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Diese Erfindung bezieht sich auf die Verwendung
schnittfester Garne in Schutzkleidungen. Für solche Schutzkleidungen
gibt es viele Anwendungen. Beschäftigte in der
Fleischverarbeitung, die gegenüber scharfen Messern ungeschützt sind,
benötigen solche Kleidungsstücke. Leute, die mit Metall und Glas
hantieren und die während des Hantierens der Materialien vor den
scharfen Kanten geschützt werden müssen, können solche
Schutzkleidungen verwenden. Medizinisches Personal, das gegenüber
Skalpellen und anderen scharfen Instrumenten ungeschützt ist,
kann durch die Verwendung solcher Kleidungsstücke Schutz
erhalten.
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Es ist bekannt, schnittfesten Stoff für Handschuhe
herzustellen, die zur Sicherheit in der
Fleischverarbeitungsindustrie verwendet werden. Siehe beispielsweise die US A-4470251,
-4384449 und -4044295. Es ist auch bekannt, ein
zusammengesetztes Futter herzustellen, das zwei unterschiedliche
Filamentmaterialien in Form einer Seele enthält, sowie einer Hülle von
unterschiedlicher Zugfestigkeit und Dehnung, wie in der US-A-
4321854. Es ist aus anderen, hier nicht genannten, früheren US-
Patenten ebenfalls bekannt, zusammengesetzte Stränge, Kabel,
Garne, Seile, Textilien, Filamente u.dgl. herzustellen.
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Im Stande der Technik schlägt die US-A-3883898 vor, daß
eine Aramidfaser, wie "Kevlar", bei schnittfesten Handschuhen
verwendet werden solle, die von Fleischverarbeitern getragen
werden. Die US-A-3953893 lehrt die Verwendung einer Aramidfaser
in schnittfesten Schürzen.
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Die US-A-4004295 schlägt die Verwendung eines Handschuhes
vor, der aus einem Garn aus Metalldraht und einer
nicht-metallischen Faser, wie einer Aramidfaser, als Schutz vor
Messerschnitten, insbesondere in Fleischverarbeitungsanlagen,
zusammengesetzt ist. Die US-A-4384449 und -4470251 schlagen auch die
Verwendung von Metalldraht in Kombination mit Aramidfasern vor.
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Die US-A-4651514 schlägt die Verwendung eines aus einer
Nylonseele in Form eines Monofilamentes zusammengesetzten
Garnes vor, das mit wenigstens einem Strang einer Aramidfaser und
einem Strang einer Nylonfaser umsponnen ist. Der festgestellte
Vorteil dieses Garnes gegenüber jenem, der beispielsweise in
der US-A-4004295 vorgeschlagen wird, liegt darin, daß dieses
Garn nicht leitend ist.
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Die US-A-4304811 beschreibt einen gewebten Stoff, der
gegenüber Temperaturen oberhalb von 538ºC beständig ist, und der
von einem gefachten Garn gebildet ist, wobei ein Faden Aramid
und der andere eine Glasfaser ist. Der Stoff ist speziell für
die Verwendung bei der Herstellung von Glasprodukten gedacht.
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Unter ultrahohem Molekulargewicht wird eines von 300 000
bis 7 000 000 verstanden. Ein normales Molekulargewicht liegt
dann unter 300 000.
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Unter Faser sei jeder Zwirn, jedes Filament od.dgl.,
alleine oder in Gruppen von Multifilamenten, von fortlaufender
Länge oder von kurzer Länge, wie als Stapel, verstanden.
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Unter Garn ist hier jede fortlaufende Länge von Fasern von
weniger als 1111 tex (10 000 Denier) Verstanden, die mit einer
ähnlichen oder unähnlichen Faser umsponnen ist, die zur
weiteren Verarbeitung zu einem Stoffe durch Flechten, Weben,
Schmelzbindung, Tuftieren, Stricken od.dgl. geeignet ist.
