-
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Extrakten von filamenteusen,
nicht photosynthetischen und nicht fruktifizierenden Bakterien als kosmetische Mittel gegen
die Hautalterung.
-
Man weiß, dass die Hautalterung, die entweder durch das Alter oder aufgrund anderer
Faktoren wie den Umweltfaktoren beruht, sich insbesondere in einer Verschlechterung der
mechanischen Eigenschaften der Haut zeigt und spezieller in einem Verlust der Elastizität
und des Tonus mit dem Erscheinen von Falten. Man bringt dieses Phänomen insbesondere
mit einer Änderung der Gewebeelastizität und spezieller mit einer Verringerung der Zahl und
des Durchmessers von elastischen Fasern in Verbindung.
-
Die Hautalterung ist gleichermaßen von einer Verminderung der Hautbestandteile
begleitet mit der Konsequenz einer verstärkten Zerbrechlichkeit der Haut. Von dem
Seltenerwerden der Fibroblasten wie auch der Änderung von deren Aktivität wird angenommen,
dass sie eine sehr wesentliche Rolle bei den Hautalterungsprozessen spielen.
-
Man weiß gleichermaßen, dass der Gasaustausch über die Hautoberfläche abläuft, mit
Elimination des Kohlendioxids und Absorption von Sauerstoff. Dieses Phänomen, das als
Hautatmung bezeichnet wird, nimmt mit dem Alter ab, und diese Verringerung wird als ein
Ergebnis der Verringerung epidermaler Aktivität betrachtet.
-
Das Dokument GB-A-2 034 687 beschreibt die Erzeugung einer Substanz mit
bakteriostatischer Aktivität in der Biomasse und/oder im Kulturmilieu einer
Mikroorganismenkultur vom Typ Beggiatoa. Diese bakteriostatische Substanz kann für Hautmassagen oder als
Bestandteil für kosmetische Produkte verwendet werden.
-
Das Dokument FR-A-2 283 223 beschreibt die Verwendung der Biomasse, die durch
Kultur von Schwefelbakterien aus der Familie der Beggiatoaceen erhalten wird, oder von
Extrakten dieser Biomasse in Zubereitungen für die topischen Anwendungen wie Pomaden,
Cremes oder Schminkmilch, Abschminkmilch oder Haarlotionen. Diese Biomassen oder
Extrakte weisen insbesondere einen lokalen antientzündlichen und narbenbildenden Effekt auf,
wie auch eine auf die Hauthydratation günstige Wirkung.
-
Man hat nun entdeckt, dass die Extrakte von filamenteusen, nicht photosynthetischen
und nicht fruktifizierenden Bakterien in der Lage sind, die Hautalterung zu verringern
und/oder zu verzögern, wenn sie auf die Haut aufgetragen werden.
-
Diese Extrakte weisen gleicheimaßen einen stimulierenden Effekt auf die
Melanozyten auf und sind geeignet, wenn sie auf die Kopfhaut aufgetragen werden, das Ausbleichen
der Haare, das als eine Folge der Hautalterung betrachtet werden kann, zu verringern
und/oder zu verzögern.
-
In der vorliegenden Anmeldung umfasst der Ausdruck "Bakterienextrakt" auch
Extrakte, die, richtig gesagt, Biomasse darstellen, erhalten nach Kultur der Bakterien. Falls
gewünscht, können diese Biomassen mindestens teilweise dehydriert und/oder zerkleinert
werden. Selbstverständlich erstreckt sich die Erfindung auf die Verwendung von Extrakten, die
die gesamte Fraktion der Biomasse enthalten, welche dieselben Eigenschaften gegen die
Hautalterung aufweisen, wie die gesamte Biomasse. Die gemäß der Erfindung verwendeten
Extrakte umfassen gleichermaßen die Derivate, die ausgehend von der Biomasse erhalten
werden, beispielsweise Acylierungsderivate.
-
Die erfindungsgemäßen Bakterienextrakte sind Extrakte von Bakterien, ausgewählt
unter den filamenteusen, nicht photosynthetischen und nicht fruktifizierenden Bakterien, wie
sie in der Klassifikation aus Bergey's Manual of Systematic Bacteriology, Bd. 3, Abschnitt
23, 9. Auflage, 1989, definiert sind.
