, die Protein A oder Protein G enthält), substituieren. Eine weitere Art
von kompetitiven Bindungstests verwendet radioaktiv markiertes lösliches
Elk oder Hek und intakte Zellen, die LERK-5 exprimieren.
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Das
LERK-5 der vorliegenden Erfindung kann auch in einem Bindungstest
verwendet werden, um Zellen zu erfassen, die Elk oder Hek exprimieren.
Zum Beispiel kann LERK-5 oder dessen extrazelluläre Domäne auf einen detektierbaren
Anteil wie ein Radionuklid, ein Enzym, das eine colorimetrische
oder fluorimetrische Reaktion katalysieren kann, Biotin oder Avidin,
konjugiert werden. Zellen, die auf Elk- oder Hek-Expression geprüft werden
sollen, werden mit dem markierten LERK-5 in Berührung gebracht. Nach der Inkubation
wird ungebundenes markiertes LERK-5 von den Zellen getrennt und
die Bindung unter Verwendung des detektierbaren Anteils gemessen.
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst die Verwendung von LERK-5,
um Elk- oder Hek-Proteine zu binden. Zum Beispiel kann LERK-5 als
ein Reagens in Proteinreinigungsverfahren verwendet werden. LERK-5
oder LERK-5/Fc-Fusionsproteine werden mit Hilfe herkömmlicher
Techniken an ein festes Trägermaterial
geheftet und dazu verwendet, Elk oder Hek durch Affinitätschromatographie
zu reinigen.
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Die
hierin offenbarten LERK-5-Proteine können auch verwendet werden,
um die biologische Aktivität von
Elk- oder Hek-Proteinen im Hinblick auf ihre Bindungsaffinität für LERK-5
zu messen. Zum Beispiel kann LERK-5 dazu verwendet werden, zu bestimmen,
ob die biologische Aktivität
nach der Modifikation eines Elk- oder Hek-Proteins beibehalten wird
(z.B. chemische Modifikation, Stutzen, Mutation usw.). Die biologische
Aktivität
eines Elk- oder Hek-Proteins kann somit ermittelt werden bevor dieses
zum Beispiel in einer Forschungsstudie verwendet wird.
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LERK-5-Proteine
finden als Reagens Anwendung, das von den Verantwortlichen für „Qualitätssicherungsstudien" eingesetzt werden
kann, z.B. um die Haltbarkeit und Stabilität des Elk-Proteins unter verschiedenen
Bedingungen zu überwachen.
Zur Veranschaulichung sei angemerkt, dass LERK-5 in einer Bindungsaffinitätsstudie
eingesetzt werden kann, um die biologische Aktivität eines
Elk-Proteins zu messen, das bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert
oder in verschiedenen Zelltypen hergestellt wurde. Die Bindungsaffinität des modifizierten
Elk-Proteins für
LERK-5 wird mit jener eines unmodifizierten Elk-Proteins verglichen,
um etwaige negative Auswirkungen der Modifikationen auf die biologische
Aktivität
von Elk festzustellen. Ebenso kann die biologische Aktivität eines
Hek-Proteins mit Hilfe von LERK-5 ermittelt werden.
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LERK-5
Polypeptide finden auch als Träger
Anwendung, um Wirkstoffe, die daran angeheftet sind, an Zellen zu
liefern, die den Elk- oder Hek-Zelloberflächenrezeptor tragen. Die Expression
von Hek-Antigen wurde bei bestimmten leukämischen Zelllinien beobachtet,
einschließlich
der humanen T-Zell-Leukämiezelllinie, die
als JM bezeichnet ist, und der humanen pre-B-Zell-Leukämiezelllinie,
die als LK63 bezeichnet ist (Boyd et et al., J. Biol. Chem. 267:
3262, 1992, und Wicks et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89: 1611,
1992). LERK-5 Proteine können
somit verwendet werden, um diagnostische oder therapeutische Wirkstoffe
im Rahmen von in vitro oder in vivo Verfahren zu diesen Zellen zu
liefern (oder zu anderen Zelltypen, bei denen festgestellt wurde,
dass sie Hek auf der Zelloberfläche
exprimieren).
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Ein
Beispiel einer solchen Verwendung besteht darin, eine Hek+ leukämische
Zelllinie einem therapeutischen Wirkstoff/LERK-5-Konjugat auszusetzen,
um festzustellen, ob der Wirkstoff gegenüber den Leukämiezellen
Cytotoxizität
aufweist. Eine Reihe von verschiedenen therapeutischen Wirkstoffen,
die an LERK-5 angeheftet sind, können
in einen Test aufgenommen werden, um den cytotoxischen Effekt der
Wirkstoffe auf die Leukämiezellen
zu detektieren und zu vergleichen. LERK-5/Diagnosewirkstoff-Konjugate
können
verwendet werden, um die Gegenwart von Hek+-Zellen
in vitro oder in vivo zu erfassen.
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Diagnostische
und therapeutische Wirkstoffe, die an ein LERK-5-Polypeptid angeheftet
werden können,
schließen – ohne darauf
beschränkt
zu sein – Medikamente,
Toxine, Radionuklide, Chromophore, Enzyme, die eine colorimetrische
oder fluorimetrische Reaktion katalysieren, und dergleichen ein,
wobei der jeweilige Wirkstoff gemäß der beabsichtigten Anwendung
ausgewählt
wird. Beispiele für
Medikamente sind solche, die in der Behandlung von verschiedenen
Krebsformen verwendet werden, z.B. Stickstoffloste wie L-Phenylalaninstickstofflost
oder Cyclophosphamid, interkalierende Wirkstoffe wie cis-Diaminodichloroplatinum,
Antimetabolite wie 5-Fluoruracil, Vinca-Alkaloide wie Vincristine
und Antibiotika wie Bleomycin, Doxorubicin, Daunorubicin und Derivate
davon. Zu den Toxinen zählen
Ricin, Abrin, Diptheria-Toxin, Pseudomonas aeruginosa Exotoxin A,
ribosomale deaktivierende Proteine, Mycotoxine wie Trichothecene
und Derivate und Fragmente (z.B. einzelne Ketten) davon. Zu den
Radionukliden, die für
eine diagnostische Verwendung geeignet sind, zählen – ohne darauf beschränkt zu sein – 123I, 131I, 99mTc, 111In und 76Br. Radionuklide, die für eine therapeutische Verwendung
geeignet sind, schließen – ohne darauf
beschränkt
zu sein – 131I, 211At, 77Br, 1866Re, 188Re, 212Pb, 212Bi, 109Pd, 64Cu und 67Cu ein.
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Solche
Wirkstoffe können
an LERK-5 mit Hilfe eines beliebigen, herkömmlichen Verfahrens angeheftet werden.
Da es sich bei LERK-5 um ein Protein handelt, enthält es funktionelle
Gruppen auf Aminosäure-Seitenketten,
die mit funktionellen Gruppen auf einem gewünschten Wirkstoff zum Reagieren
gebracht werden können,
um zum Beispiel kovalente Bindungen zu bilden. Alternativ dazu können das
Protein oder der Wirkstoff derivatisiert werden, um eine gewünschte reaktive
funktionelle Gruppe zu erzeugen oder anzuheften. Die Derivatisierung
kann das Anheften von einem der bifunktionellen Kopplungsreagenzien
einschließen,
die für das
Heften verschiedener Moleküle
an die Proteine zur Verfügung
stehen (Pierce Chemical Company, Rockford, Illinois). Es sind eine
Reihe von Techniken für
die radioaktive Markierung von Proteinen bekannt. Radionuklidmetalle
können
zum Beispiel durch einen geeigneten bifunktionellen chelatisierenden
Wirkstoff an LERK-5 geheftet werden.
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Somit
werden Konjugate, die LERK-5 und einen geeigneten diagnostischen
oder therapeutischen Wirkstoff (vorzugsweise kovalent verbunden)
enthalten, zubereitet. Die Konjugate werden in einer Menge verabreicht
oder auf andere Weise verwendet, die für die jeweilige Anwendung geeignet
ist.
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Eine
weitere Verwendung des LERK-5 der vorliegenden Erfindung ist die
Verwendung als ein Forschungswerkzeug für die Untersuchung der Rolle,
die LERK-5 in Verbindung mit Elk oder Hek beim Wachstum oder der
Differenzierung von Zellen spielen kann, welche den Elk- oder Hek-Rezeptor
tragen. Die LERK-5-Polypeptide der vorliegenden Erfindung können auch
bei in vitro Tests zum Erfassen von Elk oder LERK-5 oder Interaktionen
davon verwendet werden. Ebenso findet LERK-5 in Tests für Hek oder
die Interaktion von LERK-5 mit Hek Anwendung.
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Wie
oben besprochen, wurden bei der Analyse von verschiedenen Rattengeweben
in Bezug auf Elk-mRNA Transkripte nur im Gehirn und in Hoden entdeckt
(Lhotak et al., supra). Es wird angenommen, dass das Binden von
LERK-5 an Elk auf neuralem Gewebe eine neuroprotektive oder neurotrophe
Wirkung ausübt.
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LERK-5
findet Anwendung als ein Gewebekulturreagens. Ein LERK-5-Protein
kann zu Neuronen hinzugefügt
werden, die in vitro gezüchtet
werden, um die Überlebensfähigkeit
zu stärken
oder die Lebensdauer der gezüchteten
Neurone zu verlängern,
wodurch Forschungsstudien von neuralem Gewebe erleichtert werden.
Geeignete Konzentrationen von LERK-5 für die Zugabe zu einem Kulturmedium
können
durch routinemäßiges Testen
bestimmt werden.
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Eine
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln
von Störungen
des neuralen Gewebes, einschließlich
des In-Kontakt-Bringens des neuralen Gewebes mit LERK-5. Zu solchen
Erkrankungen gehören
Verletzungen oder neurologische Erkrankungen, die chronischer oder
akuter Natur sein können.
Ein LERK-5-Protein
kann einem Säuger
verabreicht werden, um eine solche Verletzung oder Erkrankung zu behandeln.
