DE635606C - Vorrichtung zum Anlassen der Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs durch UEbertragung von Antriebskraft von den Fahrzeugraedern her auf die Maschine bei Zwischenschaltung einer Fluessigkeitskupplung nach Bauart Foettinger - Google Patents
Vorrichtung zum Anlassen der Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs durch UEbertragung von Antriebskraft von den Fahrzeugraedern her auf die Maschine bei Zwischenschaltung einer Fluessigkeitskupplung nach Bauart FoettingerInfo
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Description
Die Erfindung richtet sich auf eine Vorrichtung zum Anlassen der Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeugs durch Übertragung von Antriebskraft von den Fahrzeugrädern her auf die Maschine, wobei die Kraftübertragungsanlage
des Fahrzeugs eine Flüssigkeitskupplung nach Bauart Föttinger enthält.
Derartige Kupplungen besitzen bei kleiner Geschwindigkeit nur eine geringe Fähigkeit
zum Übertragen von Drehmoment, und es ist daher schwierig, beispielsweise den Motor
eines Kraftwagens mit Flüssigkeitskupplung vermöge Voreilens des getriebenen Teils anzulassen;
.es beruht dies auf dem großen Schlupf, der in der Flüssigkeitskupplung
auftritt, wenn die getriebene Welle mit geringer Geschwindigkeit gedreht wird. In sehr
kalten Ländern bewirkt man das Anlassen
ao eines Kraftfahrzeugmotors dadurch, daß man das Fahrzeug mittels eines zweiten Fahrzeugs
anschiebt, und wenn nun bei dem anzulassenden Fahrzeug in bekannter Weise eine Flüssigkeitskupplung
vorgesehen ist, so wird dieses Verfahren des Anlassens praktisch undurchführbar wegen des hohen Schlupfs in
der hydraulischen Kupplung, wie er auftritt, wenn die getriebene Welle und die Fahrzeugräder
durch das anschiebende Fahrzeug mit geringer Geschwindigkeit gedreht werden.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, eine mechanische, durch den Führer bedienbare
Kupplung zum Blockieren des treibenden mit· dem getriebenen Teil einer Flüssigkeitskupplung
anzuordnen. Beim Anschieben eines derart ausgerüsteten Fahrzeugs — bei eingerückter
mechanischer Kupplung — zum Anlassen seines Motors vergeht, sobald der Motor zu zünden beginnt, eine beträchtliche
Zeit, bevor der Führer die mechanische Kupplung auszurücken vermag. Daher besteht die
Gefahr, daß der Motor wieder zum Stillstand kommt, weil er eben mit dem langsam umlaufenden
getriebenen Teil starr gekuppelt ist. Es würde also nötig sein, wiederholte Anlaßversuche zu machen, bevor der Motor
endgültig läuft.
Diese Schwierigkeiten werden erfindungsgemäß dadurch überwunden, daß zwischen
den treibenden und den getriebenen Teil der Flüssigkeitskupplung eine Freilaufvorrichtung
derart eingeschaltet ist, daß die treibende Welle die getriebene Welle überlaufen kann,
während dagegen ein Voreilen der getriebenen Welle gegenüber der treibenden Welle im
gleichen Drehsinne verhindert ist.
Wird ein in dieser Weise ausgestattetes Fahrzeug durch ein anderes Fahrzeug zum
Zweck des Anlassens des Motors angeschor ben, so überträgt sich die Drehung des geT;
triebenenTeils'der Flüssigkeitskupplung ohxiu
Schlupf auf den treibenden Teil und somit; auf den Motor, der daher mit einer zum Zünden
genügenden Geschwindigkeit angetrieben wird. Sobald der Motor zündet, rückt sich
ίο die Freilaufvorrichtung selbsttätig aus und " gestattet dem Motor, belastungsfrei auf höhere
Geschwindigkeit zu gelangen, abgesehen von dem geringen Widerstand, den die Flüssigkeitskupplung
bietet. Der Motor wird also im allgemeinen zuverlässig zu laufen fortfahren,
sobald er einmal angelassen ist.
Die Freilaufvorrichtung der Erfindung kann eine Schlupfkupplung? enthalten, die das
übertragbare Drehmoment auf einen Höchstwert begrenzt.
Der getriebene Teil der Kupplung ist an
den treibenden Teil vorzugsweise mittels einer Freilaufkupplung abgestützt, die mit
Klemmrollen ausgerüstet ist und als Lager wirkt.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht; es sind:
Fig. ι und 2 zwei verschiedene Ausführungsformen
der Vorrichtung im Schnitt, Fig. 3 Seitenansicht eines Teils einer Fahrzeuganlage,
die mit der Vorrichtung ausgerüstet ist.
