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Die Erfindung betrifft eine Steuerkettenmontageeinrichtung für einen Motor
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die US-A-5 031 591 offenbart eine
Einrichtung dieser Art. Diese bekannte Einrichtung dient für einen Motor
mit vertikaler Kurbelwelle. Es sind Mittel vorgesehen, um ein Herabfallen
des Steuerriemens in Richtung der Welle (in vertikaler Richtung) zu
unterbinden.
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Ein Viertaktmotor für ein Fahrzeug, beispielsweise einen Motorroller, ist
grundsätzlich mit einem Ventilbetätigungsmechanismus ausgestattet. Der
Ventilbetätigungsmechanismus besitzt eine Nockenwelle, an deren einem
Ende ein Nockenwellen-Kettenrad gelagert ist, welches über eine
Steuerkette mit einem auf der Kurbelwelle gelagerten Kettenrad gekoppelt ist. Die
Drehung der Kurbelwelle wird über die Steuerkette auf die Nockenwelle
übertragen und betätigt damit den Ventilbetätigungsmechanismus.
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Bei einem Motor allerdings, dessen Zylinder eine starke Vorwärtsneigung
aufweist, gar horizontal angeordnet ist, kann es, wie aus Fig. 5 und 6
hervorgeht, bei einem Loskommen der Steuerkette C von dem Kettenrad 5
passieren, daß die Steuerkette C in einen Bereich zwischen dem Kettenrad
5 und einem Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad G in der Nachbarschaft des
Kettenrads 5 hineinfällt. Damit hängt die Steuerkette C durch, und es ist
schwierig, die Steuerkette in horizontaler Richtung zu bewegen. Um die
Steuerkette C wieder auf das Kettenrad 5 zu legen, benötigt man einen
Schraubendreher mit einem langen Schaft, was für den Monteur unbequem
und wenig effizient ist.
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Da außerdem das Kettenrad 5 sich in einem tiefliegenden und dunklen
Bereich eines Steuerkettengehäuses befindet, kann man das Kettenrad 5 kaum
erkennen, so daß zum Ausführen der Arbeiten die Verwendung einer
elektrischen Lampe oder dergleichen notwendig ist.
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Die US-A-3 550 465 offenbart eine Kettenabfall-Verhinderungseinrichtung
für ein Fahrrad, bei der eine kreisförmige Platte mit einem abgeschrägten
Umfangsrand zwischen einem ersten und einem zweiten Kettenrad eines
Gangwechselmechanismus angeordnet ist. Bei einem Motor mit einem
Ventilbetätigungsmechanismus allerdings gibt es keinen Mechanismus zum
Umlegen einer Kette zwischen einem ersten, großen Kettenrad und einem
zweiten, kleinen Kettenrad. Während des Betriebs kämmt die Steuerkette
dauernd mit dem Kettenrad.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die im Stand der Technik angetroffenen
Übelstände und Nachteile im wesentlichen zu beseitigen und eine
Steuerkettenmontageeinrichtung für einen Motor anzugeben, mit der die Ausführung
der Montage verbessert werden kann.
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Dieses sowie weitere Ziele werden erfindungsgemäß durch die
Steuerkettenmontageeinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Steuerkettenmontageglied auf
der Kurbelwelle in der Nachbarschaft des Kettenrads gelagert, und der
Führungsvorsprung ist an dem Steuerkettenmontageglied auf der Seite des
Kettenrads angeordnet. Der Führungsvorsprung ist einstückig mit einer
Seitenfläche des Steuerkettenmontageglieds auf der Seite des Kettenrads
ausgebildet.
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Das Steuerkettenmontageglied ist ein Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad,
welches auf der Kurbelwelle gelagert ist.
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Gemäß den Merkmalen und Besonderheiten der Erfindung gemäß obiger
Beschreibung läßt sich das Montieren der Steuerkette verbessern, da bei
einem Motor, in welchem ein Ventilbetätigungsmechanismus über eine
Steuerkette von einem auf einer Kurbelwelle gelagerten Kettenrad
angetrieben
wird, sich neben dem Kettenrad ein Führungsvorsprung befindet und
dieser eine geneigte Fläche in Richtung nach unten und in Richtung des
äußeren Urnfangsrands des Kettenrads aufweist, und weil ein
Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad auf der Kurbelwelle in der Nachbarschaft des
Kettenrads montiert ist und der Führungsvorsprung einstückig oder in einstückiger
Weise an einer Seitenfläche des Hilfsmechanismus-Antriebszahnrads auf der
Seite des Kettenrads montiert ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die vorliegende Erfindung wird deutlicher aus der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen. Es zeigen:
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Fig. 1 eine Horizontalschnittansicht durch einen Viertakt-Einzylinder-Motor
für einen Motorroller rnit einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Motorsteuerkettenmontageeinrichtung;
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Fig. 2 eine vergrößerte Ansicht einer Kurbelwelle rnit dem dazugehörigen
Bereich;
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Fig. 3 eine vergrößerte Schnittansicht eines Bereichs in der Nähe eines
Kettenrads;
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Fig. 4 eine Schnittansicht entlang der Linie IV-IV in Fig. 3;
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Fig. 5 eine vergrößerte Schnittansicht eines Bereichs in der Nähe eines
konventionellen Kettenrads; und
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Fig. 6 eine Schnittansicht entlang der Linie VI-VI in Fig. 5.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform
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Im folgenden wird eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung unter
Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
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Fig. 1 ist eine horizontale Schnittansicht eines Beispiels flir eine Viertakt-
Einzylinder-Motoreinheit eines Motorrollers, bei dem beispielsweise die
vorliegende Erfindung angewendet wird.
