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Diese Erfindung bezieht sich auf Fernsteuerungssysteme,
die z. B. bei Fernsehgeräten, Videogeräten, Stereoanlagen und
anderen Geräten eingesetzt werden können, bei denen eine
Fernsteuerung verwendet werden kann.
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Viele Teile einer elektrischen Anlage können durch
Fernsteuerungsvorrichtungen gesteuert werden. Diese Vorrichtungen
weisen typischerweise ein Tastenfeld auf, über das Daten von
einem Benutzer eingegeben werden können. Diese Daten werden
dann durch eine geeignete elektronische Schaltungsanordnung
interpretiert, und ein Infrarotsignal wird zum Gerät gesendet,
um die Steuerung des Geräts zu ermöglichen.
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Bei den herkömmlichen Fernsteuerungen ist es so, daß jede
unterschiedliche Art von Fernseh- oder Videogerät normalerweise
eine vollkommen andere Fernsteuerung benötigt, da verschiedene
Fernsehgeräte oder Videogeräte verschiedene Funktionen und
Einrichtungen aufweisen. Dies bedeutet offensichtlich, daß der
Hersteller viele verschiedene Fernsteuerungen herstellen muß,
um mit den Geräteanforderungen, die sich aus den
Kundenbedürfnissen ergeben, fertig zu werden. Diese Erfindung liefert ein
Mittel, das in der Lage ist, die Entwicklungs-, Produktions-
und Wartungskosten von Fernsteuerungen stark zu vermindern,
indem es lediglich ein Hardware-Modell bereitstellt, das
mittels Software an die Kundenwünsche angepaßt werden kann.
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Außerdem kann die Verwendung der Fernsteuerung bei
bestimmten Funktionen sehr schwierig sein. Wenn jemand z. B. ein
Videogerät mittels der Fernsteuerung programmiert, um zu einem
bestimmten Zeitpunkt und einem bestimmten Tag für eine
bestimmte Zeitdauer zu gelangen, ist es notwendig, viele Knöpfe in
einer bestimmten Reihenfolge zu drücken. Es kann dabei sehr
leicht vorkommen, daß man einen Fehler macht, wobei dieser
bemerkt werden kann oder nicht. Das kann entweder bedeuten, daß
das Videogerät erneut programmiert werden muß, oder daß man das
Programm, das man gerne sehen wollte, durch die fehlerhafte
Programmierung verpaßt.
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WO-A-8903085 offenbart eine Fernsteuerungsvorrichtung zur
Fernsteuerung eines oder mehrerer Teile einer elektrischen
Anlage, mit einem berührungsempfindlichen Schirm zur Anzeige
von Symbolen, die Steuervariablen des oder eines jeden Teils
der Anlage anzeigen und Eingaben vom Benutzer während des
Gebrauchs erhalten; einem Mikrokontroller zur Erzeugung der
entsprechenden Gruppe von Symbolen und zur Interpretation der
Eingaben, Sendemitteln, die dazu dienen, ein Steuersignal zu
der Anlage in Reaktion auf Anweisungen von dem Mikrokontroller
zu senden; und einem Speicher zum Speichern einer oder mehrerer
Gruppen von Symbolen, auf die während des Gebrauchs von dem
Mikrokontroller zur Anzeige der erforderlichen Gruppe von
Symbolen auf dem Schirm zugegriffen werden kann.
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DE-A-40 11 067 offenbart einen Sender für eine Fernsteuerung
mit einer Schaltervorrichtung, um eine Gruppe von Befehlen zu
erzeugen, wobei mehrere Betriebsschalter und eine
Steuervorrichtung vorgesehen sind, um ein Fernsteuerungssignal zu
erzeugen.
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JP-A-05035387 offenbart eine Vorrichtung mit einer
Berührungsfläche, die dazu dient, mit der Hand geschriebene Zeichen
zu erkennen.
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Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin,
eine Fernsteuerungsvorrichtung zu schaffen, die wenigstens
einige der Nachteile der herkömmlichen Fernsteuerungsgeräte
überwindet.