-
Unter diesen Bakterien sind ganz speziell die Bakterien aus der Ordnung der
Beggiatoales und insbesondere die Bakterien aus der Gattung Beggiatoa zu nennen, wie
beispielsweise verschiedene Stämme von Beggiatoa alba, folgend der in Arch. Microbiol. (1984)
137, 139-144, gegebenen Definition. Es ist angemessen anzumerken, dass diese Definition
von B. alba den alten Zeichnungen Beggiatoa arachnoidea, B. gigantea, B. leptomiformis, B.
minima, B. mirabilis aus Bergey's Manual, 8. Auflage entspricht.
-
Insbesondere sind unter anderem zu nennen die Bakterien der Gattung Vitreoscilla
(von denen man weiß, dass sie der Gattung Beggiatoa nahe sind und schwierig von dieser zu
unterscheiden sind) wie auch die Bakterien der Gattungen Flexithrix und Leucothrix.
-
Diese Bakterien, die definiert worden sind, und von denen viele beschrieben worden
sind, haben im Allgemeinen ein aquatisches Habitat und können insbesondere in Meerwasser
oder in Thermalquellwasser gedeihen.
-
Unter diesen geeigneten Bakterien sind beispielsweise zu nennen:
-
- Vitreoscilla beggiatoides (ATCC 43181),
-
- Beggiatoa alba (ATCC 33555),
-
- Flexithrix dorotheae (ATCC 23163),
-
- Leucothrix mucor (ATCC 25107).
-
Zum Herstellen des Bakterienextraktes der Erfindung ist es möglich, diese Bakterien
gemäß bekannter Verfahren zu kultivieren, anschließend die erhaltene Biomasse abzutrennen.
Ein bevorzugtes Kulturverfahren ist wie in dem Patent FR-2 693 654 beschrieben.
-
Nach Kultur der Bakterien kann man die Biomasse über verschiedene bekannte
Methoden abtrennen und isolieren, beispielsweise durch Filtration, durch Trocknen auf einem
Zylinder mit Abstreifer oder Zentrifugation und/oder Lyophilisation. Eine vorhergehende
Aufkonzentration beispielsweise bei 80ºC unter verringertem Druck kann diese Trennung
erleichtern.
-
Man kann diese Bakterienextrakte in Form von Derivaten, beispielsweise mindestens
teilweise acylierten Derivaten verwenden. Man kann die Acylierung mit Hilfe eines
Carbonsäureanhydrids oder mit einem entsprechenden Säurechlorid bewirken. Man kann
beispielsweise das Essigsäureanhydrid oder Acetylchlorid verwenden. Man bewirkt die
Acylierungsreaktion auf eine Weise, dass mindestens ein Teil der primären und sekundären
Amingruppen, die in der bakteriellen Biomasse vorhanden sind, acetyliert werden. Die Anteile an
Acetylierungsmittel und die Bedingungen der Acylierungsreaktion lassen sich leicht durch
Dosierung nach klassischen Verfahren (beispielsweise Potentiometrie) der primären und
sekundären Aminogruppen vor und nach der Acylierungsreaktion bestimmen.
-
In den erfindungsgemäß verwendeten Zubereitungen werden die bakteriellen Extrakte
im Allgemeinen in einer Menge von 0,01 bis 2% und insbesondere 0,01 bis 1 Gew.-%
Bakterientrockenextrakt verwendet, bezogen auf das Gewicht der Zubereitung.
-
Diese Zubereitungen enthalten den Bakterienextrakt in Form von Dispersionen in
einem geeigneten Träger wie beispielsweise Wasser, organischen Lösungsmitteln,
Fettkörpern, eingeschlossene Öle, und deren Mischungen, insbesondere Emulsionen.
-
Sie können insbesondere in Form von hydroalkoholischen oder oleoalkoholischen
Lotionen, von Gelen, von Emulsionen mit flüssiger Konsistenz, Cremes, festen Sticks oder
vesikulären Dispersionen vorliegen. Diese Zubereitungen können gemäß üblicher Verfahren
hergestellt werden. Sie enthalten diejenigen Bestandteile und Träger, die es ihnen gestatten,
insbesondere in einer der Formen vorzuliegen, die beschrieben worden sind. Sie können
darüber hinaus andere aktive Bestandteile enthalten; wie beispielsweise UV absorbierende
Substanzen, Hydratisierungsmittel, Mittel gegen freie Radikale, Weichmacher bzw.