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Unter Strang wird hier entweder eine laufende Länge eines
Multifilamentfadens oder eines Monofilamentfadens aus einer
fortlaufenden Faser oder aus gesponnenen Stapelfasern,
vorzugsweise unverzwirnt, mit weniger als 222 tex (2000 Denier)
verstanden.
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Für viele Anwendungen haben Schnittfeste, unter Benützung
des Standes der Technik hergestellte Kleidungsstücke
unerwünschte Nachteile oder Beschränkungen. Unter Verwendung bloß
von Polyäthylen hoher Festigkeit oder anderen Fasern erzeugte
Kleidungsstücke bieten einen verbesserten Grad an
Schnittschutz. Sehr scharfe Kanten, wie frisch geschärfte Messer,
vermögen aber selbst sehr schnittfeste Fasern mit nur mäßigen
Schnittkräften zu schneiden. Das Zusetzen von Metalldraht zu
einem Garne, welches eine der obigen hochfesten Fasern enthält,
vermag die Schnittfestigkeit des Garnes zu verbessern. Selbst
sehr scharfe Kanten haben es schwer, durch ein aus Aramid und
einer Metallfaser hergestelltes Garn zu schneiden. Solche Garne
sind jedoch auf Grund der Steifheit des Metalles weniger
biegsam. Ist ein Kleidungsstück zu steif, so kann der Träger durch
seinen Gebrauch müde werden oder kann in extremen Fällen das
Kleidungsstück ablegen und den beabsichtigten Schutz verlieren.
Der wiederholte Gebrauch und das Biegen des Kleidungsstückes
kann den relativ steifen Metalldraht zum Brechen bringen. In
diesem Falle ist es wahrscheinlich, daß die gebrochenen
Drahtenden aus dem Garne vorragen. Diese aus dem Kleidungsstück
vorstehenden scharfen Drähte können den Träger oder jeglichen
Gegenstand, der eben hantiert wird, zerkratzen.
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Die Verwendung eines Metalldrahtes in einem Schnittfesten
Garne macht das Garn elektrisch leitend. Dies bedeutet, daß ein
aus einem solchen Garne hergestelltes Kleidungsstück nicht im
Kontakte mit mit hoher Spannung arbeitenden Elektrogeräten
verwendet werden kann. Die Verwendung eines Monofilamentes aus
Nylon an Stelle eines Metalldrahtes in einem schnitt festen Garn
beseitigt das Problem der elektrischen Leitfähigkeit. Der
Einsatz eines Monofilamentes aus Nylon führt aber zu einem weniger
Schnittfesten Garn. Nylon wird von sehr scharfen Kanten viel
leichter geschnitten als Metalldraht. Daher wird auch das ganze
Garn leichter geschnitten
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Die vorliegende Erfindung überwindet viele von den
Beschränkungen Schnittfester Handschuhe, die unter Verwendung des
Standes der Technik hergestellt werden. Die vorliegende
Erfindung kann eine Schnittfestigkeit erreichen, die gleich oder
besser ist, als man sie erhält, wenn man ein einen Metalldraht
enthaltendes Garn verwendet, doch ist die Steifheit bzw. die
elektrische Leitfähigkeit nicht vorhanden, die mit einem einen
Metalldraht enthaltenden Garn verbunden ist.
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Die vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zum
Schützen des Körpers vor Schnitten, welches das Herstellen eines
schnittfesten Stoffes aus einer Mehrzahl nicht-metallischer
Fasern umfaßt, wovon zumindest eine nicht-metallische Faser
biegsam und inhärent schnittfest ist und wovon zumindest eine
weitere nicht-metallische Faser einen Härtegrad oberhalb von 3 auf
der Mohs'schen Härteskala besitzt, und welches das Bilden des
Stoffes zu einem Kleidungsstück umfaßt sowie das Anlegen des
Kleidungsstückes an einen Teil des Körpers, um ihn vor
Schnitten zu schützen.
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Vorzugsweise ist die inhärent schnittfeste Faser aus
hochfestem Polyäthylen, hochfestem Polypropylen, hochfestem
Polyvinylalkohol, Aramiden, hochfesten
Flüssigkristall-Polyestern und Gemischen davon ausgewählt. Die Faser mit einem
hohen Härtegrad wird vorzugsweise aus Glas, Keramik, Kohle und
Gemischen davon ausgewählt.