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Gemäß einem Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung, wie
sie durch die beigefügten Ansprüche definiert ist, wird eine
Fernsteuerungsvorrichtung zur Fernsteuerung eines oder mehrerer
Teile einer elektrischen Anlage geschaffen, mit einem
berührungsempfindlichen Schirm zur Anzeige einer oder mehrerer
Gruppen von Symbolen, die Steuervariablen des oder eines jeden
Teils der Anlage anzeigen und Eingaben vom Benutzer während des
Gebrauchs erhalten; einem Mikrokontroller zur Erzeugung der
entsprechenden Gruppe von Symbolen und zur Interpretation der
Eingaben; Sendemitteln, die dazu dienen, ein Steuersignal zu
der Anlage in Reaktion auf Anweisungen von dem Mikrokontroller
zu senden; und einem Speicher zum Speichern einer oder mehrerer
der Gruppen von Symbolen, auf die während des Gebrauchs von dem
Mikrokontroller zur Anzeige der erforderlichen Gruppe von
Symbolen auf dem Schirm zugegriffen werden kann.
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Die Vorteile dieser Vorrichtung liegen dabei darin, daß
sie einfach zu verwenden ist und leicht so eingerichtet werden
kann, daß sie verschiedene Geräte steuern kann.
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Es wird nun Bezug auf die beigefügten Zeichnungen
genommen, um ein Ausführungsbeispiel zu erläutern. In den
Zeichnungen sind:
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Fig. 1 eine schematische Zeichnung eines Systems, bei dem
eine Fernsteuerung gemäß der Erfindung verwendet werden kann;
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Fig. 2 ein Blockdiagramm der in der Fig. 1 dargestellten
Fernsteuerung;
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Fig. 3 eine schematische Zeichnung, die eine erste
mögliche Realisierung eines Schirms bei der Fernsteuerung der Fig. 2
darstellt; und
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Fig. 4 eine schematische Zeichnung, die eine mögliche
Realisierung eines Programmierungsschirms bei der Fernsteuerung
der Fig. 2 darstellt.
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In der Fig. 1 ist ein Unterhaltungselektroniksystem
dargestellt. Das System umfaßt ein Fernsehgerät 110, ein
Videoauf
nahme- und Abspielgerät 118 und eine Stereoanlage 124. Während
des Gebrauchs kann ein Benutzer die drei Teile der elektrischen
Anlage durch die Verwendung einer Fernsteuerung 136 steuern.
Das Fernsehgerät umfaßt einen Kanalanzeiger 112,
Schiebesteuervorrichtungen 114, Steuerknöpfe 116, wobei alle diese
Vorrichtungen unter Verwendung der Fernsteuerung 136 gesteuert werden
können. Das wird nachfolgend genauer beschrieben.
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Das Videoabspiel- und Aufnahmegerät weist Steuerknöpfe 120
und einen Videokanalanzeiger 112 auf. Das Fernsehgerät kann
über ein Koaxialkabel mit dem Videogerät verbunden werden, und
das Videogerät kann über ein Koaxialkabel mit einer externen
Antenne 122 verbunden werden.
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Das Stereosystem umfaßt typischerweise ein Aufnahme- und
Abspielgerät 126, einen CD-Spieler 128, einen Verstärker 130,
einen Radioempfänger 132 und ein Kassettendeck 134. Jede dieser
Komponenten der Stereoanlage kann durch die Fernsteuerung 136
gesteuert werden.
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Die Fernsteuerung der vorliegenden Erfindung ist so
eingerichtet, daß sie in Verbindung mit allen oben beschriebenen
elektrischen Geräten verwendet werden kann. Die
Steuervorrichtung 136 umfaßt auf ihrer Oberfläche einen
berührungsempfindlichen Schirm 138, z. B. ein LCD-Graphikdigitalisiertablett. In
den Fig. 1 und 2 ist der berührungsempfindliche Schirm so
dargestellt, daß er lediglich einen Teil der Fernsteuerung
bedeckt, es sei jedoch vorweg erwähnt, daß der Schirm den
größten Teil der Oberfläche der Steuervorrichtung einnehmen
wird, wie es in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Eingaben in
den berührungsempfindlichen Schirm können entweder über Finger,
die den Schirm berühren, oder über einen Schreiber oder einen
Schreibstift 140 erfolgen. Wenn der Schreiber nicht verwendet
wird, kann er in dem Schreiberraum 142 gehalten werden, wodurch
eine kompakte Fernsteuerung geschaffen wird, die bezüglich
ihrer Form und Größe herkömmlichen Fernsteuerungen entspricht.
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Die Fernsteuerung kann dazu verwendet werden, andere als
die beschriebenen und in der Fig. 1 dargestellten Geräte zu
steuern, z. B. Waschmaschinen, Türöffnungssysteme und
dergleichen.