LERK-5 wird bei der Behandlung von neurodegenerativen Leiden eingesetzt, die
zumindest teilweise durch den Mechanismus des neuralen Todes, der
als Excitotoxizität
bekannt ist, gekennzeichnet sind oder vermittelt werden. Außerdem kann
LERK-5 einem Säuger
verabreicht werden, um eine trophe Wirkung auf neurales Gewebe auszuüben. Bei
einem Patienten, der aufgrund einer Verletzung oder Erkrankung unter
einem Verlust oder einer Schädigung
von Neuronen leidet, kann LERK-5 die Lebensfähigkeit der Neuronen, die überlebt
haben, stärken.
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Die
vorliegende Erfindung stellt pharmazeutische Zusammensetzungen bereit,
welche eine wirksame Menge eines gereinigten LERK-5-Polypeptids
und eines geeigneten Verdünnungsmittels,
Arzneimittelträgers oder
Trägers
enthalten. Solche Träger
sind für
Patienten in den verwendeten Dosierungen und Konzentrationen nicht
toxisch. Normalerweise beinhaltet die Zubereitung solcher Zusammensetzungen
das Kombinieren eines Säuger-LERK-5-Polypeptids oder
Derivats davon mit Puffern, Antioxidationsmitteln wie Ascorbinsäure, Peptiden
mit geringem Molekulargewicht (weniger als ungefähr 10 Reste), Proteinen, Aminosäuren, Kohlehydraten,
einschließlich
Glucose, Sucrose oder Dextrans, chelatisierenden Wirkstoffen wie
EDTA, Glutathion oder anderen Stabilisatoren und Arzneimittelträgern. Eine
neutrale, gepufferte Salzlösung
ist ein geeignetes Verdünnungsmittel.
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Zum
Zwecke therapeutischer Anwendung werden die Zusammensetzungen in
einer Weise und Dosierung verabreicht, die für die Indikation und den Patienten
geeignet sind. Für
Fachleute wird klar sein, dass eine therapeutisch wirksame Dosierung
in Abhängigkeit
von Faktoren wie Natur und Schwere des zu behandelnden Leidens und
des Alters, der Größe und des
Zustands des Patienten variieren kann. Die Verabreichung kann auf
einem beliebigen, geeigneten Weg erfolgen, einschließlich – ohne darauf
beschränkt
zu sein – kontinuierlicher
Infusion, Lokalinfusion während
eines chirurgischen Eingriffs, intraventrikularer Infusion (welche
die Verwendung eines intraventrikularen Katheters einschließen kann),
nachhaltige Freigabe von Implantaten (Gels, Membrane und dergleichen)
oder Injektion (z.B. Injektion an der Stelle einer Verletzung oder
Injektion in das ZNS).
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können ein LERK-5-Protein in einer
der oben beschriebenen Formen enthalten, einschließlich Varianten,
Derivative und biologisch aktiver Fragmente davon. In einer Ausführungsform
der Erfindung weist die Zusammensetzung ein lösliches humanes LERK-5-Protein
auf. Ein solches Protein kann die extrazelluläre Domäne des humanen LERK-5 enthalten,
das an ein Fc-Polypeptid fusioniert wird, wie unten beschrieben.
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Oligomere Formen von LERK-5
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Durch
die vorliegende Erfindung werden LERK-5-Polypeptide in der Form
von Oligomeren, wie Dimeren oder Trimeren, erfasst. Solche Oligomere
können
natürlich
vorkommen oder durch rekombinante DNA-Technologie erzeugt werden.
Oligomere können
LERK-5-Polypeptide (vorzugsweise die extrazelluläre Domäne oder ein Fragment davon)
enthalten, die durch Disulfidbindungen gekoppelt oder als ein Fusionsprotein
mit oder ohne Spacer-Peptidlinker exprimiert sind. Oligomere können beispielsweise
durch Disulfidverbindungen zwischen Cysteinresten auf unterschiedlichen
LERK-5-Polypeptiden gebildet werden.
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LERK-5-Oligomere
können
mit Hilfe von Polypeptiden hergestellt werden, die aus Immunoglobulinen gewonnen
werden. Die Herstellung von Fusionsproteinen, die heterologe Polypeptide
enthalten, die an verschiedene Abschnitte von Antikörper-abgeleiteten
Polypeptiden (einschließlich
der Fc-Domäne)
fusioniert sind, wurde zum Beispiel von Ashkenazi et al. (PNAS USA
88: 10535, 1991) und Byrn et al. (Nature 344: 677, 1990) beschrieben.
In einer Ausführungsform
der Erfindung wird ein LERK-5-Dimer durch Fusionieren von LERK-5
an die Fc-Region eines Antikörpers
(IgG1) erzeugt. Das Fc-Polypeptid wird vorzugsweise an den C-Terminus eines löslichen
LERK-5 (das nur die extrazelluläre
Domäne
enthält)
fusioniert. Eine Genfusion, welche das LERK-5/Fc-Fusionsprotein
codiert, wird in einen geeigneten Expressionsvektor eingefügt. Das LERK-5/Fc-Fusionsprotein
wird in Wirtszellen exprimiert, die mit dem rekombinanten Expressionsvektor
transformiert werden, und es wird ihm ermöglicht, sich ganz ähnlich wie
Antikörpermoleküle anzuordnen,
woraufhin sich Zwischenketten-Disulfidbindungen
zwischen Fc-Polypeptiden bilden, was ein zweiwertiges LERK-5 ergibt.
Wenn Fusionsproteine sowohl mit schweren als auch leichten Ketten
eines Antikörpers
hergestellt werden, ist es möglich,
ein LERK-5-Oligomer mit bis zu vier LERK-5 extrazellulären Regionen
zu bilden.
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Der
Begriff „Fc-Polypeptid" schließt, so wie
hierin verwendet, native und muteine Formen von Polypeptiden ein,
die aus der Fc-Region eines Antikörpers gewonnen wurden. Gestutzte
Formen dieser Polypeptide, welche die Gelenkregion enthalten, die
eine Dimerisierung fördert,
sind ebenfalls enthalten. Ein geeignetes Fc-Polypeptid, das in der
PCT-Anmeldung WO
93/10151 beschrieben wird, ist ein Einkettenpolypeptid, das sich
von der N-terminalen
Gelenkregion bis zum nativen C-Terminus erstreckt. Ein Mutein dieses
Fc- Polypeptids wird
in Beispiel 3 unten beschrieben. Das Mutein weist eine reduzierte
Affinität
für Fc-Rezeptoren
auf.
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Alternativ
dazu kann man LERK-5-Polypeptide (vorzugsweise zwei lösliche LERK-5-Polypeptide) über einen
Peptidlinker verbinden. Peptidlinker, die sich für das Verbinden von Polypeptiden
eignen, sind bekannt und können
durch herkömmliche
Techniken verwendet werden. Fusionsproteine, welche LERK-5-Polypeptide enthalten,
die durch Peptidlinker verbunden sind, können zum Beispiel durch eine
rekombinante DNA-Technologie erzeugt werden.
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Die
vorliegende Erfindung stellt Oligomere von LERK-5 extrazellulären Domänen oder
Fragmenten davon bereit, die durch Disulfid-Interaktionen verbunden
sind oder als Fusionspolymere mit oder ohne Spacer-Aminosäurekopplungsgruppen
exprimiert werden. Zum Beispiel kann ein Dimer der LERK-5 extrazellulären Domäne durch
eine IgG Fc-Region-Kopplungsgruppe
verbunden werden.
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Expressionssysteme
-
Die
vorliegende Erfindung stellt rekombinante Expressionsvektoren für die Expression
von LERK-5 und Wirtszellen, die mit den Expressionsvektoren transformiert
werden, bereit. Es kann ein beliebiges geeignetes Expressionssystem
verwendet werden. Die Vektoren schließen eine LERK-5-DNA-Sequenz
ein, die wirkungsmäßig mit
geeigneten transkriptionalen oder translationalen regulatorischen
Nukleotidsequenzen, wie jene, die aus einem Säugergen, mikrobiellen, viralen
oder Insekten-Gen gewonnen werden, verbunden ist. Beispiele für regulatorische
Sequenzen schließen
transkriptionale Promotoren, Operatoren oder Verstärker, eine
mRNA ribosomale Bindungsstelle und geeignete Sequenzen ein, welche
den Start und das Ende von Transkription und Translation steuern.
Nukleotidsequenzen sind wirkungsmäßig verbunden, wenn die regulatorische
Sequenz funktionell mit der LERK-5-DNA in Beziehung steht. Somit
ist eine Promotor-Nukleotidsequenz mit einer LERK-5-DNA-Sequenz
wirkungsmäßig verbunden,
wenn die Promotor-Nukleotidsequenz die Transkription der LERK-5-DNA-Sequenz steuert.
Die Fähigkeit,
in den gewünschten
Wirtszellen zu replizieren, die für gewöhnlich durch einen Replikationsursprung
und ein Auswahl-Gen, durch welches Transformanten identifiziert
werden, übertragen
wird, kann zusätzlich
in den Expressionsvektor aufgenommen werden.
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Außerdem können Sequenzen,
welche geeignete Signalpeptide codieren, die zum LERK-5-Gen nicht nativ
sind, in Expressionsvektoren aufgenommen werden. Zum Beispiel kann
eine DNA-Sequenz für
ein Signalpeptid (sekretorischer Leader) im Rahmen an die LERK-5-Sequenz fusioniert
werden, so dass das LERK-5 anfänglich
als ein Fusionsprotein translatiert wird, welches das Signalpeptid
enthält.
Ein Signalpeptid, das in den beabsichtigten Wirtszellen funktionell
ist, verstärkt
die extrazelluläre
Ausscheidung des LERK-5-Polypeptids. Das Signalpeptid wird bei Ausscheiden
von LERK-5 aus der Zelle aus dem LERK-5-Polypeptid gespalten.
