-
Einrichtung zur Fernmessung von Scheinleistungen Es sind bereits Einrichtungen
zur Nahmessung des Scheinverbrauchs bekanntgeworden, bei welchen zwei Zähler gleichzeitig
auf ein mechanisches Getriebe arbeiten, das seinerseits ein Zählwerk so antreibt,
da.ß die Geschwindigkeit der Zählwerkswelle der Scheinleistung proportional ist.
Bei dieser bekannten Einrichtung wird also das Getriebe gleichzeitig und unmittelbar
von den zwei Geberzählern .angetrieben. Andererseits- sind nun noch Fernmeßeinrichtungen
bekanntgeworden, bei welchen zwei Zähler vorgesehen sind, von denen der eine in
Abhängigkeit von der Wirkleistung, der andere in Abhängigkeit von der Blindleistung
angetrieben wird. Mit den Achsen beider Zähler sind kleine Gleichstromgeneratoren
gekuppelt, deren Spannung der Wirk- bzw. der Blindleistung proportional ist. Die
Spannungen der beiden Generatoren werden bei der bekannten Einrichtung über je eine
von der anderen unabhängige galvanische Leitung übertragen und dort in einem Kreuzspuleninstrument
oder Quotientenmesser .aufeinander zur Einwirkung gebracht, derart, daß das bewegliche
Anz@eig@eorgan den Leistungsfaktor anzeigt. Schließlich ist es auch bereits bekannt,
daß es das Impulszeitverfahren ermöglicht, einen .einzigen Übertragungsweg mehrfach
auszunutzen, wenn einzelne Meßgrößen nacheinander auf derselben Leitung wechselweise
übertragen werden.
-
Beim Gegenstand der Erfindung handelt es sich indessen weder um eine
Fernmessung des Leistungsfaktors über zwei getrennte übertragungskanäle noch um
irgendeine absatzweise Übertragung nach dem Impulszeitverfahren, bei welchem das
Empfangsmeßgerät nacheinander verschiedene Meßwerte zur Anzeige bringen soll. Die
Erfindung betrifft vielmehr eine Anordnung zur Fernmessung der Scheinleistung. Für
die Fernanzeige der Scheinleistung gab es bisher, trotzdem die Vorteile des Impulszeitverfahrens
bekannt waren, nur eine Möglichkeit, nämlich die beiden Einzelmeßgrößen auf getrennten
Übertragungskanälen gleichzeitig zu übertragen, da keine Einrichtung es gestattete,
bei einer absatzweisen Übertragung eine Scheinleistungsmessung herzustellen. Auch
die ersterwähnte bekannte Einrichtung ermöglicht nicht eine absatzweise Übertragung,
da dort die Eingangsachsen des mechanischen Getriebes gleichzeitig angetrieben werden
und starr mit den Geberzählern verbunden sind. Aus diesem Grunde ist es auch bei
dieser bekannten Einrichtung nicht möglich, eine Anzeige der Scheinleistung zu erlangen,
sondern lediglich eine Anzeige des Scheinverbrauchs.
Nach der Erfindung
wird daher in vollkommen neuartiger Weise eine besonders vorteilhafte Einrichtung
zur Fernmessung der Scheinleistung bzw. gleichzeitig auch der Wirk- und Blindleistung
dadurch geschaffen, daß die an .einer Geberstelle gemessenen Augenblickswerte der
Wirk- und Blindleistung absatzweise und nacheinander über den gleichen Übertragungskanal
nach einem Impulsverfahren nach einer Empfangsstelle übertragen werden und daß in
der Empfangsstelle mittels Getriebe zur geometrischen Summierung der Wirk- und Blindleistung
durch nacheinanderfolgende Einstellung der Eingangsachsen die Scheinleistung gebildet
wird, derart, daß an der Empfangsstelle die Augenblickswerte der Wirk- und Blindleistung
angezeigt werden können.
-
Durch die Erfindung wird es demnach ermöglicht, über einen einzigen
Übertragungskanal zwei Meßgrößen zu übertragen und am Empfangsort die Anzeige einer
dritten Größe vorzunehmen.
-
In den Abb. i bis 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i das an sich bekannte Getriebe, Abb.2 eine Gebervorrichtung,
Abb.3 eine Rückführungsanordnung.