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Bei einer Ausführungsform ist die Faser mit einem hohen
Härtegrad eine Faser aus mehreren Komponenten, die ein
weicheres Seelenmaterial aufweist, welches mit einem aus Glas,
Keramik, Kohle und Gemischen davon ausgewählten harten Material
beschichtet ist.
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Die Faser mit einem hohen Härtegrad kann auch eine
zusammengesetzte Faser mit einem weicheren Material sein, das mit
einem aus Glas, Keramik, Kohle und Gemischen davon ausgewählten
harten Material imprägniert ist.
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Gewünschtenfalls wird die Faser mit einem hohen Härtegrad
mit einer elastomeren Beschichtung überdeckt.
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Die vorliegende Erfindung benützt ein in hohem Maße
schnittfestes zusammengesetztes Garn. Das Garn umfaßt zumindest
zwei Fasermaterialien. Alle Materialien in dem Garn sind nicht-
metallisch. Von wenigstens einem der Materialien wird verlangt,
daß es in hohem Maße biegsam und inhärent schnittfest ist. Von
wenigstens einem der Materialien wird verlangt, daß es einen
hohen Härtegrad besitzt. Ein Beispiel für ein solches Garn
ergibt sich aus der Kombination einer Glasfaser, die ein hartes
Fasermaterial ist, und einer Polyäthylenfaser hoher Festigkeit
mit verlängerten Ketten, die ein biegsames und inhärent
schnittfestes Fasermaterial ist.
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Kleidungsstücke, wie Handschuhe, die aus einem Garn nach
der vorliegenden Erfindung hergestellt sind, sind in hohem Maße
schnittfest. Sie sind auch sehr biegsam und nicht leitend.
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Die vorliegende Erfindung unterscheidet sich vom Stande
der Technik dadurch, daß ein nicht-metallisches, hartes
Fasermaterial als Komponente desjenigen Garnes benutzt wird, das zur
Bildung von Schutzkleidungen verwendet wird. Das einzige im
Stande der Technik vorgeschlagene harte Fasermaterial ist
Metalldraht. Andere, für diesen Zweck im Stande der Technik
vorgeschlagene
Materialien, wie Nylon, werden nicht als harte
Materialien betrachtet.
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Es ist etwas überraschend, daß spröde, harte Materialien,
wie Glasfasern, ein so deutliches Maß an Schnittfestigkeit bei
einem zusammengesetzten Garn beitragen können, wie es gemäß der
vorliegenden Erfindung verwendet wird. Man würde normalerweise
annehmen, daß derart spröde Materialien leicht brächen und
wenig zum Schutz beitrügen, wenn das Garn von einer Schneidkante
beaufschlagt wird. Es wurde jedoch gefunden, daß das
zusammengesetzte Garn beim Schneiden sehr widerstandsfähig gegen
Brechen ist, wenn Glas sehr geringen Durchmessers in der Seele des
Garnes verwendet und gegebenenfalls durch eine äußere Umhüllung
einer biegsamen Faser oder einer elastomeren Beschichtung
geschützt wird.