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Geeignete
Wirtszellen für
die Expression von LERK-5-Polypeptiden schließen Prokaryote, Hefe oder höhere eukaryotische
Zellen ein. Geeignete Klon- und Expressionsvektoren zur Verwendung
mit zellularen bakteriellen, fungalen, Hefe- und Säugerwirten
werden zum Beispiel in Pouwels et al. Cloning Vectors: A Laboratory
Manual, Elsevier, New York (1985) beschrieben. Zellfreie Translationssysteme
können
ebenfalls verwendet werden, um LERK-5-Polypeptide unter Verwendung
von RNAs zu erzeugen, die von hierin offenbarten DNA-Konstrukten
abgeleitet werden.
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Zu
den Prokaryoten zählen
grammnegative und grammpositive Organismen, zum Beispiel E. coli
oder Bacilli. Geeignete prokaryotische Wirtszellen für die Transformation
schließen
zum Beispiel E. coli, Bacillus subtilis, Salmonella typhimurium
und verschiedene andere Spezies innerhalb der Gattungen von Pseudomonas,
Streptomyces und Staphylococcus ein. In einer prokaryotischen Wirtszelle
wie E. Coli kann ein LERK-5-Polypeptid einen N-terminalen Methioninrest enthalten,
um die Expression des rekombinanten Polypeptids in der prokaryotischen
Wirtszelle zu erleichtern. Das N-terminale Met kann aus dem exprimierten
rekombinanten LERK-5-Polypeptid abgespalten werden.
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Expressionsvektoren
zur Verwendung in prokaryotischen Wirtszellen weisen im Allgemeinen
eines oder mehrere phenotypische selektierbare Markierungsgene auf.
Ein phenotypisches selektierbares Markierungsgen ist zum Beispiel
ein Gen, das ein Protein codiert, das antibiotische Resistenz überträgt oder
das ein autotrophes Erfordernis bereitstellt. Beispiele nützlicher
Expressionsvektoren für
prokaryotische Wirtszellen schließen jene ein, die aus im Handel
erhältlichen
Plasmiden gewonnen werden, wie der Klonvektor pBR322 (ATCC 37017).
pBR322 enthält
Gene für
Ampicillin- und Tetracyclinresistenz und stellt somit einfache Mittel
für die
Identifikation von transformierten Zellen bereit. Ein geeigneter
Promotor und eine LERK-5-DNA-Sequenz werden in den pBR322-Vektor
eingefügt.
Andere im Handel erhältliche Vektoren
schließen
zum Beispiel pKK223-3 (Pharmacia Fine Chemicals, Uppsala, Sweden)
und pGEM1 (Promega Biotec, Madison, WI, USA) ein.
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Promotorensequenzen,
die häufig
für rekombinante
prokaryotische Wirtszellen-Expressionsvektoren verwendet
werden, schließen β-Lactamase
(Penicillinase), Lactosepromotorsystem (Chang et al., Nature 275: 615,
1978: und Goeddel et al., Nature 281: 544, 1979), Tryptophan (trp)-Promotorsystem
(Goeddel et al., Nucl. Acids Res. 8: 4057, 1980; und EP-A-36776)
und Tac-Promotor (Maniatis, Molecular Cloning: A Laboratory Manual,
Cold Spring Harbor Laboratory, p. 412, 1982) ein. Ein besonders
nützliches
prokaryotisches Wirtszellenexpressionssystem verwendet einen Phagen-λPL-Promotor und eine cI857ts thermolabile
Repressorsequenz. Plasmidvektoren, die bei der American Type Culture
Collection erhältlich
sind, welche Derivate des λPL-Promotors aufnehmen, schließen Plasmid
pHUB2 (resident im E. coli Stamm JMB9 (ATCC 37092)) und pPLc28 (resident
in E. coli RR1(ATCC 53082)) ein.
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LERK-5
kann alternativ dazu in Hefe-Wirtszellen exprimiert werden, vorzugsweise
aus der Gattung der Saccharomyces (z.B. S. cerevisiae). Andere Hefegattungen
wie Pichia oder Kluyveromyces können
ebenfalls verwendet werden. Hefevektoren werden oft einen Ursprung
einer Replikationssequenz von einem 2 μ-Hefeplasmid, eine autonom replizierende
Sequenz (ARS), eine Promotorregion, Sequenzen für eine Polyadenylisierung,
Sequenzen für
die Transkriptionstermination und ein selektierbares Markierungsgen
enthalten. Geeignete Promotorsequenzen für Hefevektoren schließen unter
anderem Promotoren für
Metallothionein, 3-Phosphoglyceratkinase (Hitzeman et al., J. Biol.
Chem. 255: 2073, 1980) oder andere glycolytische Enzyme (Hess et
al., J. Adv. Enzyme Reg. 7: 149, 1968; und Holland et al., Biochem.
17: 4900, 1978) wie Enolase, Glyceraldehyd-3-phosphatdehydrogenase,
Hexokinase, Pyruvatdecarboxylase, Phosphofructokinase, Glucose-6-phosphatisomerase,
3-Phosphoglyceratmutase,
Pyruvatkinase, Triosephosphatisomerase, Phosphoglucoseisomerase
und Glucokinase ein. Andere geeignete Vektoren und Promotoren zur
Verwendung in der Hefeexpression werden ferner in Hitzeman, EPA-73,657
beschrieben. Eine weitere Alternative ist der Glucose-reprimierbare
ADH2-Promotor, der von Russell et al. (J. Biol. Chem. 258: 2674,
1982) und Beer et al. (Nature, 300: 724, 1982) beschrieben wird.
Shuttle-Vektoren, die sowohl in Hefe als auch in E. coli replizierbar
sind, können
konstruiert werden, indem DNA-Sequenzen aus pBR322 zur Selektion
und Replikation in E. coli (Ampr Gen und
Replikationsursprung) in die oben beschriebenen Hefevektoren eingefügt werden.
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Die
Hefe-α-Faktor-Leadersequenz
kann verwendet werden, um die Sekretion des LERK-5-Polypeptids auszurichten.
Die α-Faktor-Leadersequenz
wird oft zwischen die Promotorsequenz und die strukturelle Gensequenz
eingefügt.
Siehe z.B. Kurjan et al., Cell 30: 933, 1982; Bitter et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 81: 5330, 1984; US-Patentschrift 4,546,082
und
EP 324,274 . Andere
Leadersequenzen, die zur Erleichterung der Sekretion von rekombinanten
Polypeptiden aus Hefewirten geeignet sind, sind den Fachleuten bekannt.
Eine Leadersequenz kann in der Nähe
ihres 3'-Endes modifiziert
werden, um eine oder mehrere Restriktionsstellen zu enthalten. Dies
erleichtert die Fusion der Leadersequenz an das strukturelle Gen.
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Hefetransformationsprotokolle
sind den Fachleuten bekannt. Ein solches Protokoll wird von Hinnen
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 75: 1929, 1978 beschrieben. Das
Hinnen et al. Protokoll wählt
für Trp+ Transformanten in einem selektiven Medium,
wobei das selektive Medium aus 0,67% Hefestickstoffbase, 0,5% Casamaninosäuren, 2%
Glucose, 10 μg/ml
Adenin und 20 μg/ml
Uracil besteht.
-
Hefewirtszellen,
die durch Vektoren transformiert sind, welche eine ADH2-Promotorsequenz enthalten,
können
gezüchtet
werden, um die Expression in einem „reichen" Medium zu induzieren. Ein Beispiel
eines reichen Mediums ist ein Medium, das aus 1% Hefeextrakt, 2%
Pepton und 1% Glucose, ergänzt
durch 80 μg/ml Adenin
und 80 μg/ml
Uracil, besteht. Die De-Repression des ADH2-Promotors tritt ein,
wenn Glucose aus dem Medium erschöpft ist.
-
Es
könnten
auch Säuger-
oder Insekten-Wirtszellkultursysteme verwendet werden, um rekombinante LERK-5-Polypeptide
zu exprimieren. Baculovirussysteme zur Erzeugung heterologer Proteine
in Insektenzellen werden von Luckow und Summers, Bio/Technology
6: 47 (1988) untersucht. Etablierte Zelllinien mit Säugerursprung
können
auch verwendet werden. Beispiele für geeignete Säuger-Wirtszelllinien
schließen
die COS-7-Linie von Affennierenzellen (ATCC CRL 1651) (Gluzman et
al., Cell 23: 175, 1981), L-Zellen, 293-Zellen, C127-Zellen, 3T3-Zellen (ATCC
CCL 163), Chinesische Hamstereierstockzellen (CHO), HeLa-Zellen
und BHK (ATCC CRL 10)-Zelllinien sowie die CV-1/EBNA-1-Zelllinie
ein, die aus der afrikanischen Grünaffennierenzellinie CVI (ATCC
CCL 70) gewonnen wird, so wie von McMahan et al. (EMBO J. 10: 2821,
1991) beschrieben ist.
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Transkriptionale
und translationale Kontrollsequenzen für Säugerwirtszellen-Expressionsvektoren könne aus
viralen Genomen ausgeschnitten werden. Häufig verwendete Promotorsequenzen
und Verstärkersequenzen
werden aus dem Polyomavirus, Adenovirus 2, Simian Virus 40 (SV40)
und dem humanen Cytomegalovirus gewonnen. DNA-Sequenzen, die aus
dem SV40-Viralgenom gewonnen werden, zum Beispiel der SV40-Ursprung,
der frühe
und späte
Promotor, Verstärker,
Spleiß-
und Polyadenylisierungsstellen können
verwendet werden, um andere genetische Elemente für die Expression
einer Sequenz eines strukturellen Gens in einer Säugerwirtszelle
bereitzustellen. Virale frühe
und späte
Promotoren sind besonders nützlich,
weil beide leicht aus einem viralen Genom als Fragment erhalten
werden, das auch einen viralen Replikationsursprung enthalten kann
(Fiers et al., Nature 273: 113, 1978). Kleinere oder größere SV40-Fragmente
können
ebenfalls verwendet werden, vorausgesetzt, die ungefähr 250 bp
Sequenz, die sich von der HindIII-Stelle zur BglI-Stelle erstreckt,
die sich in der SV40 viralen Replikationsursprungsstelle befindet,
ist eingeschlossen.