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Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist an einem Frontabschnitt einer Motoreinheit 1
ein Motor 2 gelagert. Der Motor 2 enthält im wesentlichen ein
Kurbelgehäuse 3, einen Zylinder 4 und einen Zylinderkopf 5. Der Zylinder 4 ist
beispielsweise horizontal angeordnet.
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In dem Kurbelgehäuse 3 befindet sich eine Kurbelwelle 6 rechtwinklig
bezuglich der Fahrtrichtung des Motorrollers, sie ist in dem Kurbelgehäuse 3
mittels eines Paares von Lagern gelagert. Die Kurbelwelle 6 ist
zusammengesetzt aus in seitlicher Richtung aufgeteilten zwei Abschnitten, die über
einen Kurbelzapfen 8 miteinander verbunden sind, um eine einheitliche
Struktur zu bilden.
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Fig. 2 ist eine vergrößerte Schnittansicht, die die Kurbelwelle 6 und die
dazugehörigen Teile zeigt. Wie in Fig. 1 und 2 zu erkennen ist, ist ein
größerer Endabschnitt 10a einer Pleuelstange 10 mit dem Kurbelzapfen 8 über ein
Lager 9 gekoppelt, während der andere Endabschnitt 10b, der kleiner ist als
der Endabschnitt 10a der Pleuelstange 10, über einen Kolbenzapfen 11 mit
einem Kolben 12 verbunden. Der Kolben 12 bewegt sich in dem Zylinder 4
auf und ab, und der Hub des Kolbens 12 wird über die Pleuelstange 10 auf
die Kurbelwelle 6 übertragen, um diese zu drehen.
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Eine Anlasserkupplung 13 sitzt auf der Kurbelwelle 6 gemäß Fig. 2 auf der
linken Seite des Kurbelzapfens 8. Ein Anlasserzahnrad 14 ist der
Anlasserkupplung 13 zugeordnet und kämmt mit einem Antriebszahnrad eines nicht
dargestellten Anlassers über ein Leerlaufzahnrad, ebenfalls nicht dargestellt.
Die Anlasserkupplung 13 dient zum Übertragen eines Drehmoments des
Anlassers auf die Kurbelwelle 6 beim Arilassen des Motors 2, und nach dem
Anlassen des Motors wird die Kraftübertragung automatisch unterbrochen.
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Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist auf dem linken Ende der Kurbelwelle 6 ein
Antriebsriemen 16 eines mit einem V-Riemen arbeitenden Automatikgetriebes
15 gelagert, um das Drehmoment des Motors 2 über einen V-Riemen 17
auf eine angetriebene Riemenscheibe 18 zu übertragen. Die angetriebene
Riemenscheibe 18 ist drehbar auf einer angetriebenen Welle 19 gelagert, die
sich am hinteren Teil der Motoreinheit 1 befinden, und das Drehmoment des
Motors 2, welches auf die angetriebene Riemenscheibe 18 übertragen
wurde, gelangt über eine Fliehkraftkupplung 20 auf die Antriebswelle 19. Diese
Antriebswelle 19 ist über einen Übertragungsmechanismus 21, der für eine
Untersetzung und eine Kraftübertragung sorgt, an einen rückwärtigen
Antrieb 22 gekoppelt, wodurch das Drehmoment des Motors 2 über den
Übertragungsmechanismus 21 auf das Hinterrad 23 übertragen wird.
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An dem rechten Ende der Kurbelwelle 6 in Fig. 1 hingegen befinden sich ein
Generator 24 als Bestandteil einer Ladeeinrichtung und ein Kühlungslüfter
25 als Teil der Motorkühleinrichtung. Der Generator 24 enthält einen
Schwungradmagneten 24a und einen Stator 24b, und wenn der auf der
Kurbelwelle 6 sitzende Stator 24b gedreht wird, wird elektrische Leistung
erzeugt, die zu verschiedenen Teilen des Fahrzeugs gelangt.