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Das schnittfeste Garn umfaßt zumindest zwei
nicht-metallische Fasern, von denen wenigstens eine biegsam und inhärent
schnittfest ist und mindestens eine andere einen hohen
Härtegrad besitzt. Der Härtegrad liegt oberhalb 3 auf der Mohs'schen
Härteskala. Es ist bevorzugt, daß die schnittfeste Faser
während wenigstens 10 Zyklen auf dem in der US-Serien-Nr. 223,596
(nun US-A-4864852) beschriebenen Schneidapparat gegenüber dem
Schneiden mit einem Schneidgewicht von 135 g, einer
Spindelgeschwindigkeit von 50 U/min, einem Durchmesser der Stahlspindel
von 19 mm, einer Klingenfallhöhe von 9 mm und unter Verwendung
einer Industrie-Rasierklinge mit einer Kante zum Schneiden
widerstandsfähig ist, wobei die Faser als gestrickter Stoff mit
einer Faser von 267 tex (2400 Denier) mit weniger als zwei
Drehungen pro Zoll getestet wird, der auf einer 10-maschigen
Strickmaschine zu einem Stoff von 373 g/m² (11 Unzen pro
Quadratyard) gestrickt wurde. Die bevorzugte Schnittfeste Faser
wird aus der aus hochfestem Polyäthylen, hochfestem
Polypropylen, hochfestem Polyvinylalkohol, Aramiden, hochfesten
Flüssigkristall-Polyestern und Gemischen davon bestehenden Gruppe
ausgewählt. Die bevorzugte Faser mit dem hohen Härtegrad wird
aus der aus Glas, Keramik, Kohle und Gemischen davon
bestehenden Gruppe ausgewählt. Es ist bevorzugt, daß die Faser mit
einem hohen Härtegrad einen Durchmesser von höchstens 12 um habe
und am bevorzugtesten beträgt der Durchmesser zwischen 2 und 10
um. Eine andere bevorzugte Faser mit einem hohen Härtegrad kann
eine Faser aus mehreren Komponenten beliebigen Durchmessers
bzw. beliebiger Dicke sein, die ein weicheres Seelenmaterial
und eine äußere Umhüllung des harten Material es haben kann, wie
Glas, Keramik oder Kohle. Ebenso kann diese harte Faser eine
zusammengesetzte Faser beliebiger Dicke sein, in der die Matrix
ein mit dem harten Material, wie Kohle, Glas oder Keramik
imprägniertes weicheres Material ist. Gemische von jedweden, oben
erwähnten, harten Fasern wäre ebenfalls nützlich. Die ein hohes
Maß an Härte aufweisende Faser kann mit einer elastomeren
Beschichtung beschichtet werden.
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Das gemäß der vorliegenden Erfindung benützte Garn umfaßt
zumindest zwei Fasermaterialien, wovon wenigstens eines biegsam
und schnittfest ist und mindestens eine anderes einen hohen
Härtegrad besitzen muß. Die Wünschbarkeit der Anwendung dieser
besonderen Kombination von Materialien wurde erst durch
sorgfältige Beobachtung der Schneidwirkung von scharfen Kanten
gegen verschiedene Fasermaterialien offensichtlich.
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Es ist bekannt, daß gewisse Fasermaterialien einen
inhärent hohen Grad an Schnittfestigkeit haben. Beispielsweise sind
Aramidfasern, wie "Kevlar", im Vergleiche zu den meisten
anderen synthetischen Fasern schwer zu schneiden. Als Beispiel wird
mehr Kraft dazu benötigt, durch eine Aramidfaser zu schneiden
als durch eine äquivalente Menge an Polyesterfastern, wobei
angenommen wird, daß die Schärfe der Schneidkante in beiden
Fällen dieselbe ist.
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Es wurde beobachtet, daß Polyäthylenfasern mit
verlängerten Ketten (ECPE), wie "Spectra" , ebenfalls inhärent
schnittfest sind. ECPE-Fasern sind zusätzlich zur hohen
Schnittfestigkeit sehr abrasionsfest und biegsam und ergeben
ein überlegenes schnittfestes Garn.
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Die vorliegende Erfindung verlangt, daß wenigstens eines
der Fasermaterialien ein biegsames und inhärent schnittfestes
Material ist, wie eine Aramidfaser oder eine ECPE-Faser, sie
ist jedoch nicht darauf beschränkt.
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Während Materialien, wie Aramidfasern und ECPE-Fasern,
schnittfest sind, können selbst sie mit relativ mäßiger Kraft
durchschnitten werden, wenn beim Schneiden eine extrem scharfe
Kante benützt wird, und wenn die Kante quer über das Material
gezogen wird, während die Schneidkraft aufgebracht wird. Im
Zuge der Entwicklung der vorliegenden Erfindung wurde entdeckt,
daß das Zufügen eines harten Fasermateriales zum biegsamen,
inhärent schnittfesten Material die Schnittfestigkeit des Garnes
dramatisch steigerte. Es wurde entdeckt, daß das harte Material
die Schneidkante während des Schneidevorganges stumpf macht und
im Ergebnis es der Kante erschwert, hindurchzuschneiden.