Nach Fig. 1 ist der treibende Teil 30 der Kupplung an der Kurbelwelle 2, der getfiebene
Teil 31 an der getriebenen Kupplungswelle 4 befestigt. Ein Gehäuse 32 ist mit dem
treibenden Teil 30 verschraubt, und zwischen der Nabe des Gehäuses und. der Welle 4 sitzt
eine Freilaufvorrichtung, die fähig ist, beim Voreilen des getriebenen Teils vor dem treibenden
Drehmoment zu übertragen. Die Vorrichtung besteht aus einem auf Welle 4 befestigten, mit Klemmstellen versehenen
Treibring 33, einem getriebenen Ring 34 an der Nabe des Gehäuses 32 und Klemmrollen
35; die Anordnung ist so getroffen, daß die Rollen bei gewöhnlicher Drehrichtung Drehmoment
von dem getriebenen Teil der Flüs-. sigkeitskupplung zu übertragen vermögen,
während der treibende Teil schneller als der % getriebene zu laufen "vermag.
•Nach Fig. 2 ist die Kurbelwelle 2 an dem
Gehäuse 32e befestigt, das seinerseits an dem
treibenden Teil 3O0 sitzt. Der getriebene Teil
ist mit 3ia bezeichnet. Statt des üblichen
Zapfenlagers ist eine Freilauf vorrichtung vorgesehen, welche beim Voreilen des getriebenen
Teils Drehmoment zu übertragen vermag. Die Vorrichtung umfaßt in diesem Falle eine
So Freilaufkupplung der bekannten Bauart Humfrey-Sandberg mit Schrägrollen. Diese besteht
aus einem inneren kegelförmigen, treibenden Rollenlaufring 40 auf Welle 4, einem
^äußeren kegelförmigen, getriebenen Laufring
'4fr. am Gehäuse 2>2 a sowie aus Klemmrollen
J^tky Federn 43 dienen dazu, den Innenlauf-,',-rlng
gegen den äußeren derart vorzudrücken, daß Reibberührung zwischen Laufringen und
Rollen herrscht.
Nach Bedarf kann man in an sich bekannter Weise eine Einrichtung vorsehen, etwa in
Form eines am Innenlauf ring 40 sitzenden und gegen den Außenlauf ring 41 anliegenden
Flansches, wodurch das Vorschieben des Innenlaufringes gegenüber dem Außenlaufring
begrenzt wird, so daß die Rollvorrichtung fähig ist zu gleiten, sobald sie beim.
Voreilen des getriebenen Teils mit einem Drehmoment belastet wird, das einen vorbestirimiten
Wert überschreitet. Somit ist die Freilaufvorrichtung imstande, den normalen
Höchstwert des Drehmoments beim Voreilen des getriebenen Teiles zu übertragen, d. h.
ein Drehmoment, das genügt, um den Motor von der Kupplungswelle 4 her nach der Kurbelwelle
2 hin aus der Ruhe anzulassen oder ihn mit voller Geschwindigkeit zu drehen,
ohne daß er Kraft erzeugt; anderseits aber wird die Anlage gegen Beschädigung infolge
eines zu hohen Drehmoments bei Voreilen des normalerweise getriebenen Teils geschützt,
wie es vorkommen könnte, wenn man einen ohne Leistungsabgabe oder leer laufenden
Motor plötzlich mit einer rasch laufenden Fahrzeugwelle kuppeln will, zum Zweck, das
auf Reibung beruhende Lastmoment des Motors zum Notbremsen zu benutzen.
Fig. 3 veranschaulicht die Erfindung gemäß Fig. ι oder 2 in ihrer Anwendung auf einen
Kraftwagen, dessen Brennkraftmotor 3 mit dem Wechselgetriebe 7 durch die Flüssigkeitskupplung
ι in Verbindung steht. 50 bezeichnet allgemein eine Kupplung, die eine
Reibkupplung beliebiger Gattung sein kann und die man durch Treten eines Fußhebels 15
zum leichteren Schalten ausrücken kann.
Der Motor 3 läßt sich durch Kraft anwerfen, die von den Fahrzeugrädern aus über
Welle 8 zugeführt wird. Der Vorgang ist folgender: no
Nach Einschalten eines Gangs des Getriebes 7 rückt man die Kupplung 50 aus, und
das Fahrzeug wird durch Anschieben mittels eines zweiten Fahrzeugs in Bewegung gesetzt.
