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Die vorliegende Erfindung betrifft eine
pflanzenwachstumsregulierende Zusammensetzung sowie ein Verfahren zu deren
Anwendung.
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Bisher sind verschiedene pflanzenwachstumsregulierende
Agentien bekannt. So ist z. B. bekannt, daß 3,5-Dioxo-4-
propionylcyclohexancarbonsäurederivate das Wachstum
verschiedener Pflanzen kontrollieren (U.S.-Patente 4 560 403
und 4 678 496). Weiterhin sind (2-Chlorethyl)phosphonsäuren (im
folgenden als Verbindung A bezeichnet),
1,1-Dimethylpiperidiniumchlorid (im folgenden als Verbindung B bezeichnet)
und 2-Chlorethyltrimethylammoniumchlorid (im folgenden als
Verbindung C bezeichnet) als pflanzenwachstumsregulierende
Agentien bekannt (The Pesticide Manual, 8. Auflage, S. 346-347,
S. 529 und S. 158-159).
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Wenn diese Verbindungen jedoch allein verwendet werden, 50
ist es nicht notwendigerweise möglich, unterschiedliche
pflanzenwachstumsregulierende Aktivitäten zu erhalten. So kann
es zum Beispiel sein, daß diese Phytotoxizität aufweisen oder
die Pflanzen bei Änderungen der Wetterbedingungen zum Zeitpunkt
ihrer Anwendung oder der Wachstumsbedingungen der Pflanzen
abtöten. Deshalb ist es wünschenswert ein
pflanzenwachstumsregulierendes
Mittel zu entwickeln, das bei niedriger Dosierung
starke pflanzenwachstumsregulierende Aktivität aufweist und
konstant stabile Wirkung zeigt, sich durch verschiedene die
Aktivität betreffende Faktoren nicht beeinflussen läßt sowie
für Pflanzen hochverträglich ist.
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Als Ergebnis aufwendiger Forschungsarbeiten zur Entwicklung
eines pflanzenwachstumsregulierenden Mittels, das diese
Anforderungen erfüllt, haben die Erfinder herausgefunden, daß
die erfindungsgemäße pflanzenwachstumsregulierende
Zusammensetzung diese vorstehend genannten Probleme löst und
die vorliegende Erfindung vollendet.
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Die vorliegende Erfindung stellt eine
pflanzenwachstumsregulierende Zusammensetzung bereit, umfassend ein aus der aus
3,5-Dioxo-4-propionylcyclohexancarbonsäure sowie deren Estern
und Salzen bestehenden Gruppe ausgewähltes Mitglied,
beschrieben durch die Formel:
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worin R ein Wasserstoffatom, eine Niedrigalkylgruppe oder ein
Kation ist, und mindestens eine aus der aus
1,1-Dimethylpiperidiniumchlorid und 2-Chlorethyltrimethylammoniumchlorid
bestehenden Gruppe ausgewählten Verbindung als aktiven
Inhaltsstoff sowie einen landwirtschaftlichen Träger oder
Verdünnungsmittel.
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Die vorliegende Erfindung stellt außerdem ein Verfahren zur
Regulierung des Pflanzenwachstums bereit, das die Anwendung
einer solchen pflanzenwachstumsregulierenden Zusammensetzung an
der Pflanze umfaßt.
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Weiterhin stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Regulierung des Pflanzenwachstums bereit, das die getrennte
Formulierung des genannten Mitglieds und der genannten
mindestens einen Verbindung, das Mischen dieser Formulierungen
vor oder zum Zeitpunkt des Gebrauchs sowie die Anwendung dieser
Mischung an der Pflanze umfaßt.
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Die vorliegende Erfindung wird nun anhand bevorzugter
Ausführungsformen im einzelnen beschrieben.
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Die Ester der 3,5-Dioxo-4-propionylcyclohexancarbonsäure
schließen beispielsweise Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-
und Butylester ein. Deren Salze umfassen ebenfalls
Alkalimetallsalze, Erdalkalimetallsalze und Aminsalze, wie
Natrium-, Kalium-, Calcium-, Diethanolamin-, Diethylamin und
Propylaminsalze.