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Die Annahme, daß das harte Material für das Stumpfwerden
der scharfen Kante und für das Erschweren des Schneidens des
Garnes verantwortlich war, wurde durch den folgenden einfachen
Test verifiziert. Ein Probe eines gestrickten ECPE-Stoffes
wurde mit einer zuvor ungebrauchten Skalpellklinge geschnitten
Mit der Hand wurde genügend Kraft angewandt, als das Skalpell
durch den Stoff gezogen wurde, um durch den Stoff
hindurchzuschneiden. Als nächstes wurde eine ähnliche ungebrauchte
Skalpellklinge mit einer Glasfaser von 2,8 tex (25 Denier) in
Kontakt gebracht. Die Schneidkante des Skalpells wurde unter
mäßigem Handdruck über die Glasfaser gezogen, wobei der Druck nicht
so groß war, um die Glasfaser zu brechen, so daß die gesamte
Schneidkante mit der Glasfaser in Berührung kam. Dieses
Skalpell wurde dann dazu benutzt, den zuvor erwähnten ECPE-Stoff zu
schneiden. Es wurde gefunden, daß sich die zum Schneiden durch
den Stoff benötigte Kraft in diesem Falle in hohem Maße
steigerte. Es war offensichtlich, daß das Ziehen der Skalpellkante
über die Glasfaser die Schärfe der Kante vermindert hatte. Es
wurde gefunden, daß bei wiederholtem Kontakt der Skalpellkante
mit der Glasfaser die Kante bis zu einem Ausmaße abgestumpft
werden konnte, daß der ECPE-Stoff bei jedem beliebigen Maße des
Handdruckes nicht mehr durchgeschnitten werden konnte. Wenn
dagegen ein zuvor unbenutztes Skalpell zum wiederholten
Schneiden des ECPE-Stoffes benutzt wurde, steigerte sich die
benötigte Kraft nicht mit der Anzahl der Schnitte. Es war
offensichtlich, daß das ECPE die Skalpellkante nicht merkbar abstumpfte.
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Für die Zwecke dieser Erfindung kann jedes
nicht-metallische, harte Fasermaterial benutzt werden. Glasfasern und
Keramikfasern sind gewöhnliche Beispiele für solche Materialien.
Für die Zwecke dieser Erfindung ist ein "hartes" Material jedes
Material, das einen derartigen Härtegrad besitzt, daß es in der
Lage ist, die Schärfe der Schneidklinge deutlich zu vermindern.
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Die Form, die das harte Fasermaterial einnimmt, kann
ziemlich variieren. Das harte Fasermaterial kann gleichmäßiger
Zusammensetzung und in der Länge fortlaufend sein, wie eine
Glasfaser aus einem fortlaufenden Filament. Sie kann von nicht-
kontinuierlicher Länge sein, wie eine geschnittene Glasfaser.
Sie kann auch in ihrer Zusammensetzung ungleichförmig sein.
Beispielsweise kann das Fasermaterial aus einer organischen
Faser zusammengesetzt sein, die mit einer Schicht eines
Keramikmateriales beschichtet ist. Ein anderes Beispiel wäre das
einer organischen Faser, die mit Keramikpartikeln oder
-fibrillen imprägniert ist. Die vorhergehenden Beispiele dienen nur
der Veranschaulichung, da sich Fachleute zahlreiche
Abänderungen vorzustellen vermögen.