Sobald man nun die Kupplung 50 wieder einrückt, drehen sich die Welle 4 und der getriebene Teil 31 bzw. 3ia, und obwohl der
getriebene Teil nicht schnell genug läuft, um durch die Arbeitsflüssigkeit hindurch ein
merkliches Drehmoment auf den treibenden <-ao
Teil 30 bzw. 3oa und somit auf den Motor zu
übertragen, bewirkt doch die Freilaufvor-
richtung 33, 34 oder 40, 41, daß der treibende Teil die Drehung des getriebenen Teils
mitmacht, und so wird der Motor leicht angelassen, ohne daß man das Fahrzeug mit
erheblicher Geschwindigkeit zu bewegen braucht. Läuft der Motor, so gestattet die
Freilaufvorrichtung ein Voreilen des treibenden Teils, und bald vermag der Motor den
Wagen zu treiben, ohne daß die Freilaufvorrichtung den Schlupf in der Flüssigkeitskupplung
stört.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zum Anlassen der Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs durch Übertragung von Antriebskraft von den Fahrzeugrädern her auf die Maschine, wobei die Kraftübertragungsanlage des Fahrzeugs eine Flüssigkeitskupplung nach Bauart Föttinger enthält, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den treibenden und den getriebenen Teil der Kupplung eine Freilaufvorrichtung derart eingeschaltet ist, daß die treibende Welle die getriebene Welle überlaufen kann, während dagegen ein Voreilen der getriebenen Welle gegenüber der treibenden Welle im gleichen Drehsinne verhindert ist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Freilaufvorrichtung eine Schlupfkupplung enthält, die das übertragbare Drehmoment auf einen Höchstwert begrenzt
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich der getriebene Teil (3I0) der Flüssigkeitskupplung an dem treibenden Teil (3O0, 32a) mittels einer Freilaufkupplung (40, 41) abstützt, die mit Klemmrollen (42) ausgerüstet ist und als Lager wirkt.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3 mit einem Gehäuse außen am treibenden Teil (bzw. am getriebenen Teil), das um den getriebenen Teil (bzw. um den treibenden Teil) herumgreift, dadurch gekennzeichnet, daß die Freilaufkupplung (40, 41) als Halslager zwischen der Nabe des Gehäuses (32a) und der getriebenen Welle (4) (bzw. der treibenden Welle) angeordnet ist.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB635606X | 1931-11-05 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE635606C true DE635606C (de) | 1936-09-25 |
Family
ID=10489134
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES106878D Expired DE635606C (de) | 1931-11-05 | 1932-11-04 | Vorrichtung zum Anlassen der Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs durch UEbertragung von Antriebskraft von den Fahrzeugraedern her auf die Maschine bei Zwischenschaltung einer Fluessigkeitskupplung nach Bauart Foettinger |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE635606C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE943731C (de) * | 1942-07-09 | 1956-06-01 | Aeg | Vorrichtung zum Andrehen des mit einem Foettinger-Getriebe versehenen Antriebsmotorseines Kraftfahrzeuges durch Anschieben oder Abschleppen des Fahrzeugs |
| DE1014856B (de) * | 1956-02-20 | 1957-08-29 | Voith Gmbh J M | Vorrichtung zum Anwerfen des Antriebsmotors von Kraftfahrzeugen |
| DE1052768B (de) * | 1953-10-30 | 1959-03-12 | Zahnraederfabrik Augsburg Vorm | Hydromechanisches Verbundgetriebe |
| US4462490A (en) * | 1980-11-29 | 1984-07-31 | Honda Giken Kogyo Kabushiki Kaisha | Control system for operation of fluid torque converter for vehicles |
-
1932
- 1932-11-04 DE DES106878D patent/DE635606C/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE943731C (de) * | 1942-07-09 | 1956-06-01 | Aeg | Vorrichtung zum Andrehen des mit einem Foettinger-Getriebe versehenen Antriebsmotorseines Kraftfahrzeuges durch Anschieben oder Abschleppen des Fahrzeugs |
| DE1052768B (de) * | 1953-10-30 | 1959-03-12 | Zahnraederfabrik Augsburg Vorm | Hydromechanisches Verbundgetriebe |
| DE1014856B (de) * | 1956-02-20 | 1957-08-29 | Voith Gmbh J M | Vorrichtung zum Anwerfen des Antriebsmotors von Kraftfahrzeugen |
| US4462490A (en) * | 1980-11-29 | 1984-07-31 | Honda Giken Kogyo Kabushiki Kaisha | Control system for operation of fluid torque converter for vehicles |
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