Verdickungsmittel und Sequestriermittel. Sie können gleichermaßen übliche Bestandteile
enthalten, wie Konservierungsmittel und Parfüme.
-
Zur Herstellung der Zubereitungen in Form der vesikulären Dispersionen mit Hilfe
von amphiphilen ionischen oder nicht ionischen Lipiden kann man gemäß bekannter
Verfahren vorgehen, beispielsweise indem man die Lipide in einer wässrigen Lösung zur Bildung
von dispergierten Kügelchen in dem wässrigen Milieu aufgehen lässt, wie in dem Artikel von
Bangham et al., J. Mol. Biol. 13, 2: 38 (1965) oder in den Patenten FR-2 315 991 und 2 416
008 beschrieben. Andere Verfahren zur Herstellung dieser vesikulären Dispersionen sind in
dem Überblick beschrieben, betitelt "Les liposomes en biologie cellulaire et pharmacologie"
Ed.INSER I/John Libbery Eurotext, 1987, Seiten 6 bis 18.
-
Die Erfindung betrifft gleichermaßen ein Verfahren zur kosmetischen Behandlung zur
Bekämpfung der Hautalterung, dadurch gekennzeichnet, dass man auf die Haut oder die
Kopfhaut einen Bakterienextrakt aufträgt, wie er oben definiert ist, insbesondere in Form
einer wie zuvor definierten Zubereitung.
-
Die Zubereitungen werden auf die Haut und/oder die Kopfhaut gemäß üblicher
Verfahren aufgetragen.
-
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung ohne diese einzuschränken.
BEISPIEL 1: Selektion/Adaption und Kultur eines filamenteusen, nicht photosynthetischen
und nicht fruktifizierenden Bakteriums
-
Man arbeitet wie in Beispiel 1 der FR-2 693 654 beschrieben.
-
Die Biomasse wird durch Zentrifugation gesammelt.
-
Man arbeitet in einer industriellen Zentrifuge, die auf 20ºC gekühlt ist und eine
Beschleunigung oberhalb von 5000 · g aufbringen kann.
-
Die so erhaltene Biomasse kann durch Erwärmen (beispielsweise in einem
Autoklaven bei 121ºC für 20 Minuten), durch Trocknung, durch Lyophilisation oder Einfrieren
stabilisiert werden.
BEISPIEL 2: Herstellung eines acetylierten Derivats
-
Zu 100 g der trockenen Bakterienbiomasse gibt man 155 ml einer 32%igen Lösung
von Natriumhydroxid hinzu.
-
Man rührt die erhaltene Mischung bei 4ºC für 2 Stunden. Man gibt danach 117 ml
Essigsäureanhydrid hinzu.
-
Dann bewirkt man eine Lyophilisation.
-
Durch Titrieren der primären und sekundären Amine vor und nach der Acetylierung
mittels Potentiometrie mit Perchlorsäure stellt man fest, dass etwa 60% der primären und
sekundären Amingruppen des Ausgangsprodukts acetyliert sind.
-
Auf analoge Weise werden acetylierte Bakterienextrakte ausgehend von der
bakteriellen Biomasse hergestellt, die aus den Kulturen von Beggiatoa alba (ATCC 33555)
hervorgeht.
BEISPIEL 3: Creme
-
Diese Creme entspricht der folgenden Zusammensetzung:
-
- Lyophilisat, erhalten in Beispiel 1 0,05%
-
- Carbomer 940* 0,30%
-
- Triethanolamin 0,30%
-
- Stearinsäure 3,00%
-
- Cetylalkohol 2,00%
-
- Autoemulgierbares Glycerolmonostearat 3,00%
-
- Sojaöl 10,00%
-
- Lanolinalkohol 2,00%
-
- Isopropylmyristät 4,00%
-
- Cetyl- und Stearyl-2-Ethylhexanoat 4,00%
-
- Perhydrosqualen 3,00%
-
- Paraffin 2,00%
-
- Glycerol 3,00%
-
- Konservierungsmittel 0,30%
-
- Wasser ad. 100,00%
-
* Carbomer 940: Handelsmarke, bezeichnend eine vernetzte Polyacrylsäure.