-
In der Abb. i ist das Getriebe dargestellt, -wie es mit Vorteil bei
der Erfindung zur Anwendung kommt. Die Antriebs-, Zwischen-und Endachsen sind mit
a, b, c, d, e be-
zeichnet. Die Antriebsachse a trägt drei Stirnzahnräder
i, 2 und 3. Rad i arbeitet auf die Endachse e, 2 auf das eine, 3 auf das andere
Differentialgetriebe. Ebenso trägt die Achse b drei Räder 4., 5 und 6. Diese Räder
sind auf den Achsen fest aufgebracht, was in der Abbildung durch Schraubenlöcher
auf den Naben angedeutet ist. Die auf ihren Achsen lose sitzenden, im folgenden
zu nennenden Räder sind ohne Schraubenlöcher gezeichnet. Auf der Achse c befindet
sich ein Differentialgetriebe, bestehend aus drei Kegelrädern 7, 8 und g. Die beiden
-ersteren, lose auf der Achse sitzend, werden durch die mit ihnen fest verbundenen
Zahnräder io und ii von den Rädern 2 und 6 der Antriebsachsen bewegt. Die Achse
12 des Kegelrades 9 ist auf der Achse c fest angeordnet, ebenso das Rad 13, das
die Summengeschwindigkeit auf die Endachse e überträgt. Die Zwischenachse d trägt
genau gleiche Kegelräder 14, 15, 16 sowie Zahnräder 17, 18
und i 9. Auf der Endachse sitzen fest die Klinkenräder 20, 2 i, 22 und 23 und lose
die Klinken tragenden Zahnräder 2q., 25, 26 und 27. Die beiden Räder 25 und 26 werden
von den Zwischenachsen aus angetrieben, die Räder 24 und 27 von den Antriebsachsen.
Es sind noch zwei Achsen/ und g vorhanden, die nur zur Drehrichtungsumkehr
dienen; eine Übersetzung findet auf ihnen nicht statt. Die Übersetzungen der Zahnräder
sind in Abb. i eingetragen, und zwar die Verhältnisse der Winkelgeschwindigkeiten
jeweils in der Pfeilrichtung zu verstehen.
-
Wird bei einem derartigen Getriebe die Eingangsachs^ a proportional
der Wirkleistung, die Eingangsachse b proportional der Blindleistung angetrieben,
so wird an der Achse e eine Drehzahl erhalten, die der Scheinleistung proportional
ist. Es zeigt sich hierbei, daß die Anzeige der Scheinleistung auch dann richtig
angegeben wird, wenn die Achse a nicht gleichzeitig mit der Achse b von den jeweiligen
Meßw ertgebern angetrieben wird. Bei der Einrichtung nach der Erfindung ist daher
das Getriebe so ausgebildet, daß die Eingangsachsen nacheinander angetrieb.n werden,
und weiterhin die Anordnung so getroffen, daß das Getriebe zur Anzeige der Scheinleistung
bzw. auch der Wirk- und Blindleistung in der Fernmeßempfangsstation angeordnet ist,
während die Wirk- und Blindleistungsmeßgeräte in der Fernmeßgeberstelle sich befinden.
Die Eingangsachsen werden daher nicht von den Meßwertgebern selbst, sondern von
zwischengeschalteten Fernmeßempfangsinstrumenten angetrieben. Eine derartige Einrichtung
ist schematisch in der Abb. 2 dargestellt. 28 ist ein Geberzähler, 29, eine Kontaktvorrichtung,
die bei jeder Umdrehung über die Bürste 30 das Relaisi 3 i einmal erregt, so daß
die Antriebsachse 34. um einen Schritt des Klinkenrades 32 weitergedreht wird. Die
Anordnung wird hierbei so getroffen, daß die Meßwerte von Wirk- und Blindleistung
absatzweise dem Scheinleistungswerk zugeführt werden. Dies ist so zu verstehen,
daß sämtliche Achsen eine Nullage besitzen, die durch Anschläge hergestellt wird,
und daß die Antriebsachsen aus dieser Nulllage je besonders heraus um einen Winkel
verdreht werden, die zusammengehörigen Werten von Wirk- und Scheinleistung proportional
sind. Die Endachse dreht sich dann um einen der zugehörigen Scheinleistung proportionalen
Winkel. Vor der nächsten Übertragung werden die Achsen z. B. durch Spiralfedern
in die Nullage zurückbewegt, worauf eine neue Zuführung von Wirk- und Blindleistung
und eine neue Scheinleistungsbildung erfolgt. Die Anschläge und Spiralfedern werden
dabei auf den beiden Antriebsachsen angebracht; Abb. 3 zeigt die entsprechende Anordnung.
34 ist eine Antriebsachse, 35 eine Spiralfeder, 36 ein Klinkenrad mit Klinke 37,
38 ein Anschlag. Die Antriebsachsen werden aus der gezeichneten Lage herausgedreht,
die Klinken 37 halten gegen die Kräfte der Spiralfedern 35 die Winkellagen aufrecht,
bis sie
nach Bildung der Scheinleistung abgehoben werden, so daß
die Achsen in die Nullage zurückfallen.
-
Die Anordnung nach der Erfindung ermöglicht den absatzweisen Antrieb,
und zwar gleichgültig, mit welcher Geschwindigkeit dieser stattfindet. Ferner ist
es gleichgültig, ob die absatzweise zusammengeführten Grö-Pen Augenblickswerte darstellen,.
also von Zeigerinstrumenten gewonnen sind, oder Mittelwerte über mehrere Minuten.
Im ersteren Falle ist der Ausschlag der Endachse proportional der augenblicklichen
Scheinleistung, im zweiten Falle der mittleren, die als. die rechtwinklige Summe
der Mittelwerte von Wirk- und Blindleistung definiert ist. Eine besonders zweckmäßige
Anlage erhält man dadurch, daß die Steuerung durch Kontaktvorrichtungen an Verrechnungszählern
erfolgt.