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Beispielhafte
Expressionsvektoren zur Verwendung in Säugerwirtszellen können so
konstruiert werden wie von Okayama und Berg (Mol. Cell. Biol. 3:
280, 1983) offenbart. Ein nützliches
System für
stabile Hochexpression von Säuger-cDNAs
in C127 Mäuse-Mamma-Epithelzellen kann
im Wesentlichen so wie von Cosman et al. (Mol. Immunol. 23: 935,
1986) beschrieben konstruiert werden. Ein nützlicher Hochexpressionsvektor,
PMLSV N1/N4, beschrieben von Cosman et al., Nature 312: 768, 1984,
wurde als ATCC39890 hinterlegt. Zusätzliche nützliche Säugerexpressionsvektoren werden
in EP-A-0367566 beschrieben. Andere geeignete Vektoren können aus
Retroviren gewonnen werden.
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Anstelle
der nativen Signalsequenz kann eine heterologe Signalsequenz hinzugefügt werden,
wie die Signalsequenz für
Interleukin-7 (IL-7), beschrieben in der US-Patentschrift 4,965,195, die Signalsequenz
für den
Interleukin-2-Rezeptor, beschrieben in Cosman et al., Nature 312:
768 (1984), das Interleukin-4-Signalpeptid, beschrieben in
EP 367,566 ; das Typ-I-Interleukin-1-Rezeptorsignalpeptid,
beschrieben in der US-Patentschrift 4,968,607, und das Typ-II-Interleukin-1-Rezeptorsignalpeptid,
beschrieben in
EP 460,846 .
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LERK-5-Protein
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Die
vorliegende Erfindung stellt gereinigtes LERK-5-Protein bereit,
das durch rekombinante Expressionssysteme wie oben beschrieben hergestellt
oder aus natürlich
vorkommenden Zellen gereinigt werden kann. Vorteilhafterweise wird
das LERK-5 so gereinigt, dass keine Proteinbande, die anderen Proteinen
entsprechen, bei der Analyse mittels SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese (SDS-PAGE)
feststellbar sind. Fachleute werden schätzen, dass Mehrfachbande, die
dem LERK-5-Protein entsprechen, durch SDS-PAGE visualisiert werden
können,
und zwar aufgrund von differentieller Glycosylierung, differentieller
posttranslationaler Verarbeitung und dergleichen, wie oben besprochen.
Das LERK-5-Protein gilt als gereinigt, so lange keine Bande, die
anderen Proteinen (nicht LERK-5) entsprechen, visualisiert werden.
Das LERK-5 wird am bevorzugtesten auf beträchtliche Homogenität gereinigt,
wie durch ein Einzelproteinband bei der Analyse durch SDS-PAGE angezeigt
wird.
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Ein
Verfahren zur Herstellung des LERK-5-Proteins weist das Züchten einer
Wirtszelle auf, die mit einem Expressionsvektor transformiert ist,
der eine DNA-Sequenz enthält,
welche LERK-5 unter Bedingungen codiert, unter denen LERK-5 exprimiert
wird. Das LERK-5-Protein wird dann in Abhängigkeit vom verwendeten Expressionssystem
aus dem Kulturmedium oder den Zellextrakten wiedergewonnen. Dem
Fachmann wird klar sein, dass Verfahren zur Reinigung des rekombinanten
LERK-5 in Abhängigkeit
von Faktoren wie dem Typ der verwendeten Wirtszellen und in Abhängigkeit
davon, ob das LERK-5 in das Kulturmedium ausgeschieden wird oder
nicht, variieren werden.
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Wenn
zum Beispiel Expressionssysteme verwendet werden, welche das rekombinante
Protein ausscheiden, kann das Kulturmedium zuerst mit Hilfe eines
im Handel erhältlichen
Proteinkonzentrationsfilters, zum Beispiel einer Amicon oder Millipore
Pellicon Ultrafiltrierungseinheit, konzentriert werden. Nach dem
Konzentrationsschritt kann das Konzentrat auf eine Reinigungsmatrix
wie ein Gelfiltrierungsmedium aufgetragen werden. Alternativ dazu
kann ein Anionenaustauschharz verwendet werden, zum Beispiel eine
Matrix oder ein Substrat mit überhängenden
Diethylaminoethyl (DEAE)-Gruppen. Die Matrizen können Acrylamid, Agarose, Dextran,
Zellulose oder andere, bei der Proteinreinigung häufig verwendete
Arten sein. Alternativ dazu kann ein Kationenaustauschschritt durchgeführt werden.
Geeignete Kationenaustauscher schließen verschiedene unlösliche Matrixen
ein, welche Sulfopropyl- oder Carboxymethylgruppen aufweisen. Sulfopropylgruppen
werden bevorzugt. Schließlich
können
ein oder mehrere Umkehrphasen-Hochleistungs-Flüssigkeistchromatographie (RP-HPLC)-Schritte unter Verwendung
von hydrophoben RP-HPLC-Medien (z.B. Silicagel mit überhängenden
Methyl- oder anderen aliphatischen Gruppen) durchgeführt werden,
um LERK-5 weiter zu reinigen. Einige oder alle der vorhergehenden
Reinigungsschritte können
in unterschiedlichen Kombinationen durchgeführt werden, um ein im Wesentlichen
homogenes rekombinantes Protein bereitzustellen.
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Es
ist auch möglich,
eine Affinitätssäule zu verwenden,
welche die ligandenbindende Domäne
von Elk oder Hek enthält,
um exprimierte LERK-5-Polypeptide einer Affinitätsreinigung zu unterziehen.
LERK-5-Polypeptide können
aus einer Affinitätssäule in einem
hohen Salz-Eluierungspuffer gewonnen und danach zur Verwendung in
einen niedrigeren Salzpuffer dialysiert werden. Alternativ dazu
kann eine Immunoaffinitätssäule einen
Antikörper
aufweisen, der LERK-5 bindet. Lösliche
LERK-5/Fc-Fusionsproteine können
unter Verwendung einer Chromatographiematrix gereinigt werden, an
die Protein A oder Protein G geheftet ist.
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Rekombinantes
Protein, das in bakterieller Kultur erzeugt wird, wird für gewöhnlich durch
anfängliches Zerreißen der
Wirtszellen, Zentrifugation, Extraktion aus Zellpellets, im Fall
eines unlöslichen
Polypeptids, oder aus der überstehenden
Flüssigkeit,
im Fall eines löslichen
Polypeptids, isoliert, gefolgt von einer oder mehreren Schritten
der Konzentration, des Aussalzens, Ionenaustauschs, der Affinitätsreinigung
oder Größenausschlusschromatographie.
Schließlich
kann die RP-HPLC für
endgültige
Reinigungsschritte verwendet werden. Mikrobielle Zellen können durch
ein beliebiges, geeignetes Verfahren zerrissen werden, einschließlich eines Frier-Tau-Zyklus,
einer Beschallung, mechanischen Zerreißens oder der Verwendung von
Zelllysiermitteln.
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In
transformierten Hefewirtszellen wird LERK-5 vorzugsweise als ein
ausgeschiedenes Polypeptid exprimiert, um die Reinigung zu vereinfachen.
Das ausgeschiedene rekombinante Polypeptid kann durch Verfahren
gereinigt werden, die den Verfahren, die von Urdal et al. (J. Chromatog.
296: 171, 1984) offenbart werden, gegenüber analog sind. Urdal et al.
beschreiben ein Verfahren, das zwei sequentielle, Umkehrphasen-HPLC-Schritte
zur Reinigung von rekombinantem humanem IL-2 auf einer präparativen
HPLC-Säule
einschließt.
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Nukleinsäuren
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Die
vorliegende Erfindung stellt ferner LERK-5-Nukleotidsequenzen bereit.
Solche Nukleotidsequenzen schließen – ohne darauf beschränkt zu sein – die hierin
offenbarte LERK-5-DNA, sowohl in der Einzelstrang- als auch der
Doppelstrangform, und das RNA-Komplement
davon ein. Die LERK-5-DNA der vorliegenden Erfindung schließt zum Beispiel
cDNA, genomische DNA, chemisch synthetisierte DNA, durch PCR amplifizierte
DNA und Kombinationen davon ein. Die genomische DNA kann durch herkömmliche
Techniken isoliert werden, indem die in Beispiel 1 isolierte cDNA,
oder ein geeignetes Fragment davon, als Sonde verwendet wird.
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Beispiele
für LERK-5-DNAs
der vorliegenden Erfindung schließen – ohne darauf beschränkt zu sein – eine DNA
ein, welche eine Nukleotidsequenz aufweist, die aus der Gruppe ausgewählt wird,
die aus den Nukleotiden 1 bis 1002 von SEQ ID NO: 1 (welche das LERK-5
voller Länge
von SEQ ID NO: 2 codieren), Nukleotide 76 bis 1002 von SEQ ID NO:
1 (welche ein reifes LERK-5 voller Länge codieren); Nukleotide 1
bis 672 von SEQ ID NO: 1 (welche das Signalpeptid und die extrazelluläre Domäne codieren);
und Nukleotide 76 bis 672 von SEQ ID NO: 1 (welche die extrazelluläre Domäne codieren)
besteht. Aufgrund der bekannten Degeneration des genetischen Codes
kann mehr als ein Codon dieselbe Aminosäure codieren. Somit kann eine DNA-Sequenz
von den oben beschriebenen abweichen und dennoch ein Polypeptid
codieren, das dieselbe Aminosäuresequenz
aufweist. Solche abweichenden DNA-Sequenzen können aus stummen Mutationen
resultieren, zu denen es z.B. während
der PCR-Verstärkung kommen
kann. Alternativ dazu können
solche stummen Mutationen das Produkt bewusster Mutagenese einer
nativen Sequenz sein. DNA-Sequenzen, die aufgrund des genetischen
Codes zu einer LERK-5-codierenden DNA-Sequenz, die hierin offenbart
ist, degeneriert sind, sind durch die vorliegende Erfindung erfasst.