-
Zur Herstellung dieser Creme erwärmt man die wässrige Phase, enthaltend das
Glycerol, die Konservierungsmittel und das Wasser, auf 80ºC; man dispergiert das Carbomer 940,
das anschließend durch das Triethanolamin neutralisiert wird. Die Fettphase, erwärmt und
homogenisiert bei 80ºC, wird unter heftigem Rühren in die wässrige Phase eingeführt. Das
Lyophilisat aus Beispiel 1 wird in 10 g Wasser dispergiert und bei 40ºC in die Creme unter
Rühren eingebracht. Die Mischung wird bis auf Raumtemperatur gekühlt.
-
Diese Creme wird auf die Haut von Gesicht und Hals ein- bis zweimal pro Tag aufgetragen.
Dieses gestattet, insbesondere nach Anwendung für eine ausreichende Zeit, einen
jungen Anblick der Haut zu erhalten.
BEISPIEL 4: Milch für die Haut
-
Diese Milch hat die folgende Zusammensetzung:
-
- Acetyliertes, lyophilisiertes. Derivat aus Beispiel 2 0,1%
-
- Autoemulgierbares Glycerolmonostearat 3,0%
-
- Vaseline 1,5%
-
- Vaselinöl 2,5%
-
- Reiskleieöl 1,5%
-
- Flüchtiges Siliconöl 5,0%
-
- Karitebutter 3,0%
-
- Carbomer 940 0,2%
-
- Triethanolamin 0,2%
-
- Xanthangummi 0,1%
-
- Glycerol 3,0%
-
- Parfüm 0,1%
-
- Konservierungsmittel 0,3%
-
- Wasser ad. 100,0%
-
Diese Creme wird auf analoge Weise zu der in Beispiel 3 beschriebenen hergestellt.
-
Aufgetragen auf die Gesichtshaut vermindert diese Milch die Wirkung der
beschleunigten Hautalterung, die insbesondere bei der Sonne exponierten Personen auftritt.
BEISPIEL 5: Auf die Kopfhaut aufzutragende Zubereitung
-
Diese Zubereitungen sind dazu bestimmt, das Auftreten weißer Haare zu verzögern.
a) Gel
-
Dieses Gel hat die folgende Zubereitung:
-
- Gefrorene Suspension aus Beispiel 1,5% an aktivem Material 1,0%
-
- Carbomer 940 0,5%
-
- Triethanolamin 0,5%
-
- Propylenglycol 3,0%
-
- Konservierungsmittel 0,3%
-
- Ethanol 28,0%
-
- Wasser ad. 100,0%
-
Eine Anwendung pro Tag wird angeraten.
b) Hydroalkoholische Lösung
-
Diese Suspension enthält 0,5% des in Beispiel 2 erhaltenen acetylierten,
lyophilisierten Derivats in einer Mischung aus Ethanol/Wasser mit 35 Gew.-% Ethanol.
BEISPIEL 6: Creme
-
Eine Emulsion mit der folgenden Zusammensetzung wird gemäß der Vorgehensweise
von Beispiel 3 hergestellt:
Test auf Hauttoleranz
-
Man geht gemäß dem Test von Marzulli und Maibach vor: Wiederholte Anwendung
eines Produkts oder einer sensibilisierenden Substanz unter abschließendem Verband (zum
Erleichtern der Penetration) für eine Periode von 3 Wochen, was es gestattet, wenn das
Produkt sensibilisierend ist, die Bildung von spezifischen Antikörpern zu induzieren.
-
Nach einer Pause von 2 Wochen wird das Produkt wiederum aufgetragen (auslösende
Exposition).
-
Wenn eine Sensibilisierung aufgetreten ist, zeigt sich eine allergische Reaktion.
Protokoll
-
Der Test wird mit Hilfe einer wie oben hergestellten Creme an 50 Probanden auf
folgende Weise ausgeführt:
Material
-
Das Produkt wird unter okklusivem Verband der Marke Leukotest aufgetragen, indem
die das zu testende Produkt aufnehmende Baumwollkompresse von der hypoallergenen
Masse des Adhäsivs über einem Synthesefaserbogen isoliert ist und durch einen
Zellophanring eingegrenzt ist, was es gestattet, die Reaktion der Haut strikt auf die getestete Oberfläche
einzugrenzen.
Produktauftrag
-
Die Pflaster werden auf die saubere Haut ohne vorherige Behandlung aufgetragen.
