DE694936C - Gerbmittel - Google Patents
GerbmittelInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C3/00—Tanning; Compositions for tanning
- C14C3/02—Chemical tanning
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- C14C3/24—Chemical tanning by organic agents using lignin derivatives, e.g. sulfate liquor
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
- Gerbmittel Es ist bereits vorgeschlagen worden, Gerbmittel aus Calcium- und Natriumsulfitablaugen herzustellen. Die Verfahren zur' Herstellung derartiger Gerbmittel, welche dem Wesen nach in der Reinigung der Laugen von Eisen und Kalk und in der nachträglichen Einstellung des für die Gerbung notwendigen p1.1-Wertes bestehen, sind schwierig und kostspielig, abgesehen davon, daß bei diesen Reinigungsverfahren die Ligninsulfosäuren in unerwünschter Weise vexändext werden und der Aschengehalt des Proiduktes sich zufolge der verwendeten Fällungsmittel nicht wesentlich vermindert, im allgemeinen sogar erhöht.
- Durch diese Schwierigkeiten und die nicht zufriedenstellenden Eigenschaften der aus den erwähnten Sulfitablaugen hergestellten Gerbstoffe war die Anwendungsmöglichkeit dieser Sulfitablaugen für die Gerbstofftechnik beschränkt, und die bisherigen Vorschläge zur Herstellung von Gerbstoffen aus den erwähnten Sulfitablaugen konnten das Problem ,einer zweckmäßigen Verwertung dieses lästigen Abfallproduktes der Celluloseindustrie nicht lösen. In der Fachliteratur (vgl. Ledertechnische Rundschau 1933, »Sulfitcellulaseablauge als Gerbmittel«) wurde immer wieder auf die großen Schwierigkeiten bei der Herstellung von Gerbmitteln aus Sulfitcelluloseablaugen hingewiesen, und es wurde davor gewarnt, andere als nach den bekannten. und bewährten Methoden hergestellte Sulfitcelluloiseg:erbmdttel zu verwenden.
- Die Erfindung fußt auf der überraschenden Erkenntnis, daß die beim Aufschluß von Holz u. dgl. mit schwefeliger Säure unter Zusatz kleiner' A=oniakmengen nach dem Verfahren der Patentschrift 495I46 anfallende Ablauge ein besonders h.o,chwertiges Gerhmittel für alle Arten der vegetabilischen Gerbung vorstellt. Demgemäß besteht die Erfindung in der Verwendung der nach dem Verfahren der Patentschrift 4951q.6 gewomnenen Sulfitoellulo@seablauge zum Gerben von tierischen Hautblößen.
- Die Verwendung dieser Ablauge zum Gerben war bisher nicht bekannt. Bekannt war lediglich, aus Sulfitcellulo!s.e,ablauge Gerb-.extrakte herzustellen (W i 1 s o- n - S t a t h e r -G ie r t h, Bd. 2, S. 68o) bzw. Reaktionsprodukte aus natürlichem Gerbstoff und Sulfitcellulois.e in alkalischer Lösung als Gerbmittel zu verwenden (amerikanische Patentschrift I 563 oio). Auch die sonst in Frage kommende Literatur betrifft lediglich die Verwendung derartiger Ablaugen nach Voirnahnie einer besonderen Reinigung. -Das neue Gerbmittel ist unvergleichlich wertvoller als das in W i 1 s o n - S t a t h e r - G ie r t h beschriebene, nach komplizierter Reinigung gewonnene Gerbmitt@el. f-Die Reinigung der Sulfitcellulois@ablauge muß mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis durchgeführt werden, tvemi man für den Gerber brauchbare Produkte erhalten will (vgl. H e r f e 1 d , »Ledertechnische Rundschau« 1933, Nr.5, 6 und 7, »Sulfitcelluloseablauge als G@erbimittel«).
- Es läßt sich nicht jede beliebige Sulfitablauge unmittelbar als Gerbstoff verwenden, sondern technisch in Frage kommt nur die im vorliegenden Fall angegebene Lauge nach Patentschrift 495I46 Dem Vorschlage, die Sulfitablauge nach der Patentschrift 495146 unmittelbar oder in eingedi.ckter Form als. Gerbmittel zu v-erwenden, standen schwerwiegende Bedenken entgegen.
- Man hatte nämlich die Befürchtung, daß die Ammoniaksalze, welche voraussichtlich in dieser Ablauge vorhanden waren, beim Lagern der Leder zur Ausscheidung neigen sollten. Es hat .sich nun gezeigt, daß bei dieser Ablauge entgegen aller Erwartung diese Ausscheidung im vorliegenden Fall nicht .stattfindet. Der Ammoniakgehalt wirkt im Gegenteil nützlich; da nämlich eine alkalische Weiterverarbeitung der Laugen nicht erforderlich ist, werden die in ihnen enthaltenen Zuckerarten nicht oxydiert, sondern bleiben vergärbar, und bei der Vergärung während des Gerbprozesses werden die Ammoniumsalze ganz oder größtenteils als Nährstoffe verbraucht.
- Die nach dem Verfahren der erwähnten Patentschrift abfallende Sulfitablauge bietet den weiteren technischen Vorteil, daß sie nach Eindickung bis zu 2o% Trockenstoffgehalt oder mehr den für die Gerbung notwendigen pH-Wert besitzt, sie hat einen mini malen Aschengehalt und ist praktisch frei von Kalk und Eisen. Die eingedickte Ablauge läßt sich .daher erfindungsgemäß ohne Anwendung jeglicher Reinigungsmittel verwenden. Zu Versandzwecken kann die Lauge auch bis zur Trockne eingedampft und nachträglich wieder in.. Wasser gelöst werden.
- Die beim Aufschluß von Holz u. dgl. mit schwefeliger Säure unter Zusatz kleiner Mengen von Ammoniak anfallende Sulfitablauge enthält beispielsweise bei einer Dichte von 3o° Bd 6o% Gesamttrock enmasse, 320,b nach der Filtermethede festgestellte Gerbstoffe, 28% lösliche Nichtgerbstoffe, keine unlöslichen Rückstände und 400'o Wasser; der pH-Wert schwankt zwischen 3,9 und 4,2 und der Aschengehalt zwischen 0,3 bis o,50/0; die Tintornetergrade nach L o v i b o n t ergeben: rot 1,5, gelb 6,o.
- Die Aschengehalte der bisher bekannten, durch Aufarbeitung von Sulfitcelluloseablaugen. hergestellten Gerb.extrakte schwanken zwischen 5,7 bis 20,40% (vgl. Volgel, »Die Herstellung und Untersuchung der Sulfitcelluloseextraktesowie ihre Anwendung in der G,erberei«).
- Die neuen Gerbmittel weisen einen pH-Wert von 3,9 bis 4,2 auf. Der PH-Wert von 3,9 bis 4,2 fällt in den Bereich der bekannt günstigen pH-Werte natürlicher pflanzlicher Gerbstoffe.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCIi Die Verwendung der nach dem Verfahren der Patentschrift 495 1.16 gewonnenen Sulfitcelluloseablauge zum Gerben von tierischen Hautblößen.
Priority Applications (1)
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| DE1936A0085610 DE694936C (de) | 1936-07-15 | 1936-07-15 | Gerbmittel |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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| DE694936C true DE694936C (de) | 1940-08-12 |
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|---|---|---|---|
| DE1936A0085610 Expired DE694936C (de) | 1936-07-15 | 1936-07-15 | Gerbmittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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1936
- 1936-07-15 DE DE1936A0085610 patent/DE694936C/de not_active Expired
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