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In der Fig. 2 ist die Fernsteuerung noch detaillierter
dargestellt. Der druckempfindliche Schirm umfaßt eine
druckempfindliche Membran, die oben auf einem
LCD-Digitalisiertablett liegt. Das Tablett ist in der Lage, den Druck eines
Fingers auf einen bestimmten Bereich oder den Schreibpfad des
Schreibers auf dem Schirm zu erkennen.
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Ein Mikrokontroller 210 ist mit dem druckempfindlichen
Schirm verbunden, um die darauf gemachten Eingaben zu
empfangen. Er ist darüber hinaus in der Lage, das LCD-Tablett mit
Bildern einer speziellen Tastatur für einen bestimmten
Betriebsmodus der Fernsteuerung zu versorgen. Dies wird genauer
unter Bezug auf die Fig. 3 und 4 später beschrieben. Der
Mikrokontroller kann darüber hinaus die eingegebenen Befehle
interpretieren, unabhängig davon, ob sie als durch einen Schreiber
geschriebene Zeichen oder durch Finger, die den Schirm
berühren, eingegeben wurden. In dem Falle des Interpretierens von
mit der Hand geschriebenen Zeichen umfaßt der Mikrokontroller
eine (nicht dargestellte) Zeichenerkennungsvorrichtung, z. B.
eine solche, wie sie in der europäischen Patentanmeldung
92830656.2 oder der italienischen Patentanmeldung RM93A000179
beschrieben ist. Eine weitere Funktion des Mikrokontrollers
besteht darin, Steuersignale auszusenden, um einen
Infrarottreiber 214 zu aktivieren, so daß Signale über den
Infrarotsender 216 zu der zu steuernden Anlage ausgesendet werden können.
Die Software, die der Mikrokontroller 210 benötigt, kann in
einem EPROM 212 gespeichert sein, das sich in der Vorrichtung
befindet. Alternativ dazu kann eine Speicherkarte 218 in die
Vorrichtung eingesetzt und mit dem Mikrokontroller verbunden
werden, die dazu dient, unterschiedliche Software für
unterschiedliche Steueranforderungen bereitzustellen.
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Sowohl der Mikrokontroller als auch der Speicher können
die Form einer sogenannten "Smartcard" aufweisen, die sich in
die Fernsteuerung 136 einsetzen läßt. Ein Hersteller kann nur
eine Form der Fernsteuerung 136 herstellen und die
verschiedenen Schirme, wie sie z. B. in den Fig. 3 und 4 dargestellt sind,
über den Speicher 210 oder die Speicherkarte 218 bereitstellen.
Dies ist erstens einfacher für den Hersteller und zweitens
wirtschaftlicher für den Hersteller und den Kunden.
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In den Fig. 3 und 4 sind zwei mögliche Schirme 138 und
138' dargestellt. Bei diesen Beispielen sollen die Schirme mit
dem Schreiber als Eingabemittel und nicht mit einem
Berührungsfeld als Eingabemittel verwendet werden. Es ist zu erkennen,
daß dann, wenn dieser Schirm als auf Fingerdruck empfindlicher
Schirm verwendet wird, das Layout und die Steuerungen anders
dargestellt werden können. Diese Änderung des Schirms kann
durch Verwendung einer anderen Speicherkarte 218 oder durch
Zugriff auf ein anderes in dem EPROM 210 gespeichertes Programm
erleichtert werden.
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In der Fig. 3 ist ein Schirm 138 dargestellt, der
verwendet werden kann, um ein Fernsehgerät zu steuern. Der Benutzer
gibt den gewünschten Kanal in die Kanalanzeigebox 310 unter
Verwendung des Schreibers 140 ein. Eine
Zeichenerkennungsvorrichtung wird verwendet, um das geschriebene Symbol zu erkennen
und das erforderliche Infrarotsteuersignal für den
Infrarotsender zu erzeugen, für die Aussendung zum Fernsehgerät. Der
Benutzer kann darüber hinaus die Lautstärke 312, den Kontrast
314 und die Farbe 316 einstellen, indem er den Schreiber über
den betreffenden Bereich bewegt. So läßt sich die gewünschte
Lautstärke, der gewünschte Kontrast und die gewünschte Farbe
erzielen.
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Wenn das Fernsehgerät teletextfähig ist, wird ein
Teletextauswahlelement 18 auf dem Schirm erscheinen. Durch Berühren
der Teletextauswahlbox mit dem Schreiber wird ein neuer
Bildschirm erzeugt, in den der Benutzer Teletextinformationen
eingeben kann.