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Spezifische Beispiele für das genannte Gruppenmitglied
umfassen die folgenden Verbindungen:
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Verbindung 1: 3,5-Dioxo-4-propionylcyclohexancarbonsäure
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Verbindung 2: Ethyl-3 , 5-dioxo-4-propionylcyclohexancarboxylat
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Verbindung 3: Propyl-3,5-dioxo-4-propionylcyclohexancarboxylat
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Verbindung 4: Calcium-3,
5-dioxo-4-propionylcyclohexancarboxylat
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Das Mischungsverhältnis eines solchen 3,5-Dioxo-4-
propionylcyclohexancarbonsäurederivats (des besagten Mitglieds)
zu den anderen Verbindungen (besagter mindestens einer
Verbindung) beträgt im allgemeinen 1:0.5-50 per Gewicht,
insbesondere 1:0.2-10 per Gewicht im Fall der Verbindung B und
1:1-50 per Gewicht im Fall der Verbindung C.
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Das Verhältnis der aktiven Inhaltsstoffe der
Zusammensetzung liegt im allgemeinen im Bereich von 0.1 bis 85
Gew.-%, insbesondere von 1 bis 75 Gew.-% bei dem benetzbaren
Pulver, von 1 bis 20 Gew.-% im Fall des Granulats, von 0.1 bis
10 Gew.-% im Fall des Staubs, von 0.5 bis 50 Gew.-% bei der
wäßrigen Lösung, von 1 bis 50 Gew.-% im Fall der Suspension und
von 1 bis 85 Gew.-% im Fall der fließfähigen Trockensubstanz.
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Die erfindungsgemäße pflanzenwachstumsregulierende
Zusammensetzung kann durch Mischen der zwei unterschiedlichen
Verbindungstypen mit einem Träger oder Verdünnungsmittel, wie
sie verbreitet zur Formulierung von landwirtschaftlichen
Chemikalien eingesetzt werden in verschiedene Formulierungen
wie zum Beispiel ein benetzbares Pulver, ein Granulat, ein
emulgierbares Konzentrat oder einen Staub gebracht werden.
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Als für solche Formulierungen geeignete Träger sind feste
Träger wie zum Beispiel Jeeklite, Talkum, Bentonit, Ton,
Kaolin, Diatomeenerde, weißer Kohlenstoff, Vermiculit,
gelöschter Kalk, Quarzsand, Ammoniumsulfat oder Harnstoff, oder
flüssige Träger wie Isopropylalkohol, Xylol, Cyclohexanon,
Methylnaphthalin, Aceton, Isophoron, Dimethylsulfoxid,
Acetonitril, Pflanzenöl oder Wasser zu nennen. Als
oberflächenaktive oder Dispersionsmittel sind zum Beispiel ein
Alkohol-Schwefelsäureester, ein Alkylarylsulfonat,
Ligninsulfonat, ein Polyoxyethylenglykolether, ein
Polyoxyethylenalkylarylether oder ein
Polyoxyethylensorbitmonoalkylat
zu nennen. Als Adjuvans sind züm Beispiel
Carboxymethylcellulose, Polyethylenglykol oder Gummi Arabicum
zu erwähnen.
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Im praktischen Gebrauch kann eine solche Formulierung vor
der Anwendung auf eine geeignete Konzentration verdünnt oder
auch direkt eingesetzt werden. Weiterhin können die beiden
verschiedenen Typen von Verbindungen getrennt formuliert und
beim Gebrauch gemischt werden. Es können nämlich eine der
Verbindungen 1 bis 4 und zumindest eine der Verbindungen B und
C getrennt formuliert und diese Formulierungen zum Zeitpunkt
der Anwendung gemischt und verdünnt werden. In diesem Fall
können die Verbindungen 1 bis 4 in die Form eines benetzbaren
Pulvers, in freifließende Form, in Form eines emulgierbaren
Konzentrats oder in eine flüssige Formulierung mit 5 bis 80
Gew.-% der aktiven Komponente gebracht werden, und die
Verbindungen B und C können z.B. als flüssige Formulierung mit
10 bis 60 Gew.-% der aktiven Komponente eingesetzt werden. Die
entsprechenden Formulierungen können auf eine geeignete
Konzentration verdünnt und dann gemischt und in flüssiger Form
angewendet werden.
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Weiterhin kann die pflanzenwachstumsregulierende
Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung in Kombination
mit einem Insektizid, einem Fungizid, einem Herbizid, anderen
pflanzenwachstumsregulierenden Agenzien oder einem Dünger
angewendet werden.