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Der Zylinder 4 und der Kühlungslüfter 25 des Motors 2 sind von einer
Schale 26 abgedeckt. In dem Motor 2 werden der Zylinder 4 und die
dazugehörigen Teile gekühlt, indem Außenluft in die Verkleidungsschale 26
eingeleitet wird, was durch Antreiben des mit der Kurbelwelle 6 gekurbelten
Kühlungslüfters 25 geschieht.
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In dem Zylinderkopf 5 befindet sich ein Ventilbetätigungsmechanismus 27,
und an der Kurbelwelle 6 ist in einem Bereich zwischen den die Kurbelwelle
6 lagernden Lager 7 und dem Generator 24 ein Kettenrad 28 gelagert. Der
Ventilbetätigungsmechanismus 27 beinhaltet eine Nockenwelle 29, deren
eines Ende ein Nockenwellen-Kettenrad 30 trägt, welches über eine
Steuerkette 31 betrieblich mit dem Antriebskettenrad 28 gekoppelt ist. Auf diese
Weise wird der Ventilbetätigungsmechanismus 27 durch die Drehung der
Kurbelwelle 6 betrieben, welche über die Steuerkette 31 auf die
Nockenwelle 29 übertragen wird.
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Fig. 3 ist eine vergrößerte Schnittansicht des Kettenrads 28 und der
dazugehörigen Teile. Wie in Fig. 2 und 3 zu sehen ist, befindet sich ein zum
Antreiben eines Hilfsmechanismus dienendes Zahnrad 32 in der Nachbarschaft
des Kettenrads 28, und zwar auf dessen rechter Seite. Das
Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad 32 ist auf der Kurbelwelle in der Nachbarschaft des
Antriebskettenrads 28 gelagert. Ms Hilfsmechanismus kommt zum Beispiel
eine Ölpumpe, eine Ausgleichswelleneinrichtung oder dergleichen in
Betracht. Ein Führungsvorsprung 33 ist einstückig oder in integraler Weise an
der Seitenfläche des Hilfsmechanismus-Antriebszahnrads 32 auf der Seite
des Kettenrads 28 ausgebildet. Der Führungsvorsprung 33 besitzt eine
Oberfläche 33a, die nach unten in Richtung des äußeren Umfangsrands 28a
des Kettenrads 28 geneigt ist. Die einstückige Ausbildung des
Führungsvorsprungs 33 an dem Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad 32 geschieht
vorzugsweise beim Gießvorgang.
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Die vorliegende Ausführungsform arbeitet folgendermaßen:
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Weil der Führungsvorsprung 33 mit seiner Oberfläche 33a nach unten in
Richtung auf den äußeren Umfangsrand 28a des Kettenrads 28 geneigt ist
und eine Seitenfläche des Hilfsmechanismus-Antriebszahnrads 32 in der
Nachbarschaft des Kettenrads 28 auf dessen Seite ausgebildet ist, wie in
Fig. 3 und 4 zu erkennen ist, gleitet die Steuerkette 31 bei ihrer Montage
auf der geneigten Oberfläche 33a des Führungsvorsprungs 33 nach unten,
so daß sie mühelos auf dem Kettenrad 28 montiert wird.
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Nachdem die Steuerkette 31 erst einmal auf dem Kettenrad 28 montiert ist,
fällt die Steuerkette 31 niemals nach unten in den Raum zwischen dem
Kettenrad 28 und dem Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad 32 neben dem
Kettenrad 28.
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Wie oben erläutert wurde, wird bei der erfindungsgemäßen
Steuerkettenmontageeinrichtung deshalb, weil bei einem Motor, in dem ein
Ventilbetätigungsmechanismus über eine Steuerkette mit Hilfe eines auf einer
Kurbelwelle gelagerten Kettenrads angetrieben wird, ein Führungsvorsprung in der
Nachbarschaft des Kettenrads angeordnet ist und der Führungsvorsprung
mit einer Oberfläche ausgestattet ist, die nach unten in Richtung eines
Außenumfangsrands des Kettenrads geneigt ist, und weil ein
Hilfsmechanismus-Antriebszahniad auf der Kurbelwelle in der Nachbarschaft des
Kettenrads gelagert ist, und der Führungsvorsprung einstückig oder in integraler
Weise mit der Seitenfläche des Hilfsmechanismus-Antriebszahnrads auf der
Seite des Kettenrads ausgebildet ist, die Montagearbeit beim Montieren der
Steuerkette erleichtert.
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Wie oben erläutert, ist erfindungsgemäß der Führungsvorsprung 33 mit dem
Hilfsmechanismus-Antriebszahnrad 32 einstückig ausgebildet, in einer
Variante kann jedoch auch ein gewisses Teil des Steuerketten-Montage-
Führungsglieds mit dem die oben beschriebene Struktur aufiveisenden
Führungsvorsprung auf der Kurbelwelle in der Nachbarschaft des Kettenrads
gelagert sein. Als derartiges Steuerketten-Montage-Führungsglied kommt
ein Primärantriebszahnrad in Betracht.