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Wenn der Benutzer eine Videoverbindung zu dem Fernsehgerät
besitzt, kann der Videoschirm durch Berühren des
Videoauswahlelements 320 erreicht werden.
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Es ist zu erkennen, daß andere Geräteauswahlelemente
darüber hinaus vorhanden sein können, je nach den Bedürfnissen
des Benutzers. Die Fernsteuerung 136 kann eine Anzahl von
Seiten speichern, wobei jede Seite Informationen für einen
bestimmten Schirm enthält und jeder Schirm für ein
unterschiedliches Endgeräteteil verwendet werden kann. Der Benutzer kann
sich durch die Seiten bewegen, wobei er das Endgerät auswählt,
das er steuern möchte.
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Bei einem System, bei dem die Eingabe mittels eines
Schreibers oder die "gemischte" Eingabe (Schreiber und Finger)
nicht beabsichtigt ist, kann jede Kanalnummer durch eine
separate Kanalauswahlbox dargestellt werden, die durch den
Druck des Fingers auf den relevanten Bereich des Schirms
aktiviert wird. Die Symboldarstellung (Icon-Darstellung) auf
der Fernsteuerung für ein bestimmtes Fernsehgerät kann
Lautstärke-, Kontrast-, Farb- und Kanalauswahlelemente aufweisen,
die in unterschiedlicher Weise dargestellt sind, z. B. durch
Skalenscheiben, Schiebebalken oder einfach Knöpfe. Die Auswahl
ist benutzer- und herstellerabhängig.
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In der Fig. 4 ist ein Schirm 138' dargestellt, der zur
Steuerung eines Videorecorders verwendet werden kann. Der
Benutzer gibt den aufzunehmenden Kanal in der Box 410, das
Datum in der Box 412 und die Anfangs- und Beendigungszeitpunkte
in den Boxen 414 bzw. 416 ein. Bei der dargestellten
Ausführungsform werden die Eingaben mit dem Schreiber 140 gemacht,
und die Zeichen werden von dem Mikrokontroller erkannt, so daß
die Information zum Videorecorder gesendet und darin
gespeichert werden kann. Es ist zu erkennen, daß andere Darstellungen
verwendet werden können, um die Programmierung des
Videorecorders zu ermöglichen. Zum Beispiel kann ein Kalender erscheinen
und der Benutzer kann auf den betreffenden Tag drücken, es kann
eine Uhr erscheinen, um dem Benutzer die Anfangs- und
Beendigungszeitpunkte anzuzeigen.
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Es ist klar zu erkennen, daß dann, wenn man einen Fehler
beim Eingeben von Aufnahmedaten gemacht hat, die Fehler nur
durch Überschreiben des betreffenden Teils der Information
korrigiert werden können. Wenn der Benutzer mehrere
Fernsehprogramme aufnehmen möchte, kann das Auswahlelement "nächste
Seite" verwendet werden, um die nächsten Videoaufnahmedaten zu
zeigen. Das Fernsehauswahlelement kann verwendet werden, um zu
dem Betriebsmodus der Fernsehgerätsteuerung zurückzukehren.
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Verschiedene Symbole (Icons) können verwendet werden, um
verschiedene zu steuernde Endgeräte auszuwählen. Jedes Icon
erzeugt einen neuen Schirm auf dem LCD-Tablett und ermöglicht
es dem Benutzer, das betreffende Gerät zu steuern. Mehrere zu
verwendende Knöpfe sind nicht länger erforderlich, um
komplizierte Optionen innerhalb einer Fernsteuerung zu erleichtern.
Nachdem alle Funktionen auf einem bestimmten Schirm zugeordnet
worden sind, und es gibt immer noch weitere Funktionen, die
zugeordnet werden sollen, kann auf eine neue Seite Bezug
genommen werden, um diese weiteren Bedürfnisse zu
implementieren.
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Es ist zu erkennen, daß eine beliebige Form der
Zeichenerkennung und nicht nur die vorher beschriebene in diesem
System verwendet werden kann.
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Neben Anlagen der Unterhaltungselektronik können sämtliche
"weißen Waren" durch die Fernsteuerung gesteuert werden. Ferner
können Haussicherheitssysteme, Garagentüren, etc. gesteuert
werden. Es kann für jede Anwendung eine andere Speicherkarte
erforderlich sein, und es kann für jede Anwendung eine andere
Frequenz durch das Infrarotsteuer- und -sendeelement erzeugt
werden.
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Typischerweise wird die Einheit durch eine Batterie
betrieben, die in der Fernsteuerung untergebracht ist.