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Nützliche
Fragmente der LERK-5-Nukleinsäuren
schließen
Gegensinn- oder Sinn-Oligonukleotide ein, welche eine Einzelstrang-Nukleinsäuresequenz
(entweder RNA oder DNA) aufweisen, die imstande ist, an Ziel-LERK-5-mRNA
(Sinn) oder LERK-5-DNA (Gegensinn)-Sequenzen zu binden. Gegensinn-
oder Sinn-Oligonukleotide gemäß der vorliegenden
Erfindung weisen ein Fragment der codierenden Region von LERK-5-cDNA
auf. Ein solches Fragment enthält
im Allgemeinen mindestens ungefähr
14 Nukleotide, vorzugsweise von ungefähr 14 bis ungefähr 30 Nukleotide.
Die Fähigkeit,
ein Gegensinn- oder ein Sinn-Oligonukleotid
basierend auf einer cDNA-Sequenz zu gewinnen, welche ein bestimmtes
Protein codiert, ist zum Beispiel in Stein und Cohen (Cancer Res.
48: 2659, 1988) und in van der Krol et al. (BioTechniques 6: 958,
1988) beschrieben.
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Das
Binden von Gegensinn- oder Sinn-Oligonukleotiden an Ziel-Nukleinsäuresequenzen
führt zur
Bildung von Doppelsträngen,
welche die Transkription oder Translation der Zielsequenz durch
eines von mehreren Mitteln blockieren, einschließlich verstärkter Degradierung der Doppelstränge, verfrühter Termination
der Transkription oder Translation oder durch andere Mittel. Die
Gegensinn-Oligonukleotide können
daher verwendet werden, um die Expression von LERK-5-Proteinen zu
blockieren. Gegensinn- oder Sinn-Oligonukleotide weisen
ferner Oligonukleotide auf, welche modifizierte Zuckerphosphodiester-Hauptketten (oder
andere Zuckerverbindungen wie die in WO 91/06629 beschriebenen)
aufweisen, und wobei die Zuckerverbindungen endogenen Nukleasen
gegenüber
resistent sind. Solche Oligonukleotide mit resistenten Zuckerverbindungen sind
in vivo stabil (d.h. imstande, enzymatischer Degradierung zu widerstehen),
behalten aber die Sequenzspezifizität, um an Ziel- Nukleotidsequenzen
binden zu können.
Andere Beispiele von Sinn- oder Gegensinn-Oligonukleotiden schließen jene
Oligonukleotide ein, die kovalent mit organischen Anteilen wie jenen,
die in WO 90/10448 beschrieben sind, und anderen Anteilen verbunden
sind, welche die Affinität
des Oligonukleotids für
eine Ziel-Nukleinsäuresequenz,
wie Poly-(L-lysin) erhöhen.
Außerdem
können
interkalierende Wirkstoffe wie Ellipticin und alkylierende Wirkstoffe
oder Metallkomplexe an Sinn- oder Gegensinn-Oligonukleotide angeheftet
werden, um die Bindungsspezifizitäten des Gegensinn- oder Sinn-Oligonukleotids
für die
Ziel-Nukleotidsequenz zu ändern.
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Gegensinn-
oder Sinn-Oligonukleotide können
in eine Zelle, welche die Ziel-Nukleinsäuresequenz
enthält,
durch ein beliebiges Gentransferverfahren eingeführt werden, einschließlich zum
Beispiel CaPO4-vermittelte DNA-Transfektion,
Elektroporation oder durch Verwendung von Gentransfervektoren wie
dem Epstein-Barr-Virus. Gegensinn- oder Sinn-Oligonukleotide werden in eine Zelle,
welche die Ziel-Nukleinsäuresequenz
enthält,
vorzugsweise durch Einfügen
des Gegensinn- oder Sinn-Oligonukleotids in einen geeigneten retroviralen
Vektor eingefügt,
wobei danach die Zelle mit dem Retrovirusvektor, der die eingefügte Sequenz enthält, entweder
in vivo oder ex vivo in Kontakt gebracht wird. Geeignete retrovirale
Vektoren schließen – ohne darauf
beschränkt
zu sein – jene
ein, die aus dem Maus-Retrovirus
M-MuLV, N2 (einem aus M-MuLV gewonnenem Retrovirus) oder den Doppelkopievektoren
gewonnen werden, die mit DCT5A, DCT5B und DCT5C bezeichnet sind
(siehe PCT-Anmeldung US 90/02656).
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Sinn-
oder Gegensinn-Oligonukleotide können
in eine Zelle, welche die Ziel-Nukleotidsequenz
enthält, auch
durch Bilden eines Konjugats mit einem ligandbindenden Molekül eingeführt werden,
wie in WO 91/04753 beschrieben. Geeignete ligandbindende Moleküle schließen – ohne darauf
beschränkt
zu sein – Zelloberflächenrezeptoren,
Wachstumsfaktoren, andere Cytokine oder andere Liganden ein, welche
an Zelloberflächenrezeptoren
binden. Vorzugsweise führt
die Konjugation des ligandbindenden Moleküls zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung
der Fähigkeit
des ligandbindenden Moleküls,
an sein entsprechendes Molekül oder
seinen entsprechenden Rezeptor zu binden oder den Eintritt des Sinn-
oder Gegensinn-Oligonukleotids oder seiner konjugierten Version
in die Zelle zu blockieren.
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Alternativ
dazu kann ein Sinn- oder Gegensinn-Oligonukleotid in eine Zelle,
welche die Ziel-Nukleinsäuresequenz
enthält,
durch Bildung eines Oligonukleotid-Lipidkomplexes eingeführt werden,
wie in WO 90/10448 beschrieben. Der Sinn- oder Gegensinn-Oligonukleotid-Lipidkomplex
wird vorzugsweise innerhalb der Zelle durch eine endogene Lipase
dissoziiert.
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Die
folgenden Beispiele sind zur Veranschaulichung bestimmter Ausführungsformen
vorgesehen und stellen keine Einschränkung des Erfindungsumfangs
dar.
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BEISPIEL 1
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Isolation
von humaner LERK-5-cDNA
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cDNA,
die humanes LERK5 codiert, wurde wie folgt isoliert. Das Verfahren
begann mit der Herstellung einer Sonde, die zur Identifikation von
geeigneten cDNA-Bibliotheken,
die im Klonversuch zum Einsatz kommen, und zum Screenen dieser Bibliotheken
verwendet werden sollte.
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Erststrang-cDNA
wurde auf RNA, die von einer Reihe von Zelltypen isoliert wurde,
synthetisiert. Danach wurden Polymerasekettenreaktionen (PCR) mit
Hilfe herkömmlicher
Techniken durchgeführt,
wobei die cDNAS als Matrizen dienten. Die 5'- und 3'-Primer,
die in der PCR verwendet wurden, waren Oligonukleotide, welche die
Termini eines 337 bp-DNA-Fragments definieren, das als ch13 seq
tag (GenBank® Zugriffsnummer L13819)
bezeichnet ist. Dieses DNA-Fragment wurde angesichts seines Homologiegrads
mit einem Abschnitt einer Elk-Liganden-DNA gewählt, wie oben detaillierter
besprochen.
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Eine
DNA-Bande der erwarteten Größe (337
bp) wurde durch die PCR in einer Reaktion verstärkt, in der die cDNA-Matrize
aus RNA gewonnen wurde, die von einer humanen T-Zell-Leukämiezelllinie
isoliert wurde, die als CCRF-HSB-2 (ATCC CCL 120.1) bezeichnet ist.
Dieses 337 bp Einzelstrang-DNA-Fragment wurde isoliert und mit 32P durch Standardtechniken zur Verwendung
als Sonde markiert.
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Northern-Blots,
die mRNA aus einer Reihe von Geweben enthielten, wurden mit dem 32P-markieren DNA-Fragment geprüft. Hybridisierende
mRNA (ungefähr
5 kb) wurde in Geweben entdeckt, welche humane(s) fötale(s)
Hirn und Lunge einschlossen. Zusätzlich
wurden DNA-Bande der erwarteten Größe (337 bp) erfolgreich durch
die PCR verstärkt,
wobei entweder humane Lungen-cDNA-Bibliotheken eines Erwachsenen oder
humane Lungen-cDNA-Bibliotheken
eines Fötus
als Matrize verwendet wurden. Somit wurden cDNA-Bibliotheken, die
aus humanem fötalem
Hirn und aus humanen Lungenfibroblasten gewonnen wurden, für das Screening
mit der 32P-markierten Sonde ausgewählt, um
einen Klon voller Länge
zu isolieren.
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Die
humane cDNA-Bibliothek eines fötalen
Hirns in dem Phagen-λ-Vektor λgt10 wurde
bei Clontech Laboratories, Inc., Palo Alto, Kalifornien, gekauft.
Die cDNA wird in die EcoRI-Stelle des Vektors eingefügt. Die zweite
cDNA-Bibliothek wurde aus der SV40-transformierten humanen Erwachsenen-Lungenfibroblast-Zelllinie
WI-26 VA4 gewonnen. Diese Bibliothek im Phagen-λVektor λgt10 wurde so wie in Beispiel
2 der US-Patentschrift 5,264,416 beschrieben konstruiert, die hiermit
durch Bezugnahme aufgenommen wird.
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Das
Screening mit der 337 bp-Sonde erfolgte mit Hilfe herkömmlicher
Verfahren, wobei hybridisierende Klone in beiden Bibliotheken identifiziert
wurden. Es wurde die Nukleotidsequenz des cDNA-Inserts von einem
individuellen Klon, der aus der humanen Fötushirn-Bibliothek isoliert
wurde und als Klon λ6
designiert ist, bestimmt. Die DNA-Sequenz der codierenden Region
der Klon-λ6-cDNA
und die dadurch codierte Aminosäuresequenz
sind in SEQ ID NO: 1 und SEQ ID NO: 2 dargestellt. Ein Klon, der
aus der WI26 VA4-Bibliothek isoliert wurde, enthielt DNA, die am
5'-Ende gestutzt
war, aber nur 5 bp vor dem Startcodon der Sequenz von SEQ ID NO:
1.