-
Die Anwendungen werden auf derselben Stelle auf der linken Schulter der Probanden
für die gesamte Phase der Induktion wiederholt; dieselbe Oberfläche der Haut erhält
theoretisch auf diese Weise dreimal pro Woche jeden zweiten Tag für drei aufeinander folgende
Wochen 0,1 ml Produkt, das unter dem abschließenden Verband für 48 Stunden gehalten
wird; der Auftrag wird bis zu einem auslösenden Exponieren suspendiert, wenn ein Zeichen
der Intoleranz festgestellt wird.
-
Nach zwei Wochen Pause fährt man mit einer erneuten Anwendung des Produkts zum
einen auf derselben Stelle, die zur Induktion diente (linke Schulter) und zum anderen auf
einer neuen Stelle fort, definiert auf der rechten Schulter des Probanden; diese okklusiven
Pflaster werden für 24 Stunden an Ort und Stelle gehalten.
Untersuchungen
-
Im Verlauf der Induktionsphase:
-
Vor jeder Anwendung nimmt man eine Bewertung des Hautzustands vor. Diese
Untersuchung wird unmittelbar nach Anhebung des Pflasters erneuert.
-
Im Falle einer eventuellen entzündlichen Reaktion sollten die Anwendungen des
Produkts für das betrachtete Individuum suspendiert werden, bis zu einer erneuten Exposition.
Nach der auslösenden Phase:
-
Die Ablesungen erfolgen unmittelbar, nach 24 und nach 48 Stunden nach Anhebung
des Pflasters.
-
Diese Untersuchungen gestatten es gegebenenfalls zu beobachten:
-
- im Verlauf der neun ersten Anwendungen auf derselben Stelle der Haut Zeichen der
Intoleranz durch Akkumulation des Produktes;
-
- nach der auslösenden Anwendung Manifestationen, die einen allergischen Prozess
anzeigen.
Bewertungsskala
-
Der Kliniker ist gehalten, die Bedeutung der Hautreaktion nach den folgenden Skalen
einzuteilen:
-
Erythem:
-
0 - kein Erythem
-
1 - diskretes Erythem
-
2 - echtes Erythem
-
3 - echtes Erythem mit Ödem
-
Pruritus:
-
0 - kein Pruritus
-
1 - leichter Pruritus
-
2 - deutlicher Pruritus
-
Ekzemähnliche Lesionen:
-
0 - Fehlen von Vesikeln
-
1 - Anwesenheit von Vesikeln
-
Er beachtet gleichzeitig eventuelle Anmerkungen der Probanden.
Darstellung der Ergebnisse
-
Die Reaktionen auf das Produkt werden bewertet nach:
-
- einem allgemeinen Kriterium, das sich zusammensetzt aus der Prozentzahl der
Individuen, die diese Hautreaktionen zeigen, welche von diesem Typ sind;
-
- einem spezifischeren Kriterium, das hervorgeht aus dem Typ der beobachteten
Reaktionen und von deren Schwere.
-
Ausgehend von diesen Elementen definiert man:
-
- die Gewichtigkeit des irritierenden Vermögens, das durch das Auftreten
gegebenenfalls von Ödemen oder einem Pruritus begleiteten Erythemen gekennzeichnet ist;
-
- die Bedeutung des sensibilisierenden Vermögens, das sich über die erythemen
Reaktionen ausdrückt, begleitet im Allgemeinen von Pruritus, Ödemen und/oder
Ekzemen, beobachtet insbesondere im Verlauf der auslösenden Phase.
Chronologie des Tests
-
Die Chronologie der Applikationen ist folgende:
-
T0 - Erster Auftrag des Pflasters für 48 Stunden
-
T2 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 2. Pflasters
-
T4 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 3. Pflasters
-
T7 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 4. Pflasters
-
T9 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 5. Pflasters
-
T11 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 6. Pflasters
-
T14 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 7. Pflasters
-
T16 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 8. Pflasters
-
T18 - Ablesung des Resultats und Auftrag des 9. Pflasters
-
T21 - Ablesung des Resultats
-
T35 - Erneuter Auftrag des Produkts, gehalten unter einem Pflaster für 24 Stunden
-
T36 - Ablesung des Resultats 1/2 Stunde nach Abnahme des Pflasters
-
T37 - Ablesung des Resultats 24 Stunden nach Abnahme des Pflasters
-
T38 - Ablesung des Resultats 48 Stunden nach Abnahme des Pflasters.