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Eine Annahme, von der selbst ein Fachmann ausgehen würde,
ist, daß als Teil dieser Erfindung benützte harte
Fasermaterialien sehr spröde und daher von begrenztem Nutzen in
Kleidungsstücken wären. In der Praxis gibt die Sprödheit der harten
Materialien zu keiner großen Besorgnis Anlaß. Die Glas- oder
Keramikfasern, die bei dieser Erfindung normalerweise verwendet
werden, haben einen extrem geringen Durchmesser. Falls ein
größerer Durchmesser erforderlich ist, kann eine, oben
beschriebene, beschichtete oder imprägnierte Faser verwendet
werden. Daher bleiben diese harten Materialien sehr biegsam und
können, ohne zu brechen, um einen sehr kleinen Radius
herumgebogen werden. Es ist bevorzugt, daß das harte Fasermaterial in
der Seele des zusammengesetzten Garnes angeordnet wird. Auf
diese Weise ist das harte Material der geringsten Belastung
beim Biegen des Garnes ausgesetzt überdies unterstützen die
äußeren Schichten aus biegsamem, inhärent schnittfestem
Material den Schutz des spröderen Seelenmateriales, indem das harte
Material als Seele des Garnes angeordnet wird.
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In vielen Fällen wird es bevorzugt sein, daß das harte
Fasermaterial mit einer fortlaufenden Schicht aus elastischem
Material bedeckt ist. Diese Beschichtung hat mehrere wichtige
Funktionen. Wenn das harte Material eine Faser aus einem
Multifilament ist, hält die Beschichtung das Faserbündel zusammen
und unterstützt seinen Schutz vor Belastungen, die sich während
der Handhabung dieser Faser ergeben, bevor sie im
zusammengesetzten Garn angeordnet wird. Die Beschichtung mag eine
physikalische Barriere liefern, um das harte Material chemisch zu
schützen. Überdies wird die Beschichtung das Material umfangen,
falls das harte Material während des Gebrauches zerbrochen
wird, so daß es die Garnstruktur nicht verläßt.
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Ein Schnittestapparat, der zum Messen der
Schnittfestigkeit von erfindungsgemäß benutzten Fasern und Garnen zweckmäßig
ist, ist in der gleichzeitig anhängigen US-Serien-Nr. 223,596
(nun US-A-4,864,852) beschrieben. Für die Zwecke dieser
Erfindung soll "der Schnittestapparat" den oben beschriebenen
Apparat bedeuten.
Beispiel
Tests an schnittfesten Stoffen
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Probe A war ein gestrickter, aus einer ECPE-Faser, Spectra
1000, hergestellter Handschuh. Der Handschuh war auf einer 7-
maschigen Handschuhstrickmaschine von Shima Seiki gestrickt
worden. Das für die Erzeugung des Handschuhes benutzte Garn war
aus zwei Fäden aus einem Fasermaterial von 133 tex (1200
Denier) mit 39 Drehungen pro Meter (einer Drehung pro Zoll) in
jedem Faden zusammengesetzt, was ein Garn von 267 tex (2400
Denier) ergab. Der Handschuhstoff war annähernd 1,14 mm (0,045
Zoll) dick, bei einem Gewicht von angenähert 467,9 g/m² (13,8
Unzen pro Quadratyard).
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Probe B war ein gewebter Stoff, der unter Verwendung einer
Glasfaser (E-Glas) hergestellt worden war. Der Stoff war ein
Atlasgewebe 57x54, in dem eine unverzwirnte Glasfaser von 66
tex (595 Denier) verwendet worden war, mit einer Dicke von 0,23
mm (0,009 Zoll) und einem Gewicht von 301,8 g/m² (8,9 Unzen pro
Quadratyard).
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Probe C war ein gestrickter, aus einer Kombination von
ECPE-Fasern (Spectra 1000) und einer Glasfaser (E-Glas)
hergestellter Handschuh. Das im Handschuh verwendete Garn war so
aufgebaut, indem eine Glasfaser von 66 tex (595 Denier) und
eine ECPE-Faser von 72 tex (650 Denier) ohne Drehung in der
Garnseele angeordnet wurden und die Seele mit einer ECPE-Faser
von 72 tex (650 Denier) in einer Richtung umsponnen wurde,
worauf die Seele mit einer anderen ECPE-Faser von 72 tex (650
Denier) in der anderen Richtung umsponnen wurde. Das
zusammengesetzte Garn hatte 322 tex (2900 Denier). Der Handschuh war auf
einer 7-maschigen Handschuhstrickmaschine von Shima Seiki
gestrickt worden. Der Handschuhstoff war annähernd 1,40 mm (0,055
Zoll) dick, bei einem Gewicht von angenähert 610,39 g/m² (18
Unzen pro Quadratyard).