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Das
codierte Protein, als LERK-5 bezeichnet, weist ein N-terminales
Signalpeptid (Aminosäuren –25 bis
1 von SEQ ID NO: 2), eine extrazelluläre Domäne (Aminosäuren 1 bis 199), einen Transmembranbereich (Aminosäuren 200
bis 225) und eine cytoplasmatische Domäne (Aminosäuren 226 bis 308) auf. LERK-5
bindet an die zwei Zelloberflächenrezeptoren,
die als Elk und Hek bekannt sind, so wie in Beispiel 4 gezeigt ist.
Die Nukleotide 310 bis 646 von SEQ ID NO: 1 entsprechen der oben
beschriebenen 337 bp Sequenzmarkierung (GenBank® Zugriffsnummer
L13819), mit einer fehlenden Übereinstimmung.
Das Nukleotid 568 der LERK-5 DNA von SEQ ID NO: 1 ist ein A, während in
der Sequenzmarkierung ein G an dieser Position erscheint. Mögliche Erklärungen sind
unter anderem Allelen-Variation oder Klonierungsartefakte. Wenn
das A bei Position 568 von SEQ ID NO: 1 zu einem G verändert würde, dann
wäre die
Aminosäure
bei Position 165 Asp anstatt Asn.
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Ein
Zelllysat, das Klon-λ6-DNA
(die LERK-5-cDNA in λgt10)
enthält,
wurde bei der American Type Culture Collection, Rockville, MD, USA,
am 16. Juni 1994 hinterlegt und erhielt die Zugriffsnummer ATCC
75815. Die Hinterlegung erfolgte zu den Bedingungen des Budapester
Vertrags.
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BEISPIEL 2
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Herstellung von löslichem
Elk/Fc-Fusionsprotein
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Dieses
Beispiel beschreibt die Konstruktion eines Expressionsvektors, der
ein lösliches
Elk/Fc-Fusionsprotein codiert. Dieses Fusionsprotein wurde in dem
Bindungstest von Beispiel 4 verwendet, um zu bestimmen, ob LERK-5
imstande ist, Elk zu binden.
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Eine
DNA und eine codierte Aminosäuresequenz
für Ratten-Elk-cDNA
wird in Lhotak et al. (Mol. Cell. Biol. 11, 2496, 1991) vorgestellt,
das hiermit durch Bezugnahme aufgenommen wird. Das Ratten-Elk-Protein weist
eine 538 Aminosäure
extrazelluläre
Domäne,
eine 25 Aminosäure
Transmembrandomäne
und eine 419 Aminosäure
cytoplasmatische Domäne
auf.
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Ein
Ratten-Elk-cDNA-Fragment wurde an das 5'-Ende von cDNA fusioniert, welche den
Fc-Abschnitt eines humanen IgG1-Antikörpers codiert. Die Ratten-Elk-cDNA
wurde bei T. Pawson (Samuel Lunenfeld Research Institute, Mt. Sinai
Hospital, Toronto) beschafft. Eine Asp718 Restriktions-Endonuklease-Schnittstelle wurde
stromaufwärts
von der Elk codierenden Region eingeführt. Ein Asp 718-BglII-Fragment
von Ratten-Elk-cDNA (welche die gesamte extrazelluläre Domäne, den
Transmembranbereich und einen kleinen Abschnitt der cytoplasmatischen
Domäne
enthielt) wurde isoliert.
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DNA,
welche eine Einzelpolypeptidkette codiert, welche die Fc-Region
eines humanen IgG1-Antikörpers
aufweist, wurde in die SpeI-Stelle des pBLUESCRIPT SK®-Vektors kloniert,
der bei Stratagene Cloning Systems, La Jolla, Kalifornien, kommerziell
erhältlich
ist. Dieser Plasmidvektor ist in E. coli replizierbar und enthält ein Polylinker-Segment,
das 21 einzigartige Restriktionsstellen einschließt. Die
Nukleotidsequenz der klonierten DNA wird gemeinsam mit der Aminosäuresequenz
des dadurch codierten Fc-Polypeptids in der PCT-Anmeldung WO 93/10151 beschrieben, die
hiermit zur Bezugnahme aufgenommen wird. Eine einzigartige BglII-Stelle
wurde eingeführt
und umfasst die Codons für
Aminosäuren
drei und vier des Fc-Polypeptids. Das codierte Fc-Polypeptid erstreckt
sich von der N-terminalen Gelenksregion zum nativen C-Terminus,
d.h. ist eine Antikörper-Fc-Region
mit im Wesentlichen voller Länge.
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Das
oben beschriebene ASp718-BglII-Elk-cDNA-Fragment wurde in den pBLUESCRIPT
SK®-Vektor kloniert,
der die Fc-cDNA enthielt, so dass die Elk-cDNA stromaufwärts von
der Fc-cDNA positioniert ist. Einzelstrang-DNA, die aus der resultierenden
Genfusion gewonnen wurde, wurde durch das in Kunkel (Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 82: 488, 1985) und Kunkel et al. (Methods in Enzymol. 154:
367, 1987) beschriebene Verfahren mutagenisiert, um die gesamte
extrazelluläre
Domäne
von Elk vollkommen an die Fc-Sequenz zu fusionieren. Die mutagenisierte
DNA wurde sequenziert, um zu bestätigen, dass die richtigen Nukleotide
entfernt wurden (d.h. dass der Transmembranbereich und die partielle
DNA der cytoplasmatischen Domäne
gelöscht
wurden) und dass die Elk- und die Fc-Sequenz sich im selben Leserahmen
befanden.
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Das
Elk/Fc-Fusionsprotein wird vorzugsweise in Säuger-Wirtszellen synthetisiert,
wie CV1-EBNA oder COS-7-Zellen. Die Elk/Fc-Genfusion wurde ausgeschnitten
und in einen Säuger-Expressionsvektor
mit der Bezeichnung HAV-EO (Dower et al., J. Immunol. 142: 4314,
1989) eingefügt.
Säuger-Wirtszellen
wurden mit dem resultierenden rekombinanten Expressionsvektor transfiziert
und gezüchtet,
um eine transiente Expression des Fusionsproteins zu ermöglichen,
das in das Kulturmedium über
das Elk-Signalpeptid ausgeschieden wurde. Das Elk/Fc-Fusionsprotein
wurde durch Affinitätschromatographie
mit Hilfe einer Protein-A-Sepharosesäule gereinigt.
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BEISPIEL 3
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Zubereitung von löslichem
Hek/Fc-Fusionsprotein
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Dieses
Beispiel beschreibt die Konstruktion eines Expressionsvektors, der
ein lösliches
Hek/Fc-Fusionsprotein codiert. Dieses Fusionsprotein wurde in den
Bindungstests von Beispiel 4 verwendet, um zu bestimmen, ob LERK-5
imstande ist, Hek zu binden.
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Eine
DNA und codierte Aminosäuresequenz
für humane
Hek-cDNA wird in Wicks et al. (Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 89: 1611,
1992) gezeigt, das hiermit durch Bezugnahme aufgenommen wird. Dieses
Hek-Protein enthält
(von N- bis C-Terminus) eine extrazelluläre Domäne, eine Transmembrandomäne und eine
cytoplasmatische Domäne.
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Zwei
DNA-Fragmente, von denen eines ein N-terminales Fragment der extrazellulären Domäne von Hek
und das andere ein C-terminales Fragment der extrazellulären Domäne von Hek
codiert, wurden durch Polymerasekettenreaktionen (PCR) isoliert,
die unter Standardbedingungen unter Verwendung von Oligonukleotidprimern
basierend auf der Hek-Nukleotidsequenz
durchgeführt
wurden, die von Wicks et al., supra, publiziert wurde. Die Matrize
für die
PCR war cDNA, die aus mRNA hergestellt wurde, die aus einer humanen T-Zellleukämie-Zellinie
mit der Bezeichnung CCRF-HSB-2 (ATCC CCL-120.1) isoliert wurde.
Die PCR-Produkte, welche das 5'-Ende
der Hek-DNA enthielten, wurden mit SpeI und HindIII aufgeschlossen,
um ein DNA-Fragment zu isolieren, das sich von dem 5'-Ende der reifen
humanen Hek-Sequenz (d.h. ohne DNA, welche die Signalsequenz codiert)
zu einer HindIII- Stelle
erstreckt, die im Hek-Gen zu finden ist. Die PCR-Produkte, welche
das 3'-Ende der
extrazellulären
Domäne
der Hek-DNA enthielten, wurden mit HindIII und ClaI aufgeschlossen,
um ein Fragment zu isolieren, das sich von der internen HindIII-Stelle
zu einer ClaI-Stelle unmittelbar stromabwärts des 3'-Endes der Sequenz erstreckte, welche
die Hek extrazelluläre
Domäne
codierte. Die ClaI-Stelle wird unmittelbar stromabwärts von
der extrazellulären
Domäne
in eine Mehrfach-Klonierungsstelle (mcs) eingeführt.
-
DNA,
welche ein Mutein der Fc-Region eines humanen IgG1-Antikörpers codiert,
wurde isoliert. Diese Fc-Mutein-DNA und das dadurch codierte Polypeptid
werden in der US-Patentanmeldung mit der Seriennummer 08/097,827
und dem Titel „Novel
Cytokine Which is a Ligand for OX40", eingereicht am 23. Juli 1993, beschrieben,
wobei diese Anmeldung hiermit durch Bezugnahme aufgenommen wird.
Die Mutein-DNA wurde aus einer nativen Fc-Polypeptid-codierenden
DNA durch stellengerichtete Mutagenese gewonnen, welche im Wesentlichen
so durchgeführt
wurde wie von Deng und Nickoloff Anal. Biochem. 200: 81 (1992),
beschrieben. Die Aminosäuresequenz
des Fc-Muteinpolypeptids ist mit jener von dem nativen Fc-Polypeptid
identisch, das in der PCT-Anmeldung WO 93/10151 beschrieben wird,
außer,
dass die Aminosäure
10 von Leu in Ala, die Aminosäure
20 von Leu in Glu und die Aminosäure
22 von Gly in Ala geändert
wurde. Dieses Mutein-Fc weist reduzierte Affinität für Immunoglobulinrezeptoren
auf.