Ergebnis
Induktionsphase
-
An 50 Probanden wurde keine Hautreaktion beobachtet.
Auslösende Exposition
-
An 50 Probanden wurden keine Hautreaktionen beobachtet.
-
Diese Ergebnisse sind insbesondere bemerkenswert, da sie in Anwesenheit in der
getesteten Creme von Konservierungsmitteln und Parfüm erhalten werden, deren Risiko für die
Potentialisierung der Wirkungen sensibilisierender Substanzen wohlbekannt sind.
BEISPIEL 7: Untersuchung der Hautatmung über die Methode des Gasaustausches
-
Das Testprinzip besteht aus der Messung des Fluxes von Sauerstoff und Kohlendioxid
über die Barriere der Epidermis in einer gegebenen Zeitspanne an ruhenden Individuen.
-
Hierfür stellt man durch Abguss eine Zelle aus Siliconharz mit zylindrischer Form
und kreisförmigen Querschnitt her. Die Zelle wird mit ihrem offenen Ende auf die Haut des
Vorderarms aufgebracht und mit Hilfe eines elastischen Riemens gehalten.
-
Das zu testende Produkt (bestehend aus dem Lyophilisat aus Beispiel 1 in 0,05%)
wird in einer Menge von 2 mg/cm³ aufgetragen.
-
Das in der Zelle enthaltene Luftvolumen, die so an Ort und Stelle gehalten wird,
beträgt etwa 8,8 cm³ und die Oberfläche der Haut in Kontakt mit der so umschlossenen Luft
beträgt etwa 12,6 cm².
-
Zum Zeitpunkt Null werden zwei Zellen gleichzeitig auf der zu untersuchenden Partie
fixiert, von denen eine eine Hautoberfläche als Kontrolle, die andere eine behandelte
Hautoberfläche bedeckt.
-
Eine Probe von 0,2 ml Luft wird alle 10 Minuten aus der Zelle mit Hilfe einer
Gasspritze entnommen. Die Deformierbarkeit der Zelle gestattet das Einhalten eines konstanten
Drucks im Inneren derselben trotz dem entnommenen Luftvolumen.
-
Die entnommene Luft wird mittels Gasphasenchromatographie analysiert.
-
Der Test wird an 16 Personen mit Alter zwischen 20 und 54 Jahren
(Durchschnittsalter 38 Jahre) durchgeführt.
-
Man beobachtet für die behandelten Hautzonen, bezogen auf die nicht behandelten
Kontrollzonen, eine mittlere Förderung von 27% des Kohlendioxidfluxes und eine
Förderung von 21% des Sauerstofffluxes über die Haut.
BEISPIEL 8: Wirkungen auf die Proliferation von Fibroblasten der menschlichen Haut
-
Fibroblasten werden in einem kompletten Nährmilieu in einer Menge von 7500 Zellen
pro Vertiefung kultiviert.
-
Bei dem untersuchten Produkt handelt es sich um dasjenige aus Beispiel 2.
-
Dieses wird in die Kulturen in unterschiedlichen Konzentrationen zugegeben. Man
fährt fort, indem man die Zellen nach unterschiedlichen Kulturzeiten zählt.
-
Man stellt beispielsweise nach 72 Stunden fest, dass die Anzahl der mit 50 ug/ml des
untersuchten Produkts behandelten Zellen 30% höher ist, bezogen auf die Zellzahlen der
Kontrollvertiefungen.
-
In den Kulturüberständen dosiert man mittels der ELISA-Technik Interleukin-1β, von
dem man weiß, dass es das Elastin-Gen aktiviert (bei dem es sich um den Ursprung der
Hautelastizität handelt).
-
Im Falle der mit einer Dosis von 150 ug/ml behandelten Zellen findet man eine IL-1β-
Konzentration von 34,5 pg/ml (Kontrolle: 5,5 pg/ml).
-
Darüber hinaus ist die Untersuchung auf eine mögliche Elastase-Aktivität im
Kulturmedium negativ (Kontrollen und behandelte Proben).
BEISPIEL 9: Tests auf Elastase-Inhibitoren
-
Bei dem verwendeten Produkt handelt es sich um das aus Beispiel 1 in Form des
Lyophilisats.