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Die Dosierung der erfindungsgemäßen
pflanzenwachstumsregulierenden Zusammensetzung variiert in
Abhängigkeit von der Art der zu behandelnden Pflanze, den
Wetterbedingungen, der Art der Formulierung der
Zusammensetzung, dem Mischungsverhältnis der aktiven
Inhaltsstoffe, der Art der Anwendung und dem Zeitpunkt der
Anwendung. Die Dosierung liegt üblicherweise im Bereich von 1
bis 500 g/10 Ar der Gesamtmenge der aktiven Inhaltsstoffe.
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Es werden nun Formulierungsbeispiele für die
erfindungsgemaße pflanzenwachstumsregulierende Zusammensetzung
gegeben. Die vorliegende Erfindung ist jedoch keineswegs auf
diese spezifischen Beispiele beschränkt. In den
Formulierungsbeispielen bedeutet "%" Gewichtsprozente.
FORMULIERUNGSBEISPIEL 1 (benetzbares Pulver)
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2 % der Verbindung 2, 10 % der Verbindung C, 0.5 % Emulgen
810 (Warenzeichen, Kao Corporation), 0.5 % Demol N
(Warenzeichen, Kao Corporation), 20 % Kunilite 201
(Warenzeichen, Kunimine Kogyo K.K.), und 67 % Jeeklite CA
(Warenzeichen, Jeeklite Company Ltd.), wurden gleichmäßig
gemischt und unter Erhalt eines benetzbaren Pulvers
pulverisiert.
FORMULIERUNGSBEISPIEL 2 (benetzbares Pulver)
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0.5 % der Verbindung 2, 10 % der Verbindung C, 0.5 %
Emulgen 810 (Warenzeichen, Kao Corporation), 0.5 % Demol N
(Warenzeichen, Kao Corporation), 20 % Kunilite 201
(Warenzeichen, Kunimine Kogyo K.K.), und 68.5 % Jeeklite CA
(Warenzeichen, Jeeklite Company Ltd.), wurden gleichmäßig
gemischt und unter Erhalt eines benetzbaren Pulvers
pulverisiert.
FORMULIERUNGSBEISPIEL 3 (Staub)
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1 % der Verbindung 2, 1 % der Verbindung B, 5 %
Diatomeenerde und 93 % Ton wurden gleichmäßig gemischt und
unter Erhalt eines Staubes pulverisiert.
FORMULIERUNGSBEISPIEL 4 (wäßrige Lösung)
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3 % der Verbindung 1, 4 % der Verbindung C, 3 % Emulgen 105
(Warenzeichen, Kao Corporation), 2 % Diethanolamin und 88 %
Wasser wurden gleichmäßig vermischt unter Erhalt einer wäßrigen
Lösung.
FORMULIERUNGSBEISPIEL 5 (Suspension)
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10 % der Verbindung 4, 5% der Verbindung B, 3 % Newcargen
ST-60 (Warenzeichen, Takemoto Yushi K.K.), 2 % Demol N
(Warenzeichen, Kao Corporation) und 80 % Wasser wurden
gleichmäßig gemischt und in einer Kugelmühle unter Erhalt einer
Suspension pulverisiert.
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Die pflanzenwachstumsregulierenden Aktivitäten der
pflanzenwachstumsregulierenden Zusammensetzung gemäß der
vorliegenden Erfindung sind in erster Linie Aktivitäten zur
Verzögerung des Längenwachstums und des Wachstums zwischen den
Knoten. Es können unterschiedliche
pflanzenwachstumsregulierende Aktivitäten erhalten werden, wenn man die Art der
zu behandelnden Pflanze, die Art der Behandlung, den Zeitpunkt
der Behandlung oder die Dosierung der aktiven Inhaltsstoffe
verändert. Exzellente pflanzenwachstumsregulierende Effekte
können bei einer deutlich niedrigeren Dosierung als im Fall des
getrennten Einsatzes der beiden unterschiedlichen
Verbindungstypen erhalten werden. Durch die Anwendung am
Blattwerk von z.B. Reis, Weizen, Gerste, Roggen oder Mais ist
es möglich, das Längenwachstum zwischen den Knoten zu
kontrollieren, den Stengel zu verkürzen und den Stengel ohne
negative Einflüsse auf Ausbeute oder Qualität des Produkts zu
stärken, wodurch es möglich wird, die Standfestigkeit bei Wind
und Regen zu verbessern. Bei der Anwendung an Reispflanzen,
Gemüse, Blumen und Zierpflanzen ist es weiterhin möglich, die
Qualität der Sämlinge zu verbessern und gesunde Sämlinge zu
produzieren, die sich exzellent umpflanzen lassen und hohe
Widerstandsfähigkeit gegen niedrige Temperaturen aufweisen. Bei
der Anwendung in der Wachstumsphase von Reispflanzen, Weizen,
Gerste oder Roggen ist es möglich, die Länge des oberen Blattes
zu verkürzen oder die räumliche Anordnung der Blätter zu
verbessern, wodurch die Ausnutzung der Strahlung verbessert
wird und der Prozentsatz an gereiftem Korn ansteigt, und so ist
es möglich, Ausbeute und Qualität des Produktes zu verbessern.