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Der zur Messung der Schnittfestigkeit der erwähnten Proben
benutzte Test ist in der gleichzeitig anhängigen US-Serien-Nr.
223,596 (nun US-A-4864852) beschrieben. Der Test bringt eine
wiederholte Kontaktierung einer Probe mit einer scharfen Kante
mit sich, bis die Probe von der Schneidkante durchsetzt wird.
Je höher die Anzahl der erforderlichen Schneidzyklen (Kontakte)
ist, um die Probe zu durchdringen, umso höher ist die
berichtete Schnittfestigkeit der Probe. Während des Testens wurden die
folgenden Bedingungen angewandt: 135 Gramm Schneidgewicht,
Spindelgeschwindigkeit von 52 U/min, Durchmesser der sich
drehenden Stahlspindel von 19 mm, Fallhöhe der Schneidklinge von 9
mm, Verwendung einer Industrie-Rasierklinge (Marke Red Devil)
mit einer Kante zum Schneiden, Entfernung des Schneidarmes vom
Schwenkpunkt zur Mitte der Klinge 15,24 cm (6 Zoll). Die beiden
Handschuhstoffe (Proben A und C) wurden durch Abschneiden der
Finger von den Handschuhen und Anbringen der Finger an der
Testspindel schnittgetestet. Die Finger wurden an der Spindel
mittels einer über das abgeschnittene Ende der Finger gelegte
Bandklemme gehalten. Die gewebte Stoffprobe (Probe B) wurde
durch Abschneiden eines Stückes von 5,1 x 5,1 cm (2 mal 2 Zoll)
vom Stoff, Wickeln der Probe um die Testspindel und Festhalten
desselben mittels eines Klebebandes getestet. Der gewebte Stoff
wurde so angebracht, daß die Schneidklinge die Probe nicht dort
berührte, wo die Kanten des montierten Stoffes einander
überlappten. Die berichteten Schneidzyklen sind ein Durchschnitt
aus mehrfachen Tests. Für jeden Test wurde eine neue,
ungebrauchte Rasierklinge benutzt, so daß die Schärfe der
Schneidklinge für jeden Test dieselbe war.
Probe
Schneidzyklen zur Durchdringung der Probe
Stoffdicke (mils)/mm
Stoffgewicht (oz/sq.yd.)/g/m²
Zyklen pro Dicke (Zyklen/mils)Zyklen/um
Zyklen pro Gewicht (Zyklen/oz/sq.yd.)
Zyklen pro Gramm pro Quadratmeter
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Es ist überraschend, daß die Zugabe einer Glasfaser zu den
ECPE-Fasern (Beispiel C) zu einer derartig großen Steigerung
der Schnittfestigkeit der Fasern führen kann. Es ist klar, daß
die Glasfaser selbst sehr geringe Schnittfestigkeit bietet. Die
Glasfasern werden während des Aufschlages des Schneidvorgange
leicht durchbrochen, wenn sie alleine benutzt werden. Es wird
eine Synergetische Wirkung beobachtet, wenn ECPE-Fasern und
eine Glasfaser miteinander kombiniert werden, um ein
schnittfestes Garn zu erzeugen.
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Für diesen Vergleichstest wurde wegen seiner
Erhältlichkeit ein gewebter Glasstoff benutzt. Es wäre ebenfalls
erwünscht gewesen, einen gestrickten Glasstoff zu testen.
Glasfasern sind jedoch auf Grund ihrer Sprödheit schwer zu Stricken,
und solche Stoffe waren nicht leicht erhältlich. Es wird nicht
erwartet, daß ein gestrickter Glasstoff einen deutlich anderen
Grad an Schnittfestigkeit im Vergleich zu einem gewebten
Glasstoff hätte.