-
Ein
rekombinanter Vektor, der die Fc-Mutein-DNA enthielt, wurde mit
ClaI und NotI gespalten, welche den Vektor in einer Polylinkerregion
unmittelbar stromaufwärts
bzw. stromabwärts
von dem Fc-Mutein-DNA-Insert spalten. Das gewünschte Fc-Mutein-codierende
Fragment wurde isoliert.
-
Das
Mutein-Fc-Polypeptid erstreckt sich von der N-terminalen Gelenksregion
zum nativen C-Terminus, d, h. ist eine Antikörper-Fc-Region mit im Wesentlichen
voller Länge.
Fragmente von Fc-Regionen, z.B. jene, die an dem C-terminalen Ende
gestutzt sind, können
ebenfalls verwendet werden. Die Fragmente enthalten vorzugsweise
mehrere Cysteinreste (mindestens die Cysteinreste in der Hingeregion),
um die Bildung von Zwischenketten-Disulfidbindungen zwischen den Fc-Polypeptidabschnitten
von zwei getrennten Hek/Fc-Fusionsproteinen
zu ermöglichen,
wodurch Dimere gebildet werden.
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Ein
Säuger-Expressionsvektor
mit der Bezeichnung SMAG4 wurde mit SpeI und NotI gespalten. Der SMAG4-Vektor
enthält
eine Maus-Interleukin-7 signalpeptidcodierende Sequenz (beschrieben
in der US-Patentschrift 4,965,195), die in den Säuger-Hochexpressionsvektor pDC201 (beschrieben
in Sims et al., Science 241: 585, 1988 und in der PCT-Anmeldung
WO 89/03884) eingefügt
ist, welche auch imstande ist, in E. coli zu replizieren. SpeI spaltet
den Vektor unmittelbar stromabwärts
der IL-7 signalpeptidcodierenden Sequenz. NotI spaltet ungefähr 155 bp
stromabwärts
von der SpeI-Stelle in einer Mehrfach-Klonierungsstelle des Vektors. Das große SpeI/NotI-Fragment,
das die Vektorsequenzen und die IL-7 signalpeptidcodierende DNA
enthält, wurde
isoliert.
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Eine
Vierweg-Ligation wurde durchgeführt,
um die zwei Hek-codierenden DNA-Fragmente
und das oben beschriebene Fc-Mutein codierende DNA-Fragment in den
SpeI/NotI gespaltenen SMAG4-Expressionsvektor einzufügen. E.
coli-Zellen wurden mit der Ligationsmischung transfiziert, und der
gewünschte
rekombinante Vektor wurde daraus isoliert. Der isolierte Vektor
codiert ein Fusionsprotein, das (vom N- zum C-Terminus) das Maus-IL-7
Signalpeptid, die extrazelluläre
Domäne
von Hek, vier Aminosäuren,
die durch die eingeführte
mcs codiert werden, und das Fc-Mutein enthält.
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Der
Expressionsvektor wurde danach mit Plasmid pSV3.NEO in CV1/EBNA-Zellen co-transfiziert.
Die CV1/EBNA-Zelllinie (ATCC CRL 10478) wurde aus einer Affennieren-Zelllinie
gewonnen, wie in McMahan et al. (EMBO J. 10: 2821, 1991) beschrieben.
Der Vektor pSV3.NEO exprimiert das SV40 T-Antigen, das nicht durch
die Wirtszellen hergestellt wird. Der pSV3.NEO-Vektor ist ähnlich dem
pSV3 (Mulligan und Berg, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 78: 2072, 1981),
aber enthält
zusätzlich
ein Neomycinresistenzgen. Die transformierten Zellen wurden gezüchtet, um
eine transiente Expression des Fusionsproteins zu ermöglichen,
das in das Kulturmedium über
das Maus-IL-7-Signalpeptid ausgeschieden wird. Das Fusionsprotein
wurde auf einer Protein-A Sepharosesäuie gereinigt, eluiert und
verwendet, um Zellen auf ihre Fähigkeit,
das Hek/Fc-Protein zu binden, zu prüfen, so wie in den Beispielen
2 und 3 beschrieben.
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BEISPIEL 4: Bindungsstudie
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Die
Fähigkeit
von LERK-5, an die Rezeptoren, die als Elk und Hek bekannt sind,
zu binden, wurde im Rahmen des folgenden Tests untersucht. Das Verfahren
begann mit der Herstellung von Zellen, welche LERK-5 auf der Zelloberfläche exprimieren.
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LERK-5-DNA
wurde durch PCR verstärkt,
wobei die Klon-λ6-DNA,
die in Beispiel 1 beschrieben wird, als Matrize verwendet wurde.
Die in der PCR verwendeten Primer definierten die Termini der codierenden
Region der LERK-5-DNA und fügten
auch eine XhoI Restriktionsstelle am 5'-Ende und eine Not I Stelle am 3'-Ende der vergrößerten DNA
hinzu. Der 5'-Primer
fügte zusätzlich eine
Konsens-Kozak-Sequenz stromaufwärts vom
Startcodon hinzu.
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Die
Reaktionsprodukte wurden mit XhoI und NotI aufgeschlossen und in
einen Expressionsvektor eingefügt,
der mit SalI (das mit XhoI kompatibel ist) und NotI gespalten wurde.
Der Expressionsvektor war pDC410, wobei es sich dabei um einen Säuger-Expressionsvektor
handelt, der auch in E. coli repliziert. pDC410 ist ähnlich dem
pDC406 (McMahan et al., EMBO J: 10: 2821, 1991). Die pDC410 Mehrfach-Klonierungsstelle
(mcs) unterscheidet sich von jener von pDC406 insofern, als sie
zusätzliche
Restriktionsstellen und drei Stoppcodons (eines in jedem Leserahmen)
enthält.
Ein T7-Polymerasepromotor stromabwärts der mcs erleichtert das
Sequenzieren von DNA, die in die mcs eingefügt ist. Außerdem ist der EBV-Replikationsursprung
durch DNA ersetzt, welche das SV40 große T-Antigen (aus einem SV40-Promotor getrieben)
in pDC410 codiert.
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CV1-EBNA-1-Zellen
in 10 cm2 Schalen wurden mit dem rekombinanten
Expressionsvektor transfiziert, der LERK-5-DNA enthielt. Die CV-1/EBNA-1-Zelllinie
(ATCC CRL 10478) exprimiert konstitutiv EBV nukleares Antigen-1,
das aus dem CMV unmittelbaren-frühen Verstärker/Promotor
getrieben ist. CV1-EBNA-1 wurde aus der Afrikanischen Grünaffennieren-Zelllinie
CV-1 (ATCC CCL 70) gewonnen, wie von McMahan et al. (EMBO J. 10:
2821, 1991) beschrieben ist.
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Die
transfizierten Zellen wurden 24 Stunden lang gezüchtet und die Zellen in jeder
Schale danach in eine 24-Vertiefungen-Platte aufgeteilt. Nach weiteren
48 Stunden des Züchtens
wurde ein Bindungstest durch folgendes Verfahren durchgeführt. Die
transfizierten Zellen (ungefähr
4 × 104 Zellen/Vertiefung) wurden mit BM-NFDM gewaschen,
das ein Bindungsmedium ist (RPMI 1640, das 25 mg/ml Rinderserumalbumin,
2 mg/ml Natriumazid, 20 mM Hepes pH 7,2 enthält), zu dem 50 mg/ml fettfreie
Trockenmilch hinzugefügt
wurde. Die Zellen wurden danach eine Stunde lang bei Raumtemperatur
mit verschiedenen Konzentrationen des Elk/Fc-Fusionsproteins, das
in Beispiel 2 hergestellt wurde, oder dem in Beispiel 3 hergestellten
Hek/Fc-Fusionsprotein inkubiert. Danach wurden die Zellen gewaschen
und mit einer konstanten Sättigungskonzentration eines 125I-Maus-Anti-Human-IgG in Bindemedium inkubiert,
mit leichtem Rühren
bei Raumtemperatur über
einen Zeitraum von einer Stunde. Nach extensivem Waschen wurden
die Zellen über
Trypsinierung freigegeben.
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Das
Maus-Anti-Human-IgG, das oben verwendet wurde, ist gegen die Fc-Region
des humanen IgG gerichtet und wurde bei Jackson Immunoresearch Laboratories,
Inc., West Grove, PA beschafft. Der Antikörper wurde mit Hilfe des standardmäßigen Chloramin-T- Verfahrens radiojodiert.
Der Antikörper
bindet an den Fc-Abschnitt eines beliebigen Elk/Fc- oder Hek/Fc-Fusionsproteins,
das an die Zellen gebunden hat. In allen Tests wurde nicht-spezifische Bindung
des 125I-Antikörpers in Abwesenheit von Elk/Fc
(oder Hek/Fc) sowie in der Gegenwart von Elk/Fc (oder Hek/Fc) und
eines 200-fachen molaren Überschusses
nicht markierten Maus-Anti-Human-IgG-Antikörpers geprüft.
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Der
zellgebundene 125I-Antikörper wurde auf einem Packard-Autogamma-Zähler quantifiziert.
Die Affinitätsberechnungen
(Scatchard, Ann. N. Y. Acad. Sci. 51: 660, 1949) wurden mit Hilfe
eines Delta-Graph-Programms erzeugt.
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In
dem Test bezüglich
des Bindens von Elk/Fc wiesen die Zellen, die rekombinantes LERK-5
exprimieren, eine einzelne Affinitätsbindungsklasse auf, mit ungefähr 103.317
Bindungsstellen pro Zelle. Die Affinitätskonstante (Ka)
war 1,05 × 109 M–1. Als die Ergebnisse
von vier Bindungstests gemittelt wurden, betrug die Ka von
Elk/Fc-Bindung 1,2 ± 0,3 × 109 M–1.
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Es
wurde festgestellt, dass die Zellen, die rekombinantes LERK-5 exprimierten,
auch Hek/Fc binden. Die Ka der Hek/Fc-Bindung
lag bei 4,3 ± 3,3 × 109 M–1 (Mittelwert aus vier
Experimenten).