Weiterhin kann bei Aufzucht im Gewächshaus das spiralige
Wachstum verhindert werden, ohne daß ein negativer Effekt
selbst bei einer Pflanze der Art erhalten wird, bei der das
spiralige Wachstum aufgrund von Mangel an Sonnenlicht durch
einfache Anwendung jeder Verbindung nicht verhindert werden
kann, und dies trägt zur Verbesserung der Produktqualität bei.
Außerdem ist die pflanzenwachstumsregulierende Zusammensetzung
gemäß der vorliegenden Erfindung imstande, das Pflanzenwachstum
z.B. auch auf nicht-landwirtschaftlichem Gebiet zu
kontrollieren. So ist es zum Beispiel möglich, durch Anwendung
am Rasen in einem Park, Spielplatz oder einer Straße das
Längen- oder Überwachstum zu kontrollieren, wodurch die Zahl
der Mähvorgänge reduziert oder der Mähvorgang vereinfacht
werden kann.
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Es werden nun die mit der erfindungsgemäßen
pflanzenwachstumsregulierenden Zusammensetzung erzielbaren
Wirkungen beschreiben. Die Testproben wurden als benetzbare
Pulver formuliert.
TESTBEISPIEL 1
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In einem mit Erde gefüllten Topf (Oberfläche 800 cm²) wurde
Weizensamen gesät und mit 0.5 bis 1 cm Erde bedeckt. Der Topf
wurde bei 15 bis 25 ºC in einem Gewächshaus 4 Wochen
kultiviert, dann wurden vorher festgelegte Mengen an Testproben
mit Wasser verdünnt und auf dem Blattwerk in einer Menge von
100 l pro 10 Ar gleichmäßig mit einem Handsprühgerät
ausgebracht. Zur Zeit der Anwendung befand sich der Weizen im
3.5-Blatt-Stadium. Am 36sten Tag der Anwendung wurde die Länge
der Pflanze gemessen und die Pflanzenlängenkontrollrate mittels
der folgenden Gleichung ermittelt. Weiterhin wurde die
Phytotoxizität untersucht. Die Ergebnisse werden in der Tabelle
1 gezeigt.
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Pflanzenlängenkontrollrate (%) =
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( 1 - Pflanzenlänge der Testpflanze im beandelten
Bereich/Pflanzenlänge der Testpflanze im unbehandelten Bereich x 100 )
Tabelle 1
Testbeispiele
Dosis des aktiven Inhaltstoffs
Pflanzenlängen-kontrollrate
Phytotoxizität
Verbindung
null
TESTBEISPIEL 2
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In einem mit Erde gefüllten Topf (Oberfläche 800 cm²) wurde
Weizensamen gesät und mit 0.5 bis 1 cm Erde bedeckt. Der Topf
wurde bei 15 bis 25 ºC in einem Gewächshaus 25 Tage kultiviert,
dann wurden vorher festgelegte Mengen an Testproben mit Wasser
verdünnt und auf dem Blattwerk in einer Menge von 100 1 pro 10
are gleichmäßig mit einem Handsprühgerät ausgebracht. Zur Zeit
der Anwendung befand sich der Weizen im 3-Blatt-Stadium. Am
31sten Tag der Anwendung wurde die Länge der Pflanze gemessen
und die Pflanzenlängenkontrollrate (%) mittels der folgenden
Gleichung errechnet. Weiterhin wurde die Phytotoxizität
untersucht. Die Ergebnisse werden in der Tabelle 2 gezeigt.
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Pflanzenlängenkontrollrate (%) =
-
( 1 - Pflanzenlänge der Testpflanze im behandelten
Bereich/Pflanzenlänge der Testpflanze im uebehandelten Bereich x 100 )
Tabelle 2 Tabelle 1
Testbeispiele
Dosis des aktiven Inhaltstoffs
Pflanzenlängen-kontrollrate
Phytotoxizität
Verbindung
null