-
Man misst die Aktivität einer Pankreaselastase (Sigma; 83 U/mg; Proteine: 15 mg/ml)
in Anwesenheit und in Abwesenheit des untersuchten Produkts.
-
Hierfür wird die Elastase (verdünnt auf 0,15 mg Protein/ml) dem Additionsprodukt
einer Triethanolaminlösung (Triton X100) zugesetzt.
-
Man beobachtet eine 38%ige Verringerung der Elastase-Aktivität.
-
Wenn das untersuchte Produkt auf die Hälfte verdünnt wird, ist die Verringerung der
Elastaseaktivität 31%.
BEISPIEL 10: Anwendungstests für einen Monat an Probanden
-
Das getestete Produkt wird in Form einer Creme mit 0,05% des aktiven Produkts
aufgetragen. Bei dieser Creme handelt es sich um die in Beispiel 3 beschriebene
Formulierung.
-
Das getestete Produkt wird einmal pro Tag in einer Menge von 2 mg pro
Quadratzentimeter Haut auf die Haut des Gesichts und des Unterarms aufgetragen. Die Dauer der
Anwendung beträgt 4 Wochen.
-
Die Behandlung erfolgt an 17 Probanden.
1. Messung der mechanischen Epidermiseigenschaften
-
Die Messung der biomechansichen Epidermiseigenschaften (Dehnbarkeit Ue,
Tonizität Ur, Elastizität Ur/Ue) wird gemäß dem von C. Escoffier et al., J: Invest. Dermatol.
93, 353-357 (1989) beschriebenen Verfahren mit dem von Rigal und Leveque, Bioeng. Skin
1: 13-23 (1985) beschriebenen Gerät durchgeführt.
-
Die Messungen werden an der Haut des Unterarms durch Positionieren der Messsonde
auf der Haut mit Hilfe eines Adhäsivs realisiert.
-
Die Messungen werden zum Zeitpunkt Null und nach zwei Wochen und vier Wochen
ausgeführt.
-
Was die Dehnbarkeit Ue angeht, beobachtet man eine Erhöhung von 23% nach zwei
Wochen (30% nach vier Wochen). Für die Tonizität Ur beträgt die Erhöhung 40% in der
gleichen Zeit (43% nach vier Wochen).
-
Im Ergebnis verbessert das aufgetragene Produkt die biomechanischen Eigenschaften
der Epidermis und insbesondere die Dehnbarkeit, auf eine nach zweiwöchiger Behandlung
sichtbare Weise.
2. Auswirkung auf Falten
-
Die Wirkung auf die Falten wird durch Analyse von Bildern untersucht. Das
Verfahren besteht aus dem Beleuchten der negativen Replikation (Eindruck in Silicon von Falten der
dem Augenlid benachbarten Zone, genannt "Krähenfüße") mit Hilfe eines hellen Lichts, das
die Bildung von Schatten hinter jeder Falte erzeugt. Diese Schatten werden durch Bildanalyse
gemäß dem von Corcuffet al., J. of the Soc. of Cosmet. Chem. 34, 177-190 (1983) und von
Corcuff, Acta Stereologica 2(1), 85-88 (1983) beschriebenen Verfahren quantifiziert.
-
Dieses Verfahren gestattet die Messung der Oberfläche von untersuchten Falten. Man
findet, dass die Oberfläche der Falten nach vier Wochen signifikant verringert ist. Parallel
hierzu bemerkt man eine Verringerung der Faltenanzahl mit einer Länge zwischen 1 und 9
mm, wie auch eine Verringerung der mittleren Länge der Falten einer Länge unterhalb von 1
mm.
3. Glättung der Haut
-
Gleichermaßen wurde die Auswirkung auf die Glättung der Haut des Unterarms
bewertet in dem Verfahren, das die Hautfalte mit Hilfe einer Haut-Klammer misst (Referenz:
Dykes et al., Arch. Dermatol. Res. 256-261, 1976), die mit einer graduierten Skala
ausgestattet ist, vertrieben von Schnelltaster. Die Dicke der zwischen den beiden Backen der
Klammer gefassten Haut wird direkt auf der Skala abgelesen.
-
Man beobachtet eine signifikante Erhöhung von 2% nach zwei Wochen und 3,5%
nach vier Wochen Behandlung.