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BEISPIEL 5: Northern-Blot-Analysen
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Um
die Expression von LERK-5 in verschiedenen Geweben zu untersuchen,
wurden Northern Blots, die mRNA von einer Reihe von menschlichen
Geweben (sowohl von Föten
als auch Erwachsenen) enthielten, mit einer LERK-5-Ribosonde untersucht.
Die Ribosonde wurde wie folgt aus dem 337 bp-DNA-Fragment gewonnen,
das in Beispiel 1 isoliert wurde.
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Oligonukleotide,
welche die Termini des 337-bp-DNA-Fragments definieren, wurden als
Primer in einer Polymerasekettenreaktion (PCR) verwendet. Der 3'-Primer enthielt
zusätzlich
den T3-RNA-Polymerasepromotor. Die PCR wurde unter Anwendung herkömmlicher
Techniken durchgeführt,
wobei die 337-bp-DNA als Matrize verwendet wurde. Die resultierende
amplifizierte DNA enthielt somit den T3-RNA-Polymerasepromotor am
3'-Ende. Eine Ribosonde
wurde mit Hilfe von Standardtechniken unter Verwendung der T3-RNA-Polymerase
hergestellt, wobei die amplifizierte DNA als Matrize diente.
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Die
Blots wurden mit der Ribosonde bei 63°C hybridisiert, danach gewaschen,
zuerst eine Stunde lang bei 68°C
mit 1 × SSC/0,1%
SDS, danach mit 0,1 × SSC/0,1%SDS
30 Minuten lang bei 68°C.
Der Blot wurde 11 Tage lang zwischen zwei Verstärkungsfolien einem Röntgenfilm
bei –70° ausgesetzt.
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In
dem Blot, der die RNA enthielt, die aus den fötalen Geweben gewonnen wurde,
wurde eine Haupt-mRNA-Bande von ungefähr 5,0 kb im Herzen, Hirn,
der Lunge und der Niere, nicht jedoch in der Leber, sichtbar gemacht.
In Blots, welche die RNA aus den Erwachsenengeweben enthielten,
wurde eine 5 kb Bande in Lunge und Niere entdeckt, obgleich die
Expressionswerte niedriger erschienen als in den fötalen Geweben. In
Herz, Hirn, Plazenta, Leber, Skelettmuskel, Bauchspeicheldrüse, Milz,
Thymus, Prostata, Hoden, Eierstock, Dünndarm, Colon und peripheren
Blutlymphozyten von Erwachsenen war keine hybridisierende mRNA-Bande oder
nur eine sehr schwache mRNA-Bande feststellbar.
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BEISPIEL 6: Monoklonale
Antikörper
gegen LERK-5
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Dieses
Beispiel zeigt die Herstellung von monoklonalen Antikörpern gegen
LERK-5. LERK-5 wird in Säuger-Wirtszellen,
wie COS-7 oder CV-1/EBNA-1-Zellen, exprimiert, und unter Verwendung
von Elk/Fc-Affinitätschromatographie
gereinigt. Gereinigtes LERK-5 (oder ein Fragment davon, wie z.B.
die extrazelluläre
Domäne)
kann verwendet werden, um monoklonale Antikörper gegen LERK-5 unter Verwendung
herkömmlicher Techniken,
zum Beispiel jener Techniken zu erzeugen, die in der US-Patentschrift
4,411,993 beschrieben werden. Kurz gesagt, Mäuse werden mit LERK-5 als Immunogen,
das in vollständigem
Freund'schem Adjuvans emulgiert
ist, immunisiert und in Mengen von 10–100 μg subkutan oder intraperitoneal
injiziert. Zehn bis zwölf Tage
später
werden die immunisierten Tiere mit zusätzlichem LERK-5, das in unvollständigem Freund'schem Adjuvans emulgiert
ist, erneut geimpft. Die Mäuse
werden daraufhin periodisch nach einem wöchentlichen oder zweiwöchentlichen
Immunisierungsplan nachgeimpft. Serumproben werden periodisch durch
retro-orbitales Bluten oder Schwanzspitzenschneiden zur Überprüfung mittels
Dot-Blot-Test oder ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) auf
LERK-5 Antikörper
untersucht.
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Nach
dem Entdecken eines geeigneten Antikörper-Titers erhalten positive
Tiere eine letzte intravenöse
Injektion von LERK-5 in Salzlösung.
Drei bis vier Tage später
werden die Tiere getötet,
Milzzellen geerntet, wobei die Milzzellen an eine Maus-Myeloma-Zelllinie
fusioniert werden, z.B. NS1 oder vorzugsweise P3x63Ag8.653 (ATCC
CRL 1580). Die Fusionen erzeugen Hybridomazellen, die in Mehrfach-Microtiterplatten in
einem HAT (Hypoxanthin, Aminopterin und Thymidin) selektiven Medium
plattiert werden, um die Proliferation von nicht-fusionierten Zellen,
Myelomahybriden und Milzzellhybriden zu hemmen.
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Die
Hybridomazellen werden mit Hilfe von ELISA auf Reaktivität gegen
gereinigtes LERK-5 durch Anpassungen der in Engvall et al., Immunochem.
8: 871, 1971 und in der US-Patentschrift 4,703,004 offenbarten Techniken
untersucht. Eine bevorzugte Untersuchungstechnik ist die Antikörper-Fangtechnik,
die in Beckmann et al., (J. Immunol. 144: 4212, 1990) beschrieben
wird. Positive Hybridomazellen können
intraperitoneal in gen-identische
BALB/c-Mäuse
injiziert werden, um Asciten zu erzeugen, die hohe Konzentrationen
an Anti-LERK-5 monoklonalen Antikörpern enthalten. Alternativ
dazu können
Hybridomazellen in vitro in Glaskolben oder Rollflaschen durch verschiedene
Techniken gezüchtet
werden. Monoklonale Antikörper,
die in Maus-Asciten produziert werden, können durch Ammoniumsulfatfällung, gefolgt
von einer Gel-Ausschlusschromatographie, gereinigt werden. Alternativ
dazu kann auch eine Affinitätschromatographie
auf der Basis des Bindens von Antikörper gegenüber Protein A oder Protein
G verwendet werden, ebenso wie eine Affinitätschromatographie auf der Basis
des Bindens an LERK-5.
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BEISPIEL 7: Rezeptorphosphorylierung
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Im
folgenden Experiment zeigte Lerk-5 die Fähigkeit, Phosphorylierung von
Elk zu induzieren. Ein lösliches
Lerk-5/Fc-Protein wurde durch Fusionieren von DNA, die Aminosäuren –25 bis
198 des Lerk-5 von SEQ ID NO: 2 codiert, an eine DNA, welche das
oben beschriebene humane IgG1-Fc-Polypeptid codiert, im Vektor pDC303
hergestellt. Der Säuger-Expressionsvektor
pDC303, auch als SF CAV bekannt, wird in der PCT-Anmeldung WO 93/19777
beschrieben. Das lösliche
Lerk-5/Fc-Protein wurde durch Verfahren exprimiert und gereinigt,
die zu den in Fanslow et al. (J. Immunol. 149: 655, 1992) beschriebenen
Verfahren analog sind.
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Ratten-Elk-cDNA
wurde in den Säuger-Expressionsvektor
pDC303 eingefügt
und in CV1/EBNA-Zellen transfiziert. Die Zellen wurden nach 24 Stunden
von einer 10-cm-Platte
auf eine Sechs-Vertiefungen-Platte aufgeteilt. Nach zwei weiteren
Tagen wurden die Zellen für
Methionin und Cystein ausgehungert und danach 3 Stunden lang mit
einer 1:1-Mischung
von [35S]-Methionin und [35S]Cystein
(Amersham) bei einer Gesamtkonzentration von 100 μCi ml–1 radioaktiv
markiert.
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Es
wurden Stimulierungen ausgeführt,
indem lösliches
LERK-5/Fc oder lösliches
Elk-L/Fc (beschrieben in WO 94/11384) bei 1 μg ml–1 10
Minuten lang bei 37°C
beigemengt wurde. Danach wurden die Zellen schnell zwei Mal mit
kaltem PBS + 1 mM Orthovanadat gewaschen und im Lysispuffer lysiert
(25 mM Tris HCl, pH 7,5, 150 mM NaCl, 1 mM EDTA, 50 mM Na Fluorid,
1% NP-40, 1 mM DTT, 1 mM Orthovanadat, plus Protease-Inhibitoren).
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Zelllysate
wurden mit einem Kaninchen-Anti-Elk-Antikörper unter Verwendung von Protein-G-Sepharose
immunogefällt.
Der Anti-Elk-Antikörper
wurde durch Immunisierung von Kaninchen mit einem humanen Elk-Fc-Fusionsprotein
erzeugt. Nach dreimaligem Waschen mit RIPA-Puffer (50 mM HEPES,
pH 8,0, 150 mM NaCl, 0,5% Natriumdeoxycholat, 0,5% Nonidet P-40
und 0,1% SDS) und 1 × PBS
wurden Proben in den reduzierenden Puffer gegeben und durch SDS-PAGE
analysiert. Danach wurden die Proteine zu Nitrozellulose transferiert
und [35S]-markierte Proteine auf einem PhophorImager
(Molecular Dynamics) entdeckt. Die Membran wurde dann immunogeblottet
mit Anti-Phosphotyrosin 4G10 (Upstate Biotech Inc., Lake Placid,
NY) gefolgt von Biotin-Ziegen-Antimaus (Kirkegaard und Perry Research
Laboratories, Inc., Gaithersburg, MD), Strapavidinperoxidase (Kirkegaard
und Perry) und dann unter Verwendung von ECL-Entwicklungsreagenzien (Amersham)
entwickelt. Die Western-Analyse
von Elk-Immunopräzipitaten
mit dem Anti-Phosphotyrosin-Antikörper zeigte, dass LERK-5/Fc
Elk-Phosphorylierung stimulierte, so wie dies Elk-L/Fc tat. Liganden-abhängige phosphorylierte
Proteine wurden nicht in CV1/EBNA-Zellen entdeckt, die mit Medien
alleine behandelt oder mit einem Kontrollplasmid transfiziert wurden.
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